1650/2026
Dezernatsbericht 2025
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Mitteilung Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle V/V Vorlagen-Nummer 09.06.2026 1650/2026 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Soziales, Gesundheit, Seniorinnen und Senioren 11.06.2026 Dezernatsbericht 2025 Mit vorliegender Mitteilung stellt das Dezernat seinen „Dezernatsbericht 2025 Management – Strategie – Ergebnisse“ vor. Er informiert über Arbeitsergebnisse und zeigt Wirksamkeit ver- schiedener gesetzlicher und freiwilliger, vom Rat beschlossener Maßnahmen. Er dient der Verwaltung und der Politik zur Reflektion des Erreichten und unterstützt künftige Ziele und Strategien. Der Dezernatsbericht speist sich aus dem dezernatsspezifischen Controlling, in dem Projekte, Kennzahlen, Entwicklungsstände sowie Indikatoren der Prozesse kontinuierlich erhoben werden. Gez. Dr. Rau Anlage
Anlage 1 - Dezernatsbericht Dez V
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Dezernat für Soziales, Gesundheit und Wohnen Dezernatsbericht 2025 Management – Strategie – Ergebnisse Kontakt Dezernat für Soziales, Gesundheit und Wohnen Willy-Brandt-Platz 2 50679 Köln T: 0221 221-29000 sozialdezernat@stadt-koeln.de Dezernat für Soziales, Gesundheit und Wohnen Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Gestaltung Zentrale Dienste der Stadt Köln Bildnachweis Seite 12 : Stefan Wenz; Seite 20: Andreas Dobslaff; Seite 24: Jobcenter Köln 13-JH/046-26/Dez V/05.2026 3 Inhaltsverzeichnis Vorwort .................................................................................................................................................... 4 Dezernatsvision und Handlungsfelder ........................................................................................... 6 Unsere Ämter ......................................................................................................................................... 7 Stabsstelle Sozialplanung/Sozialberichterstattung.................................................................. 8 Amt für Soziales, Arbeit und Senioren .......................................................................................... 12 Gesundheitsamt ............................................................................................................................... 16 Amt für Wohnungswesen ................................................................................................................ 20 Jobcenter ........................................................................................................................................... 24 4 Vorwort Liebe Leser*innen, mit diesem Bericht stellt das Dezernat für Soziales, Gesundheit und Wohnen einige Themen vor, die uns im Jahr 2025 besonders bewegt haben. Der Bericht erscheint in einer Phase großer Veränderungen, die auch unser Dezernat betrifft, das es in seiner jetzigen Ausrichtung nur noch bis Ende 2028 geben wird. Umso wichtiger ist es, auf die vielfältigen Zuständigkeiten des Dezernats Schlaglichter zu werfen. Sie betreffen Menschen Kölns in unter- schiedlichen Lebenssituationen, in denen sie Hilfe, Beratung und Begleitung suchen und benötigen. Diese Hilfen können gesetzlich geregelte Geldleistungen, Behandlungs- und Beratungsangebote und vieles mehr beinhalten. Viele von der Stadt organisierte, finanzierte oder bezuschusste Leistungen werden von Vereinen, der freien Wohlfahrtspflege oder anderen Institutionen erbracht. Das Prinzip der Subsidiarität ist dabei für uns leitend: Die Stadt oder der Staat halten nur dort eigene Leistungen vor oder erbringen diese, wenn dies kein anderer Akteur übernimmt. Unser Zusammenwirken mit vielen einzelnen Menschen, Organisationen und Institutionen zur Hilfeerbringung gegenüber einzelnen Menschen ist deshalb ein wesentliches Merkmal unserer Arbeit. Die von uns verantworteten Gesamtausgaben in Höhe von rund 1,6 Milliarden Euro sind rund 25 Prozent der Gesamtausgaben unserer Stadt. Im Blick auf die Folgejahre wird deutlich, dass uns die zurückgehenden Geldmittel vor immer größere Herausforderungen stellen werden. Uns, die gesamte Stadtgesellschaft. In Zeiten, in denen unsere finanziellen und damit personellen Spielräume immer kleiner werden, ist es notwendig, dass wir Verwaltungsabläufe noch viel schneller verschlanken, auto- matisieren und digitalisieren und damit für die Bürger*innen wie auch für uns in der Verwaltung vereinfachen. Ohne den Einsatz von künst licher Intelligenz wird es in Zukunft nicht möglich sein, einzelne wichtige Leistungen und Angebote aufrecht zu erhalten. Dafür werde ich bei Verwaltung und Politik noch intensiver als bis- her werben und bin froh, dass wir bei einzelnen Prozessen bereits erfolgreich sind und die Erfahrungen bei der Optimierung anderer Aufgaben verwenden können. Dr. Harald Rau Beigeordneter für Soziales, Gesundheit und Wohnen 5 Wie Sie in den Interviews mit unseren Amtsleitenden auf den nächsten Seiten lesen, haben wir uns schon seit längerem auf den Weg gemacht, uns mit allen Ämtern zukunftssicher aufzustellen. Im Berichtsjahr hat sich der Rat der Stadt neu zusammengefunden. Es ist eine gute Erfahrung, dass die jetzigen, wie auch schon die vor- ausgehenden Ratsfraktionen den