V/0043/2025
Gesundheit und Entwicklung von Kindern im Einschulungsalter in Münster 2014 - 2024
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Anlage A
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Anlage A zur V/0043/2025 Kurzüberblick Die Schuleingangsuntersuchung dient der Überprüfung des Gesundheits- und Entwicklungszu- stands des Kindes sowie der umfassenden Beratung der Eltern/Sorgeberechtigten mit Blick auf den kommenden Schulstart. Die dabei erhobenen individuellen Daten ermöglichen auf gesamt- städtischer Ebene neben einer Betrachtung einzelner Indikatoren im Zeitverlauf auch einen spezi- fischen Blick auf einzelne Stadtteile und Bevölkerungsgruppen und ihre Bedarfe. Der Bericht stellt die Ergebnisse der Einschulungsjahrgänge 2014 bis 2024 dar. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Folgendes Ziel aus dem ISM-Prozess werden verfolgt: Wir werden einer der führenden Bildungs-, Wissenschafts-, Forschungs- und Entwick- lungsstandorte in Europa. Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Erlebnisqualität weiterentwi- ckeln: mit hohem Wohnwert, Familienfreundlichkeit und sozialer Balance in der Stadtge- sellschaft Finanzierung Produktgruppe: 0701 Gesundheitsdienste Auswirkungen auf den Ergebnisplan Ja X Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja X Nein Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan 2025 enthalten? Ja X Nein teilw. Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan 2025 enthalten? Ja X Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? Ja X Nein Bereits veranschlagt? Ja X Nein Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig X überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig vollständig freiwillig Die untere Gesundheitsbehörde erstellt nach § 21 ÖGDG NRW zur Erfüllung ihrer Aufgaben nach § 6 ÖGDG NRW regelmäßig Gesundheitsberichte. Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Der Bericht stellt die Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchungen differenziert nach Geschlecht und Migrationsvorgeschichte dar.
Anlage 1 - Bericht Kindergesundheit: Gesundheit und Entwicklung von Kindern im Einschulungsalter in Münster (Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchungen 2014 – 2024)
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Foto: © karandaev/Shotshop.com
Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchungen 2014 bis 2024
Gesundheits- und Veterinäramt
Gesundheit und Entwicklung von
Kindern im Einschulungsalter in Münster
Bericht
Kinder-
gesundheit
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
Gesundheits- und Veterinäramt Münster, Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit
2
Impressum
Stadt Münster
Gesundheits- und Veterinäramt
Text, Satz und Layout:
Nicole Knese-Janning
Kontakt:
Stadt Münster
Gesundheits- und Veterinäramt
Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit
Nicole Knese-Janning
Dr. Dagmar Schwarte
Stolbergstraße 2a, 48147 Münster
Telefon: 0251 / 492 5417
Email: Knese-Janning@stadt-muenster.de
Internet:
https://www.stadt-muenster.de/gesundheit/kinder-und-jugendgesundheit
Fotonachweis:
Cover: karandaev/Shotshop.com
Vorwort: Michael Möller, Stadt Münster
Münster im April 2025
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
Gesundheits- und Veterinäramt Münster, Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit
3
Vorwort
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Leserinnen und Leser,
gesundheitsbezogenes Verhalten und die Voraussetzungen für einen ge-
sundheitsförderlichen Lebensstil werden in der Kindheit geprä gt. Je früher
Prävention und Gesundheitsförderung ansetzen können, desto besser gelingt
es, gesundheitliche Chancengleichheit zu schaffen.
Der aktuelle Bericht zur Gesundheit und Entwicklung von Kindern im Einschulungsalter in Münster,
der Ihnen vorgelegt wird, basiert auf den Daten der Schuleingangsuntersuchungen der Jahre 2014
bis 2024. Er stellt anschaulich dar, wie sich die einzelnen Be funde über die Zeit entwickelt haben,
und liefert wichtige Erkenntnisse, wo besondere Handlungsbedarfe sowohl für bestimmte Personen-
gruppen als auch kleinräumig auf Stadtteilebene bestehen.
Diese können helfen, konkrete Maßnahmen da zu entwickeln und an zusetzen, wo sie dazu beitra-
gen können, die Gesundheit und Entwicklung von Kindern in unserer Stadt nachhaltig zu verbessern.
Ich möchte mich daher herzlich bedanken bei allen Akteurinnen und Akteuren, die sich für ein ge-
sundes Aufwachsen der Kinder in Münster einsetzen: Bei den Mitarbeitenden in den verschiedenen
Ämtern der Stadtverwaltung, bei allen, die in Kita und Schule Verantwortung für Erziehung und Bil-
dung übernehmen, bei den freien Trägern, die sich in vielfältigen Maßnahmen und Projekten für die
Kinder in der Stadt engagieren, und bei den vielen Ehrenamtlichen, die sich mit ihrem Engagement
und ihren Ideen auf unterschiedliche Weise in die Arbeit vor Ort einbringen. Ich wünsche mir, dass
dieser Bericht zur gemeinsamen Diskussion anregt und einen wichtigen Beitrag zur weiteren Förde-
rung der Kindergesundheit in Münster leistet.
Münster im April 2025
Cornelia Wilkens
Stadträtin für Soziales und Kultur
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
Gesundheits- und Veterinäramt Münster, Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit
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Inhaltsverzeichnis
Vorwort .............................................................................................. ............................................. 3
Inhaltsverzeichnis ...................................................................................... ..................................... 4
Abbildungsverzeichnis .................................................................................... ................................ 6
Tabellenverzeichnis ..................................................................................... ................................... 9
Abkürzungsverzeichnis ................................................................................... ................................ 9
1 Einleitung .......................................................................................... ......................................... 10
2 Allgemeine Informationen zur Schuleingangsuntersuchung ..... .............................................. 12
2.1 Relevanz der Schuleingangsuntersuchungen .............. ................................................... 12
2.2 Durchführung der Schuleingangsuntersuchung ................ .............................................. 12
2.3 Eingabe, Aufbereitung und Auswertung der Daten ........ ................................................. 13
2.3.1 Kartendarstellungen .............................. ................................................... ................ 13
2.4 Hinweise zur Datenqualität .......................... ................................................... ................ 14
3 Beschreibung der untersuchten Einschulungsjahrgänge .......... .............................................. 15
3.1 Gesamtzahl untersuchter Kinder ........................ ................................................... .......... 15
3.2 Geschlecht ......................................... ................................................... .......................... 15
3.3 Migration/Herkunft ............................... ................................................... ........................ 15
3.3.1 Geburtsland des Kindes ........................... ................................................... ............. 16
3.3.2 Familienzuwanderungsgeschichte ....................... ................................................... . 16
3.3.3 Erstsprache ..................................... ................................................... ..................... 16
3.4 Besuchsdauer einer Kindertagesstätte ................ ................................................... ........ 17
4 Ausgewählte Untersuchungsergebnisse zur Gesundheit und Entwicklung ............................. 19
4.1 Deutschkenntnisse ................................... ................................................... ................... 19
4.1.1 Deutschkenntnisse von Kindern mit einer anderen Erstsprache als Deutsch ........... 19
4.1.2 Deutschförderbedarf ............................. ................................................... ................ 21
4.2 Sozialpädiatrisches Entwicklungsscreening für Schuleingangsunt ersuchungen.............. 22
4.2.1 SOPESS: Auffälligkeiten beim Erkennen und Zeichnen von Objekten und Formen . 22
4.2.2 SOPESS: Auffälligkeiten im Umgang mit Zahlen und Me ngen ................................. 24
4.2.3 SOPESS: Pseudowörter nachsprechen .................. ................................................. 26
4.3 Körpergewicht ................................... ................................................... ........................... 28
4.4 Schwimmfähigkeit .................................. ................................................... ...................... 29
4.5 Radfahren ohne Stützräder ........................ ................................................... .................. 31
4.6 Sport in einem Sportverein / einer Sportgruppe ...... ................................................... ..... 32
4.7 Medienkonsum ...................................... ................................................... ...................... 33
5 Gesundheitsvorsorge im Kindesalter ....................... ................................................... ........... 35
5.1 Teilnahme an den Vorsorgeuntersuchungen für Kinder ........ .......................................... 35
5.1.1 Vorlage Untersuchungsheft .......................... ................................................... ........ 36
5.1.2 Inanspruchnahme der Vorsorgeuntersuchungen U1 - U8 ......... ............................... 37
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
Gesundheits- und Veterinäramt Münster, Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit
5
5.2 Impfungen ........................................ ................................................... ............................ 37
5.2.1 Impfdokumentation ........................... ................................................... .................... 38
5.2.2 Impfquoten ausgewählter Schutzimpfungen ............ ................................................ 39
6 Fazit, Handlungsfelder und Ausblick ..................... ................................................... .............. 41
7 Anhang ............................................ ................................................... ................................... 45
7.1 Kleinräumige Gebietsgliederung Münster (45 statistische Bezirke) ................................. 45
7.2 Kleinräumige Ergebnisse ausgewählter Indikatoren der Schuleing angsuntersuchung der
zusammengefassten Einschulungsjahrgänge 2023 und 2024, Stadt Münster (Karten).............. 47
7.3 Kleinräumige Ergebnisse ausgewählter Indikatoren der Schuleing angsuntersuchung der
zusammengefassten Einschulungsjahrgänge 2023 und 2024, Stadt Münster (Daten) .............. 61
7.4 Impfquoten ....................................... ................................................... ............................ 65
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
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Abbildungsverzeichnis
Abb. 1 Anzahl durchgeführter Schuleingangsuntersuchungen in den
Einschulungsjahrgängen 2014 bis 2024 in Münster............ ............................................. 15
Abb. 2 Prozentualer Anteil untersuchter Mädchen und Jungen in den
Einschulungsjahrgängen 2014 bis 2024 in Münster............ ............................................. 15
Abb. 3 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen und Schulan fänger, die in Deutschland /
nicht in Deutschland geboren wurden, in den Einschulungsjahrg ängen 2014 bis 2024 in
Münster ............................................ ................................................... ............................ 16
Abb. 4 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen und Schulan fänger mit und ohne
Familienzuwanderungsgeschichte in den Einschulungsjahrgängen 20 14 bis 2024 in .....
Münster ............................................ ................................................... ............................ 16
Abb. 5 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen und Schulan fänger mit deutscher /
anderer Erstsprache in den Einschulungsjahrgängen 2014 bis 202 4 in Münster ............. 17
Abb. 6 Dauer des Kitabesuchs von der Aufnahme in Kita bis zur Schuleingangsuntersuchung der
Schulanfängerinnen und Schulanfänger in den Einschulungsjahrgä ngen 2014 bis 2024 in
Münster ............................................ ................................................... ............................ 17
Abb. 7 Prozentualer Anteil der in Deutschland geborenen Schu lanfängerinnen und
Schulanfänger mit einer Kitabesuchsdauer von mindestens 24 Monate n in den
Einschulungsjahrgängen 2014 bis 2024 in Münster, differenzie rt nach Geschlecht,
Erstsprache .......................................... ................................................... ........................ 18
Abb. 8 Kategorisierung zur Beurteilung der Deutschkenntnisse der Kinder, mit denen zu Hause in
den ersten vier Lebensjahren nicht überwiegend Deutsch gesprochen wurde................. 19
Abb. 9 Prozentualer Anteil der in Deutschland geborenen und mit nicht deutscher Erstsprache
aufgewachsenen Schulanfängerinnen und Schulanfänger mit kein en bis mäßigen / guten
bis sehr guten Deutschkenntnissen in den Einschulungsjahrgängen 2014 bis 2024 in
Münster, differenziert nach Geschlecht, Kitabesuchsdauer .......... ................................... 20
Abb. 10 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen und Schulanfänger mit Deutschförderbedarf
in den Einschulungsjahrgängen 2014 bis 2024 in Münster, differ enziert nach Geschlecht,
nicht deutscher Erstsprache ................................ ................................................... ......... 21
Abb. 11 Prozentualer Anteil der in Deutschland geborenen Schulanfängerinnen und
Schulanfänger mit nicht deutscher Erstsprache und Deutschförderb edarf in den
Einschulungsjahrgängen 2014 bis 2024 in Münster, differenzie rt nach Kitabesuchsdauer ..
................................................. ................................................... .................................... 22
Abb. 12 Erfasste Kompetenzen im Merkmalsbereich SOPESS: Erkennen und Zeichnen von
Objekten und Formen" ................................ ................................................... ................. 22
Abb. 13 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen und Schulanfänger mit Auffälligkeiten im
Merkmalsbereich SOPESS: Erkennen und Zeichnen von Objek ten und Formen" in den
Einschulungsjahrgängen 2014 bis 2024 in Münster, differenzie rt nach Geschlecht,
Erstsprache .......................................... ................................................... ........................ 23
Abb. 14 Prozentualer Anteil der in Deutschland geborenen Schulanfängerinnen und
Schulanfänger mit Auffälligkeiten im Merkmalsbereich SOPES S: Erkennen und Zeichnen
von Objekten und Formen" in den Einschulungsjahrgängen 2014 b is 2024 in Münster,
differenziert nach Kitabesuchsdauer und Erstsprache ............. ........................................ 24
Abb. 15 Erfasste Kompetenzen SOPESS: Umgang mit Zahlen und Mengen" ............................. 24
Abb. 16 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen und Schulanfänger mit Auffälligkeiten im
Merkmalsbereich SOPESS: Umgang mit Zahlen und Mengen" in den Einschulungs-
jahrgängen 2014 bis 2024 in Münster, differenziert nach Geschlecht , Erstsprache ......... 25
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
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Abb. 17 Prozentualer Anteil der in Deutschland geborenen Schulanfängerinnen und
Schulanfänger mit Auffälligkeiten im Merkmalsbereich SOPES S: Umgang mit Zahlen und
Mengen" in den Einschulungsjahrgängen 2014 bis 2024 in Münster, differenziert nach
Kitabesuchsdauer und Erstsprache .......................... ................................................... .... 25
Abb. 18 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen und Schulanfänger mit Auffälligkeiten im
Merkmalsbereich SOPESS: Pseudowörter nachsprechen" in den
Einschulungsjahrgängen 2014 bis 2024 in Münster, differenzie rt nach Geschlecht,
Erstsprache .......................................... ................................................... ........................ 26
Abb. 19 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen und Schulanfänger mit Auffälligkeiten im
Merkmalsbereich SOPESS: Pseudowörter nachsprechen" in den Ei nschulungsjahr-
gängen 2014 bis 2024 in Münster, differenziert nach Kitabe suchsdauer und Erstsprache ..
................................................. ................................................... .................................... 27
Abb. 20 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen und Schulanfänger mit Übergewicht und
Adipositas in den Einschulungsjahrgängen 2014 bis 2024 in Münster , differenziert nach
Geschlecht, Erstsprache .................................... ................................................... .......... 28
Abb. 21 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen und Schulanfänger mit Übergewicht und
Adipositas in den Einschulungsjahrgängen 2014 bis 2024 in Münster , differenziert nach
Kitabesuchsdauer und Erstsprache .......................... ................................................... .... 29
Abb. 22 Angaben zur Schwimmfähigkeit laut Eltern/Sorgeberechtigten der Schulanfängerinnen
und Schulanfänger der Einschulungsjahrgänge 2021 bis 2024 in Münster, differenziert
nach Geschlecht, Erstsprache ............................... ................................................... ....... 30
Abb. 23 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen und Schulanfänger, die bereits das
Schwimmabzeichen Seepferdchen erreicht haben, in den Einsch ulungsjahrgängen 2014
bis 2024 in Münster, differenziert nach Geschlecht, Erstsprach e..................................... 31
Abb. 24 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen und Schulanfänger, die ohne Stützräder
Radfahren können, in den Einschulungsjahrgängen 2020 bis 2024 in Münster,
differenziert nach Geschlecht, Erstsprache ..................... ................................................ 32
Abb. 25 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen und Schulanfänger, die Sport in einem
Sportverein / in einer Sportgruppe treiben, in den Einschulungsja hrgängen 2014 bis 2024
in Münster, differenziert nach Geschlecht, Erstsprache ......... .......................................... 33
Abb. 26 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen und Schulanfänger mit mehr als 30 Minuten
Medienkonsum pro Tag in den Einschulungsjahrgängen 2023 und 2024 in Münster,
differenziert nach Geschlecht, Erstsprache ..................... ................................................ 33
Abb. 27 Vorgesehenes Alter des Kindes für die Vorsorgeuntersuchungen U1 bis U9 .................. 35
Abb. 28 Prozentualer Anteil der in Deutschland geborenen Schulanfängerinnen und
Schulanfänger, von denen bei der Schuleingangsuntersuchung das V orsorgeheft
vorgelegt wurde, in den Einschulungsjahrgängen 2014 bis 202 4 in Münster, differenziert
nach Geschlecht, Erstsprache ............................... ................................................... ....... 36
Abb. 29 Prozentualer Anteil der in Deutschland geborenen Schulanfängerinnen und
Schulanfänger mit vollständigen Vorsorgeuntersuchungen U1 bi s U8, in den
Einschulungsjahrgängen 2014 bis 2024 in Münster, differenzie rt nach Geschlecht,
Erstsprache .......................................... ................................................... ........................ 37
Abb. 30 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen und Schulanfänger, von denen bei der
Schuleingangsuntersuchung eine Dokumentation der erfolgten Impf ungen vorlag, in den
Einschulungsjahrgängen 2014 bis 2024 in Münster, differenzie rt nach Geschlecht,
Erstsprache .......................................... ................................................... ........................ 38
Abb. 31 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen und Schulanfänger mit 1-facher und 2-facher
Masernimpfung in den Einschulungsjahrgängen 2014 bis 2024 in Mü nster ..................... 40
Abb. 32 Karte von Münster mit Stadtteilnummerierung ......................................................... ........ 45
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
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Abb. 33 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen und Schulanfänger mit einer anderen
Erstsprache als Deutsch in den zusammengefassten Einschulungsjahr gängen 2023 und
2024 in Münster, differenziert nach Stadtteil ......... ................................................... ....... 47
Abb. 34 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen und Schulanfänger mit Deutschförderbedarf
in den Einschulungsjahrgängen 2023 und 2024 in Münster, differen ziert nach Stadtteil .. 48
Abb. 35 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen und Schulanfänger mit auffälligem Befund im
Merkmalsbereich SOPESS: Erkennen und Zeichnen von Objek ten und Formen in den
Einschulungsjahrgängen 2023 und 2024 in Münster, differenzi ert nach Stadtteil ............ 49
Abb. 36 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen und Schulanfänger mit auffälligem Befund im
Merkmalsbereich SOPESS: Umgang mit Zahlen und Mengen in den
Einschulungsjahrgängen 2023 und 2024 in Münster, differenzi ert nach Stadtteil ............ 50
Abb. 37 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen und Schulanfänger mit auffälligem Befund im
Merkmalsbereich SOPESS: Pseudowörter nachsprechen in den
Einschulungsjahrgängen 2023 und 2024 in Münster, differenzi ert nach Stadtteil ............ 51
Abb. 38 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen und Schulanfänger mit Übergewicht und
Adipositas in den Einschulungsjahrgängen 2023 und 2024 in Münster, differenziert nach
Stadtteil ........................................ ................................................... ............................... 52
Abb. 39 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen und Schulanfänger, die bereits das
Schwimmzeichen Seepferdchen erreicht haben (Elternangabe) in den
Einschulungsjahrgängen 2023 und 2024 in Münster, differenzi ert nach Stadtteil ............ 53
Abb. 40 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen und Schulanfänger, die ohne Stützräder
Radfahren können (Elternangabe) in den Einschulungsjahrgängen 20 23 und 2024 in
Münster, differenziert nach Stadtteil .................... ................................................... ........ 54
Abb. 41 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen und Schulanfänger, die Sport in einem
Sportverein / in einer Sportgruppe treiben, in den Einschulungsja hrgängen 2023 und 2024
in Münster, differenziert nach Stadtteil ............... ................................................... .......... 55
Abb. 42 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen und Schulanfänger mit mehr als 30 Minuten
Medienkonsum in en Einschulungsjahrgängen 2023 und 2024 in Münst er, differenziert
nach Stadtteil ....................................... ................................................... ....................... 56
Abb. 43 Prozentualer Anteil der in Deutschland geborenen Schulanfängerinnen und
Schulanfänger, von denen bei der Schuleingangsuntersuchung das V orsorgeheft
vorgelegt wurde, in den Einschulungsjahrgängen 2023 und 202 4 in Münster, differenziert
nach Stadtteil ....................................... ................................................... ....................... 57
Abb. 44 Prozentualer Anteil der in Deutschland geborenen Schulanfängerinnen und
Schulanfänger mit vollständigen Vorsorgeuntersuchungen U1 bi s U8 in den
Einschulungsjahrgängen 2023 und 2024 in Münster, differenzi ert nach Stadtteil ............ 58
Abb. 45 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen und Schulanfänger, von denen bei der
Schuleingangsuntersuchung eine Dokumentation der erfolgten Impf ungen vorlag, in den
Einschulungsjahrgängen 2023 und 2024 in Münster, differenzi ert nach Stadtteil ............ 59
Abb. 46 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen und Schulanfänger mit vorliegender
Impfdokumentation und 2-facher Masernimpfung in den Einsch ulungsjahrgängen 2023
und 2024 in Münster, differenziert nach Stadtteil ...... ................................................... ... 60
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
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Tabellenverzeichnis
Tabelle 1 Zuordnung der Stadtteile zu den Stadtteilnummern .................................................... ... 46
Tabelle 2 Impfquoten der Masern- und Mumps-Impfung 2014 bis 2024 ........................................ 65
Tabelle 3 Impfquoten der Röteln- und Varizellen-Impfung 2014 bis 2024 ..................................... 65
Tabelle 4 Impfquoten der Diphtherie- und Tetanus-Impfung 2014 bis 2024 .................................. 66
Tabelle 5 Impfquoten der Pertussis- und Polio-Impfung 2014 bis 2024 ......................................... 66
Tabelle 6 Impfquoten der Hib- und HepB-Impfung 2014 bis 2024 ................................................. 67
Abkürzungsverzeichnis
Abs. .............................................. ................................................... ...................................... Absatz
D ................................................................................................... ............................... Deutschland
e.V.. ................................................................................................ ................. eingetragener Verein
HepB .................................................................................................. .............................. Hepatitis B
Hib .................................................................................................. ... Haemophilus influenzae Typ b
INSEK ............................................................................... Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept
KiBiz .............................................. ................................................... .............. Kinderbildungsgesetz
Kita ............................................... ................................................... ...................... Kindertagesstätte
KJÄD .............................................. .......................................... Kinder- und Jugendärztlicher Dienst
KVWL .............................................. .......................... Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe
LZG.NRW ............................................................................ Landeszentrum Gesundheit in Bochum
MFA .................................................................................................. .. Medizinische Fachangestellte
MMR .................................................................................................. ............Masern Mumps Röteln
n.e. ............................................... ................................................... ............................ nicht erhoben
NRW .................................................................................................. ............... Nordrhein-Westfalen
ÖGDG NRW ..... Gesetz über den öffentlichen Gesundheitsdienst des Landes Nordrhein-Westfalen
SGB .................................................................................................. .................... Sozialgesetzbuch
SOPESS ................... Sozialpädiatrische Entwicklungsscreening für Schuleingangsuntersuchungen
STIKO ................................................................................................ ....... Ständige Impfkommission
UTeilnahmeDatVO .................................................... U-Untersuchung-Teilnahmedaten Verordnung
WHO .................................................................................................. ...... World Health Organization
ZSGK ............................................................................................ Zentr ale Stelle Gesunde Kindheit
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
Gesundheits- und Veterinäramt Münster, Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit
10
1 Einleitung
Mit der Einschulung beginnt für das Kind ein
neuer Lebensabschnitt. Um sicherzustellen,
dass es gut auf die Schule vorbereitet ist und
den Anforderungen des Schulbesuchs gerecht
werden kann, schreibt der Gesetzgeber die ver-
bindliche Schuleingangsuntersuchung vor, mit
deren Durchführung die Gesundheitsämter als
untere Gesundheitsbehörde beauftragt sind.
