2019/0282
Protokoll 23. Sitzung Gestaltungsbeirat
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2019/0282
3109 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
13.09.2019
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat III an die Stadtverordne tenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Amt: Stadtplanungsamt
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2019/0282
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.:
Kostenstelle: Investitionsnummer:
Kostenträger: Sachkonto:
Betreff: Protokoll 23. Sitzung Gestaltungsbeirat
Vorlage vom: 09.09.2019
Beschlussvorschlag :
Das Protokoll der 23. Sitzung des Gestaltungsbeirates wird zur Kenntnis genommen.
Anlagen: Protokoll 23. Sitzung Gestaltungsbeirat
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
- 2 -
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 09.09.2019
Im Dezember 2011 hat der Magistrat bzw. die Stadtverordnetenversammlung die Einrichtung
eines Gestaltungsbeirates beschlossen (Vorl. -Nr. 2011/ 0491).
Mit der MV Nr. 2019/ 0076 vom 28.02.2019 wurde die Neubesetzung des Gestaltungs -
beirates von der Stadtver ordnetenversammlung bestimmt.
Die 23. Sitzung des Gestaltungsbeirats fand am 23.08.2019 statt.
An der Sitzung nahmen die Mitglieder des Beirates, Vertreterinnen und Vertreter der poli -
tischen Parteien, Vertreterinnen und Vertreter der Verwaltung sowie d ie Geschäftsstelle teil.
Im öffentlichen Teil waren interessierte Bürgerinnen und Bürger anwesend, ebenso waren
Interessengruppen und Verbände eingeladen.
Zu Beginn des öffentlichen Teils der Sitzung begrüßte die Baudezernentin Frau Dr. Barbara
Boczek und die Vorsitzende des Gestaltungsbeirates, Frau Prof. Christa Reicher, die
Mitglieder des Gestaltungsbeirates sowie die Gäste im Plenum.
Dann wurden die Vorhaben der Tagesordnung – Frankfurter Landstraße 171 – 173/
Darmstädter Straße 17 (Abriss und Neuba u Wohn- und Geschäftshaus), Im Fiedlersee 43
(Studie Erweiterung Seniorenwohnanlage), Headquarter ISRA Vision Frankfurter Straße
(Neubau Büro-/ verwaltungs- und Produktionsgebäude sowie Parkhaus) und
Hindenburgstraße 38/40 (Neubau Wohngebäude) durch die je weiligen Architekten bzw.
Bauherren vorgestellt; es folgten Rückfragen und Verständnisfragen durch die
Beiratsmitglieder und die erschienenen Gäste.
Im darauf folgenden nicht -öffentlichen Sitzungsteil wurden die Projekte mit den jeweiligen
Bauherren und d en Architekten intensiv diskutiert und besprochen.
Der Stellungnahmen des Beirates zu den Projekten sind im anliegenden Protokoll ersichtlich.
Aufgrund geringfügiger Änderungen wird die Empfehlung zur Rahmenplanung TU Darmstadt
erneut Anlage des Protokol ls.
Das Protokoll wird im Internet veröffentlicht.
Darmstadt, den 09.09.2019
Die Dezernentin III
Dr. Barbara Boczek
Dezernentin
anlage 1
22089 Zeichen
P R O T O K O L L
GESTALTUNGSBEIRAT DER STADT DARMSTADT
1
Sitzungstag: 23.08.2019
Beginn: 10.00 Uhr
Ende: 17.00 Uhr
Ort: Saal Aurum, Darmstadtium, Darmstadt
Teilnehmer:
Mitglieder des Prof. Christa Reicher (Vors.)
Gestaltungsbeirates Prof. Alexander Reichel
Prof. Thomas Knerer
Dipl. Ing. Rebekka Junge
Verwaltung Dr. Barbara Boczek, Dezernentin
Jochen Krehbiehl, Amtsleiter Stadtplanungsamt
Rainer Dressel, Amtsleiter Bauaufsichtsamt
Hava Bingert, Stadtplanungsamt
Andrea Haas, Stadtplanungsamt
Max Henkel, Stadtplanungsamt
Mathias Schreiber, Stadtplanungsamt (tw.)