sozialen- und Gesundheits themen sowie dem Wohnen einen sehr großen Stellenwert eingeräumt und viele Ratsbeschlüsse einmütig getroffen haben. Das untermauert, dass wir eine Stadt des gelebten Miteinanders gestalten, eine Stadt, in der wir füreinander da sind. Und es unterstützt unsere Dezernats- vision und erfolgreiches Gestalten in unseren Handlungsfeldern, die wir Ihnen in diesem Bericht vorstellen. Zur wirksamen und voraus- schauenden Steuerung unserer Aufgaben und Kernprozesse haben wir ein mit Kennzahlen arbeitendes Steuerungssystem aufgebaut und ständig weiterentwickelt. Ich bin den Mitarbeitenden des Dezernats, den Mitgliedern des Rats und der für uns zuständigen Ausschüsse, den mit uns kooperierenden Institutionen, den vielen Menschen, die sich ehren- amtlich engagieren und den vielen Akteur*innen der Stadtgesell- schaft sehr dankbar für das gute Miteinander und die gegenseitige Unterstützung. Ich freue mich, wenn Berichte, wie der vorliegende, Anregung und Kraft für die zukünftige Gestaltung unserer Stadt liefern und freue mich auf Ihr Mitmachen und über Ihre Wirkung in unserem sozialen Köln. Ihr Dr. Harald Rau Beigeordneter für Soziales, Gesundheit und Wohnen alle Menschen in einer Wohnung wohnen können, auch obdachlose Menschen und Menschen, die als Geflüchtete nach Köln kommen, und dafür, dass bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung steht. Gesundheits gerechtigkeit besteht, also das Gesund- heitswesen sowohl in Krisen- als auch in „normalen“ Zeiten auch für Menschen in besonderen Lebens situationen und mit geringerem Bezug zu Gesundheitsthemen und -dienst leistungen zur Verfügung steht und eine hohe fachliche Qualität und die gesetzlichen Bedingungen erfüllt. Stadtteile und Quartiere, in denen eine gute Entwicklung der Lebensqualität ihrer Menschen eingeschränkt ist, besondere Maßnahmen und Unterstützungsleistungen erfahren. der soziale Zusammenhalt in unserer Stadtgesellschaft gestärkt wird. Menschen bezahlte, sozial- versicherungspflichtige und gute Arbeit haben und sich hierin weiterentwickeln können. Menschen in besonderen Lebenslagen in ihrem Unterstützungsbedarf Hilfe erfahren und sie die gesetzlich vorge sehenen und darüber hinaus vom Rat der Stadt Köln beschlossenen Hilfen erhalten. Menschen an allen wesentlichen Aspekten unseres Lebens teilhaben können und daran, vorhandene Barrieren zu senken. Dezernatsvision und Handlungsfelder Wir arbeiten dafür, dass 6 Stabsstelle Sozialplanung/Sozialberichterstattung→ Amt für Soziales, Arbeit und Senioren → Gesundheitsamt → Amt für Wohnungswesen→ Jobcenter → 7 Unsere Ämter 8 Stabsstelle Sozialplanung Sozialberichterstattung Warum braucht das Dezernat eine eigene Stabsstelle „Sozialplanung/Sozialberichterstattung“? Wir analysieren die soziale Lage der Kölner*innen und beraten den Beigeordneten bei der konsequenten Ausrichtung an der Vision und den strategischen Zielen unseres Dezernats. Auf Grundlage unserer Analysen können Ämter und Dienststellen ihre Angebote fort laufend überprüfen, weiterentwickeln und bei Bedarf gezielt nachsteuern. Seit dem vergangenen Jahr nutzen wir ein Steuerungs-Cockpit, das einen transparenten Überblick unserer Ziele und Ergebnisse ermöglicht. Dabei geht es um mittelfristige aber auch um kurzfristige operative Steuerung. Entscheidend ist eine integrierte, ganzheitliche Betrachtung. Was bedeutet das konkret? Dass wir alle Problemlagen der Bürger*innen im Blick haben. Diese sind ja komplex und verändern sich im Laufe des Lebens. Wenn wir beispielsweise auf die Einkommensentwicklung der 35- bis 65 -jährigen Bevölkerung heute schauen, gibt uns das Hinweise auf die Einkommenssituation dieser Menschen als Senior*innen morgen. Unsere Aufgabe ist es, Angebote weiter zu entwickeln oder anzu- passen, die gesundheitliche, soziale und berufliche Teilhabe fördern. Übrigens erfüllen wir mit unseren Aufgaben zum allergrößten Teil gesetzliche Pflichten. Aber in der Umsetzung haben wir Spielraum. Auch dafür ist eine übergeordnete Perspektive wichtig. Ein Beispiel bitte. Beispiel Hilfe zur Pflege. Der gesetzliche Grundsatz hier lautet „ambulant vor stationär“ . Das wünscht sich nicht nur der Gesetz- geber, sondern wir Bürger*innen wollen das auch: am liebsten so lange wie möglich zu Hause leben. Und ambulante Leistungen sind häufig wesentlich günstiger als stationäre. Um dem gerecht zu werden, beraten wir und geförderte Träger ältere Menschen dabei, möglichst lange in den eigenen vier Wänden zu bleiben. Ein weiteres Beispiel ist die Versorgung von wohnungs- und obdach- losen Menschen. Wir sind nach dem Ordnungsbehördengesetz verpflichtet, obdachlose Personen unterzubringen. Aber unser Günter Schlanstedt Leiter Stabsstelle Sozialplanung/ Sozialberichterstattung Interview mit Günter Schlanstedt 9 Kampf gegen Wohnungslosigkeit verfolgt ja ein langfristiges Ziel, bis 2030 Wohnungslosigkeit zu beseitigen. Und das schaffen wir nur mit einem ganzheitlichen Ansatz. Einen Überblick, in dem solche Zusammenhänge deutlich werden, wollen wir 2026 mit dem 2. Lebenslagenbericht bieten. Was ist das Besondere an dieser Analyse? Sie liefert gleichwohl eine gesamtstädtische, eine kleinräumige und eine integrierte Betrachtung der Lebenssituation der Kölner*innen. Diese Studie, die das Kölner