1
Die Untersuchung dient der Überprüfung des
Gesundheits- und Entwicklungszustands des
Kindes sowie der umfassenden Beratung der El-
tern/Sorgeberechtigten mit Blick auf den kom-
menden Schulstart. Anhand der Angaben von
Eltern/Sorgeberechtigten, der Untersuchung
und Entwicklungstestung des Kindes sowie der
Dokumentationen in Vorsorge- und Impfheft wird
für jedes Kind individuell ermittelt, ob die Voraus-
setzungen für einen gelingenden Schulstart be-
reits gegeben sind, oder ob noch Förderbedarf
in einzelnen Bereichen bis zur Einschulung be-
steht.
Im vorliegenden Gesundheitsbericht, der auf
den Daten der Schuleingangsuntersuchungen
2014 bis 2024 basiert, soll der Frage nachge-
gangen werden, wie sich der Gesundheits- und
Entwicklungszustand der Einschulungskinder in
Münster im Verlauf der letzten elf Jahre verän-
dert hat, und wie sich einzelne Befunde und
Handlungsbedarfe in speziellen Gruppen und
Stadtteilen darstellen.
Die Entwicklung von Kindern ist in den letzten
Jahren durch verschiedene gesellschaftliche,
bildungspolitische und technologische Verände-
rungen sowie auch durch die Corona-Pandemie
geprägt worden. Die Bedeutung der frühkindli-
chen Bildung hat in den letzten Jahren zugenom-
men. Kitas bieten zunehmend zusätzliche Bil-
dungs- und Fördermaßnahmen an, wie zum Bei-
spiel Sprach- oder Bewegungsförderung. Eine
längere Zeit in der Einrichtung ermöglicht es den
Kindern, früh von einer breiten Förderung zu pro-
fitieren. Die Welt ist digitaler geworden, digitale
1 § 54 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 Schulgesetz NRW; § 12 Abs. 2 Satz 3
Gesetz über den öffentlichen Gesundheitsdienst des Landes
Nordrhein-Westfalen (ÖGDG).
Medien haben sowohl in Familien als auch im öf-
fentlichen Leben und damit auch bereits in die
Welt der ganz jungen Kinder mehr und mehr Ein-
zug gehalten. Was auf der einen Seite erleich-
terter Zugriff auf Informationen, Lernen durch di-
gitale Werkzeuge und frühes Lernen von techni-
schen Fähigkeiten bedeutet, kann auf der ande-
ren Seite zu einem veränderten Freizeitverhal-
ten, weniger Bewegung, verminderten sozialen
Kontakten und einem negativen Einfluss auf die
Konzentrationsfähigkeit führen. Auch die Ernäh-
rung hat in den letzten Jahren einen Wandel er-
fahren hin zu einem höheren Konsum von unge-
sunden Lebensmitteln wie Fastfood. Bedingt
durch Veränderungen im Arbeitsleben, verän-
derte Tagesabläufe in Familien, zunehmende
Werbung und den digitalen Wandel mit Online-
Bestellmöglichkeiten und Lieferdiensten ist Fast-
food zunehmend ein Teil des täglichen Lebens
von Kindern und Familien geworden. Familiäre
Strukturen haben sich insgesamt gewandelt. Es
gibt immer mehr alleinerziehende Elternteile,
Patchwork-Familien oder Eltern, die beide be-
rufstätig sind. Kinder gehen immer früher und
länger am Tag in die Kita. Tagesabläufe und
Hobbies orientieren sich an Kitazeiten, das ge-
samte Freizeitverhalten von Kindern erfährt Ver-
änderungen. Auch die Corona-Pandemie hat zu
tiefgreifenden Veränderungen in der sozialen
Struktur und den sozialen Beziehungen der Ge-
sellschaft geführt. Soziale Milieus und Gemein-
schaften wie Vereine sind auseinandergebro-
chen oder haben an Bedeutung verloren. Kinder
hatten durch Lockdown und reduzierte Kontakte
weniger Möglichkeiten der sozialen Interaktion
und damit auch des Sprachaustauschs mit An-
deren.
Auch vor den Familien in Münster machen die
oben genannten Veränderungen und deren Aus-
wirkungen auf die Gesundheit und Entwicklung
der Kinder nicht Halt. Positiv ist, dass die Stadt
im Vergleich der Schuleingangsdaten in vielen
Bereichen noch besser abschneidet als der
Durchschnitt der Kommunen in NRW und zum
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
Gesundheits- und Veterinäramt Münster, Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit
11
Teil auch wieder ein Trend zu einer positiveren
Entwicklung zu verzeichnen ist. Dies darf jedoch
nicht darüber hinwegtäuschen, dass besonders
Kinder mit Migrationsvorgeschichte zum Zeit-
punkt der Schuleingangsuntersuchung häufiger
einen höheren Förder- und Unterstützungsbe-
darf aufweisen als Kinder ohne Migrationsvorge-
schichte. Sie stellen damit eine besonders vul-
nerable Zielgruppe im Sinne der gesundheitli-
chen Chancengleichheit dar. Es ist eine gesamt-
gesellschaftliche und gesellschaftspolitische
Aufgabe, Kinder in diesen sich verändernden
Zeiten bestmöglich zu unterstützen und zu för-
dern, um ein gesundes Aufwachsen und Chan-
cengleichheit zu gewährleisten und negative
Folgen, die Auswirkungen bis in das Erwachse-
nenalter haben können, zu minimieren. Dies er-
fordert zielgruppenangepasste Maßnahmen in
den Bereichen Erziehung und Bildung, Sprache,
Sport, Bewegung und Freizeit, in der Unterstüt-
zung und Stärkung von Familien und der Förde-
rung der physischen und psychischen Gesund-
heit.
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
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12
2 Allgemeine Informationen zur Schuleingangsuntersuchung
Daten für Taten.
Der vorliegende Bericht Kindergesundheit ist als
Spezialbericht Teil der Gesundheitsberichter-
stattung. Er gibt Auskunft über den Gesundheits-
und Entwicklungszustand sowie die Inanspruch-
nahme von Gesundheitsleistungen der Kinder
im Schuleingangsalter in Münster im zeitlichen
Verlauf sowie detaillierter für die zusammenge-
fassten Einschulungsjahrgänge 2023 und 2024.
Hierfür wurden die Daten aus den Schulein-
gangsuntersuchungen der Einschulungsjahr-
gänge 2014 bis 2024 systematisch aufbereitet,
analysiert und interpretiert.
Der Bericht zeigt sowohl gesamtstädtisch als
auch auf kleinräumiger Ebene mögliche Hand-
lungsbedarfe auf und nimmt als besondere Ziel-
gruppe auch die Kinder mit Migrationsvorge-
schichte in den Blick.
Es ist geplant, diesen Bericht regelmäßig zu ver-
öffentlichen, so dass er im Verlauf auch zur Eva-
luation von Maßnahmen und Handlungsempfeh-
lungen in den Bereichen Prävention und Ge-
sundheitsförderung beitragen kann.
2.1 Relevanz der Schuleingangsuntersuchun-
gen
Die untere Gesundheitsbehörde hat die Auf-
gabe, Kinder und Jugendliche vor Gesundheits-
gefahren zu schützen und ihre Gesundheit zu
fördern.
2
und
Die Schulgesundheitspflege hat das Ziel,
Krankheiten der Schülerinnen und Schüler vor-
zubeugen, sie frühzeitig zu erkennen und Wege
zu ihrer Heilung aufzuzeigen. Die Aufgaben der
Schulgesundheitspflege nehmen die unteren
Gesundheitsbehörden in Zusammenarbeit mit
der Schule und den Eltern wahr.3
Zu diesem gesetzlich verankerten Auftrag der
unteren Gesundheitsbehörde (Gesundheitsäm-
ter) gehören neben den Aufgaben der Gesund-
2 § 12 Abs. 1 ÖGDG NRW
2 § 54 Abs. 1 Schulgesetz NRW
heitsfürsorge und -pflege und des Infektions-
schutzes in Schulen und der schulärztlichen
Sprechstunden unter anderem auch die schul-
ärztlichen Untersuchungen, insbesondere die
Reihenuntersuchungen zur Einschulung (Schu-
leingangsuntersuchungen) und zahnärztliche
Untersuchungen.
Datensatz = Datenschatz
Die Schuleingangsuntersuchung ist derzeit die
einzige jährliche Erhebung eines gesamten
Jahrgangs. Somit kommt ihr bei der Gesund-
heitsberichterstattung, -planung und -förderung
in der Kommune eine ganz besondere Bedeu-
tung zu.
2.2 Durchführung der Schuleingangsuntersu-
chung
Im Schulgesetz NRW ist in § 35 Absatz 1 festge-
legt, dass alle Kinder in Nordrhein-Westfalen,
die bis zum 30. September eines Jahres das
sechste Lebensjahr vollendet haben, am 1. Au-
gust desselben Jahres schulpflichtig werden
(Stand 2024).
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des kinder-
und jugendärztlichen Dienstes des Gesundheits-
und Veterinäramtes (KJÄD) beginnen nach den
Sommerferien des der Einschulung vorausge-
henden Jahres, die betreffenden Familien zur
Einschulungsuntersuchung schriftlich einzula-
den. Begonnen wird in Münster seit vielen Jah-
ren mit den Familien aus Stadtteilen und nach
der Schulanmeldung auch Schulen, wo erfah-
rungsgemäß ein erhöhter Bedarf an einer früh-
zeitigen Einschulungsuntersuchung bei den Kin-
dern besteht. Hiermit soll diesen die Chance ge-
geben werden, bis zur Eischulung bei Bedarf
noch möglichst lange Förderung zu erhalten.
Der Einladung liegen neben einem Anschreiben
mit dem Termin und den mitzubringenden Unter-
lagen (Untersuchungsheft, Impfausweis und -
bescheinigungen, gegebenenfalls Berichte von
Ärztinnen/Ärzten und Therapeutinnen/Thera-
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
Gesundheits- und Veterinäramt Münster, Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit
13
peuten) ein Fragebogen für die Eltern/Sorgebe-
rechtigten sowie ein Fragebogen für die Kita bei.
Der Fragebogen für die Eltern/Sorgeberechtig-
ten bietet diesen die Gelegenheit, ausführliche
Angaben zum Gesundheitsstatus ihres Kindes
zu machen, die dem Schularzt / der Schulärztin
als Gesprächsgrundlage in der Untersuchung
dienen. Mit dem Kita-Fragebogen erhofft sich
das Gesundheits- und Veterinäramt, die wichti-
gen Informationen zum Kind, die Erzieherinnen
und Erzieher in der Bildungsdokumentation (§
13b KiBiz) erfassen, auch in die Einschulungs-
untersuchung einfließen lassen zu können. Der
Bogen soll gemeinsam von Erzieherinnen/Erzie-
hern und Eltern/Sorgeberechtigten ausgefüllt
und mit Einverständnis der Eltern/Sorgeberech-
tigten dem Gesundheits- und Veterinäramt im
Vorfeld zur Verfügung gestellt werden. Zudem
können Kitas auch vor der Einladung bereits die-
sen Bogen gemeinsam mit den betreffenden El-
tern/Sorgeberechtigten ausfüllen und dem Ge-
sundheits- und Veterinäramt zur Verfügung stel-
len. Dokumentiert die Kita schulrelevante Auffäl-
ligkeiten und/oder den Bedarf nach einer frühzei-
tigen Schuleingangsuntersuchung, wird dies bei
der Terminplanung zur Schuleingangsuntersu-
chung berücksichtigt.
Seit der Corona-Pandemie finden die Schulein-
gangsuntersuchungen in Münster ausschließlich
im Gesundheits- und Veterinäramt statt. Alle
Kinder werden zunächst von einer Medizini-
schen Fachangestellten (MFA) in Empfang ge-
nommen, die den ersten Teil der Untersuchung
durchführt. Ergeben sich aus den im Vorfeld er-
haltenen oder am Termin mitgebrachten Unter-
lagen Auffälligkeiten, die unter Umständen
schulrelevant werden könnten, oder zeigen sich
Auffälligkeiten im ersten Teil der Untersuchung,
wird das Kind im Anschluss in demselben Ter-
min von einer Schulärztin / einem Schularzt un-
tersucht. Bei unauffälligem ersten Teil der Unter-
suchung und ohne Hinweise auf mögliche Prob-
leme führt die MFA auch den zweiten Teil der
Untersuchung durch. Die Ergebnisse werden im
Anschluss elektronisch dokumentiert und eine
Bescheinigung für die aufnehmende Schule er-
stellt.
2.3 Eingabe, Aufbereitung und Auswertung der
Daten
Die Dokumentation der im Zusammenhang mit
der Schuleingangsuntersuchung erhobenen Da-
ten erfolgt in weiten Teilen gemäß den Anforde-
rungen des Landeszentrum Gesundheit in Bo-
chum (LZG.NRW) zunächst papiergestützt mit
anschließender elektronischer Erfassung in der
Fachsoftware ISGA, einer speziell für Gesund-
heitsämter konzipierten Software, die eine da-
tenschutzkonforme Erfassung, Speicherung und
Bearbeitung von personenbezogenen Daten er-
möglicht. Am Ende jedes Untersuchungsjahres
erfolgt im Rahmen der internen Qualitätssiche-
rung eine umfassende Überprüfung der Daten
auf Vollständigkeit und Plausibilität mit sich an-
schließender Korrektur und Vervollständigung
soweit erforderlich und möglich. Der finale Da-
tensatz wird im Anschluss anonymisiert an das
LZG.NRW übergeben, das eigene Berechnun-
gen und Auswertungen vornimmt sowie die
Impfdaten an das Robert-Koch-Institut übermit-
telt.
Die interne Datenauswertung für diesen Bericht
erfolgte mittels der Software SPSS (Version 25).
Für die Herstellung der Diagramme wurde Micro-
soft Excel 2016 verwendet.
2.3.1 Kartendarstellungen
Die Geo-Karten für die visuelle kleinräumige
Darstellung der Ergebnisse auf Stadtteil-Ebene,
die sich im Anhang befinden, wurden mit der
Open-Source-Software QGIS (Version 3.28
Firenze) erstellt. Für die Klasseneinteilung der
Stadtteil-Karten wurde das Verfahren der natür-
lichen Grenzen (Jenks) angewendet. Dieses teilt
die Daten in die gewünschte Anzahl Klassen ein
(im vorliegenden Fall fünf) und ordnet die Werte
den Klassen so zu, dass die Unterschiede inner-
halb der Klassen minimiert werden, während die
Unterschiede zwischen den Klassen maximiert
werden. Vorteil dieser Klassifizierung ist, dass
die Streuung bei der Berechnung der Klassen-
grenzen deutlich berücksichtigt wird. Stadtteilen,
von denen weniger als 20 gültige Angaben vor-
liegen, wird eine separate Klasse ohne Angabe
der jeweiligen prozentualen Anteile zugewiesen,
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
Gesundheits- und Veterinäramt Münster, Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit
14
um die Möglichkeit des Rückschlusses auf ein-
zelne Kinder zu vermeiden. In Auswertungen
ohne kleinräumige Differenzierung tragen die
Daten dieser Stadtteile jedoch mit zum Ergebnis
bei. Die Nummerierung der Stadtteile entspricht
der offiziellen Nummerierung der Stadt Münster.
Die Zuordnung zu den Namen der Stadtteile fin-
det sich im Anhang.
2.4 Hinweise zur Datenqualität
Die Daten, die die Grundlage für diesen Bericht
bilden, entstammen der Dokumentation der Ein-
schulungsuntersuchungen der Einschulungs-
jahrgänge 2014 bis 2024. Aufgrund von Ände-
rungen bei der Datenerhebung sowie Hinzu-
nahme von neuen Indikatoren im Verlauf dieser
elf Jahre liegen nicht alle Indikatoren für jeden
Einschulungsjahrgang vor.
