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A-R/0048/2022

Wohlige Wärme aus der Tiefe – unerschöpflich und klimaneutral - Münster wird Stadt der Tiefen Geothermie

Antrag an den Rat 30.09.2022

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Antrag an den Rat Nr. A-R/0048/2022 
 
 
 
RATSANTRAG 
 
Münster, den 30. September 2022 
 
Wohlige Wärme aus der Tiefe – unerschöpflich und klimaneutral 
Münster wird Stadt der Tiefen Geothermie 
 
Klimafreundliche Wärmeerzeugung ist ein wesentlicher Baustein zur Erreichung der Klimaneutralität 
in Münster. Tiefe Geothermie ist eine unendlich verfügbare, klimaneutrale Energiequelle deren loka-
les Potenzial für Münster untersucht und möglichst genutzt werden soll. Die Tiefe Geothermie kann 
Wärme für Münster unabhängig von fossilen oder importierten Energieträgern liefern. 
 Um dieses Ziel bis 2030 zu erreichen, beschließt der Rat der Stadt Münster: 
1. Geeignete Zielhorizonte (geologische Schichten oder Aquifere) für Tiefenbohrungen zur Nutzung 
der Geothermie werden durch Untersuchung mittels 3D-Seismik genauer verifiziert. Grundlage für 
die geplante 3D-Seismik ist u.a. die vom Land im Jahr 2021 durchgeführte 2D-Seismik Münsterland. 
Die erforderlichen finanziellen und personellen Mittel (ca. 4 Mio. EUR) werden im Konzern Stadt 
Münster bereitgestellt und die Seismik von den Stadtwerken geplant, durchgeführt und bewertet.  
2. Die Ergebnisse der ergänzenden 3D-Seismik bilden die Grundlage für die Erstellung eines ein um-
fassendes Nutzungskonzept der Tiefen Geothermie durch die Stadtwerke Münster. Im Falle positiver 
Ergebnisse sollten Stadtteile mit bereits bestehenden Fernwärmenetzen, ebenso wie große neue 
Baugebiete mit Anbindung an das Fernwärmenetz, künftig dahingehend geprüft werden, ob Wärme 
aus Tiefer Geothermie eingespeist und genutzt werden kann. Ein erstes Ziel ist, diese Technologie bis 
2030 in einem Pilotprojekt zur Wärmeversorgung nutzen zu können.  
3. Die Stadtwerke Münster besitzen für einen Großteil des Stadtgebietes der Stadt Münster die berg-
rechtliche Erlaubnis und damit als Einzige das Recht zur gewerblichen Nutzung des Bodenschatzes 
Erdwärme. Daher sollen die Stadtwerke die erforderlichen Investitionen und die Betriebskosten der 
dauerhaften Wärmegewinnung aus Tiefer Geothermie abschätzen, ggf. sind personelle und finanzi-
elle Mittel für den Stadtkonzern zu benennen, Fördermittel zu erkunden und rechtzeitig Fördermit-
telanträge zu stellen. 
4. Die Stadtverwaltung/Stadtwerke Münster werden beauftragt, weiterhin begleitend zur Entwick-
lung der Tiefen Geothermie die Bürgerschaft über die Chancen, Risiken und Möglichkeiten dieser na-
türlichen Wärmequelle zu informieren.