Institut für Sozialforschung und Gesell- schaftspolitik für uns erstellt, gibt uns unter anderem Aufschluss über Alter, Bildungstand, Bildungsdurchlässigkeit, Gesundheit, Beschäftigung. Hier werden Entwicklungen und gegebenenfalls Handlungs bedarfe deutlich, die wir mit unseren Partner*innen umsetzen möchten. Ein konkretes Projekt ist die „Gesundheits- region Köln Nord“ , das wir aktuell aus Fördermitteln des Landes aufbauen und mit dem wir die Versorgungsstruktur in Chorweiler und Nippes stärken werden. Unsere Aufgaben • Analyse der Lebenslagen der Kölner Bevölkerung • Bewertung der Entwicklungen nach Alters- und Bevölkerungsgruppen • integrierte Planung und Steuerung von Unterstützungs- leistungen für die Bevölkerung • kooperatives Fördermanagement von Angeboten freier Träger • kleinräumige Planung und Vernetzung von Angeboten in den 15 Sozialraumgebieten der Stadt 9 Mitarbeitende 8,5 Vollzeitäquivalente 10 Zahlen – Daten – Fakten Ziele und Strategien Auf der Grundlage des 1. Kölner Lebens- lagenbericht aus dem Jahr 2020 hat die Stabsstelle Sozialplanung/ Sozialberichterstattung die Ziele und die Heraus forderungen für die strategische Sozialplanung entwickelt. Darin sind insgesamt 11 Herausforderungen in den 15 Sozialraumgebieten der Stadt identifiziert worden: der demographische Wandel, Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, Bildungsgerechtigkeit, beruf- liche Chancen, Familien- und Kinderarmut, Teilhabechancen von Menschen mit inter- nationaler Familiengeschichte, Inklusion, Lebenslagen älterer, insbesondere armuts- gefährdeter Menschen, gesellschaftliche und politische Einbindung, bedarfsgerechte Wohnangebote zur Verbesserung der Lebensbedingungen und der Teilhabe- chancen. Für diese Herausforderungen wurden die Ziele der Stadt beschrieben und – sofern verfügbar – Indikatoren benannt, mit deren Hilfe die Entwicklungen bewertet werden können. So soll beispielsweise die Kindergesundheit verbessert werden. Hinweise auf den Bedarf gibt der Anteil der Kinder mit Mindestüber- gewicht, der bei den Schuleingangsunter- suchungen erhoben wird. Im Jahr 2018 waren 11 % der untersuchten Kinder mindestens übergewichtig, in den Sozial- raumgebieten sogar 15,8 %. Ziel war es, diesen Anteil bis 2030 zu verringern, was in den Sozialraumgebieten gelungen ist: Dort lag er im Jahr 2023 bei 13,6 %. Ein anderes Ziel ist die Steigerung der Wahlbeteiligung in den Sozialraumgebieten. Diese lag deutlich unter der anderer Stadt- teile und konnte im Jahr 2025 deutlich gesteigert werden. Kleinräumige Sozialplanung – Verbesserung der Lebensbedingungen in den 15 Sozialraumgebieten Mit dem städtischen Programm „Lebenswerte Veedel – Bürger*innen und Sozialraumorientierung in Köln“ arbeitet die Stadt an der Verbesserung der Lebenslagen und Teilhabechancen der Bewohner*innen von 15 besonders herausgeforderten Sozialraumgebieten. Diese sind über das Stadtgebiet verteilt. In diesen Sozialraumgebieten wird mit kleinräumigen Analysen von sozialstatistischen Daten und unter Beteiligung der Bewohner*innen an Verbesserungen der Lebensbedingungen gearbeitet. Beispiele für Projekte sind die Verbesserung der Kinder- und Jugendgesundheit (2021 bis 2026) sowie die Demokratieförderprojekte, die von den Sozialraumkoordinator*innen umgesetzt wurden. Soziale Infrastruktur Insbesondere für die Sozialraumgebiete und für spezielle Zielgruppen wurde eine Web- site mit allen Angeboten und Einrichtungen erstellt, die hier durchsucht werden kann: https:/ /so-in.stadt-koeln.de/in.koeln 11 KÖLN Höhenhaus/ Dünnwald Buchheim/ Holweide Mülheim-Nord/ Keupstr. Buchforst/ Mülheim Blumenberg/ Chorweiler/ Seeberg-Nord Humboldt/ Gremberg Bocklemünd/ Mengenich Bickendorf/ Ossendorf Bilder- stöckchen Kalk Ostheim/ Neubrück Höhenberg/ Vingst Porz-Mitte/ Urbach Meschenich/ Rondorf Porz-Ost/ Finkenberg/ Gremberghoven/ Eil Programm „Lebenswerte Veedel“ © Stadt Köln – Amt 23, RVR (dl-de/by-2-0), ALKIS/ATKIS NRW (dl-de/zero-2-0), OSM (ODbL), 2025 KT020-IN 12 Amt für Soziales, Arbeit und Senioren Der demografische Wandel schreitet stetig voran. Welche Auswirkungen hat er auf das Kölner Sozialamt? Der demografische Wandel zeigt sich nicht nur darin, dass mehr Menschen zu uns kommen, die Leistungen beantragen, zum Beispiel für Grundsicherung im Alter, Pflegeleistungen oder Eingliederungs- hilfe, um nur einige zu nennen, sondern auch darin, dass in den nächsten Jahren viele erfahrene Kolleg*innen in den Ruhestand gehen werden. Hinzu kommt, dass die Problemlagen unserer Kund*innen komplexer werden. Die Menschen kämpfen mit finanzieller Not, drohendem Wohnungsverlust, Pflegebedarf und Schwierigkeiten, eine Arbeit zu finden und zunehmenden psychischen Problemen. Die Menschen haben unterschiedliche Anliegen. Wie können Sie dem gerecht werden? Um die Daseinsvorsorge für die Menschen sicherstellen zu können, müssen wir unsere Arbeit konsequent an den Bedürfnissen unserer Kund*innen ausrichten und den Zugang zu unseren Leistungen so einfach wie möglich gestalten. Langfristiges Ziel ist es, dass wir eine rechtskreisübergreifende Beratung anbieten können. Ein Beispiel: Wenn wir in einem Gespräch mit einer Person erfahren, dass neben dem Bedarf an Sozialleistungen vielleicht ein Wohnungsverlust droht, eventuell verbunden mit einem