Besonderes Augenmerk muss bei der Bewer-
tung der Datenqualität auf die drei Jahrgänge
gelegt werden, die stark von den Einschränkun-
gen der Corona-Pandemie geprägt waren. Es
konnten in diesem Zeitraum nicht alle schul-
pflichtigen Kinder untersucht werden, und es
musste noch stärker priorisiert werden. Gemäß
den Erlassen des Ministeriums für Arbeit, Ge-
sundheit und Soziales des Landes Nordrhein-
Westfalen erfolgte während der Corona-Pande-
mie eine Priorisierung der Schuleingangsunter-
suchungen mittels verschiedener Auswahlver-
fahren. Bei der Ermittlung von Kindern mit einem
erhöhten Bedarf an einer Einschulungsuntersu-
chung wurden zunächst die Kinder der Kitas und
Grundschulen mit einem erfahrungsgemäß er-
höhten Belastungsprofil priorisiert. Ergänzend
wurden die Leitungen der Grundschulen gebe-
ten, dem Gesundheits- und Veterinäramt dieje-
nigen Kinder zu melden, bei denen sich im Zuge
der Schulanmeldung sowie in den ersten Wo-
chen des Schuljahres die Notwendigkeit einer
schulärztlichen Untersuchung herauskristalli-
sierte. So wurden auch nach den Sommerferien
und zum Teil zu Beginn des bereits begonnenen
Schuljahres noch Untersuchungen durchgeführt.
Auch den Kitaleitungen/-trägern wurde im Ver-
lauf des Untersuchungsjahres mehrfach ange-
boten, Kinder mit einem erhöhten Förderbedarf
bezüglich der Einschulung mit Einverständnis
der Eltern/Sorgeberechtigten dem Gesundheits-
und Veterinäramt zu melden. Trotz der Ein-
schränkungen durch die Corona-Pandemie
konnten immerhin 78 Prozent des Einschulungs-
jahrgangs 2020, 75 Prozent des Jahrgangs 2021
und 93 Prozent der Kinder des Einschulungs-
jahrgangs 2022 untersucht werden. Aufgrund
oben genannter Priorisierung ist das Verhältnis
von untersuchten Kindern zu nicht untersuchten
Kindern jedoch nicht in allen Stadtteilen gleich.
Die Daten der nicht voll erhobenen Jahrgänge
werden in diesem Bericht mit dargestellt, jedoch
muss aufgrund der Priorisierung bei nicht erfolg-
ter Vollerhebung grundsätzlich eine Verzerrung
der Daten für die Einschulungsjahrgänge 2020
bis 2022 angenommen und bei der Interpretation
der Ergebnisse berücksichtigt werden.
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
Gesundheits- und Veterinäramt Münster, Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit
15
3 Beschreibung der untersuchten Einschulungsjahrgänge
3.1 Gesamtzahl untersuchter Kinder
Im Zeitraum von Mitte 2013 bis Herbst 2024 wur-
den durch den KJÄD des Gesundheits- und Ve-
terinäramtes der Stadt Münster 24.688 Schulein-
gangsuntersuchungen im Rahmen von elf Ein-
schulungsjahrgängen durchgeführt. Die Anzahl
untersuchter Kinder jedes einzelnen Jahrgangs
ist in Abbildung 1 dargestellt. Es zeigt sich, dass
diese Anzahl in den letzten elf Jahren um mehr
als 400 Kinder (gut 18 Prozent) gestiegen ist und
damit der Arbeitsaufwand des KJÄD deutlich zu-
genommen hat.
Abbildung 1 Anzahl durchgeführter Schuleingangsuntersu-
chungen in den Einschulungsjahrgängen 2014 bis 2024 i n
Münster
3.2 Geschlecht
Bei der Schuleingangsuntersuchung wird an-
hand der Daten des Einwohnermeldeamtes
auch das dort dokumentierte Geschlecht des zu
untersuchenden Kindes miterfasst, um Aussa-
gen über mögliche Unterschiede bei den jeweili-
gen Befunden von Mädchen und Jungen treffen
zu können. Bei entsprechender Rückmeldung
der Eltern/Sorgeberechtigten wird der Eintrag
4 Jugendärztliche Definitionen, www.lzg.nrw.de
des Geschlechts bei der Datenerfassung im Ge-
sundheits- und Veterinäramt jedoch bei Bedarf
auch individuell geändert.
Die Daten der letzten elf Jahre zeigen in Abbil-
dung 2, dass in den Schuleingangsuntersuchun-
gen anteilsmäßig immer etwas mehr Jungen als
Mädchen untersucht wurden. Kinder mit dem do-
kumentierten Geschlecht divers werden in die-
sem Bericht aufgrund der sehr geringen Fallzahl
(n=2) nicht separat ausgewiesen, tragen jedoch
zu allen Auswertungen ohne Geschlechterdiffe-
renzierung bei.
Abbildung 2 Prozentualer Anteil untersuchter Mädchen und
Jungen in den Einschulungsjahrgängen 2014 bis 2024 i n
Münster
3.3 Migration/Herkunft
Im Sinne der gesundheitlichen Chancengleich-
heit und mit Blick auf besonders vulnerable Ziel-
gruppen werden im Kontext der Schuleingangs-
untersuchung auch Informationen zur Herkunft
des Kindes und der Familie erhoben. Hierbei
wird unterschieden in Migrationsvorgeschichte
im Sinne von Zuwanderung (Geburtsland von
Kind und Eltern) und Migrationsvorgeschichte im
Sinne einer gemeinsamen Kultur, geteilten Tra-
ditionen, Werten und Sprache
4. Letztere wird
durch die Erhebung der Erstsprache des Kindes
erfasst.
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
Gesundheits- und Veterinäramt Münster, Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit
16
3.3.1 Geburtsland des Kindes
Unabhängig von der Migrationsvorgeschichte
der Familie kommt dem Geburtsland des Kindes
besondere Bedeutung zu. Kinder, die nicht in
Deutschland geboren wurden, bringen häufig
eine Fluchtgeschichte mit, die sie zu einer be-
sonders vulnerablen Gruppe hinsichtlich ihrer
Belastung und gesundheitlichen Versorgung
machen
5.
Abbildung 3 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen
und Schulanfänger, die in Deutschland / nicht in Deu tsch-
land geboren wurden, in den Einschulungsjahrgängen
2014 bis 2024 in Münster
Abbildung 3 zeigt, dass der Anteil Kinder, die in
einem anderen Land als Deutschland geboren
wurden, bei den Vorschulkindern in Münster in
den letzten elf Jahren konstant unter 10 Prozent
lag: Von 5,8 Prozent in den zusammengefassten
Einschulungsjahrgängen 2014 und 2015 über
knapp 10 Prozent in den Jahrgängen 2016 bis
2019 und wieder sinkend bis auf 6,3 Prozent in
den beiden zusammengefassten Jahrgängen
2023 und 2024.
3.3.2 Familienzuwanderungsgeschichte
Familienzuwanderungsgeschichte wird im Kon-
text dieses Berichtes vereinfacht definiert als ein
anderes Geburtsland als Deutschland der Mut-
ter, des Vaters oder des Kindes. Die Staatsan-
gehörigkeit der Eltern spielt bei dieser Definition
keine Rolle. Mit dieser Definition erfolgt jedoch
5 Jäger, Pia & Claassen, Kevin & Schillen, Philip & Lembcke, Hanna & Leyendecker, Birgit & Ott, Notburga & Brand, Angela & Busch,
Julian. (2018). Psychische Diagnostik bei Kindern und Jugendlichen mit Fluchthintergrund im kommunalen Vorsorgesetting Potenziale
der Schuleingangsuntersuchung. Zeitschrift für Flüchtlingsforschung. 2. 231-261. 10.5771/2509-9485-2018-2-231.
keine Unterscheidung, bei wem und mit wel-
chem kulturellen Hintergrund das Kind tatsäch-
lich aufwächst (Beispiel: Kinder aus Einelternfa-
milien mit unterschiedlichem Geburtsland von
Mutter und Vater).
Die Daten der Schuleingangsuntersuchungen
zeigen, dass der Anteil an Kindern mit Familien-
zuwanderungsgeschichte in Münster knapp 39
Prozent in den Jahrgängen 2014/15, 44,2 Pro-
zent in den Jahrgängen 2016/17 und seit 2019
etwa 42 Prozent beträgt (siehe Abbildung 4).
Abbildung 4 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen
und Schulanfänger mit und ohne Familienzuwanderungs-
geschichte in den Einschulungsjahrgängen 2014 bis 202 4
in Münster
3.3.3 Erstsprache
Die Erfassung der Migrationsvorgeschichte an-
hand der Erstsprache erfolgt mit der Frage, wel-
che Sprache mit dem Kind in den ersten vier Le-
bensjahren überwiegend gesprochen wurde
(Deutsch oder eine andere Sprache). Wenn bei
zweisprachig aufgewachsenen Kindern (deutsch
und eine andere Sprache wurden gleich häufig
in den ersten vier Lebensjahren mit dem Kind
gesprochen) ein Elternteil als Erstsprachler mit
dem Kind Deutsch spricht, wird als Erstsprache
Deutsch dokumentiert.
Auch wenn der Anteil an Kindern mit einer Fami-
lienzuwanderungsschichte in den letzten Jahren
relativ unverändert geblieben ist, zeigt sich bei
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
Gesundheits- und Veterinäramt Münster, Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit
17
Abbildung 5 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen
und Schulanfänger mit deutscher / anderer Erstsprache in
den Einschulungsjahrgängen 2014 bis 2024 in Münster
der Erstsprache des Kindes, dass immer mehr
Vorschulkinder mit einer anderen Muttersprache
als Deutsch in den ersten vier Lebensjahren auf-
wachsen (Abbildung 5). Wiesen die Jahrgänge
2014 und 2015 noch einen Anteil von 17,1 Pro-
zent Kinder mit anderer Erstsprache auf, sind es
in den zusammengefassten Jahrgängen 2023
und 2024 schon 27,8 Prozent, die eine andere
Muttersprache als Deutsch haben.
Die stadtteilbezogene Auswertung zur Erstspra-
che findet sich im Anhang auf Seite 47.
3.4 Besuchsdauer einer Kindertagesstätte
Der Besuch einer Kindertagesstätte (Kita) gehört
für die meisten Kinder inzwischen fest zu ihrem
Alltag, nicht nur als Ort für Betreuung und Erzie-
hung, sondern auch als Bildungsort. In zahlrei-
chen Studien konnte bereits gezeigt werden,
dass eine qualitativ hochwertige Betreuung in ei-
ner Kindertageseinrichtung einen positiven Ef-
fekt auf die kognitive und sprachliche Entwick-
lung des Kindes haben kann.
6 Eine Studie mit
Daten des Nationalen Bildungspanels zeigt zu-
dem, dass Kinder aus sozial benachteiligten Fa-
milien von einer institutionellen Betreuung be-
sonders profitieren.
7
Bei der Schuleingangsuntersuchung wird an-
hand der Angabe der Eltern/Sorgeberechtigten
erfasst, ob das Kind eine Kita besucht und wenn
ja, seit wann. Die Angabe zur Besuchsdauer be-
zieht sich auf den Zeitraum von der Aufnahme
des Kindes in Kita bis zum Zeitpunkt der Ein-
schulungsuntersuchung. Nicht berücksichtigt
wird dabei, ob das Kind die Einrichtung regelmä-
ßig besucht oder es unter Umständen längere
Unterbrechungen gegeben hat.
Abbildung 6 Dauer des Kitabesuchs von der Aufnahme in Kita (Angabe der Eltern / Sorgeberechtigten) bis zur Schulei n-
gangsuntersuchung der Schulanfängerinnen und Schulanfänger in den Einschulungsjahrgängen 2014 bis 2024 in Münster
6 https://www.dji.de/fileadmin/user_upload/bibs2022/Kinderbetreuungsreport_2022_Studie5_Betreuungskarrieren.pdf [zuletzt abgerufen
24.02.2025]
7 https://www.lifbi.de/Portals/2/Publikationen/Transferberichte/LIfBi%20Forschung%20kompakt/LIfBi-Forschung-kompakt_05_Kita.pdf
[zuletzt abgerufen 24.02.2025]
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
Gesundheits- und Veterinäramt Münster, Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit
18
Abbildung 7 Prozentualer Anteil der in Deutschland geb o-
renen Schulanfängerinnen und Schulanfänger mit einer
Kitabesuchsdauer von mindestens 24 Monaten in den Ein-
schulungsjahrgängen 2014 bis 2024 in Münster, differen -
ziert nach Geschlecht, Erstsprache
Abbildung 6 zeigt, dass Münsters Vorschulkin-
der im Verlauf der betrachteten elf Jahre immer
länger eine Kita besucht haben. Besuchten in
den zusammengefassten Einschulungsjahrgän-
gen 2014 und 2015 im Durchschnitt noch 14,9
Prozent der Kinder mindestens vier Jahre eine
Kita, waren es in den Jahrgängen 2023 und
2024 schon 34,7 Prozent, wohingegen 57,8 Pro-
zent der Kinder der Jahrgänge 2014 und 2015,
aber nur noch 30,9 Prozent der Kinder der Jahr-
gänge 2023 und 2024 die Kita bis zu drei Jahren
Dauer besuchten.
Für die weiteren Auswertungen wurde neben
dem Geschlecht und der Erstsprache auch nach
der Kitabesuchsdauer differenziert, um mögliche
Zusammenhänge des Kitabesuchs mit den erho-
benen Befunden feststellen zu können. Dabei
wurde mit einem Cut off-Wert der Kitabesuchs-
dauer von 24 Monaten (weniger als 24 Monate /
mindestens 24 Monate) die Grenze bewusst auf
zwei (letzte, beitragsfreie) Kitajahre, gelegt, um
Hinweise darauf zu erhalten, ob und wie sich be-
reits zwei Jahre Kitabesuch auf die Fähigkeiten
und Befunde der Kinder auswirken können. Da
in der Schuleingangsuntersuchung nicht erho-
ben wird, wie lange ein Kind, das nicht in
Deutschland geboren wurde, bereits in Deutsch-
land lebt, wurde bei den Auswertungen nach der
Kitabesuchsdauer jeweils nur die Gruppe der
Kinder betrachtet, die auch in Deutschland ge-
boren wurden, und somit überhaupt eine
Chance hatten, die Kita mindestens zwei Jahre
lang zu besuchen. Hier zeigt sich wie in Abbil-
dung 7 dargestellt, dass die in Deutschland ge-
borenen Kinder mit deutscher Erstsprache zum
Zeitpunkt der Einschulungsuntersuchung häufi-
ger länger eine Kita besucht haben als die Kin-
der mit einer anderen Muttersprache.
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
Gesundheits- und Veterinäramt Münster, Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit
19
4 Ausgewählte Untersuchungsergebnisse zur Gesundheit und Entwicklung
Die Schuleingangsuntersuchung soll klären, ob ein Kind gesundheitlich, kognitiv und sozial-emotio-
nal den Anforderungen des Schulalltags gewachsen ist, oder ob unter Umständen ein Förderbedarf
besteht. Hierzu sieht die Schuleingangsuntersuchung neben einer ausf ührlichen Anamnese, ver-
schiedene Untersuchungen sowie eine Beratung der Eltern/Sorgeberechtigten vor.
Die Ergebnisse spiegeln allerdings den Entwicklungsstand des Kindes zum Zeitpunkt der Schulein-
gangsuntersuchung wider, nicht zum Zeitpunkt der Einschulung. Je nachdem, wann im Untersu-
chungsjahr die Untersuchung stattfindet, kann der Untersch ied zwischen Untersuchung und Ein-
schulung für das einzelne Kind bis zu einem Jahr betragen.
Sollten sich Entwicklungsdefizite bei der Untersuchung zeigen, erfolgt stets eine ausführliche Bera-
tung der Eltern/Sorgeberechtigten hinsichtlich der Fördermöglichkeiten für die Zeit bis zur Einschu-
lung. Das kann von Tipps für die häusliche Förderung, über Logopädie, Ergotherapie und Ähnliches
bis hin zur Anbindung an eine Frühfördereinrichtung gehen. Aus d iesem Grund bemüht sich der
Kinder- und Jugendärztliche Dienst des Gesundheits- und Vete rinäramtes jedes Jahr, auch unab-
hängig von der während der Corona-Pandemie zwischenzeitlich notwendig gewordenen Priorisie-
rung, die Kinder aus Stadtteilen, Kitas und (zukünftigen) Schulen mit erfahrungsgemäß höheren
Bedarfen an Förderung möglichst früh im Untersuchungsjahr zu unter suchen, um die Zeit bis zur
Einschulung optimal zu nutzen und so jedem Kind einen guten Start in die Schule zu ermöglichen.
Abbildung 8 Kategorisierung zur Beurteilung der Deutsch-
kenntnisse der Kinder, mit denen zu Hause in den erst en
vier Lebensjahren nicht überwiegend Deutsch gesprochen
wurde. Quelle: Jugendärztliche Definitionen, LZG.NRW
4.1 Deutschkenntnisse
Mehrere Sprachen zu beherrschen ist in der
heutigen Zeit von Vorteil. Allerdings sind gute
Deutschkenntnisse unabdingbar für einen er-
folgreichen Start in der Schule. Sie erleichtern
das Lesen- und Schreibenlernen und die Kom-
munikation und Interaktion mit Anderen. Insbe-
sondere wenn Deutsch nicht die Familienspra-
che ist, wird in der Schuleingangsuntersuchung
geprüft, ob die Deutschkenntnisse des Kindes
ausreichen, um erfolgreich am Unterricht der 1.
Klasse teilnehmen zu können oder ob der Bedarf
an Förderung in der deutschen Sprache besteht.
4.1.1 Deutschkenntnisse von Kindern mit einer
anderen Erstsprache als Deutsch
Die Beurteilung der Deutschkenntnisse bei
Kindern, mit denen zu Hause in den ersten vier
Lebensjahren nicht überwiegend Deutsch ge-
sprochen wurde erfolgt in der Schuleingangs-
untersuchung durch die Untersucherin / den Un-
tersucher gemäß den Kategorien in Abbildung 8.
Für die Auswertung wurden die Kategorien der
Deutschkenntnisse zusammengefasst in die Ka-
tegorien 1 bis 3 als keine bis mäßige Deutsch-
kenntnisse und die Kategorien 4 und 5 als gute
bis sehr gute Deutschkenntnisse.
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
Gesundheits- und Veterinäramt Münster, Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit
20
Abbildung 9 Prozentualer Anteil der in Deutschland geb orenen und mit nicht deutscher Erstsprache aufgewachsen en
Schulanfängerinnen und Schulanfänger mit keinen bis mäßigen / guten bis sehr guten Deutschkenntnissen in den Ein-
schulungsjahrgängen 2014 bis 2024 in Münster, differenziert nach Geschlecht, Kitabesuchsdauer
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
Gesundheits- und Veterinäramt Münster, Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit
21
Die Daten der Einschulungsuntersuchungen
2014 bis 2024 zeigen in Abbildung 9, dass ins-
gesamt der Anteil der in Deutschland geborenen
Vorschulkinder nicht deutscher Muttersprache
mit guten bis sehr guten Deutschkenntnissen
über diesen Zeitraum um circa 15 Prozentpunkte
von 71,1 Prozent auf 56,5 Prozent abgenommen
hat. Dabei weist ein größerer Anteil Mädchen in
allen Beobachtungszeiträumen bessere
Deutschkenntnisse auf als Jungen. Betrachtet
man den Einfluss der Kitabesuchsdauer wird
deutlich, dass der Anteil Kinder, die mindestens
24 Monate eine Kita besuchen, häufiger bessere
Deutschkenntnisse aufweist als der Anteil Kin-
der, bei denen eine Kitabesuchsdauer bis zu 24
Monate dokumentiert wurde.
4.1.2 Deutschförderbedarf
Die Feststellung eines Deutschförderbedarfs
wird in der Schuleingangsuntersuchung wie die
Beurteilung der Deutschkennnisse in Zusam-
menschau aller Befunde von der Untersucherin /
dem Untersucher getroffen.