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Begründung: 
Die Tiefe Geothermie ist eine regenerative Energiequelle, die grundlastfähig und saisonal unabhängig 
ist. Durch diese besonderen Eigenschaften und die hohe spezifische Leistung pro Bohrdublette eignet 
sich die Technologie hervorragend zur Nutzung für die leitungsgebundenen Wärmeversorgung von 
Fern- und Arealwärmenetzen. Im Gegensatz zur fossilen Wärmeversorgung sind für diese Technolo-
gie hohe Investitionskosten und niedrige Betriebskosten spezifisch. Bei entsprechendem Vorkommen 
können für die künftige Wärmeversorgung durch die Tiefe Geothermie attraktive Wärmegestehungs-
kosten für die angeschlossenen Kunden realisiert werden.   
Die Stadtwerke Münster besitzen seit Januar 2021 die bergrechtliche Erlaubnis für Nutzung der Res-
source Erdwärme. Grundsätzlich sind den Anforderungen und Verfahren nach Bundesberggesetz 
Folge zu leisten. Die bergrechtliche Erlaubnis überdeckt eine Fläche von rund 180 km² im Stadtgebiet 
Münsters.  
Tiefe Geothermie ist eine klimaneutrale Art der Wärmegewinnung. Bei der Tiefen Geothermie wird 
die im Thermalwasser enthaltene Wärmeenergie genutzt, indem ein Teil des Thermalwassers an die 
Erdoberfläche gefördert, die Wärme ausgekoppelt und das Thermalwasser anschließend wieder in 
die Quellregion zurückgefördert wird. Es handelt sich um einen geschlossenen Stoffkreislauf. Diese 
Energiequelle ist CO2-neutral und unerschöpflich. In Kombination mit regional erzeugter elektrischer 
Energie ist die Tiefe Geothermie unabhängig und deren Wortschöpfung komplett lokal.   
Bislang wird die Tiefe Geothermie in Deutschland nur vergleichsweise wenig angewendet, wobei sich 
aktuell eine signifikante Anzahl von Projekten zur großtechnischen Nutzung der Geothermie in der 
Entwicklung bzw. in der Umsetzung befindet. Die meisten Anlagen stehen in Bayern, da dort die geo-
logischen Voraussetzungen zur Gewinnung dieser erneuerbaren Wärmequelle verhältnismäßig sehr 
gut sind und seit mehr als 20 Jahren die Forschungen zur Nutzung vorangetrieben werden. Aber auch 
das Münsterland hat voraussichtlich gute Voraussetzungen für Tiefe Geothermie. Um das konkrete 
Potenzial der Tiefen Geothermie für Münster weiter zu verifizieren, wurden deshalb kürzlich erste 
seismische Analysen des Untergrundes, beauftragt durch das Land NRW, vorgenommen.  
Die Ergebnisse sind ermutigend: In drei verschieden tiefen Horizonten, in etwa 1.500, 4.500 und 
5.000 Meter Tiefe, wurden Kalksteininformationen identifiziert, die für Tiefe Geothermie geeignet 
erscheinen. Die Ergebnisse der Landesseismik weisen jedoch auch eine unerwartete Komplexität und 
lokale Unterschiedlichkeiten des Untergrundes auf, die eine detailliertere Untersuchung des Unter-
grundes erfordern, um die Aussicht auf eine erfolgreiche Weiterführung von Tiefen Geothermie Pro-
jekten zu verbessern. Deshalb ist es von großer Bedeutung mittels ergänzender 3D-Seismik weitere 
geologische Informationen zu gewinnen. Hierfür werden Finanzmittel in Höhe von ca. 4 Mio. EUR be-
nötigt.  
Mit dem Vorliegen belastbarer geologischer Informationen wird die Planung von Tiefenbohrungen 
vorangetrieben. Vor den eigentlichen Produktionsbohrungen werden Erkundungsbohrungen projek-
tiert. Erkundungsbohrungen sind erforderlich, um zu erkennen, ob Thermalwasser in der für eine 
technische Nutzung erforderlichen Menge vorgefunden wird („Fündigkeit”). Bereits das Abteufen von 
Erkundungsbohrungen erfordert einen hohen planerischen, genehmigungsrechtlichen, technischen 
und personellen Aufwand. Für die Bohrung sind geeignete Flächen zu akquirieren und der Einfluss 
auf die Umgebung vor und während der Bohraktivitäten zu bewerten und entsprechend zu kommu-
nizieren. Nach den Bohraktivitäten kann ein Teil des Bau- bzw. Bohrplatzes einer anderen Nutzung 
zugeführt werden. Je nach Teufe der Bohrungen sind Bohrplatzflächen von 5.000 bis 10.000m² erfor-
derlich.

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Für die technische Nutzung der Tiefen Geothermie sind i.d.R. zwei Bohrungen erforderlich. Aus der 
ersten Bohrung wird das Thermalwasser entnommen, der zweiten Bohrung das Thermalwasser wie-
der zugeführt, sodass ein geschlossener Kreislauf entsteht. Je nach Vorliegen der geologischen Vo-
raussetzungen könnten die beiden Bohrungen vom selben Bohrplatz abgeteuft werden. 
Geothermie in NRW: - bevorzugte Regionen: 
https://www.georesources.net/cms.php/de/archive/10091/waerme-aus-tiefengeothermie-fuer-nrw-
kommunen-und-unternehmen-wollen-erdwaerme-nutzbar-machen 
 
Wichtiges Detailwissen über Geothermie in NRW: 
https://www.gd.nrw.de/ew_tg.htm 
 
Geothermie einfach erklärt 
https://www.quarks.de/technik/energie/geothermie-unendliche-waerme-aus-der-tiefe/ 
 
 
Gez. Stefan Weber und Fraktion

Beratungsverlauf (1)

26.10.2022 Rat
TOP 43.3 Antrag Entscheidung

Beschluss: verwiesen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
A-R/0048/2022
Typ
Antrag an den Rat
Datum
30.09.2022
Erstellt
30.09.2022 14:36