Pflegebedarf, dann wollen wir dieser Person nicht einfach nur sagen, welche Dienststelle zuständig ist. Stattdessen möchten wir sie direkt und nahtlos an die richtigen Stellen übergeben. Haben Sie dafür die entsprechenden Ressourcen? Das ist eine riesengroße Herausforderung. Wir spüren den Fach- kräftemangel ja jetzt schon, wir haben einen angespannten Haushalt und in den nächsten Jahren gehen – wie schon gesagt – etliche langjährige Mitarbeitende in den Ruhestand. Wir arbeiten bereits daran, das unverzichtbare Knowhow unserer erfahrenen Kolleg*innen zu bewahren und den Wissenstransfer so gut wie möglich zu organisieren. Aber das reicht nicht. Wir müssen uns zukunftssicher aufstellen, um unsere Aufgaben bewältigen zu können. Ursula Hähner Leiterin Amt für Soziales, Arbeit und Senioren Interview mit Ursula Hähner 13 Wie könnte das in der Praxis aussehen? Wir werden Aufgabenbereiche zusammenlegen, um effektiver und flexibler zu werden. In unseren Außenstellen sind wir schon erste Schritte gegangen. Zukünftig wollen wir für alle Stadtteile unseren Leistungsbereich, also die Antragsbearbeitung, zentral steuern. Gleichzeitig sind wir, wie gewohnt, in den Veedeln für die Menschen da. Also kurz: Beratung und Antragsannahme vor Ort, Antrags bearbeitung zentral – im Backoffice, wenn man so will. Für unsere Bürger*innen in Mülheim und Kalk arbeiten wir bereits nach diesem Prinzip. Wir lernen dabei viel und das hilft uns für die weiteren Schritte. Bei all diesen Entwicklungen ist eine bürger*innen orientierte Digitalisierung ein unbedingt erforderlicher Baustein. Auch die nun geplante Sozialstaatsreform greift diese Überlegungen auf, um die Beantragung wie auch die Gewährung von Leistungen einfacher und verständlicher zu machen. Unsere Aufgaben • Wirtschaftliche Hilfen • strukturelle- und Einzelfallhilfen für Senior*innen und Menschen mit Behinderung • Bildung und Teilhabe/Kölnpass • Arbeitsmarktförderung • Bürgerhäuser und Bürgerzentren • Wohnungsnotfälle 922 Mitarbeitende 749 Vollzeitäquivalente 14 Zahlen – Daten – Fakten Sozialleistungen In 9 Außenstellen bewilligen rund 160 Mitarbeitende Sozialleistungen, wie Hilfe zum Lebensunterhalt, Grundsicherung für Personen über 65 Jahre sowie für Menschen mit Erwerbsminderung. Weitere wesentliche Leistungen sind Hilfen zur ambulanten und (teil-)stationären Pflege, Eingliederungshilfe, Asylbewerberleistungen und Unterhaltsvorschuss. Wohnen Ein drohender Wohnungsverlust ist für die Betroffenen eine psychisch extrem belastende Situation. Die Gründe können vielfältig sein. Überschuldung, psychische Probleme und Erkrankungen, Sucht erkrankungen oder Lebenskrisen aller Art. Wird ein Wohnungsverlust nicht verhindert und die Betroffenen haben keine Selbst hilfemöglichkeiten, droht Wohnungslosigkeit. Bei drohendem Wohnungsverlust versucht die Fachstelle Wohnen, die Wohnung zu erhalten und gegebenenfalls eine neue Wohnung zu vermitteln aus dem Wohnungsbestand, auf den die Stadt Köln Zugriff hat. Ein wichtiger Baustein ist die Prävention. Hier erfolgen zum Beispiel Mietrückstands- übernahmen, die Vermittlung von weiter- gehenden Hilfen, wie zum Beispiel die Schuldnerberatung, die Vermittlung von alternativem Wohnraum, wenn das Miet- verhältnis nicht gerettet werden konnte oder die Versorgung mit Notunterkünften, wenn kein alternativer Wohnraum angeboten werden konnte. Im Jahr 2025 konnte die Abteilung für Wohnungsnotfälle 477 Wohnungen für 1.049 Personen neu vermitteln. Die Leistung der Prävention hat eine hohe Wirksamkeit. Das zeigt zum Beispiel die sinkende Zahl der tatsächlichen Räumungen bei stetig wachsender Klagebereitschaft der Vermietenden (siehe Tabelle auf Seite 15). 0 3.000 6.000 9.000 12.000 15.000 18.000 21.000 24.000 27.000 7.548 4.011 23.880 Personen, die Leistungen zur vollstationären Pflege beziehen Jahresdurchschnitt Asylbewerberleistungsempfänger*innen Jahresdurchschnitt SGBXII-Leistungsempfänger*innen (Grundsicherung im Alter) Jahresdurchschnitt 2020 0 3.000 6.000 9.000 12.000 15.000 18.000 21.000 24.000 27.000 4.482 3.894 25.811 2025 15 Pflege Zukunft Pflege Köln Innerhalb des Programms „Zukunft Pflege Köln“ entwickeln wir gemeinsam Maß nahmen gegen den Pflegenotstand. Dies tun wir in mehreren Handlungsfeldern und mit unterschiedlichen Projekten. Hier konzentrieren wir uns jeweils auf die Bereiche, die für eine funktionierende Pflegeinfrastruktur notwendig sind: Fachkräfte, Flächen und Immobilien, Innovation. Im Handlungsfeld Flächen und Immobilien arbeiten wir mit anderen Dezernaten zusammen. Wichtig ist uns, dass die quartiersbezogenen Angebote die ambulante, teilstationäre oder voll stationäre Pflege unterstützen mit dem Ziel, dass sich der Eintritt der Pflegebedürftigkeit verzögert. Ein wichtiges Ergebnis ist, dass der Rat der Stadt Köln im Frühjahr 2024 beschlossen hat, dass bei Großprojekten mit mindestens 500 Wohneinheiten eine stationäre Pflege- einrichtung zu planen und umzusetzen ist. ProServicePflege Das Projekt ProServicePflege hat das Ziel, die Beratung und Beantragung von Leistungen für die „Hilfe zur Pflege in Einrichtungen“ mit Blick auf die Bürgerfreundlichkeit, als beschleunigtes und digitales Verfahren (Bearbeitungsstand des Antrags) zu optimieren. Der besondere Fokus liegt hierbei auf