Einfluss von Geschlecht und Erstsprache
In Abbildung 10 zeigt sich, dass der Anteil Kinder
mit Deutschförderbedarf an allen Kindern in den
letzten elf Jahren kontinuierlich angestiegen ist
von 17,1 Prozent in den Einschulungsjahrgän-
gen 2014/15 auf 23,2 Prozent in den Jahrgängen
2023/24. Das bedeutet, fast ein Viertel aller Kin-
der eines Jahrgangs weist zum Zeitpunkt der
Schuleingangsuntersuchung inzwischen einen
Deutschförderbedarf auf. Der Anteil Jungen mit
Förderbedarf liegt dabei über dem gesamten
Zeitraum etwas über dem der Mädchen. Von al-
len Kindern, deren Muttersprache nicht Deutsch
ist, weisen in der Schuleingangsuntersuchung
inzwischen mehr als 70 Prozent Deutschförder-
bedarf auf, knapp neun Prozent mehr als noch
vor zehn Jahren.
Einfluss der Kitabesuchsdauer
Betrachtet man den Einfluss der Kitabesuchs-
dauer auf den Deutschförderbedarf, ist zu erken-
nen, dass sich dieser über die letzten Jahre so-
wohl in der Gruppe der Kinder, die bis 24 Monate
eine Kita besucht haben, als auch bei den Kin-
dern mit mindestens zwei Jahren Kitabesuch er-
höht hat, die Kinder mit dem längeren Kitabe-
such jedoch signifikant weniger häufig Deutsch-
förderbedarf aufweisen als die Kinder, die weni-
ger als zwei Jahre eine Kita besuchten (siehe
Abbildung 11).
Abbildung 10 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen
und Schulanfänger mit Deutschförderbedarf in den Ein-
schulungsjahrgängen 2014 bis 2024 in Münster, differen -
ziert nach Geschlecht, nicht deutscher Erstsprache
Die stadtteilbezogene Auswertung zum
Deutschförderbedarf findet sich im Anhang auf
Seite 48.
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
Gesundheits- und Veterinäramt Münster, Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit
22
Abbildung 11 Prozentualer Anteil der in Deutschland gebo-
renen Schulanfängerinnen und Schulanfänger mit nicht
deutscher Erstsprache und Deutschförderbedarf in den
Einschulungsjahrgängen 2014 bis 2024 in Münster, diff e-
renziert nach Kitabesuchsdauer
4.2 Sozialpädiatrisches Entwicklungsscreening
für Schuleingangsuntersuchungen (SOPESS)
Entwicklungsstörungen gehören zu den häufigs-
ten Gesundheitsproblemen bei Kindern im Ein-
schulungsalter.
Zur Schuleingangsuntersuchung gehört daher
neben der Erhebung für den Schulbesuch rele-
vanter gesundheitlicher Befunde auch die Beur-
teilung der sozial-emotionalen Entwicklung so-
wie die Beurteilung des Entwicklungsstandes
des Kindes in schulrelevanten Teilleistungsbe-
reichen. Hierzu wird seit vielen Jahren das stan-
dardisierte Sozialpädiatrische Entwicklungs-
screening für Schuleingangsuntersuchungen
(SOPESS) angewendet. Dieses Screening
wurde vom Landesinstitut für Gesundheit und
Arbeit des Landes Nordrhein-Westfalen (heute
LZG.NRW) in Zusammenarbeit mit den Kinder-
und Jugendgesundheitsdiensten der Gesund-
8 https://www.lzg.nrw.de/nocms/jahresberichte/reports/2019/up3/sopess_punkte/sopess.html [zuletzt abgerufen 24.02.2025]
heitsämter Nordrhein-Westfalens und der Uni-
versität Bremen entwickelt.
8
4.2.1 SOPESS: Auffälligkeiten beim Erkennen
und Zeichnen von Objekten und Formen
Das Erkennen und Zeichnen von Objekten und
Formen zählt zu den Vorläuferfähigkeiten für
den Erwerb von Schreib-, Lese- und Rechenfä-
higkeiten und ist damit eine Grundvorausset-
zung für einen erfolgreichen Schulbesuch. Zur
Überprüfung dieser schulrelevanten Fähigkeit
dienen Einzeltests in den Bereichen der Visuo-
motorik, der selektiven Aufmerksamkeit und des
visuellen Wahrnehmens und Schlussfolgerns.
Abbildung 12 Erfasste Kompetenzen im Merkmalsbereich
SOPESS: Erkennen und Zeichnen von Objekten und For-
men"; Quelle: LZG.NRW (eigene Darstellung)
Die damit erfassten Kompetenzen sind in Abbil-
dung 12 dargestellt und beinhalten unter ande-
rem die Fähigkeit, sich konzentrieren und kurz-
fristig die Aufmerksamkeit fokussieren zu kön-
nen, eine ausreichende Auge-Hand-Koordina-
tion, die Fähigkeit, mit einem Schreibutensil Zei-
chen und Bilder auf eine Unterlage zu bringen,
die feinmotorische Bewegungskoordination so-
wie das logisch schlussfolgernde Denken und
das Erkennen von Zusammenhängen und Re-
geln. Als auffällig gelten Kinder, die in diesen
Merkmalsbereichen mindestens ein auffälliges
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
Gesundheits- und Veterinäramt Münster, Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit
23
Screening-Ergebnis bei den schulärztlichen Un-
tersuchungen erhielten.
Einfluss von Geschlecht und Erstsprache
Abbildung 13 zeigt, dass der Anteil auffälliger
Kinder im Merkmalsbereich SOPESS: Erken-
nen und Zeichnen von Objekten und Formen
zunächst von 2014 bis 2022 kontinuierlich zuge-
nommen hat von 20,1 Prozent auf 23,4 Prozent,
in den zusammengefassten aktuellsten Jahrgän-
gen 2023 und 2024 jedoch etwa wieder auf das
Niveau von 2014/15 zurückgegangen ist. Dabei
zeigt sich in allen Beobachtungszeiträumen ein
signifikanter Unterschied zwischen Jungen und
Mädchen von mindestens 10 Prozentpunkten zu
Gunsten der Mädchen. Betrachtet man die Erst-
sprache, mit der die untersuchten Kinder in den
ersten vier Lebensjahren aufgewachsen sind,
zeigt sich, dass Kinder, deren Erstsprache nicht
Deutsch ist, über alle Zeiträume signifikant häu-
figer Auffälligkeiten im Merkmalsbereich aufwei-
sen als Kinder mit deutscher Muttersprache. Die
Unterschiede betragen in allen Zeiträumen über
20 Prozentpunkte.
Einfluss der Kitabesuchsdauer
Um den Einfluss der Kitabesuchsdauer auf den
Merkmalsbereich SOPESS: Erkennen und
Zeichnen von Objekten und Formen zu untersu-
chen, wurden nur die in Deutschland geborenen
Kinder betrachtet, die auch bereits die Möglich-
keit hatten, mindestens zwei Jahre eine Kita zu
besuchen. Abbildung 14 zeigt, dass in allen Be-
obachtungszeiträumen die Kinder, die zum Zeit-
punkt der Schuleingangsuntersuchung mindes-
tens zwei Jahre eine Kita besucht haben, signifi-
kant weniger häufig Auffälligkeiten im Merkmals-
bereich aufweisen. Zudem liegt bei diesen Kin-
dern der Anteil Auffälliger bei gut 18 Prozent,
und damit etwa wieder auf dem Niveau wie
2014/15, während der Anteil auffälliger Kinder
mit weniger als 24 Monaten Kitabesuchsdauer
inzwischen bei 46,8 Prozent liegt und sich damit
seit 2014/15 um gut 10 Prozentpunkte erhöht
hat. Betrachtet man im Kontext der Kitabesuchs-
dauer die Erstsprache des Kindes, zeigt sich,
dass alle Kinder signifikant weniger häufig Auf-
fälligkeiten im untersuchten Merkmalsbereich
zeigen, wenn sie mindestens zwei Jahre eine
Kita besucht haben.
Abbildung 13 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen
und Schulanfänger mit Auffälligkeiten im Merkmalsbereic h
SOPESS: Erkennen und Zeichnen von Objekten und For-
men" in den Einschulungsjahrgängen 2014 bis 2024 in
Münster, differenziert nach Geschlecht, Erstsprache
Allerdings weisen die Kinder mit nicht deutscher
Muttersprache insgesamt häufiger Auffälligkei-
ten auf als die Kinder mit deutscher Erstsprache.
Den höchsten Anteil an Auffälligkeiten weisen
mit aktuell gut 60 Prozent die Kinder mit nicht
deutscher Muttersprache und weniger als 24
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
Gesundheits- und Veterinäramt Münster, Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit
24
Monaten Kitabesuch auf, währenddessen der
Anteil bei den Kindern mit deutscher Mutterspra-
che, die mehr als 24 Monate eine Kita besuchen,
mit 13,5 Prozent am niedrigsten ist.
Abbildung 14 Prozentualer Anteil der in Deutschland gebo-
renen Schulanfängerinnen und Schulanfänger mit Auffällig-
keiten im Merkmalsbereich SOPESS: Erkennen und
Zeichnen von Objekten und Formen" in den Einschulungs-
jahrgängen 2014 bis 2024 in Münster, differenziert nach
Kitabesuchsdauer und Erstsprache
Die stadtteilbezogene Auswertung zum Merk-
malsbereich SOPESS: Erkennen und Zeichnen
von Objekten und Formen findet sich im Anhang
auf Seite 49.
4.2.2 SOPESS: Auffälligkeiten im Umgang mit
Zahlen und Mengen
Der Umgang mit Zahlen und Mengen kann Hin-
weise auf Auffälligkeiten im Bereich der Vorläu-
ferfertigkeiten des Rechnens zum Zeitpunkt der
Schuleingangsuntersuchung geben. Hierzu die-
nen Tests aus den Merkmalsbereichen Zählen
und Mengenvorwissen.
In Abbildung 15 sind damit erfasste Kompeten-
zen dargestellt. Als auffällig gelten Kinder, die in
diesen Merkmalsbereichen mindestens ein auf-
fälliges Screening-Ergebnis bei den schulärztli-
chen Untersuchungen erhielten.
Abbildung 15 Erfasste Kompetenzen im Merkmalsbereich
SOPESS: Umgang mit Zahlen und Mengen"; Quelle:
LZG.NRW (eigene Darstellung)
Einfluss von Geschlecht und Erstsprache
Abbildung 16 zeigt, dass der Anteil der auffälli-
gen Kinder im Merkmalsbereich SOPESS: Um-
gang mit Zahlen und Mengen von 2014 bis 2024
kontinuierlich von 14, 3Prozent auf 19,3 Prozent
zugenommen hat. Dabei zeigt die Gruppe der
Jungen einen größeren Anteil auffälliger Kinder
sowie einen etwas stärkeren Anstieg in den letz-
ten elf Jahren als die Mädchen. Betrachtet man
die Erstsprache, mit der die untersuchten Kinder
in den ersten vier Lebensjahren aufgewachsen
sind, zeigt sich, dass Kinder, deren Erstsprache
nicht Deutsch ist, in allen Zeiträumen etwa drei-
mal häufiger Auffälligkeiten im Merkmalsbereich
aufweisen als Kinder mit deutscher Mutterspra-
che.
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
Gesundheits- und Veterinäramt Münster, Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit
25
Abbildung 16 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen
und Schulanfänger mit Auffälligkeiten im Merkmalsbereic h
SOPESS: Umgang mit Zahlen und Mengen" in den Ein-
schulungsjahrgängen 2014 bis 2024 in Münster, differen -
ziert nach Geschlecht, Erstsprache
Einfluss der Kitabesuchsdauer
Um den Einfluss der Kitabesuchsdauer auf den
Merkmalsbereich SOPESS: Umgang mit Zah-
len und Mengen zu untersuchen, wurden auch
hier nur die in Deutschland geborenen Kinder
betrachtet.
Abbildung 17 Prozentualer Anteil der in Deutschland gebo-
renen Schulanfängerinnen und Schulanfänger mit Auffällig-
keiten im Merkmalsbereich SOPESS: Umgang mit Zahlen
und Mengen" in den Einschulungsjahrgängen 2014 bis
2024 in Münster, differenziert nach Kitabesuchsdauer und
Erstsprache
Abbildung 17 zeigt, dass in allen Beobachtungs-
zeiträumen die Kinder, die zum Zeitpunkt der
Schuleingangsuntersuchung mindestens zwei
Jahre eine Kita besucht haben, signifikant weni-
ger häufig Auffälligkeiten im Merkmalsbereich
aufweisen. Bei diesen Kindern liegt der Anteil
Auffälliger in den beiden aktuellsten Jahrgängen
bei 16,5 Prozent, während der Anteil auffälliger
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
Gesundheits- und Veterinäramt Münster, Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit
26
Kinder mit weniger als 24 Monaten Kitabesuchs-
dauer im selben Zeitraum bei knapp 40 Prozent
liegt und sich damit seit 2014/15 um gut 16 Pro-
zentpunkte erhöht hat. Betrachtet man im Kon-
text der Kitabesuchsdauer die Erstsprache des
Kindes, zeigt sich, dass sowohl Kinder mit deut-
scher wie auch anderer Muttersprache signifi-
kant weniger häufig Auffälligkeiten im untersuch-
ten Merkmalsbereich zeigen, wenn sie mindes-
tens zwei Jahre eine Kita besucht haben. Aller-
dings weisen die Kinder mit nicht deutscher Mut-
tersprache sowohl bei mindestens 24-monati-
gem als auch bei kürzerem Kitabesuch häufiger
Auffälligkeiten auf als die Kinder mit deutscher
Erstsprache. Den höchsten Anteil an Auffällig-
keiten weisen die Kinder mit nicht deutscher
Muttersprache und weniger als 24 Monaten Kita-
besuch auf, das betrifft in den Jahrgängen 2023
und 2024 gut die Hälfte der entsprechenden Kin-
der, währenddessen der Anteil bei den Kindern
mit deutscher Muttersprache, die mindestens 24
Monate eine Kita besuchen, mit aktuell 11,7 Pro-
zent am niedrigsten ist.
Die stadtteilbezogene Auswertung zum Merk-
malsbereich SOPESS: Umgang mit Zahlen und
Mengen findet sich im Anhang auf Seite 50.
4.2.3 SOPESS: Pseudowörter nachsprechen
Sprachkompetenz ist ein wichtiger Baustein so-
wohl im Alltag als auch für einen gelingenden
Schulbesuch. Sprache und Sprechen sind
Grundvoraussetzungen für die aktive Teilnahme
am Unterricht und das Erlernen des Lesens und
Schreibens. Eine medizinisch relevante Sprach-
entwicklungsstörung, die nicht ausreichend the-
rapiert wird, kann zu einer erheblichen Beein-
trächtigung des Kindes führen, die später nicht
mehr aufgeholt werden kann. In der Schulein-
gangsuntersuchung werden Sprache und Spre-
chen im Rahmen des SOPESS Entwicklungs-
screenings untersucht. An dieser Stelle werden
die Ergebnisse des Untertests Pseudowörter
nachsprechen berichtet, der, da nicht sprachge-
bunden, sowohl bei Kindern mit deutscher Erst-
sprache wie auch bei Kindern mit einer anderen
Muttersprache als Deutsch durchgeführt wird.
9 Jugendärztliche Definitionen. LZG.NRW
Abbildung 18 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen
und Schulanfänger mit Auffälligkeiten im Merkmalsbereic h
SOPESS: Pseudowörter nachsprechen" in den Einschu-
lungsjahrgängen 2014 bis 2024 in Münster, differenzie rt
nach Geschlecht, Erstsprache
Durch das Pseudowörternachsprechen kann die
unmittelbare Merkspanne (auditive Merkfähig-
keit) erfasst werden, die beispielsweise bei Kin-
dern, die zwei- oder mehrsprachig aufwachsen,
zwischen einer Sprachentwicklungsstörung und
erwerbsbedingten Sprachschwierigkeiten
(Fremdsprache) differenzieren kann
9.
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
Gesundheits- und Veterinäramt Münster, Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit
27
Einfluss von Geschlecht und Erstsprache
Abbildung 18 zeigt, dass der Anteil auffälliger
Kinder im Merkmalsbereich SOPESS: Pseu-
dowörter nachsprechen bei der Betrachtung al-
ler Kinder insgesamt auf niedrigem Niveau von
unter 10 Prozent liegt, wobei ein geringer An-
stieg um gut 2 Prozentpunkte in den letzten elf
Jahren zu verzeichnen ist.
Abbildung 19 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen
und Schulanfänger mit Auffälligkeiten im Merkmalsbereic h
SOPESS: Pseudowörter nachsprechen" in den Einschu-
lungsjahrgängen 2014 bis 2024 in Münster, differenzie rt
nach Kitabesuchsdauer und Erstsprache
Die Gruppe der Jungen zeigt insgesamt einen
etwas größeren Anteil auffälliger Kinder im Ver-
gleich zu den Mädchen sowie einen etwas stär-
keren Anstieg in den letzten elf Jahren. Differen-
ziert man nach der Erstsprache, mit der die un-
tersuchten Kinder in den ersten vier Lebensjah-
ren aufgewachsen sind, zeigt sich, dass Kinder,
deren Erstsprache nicht Deutsch ist, in allen
Zeiträumen häufiger Auffälligkeiten im Merk-
malsbereich aufweisen als Kinder mit deutscher
Muttersprache. Zudem ist ein größerer Anstieg
von 8,1 Prozent auf 14,9 Prozent zu verzeich-
nen, wohingegen bei den Kindern mit deutscher
Muttersprache der Anteil auffälliger Kinder auf
einem Niveau von knapp sechs Prozent in den
letzten Jahrgängen wieder rückläufig ist.
Einfluss der Kitabesuchsdauer
Um den Einfluss der Kitabesuchsdauer auf den
Merkmalsbereich SOPESS: Pseudowörter
nachsprechen zu untersuchen, wurden auch
hier nur die in Deutschland geborenen Kinder
betrachtet. Abbildung 19 zeigt, dass in allen Be-
obachtungszeiträumen die Kinder, die zum Zeit-
punkt der Schuleingangsuntersuchung mindes-
tens zwei Jahre eine Kita besucht haben, signifi-
kant weniger häufig Auffälligkeiten im Merkmals-
bereich aufweisen. Bei diesen Kindern liegt der
Anteil Auffälliger in den beiden aktuellsten Jahr-
gängen bei gut 7 Prozent, während der Anteil
auffälliger Kinder mit weniger als 24 Monaten
Kitabesuchsdauer im selben Zeitraum bei fast
20 Prozent liegt und sich damit seit 2014/15 um
mehr als 10 Prozentpunkte erhöht hat. Betrach-
tet man im Kontext der Kitabesuchsdauer die
Erstsprache des Kindes, zeigt sich, dass sowohl
Kinder mit deutscher wie auch anderer Mutter-
sprache signifikant weniger häufig Auffälligkei-
ten im untersuchten Merkmalsbereich zeigen,
wenn sie mindestens zwei Jahre eine Kita be-
sucht haben. Allerdings weisen die Kinder mit
nicht deutscher Muttersprache sowohl bei min-
destens 24-monatigem als auch bei kürzerem
Kitabesuch häufiger Auffälligkeiten auf als die
Kinder mit deutscher Erstsprache. Den höchsten
Anteil an Auffälligkeiten weisen die Kinder mit
nicht deutscher Muttersprache und weniger als
24 Monaten Kitabesuch auf, das betrifft in den
Jahrgängen 2023 und 2024 gut ein Viertel der
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
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28
entsprechenden Kinder, währenddessen der An-
teil bei den Kindern mit deutscher Mutterspra-
che, die mindestens 24 Monate eine Kita besu-
chen, mit aktuell 5,4 Prozent am niedrigsten ist.
