A-R/0017/2021
Nahwärmenetze mit erneuerbar erzeugter Wärme in neuen Baugebieten als Beitrag zum Klimaschutz
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a-r-0017-2021-CDU-Nahwärmenetze
3180 Zeichen
Antrag an den Rat A-/0017/2021 RATSANTRAG Nahwärmenetze mit erneuerbar erzeugter Wärme in neuen Baugebieten als Beitrag zum Klimaschutz Der Rat der Stadt Münster beschließt: Bei neuen Baugebieten soll eine Prüfung auf Machbarkeit und Umsetzung von nach- haltigen Wärmenetzen, die von erneuerbaren Wärmeerzeugungsanlagen gespeist werden, erfolgen. In diesem Kontext sollen insbesondere „Kalte Nahwärmenetze“ in Verbindung mit er- neuerbaren Wärmeerzeugungslösungen (z.B. oberflächennahe Geothermie, Solar- thermie, Wärmepumpen oder Abwärmenutzung) und Photovoltaik betrachtet werden. Für jedes Baugebiet ist die optimale Lösung im Hinblick auf Wärmekosten und CO2- Minderung unter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten zu entwickeln. Hierdurch besteht die Möglichkeit, dass zukünftig auf die Verlegung von Gasversor- gungsleitungen für Neubaugebiete verzichtet werden kann. Begründung: Kalte Nahwärmenetze und Nahwärmenetze mit niedrigerem Temperaturniveau in Verbindung mit oberflächennaher Geothermie, Solarthermie oder weiteren erneuer- baren Energien werden als vielversprechender Ansatz für eine umweltfreundliche Wärme- und Kälteversorgung im Rahmen der Energiewende und des Klimaschutzes betrachtet. Zentral gespeiste Wärmenetze unabhängig vom Temperaturniveau haben verglichen mit Einzelheizungen vielfältige Vorteile: Hierzu zählen z. B. der Einsatz von Kraft- Wärme-Kopplungsanlagen, die eine höhere Ausnutzung der eingesetzten Primär- energie (z. B. Erdgas) bieten als auch die Einbindung erneuerbarer Erzeuger in eben jenes Netz ermöglichen. Bei der Einspeisung von erneuerbaren Wärmequellen in sol- che Nahwärmenetze können CO2-Emissionen und Schadstoffemissionen vor Ort komplett vermieden werden. Seite 2 von 2 Eine Ausstattung der versorgten Gebäude mit Photovoltaik-Anlagen, würde es dar- über hinaus ermöglichen, einen Teil des Strombedarfs für die Wärmepumpen der Wärmeerzeugungsanlagen vom eigenen Dach zu beziehen. Grundsätzlich ist es im Interesse der Klimaziele der Stadt Münster, eine leitungsge- bundene Wärmeversorgung mit einem hohen Anteil erneuerbarer Energien zu reali- sieren. Welches Temperaturniveau des Wärmenetzes im Einzelfall optimal ist, gilt es jeweils im Rahmen der Bebauungsplanung und Quartiersentwicklung individuell zu definieren. Bei diesem Prozess sollte die Stadtwerke Münster GmbH als stadteige- nes Unternehmen eingebunden werden. Kalte Nahwärmenetze sind eine technische Variante eines Wärmeversorgungsnet- zes, die mit niedrigen Übertragungstemperaturen in der Nähe der Umgebungstempe- ratur im Bereich von ca. 10 - 25 °C arbeiten und somit mit deutlich niedrigeren Tem- peraturen als herkömmliche Fernwärmenetze betrieben werden. Dadurch können verschiedene Verbraucher im Bereich eines Nahwärmenetzes un- abhängig voneinander gleichzeitig heizen oder kühlen. Trotz möglicher höherer In- vestitionskosten sind erneuerbare Versorgungskonzepte perspektivisch wirtschaftli- cher, da sie die regulatorisch steigenden CO2-Kosten im Vergleich zu einer her- kömmlichen fossilen Erzeugung nicht tragen müssen. Münster, 08.03.2021 gez. Weber und Fraktion
Beratungsverlauf (1)
Details
- Aktenzeichen
- A-R/0017/2021
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 09.03.2021
- Erstellt
- 09.03.2021 13:11