Beratung, Digitalisierung und Transparenz. Einzelne Prozessschritte im Verfahren werden schrittweise automatisiert und KI-unterstützt digitalisiert, wo es sinnvoll und möglich ist. Durch mehr Transparenz wird die Zufriedenheit bei den Bürger*innen, den Mitarbeitenden und den Trägern erhöht. Ein beschleunigtes Antrags verfahren soll die finanzielle Handlungsfähigkeit der Leistungs erbringer bewahren und damit zum Erhalt und Ausbau der Einrichtungsträger beitragen. Unsere Sozialverwaltung erprobt derzeit gemeinsam mit der Diakonie Michaels- hoven und dem Startup „myo“ den Einsatz und die Wirkung von agentischer KI. Dieses Projekt hat das Bundes ministerium für Digitales und Staatsmodernisierung als eines von insgesamt 18 Projekten von 600 Bewerber*innen für den „Agentic AI Hub“ ausgewählt. 2022 2023 2024 2025 Entwicklung in % Klagen 1.038 1.195 1.292 1.331 plus 24 Räumungstermine 1.454 1.267 1.299 1.197 minus 11 dauert aktuell4 Monate die Bearbeitungsdauer von Anträge auf vollstationäre Hilfen 16 Gesundheitsamt Das Kölner Gesundheitsamt befindet sich mitten in einem Change-Prozess. Mit welchem Ziel? Wir wollen unser Gesundheitsamt zukunftssicher aufstellen. Eine gesundheitliche Chancengleichheit ist uns ein hohes Anliegen. Das Kerngeschäft des Öffentlichen Gesundheitsdienstes ist die Stärkung der Prävention, der Gesundheitsschutz und der Blick auf vulnerable Gruppen in unserer Stadtgesellschaft. Unsere Ressourcen werden wir so einsetzen, dass wir die Gesundheit der Bürger*innen fördern und schützen können. Die Herausforderung besteht darin, bei reduzierten Ressourcen, schwieriger Haushaltslage und Fach- kräftemangel Änderungen in den Prozessen so zu gestalten, dass wir gleichwohl die Bürger*innen und die Mitarbeitenden mitnehmen. Wie kann das gelingen? Durch Priorisierung, hoch qualifiziertes Personal und modernes Management, das wir kontinuierlich verbessern. Pandemie planung und Krisenmanagement, Änderungen in der Gesundheit der Bevölkerung, z.B. seelische Belastungen, Medien und Veränderungen in der Gesundheitskompetenz brauchen eine stetige Datenanalyse und strategisches Controlling. So können wir permanent Ent- wicklungen nachvollziehen, Wechselwirkungen zwischen externen Einflüssen feststellen und Angebote und Gesundheitsstrukturen zielgerichteter steuern. Gibt es schon spürbare Verbesserungen für die Bürger*innen? Ja, Beispiele dafür gibt es in der Digitalisierung von Prozessen und Angeboten: die digitale Teilnahme an unseren Belehrungen, die elektronische Terminvergabe für die Sprechstunde zu sexuell über- tragbaren Krankheiten, die Kommunikation bei meldepflichtigen Infektionserkrankungen oder eine app-basierte Indoor-Navigation in unserem Amt. Unsere digitalen Angebote wollen wir natürlich ausweiten. Dabei behalten wir die Bedarfe der Bürger*innen im Blick. Nicht jede*r wünscht jede Dienstleistung digital. Wir haben viele Kund*innen, die das persönliche Gespräch vorziehen. Auch als öffentlicher Gesundheitsdienst mit digitalen Angeboten bleiben wir nah an der Bevölkerung. Dr. Margot Denfeld Leiterin Gesundheitsamt Interview mit Dr. Margot Denfeld 17 Auch der öffentliche Gesundheitsdienst hat mit Fachkräftemangel zu kämpfen. Das ist richtig und das geht soweit, dass wir Sorge haben, unsere Aufgaben nicht so weiter erfüllen zu können wie bisher. Das Gesundheitsamt muss für die vielfältigen medizinischen Professionen weiterhin inhaltlich wie finanziell im Vergleich zu anderen Gesundheitssektoren attraktiv bleiben. Aber es gibt auch positive Einwicklungen. Seit Ende 2025 können Medizinstudierende eine Station ihres Praktischen Jahres bei uns im Gesundheitsamt absolvieren und der öffentliche Gesundheitsdienst wird Teil der medizinischen Ausbildung. Über eine Brückenprofessur mit der Universität zu Köln gelangt frühzeitig das Wissen um Prävention, Gesundheitsschutz und die Bevölkerungsmedizin aus der Gesund- heitsamts-Praxis in diverse Studiengänge. Beides hilft dem Image des öffentlichen Gesundheitsdienstes und stärkt ihn als unverzicht- baren Teil der Versorgungsstruktur in unserer Stadt. Unsere Aufgaben • Gesundheitsplanung und -förderung • Medizinalwesen, amtsärztlicher Dienst • Infektions- und Umwelthygiene • Kinder- und Jugendgesundheitsdienst • Soziale Psychiatrie • Gesundheitshilfen 495 Mitarbeitende 441 Vollzeitäquivalente* * inklusive 86 befristet (ÖGD-Pakt) 18 keine Angabe/ungeklärt Sozialamt private Krankenversicherung keinen Versicherungsschutz gesetzliche Krankenversicherung Zahlen – Daten – Fakten Suchthilfe Die Stadt Köln Stadt Köln setzt mit dem Drogenhilfekonzept 2020 bereits gezielt auf den Ausbau niedrigschwelliger Angebote für Konsument*innen illegaler Substanzen. Das aufsuchende Sucht- clearing (ASC), Angebot der aufsuchenden Sozialarbeit und Kooperationsprojekt zwischen Stadt und Freier Wohlfahrts- pflege, wurde deutlich intensiviert. Eine Vermittlung erfolgt unter anderem in die Drogenkonsumräume der Stadt. Suchthilfezentrum Obwohl die Angebote Wirkung zeigen, ist eine Weiterentwicklung nötig geworden, weil sich die Situation um die offene Drogenszene in Köln in den vergangenen Monaten zugespitzt hat, was vor allem auf den stark zunehmenden Crack-Konsum zurückzuführen ist. Das erste Kölner Suchthilfezentrum soll im Perlengraben in der Innenstadt entstehen. Infos unter: https:/ /meinungfuer.koeln/ suchthilfezentrum-am-perlengraben Substitutionsambulanz Ziel der Substitutionsbehandlung, somit der Vergabe von Drogenersatzstoffen, ist primär die Sicherung des Überlebens sowie die gesundheitliche, psychische und soziale Stabilisierung der Patient*innen. Die Substitutionsambulanz hat eine Konsumvorgänge49.736 insgesamt von 1.205 Konsumierenden (178 weiblich, 1.021 männlich, 6 divers) in 2025 Patient*innen296 wurden behandelt, davon 236 männlich, 60 weiblich. Mindestkapazität von 280 Behand- lungsplätzen, davon bis zu 80 Plätze für Diamorphinbehandlung. 