Die stadtteilbezogene Auswertung zum Merk-
malsbereich SOPESS: Pseudowörter nach-
sprechen findet sich im Anhang auf Seite 51.
4.3 Körpergewicht
Übergewicht und Adipositas im Kindesalter füh-
ren nicht selten bereits im Kindes- und Jugend-
alter zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen
sowie zu einer höheren Wahrscheinlichkeit für
Erkrankungen im Erwachsenenalter. Außerdem
sind Übergewicht und Adipositas bei Kindern
und Jugendlichen mit einer erheblichen Ein-
schränkung der Lebensqualität sowie mit einem
höheren Risiko für Mobbing verbunden
10.
Bei der Schuleingangsuntersuchung werden das
Gewicht und die Körpergröße des Kindes ermit-
telt und anhand der BMI-Referenzkurven von
Kromeyer-Hausschild bewertet
11. Dies führt zu
einer Einteilung nach Untergewicht / extremes
Untergewicht, Normalgewicht und Überge-
wicht/Adipositas.
Einfluss von Geschlecht und Erstsprache
Die Daten der Schuleingangsuntersuchungen
der letzten elf Jahre zeigen mit Ausnahme der
Jahrgänge 2014 und 2015 sowie der wegen der
Corona-Pandemie nicht voll erhobenen Jahr-
gänge 2020 bis 2022 jeweils einen Anteil von
unter zehn Prozent an Kindern, die an Überge-
wicht oder Adipositas leiden (siehe Abbildung
20). Dabei gibt es keine signifikanten Unter-
schiede zwischen Jungen und Mädchen. Kinder
mit einer anderen Muttersprache als Deutsch
weisen jedoch in allen Beobachtungszeiträumen
signifikant häufiger Übergewicht und Adipositas
auf als Kinder mit einer anderen Muttersprache.
Insgesamt ist jedoch der Anteil an Kindern mit
Übergewicht und Adipositas über die betrachte-
ten elf Jahre leicht rückläufig.
10 https://edoc.rki.de/bitstream/handle/176904/3031.2/JoHM_01_2018_Adipositas_KiGGS-Welle2.pdf?sequence=7&isAllowed=y [zu-
letzt abgerufen 24.02.2025]
11 https://adipositas-gesellschaft.de/ueber-adipositas/adipositas-im-kindes-jugendalter/ [zuletzt abgerufen 24.02.2025]
Abbildung 20 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen
und Schulanfänger mit Übergewicht und Adipositas in den
Einschulungsjahrgängen 2014 bis 2024 in Münster, diff e-
renziert nach Geschlecht, Erstsprache
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
Gesundheits- und Veterinäramt Münster, Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit
29
Einfluss der Kitabesuchsdauer
Um einen möglichen Einfluss der Kitabesuchs-
dauer auf Körpergewicht zu untersuchen, wur-
den auch an dieser Stelle nur die in Deutschland
geborenen Kinder betrachtet.
Abbildung 21 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen
und Schulanfänger mit Übergewicht und Adipositas in den
Einschulungsjahrgängen 2014 bis 2024 in Münster, diff e-
renziert nach Kitabesuchsdauer und Erstsprache
Abbildung 21 zeigt, dass in allen Beobachtungs-
zeiträumen die Kinder, die zum Zeitpunkt der
12 https://www.kindersicherheit.de/kindersicherheit/sicherheitstipps/8-tipps-wie-kinder-sicher-schwimmen-lernen [zuletzt abgerufen
24.02.2025]
Schuleingangsuntersuchung mindestens zwei
Jahre eine Kita besucht haben, signifikant weni-
ger häufig Übergewicht und Adipositas aufwei-
sen. Bei diesen Kindern liegt der Anteil mit Über-
gewicht und Adipositas in den beobachteten
Zeiträumen zwischen knapp 8 und gut 10 Pro-
zent, während der Anteil auffälliger Kinder mit
weniger als 24 Monaten Kitabesuchsdauer zwi-
schen knapp 15 und 17 Prozent liegt. Betrachtet
man im Kontext der Kitabesuchsdauer die Erst-
sprache des Kindes, zeigt sich auch hier, dass
sowohl Kinder mit deutscher wie auch anderer
Muttersprache signifikant weniger häufig Über-
gewicht und Adipositas aufweisen, wenn sie
mindestens zwei Jahre eine Kita besucht haben.
Allerdings weisen die Kinder mit nicht deutscher
Muttersprache sowohl bei mindestens 24-mona-
tigem als auch bei kürzerem Kitabesuch häufiger
Auffälligkeiten auf als die Kinder mit deutscher
Erstsprache. Den höchsten Anteil an Überge-
wicht und Adipositas weisen die Kinder mit nicht
deutscher Muttersprache und weniger als 24
Monaten Kitabesuch auf, das betrifft in den Jahr-
gängen 2023 und 2024 gut 17 Prozent der ent-
sprechenden Kinder, währenddessen der Anteil
bei den Kindern mit deutscher Muttersprache,
die mehr als 24 Monate eine Kita besuchen, mit
aktuell gut 6 Prozent am niedrigsten ist.
Die stadtteilbezogene Auswertung zum Körper-
gewicht findet sich im Anhang auf Seite 52.
4.4 Schwimmfähigkeit
Neben der Prävention von Ertrinkungsunfällen
hat die Fähigkeit, schwimmen zu können, große
Bedeutung für die Gesundheit und Entwicklung
von Kindern. Muskelkraft, Ausdauer, Koordinati-
onsfähigkeit, aber auch Entspannung und nicht
zuletzt die Möglichkeit der Teilhabe an Freizeit-
aktivitäten mit Anderen spielen eine Rolle. Mit
etwa fünf Jahren ist ein Kind laut Bundesarbeits-
gemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V. für
die Teilnahme an einem Schwimmkurs für An-
fänger bereit
12.
Die Fähigkeit, schwimmen zu können, wird in
Münster schon viele Jahre bei der Einschulungs-
untersuchung von den Eltern/Sorgeberechtigten
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
Gesundheits- und Veterinäramt Münster, Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit
30
erfragt. Erst seit dem Jahr 2021 wird dabei mit
erfragt, ob bereits ein Schwimmkurs absolviert
wird/wurde oder sich die Familie bereits um ei-
nen Kurs bemüht, aber noch keinen Platz erhal-
ten hat.
Abbildung 22 Angaben zur Schwimmfähigkeit laut Eltern/ Sorgeberechtigten der Schulanfängerinnen und Schulanfä nger
der Einschulungsjahrgänge 2021 bis 2024 in Münster, differenziert nach Geschlecht, Erstsprache
Abbildung 22 zeigt, dass der Anteil der Kinder,
die zum Zeitpunkt der Einschulungsuntersu-
chung laut Angabe der Eltern/Sorgeberechtigten
noch nicht schwimmen können, zwischen den
Einschulungsjahrgängen 2021/22 und 2023/24
von 80,4 Prozent auf 73,2 Prozent gesunken ist
und mehr Kinder an einem Schwimmkurs teil-
nahmen oder auf einer Warteliste standen. Hin-
sichtlich des Geschlechts zeigt sich, dass ein et-
was größerer Anteil Mädchen zum Zeitpunkt der
Schuleingangsuntersuchung bereits schwim-
men kann. Kinder mit Erstsprache Deutsch kön-
nen laut Angabe der Eltern/Sorgeberechtigten
häufiger schwimmen als Kinder mit einer ande-
ren Muttersprache und besuchen häufiger einen
Schwimmkurs.
Ein differenzierteres Bild hinsichtlich der
Schwimmfähigkeit im Zeitverlauf zeigt Abbildung
23. Neben der Frage, ob das Kind generell
schon schwimmen kann, werden die Eltern/Sor-
geberechtigten in der Schuleingangsuntersu-
chung auch nach dem bereits erreichten
Schwimmabzeichen des Kindes gefragt. Hier
zeigt sich, dass der Anteil an Kindern mit min-
destens dem Schwimmabzeichen Seepferd-
chen von circa 30 Prozent in den Jahrgängen
bis 2019 bis auf 16,5 Prozent in den Corona-
Jahrgängen gesunken und seitdem wieder an-
gestiegen ist auf einen Anteil von knapp 22 Pro-
zent in den Einschulungsjahrgängen 2023 und
2024. Auch hier sind Unterschiede in allen be-
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
Gesundheits- und Veterinäramt Münster, Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit
31
trachteten Zeiträumen hinsichtlich des Ge-
schlechtes zu verzeichnen.
Abbildung 23 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen
und Schulanfänger, die bereits das Schwimmabzeichen
Seepferdchen erreicht haben, in den Einschulungsjahr-
gängen 2014 bis 2024 in Münster, differenziert nach Ge -
schlecht, Erstsprache
Der Anteil Jungen, der bereits das Seepferd-
chen-Abzeichen erreicht hat, ist dabei jeweils
geringer als der Anteil der Mädchen. Kinder mit
einer anderen Erstsprache als Deutsch haben in
allen Zeiträumen signifikant weniger häufig das
Abzeichen erreicht. In den aktuellsten Einschu-
lungsjahrgängen beträgt der Anteil nur noch
knapp unter fünf Prozent, wohingegen Kinder
mit deutscher Erstsprache und dem Seepferd-
chen-Abzeichen einen Anteil von 28,5 Prozent
aufweisen.
Die stadtteilbezogene Auswertung zur
Schwimmfähigkeit findet sich im Anhang auf
Seite 53.
4.5 Radfahren ohne Stützräder
Fahrradfahren trägt neben den Vorteilen, die es
für die Gesundheit im engeren Sinne hat (Herz-
Kreislauf, Atmung, Muskelkraft, Immunsystem),
im Kindesalter auch wesentlich zu einer gesun-
den Entwicklung bei. Gleichgewicht und Balance
werden durch das Radfahren (insbesondere
ohne Stützräder) trainiert, Aufmerksamkeit und
Reaktionsschnelligkeit werden gefördert, zudem
lernen Kinder, mehrere Handlungen koordiniert
und zeitgleich auszuführen. Nicht zuletzt bedeu-
tet Fahrradfahren aber auch, an gemeinsamen
Aktivitäten mit Gleichaltrigen teilnehmen zu kön-
nen, sei es zum Beispiel auf den Weg mit dem
Fahrrad in die Schule oder in der Freizeit.
Seit dem Einschulungsjahrgang 2021 wird In
Münster bei der Schuleingangsuntersuchung die
Radfahrfähigkeit des Kindes von den Eltern/Sor-
geberechtigten erfragt. Abbildung 24 zeigt, dass
der Anteil der Kinder, die ohne Stützräder Rad-
fahren können, insgesamt mit circa 85 Prozent
hoch ist, es allerdings große Unterschiede gibt
zwischen Kindern mit deutscher Muttersprache
und Kindern, mit denen in den ersten vier Le-
bensjahren hauptsächlich eine andere Sprache
gesprochen wurde. Von den Kindern der Ein-
schulungsjahrgänge 2023 und 2024 mit Mutter-
sprache Deutsch konnten zum Zeitpunkt der
Schuleingangsuntersuchung knapp 92 Prozent
ohne Stützräder Radfahren, von den Kindern mit
einer anderen Muttersprache nur gut 67 Prozent.
Ein kleinerer Unterschied zeigt sich für die bei-
den Jahrgänge hinsichtlich des Geschlechtes zu
Gunsten der Jungen, die etwas häufiger ohne
Stützräder Radfahren können als Mädchen.
Die stadtteilbezogene Auswertung zur Fähigkeit,
ohne Stützräder Radfahren zu können, findet
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
Gesundheits- und Veterinäramt Münster, Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit
32
sich im Anhang auf Seite 54.
Abbildung 24 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen
und Schulanfänger, die ohne Stützräder Radfahren kön-
nen, in den Einschulungsjahrgängen 2020 bis 2024 in
Münster, differenziert nach Geschlecht, Erstsprache
4.6 Sport in einem Sportverein / einer Sport-
gruppe
Sport hat für Kinder nicht nur gesundheitliche
Vorteile. Vor allem der Sport in einem Verein
oder in einer festen Gruppe trägt auch zur Ent-
wicklung sozialer Fähigkeiten bei. Teamwork,
Verantwortungsbewusstsein und Selbstbe-
wusstsein werden gefördert, der Umgang mit Er-
folg und Misserfolg gelernt und nicht zuletzt bie-
tet Sport einen Kontrast zu den immer mehr Zeit
einnehmenden passiven Aktivitäten wie Fernse-
hen oder Computerspielen.
In der Schuleingangsuntersuchung wird von den
Eltern/Sorgeberechtigten erfragt, ob das Kind
zum Zeitpunkt der Untersuchung Sport in einem
Sportverein oder einer Sportgruppe treibt. Hier
zeigt sich, wie in Abbildung 25 dargestellt, dass
der Anteil Kinder, die Sport in einem Verein oder
in einer Gruppe treiben, an allen Kindern über
die letzten Jahre ziemlich konstant bei circa 54
Prozent liegt. Der Anteil Mädchen liegt in allen
Beobachtungszeiträumen über dem der Jungen.
Vergleicht man die Kinder mit deutscher und
nicht deutscher Erstsprache, zeigt sich, dass der
Anteil der Kinder mit deutscher Erstsprache, die
Sport in einem Verein / einer Sportgruppe ma-
chen, mit gut 60 Prozent etwa doppelt so groß
ist wie der Anteil Kinder mit anderer Erstsprache.
Die stadtteilbezogene Auswertung zum Sport im
Sportverein / in einer Sportgruppe findet sich im
Anhang auf Seite 55.
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
Gesundheits- und Veterinäramt Münster, Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit
33
Abbildung 25 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen
und Schulanfänger, die Sport in einem Sportverein / in einer
Sportgruppe treiben, in den Einschulungsjahrgängen 2014
bis 2024 in Münster, differenziert nach Geschlecht, Ers t-
sprache (n.e. = nicht erhoben)
4.7 Medienkonsum
Die modernen Medien haben sich in den letzten
Jahren rasant verbreitet und sind auch im tägli-
chen Umgang bei Kindern in allen sozialen
13 https://www.kindergesundheit-info.de/themen/medien/mediennutzung/medien-gefahren/ [zuletzt abgerufen 24.02.2025]
14 https://register.awmf.org/assets/guidelines/027-075l_S2k_Praevention-dysregulierten-Bildschirmmediengebrauchs-Kinder-Jugendli-
che_2023-09.pdf [zuletzt abgerufen 24.02.2025]
Schichten nicht mehr wegzudenken. Unter Me-
dienkonsum wird die Nutzung von Bildschirm-
medien wie Fernseher, Computer, Tablets,
Spielekonsolen oder Smartphones zum passi-
ven Konsum, zum Spielen oder zur Kommunika-
tion verstanden. Moderne Medien können
durchaus als sinnvolle Ergänzung schulischer
und außerschulischer Bildung dienen, jedoch
birgt vor allem ein zu früher, zu häufiger und
nicht altersgerechter Konsum Gefahren hinsicht-
lich unter anderem der Sprachentwicklung, Kon-
zentrationsfähigkeit, in Bezug auf die Entwick-
lung von Übergewicht/Adipositas oder Haltungs-
schäden.
13 Gemäß der Leitlinie Prävention dys-
regulierten Bildschirmmediengebrauchs in Kind-
heit und Jugend wird bei 3- bis 6-jährigen Kin-
dern eine Nutzung von Bildschirmmedien von
höchstens 30 Minuten an einzelnen Tagen emp-
fohlen.
14
Abbildung 26 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen
und Schulanfänger mit mehr als 30 Minuten Medienkonsum
pro Tag in den Einschulungsjahrgängen 2023 und 2024 i n
Münster, differenziert nach Geschlecht, Erstsprache
Im Rahmen der Schuleingangsuntersuchung ga-
ben die Eltern/Sorgeberechtigten von 43 Pro-
zent der untersuchten Kinder eine tägliche Medi-
ennutzung von mehr als 30 Minuten bei ihren
Kindern an, bei den Jungen war dieser Anteil
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
Gesundheits- und Veterinäramt Münster, Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit
34
noch etwas größer als bei den Mädchen. Kinder
mit einer anderen Erstsprache als Deutsch zeig-
ten mit knapp 69 Prozent einen mehr als doppelt
so großen Anteil mit einer Mediennutzung von
mehr als 30 Minuten wie Kinder mit deutscher
Erstsprache.
Die stadtteilbezogene Auswertung zum Medien-
konsum findet sich im Anhang auf Seite 56.
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
Gesundheits- und Veterinäramt Münster, Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit
35
5 Gesundheitsvorsorge im Kindesalter
Kinder gesund zu halten und vor Krankheiten zu schützen sind elementare Bausteine für ein gesun-
des Aufwachsen. Im Rahmen der primären und sekundären Prävention von Krankheiten und Ent-
wicklungsstörungen dienen hierzu unter anderem die Vorsorgeuntersuchungen für Kinder sowie die
Impfungen.
5.1 Teilnahme an den Vorsorgeuntersuchun-
gen für Kinder
Die kindliche Entwicklung verläuft gerade in den
ersten Jahren in großen Schritten. Umso wichti-
ger ist es, den Gesundheitszustand sowie die al-
tersgerechte Entwicklung regelmäßig ärztlich
überprüfen zu lassen. Hierfür hat der Gesetzge-
ber die Gesundheitsuntersuchungen für Kinder
und Jugendliche (U-Untersuchungen) im Leis-
tungskatalog der gesetzlichen Krankenversiche-
rung festgelegt (§ 26 SGB V). Aktuell sind dies
die zehn Untersuchungen U1 bis U9 sowie die
J1, die jedem Kind kostenlos zur Verfügung ste-
hen. Einzelne Krankenkassen übernehmen dar-
über hinaus zusätzliche Untersuchungen für Kin-
der im Grundschulalter (U10 und U11) und für
Jugendliche (J2).
Abbildung 27 Vorgesehenes Alter des Kindes für die Vor-
sorgeuntersuchungen U1 bis U9, Quelle: https://www.k in-
dergesundheit-info.de/ (eigene Darstellung)
15 https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_text_anzeigen?v_id=10000000000000000719 [zuletzt abgerufen 24.02.2025]
16 https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_text_anzeigen?v_id=10000000000000000065 [zuletzt abgerufen 24.02.2025]
Inhalte dieser Untersuchungen sind neben spe-
ziellen Screening-Untersuchungen (zum Bei-
spiel Früherkennung von angeborenen Stoff-
wechseldefekten, Seh-/Hörscreening) die kör-
perliche Untersuchung, die Erhebung von Größe
und Gewicht, spezielle Untersuchungen, die
Rückschlüsse auf die altersgerechte Entwick-
lung ermöglichen (zum Beispiel Grob- und Fein-
motorik, Sprache, sozialemotionale Entwick-
lung) sowie die Beratung der Eltern/Sorgebe-
rechtigten hinsichtlich individueller Risikofakto-
ren (zum Beispiel Ernährung, Schlaf, Allergien).
Die Untersuchungen sollten möglichst lückenlos
in Anspruch genommen werden, um bei Bedarf
rechtzeitig Maßnahmen zur weiteren Diagnostik
und Therapie einleiten zu können. Die Untersu-
chungsergebnisse werden im gelben Kinder-Un-
tersuchungsheft festgehalten, das den Eltern mit
der ersten Untersuchung in der Geburtsklinik
oder bei der Kinder- und Jugendärztin / beim
Kinder- und Jugendarzt ausgehändigt wird.
Bereits seit dem Jahr 1971 gibt es die Kinder-
Vorsorgeuntersuchungen als verbindliche Maß-
nahme zur Früherkennung von Krankheiten bei
Kindern. Um der Verbindlichkeit dieser Untersu-
chungen Ausdruck zu verleihen, wurde unter an-
derem auch in Nordrhein-Westfalen ein Einlade-
und Meldewesen gesetzlich verankert, das die
Arztpraxis auf Grundlage der
Verordnung zur
Datenmeldung der Teilnahme an Kinderfrüher-
kennungsuntersuchungen / U-Untersuchun-
gen
(UTeilnahmeDatVO)15 in Verbindung mit §
32a Heilberufsgesetz 16 verpflichtet, durchge-
führte Untersuchungen an die Zentrale Stelle
Gesunde Kindheit (ZSGK) am Landeszentrum
Gesundheit Nordrhein-Westfalen zu melden.
