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3675/2017

Nutzung von Landstrom

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss) 30.11.2017

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Nächste Beratung: Ausschuss Klima, Umwelt und Grün, Sitzung am 07.12.2017, TOP 1.2.1

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)

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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)

5782 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle 
V/V/7 
 
Vorlagen-Nummer 30.11.2017 
 3675/2017 
Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Ausschuss für Umwelt und Grün 07.12.2017 
 
Nutzung von Landstrom 
Die FDP-Fraktion hat um Beantwortung folgender Anfrage (AN/1137/2017) gebeten: 
 
1. Inwieweit wird die Möglichkeit, kostenlosen Landstrom zur Bordversorgung zu erhalten, von den 
anlegenden Schiffen angenommen?  
2. Wie vermarkten die HGK und die RheinEnergie das Konzept des kostenlosen Landstroms und wie 
stellen sie sich die weitere Entwicklung vor?  
3. Inwieweit kann eine Verbesserung der Lade-Infrastruktur für den Landstrom zu einer Verbesserung 
führen?  
4. Welche Möglichkeiten sehen die Verwaltung und die Rheinenergie für eine Landstromversorgung 
des Mülheimer Hafens im Kontext der Luftschadstoffbelastung am Clevischen Ring?  
5. Inwiefern liegen der Verwaltung Erkenntnisse vor, wie die anderen großen Rheinanlieger (Lever-
kusen, Düsseldorf, u.a.) diese Problematik handhaben?  
 
 
Die Verwaltung teilt hierzu mit: 
 
Zu 1) Die HGK bietet Frachtschiffen im Rheinauhafen die Möglichkeit, kostenlosen Landstrom zu er-
halten. Über die Nutzung gibt es lediglich Schätzungen, die besagen, dass zwischen 30 % und 40 % 
der festmachenden Schiffe die Möglichkeit von Landstrom nutzen.  
Gründe für die geringe Nutzung können sein: 
 Technische Probleme: Die Schiffe erfüllen nicht die gängige Landstromnorm und können fak-
tisch keinen Strom beziehen. Dies dürfte auf eine Vielzahl von Schiffen zutreffen. 
 Kurze Liegezeit: Einige Schiffe legen nur kurzzeitig an, um Wartezeiten vor dem Hafen Wes-
seling zu überbrücken. Für diesen Zeitraum erscheint der Aufwand, sich an das Stromnetz an-
zuschließen, unverhältnismäßig hoch. 
Bisher ist die RheinEnergie für Hotelschiffe entlang des Rheins südlich des Schokoladenmuseums 
(Steiger VIKING) und am Deutzer Hafen (Anlegestellen der RheinCargo) aktiv. Beide Installationen 
werden testweise betreiben und sollen im kommenden Jahr durch dauerhafte Installationen ersetzt 
werden. Konkrete Zahlen über die Auslastung liegen nicht vor, die Akzeptanz war bisher gut.  
Im Hafen Niehl sollen in den nächsten Wintermonaten mehr als 30 Hotelschiffe mit Strom versorgt 
werden. Die Schiffe liegen dort im sogenannten Winterquartier und benötigen Strom für die Arbeiten 
an Bord.

2 
 
Zu 2) Über die Möglichkeit zur kostenlosen Landstromnahme informiert die HGK auf ihrer Homepage. 
Das Angebot ist zurzeit für die Binnenschiffer kostenlos. Die Kosten werden von der Investorenge-
meinschaft des Rheinauhafens getragen.  
Zu 3) Die Ladeinfrastruktur wurde auf Basis der bestehenden technischen Normen entwickelt. Zudem 
wurde Wert auf einfache Bedienbarkeit gelegt. Aktuell können die Ladesäulen nach einmaliger Re-
gistrierung per SMS freigeschaltet werden. Zukünftig wird die Möglichkeit gegeben sein, die Säulen 
per App zu steuern. 
An weiteren Anlegestellen in Köln werden von der RheinEnergie im Laufe der nächsten Jahre suk-
zessive neue Möglichkeiten der Landstromnahme geschaffen. 
 
Zu 4) Der Hafen Köln-Mülheim unterliegt der Zuständigkeit der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung 
(WSV). In diesem Hafen befinden sich eine Werft und der Betriebshof des Wasser- und Schifffahrts-
amts Köln sowie eine Reihe von Liegeplätzen für Gefahrguttransporte. Im Hochwasserfall wird der 
Hafen als Schutzhafen genutzt. 
Der WSV hat in den vergangenen Monaten mehrere bauliche Maßnahmen durchgeführt, unter ande-
rem die Überarbeitung der Liegestellen und Neugestaltung der Rettungswege. Hierbei wurden auch 
Überlegungen im Hinblick auf eine Landstromversorgung angestellt. Aufgrund der Hochwassergefahr 
(Überflutung bereits bei ca. 6m Pegelstand) und dem Mangel an geeigneten Standorten für Land-
stromanschlüsse (die Schiffe machen an Dalben fest), wurden die Überlegungen eingestellt. 
Aus Sicht der RheinEnergie eignet sich der Mülheimer Hafen nicht für den Aufbau einer Landstrom-
versorgung. 
Aus der ersten Fortschreibung des Luftreinhalteplans Köln aus dem Jahr 2012 liegt eine Ursa-
chenanalyse der Überschreitungssituation vor. Für 12 Messpunkte wurden die prozentualen Anteile 
der Verursachergruppen sowie des regionalen Hintergrunds für Stickstoffdioxid (NO2) und Feinstaub 
(PM10) erstellt. Der Anteil des regionalen Hintergrunds liegt für Feinstaub in der Größenordnung von 
70 – 95 %. Für Stickstoffdioxid ist neben dem regionalen Hintergrund der lokale Kfz-Verkehr der 
Hauptverursacher. 
Für den Clevischen Ring kommt diese Analyse anhand der prozentual berechneten Beiträge der 
Verursachergruppen zu dem Ergebnis, dass der lokale Straßenverkehr den höchsten Anteil (48 %) 
des Gesamtwertes für die Stickstoffdioxidbelastung ausmacht. Ein weiterer großer Anteil ist mit 43 
% auf die regionale Hintergrundbelastung zurück zu führen. Auf Haushalte und Kleingewerbe entfällt 
lediglich ein Anteil von insgesamt 3%. Die Schifffahrt trägt nicht bedeutsam zur Stickoxid-Belastung 
am Hot Spot bei (unter 1 Prozent). 
Für Feinstaub kommt die Verursacheranalyse zu einem hohen Anteil des regionalen Hintergrundes 
(76 %), und dem lokalen Straßenverkehr (15 %) als Verursachergruppe mit dem zweithöchsten An-
teil. Der Anteil für Haushalte und Kleingewerbe liegt bei 3,5 %. Alle anderen Verursacher leisten nur 
geringfügige Beiträge an der Feinstaubbelastung. 
Eine Landstromversorgung des Mülheimer Hafens würde aufgrund des verhältnismäßig geringen 
Beitrags der Schifffahrt zur Luftschadstoffbelastung das Problem am Clevischen Ring nicht lösen. 
Zu 5) In Düsseldorf werden in 2018 an drei Steigern von den RheinWerken Landstromsäulen im Be-
reich der „Rheinterrassen“ aufgebaut. Längerfristige Erfahrungen liegen jedoch noch nicht vor. 
 
 
gez. Dr. Rau

Beratungsverlauf (1)

07.12.2017 Ausschuss Klima, Umwelt und Grün
TOP 1.2.1 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

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Details

Aktenzeichen
3675/2017
Typ
Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
Datum
30.11.2017
Erstellt
24.11.2017 15:30