0,6 % 49,8 % 0,5 % 34,7 % 14,4 % Versicherungsschutz/Kostenträger der MMD-Patient*innen 2025 in Prozent (n = 1681) Mobiler Medizinischer Dienst Der Mobile Medizinische Dienst (MMD) des Gesundheitsamtes der Stadt Köln versorgt seit mehr als 30 Jahren wohnungslose und drogenabhängige Menschen in Köln. In 2025 hat das Team des MMD 1.681 Patient*innen behandelt. Insgesamt stieg die Zahl der Behandlungskontakte auf 9.956 (im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von rund 20 Prozent). 19 Fachdienst STI und sexuelle Gesundheit Zielgruppenspezifische Angebote ver- hindern nicht nur schwere Krankheits- verläufe, sondern leisten zugleich einen entscheidenden Beitrag zur Eindämmung von Infektionskrankheiten wie HIV, Hepatitis und Syphilis. Damit setzt die Stadt Köln ein starkes Zeichen für gesundheitliche Chancengleichheit und soziale Teilhabe. Behandlungskontakte1.900 gab es in der niedrigschwelligen STI-Sprechstunde Klima und Gesundheit Die Auswirkungen des Klimawandels auf die menschliche Gesundheit werden immer spürbarer. Hitze oder Starkniederschläge haben direkte Folgen, aber auch andere Risiken sind zu beobachten. So breiten sich zum Beispiel nicht-heimische, wärme- liebende Tiere hier aus, wie etwa die Tiger- mücke, die Krankheiten übertragen kann. Das Hitzetelefon klärt ratsuchende Bürger*innen zu Folgen und Vorsorgemaß- nahmen bei Hitze auf. Im Jahr 2025 nahmen 484 Bürger*innen das Angebot in Anspruch. Das Durchschnittsalter der Anrufer*innen lag bei 74 Jahren. Ein Schwerpunkt lag auf den gesundheit- lichen Belastungen durch UV-Strahlung. So wurden zum Beispiel in Kooperation mit der Uniklinik und anderen Partner*innen die Kölner Freibäder mit UV-Indextafeln ausgestattet. 0 200 400 600 800 1.000 1.200 1.400 1.600 97 1.420 185 2025 Beratungen Kinder- und jugendpsychiatrischer Dienst Erstellte Gutachten Schulfähigkeit Erstellte Gutachten Schulausschluss, Kurzbeschulung 0 200 400 600 800 1.000 1.200 1.400 1.600 49 381 80 2020 Kinder- und Jugendärztlicher Dienst Nach den Pandemiejahren zeigt sich im Kinder- und Jugendgesundheitsdienst eine deutliche Zunahme der Gutachtenaufträge nach § 43 (Überprüfung von ärztlichen Attesten/Schulfähigkeit) und § 54.3 (Kurz- beschulung/Schulausschluss) Schulgesetz NRW. Die Ursachen dafür sind vielfältig (zum Beispiel chronische Erkrankungen, psychosoziale Belastungsfaktoren). Nach der Corona-Zeit zeigt sich zudem eine Zunahme der Verhaltensauffälligkeiten, der psychosozialen Belastungen und der behandlungs bedürftigen kinder- und jugendpsychiatrischen Diagnosen. 20 Amt für Wohnungswesen Der Wohnungsmarkt in Köln ist sehr angespannt. Wie kann das Wohnungsamt gegensteuern? Mit allen unseren Abteilungen sind wir dafür da, die Situation in Köln zu verbessern. Wir bekämpfen Zweckentfremdung, wir sind die Bewilligungsbehörde für geförderten Wohnungsbau und ermöglichen mit Wohnberechtigungsscheinen den Zugang dazu. Die Wohngeldstelle unterstützt bei den Wohnkosten, wir versorgen Menschen mit Wohnraum, die es auf dem Wohnungsmarkt schwer haben, wir bringen Geflüchtete und von Obdachlosigkeit bedrohte Menschen unter. Die Zahl der städtisch untergebrachten Geflüchteten hat sich übrigens stabilisiert, wenn auch auf hohem Niveau. Das ist doch eine gute Nachricht. Natürlich ist es gut, dass wir uns mit den aktuellen Zugangszahlen nicht im Krisenmodus befinden, wie wir das zuletzt nach dem Über- fall Russlands auf die Ukraine erlebt haben. Zu dieser Zeit waren die damals vorgehaltenen Reserveplätze in kürzester Zeit belegt. Ich bin immer noch sehr froh, dass wir alle Geflüchteten versorgen konnten, ohne Turnhallen zu belegen. Allerdings leben in unseren Geflüchteten- unterkünften viele Menschen, die private Mietwohnungen benötigen, aber nicht finden. Das Gleiche gilt für Menschen in städtischer Unter- bringung zur Vermeidung von Obdachlosigkeit. Hier wollen wir die Zugänge zu Wohnraum verbessern und damit auch das städtische Unterbringungssystem entlasten. Aber auch dafür ist Wohnraum nötig. Ja, beim Thema „Wohnen“ müssen wir auch die Bedarfe wohnungs- loser Menschen intensiv in den Blick nehmen. Ein Baustein ist die Neufassung der Belegungsvereinbarung, die seit 2009 mit der Kölner Wohnungswirtschaft besteht. Aktuell regelt sie, dass allein Vermietende die Auswahl der Mieter*innen für öffentlich geförderte Wohnungen treffen. Gleichzeitig gibt es viele Menschen, die trotz hoher objektiver Dringlichkeit und Wohnberechtigungsschein keine Wohnung finden – und dann beispielsweise jahrelang in einer Geflüchtetenunterkunft verbleiben müssen. Um Haushalte mit besonders dringenden Wohnbedarfen künftig besser unterstützen zu