Mareike Göddel, Denkmalpflege (tw.)
Eva Schauland, Stadtplanungsamt
Stefanie Michels, Stadtplanungsamt
Politik Oliver Stienen, Bündnis 90/ Die Grünen (tw.)
Roland Desch, CDU
Tim Huß, SPD, ab 13.00 Uhr
Georg Hang, Uffbasse, ab 13.00 Uhr
Entschuldigt: Prof. Martina Baum
Martina Hübscher-Paul, Die Linke
Hannelore Anthes, Uwiga
Ingrid Pilz, Grünflächenamt
Projekte
Wohn- und Geschäfts- Frankfurter Landstr. 171-173/Darmstädter Str. 17, Plan B
haus Architekten & Ingenieure, Mainz-Kastell/ göringer_hoff-
mann_bauer Planungsbüro für Städtebau, Groß-Zimmern;
Aldi GmbH & co. KG, Mörfelden-Walldorf
Seniorenwohnen Im Fiedlersee 43, Bielak Architekten&Bauingenieure, Ho-
henstein-Breithardt; HEMSÖ Germany Invest 10 GmbH,
München
Büro-/Verwaltungs-/ Headquarter ISRA Vision Frankfurter Straße, fs architekten,
Produktionsgebäude Darmstadt; ISRA Vision AG, Darmstadt
Wohngebäude Hindenburgstr. 38/40, planquadrat, Darmstadt;
Iber Grundstücks GmbH, Darmstadt
P R O T O K O L L
GESTALTUNGSBEIRAT DER STADT DARMSTADT
2
Nicht-öffentlicher Teil (10.00 Uhr – 13.00 Uhr)
Im nicht-öffentlichen Teil erfolgte zunächst die Ortsbesichtigung der Projekte Head-
quarter ISRA Vision, Frankfurter Straße (Neubau Büro-/ Verwaltung- und Produktions-
gebäude sowie Parkhaus) und Hindenburgstraße 38/40 (Abriss und Neubau Wohnge-
bäude). Die Projekte in der Frankfurter Landstr. 171-173 und Im Fiedlersee 43 wurden
nicht besichtigt, da es sich um Wiedervorlagen handelt, welche im Rahmen der Erst-
vorlage bereits besichtigt wurden.
Herr Krehbiehl, Frau Bingert und Frau Haas erläutern bei dem jeweiligen Projekt die
Situation im Bestand, den Ansatz des Entwurfs sowie die stadträumliche Einbindung
des Standortes.
Anschließend erfolgt die Vorbesprechung der Projekte.
Öffentlicher Teil (13.00 Uhr – ca. 15.15 Uhr) :
Diskussion der Projekte im nicht-öffentlichen Teil (15.30 Uhr – 17.00 Uhr)
Die Begrüßung der Teilnehmer und der Besucher des Gestaltungsbeirates erfolgt
durch Dr. Barbara Boczek, Stadträtin sowie die Vorsitzende Prof. Christa Reicher.
Daran anschließend werden die Projekte der Tagesordnung durch die jeweiligen Archi-
tekten bzw. Bauherren/ Investoren vorgestellt. Rückfragen und Verständnisfragen
durch die Teilnehmer und das Publikum werden beantwortet.
Eine intensive Diskussion mit den Architekten und Bauherren/ Investoren erfolgt im
Anschluss im Rahmen des nicht-öffentlichen Teils der Sitzung.
Die Empfehlungen des Beirates folgen im Anhang. Die Empfehlung zum Projekt Rah-
menplanung TU Darmstadt aus er vorherigen Sitzung wurde geringfügig geändert und
liegt erneut dem Protokoll bei.