Diese nimmt einen Datenabgleich mit den zu un-
tersuchenden Kindern vor und informiert bei
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
Gesundheits- und Veterinäramt Münster, Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit
36
Nicht-Teilnahme den örtlichen Träger der öffent-
lichen Jugendhilfe. Dieser entscheidet dann, ob
eine Gefährdung des Kindeswohls vorliegt und
welche Maßnahmen gegebenenfalls eingeleitet
werden.
Abbildung 28 Prozentualer Anteil der in Deutschland gebo-
renen Schulanfängerinnen und Schulanfänger, von denen
bei der Schuleingangsuntersuchung das Vorsorgeheft vor-
gelegt wurde, in den Einschulungsjahrgängen 2014 bis
2024 in Münster, differenziert nach Geschlecht, Erstspra -
che
5.1.1 Vorlage Untersuchungsheft
Mit der Einladung zur Schuleingangsuntersu-
chung werden die Eltern/Sorgeberechtigten aus-
drücklich aufgefordert, das Untersuchungsheft
ihres Kindes mitzubringen, um die Teilnahme an
den Untersuchungen feststellen und ergän-
zende Angaben aus dem Heft in die Beurteilung
des Gesundheits- und Entwicklungszustandes
des Kindes in die Beratung der Eltern/Sorgebe-
rechtigten einfließen lassen zu können. Um eine
größtmögliche Vollzähligkeit an mitgebrachten
Untersuchungsheften zu erreichen, wird auf der
Einladung zur Untersuchung seit vielen Jahren
schon ein Bild des Untersuchungsheftes mit ab-
gedruckt. Die Vorlage des Heftes ist jedoch frei-
willig. Die folgenden Ergebnisse beziehen sich
demnach nur auf die Kinder, deren Vorsorgeheft
vorgelegt wurde.
Da nicht alle Kinder, die an der Schuleingangs-
untersuchung teilnehmen, in Deutschland gebo-
ren wurden und somit per se keine lückenlose
Inanspruchnahme der Untersuchungen aufwei-
sen können, beziehen sich die folgenden Aus-
wertungen nur auf die in Deutschland geborenen
Kinder, von denen das Untersuchungsheft vor-
gelegt wurde.
Abbildung 28 zeigt, dass der Anteil in Deutsch-
land geborener Kinder, von denen das Vorsor-
geheft vorgelegt wurde, in den vergangenen elf
Jahren immer über 90 Prozent lag. Allerdings ist
über den Gesamtzeitraum ein Rückgang zu ver-
zeichnen von 95 Prozent bis 2019 auf 92 Pro-
zent in den aktuellsten Jahrgängen 2023 und
2024. Der Anteil Jungen mit vorgelegtem Unter-
suchungsheft unterscheidet sich nicht signifikant
von dem der Mädchen. Untersuchungshefte von
Kindern mit deutscher Erstsprache wurden sig-
nifikant häufiger vorgelegt als Hefte von Kindern
mit nicht deutscher Erstsprache.
Die stadtteilbezogene Auswertung zur Vollstän-
digkeit der Dokumentation der Vorsorgeuntersu-
chungen findet sich im Anhang auf Seite 57.
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
Gesundheits- und Veterinäramt Münster, Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit
37
5.1.2 Inanspruchnahme der Vorsorgeuntersu-
chungen U1 - U8
Abbildung 29 Prozentualer Anteil der in Deutschland gebo-
renen Schulanfängerinnen und Schulanfänger mit vollstän-
digen Vorsorgeuntersuchungen U1 bis U8, in den Einschu-
lungsjahrgängen 2014 bis 2024 in Münster, differenzie rt
nach Geschlecht, Erstsprache
Abbildung 29 zeigt den Anteil der in Deutschland
geborenen Kinder mit vorgelegtem Untersu-
chungsheft, die eine lückenlose Dokumentation
der Vorsorgeuntersuchungen U1 bis U8 (inklu-
sive der U7a) aufweisen. Es zeigt sich, dass die
Vollständigkeit der Untersuchungen in den ver-
gangenen elf Jahren insgesamt zugenommen
hat von unter 80 Prozent auf über 90 Prozent. Zu
berücksichtigen ist hier allerdings, dass die U7a
erst später mit in die Kinder-Richtlinien aufge-
nommen wurde. Sie sollte zwar dem Einschu-
lungsjahrgang 2014 bereits zur Verfügung ge-
standen haben, allerdings liegen die Inanspruch-
nahme-Raten in den Einschulungsjahrgängen
bis 2017 noch deutlich unter denen der anderen
Vorsorgeuntersuchungen. Seit dem Einschu-
lungsjahrgang 2018 scheint sich die U7a soweit
etabliert zu haben, dass sie wie alle anderen Un-
tersuchungen in Anspruch genommen wird. Die
Gruppe der Mädchen unterscheidet sich nicht
signifikant von der der Jungen, was die Vollstän-
digkeit der Untersuchungen angeht. Kinder mit
nicht deutscher Erstsprache weisen allerdings
über den gesamten Zeitraum einen geringeren
Anteil an vollständigen Untersuchungen auf. Be-
trachtet man nur die Jahrgänge ab 2018 stellt
sich in dieser Gruppe sogar ein wieder rückläufi-
ger Trend dar.
Die stadtteilbezogene Auswertung zur Vollstän-
digkeit der Vorsorgeuntersuchungen findet sich
im Anhang auf Seite 58.
5.2 Impfungen
Impfungen gehören zu den wichtigsten und wirk-
samsten Präventionsmaßnahmen gegen Infekti-
onskrankheiten. Sie schützen nicht nur die ge-
impfte Person, sondern der Großteil trägt bei ei-
ner hohen Durchimpfungsrate auch zu einem
Gemeinschaftsschutz (Herdenimmunität) bei, so
dass auch Personen geschützt werden, die aus
unterschiedlichen Gründen selber nicht geimpft
werden können.
In Deutschland geltende Impfempfehlungen
werden von der Ständigen Impfkommission am
Robert-Koch-Institut (STIKO) entwickelt. Diese
Impfempfehlungen orientieren sich an der aktu-
ellen Forschung und Impfstoffentwicklung und
werden jährlich aktualisiert. Aktuell sehen die
Empfehlungen Impfungen für Kinder und Ju-
gendliche vor gegen Masern, Mumps, Röteln,
Varizellen (Windpocken), Tetanus (Wundstarr-
krampf), Diphtherie, Polio (Kinderlähmung), Per-
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
Gesundheits- und Veterinäramt Münster, Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit
38
tussis (Keuchhusten), Hib (Haemophilus in-
fluenzae Typ b), Hepatits B, Pneumokokken,
Meningokokken und Rotaviren. Die Grundimmu-
nisierung gegen diese Erkrankungen erfolgt/be-
ginnt bereits im ersten Lebensjahr. Darüber hin-
aus wird für alle Kinder und Jugendlichen ab
neun Jahren die Impfung gegen HPV (Humane
Papillomviren) empfohlen.
17
In Deutschland gibt es keine allgemeine Impf-
flicht, allerdings gilt seit 1. März 2020 das Gesetz
für den Schutz vor Masern und zur Stärkung der
Impfprävention (Masernschutzgesetz), das den
Schutz vor Masern in Gemeinschaftseinrichtun-
gen wie beispielsweise Kindertagesstätten und
Schulen sowie in medizinischen Einrichtungen
fördern soll. Es sieht vor, dass alle Kinder ab
dem vollendeten ersten Lebensjahr beim Eintritt
in die Gemeinschaftseinrichtung die von der
STIKO empfohlenen Masern-Impfungen oder ei-
nen ausreichenden Masern-Titer vorwei-
sen. Gleiches gilt für nach 1970 geborene Per-
sonen, die in Gemeinschaftseinrichtungen oder
medizinischen Einrichtungen arbeiten.
18
5.2.1 Impfdokumentation
In Deutschland existiert kein zentrales Impfregis-
ter. Durchgeführte Impfungen werden neben der
Dokumentation in den Arztpraxen nur im persön-
lichen Impfausweis einer Person dokumentiert.
Die Schuleingangsuntersuchung bietet daher
eine wichtige Möglichkeit, Informationen zur
Durchimpfungsrate einzelner Impfungen eines
gesamten Jahrgangs zu erheben. Aus diesem
Grund werden die Eltern/Sorgeberechtigten mit
der Einladung zur Schuleingangsuntersuchung
ausdrücklich aufgefordert, neben dem Kinder-
Untersuchungsheft auch den Impfausweis des
Kindes mitzubringen. Auch ein Bild eines Impf-
ausweises ist seit vielen Jahren auf der Einla-
dung zur Untersuchung abgedruckt. Sollte der
Impfausweis zur Untersuchung nicht vorliegen,
wird mit Einverständnis der Eltern/Sorgeberech-
tigten die jeweilige kinderärztliche Praxis kontak-
tiert mit der Bitte um Auskunft über den Impfsta-
tus des Kindes. Dieses Vorgehen hat sich inzwi-
schen sehr bewährt und trägt jedes Jahr zur
17 https://www.impfen-info.de/download/7049-BZgA_Impfkalender_2025_farbig.pdf [zuletzt abgerufen 24.02.2025]
18 https://www.masernschutz.de/ [zuletzt abgerufen 24.02.2025]
bestmöglichen Vollständigkeit der Daten bei.
Abbildung 30 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen
und Schulanfänger, von denen bei der Schuleingangsun-
tersuchung eine Dokumentation der erfolgten Impfungen
vorlag, in den Einschulungsjahrgängen 2014 bis 2024 i n
Münster, differenziert nach Geschlecht, Erstsprache
Anders als bei dem Vorsorgeheft ist in den meis-
ten Fällen davon auszugehen, dass auch im
Ausland geborene Kinder über ein Impfdoku-
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
Gesundheits- und Veterinäramt Münster, Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit
39
ment verfügen. Daher erfolgt hier keine Be-
schränkung auf die in Deutschland geborenen
Kinder.
Abbildung 30 zeigt, dass dem Gesundheits- und
Veterinäramt im gesamten Beobachtungszeit-
raum die Impfdokumentation bei über 95 Pro-
zent aller Kinder am Termin der Schuleingangs-
untersuchung vorlag beziehungsweise im An-
schluss an die Untersuchung von den niederge-
lassenen Kinderärztinnen und -ärzten eingeholt
werden konnte. Hierbei unterscheidet sich der
Anteil der Jungen mit vorliegender Dokumenta-
tion nicht signifikant von dem Anteil der Mäd-
chen, jedoch lag bei den Kindern mit deutscher
Erstsprache signifikant häufiger eine Impfdoku-
mentation vor im Vergleich zu den Kindern mit
nicht deutscher Erstsprache (97,4 versus 94,3
Prozent in den beiden aktuellsten Einschulungs-
jahrgängen). Betrachtet man alle Jahrgänge der
letzten elf Jahre hat sich die Quote an vorliegen-
den Impfdokumentation in der letztgenannten
Gruppe jedoch von ehemals 87,4 Prozent auf die
oben genannten 94,3 Prozent erhöht.
Die stadtteilbezogene Auswertung zur Vollstän-
digkeit der Impfdokumentation findet sich im An-
hang auf Seite 59.
5.2.2 Impfquoten ausgewählter Schutzimpfun-
gen
Die Ergebnisse zu den Raten ausgewählter Imp-
fungen beziehen sich auf die Grundimmunisie-
rung und die damit gemäß STIKO-Empfehlung
verbundene Anzahl an Impfungen. In welchem
Alter die Impfungen dabei jeweils erfolgten, das
heißt zeitgerecht oder nicht, lässt sich aus den
erhobenen Daten nicht ermitteln, da nur die je-
weilige Anzahl der Impfungen dokumentiert wird.
Die Quoten beziehen sich zudem nur auf die Kin-
der, von denen eine Impfdokumentation vorlag.
Vermutlich werden die Impfquoten daher gene-
rell eher etwas überschätzt, da in die Gruppe der
Kinder mit nicht vorliegender Impfdokumentation
auch ungeimpfte Kinder fallen, die kein Impfheft
besitzen.
19 https://www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Impfen/Informationsmaterialien/Faktenblaetter-zum-Impfen/Masern.pdf [abgeru-
fen 24.02.2025]
Masern, Mumps, Röteln, Windpocken
Der vollständige Impfschutz gegen Masern,
Mumps, Röteln (MMR) und Windpocken ist laut
STIKO jeweils mit zwei erfolgten Impfungen er-
reicht. Die zweite Impfung dient hierbei nicht als
Verstärker (Booster), sondern soll den Perso-
nen, die nach der ersten Impfung noch nicht im-
mun waren, zu einem Schutz vor der Erkrankung
verhelfen.
19 Für die 2-fache MMR-Impfung hat
die World Health Organization (WHO) als Ziel
eine Durchimpfungsrate von mindestens 95 Pro-
zent zur Elimination der Erkrankungen ausgege-
ben.
Im Folgenden wird aufgrund der Neueinführung
des Masernschutzgesetzes explizit die Inan-
spruchnahme der Masernimpfung im Zeitverlauf
der letzten elf Jahre für jeden Einschulungsjahr-
gang einzeln dargestellt, die Impfquoten der
Mumps-, Röteln- und Windpockenimpfung fin-
den sich im Anhang ab Seite 65.
Abbildung 31 zeigt, dass der Anteil zweifach ge-
gen Masern geimpfter Kinder im Vorschulalter in
Münster im Verlauf der letzten Jahre stetig ange-
stiegen ist und seit Einführung des Masern-
schutzgesetzes das WHO-Ziel von 95 Prozent
Durchimpfungsrate in Münster erreicht wird. Ein-
fach geimpft sind inzwischen fast 100 Prozent
der Vorschulkinder mit vorliegender Impfdoku-
mentation.
Die stadtteilbezogene Auswertung zur Masern-
impfung findet sich im Anhang auf Seite 60.
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
Gesundheits- und Veterinäramt Münster, Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit
40
Abbildung 31 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen
und Schulanfänger mit 1-facher und 2-facher Masernimp-
fung in den Einschulungsjahrgängen 2014 bis 2024 in
Münster
Tetanus, Diphtherie, Polio, Pertussis, Haemo-
philus influenzae Typ b (Hib), Hepatitis B
Die Grundimmunisierung gegen Tetanus, Diph-
therie, Polio, Keuchhusten, Hib und Hepatitis B
erfolgt größtenteils über eine Kombinationsimp-
fung (sogenannte Sechsfachimpfung bezie-
hungsweise Fünffachimpfung ohne den Wirk-
stoff gegen Hepatitis B). Bis Mitte 2020 wurden
von der STIKO für eine abgeschlossene
Grundimmunisierung jeweils vier Impfungen
empfohlen (sogenanntes 3+1 Impfschema).
2020 aktualisierte die STIKO ihre Empfehlung
für die Sechsfachimpfung im Säuglingsalter und
empfiehlt jetzt das reduzierte "2+1-Impfschema".
Dieses sieht bei vergleichbarem Impfschutz
für die Grundimmunisierung von Säuglingen
eine Impfstoffdosis weniger vor als beim bisheri-
gen Schema.
20
Die Impfquoten der Sechsfachimpfung im Zeit-
verlauf werden für jede der sechs Impfungen in
im Anhang ab Seite 66 dargestellt.
20 https://dgk.de/presse/gesundheitsthemen/infektionen-impfen/neue-stiko-impfempfehlung-fuer-die-sechsfachimpfung.html [zuletzt ab-
gerufen 24.02.2025]
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
Gesundheits- und Veterinäramt Münster, Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit
41
6 Fazit, Handlungsfelder und Ausblick
Der Schuleingangsuntersuchung kommt sowohl
auf individueller Ebene des einzelnen untersuch-
ten Kindes als auch auf Ebene eines kompletten
Jahrgangs, dessen Gesundheits- und Entwick-
lungszustand in der Untersuchung festgestellt
wird, besondere Bedeutung zu. Sie dient der Be-
ratung und Unterstützung von Eltern, Kita und
Schule, um angemessene vorschulische und
schulische Bedingungen für einen guten Über-
gang des einzelnen Kindes in die Schule zu er-
möglichen. Die dabei erhobenen individuellen
Daten ermöglichen auf gesamtstädtischer
Ebene neben einer Betrachtung einzelner Indi-
katoren im Zeitverlauf auch einen spezifischen
Blick auf einzelne Bevölkerungsgruppen und
ihre Bedarfe. So zeigen sich teilweise erhebliche
Unterschiede auf kleinräumiger Ebene zwischen
den verschiedenen Stadtteilen sowie unter-
schiedliche Bedarfe von Mädchen oder Jungen
und von Kindern mit Migrationsvorgeschichte.
Ein besonderes Augenmerk hinsichtlich mögli-
cher Handlungsfelder und Zielgruppen ist sicher-
lich auf die Gruppe der Kinder mit einer anderen
Erstsprache als Deutsch zu legen. Dabei ist die
Sprache sowohl als Kommunikationsmittel als
auch als Ausdruck des kulturellen Hintergrundes
des Kindes und der Familie zu verstehen. In den
ersten vier Lebensjahren wird das Fundament
gelegt für das sprachliche Können eines Kindes.
Die sprachliche Entwicklung beeinflusst maß-
geblich den Schulerfolg und den weiteren beruf-
lichen Werdegang und trägt nicht unwesentlich
zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben bei.
Die Daten der Schuleingangsuntersuchungen
zeigen, dass immer weniger untersuchte Kinder
nicht in Deutschland geboren wurden, ein stei-
gender Anteil an Kindern in Münster zu Hause
jedoch mit einer anderen Muttersprache als
Deutsch aufwächst und der Anteil an Kindern mit
Deutschförderbedarf weiter steigt. Insbesondere
für diese Kinder ist eine sprachförderliche Um-
gebung in der deutschen Sprache im Alltag wich-
tig. Bildungsinstitutionen wie Kita und Schule tra-
gen hier wesentlich und oft als einzige Instanz
zur sprachlichen Förderung eines Kindes bei.
Die Daten der Schuleingangsuntersuchungen
zeigen, dass schon ein Kitabesuch von zwei
Jahren eine signifikante Verbesserung beispiels-
weise der Vorläuferfähigkeiten für die Schule
hervorbringt. Doch nicht nur Kinder mit Migrati-
onsvorgeschichte profitieren von einem Kitabe-
such. Auch bei den Kindern mit deutscher Erst-
sprache ist der Anteil Kinder mit auffälligen Be-
funden bei längerem Kitabesuch geringer. Der
Bildungseinrichtung Kita kommt hier somit eine
wichtige Schlüsselrolle zu, um allen, aber vor al-
lem den Kindern mit nicht deutscher Erstspra-
che, zu einer Chancengleichheit hinsichtlich ei-
ner gelingenden Bildungsbiografie zu verhelfen.
Auch in Bezug auf das Körpergewicht weisen die
Kinder mit nicht deutscher Erstsprache in den
Schuleingangsuntersuchungen inzwischen dop-
pelt so häufig Übergewicht und Adipositas auf
wie die Kinder mit deutscher Muttersprache.
Auch hier zeigen die Daten einen positiven Ef-
fekt des Kitabesuchs. Kinder mit Migrationsvor-
geschichte sind weniger häufig organisiert in
Sportvereinen und Sportgruppen wie Gleichalt-
rige mit deutscher Muttersprache, können weni-
ger häufig schwimmen, seltener Radfahren ohne
Stützräder und weisen einen im Durchschnitt hö-
heren täglichen Medienkonsum auf. Zudem
zeigt sich in den Daten, dass die Schaffung ei-
nes Gesundheitsbewusstseins bei Eltern und
Kindern und das Hinwirken auf die regelmäßige
Teilnahme an allen Vorsorgeuntersuchungen
sowie Impfungen gerade für Familien mit Migra-
tionsvorgeschichte wichtig sind.