können, arbeiten wir mit unseren Partnern der sozial-orientierten Wohnungswirtschaft an einer neuen Vereinbarung. Heike Kerscher Leiterin Amt für Wohnungs- wesen Interview mit Heike Kerscher 21 Wie könnte diese aussehen? Wir brauchen ein Kontingent an öffentlich geförderten Wohnungen, für das wir ein Benennungsrecht haben, sprich die Vorauswahl der Mietenden treffen. Wir bereiten uns intensiv auf diese Aufgabe vor, damit wir sie mit vorhandenem Personal stemmen können. Hier können wir auch künftig nicht auf die erforderlichen personellen Ressourcen verzichten. Den Vermietenden wollen wir einen reibungslosen Prozess garantieren. Ziel ist es, Wohnungssuchende, die auf dem angespannten Kölner Wohnungsmarkt besondere Unterstützung benötigen, mit passendem öffentlich geförderten Wohnraum versorgen zu können. Unsere Aufgaben • Wohngeld • Wohnraumförderung • Wohnungsaufsicht • Wohnberechtigungsschein und Wohnungsberatung • Wohnraumversorgung • Soziales und Innovatives Wohnen 531 Mitarbeitende 610 Vollzeitäquivalente* * inklusive gesperrter vakanter Stellen 22 Zahlen – Daten – Fakten Wohngeld Aufgrund der zum 1. Januar 2023 in Kraft getretenen Wohngeldreform und des damit einhergehenden deutlich gestiegenen Antragsvolumens von etwa 16.000 vor der Reform (2021) auf etwa 30.000 im Jahr 2025, ist es in der Wohngeldstelle in den letzten drei Jahren zu Arbeitsrück- ständen beziehungsweise verlängerten Bearbeitungs zeiten gekommen. Ende 2025 waren noch 7.934 Anträge zu bearbeiten und die durchschnittliche Bearbeitungsdauer betrug 3,70 Monate. Dabei konnten erfreulicherweise im Dezember 2025 50 Prozent der Bewilligungen innerhalb von 2 Monaten erledigt werden. Öffentlich geförderter Wohnungsbau Die Förderung des Mietwohnungsbaus trägt dazu bei, in Städten und Gemein- den mit hoher Wohnungsnachfrage und steigenden Wohnkosten ein Angebot an attraktiven Wohnungen zeitgemäßen Standards zu bezahlbaren Mieten zu sichern oder neu zu schaffen. Die Eigentumsförderung richtet sich an Haushalte, die aufgrund ihres Einkommens eine Förderung zur Bildung von Wohn- eigentum erhalten können. Sie steht als Förderziel neben dem geförderten Miet- wohnungsbau. Wohnungsunternehmen aller Größen sowie Einzeleigentümer*innen sind Adressat*innen der Förderangebote. Bewilligungen geförderter Wohnungsbau 2025* Mietwohnungsbau172 Studentenwohnen 41 Modernisierungsmaßnahmen154 Quartiersmaßnahmen365 Wohnungen für Menschen mit Behinderung52 Bindungserwerbe261 Bindungsverlängerungen21 Eigenheime (davon zwei Modernisierungen)9 *Wohneinheiten Geförderte Mietwohnungen (Neubau und Modernisierung) 2020 1.073 2021 1.254 2022 1.327 2023 531 2024 769 2025 1.075* *einschließlich Bindungs- erwerbe und -verlängerungen Kölner Haushalte15.658 bezogen im Jahr 2025 im Durch- schnitt Wohngeld. 2021 waren es 7.042 Für das Jahr 2025 wurden 1.075 Wohnein- heiten mit einem Gesamtvolumen von etwa 184 Millionen Euro gefördert. 23 Städtische Unterbringung Geflüchteter Die Gemeinden sind gemäß § 1 Flüchtlings- aufnahmegesetz NRW verpflichtet, die ihnen vom Land zugewiesenen Geflüchteten aufzu- nehmen und unterzubringen. Hierfür hält das Amt für Wohnungswesen beinahe 200 Unter- künfte vor. Hinzu kommen Geflüchtete, die in Köln unmittelbar eine Aufnahme erbitten. Sie werden nach einem vorübergehenden Auf- enthalt in einer städtischen Notunterkunft in eine Landesunterkunft weitergeleitet. Neubauprojekte Das Amt für Wohnungswesen errichtet regelmäßig auch eigene Neubauten für unterschiedliche Personengruppen. Anzahl untergebrachter Geflüchteter 2014 5.141 2020 6.176 2015 10.153 2021 5.764 2016 13.258 2022 10.839 2017 10.189 2023 10.427 2018 10.216 2024 9.327 2019 7.460 2025 9.224 Unterkünfte für geflüchtete Menschen Unterkünfte für obdachlose Menschen öffentlich geförderter Wohnungsbau in Vorplanung 4 1 Planungsbeschluss liegt vor 3 2 Baubeschluss liegt vor 1 2 3 in Bau 1 2 Objekte und197 25 Beherbergungsbetriebe für Geflüchtete mit insgesamt 10.414 Plätzen Objekte für Wohnungslose88 mit rund 1.500 Unterbringungsplätzen Bauvorhaben19 24 Jobcenter Zum 1. Juli 2026 kommt die neue Grundsicherung, als Nachfolge zum Bürgergeld. Im Vorfeld gab es hitzige Debatten in der Öffentlichkeit. Inwiefern spüren Sie diese öffentliche Diskussion im Kölner Jobcenter? Die Diskussion darüber, wer arbeiten will und kann und wer nicht, verunsichert unsere Kund*innen. Das spüren wir deutlich. Die letzte Reform ist erst dreieinhalb Jahre her. Das ist viel zu wenig Zeit, um bewerten zu können, was diese Gesetzesänderung gebracht hat. Aber entgegen allen Erwartungen hatten wir ein gutes Jahr 2025. Trotz Regierungswechsel, wirtschaftlicher Unsicherheit und ange- spanntem Arbeitsmarkt haben wir rund 16.200 Personen integriert. Wie haben Sie das erreicht? Wir haben uns vor allem auf die Aktivierung konzentriert und sehr viele Bewerber *innentage ausgerichtet in verschiedenen Formaten. Für unterschiedliche Zielgruppen und Branchen haben wir Arbeit- geber*innen und Kund*innen zusammengebracht. Dank der persönlichen Begegnungen haben Personen eine Beschäftigung gefunden, die besonders schwierige Voraussetzungen haben und auf dem Papier bei Personalabteilungen häufig durchs Raster fallen. Und Unternehmen können wir so unmittelbar über unsere Maß nahmen und Fördermöglichkeiten