Als weitere Termine für die nachfolgenden Sitzungen des Gestaltungsbeirats sind fol-
gende Termine festgelegt worden: (Freitags, Zeitfenster jw. ca. 10.00 – 17.00 Uhr)
08.11.2019 21.02.2020 29.05.2020 28.08.2020 20.11.2020
Endgültige Zeiten können der Einladung zur Sitzung entnommen werden bzw. werden
unter http://gestaltungsbeirat.darmstadt.de veröffentlicht.
………………………………………………………….
gez. S. Michels, Geschäftsstelle Gestaltungsbeirat Darmstadt
Stadtplanungsamt, Darmstadt, 09.09.2019
………………………………………………………….
gez. Prof. Christa Reicher
Vorsitz Gestaltungsbeirat, Aachen, 09.09.2019
Anlage: Empfehlungen des Gestaltungsbeirates
Gemeinsame Empfehlung
Projekt Frankfurter Landstraße 171-173
Neubau einer Wohnbebauung mit 15 WE, einer
Einzelhandelsfiliale und einer TG mit 41 STP
- Wiedervorlage -
Gestaltungsbeirat Darmstadt
23. Sitzung – 23.08.2019
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 23.08.2019
Stadtplanungsamt Darmstadt
Entwurfsverfasser
Plan B Freie Architekten und Ingenieure, Mainz-Kastel
Planungsbüro für Städtebau göringer_hoffmann_bauer
Bauherr
ALDI Süd, ALDI GmbH & und Co KG
Beschreibung
Im historischen Ortskern von Darmstadt-Arheilgen, Frankfurter Landstraße 171-173,
soll ein Discountmarkt der ALDI GmbH mit 15 Wohnungen und jetzt 41 Stellplätzen in
einer Tiefgarage entstehen.
Der überarbeitete Vorschlag sieht dabei weiterhin einen erdgeschossigen Markt vor,
der von der Frankfurter Landstraße aus erschlossen wird und aus dem sich auch die
dreigeschossige Wohnbebauung entwickelt. Die Zufahrten und Eingänge wurden in
ihrer Lage, ebenso wie die Dachform und Erschließung des Wohnhauses überarbeitet.
Zur Darmstädter Straße hin wurde das dort entstehende Wohnhaus neu platziert, so
dass die vorhandenen Freiräume besser zur Geltung kommen. Ebenso wurde die Nut-
zung im Erdgeschoss überarbeitet.
Von dem rechtskräftigen B-Plan A 7.1 - An der Reitbahn - soll geringfügig abgewichen
werden. So entfällt eine Wegeverbindung und die Baulinie an der Frankfurter Land-
straße wird städtebaulich angepasst.
Die umgebende Bebauung ist denkmalrechtlich überwiegend als Kulturdenkmal (En-
semble) eingestuft.
Empfehlung
Der Gestaltungsbeirat begrüßt die umfassende Überarbeitung, die sich damit besser
in den Kontext einfügt.
Die Erschließung der Wohnungen und des Einzelhandelsmarktes vom Süden ermög-
licht städtebaulich eine angemessene Platzfront zum Anger.
Die Tiefgaragenzufahrt ist im nördlichen Bereich in das Haus integriert und wird so-
mit, wie bei vielen urbanen Lösungen, nur wenig wahrgenommen. Die Verlegung des
Laubengangs auf die rückwärtige Seite bietet die Chance, die Straßenfassade gestal-
terisch analog zur Nachbarbebauung zu entwickeln.
Durch die neue Situierung des Wohnhauses an der Darmstädter Straße und die Auf-
nahme der benachbarten Traufhöhen fügt sich dieses maßstäblich in die Umgebung
ein. Auch die deutliche Ablesbarkeit der Wohnnutzung in der Fassade bis in das Erd-
geschoss trägt dazu bei. Die jetzt im Norden geführte Erschließung und die Verschmä-
lerung des Baukörpers ermöglichen einen proportionierten und nutzbaren Freibereich.
Bei der weiteren Entwicklung der Maßnahme sollte zusammen mit der Stadt Darm-
stadt nach Lösungen gesucht werden, die bestehenden Durchwegungen im Quartier
und den Spielplatz öffentlich zugänglich zu lassen.