Schon im Abschlussbericht des Projekts Ge-
sund aufwachsen in
Münster (2005-2009)
wurde ausgeführt, dass Ernährungs- und Bewe-
gungsverhalten bereits in jungen Jahren geprägt
werden. Daher sollte Prävention möglichst früh
ansetzen. Dieser Weg muss begleitet und als
gesellschaftlicher Prozess verstanden werden.
Eltern haben eine besondere Verantwortung, in
diesem Sinne Vorbild zu sein und auf Kinder ein-
zuwirken, denn die Familie ist ein wichtiger Ort,
an dem Verhaltensmuster vorgelebt und verin-
nerlicht werden.
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
Gesundheits- und Veterinäramt Münster, Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit
42
Im Folgenden werden einige gesundheitsrele-
vante Aktivitäten unter Federführung oder Mit-
wirkung des Gesundheits- und Veterinäramtes
oder durch städtisch (mit-)finanzierte/unter-
stützte Stellen zur Förderung gesundheitlicher
Chancengerechtigkeit insbesondere in Stadttei-
len mit erhöhtem Handlungsbedarf aufgeführt.
1. Eigene Angebote des Gesundheits- und Ve-
terinäramtes
Die Beratungsstelle Frühe Hilfen im Gesund-
heits- und Veterinäramt steht allen Familien in
Münster offen. In engem Austausch mit den Ak-
teurinnen und Akteuren in den Geburtskliniken,
im Stadtteil (Baby Lotsen, Kitas, Stadtteilkoordi-
nation, Ärztinnen und Ärzten) und anderen Äm-
tern (Amt für Kinder, Jugendliche und Familien,
Sozialamt, Amt für Schule und Weiterbildung)
können Kinder in Absprache mit den Eltern an
die Beratungsstelle angebunden werden, wenn
Sorgen um die Entwicklung des Kindes beste-
hen. Menschen, die den Zugang zum Regelver-
sorgungssystem aus unterschiedlichen Gründen
ohne Unterstützung nicht finden, stehen die auf-
suchenden Gesundheitshilfen des Gesund-
heits- und Veterinäramtes beratend und unter-
stützend zur Seite. (Familien-) Hebammen und
(Familien-)Gesundheits- und (Kinder-)Kranken-
pflegerinnen begleiten die Familien individuell
und vor Ort mit dem Ziel, die Versorgung mit be-
darfsgerechten Unterstützungsangeboten si-
cherzustellen und eine Anbindung an das Regel-
versorgungssystem zu ermöglichen. Einmal im
Monat findet eine Sprechstunde der Familien-
hebamme des Gesundheits- und Veterinäram-
tes im Familienzentrum St. Norbert in Coerde zu
Themen wie Schwangerschaft, Impfungen, Fa-
milienplanung, Säuglingspflege und Ernährung
statt. Bei Bedarf erfolgt eine Weitervermittlung
an Ärztinnen und Ärzten, Therapeutinnen und
Therapeuten und Beratungsstellen. Eltern mit ei-
nem entwicklungsauffälligen, behinderten oder
von Behinderung bedrohten Kind oder Jugendli-
chen werden bis zum Ende der Schulzeit in der
Beratungsstelle Frühe Hilfen in allen Fragen zur
Entwicklung beraten und begleitet. Angeboten
werden eine pädagogische, psychologische und
sozialpädiatrische Diagnostik sowie die Erstel-
lung eines Gesamtplanes zur Förderung des
Kindes. Für Familien mit einem behinderten be-
ziehungsweise von Behinderung bedrohten Kind
im Vorschulalter hält das Gesundheits- und Ve-
terinäramt selbst das Angebot der Solitären
Heilpädagogischen Frühförderung vor, so
dass die Begleitung und Förderung der Kinder
und ihrer Familien unter einem Dach erfolgen
kann und keine weiten Wege notwendig werden.
Das Ziel ist, den Kindern in enger Kooperation
mit den Schulärztinnen des Gesundheits- und
Veterinäramtes einen gut begleiteten Übergang
in Kita und Schule zu ermöglichen. Regelmäßig
erfolgt auch ein Austausch zwischen dem Ge-
sundheits- und Veterinäramt und der Kinderarzt-
praxis in Coerde zu gemeinsam betreuten Kin-
dern.
Der Zahnärztliche Dienst des Gesundheitsamtes
führt regelmäßige zahnärztliche Untersuchun-
gen gemäß § 13 Gesetz über den öffentlichen
Gesundheitsdienst NRW in den Münsteraner
Kitas (jeweils jährlich beziehungsweise alle zwei
Jahre, abhängig von den Zahnbefunden der letz-
ten Jahre, immer kombiniert mit einer Zahn-
pflege-Demo) und Schulen (2. und 4. Klasse der
Grundschulen, Schwerpunkt-Grundschulen je-
des Jahr in den Klassen 1 bis 4, zusätzlich die 6.
Klassen der Hauptschulen, Förderschulen und
Gesamtschulen) durch. Neben den in den Stadt-
teilen mit erhöhtem Bedarf intensivierten zahn-
ärztlichen Reihenuntersuchungen führt der Ar-
beitskreis Zahngesundheit in Kitas und Schu-
len regelmäßig Maßnahmen zur Gruppenpro-
phylaxe durch. Die Kinder lernen, sich richtig die
Zähne zu pflegen und gesund zu ernähren; für
die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, Eltern,
Erzieherinnen und Erzieher sowie Lehrerinnen
und Lehrer stehen Themen wie kindgerechte
Zahnpflege und gesunde Ernährung auf dem
Programm. In Coerde, Kinderhaus, Berg Fidel
und nach Bedarf in weiteren Stadtteilen werden
in den Grundschulen kombinierte Prophylaxe-
und Ernährungseinheiten jedes Jahr in den Klas-
sen 1 bis 4 durchgeführt.
2. Kooperationsprojekte
Das Projekt Gesundheit in der nachhaltigen
Stadt ist ein trägerübergreifendes Projekt der
Universität Münster (Institut für Geographie) und
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
Gesundheits- und Veterinäramt Münster, Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit
43
der Stadt (Gesundheits- und Veterinäramt und
Wissenschaftsbüro bei Münster Marketing), ge-
fördert von der Techniker Krankenkasse mit ei-
ner Laufzeit vom 01.04.2021 bis zum
31.03.2026. Ziel ist die Erarbeitung eines kom-
munalen Handlungsprogramms für gesundheitli-
che Chancengleichheit in der Stadt, das als Teil
der Stadtentwicklung fest in allen Politikfeldern
der Stadt verankert werden soll. Im laufenden
Projektprozess konnten bereits erste Maßnah-
men pilotiert werden, unter anderem durch den
Verfügungsfonds der Techniker Krankenkasse,
die 2024 und 2025 mit dem Gesundheits- und
Veterinäramt als Kooperationspartner 35.000 €
beziehungsweise 40.000 € für Mikroprojekte der
stadtteil- und zielgruppenbezogenen Gesund-
heitsförderung zur Verfügung gestellt hat.
Nähere Informationen zu diesen Projekten sind
hier zu finden:
https://www.stadt-muenster.de/gesundheit/foer-
derung/gefoerderteprojekte.
Näheres zu dem Projekt Gesundheit in der
nachhaltigen Stadt findet sich unter
https://www.muensterzukunft.de/projekte/ge-
sundheit-in-der-nachhaltigen-stadt.html.
Die Stadt finanziert eine Kooperation mit dem
Verein für Mototherapie und psychomotori-
sche Entwicklungsförderung e.V. mit dem
Ziel, Personal von Kindertageseinrichtungen in
ganzheitlicher psychomotorischer Beobachtung
und Förderung zu unterstützen und in der Eltern-
beratung kommunikativ weiterzubilden. Seit dem
Jahr 2013 haben bereits 17 Kitas an dem Pro-
gramm teilgenommen.
Mit Unterstützung des Gesundheits- und Veteri-
näramtes wird in Berg Fidel, Coerde und Kinder-
haus das Präventionsprogramm Sure Start
Plus der Familienbildungsstätten umgesetzt.
Es richtet sich an Mütter und Babys/Kleinkinder
aus bildungsfernen und ökonomisch schwäche-
ren Haushalten und soll über die Stärkung der
Mutter-Kind-Beziehung eine gute emotionale
und körperliche Grundversorgung als Voraus-
setzung einer gesunden Entwicklung der Kinder
ermöglichen.
Die Abteilung für Kinder- und Jugendgesundheit
im Gesundheits- und Veterinäramt arbeitet eng
mit den Stadtteilkoordinatorinnen und -koor-
dinatoren Frühe Hilfen zusammen, die im Auf-
trag des Amtes für Kinder, Jugendliche und Fa-
milien in sechs münsterschen Bezirken wichtige
Ansprechpersonen und Lotsen für werdende El-
tern und junge Familien mit Kindern bis zum
sechsten Lebensjahr sind.
3. Beteiligung an den Integrierten Stadtteilent-
wicklungskonzepten (INSEK) am Beispiel
Coerde und Berg Fidel
In Coerde wird ein Stadtteilhaus einschließlich
eines Begegnungs-, Bildungs- und Gesundheits-
zentrums geplant, unter anderem mit Bewe-
gungsraum und Beratungsräumen, die für
Sprechstunden von Gesundheitsdiensten wie
Ernährungsberatung, Schwangerschaftsbera-
tung, Hebammensprechstunde, Kinder- und Ju-
gendgesundheit genutzt werden sollen. Zudem
ist eine Küche für pädagogische Kochangebote
mit angrenzendem Elterncafé geplant, um künf-
tig mehr niederschwellige Angebote rund um
das Thema Ernährung machen zu können. Wei-
terhin ist es nach intensiven städtischen Bemü-
hungen im Dialog mit der Kassenärztlichen Ver-
einigung Westfalen-Lippe (KVWL) und interes-
sierten Kinderärztinnen gelungen, den Sitz einer
kinderärztlichen Praxis in Coerde zu sichern und
sie im Stadtteilhaus zu verorten. Dadurch ist eine
enge Verzahnung mit anderen Diensten im Haus
möglich. Auch wurden und werden Rahmenbe-
dingungen in Coerde geschaffen, um künftig
mehr niederschwellige Bewegungsangebote
machen zu können beziehungsweise Kinder und
Jugendliche von sich aus zu Bewegung zu ani-
mieren. Der an den Hamannplatz angrenzende
Spielplatz wurde im Jahr 2024 erneuert und um
eine Calisthenics-Anlage auf der angrenzenden
Grünfläche erweitert. Darüber hinaus wurde
ebenfalls im vergangenen Jahr eine Skate- und
Pumptrack-Anlage gebaut. Das Projekt Coerde
in Bewegung ist ebenfalls eine Maßnahme des
INSEK. Ziel des Projektes ist die Entwicklung be-
wegungs- und gesundheitsförderlicher Lebens-
welten für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre.
Mehr Informationen zum Projekt finden sich hier:
https://www.muenster.de/pressemeldun-
gen/web/frontend/design/kommunika-
tion/show/1160599.
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
Gesundheits- und Veterinäramt Münster, Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit
44
Der Stadtsportbund Münster e.V. erhält einen
städtischen Zuschuss, um die Erfahrungen aus
dem oben genannten Projekt Coerde in Bewe-
gung zu nutzen und auf Berg Fidel (und per-
spektivisch einen weiteren Stadtteil) zu übertra-
gen. Ziel ist es auch hier, über einen Sport- und
Bewegungskoordinator nachhaltige Strukturen
für Sport und Bewegung als Teil der gesund-
heitsorientierten Quartiersarbeit aufzubauen.
Der Stadtsportbund hat einen interdisziplinären
Arbeitskreis Sport und Bewegung in Berg Fidel
gegründet, um zielgerichtet Maßnahmen umset-
zen und Strukturen aufbauen und nachhaltig
verankern zu können. Über einen Antrag des
Stadtsportbundes Münster e.V. beim oben ge-
nannten Verfügungsfonds der Techniker Kran-
kenkasse konnte zum Beispiel bereits das Pro-
jekt Berg Fidel in Bewegung umgesetzt wer-
den.
Die Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchun-
gen weisen insgesamt auf die Bedeutung von
Setting-bezogenen Ansätzen der Gesundheits-
förderung in Kita, Schule und Stadtteil hin. Viele
Akteurinnen und Akteure in diesen Settings tra-
gen in Münster bereits dazu bei, die Rahmenbe-
dingungen für ein gesundes Aufwachsen und die
Chancengleichheit eines jeden Kindes, sich er-
folgreich entwickeln zu können, zu schaffen.
Wenn die Daten aus den Schuleingangsuntersu-
chungen dazu beitragen und so tatsächlich zu
Taten werden können, ist eins der Ziele dieser
aufwendigen jährlichen Erhebung sicherlich er-
reicht.
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
Gesundheits- und Veterinäramt Münster, Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit
45
7 Anhang
7.1 Kleinräumige Gebietsgliederung Münster (45 statistische B ezirke)
Abbildung 32 Karte von Münster mit Stadtteilnummerierung
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
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46
Tabelle 1 Zuordnung der Stadtteile zu den Stadtteilnummern
Stadtteilnummer Stadtteil
11 Aegidii
12 Überwasser
13 Dom
14 Buddenturm
15 Martini
21 Pluggendorf
22 Josef
23 Bahnhof
24 Hansaplatz
25 Mauritz-West
26 Schlachthof
27 Kreuz
28 Neutor
29 Schloss
31 Aaseestadt
32 Geist
33 Schützenhof
34 Düesberg
43 Hafen
44 Herz-Jesu
45 Mauritz-Mitte
46 Rumphorst
47 Uppenberg
51 Gievenbeck
52 Sentrup
54 Mecklenbeck
56 Albachten
57 Roxel
58 Nienberge
61 Coerde
62 Kinderhaus-Ost
63 Kinderhaus-West
68 Sprakel
71 Mauritz-Ost
76 Gelmer-Dyckburg
77 Handorf
81 Gremmendorf-West
82 Gremmendorf-Ost
86 Angelmodde
87 Wolbeck
91 Berg Fidel
95 Hiltrup-Ost
96 Hiltrup-Mitte
97 Hiltrup-West
98 Amelsbüren
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47
7.2 Kleinräumige Ergebnisse ausgewählter Indikatoren der Schulein gangsuntersuchung der zu-
sammengefassten Einschulungsjahrgänge 2023 und 2024, Stadt Münster (Karten)
Abbildung 33 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen und Schulanfänger mit einer anderen Erstsprache als Deutsch
in den zusammengefassten Einschulungsjahrgängen 2023 und 2024 in Münster, differenziert nach Stadtteil [Anzahl der
Stadtteile]
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48
Abbildung 34 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen und Schulanfänger mit Deutschförderbedarf in den Einschu-
lungsjahrgängen 2023 und 2024 in Münster, differenziert nach Stadtteil [Anzahl der Stadtteile]
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49
Abbildung 35 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen und Schulanfänger mit auffälligem Befund im Merkmalsbereich
SOPESS: Erkennen und Zeichnen von Objekten und Formen in den Einschulungsjahrgängen 2023 und 2024 in Müns-
ter, differenziert nach Stadtteil [Anzahl der Stadtteile]
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50
Abbildung 36 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen und Schulanfänger mit auffälligem Befund im Merkmalsbereich
SOPESS: Umgang mit Zahlen und Mengen in den Einschulungsjahrgängen 2023 und 2024 in Münster, differenziert
nach Stadtteil [Anzahl der Stadtteile]
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51
Abbildung 37 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen und Schulanfänger mit auffälligem Befund im Merkmalsbereich
SOPESS: Pseudowörter nachsprechen in den Einschulungsjahrgängen 2023 und 2024 in Münster, differenziert nach
Stadtteil [Anzahl der Stadtteile]
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52
Abbildung 38 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen und Schulanfänger mit Übergewicht und Adipositas in den Ein-
schulungsjahrgängen 2023 und 2024 in Münster, differenziert nach Stadtteil [Anzahl der Stadtteile]
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53
Abbildung 39 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen und Schulanfänger, die bereits das Schwimmzeichen See-
pferdchen erreicht haben (Elternangabe) in den Einschulungsjahrgängen 2023 und 2024 in Münster, differenziert nach
Stadtteil [Anzahl der Stadtteile]
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54
Abbildung 40 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen und Schulanfänger, die ohne Stützräder Radfahren können
(Elternangabe) in den Einschulungsjahrgängen 2023 und 2024 in Münster, differenziert nach Stadtteil [Anzahl der Stadt-
teile]
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55
Abbildung 41 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen und Schulanfänger, die Sport in einem Sportverein / in einer
Sportgruppe treiben, in den Einschulungsjahrgängen 2023 und 2024 in Münster, differenziert nach Stadtteil [Anzahl der
Stadtteile]
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56
Abbildung 42 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen und Schulanfänger mit mehr als 30 Minuten Medienkonsum in
en Einschulungsjahrgängen 2023 und 2024 in Münster, differenziert nach Stadtteil [Anzahl der Stadtteile]
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57
Abbildung 43 Prozentualer Anteil der in Deutschland geborenen Schulanfängerinnen und Schulanfänger, von denen bei
