AN/0772/2021
Benennung einer Straße im Stadtteil Nippes nach den Eheleuten Safarowsky
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Antrag nach § 3 (SPD BV5)
4089 Zeichen
Frau Bezirksbürgermeisterin Dr. Diana Siebert Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker Eingang bei der Bezirksbürgermeisterin: 14.04.2021 AN/0772/2021 Antrag gem. § 3 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Bezirksvertretung 5 (Nippes) 29.04.2021 Benennung einer Straße im Stadtteil Nippes nach den Eheleuten Safarowsky - Antrag der SPD - Sehr geehrte Frau Bezirksbürgermeisterin, sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, Die Bezirksvertretung Nippes möge beschließen: Die Bezirksvertretung Nippes bittet die Verwaltung zu prüfen, ob die Verbindungsstraße zwischen der Mauenheimer Straße und zur Tauentzienstraße durch das „Nippeser Tälchen“ nach den Ehe- leuten Safarowsky benannt und „Safarowskyweg“ heißen kann. Begründung: Rudolf Safarowsky, 1903 geboren, und seine spätere Ehefrau Rosa Reiff, 1914 geboren, waren als Mitglieder der KPD kommunal, regional und international tätig. Rudolf Safarowsky war von 1929 bis 1932 Kölner Stadtverordneter und über Nippes hinaus bekannt. Rosa Reiff engagierte sich in der Revolutionären Gewerkschaftsorganisation (RGO) und leitete dort die Hausfrauengrup- pe. Sie verfasste und verteilte Flugblätter und dolmetschte z.B. auf dem „Antifaschistischen Arbei- terkongress“ Pfingsten im April 1933 in Paris. Im Jahr 1932 lernt sie ihren späteren Ehemann ken- nen. Gemeinsam leisten sie aktiven Widerstand gegen die immer mächtiger werdenden National- sozialisten. - 2 - Sie wird 1933 angeklagt wegen Landfriedensbruchs, später noch wegen Hochverrats, und zu einer Zuchthausstrafe verurteilt. Nach ihrer Entlassung heiratet sie 1936 Rudolf Safarowsky. 1937 wird ihr gemeinsamer Sohn geboren. Die Familie wohnt in der Thüringer Straße 3. Aufgrund seiner Be- kanntheit muss Rudolf 1933 im Untergrund leben, wird aber schon bald von der Gestapo verhaftet. Es folgen mehrere Haftzeiten in unterschiedlichen Gefängnissen, schließlich wird er ins KZ Ester- wege deportiert, von wo er 1936 als kranker Mann entlassen wird. 1939 wird er erneut verhaftet und ins KZ Oranienburg eingeliefert. 1941 wieder entlassen lebt von da an in der Illegalität. Re- gelmäßig trifft sich Rosa heimlich mit ihrem Mann. So auch am 17. März 1943 in einem Haus „Vor den Siebenburgen“. Als die beiden aus dem Haus herauskommen, wird Rudolf vor den Augen sei- ner Frau von zwei Gestapo-Leuten auf offener Straße erschossen. Nach der Ermordung ihres Ehemanns wird Rosa als Zeugin der Mordtat wieder verhaftet und ins KZ Ravensbrück, später ins KZ Sachsenhausen deportiert. Dort kommt sie bei einem Fliegerangriff am 12. März 1945 ums Leben. Verwandte nehmen sich des verwaisten Sohnes an. Nach einem langen Kampf des Sohnes wird am 23. Oktober 1956 das Urteil in den Strafsachen gegen seine Mutter und am 15. Mai 1958 ge- gen seinen Vater aufgehoben, weil „die Taten...aus Gegnerschaft zum Nationalsozialismus began- gen worden sind.“ Der Sohn erhält für den Verlust seiner Eltern eine kleine Entschädigung. Zwar wurden für das Ehepaar bereits Stolpersteine verlegt. Aber man sollte den Kämpfer:innen gegen den Nationalsozialismus ein größeres Zeichen entgegen bringen. Daher soll die die Verbin- dungsstraße von der Mauenheimer Straße zur Tauentzienstraße durch das „Nippeser Tälchen“ nach dem Ehepaar Safarowsky benannt werden. Die Straße/der Weg ist ein offizieller Weg, aller- dings ohne Anwohner. Der ansässige KFZ- Reparaturbetrieb hat die Anschrift an der Mauenhei- mer Straße. Andere Anwohner gibt es nicht. Daher wäre die Umbenennung ohne größeren finan- ziellen oder verwaltungstechnischen Aufwand möglich. Quelle: Das Archiv für Stadtteilgeschichte veröffentlichte 1997 das Buch „...de Fahn erus! Köln- Nippes im Nationalsozialismus“. Durch die enge Zusammenarbeit mit dem damaligen Leiter des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln Prof. Dr. Horst Mazerath führten unsere Recherchen u.a. in das Nordrhein-Westfälische Hauptstaatsarchiv Düsseldorf. In den Akten stießen wir auf die Namen Safarowsky und Reiff im Zusammenhang mit Köln-Nippes. gez. Maximilian Pinnen gez. Henning Meier
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungOrte (6)
- Mauenheimer Straße
- Tauentzienstraße
- Thüringer Straße 3
- Vor den Siebenburgen
- Nippeser Tälchen
- Straße 3
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Details
- Aktenzeichen
- AN/0772/2021
- Typ
- Antrag nach § 3 BV5 (SPD)
- Datum
- 15.04.2021
- Erstellt
- 15.04.2021 08:07