informieren. Das zeigt, wie wichtig der persönliche Austausch für eine erfolgreiche Vermittlung ist. Kann das Jobcenter die Beratung vor Ort denn weiterhin auf dem Niveau halten, auch wenn es ab 2027 deutlich weniger Standorte gibt? Auf jeden Fall. Wir werden im nächsten Jahr unsere Standorte von zehn auf zwei reduzieren. Mit diesem Projekt, das wir „Zukunfts- raum“ nennen, können wir unsere Prozesse noch effektiver gestalten und unseren Service verbessern. Übrigens haben die Mitglieder unseres Kund*innenbeirats die räumliche Konzentration sehr begrüßt und unterstützt. Für all unsere Kund*innen bleiben wir weiterhin sehr gut erreichbar. Gleichzeitig möchten wir mehr Menschen motivieren, unser digitales Angebot stärker zu nutzen. Sabine Mendez Geschäftsführerin Jobcenter Köln Im Interview mit Sabine Mendez 25 Wie kann das gelingen? Aktuell stellen 35 Prozent unserer Kund*innen ihren SGB-II-Neu- antrag digital. Bei Weiterbewilligungsanträgen liegt diese Zahl bei 26 Prozent. Um das zu steigern, tun wir viel und werben für unser Online-Portal. Alle Online-Angebote, wie zum Beispiel „Jobcenter- Digital“ oder die „Online-Terminvereinbarung“ sind auch über die Jobcenter-App zu erreichen. Um unsere Kund*innen fit für die Nutzung des Online-Portals zu machen, bieten wir beispielsweise über unsere „Online-Terminvereinbarung“ Beratungstermine explizit dazu an, wir machen Infoveranstaltungen und gehen für unsere junge Zielgruppe „U25“ in die Schulen. Unsere Aufgaben • Integration in den Arbeitsmarkt • finanzielle Sicherung des Lebensunterhalts • Beratung und Vermittlung. • Förderung von Maßnahmen zur beruflichen Qualifizierung und Weiterbildung 1.545 Mitarbeitende 1.457 Vollzeitäquivalente 26 Leistungsempfänger*innen Jede erfolgreiche Integration in Arbeit, jede überbrückte finanzielle Notlage und jede neue berufliche Perspektive entsteht durch das Zusammenspiel der Kund*innen und Mitarbeiter*innen, den regionalen Partner*innen – und nicht zuletzt durch das Engagement jedes Einzelnen. Rund 10 % aller Kölner Bürger*innen erhalten Leistungen nach dem SGBII, also Geld vom Jobcenter. Dazu gehören erwerbsfähige Leistungs berechtigte aber auch Kinder oder Menschen, die auf stockend zu ihrer Arbeit Leistungen beziehen, weil das Erwerbs einkommen nicht reicht. Zahlen – Daten – Fakten Bürgergeldempfänger*innen 2015 117.050 2016 116.383 2017 116.965 2018 114.497 2019 111.134 2020 118.092 2021 112.526 2022 113.953 2023 112.526 2024 109.302 2025 105.750 Menschen16.177 wurden insgesamt 2025 in Arbeit integriert (Männer: 9.443; Frauen 6.734). Das entspricht einer Integrationsquote von *Verhältnis der Anzahl an Integrationen im Betrachtungszeitraum zum durch- schnittlichen Bestand an erwerbsfähigen Leistungsberechtigten 20.04 %* 27 Jugendliche Die JUGENDBERUFSAGENTUR.KOELN (JBA), gegründet 2020 , ist ein Zusammen- schluss der Stadt Köln, des Jobcenter Köln und der Agentur für Arbeit Köln. Die Anlauf- stelle für Kölner Jugendliche und junge Erwachsenen bis 27 Jahren spricht ins- besondere die Jugendlichen an, die von den regulären Angeboten der Kooperations- partner*innen bisher nicht erreicht werden konnten. Ein kleines Team, bestehend aus Berufsberater*innen der Agentur für Arbeit, Fallmanager*innen des Jobcenter U25 und Berater*innen der Jugendberufshilfe, berät in den gemeinsamen Räumlichkeiten in Köln Deutz Jugendliche nieder schwellig und in enger, rechtskreisübergeifender Zusammenarbeit. Dabei geht es um Fragen rund um Ausbildung, Beruf, Schule und persönliche Anliegen. Beratungen sind für alle Jugendlichen, unabhängig vom Leistungsbezug, während der Öffnungs- zeiten ohne Termin oder vorherige Anmeldung möglich. Jobcenter digital Das Jobcenter Köln agiert modern und zeitgemäß. Daher haben Kund*innen die Möglichkeit, ihre Anliegen digital zu erledigen. Zum digitalen Angebot des Jobcenter Köln gehört eine Homepage mit allgemeinen Informationen und konkreten Zugängen zur Online- Terminvereinbarung oder den Online-Antragsstrecken bei jobcenter.digital. Neben der Beantragung von Leistungen ist über jobcenter.digital eine datenschutzkonforme Kontaktauf- nahme zu den Beratungsfachkräften möglich. Auch Unterlagen können unmittel- bar digital ins Jobcenter geschickt werden. Die entsprechende Software wird von der Bundesagentur für Arbeit zur Verfügung gestellt und wird kontinuierlich weiter- entwickelt. Eine Nutzung mit dem Smart- phone oder Tablet ist komfortabel über die Jobcenter App möglich. Kund*innenbeirat Um die Bedarfe der Kund*innen zu kennen und Feedback zu erhalten, hat das Job- center Köln als erstes Jobcenter bundes- weit einen Kund*innenbeirat eingerichtet. Der Beirat tagt 4 mal pro Jahr. Bei der Besetzung des Kund*innenbeirats wird auf Vielfalt geachtet. Interessierte Kund*innen können sich für eine Teilnahme bewerben. Themen können seitens der Geschäfts- führung aber auch von den Mitgliedern selbst eingebracht werden. Bisher wurde zum Beispiel über Themen wie Erreich- barkeit des Jobcenters, Beratung, Digitale Angebote, Qualifizierung gesprochen. Gespräche1.683 wurden bis Oktober 2025 mit Jugendlichen geführt.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1650/2026
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 09.06.2026
- Erstellt
- 03.06.2026 11:45