der Schuleingangsuntersuchung das Vorsorgeheft vorgelegt wurde, in den Einschulungsjahrgängen 2023 und 2024 in
Münster, differenziert nach Stadtteil [Anzahl der Stadtteile]
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58
Abbildung 44 Prozentualer Anteil der in Deutschland geborenen Schulanfängerinnen und Schulanfänger mit vollständi-
gen Vorsorgeuntersuchungen U1 bis U8 in den Einschulungsjahrgängen 2023 und 2024 in Münster, differenziert nach
Stadtteil [Anzahl der Stadtteile]
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59
Abbildung 45 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen und Schulanfänger, von denen bei der Schuleingangsuntersu-
chung eine Dokumentation der erfolgten Impfungen vorlag, in den Einschulungsjahrgängen 2023 und 2024 in Münster,
differenziert nach Stadtteil [Anzahl der Stadtteile]
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60
Abbildung 46 Prozentualer Anteil der Schulanfängerinnen und Schulanfänger mit vorliegender Impfdokumentation und 2-
facher Masernimpfung in den Einschulungsjahrgängen 2023 und 2024 in Münster, differenziert nach Stadtteil [Anzahl der
Stadtteile]
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61
7.3 Kleinräumige Ergebnisse ausgewählter Indikatoren der Schulein gangsuntersuchung der zu-
sammengefassten Einschulungsjahrgänge 2023 und 2024, Stadt Münster (Daten)
Stadtteil
Anteil Kinder mit einer
anderen Erstsprache
als Deutsch
(%)
Anteil Kinder
mit Deutsch-
förderbedarf
(%)
SOPESS: Erkennen und Zeichnen
von Objekten und Formen
Anteil Kinder mit auffälligem Befund
(%)
11 Aegidii * * *
12 Überwasser * * *
13 Dom * * *
14 Buddenturm 20,0 * 10,0
15 Martini * * *
21 Pluggendorf 16,0 4,0 8,0
22 Josef 10,4 4,5 17,9
23 Bahnhof * * *
24 Hansaplatz 23,0 21,7 8,2
25 Mauritz-West 15,4 10,9 7,7
26 Schlachthof 17,1 15,8 15,8
27 Kreuz 14,6 5,9 8,1
28 Neutor 44,2 46,5 22,0
29 Schloss 15,4 8,0 4,0
31 Aaseestadt 22,0 18,9 20,9
32 Geist 25,8 22,9 25,8
33 Schützenhof 33,3 31,3 25,3
34 Düesberg 14,2 7,5 15,8
43 Hafen * * *
44 Herz-Jesu 14,0 14,0 14,5
45 Mauritz-Mitte 15,9 16,6 9,0
46 Rumphorst 14,7 12,9 11,9
47 Uppenberg 30,7 29,1 16,8
51 Gievenbeck 28,0 22,4 18,8
52 Sentrup 22,4 19,6 33,0
54 Mecklenbeck 25,3 24,6 19,0
56 Albachten 18,9 13,9 15,8
57 Roxel 23,9 16,5 15,6
58 Nienberge 17,8 21,5 20,0
61 Coerde 49,2 56,3 36,1
62 Kinderhaus-Ost 40,0 32,4 25,0
63 Kinderhaus-West 58,2 50,0 28,4
68 Sprakel 16,2 7,1 11,2
71 Mauritz-Ost 15,2 13,8 12,4
76 Gelmer-Dyckburg 27,1 17,9 16,5
77 Handorf 23,0 14,4 22,0
81 Gremmendof-West 35,4 21,5 21,7
82 Gremmendorf-Ost 9,4 7,9 11,0
86 Angelmodde 41,7 28,1 33,9
87 Wolbeck 20,4 12,5 20,1
91 Berg Fidel 54,6 59,1 49,3
95 Hiltrup-Ost 17,1 12,8 7,8
96 Hiltrup-Mitte 34,4 24,0 22,9
97 Hiltrup-West 28,4 18,4 18,6
98 Amelsbüren 26,9 23,5 22,1
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
Gesundheits- und Veterinäramt Münster, Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit
62
Stadtteil
SOPESS: Umgang mit
Zahlen und Mengen
Anteil Kinder mit auffälli-
gem Befund
(%)
SOPESS: Pseudowörter
nachsprechen
Anteil Kinder mit auffälligem
Befund
(%)
Anteil Kinder mit
Übergewicht und
Adipositas
(%)
11 Aegidii * * *
12 Überwasser * * *
13 Dom * * *
14 Buddenturm 5,0 0,0 5,0
15 Martini * * *
21 Pluggendorf 4,0 0,0 8,0
22 Josef 18,2 3,0 0,0
23 Bahnhof * * *
24 Hansaplatz 15,0 1,6 11,5
25 Mauritz-West 9,2 3,2 3,1
26 Schlachthof 13,2 6,6 3,9
27 Kreuz 5,2 3,0 5,9
28 Neutor 15,0 17,1 14,0
29 Schloss 15,4 4,0 0,0
31 Aaseestadt 35,2 10,0 7,8
32 Geist 34,8 11,4 7,6
33 Schützenhof 43,2 6,3 7,3
34 Düesberg 18,3 5,0 5,8
43 Hafen * * *
44 Herz-Jesu 10,9 1,9 3,6
45 Mauritz-Mitte 7,0 5,0 4,8
46 Rumphorst 9,3 6,0 4,9
47 Uppenberg 11,9 6,5 11,9
51 Gievenbeck 14,6 9,7 8,1
52 Sentrup 37,5 12,8 7,3
54 Mecklenbeck 29,1 6,4 7,6
56 Albachten 13,6 13,7 4,1
57 Roxel 11,8 5,9 7,0
58 Nienberge 13,1 12,5 8,2
61 Coerde 32,5 15,4 13,9
62 Kinderhaus-Ost 23,3 5,9 12,4
63 Kinderhaus-West 21,3 10,2 19,8
68 Sprakel 14,1 5,1 10,1
71 Mauritz-Ost 11,1 7,3 3,8
76 Gelmer-Dyckburg 7,1 2,4 7,1
77 Handorf 8,6 4,3 7,5
81 Gremmendof-West 24,8 14,3 5,5
82 Gremmendorf-Ost 13,4 5,6 12,6
86 Angelmodde 29,7 12,7 11,9
87 Wolbeck 10,0 6,2 6,7
91 Berg Fidel 57,4 14,0 13,5
95 Hiltrup-Ost 8,6 4,4 9,4
96 Hiltrup-Mitte 24,2 10,3 9,2
97 Hiltrup-West 19,2 7,6 10,3
98 Amelsbüren 23,5 6,8 9,0
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
Gesundheits- und Veterinäramt Münster, Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit
63
Stadtteil
Anteil Kinder mit
"Seepferdchen"-
Abzeichen
(%)
Anteil Kinder, die
ohne Stützräder
Radfahren können
(%)
Anteil Kinder, die
Sport im Sportver-
ein / einer Sport-
gruppe treiben
(%)
Anteil Kinder
mit mehr als 30
Minuten Medi-
enkonsum täg-
lich
(%)
11 Aegidii * * * *
12 Überwasser * * * *
13 Dom * * * *
14 Buddenturm * * * *
15 Martini * * * *
21 Pluggendorf 44,0 92,0 56,0 36,0
22 Josef 26,9 91,0 50,7 28,8
23 Bahnhof * * * *
24 Hansaplatz 13,3 85,0 43,3 44,3
25 Mauritz-West 18,5 90,8 46,2 27,7
26 Schlachthof 31,6 89,5 58,7 42,1
27 Kreuz 50,7 96,3 60,3 22,1
28 Neutor 18,6 74,4 37,2 44,7
29 Schloss 38,5 84,6 57,7 23,1
31 Aaseestadt 31,9 90,1 59,3 30,8
32 Geist 16,7 84,1 43,9 33,6
33 Schützenhof 10,4 86,5 38,5 38,3
34 Düesberg 28,3 93,3 61,7 25,0
43 Hafen * * * *
44 Herz-Jesu 22,8 89,5 46,4 31,6
45 Mauritz-Mitte 26,9 89,7 53,1 41,7
46 Rumphorst 24,9 91,5 54,8 31,7
47 Uppenberg 30,7 88,1 56,0 40,5
51 Gievenbeck 22,0 85,8 53,6 46,5
52 Sentrup 20,4 93,9 58,2 30,6
54 Mecklenbeck 34,2 84,4 53,0 36,6
56 Albachten 26,4 83,8 61,4 47,6
57 Roxel 27,7 92,6 60,8 51,6
58 Nienberge 35,6 89,0 64,3 49,0
61 Coerde 6,2 65,1 28,9 66,7
62 Kinderhaus-Ost 21,0 82,9 50,5 36,5
63 Kinderhaus-West 10,3 72,5 31,8 60,7
68 Sprakel 16,2 91,9 75,8 48,5
71 Mauritz-Ost 26,8 88,6 61,7 32,9
76 Gelmer-Dyckburg 22,4 92,9 68,2 41,2
77 Handorf 23,0 94,7 74,3 41,7
81 Gremmendof-West 10,9 82,2 42,2 44,5
82 Gremmendorf-Ost 27,6 93,7 63,5 29,4
86 Angelmodde 11,1 79,9 48,0 50,9
87 Wolbeck 19,5 85,2 64,9 44,4
91 Berg Fidel 3,3 65,1 32,2 58,9
95 Hiltrup-Ost 32,5 89,7 72,6 36,8
96 Hiltrup-Mitte 15,0 83,8 55,0 46,4
97 Hiltrup-West 23,5 89,7 56,1 44,1
98 Amelsbüren 20,5 79,7 59,6 51,4
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
Gesundheits- und Veterinäramt Münster, Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit
64
Stadtteil
Anteil Kinder mit
Untersuchungs-
heft
(%)
Anteil Kinder mit
vollständiger U1
bis U8
(%)
Anteil Kinder mit
Impfdokumenta-
tion
(%)
Anteil Kinder mit
2-facher Masern-
impfung
(%)
11 Aegidii * * * *
12 Überwasser * * * *
13 Dom * * * *
14 Buddenturm 90,0 * 95,0 *
15 Martini * * * *
21 Pluggendorf 100,0 100,0 100,0 88,0
22 Josef 95,4 98,4 98,5 97,0
23 Bahnhof * * * *
24 Hansaplatz 92,9 88,5 100,0 96,7
25 Mauritz-West 88,3 92,5 92,3 93,3
26 Schlachthof 93,1 92,5 94,7 98,6
27 Kreuz 93,2 96,8 96,4 99,2
28 Neutor 91,4 96,9 79,1 91,2
29 Schloss 91,7 95,5 100,0 92,3
31 Aaseestadt 94,0 94,9 94,5 96,5
32 Geist 95,2 93,2 97,7 96,1
33 Schützenhof 88,6 96,2 96,9 97,8
34 Düesberg 94,8 97,3 100,0 99,2
43 Hafen * * * *
44 Herz-Jesu 94,5 92,3 96,5 94,5
45 Mauritz-Mitte 94,1 95,3 95,9 95,7
46 Rumphorst 95,3 97,8 98,0 97,5
47 Uppenberg 94,2 91,2 96,9 95,9
51 Gievenbeck 92,5 93,7 96,9 97,6
52 Sentrup 93,0 90,0 90,9 96,7
54 Mecklenbeck 91,1 93,8 96,6 97,8
56 Albachten 95,8 94,9 98,6 97,9
57 Roxel 91,3 94,3 96,8 96,7
58 Nienberge 96,4 91,0 97,9 97,9
61 Coerde 87,8 82,6 96,0 97,7
62 Kinderhaus-Ost 87,8 83,7 95,2 96,0
63 Kinderhaus-West 85,0 88,5 93,5 97,8
68 Sprakel 97,9 95,8 100,0 92,9
71 Mauritz-Ost 93,0 96,3 95,7 98,0
76 Gelmer-Dyckburg 96,0 91,7 98,8 90,5
77 Handorf 93,3 89,2 96,8 97,8
81 Gremmendof-West 94,1 89,2 97,7 98,4
82 Gremmendorf-Ost 97,5 97,5 100,0 99,2
86 Angelmodde 91,6 89,8 97,1 97,9
87 Wolbeck 94,2 93,1 98,3 97,3
91 Berg Fidel 89,4 81,1 95,4 99,3
95 Hiltrup-Ost 93,9 98,1 98,3 98,3
96 Hiltrup-Mitte 91,1 91,7 96,1 99,3
97 Hiltrup-West 90,8 89,4 95,3 98,5
98 Amelsbüren 92,3 93,9 92,9 96,6
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
Gesundheits- und Veterinäramt Münster, Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit
65
7.4 Impfquoten
Tabelle 2 Impfquoten der Masern- und Mumps-Impfung in den Einschulungsjahrgängen 2014 bis 2024 (Datenquelle:
LZG.NRW, eigene Darstellung)
Einschu-
lungs-
jahrgang
Untersuchte
Schulanfänge-
rinnen und -
Schulanfänger
insgesamt
Kinder mit
dokumen-
tierter Imp-
fung
≥1 Masern-
impfung
≥2 Masern-
impfungen
≥1 Mumps-
impfung
≥2 Mumps-
impfungen
2024 2 863 2 774 99,7 97,3 99,3 97,0
2023 2 801 2 700 99,9 97,2 99,5 97,0
2022 2 617 2 504 99,8 97,0 99,4 96,8
2021 2 029 1 944 99,5 97,1 99,0 96,5
2020 2 071 2 021 99,1 95,8 98,9 95,7
2019 2 606 2 503 97,2 92,4 97,1 92,1
2018 2 456 2 378 97,6 92,0 97,3 91,8
2017 2 633 2 514 97,0 90,4 96,8 90,3
2016 2 583 2 467 96,8 90,6 96,7 90,5
2015 2 465 2 356 96,5 90,6 96,3 90,2
2014 2 422 2 340 96,3 90,1 96,0 89,8
Tabelle 3 Impfquoten der Röteln- und Varizellen-Impfung in den Einschulungsjahrgängen 2014 bis 2024 in Münster (Da-
tenquelle: LZG.NRW, eigene Darstellung)
Einschu-
lungs-
jahrgang
Untersuchte
Schulanfänge-
rinnen und -
Schulanfänger
insgesamt
Kinder mit
dokumen-
tierter Imp-
fung
≥1 Röteln-
impfung
≥2 Röteln-
impfungen
≥1 Varizellen-
impfung
≥2 Varizellen-
impfungen
2024 2 863 2 774 99,4 97,1 94,4 92,2
2023 2 801 2 700 99,6 97,0 94,2 92,0
2022 2 617 2 504 99,4 96,9 95,0 93,1
2021 2 029 1 944 99,0 96,5 94,8 93,0
2020 2 071 2 021 98,8 95,6 95,1 92,4
2019 2 606 2 503 97,0 92,0 91,9 87,7
2018 2 456 2 378 97,3 91,8 90,5 86,0
2017 2 633 2 514 96,8 90,3 89,1 84,4
2016 2 583 2 467 96,7 90,6 90,4 85,5
2015 2 465 2 356 96,3 90,2 89,6 84,9
2014 2 422 2 340 96,1 89,8 88,3 84,3
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
Gesundheits- und Veterinäramt Münster, Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit
66
Tabelle 4 Impfquoten der Diphtherie- und Tetanus-Impfung in den Einschulungsjahrgängen 2014 bis 2024 in Münster
(Datenquelle: LZG.NRW, eigene Darstellung, ab 2023: Dokumentation der Impfquoten gemäß geändertem Impfschema)
Einschu-
lungs-
jahrgang
Untersuchte
Schulanfänge-
rinnen und -
Schulanfänger
insgesamt
Kinder mit
dokumen-
tierter Imp-
fung
Diphtherie
begonnene
Grundimmu-
nisierung
Diphtherie
abgeschlos-
sene
Grundimmu-
nisierung
Tetanus
begonnene
Grundimmuni-
sierung
Tetanus
abgeschossene
Grundimmuni-
sierung
2024 2863 2 774 2,0 96,4 1,9 96,4
2023 2801 2 700 1,5 96,9 1,5 96,9
2022 2617 2 504 9,0 89,7 9,0 89,7
2021 2029 1 944 8,8 89,8 9,0 89,9
2020 2071 2 021 9,1 90,5 9,3 90,4
2019 2606 2 503 10,5 87,9 10,7 88,1
2018 2456 2 378 10,3 88,1 10,7 88,2
2017 2633 2 514 8,1 90,0 8,8 89,9
2016 2583 2 467 8,7 89,3 9,2 89,5
2015 2465 2 356 5,8 92,6 6,7 92,6
2014 2422 2 340 7,1 91,8 7,7 91,9
Tabelle 5 Impfquoten der Pertussis- und Polio-Impfung in den Einschulungsjahrgängen 2014 bis 2024 in Münster (Da-
tenquelle: LZG.NRW, eigene Darstellung, ab 2023: Dokumentation der Impfquoten gemäß geändertem Impfschema)
Einschu-
lungs-
jahrgang
Untersuchte
Schulanfänge-
rinnen und -
Schulanfänger
insgesamt
Kinder mit
dokumen-
tierter Imp-
fung
Pertussis
begonnene
Grundimmu-
nisierung
Pertussis
abgeschlos-
sene
Grundimmu-
nisierung
Polio
begonnene
Grundimmuni-
sierung.
Polio
abgeschlossene
Grundimmuni-
sierung
2024 2863 2 774 2,0 96,1 2,1 95,2
2023 2801 2 700 1,5 96,3 1,7 95,5
2022 2617 2 504 8,7 89,8 7,5 89,8
2021 2029 1 944 8,7 89,8 7,8 90,0
2020 2071 2 021 8,9 90,3 7,7 90,5
2019 2606 2 503 10 87,7 9,1 87,3
2018 2456 2 378 9,6 88,0 9,3 86,9
2017 2633 2 514 7,7 89,8 7,5 88,7
2016 2583 2 467 8,1 89,2 7,6 88,4
2015 2465 2 356 5,2 92,4 5,0 91,9
2014 2422 2 340 6,9 91,5 6,9 90,2
Bericht Kindergesundheit in Münster 2014 - 2024
Gesundheits- und Veterinäramt Münster, Abteilung Kinder- und Jugendgesundheit
67
Tabelle 6 Impfquoten der Hib- und HepB-Impfung in den Einschulungsjahrgängen 2014 bis 2024 in Münster (Daten-
quelle: LZG.NRW, eigene Darstellung, ab 2023: Dokumentation der Impfquoten gemäß geändertem Impfschema)
Einschu-
lungs-
jahrgang
Untersuchte
Schulanfänge-
rinnen und -
Schulanfänger
insgesamt
Kinder mit
dokumen-
tierter Imp-
fung
Hib
begonnene
Grundimmu-
nisierung
Hib
abgeschlos-
sene
Grundimmu-
nisierung
HepB
begonnene
Grundimmuni-
sierung
HepB
abgeschlossene
Grundimmuni-
sierung
2024 2863 2 774 2,0 94,2 1,8 93,2
2023 2801 2 700 1,8 94,3 1,7 93,2
2022 2617 2 504 7,2 89,3 6,2 88,9
2021 2029 1 944 7,6 89,2 7,1 88,0
2020 2071 2 021 7,5 89,7 6,2 88,3
2019 2606 2 503 8,1 86,1 9,3 82,2
2018 2456 2 378 7,7 85,7 9,3 80,9
2017 2633 2 514 6,7 87,3 7,9 81,8
2016 2583 2 467 6,1 87,2 7,8 83,4
2015 2465 2 356 4,7 90,4 7,0 84,3
2014 2422 2 340 6,0 89,0 7,6 83,8
Berichtsvorlage
2575 Zeichen
V/0043/2025 V/0043/2025 Öffentliche Berichtsvorlage Betrifft Gesundheit und Entwicklung von Kindern im Einschulungsalter in Münster 2014 - 2024 Beratungsfolge 02.04.2025 Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung Bericht 10.04.2025 Ausschuss für Gleichstellung Bericht 06.05.2025 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Bericht 14.05.2025 Integrationsrat Bericht 15.05.2025 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Bericht 21.05.2025 Hauptausschuss Bericht Bericht: Mit der Einschulung beginnt für das Kind ein neuer Lebensabschnitt. Um sicherzustellen, dass es gut auf die Schule vorbereitet ist und den Anforderungen des Schulbesuchs gerecht werden kann, schreibt der Gesetzgeber die verbindliche Schuleingangsuntersuchung vor, mit deren Durchführung die Gesundheitsämter als untere Gesundhe itsbehörde beauftragt sind. Die Untersuchung dient der Überprüfung des Gesundheits- und Entwicklungszustands des Kindes sowie der umfassenden Bera- tung der Eltern/Sorgeberechtigten mit Blick auf den kommenden Schulstart. Der Schuleingangsuntersuchung kommt sowohl auf individueller Ebene des einzelnen untersuchten Kindes als auch auf Ebene eines kompletten Jahrgangs besondere Bedeutung zu. Die dabei erhobe- nen individuellen Daten ermöglichen auf gesamtstädtischer Ebene neben einer Betrachtung einzelner Indikatoren im Zeitverlauf auch einen spezifischen Blick auf einzelne Stadtteile und Bevölkerungs- gruppen und ihre Bedarfe. Der vorliegende Bericht, der auf den Daten der Einschulungsjahrgänge 2014 bis 2024 basiert, ordnet die Entwicklung von Kindern in die sich verändernden Lebenswelten ein, liefert Informationen zur Durchführung der Schuleingangsuntersuchungen, stellt ausgewählte Untersuchungsergebnisse sowie Ergebnisse über die Inanspruchnahme von Vorsorgemaßnamen im Kindesalter im Verlauf sowie kleinräumig dar, beschreibt Handlungsfelder, die aus den Ergebnissen deutlich werden, und Gesundheits- und Veterinäramt 12.03.2025 Ihr/e Ansprechpartner/in: Frau Knese-Janning Telefon: 492-5417 Knese-Janning@stadt- muenster.de - 2 - V/0043/2025 stellt eigene Aktivitäten des Gesundheits- und Veterinäramtes sowie Kooperationen und Betei- ligungen basierend auf den Handlungsfeldern dar. In Vertretung gez. Cornelia Wilkens Stadträtin Anlagen: Anlage A Anlage 1: Bericht Kindergesundheit: Gesundheit und Entwicklung von Kindern im Einschulungsalter in Münster (Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchungen 2014 – 2024)
Beratungsverlauf (6)
Beschluss: keine Beschlussfassung wegen Sitzungsabsage
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (6)
- Stolbergstraße 2a
- Hansaplatz 23
- Kinderhaus
- Pluggendorf 22
- Neutor 29
- Düesberg 43
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- V/0043/2025
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 06.03.2025
- Erstellt
- 24.01.2025 17:29