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 23.08.2019
Stadtplanungsamt Darmstadt
Zusammenfassung und weiteres Vorgehen
Insgesamt ist der Gestaltungsbeirat erfreut, dass es den Verfassern gelungen ist, die
Anregungen aufzunehmen, und einen Vorschlag vorzulegen, der sich besser in das
Ortsbild einfügt.
Die vorgestellte Lösung kann so mit den städtischen Gremien abgestimmt werden,
und stellt damit einen wertvollen Beitrag zur Sicherung der fußläufig erreichbaren
Nahversorgung in Arheilgen dar.
Votum
gez. Alexander Reichel
Stadtplanungsamt Darmstadt
Gemeinsame Empfehlung
Projekt Seniorenwohnen im Fiedlersee, Arheilgen
Entwurf zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan
- Wiedervorlage -
Gestaltungsbeirat
Darmstadt
23. Sitzung – 23.08.2019
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 23.08.2019
Stadtplanungsamt Darmstadt
Entwurfsverfasser
Bielak Architekten + Bauingenieure, An der Altwiese 5, 65329 Hohenstein
Bauherr
Hemsö Germany Invest 10 GmbH, München
Beschreibung
Das Projekt wurde bereits in der 22. Sitzung des Gestaltungsbeirates beraten. Wie
vorgeschlagen, ist geprüft worden, ob eine Bebauung oder Teile einer Bebauung in-
nerhalb des Sevesobereiches möglich sind. Diese Prüfung hat den Gestaltungsspiel-
raum für die Neubebauung erweitert. Die Architekten haben sich entschlossen, zwei
neue Varianten zur Diskussion zu stellen.
Das Grundstück am Standort Arheilgen ist geprägt durch die 4-geschossige Bebauung
eines Altenwohnheims. Der Betreiber möchte den Standort um drei weitere Angebote
erweitern: eine Tagespflege, betreutes Wohnen und Wohnunterkünfte für das Pflege-
personal.
Bei den beiden Varianten handelt es sich um unterschiedliche städtebauliche Anord-
nungsformen der neuen Baukörper: eine Solitärlösung und eine geschwungene Bau-
körperfigur.
Empfehlung
Der Gestaltungsbeirat begrüßt, dass die Entwurfsverfasser einen Schritt zurückgegan-
gen sind und aus der kritischen Diskussion Ansätze für neue Alternativkonzepte entwi-
ckelt haben. Präferiert wird die Solitärlösung mit einzelnen Punktgebäuden, weil diese
sich besser mit dem Gebäudebestand und dem vorhandenen Freiraum verträgt. Der
Anschluss an den Freiraum und das großzügige Gartengrundstück kann somit besser
und qualitätsvoller eingelöst werden.
Es wird empfohlen, bei der weiteren Entwicklung des Projektes, die Höhe der einzel-
nen Solitäre gleich zu gestalten und den Baukörper der Tagespflege so anzuordnen,
dass dieser schlüssig im Verhältnis zum Bestand liegt.
Zusammenfassung der Rückmeldung
Insgesamt ist der Gestaltungsbeirat mit der Variante der Solitärbauten einverstanden
und befürwortet deren Weiterentwicklung. Zu einem späteren Zeitpunkt soll der Ent-
wurf nochmals im Beirat im Hinblick auf seine architektonische Qualität diskutiert
werden.
Votum
gez. Christa Reicher
Stadtplanungsamt Darmstadt
Gemeinsame Empfehlung
Projekt:
Neubau Headquarter ISRA, Darmstadt
Gestaltungsbeirat
Darmstadt
23. Sitzung – 23.08.2019
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 23.08.2019
Stadtplanungsamt Darmstadt
Entwurfsverfasser
fs I architekten. Darmstadt
Bauherr
ISRA Vision, Darmstadt
Beschreibung
An der Frankfurter Strasse soll auf dem Gelände des ehemaligen Bahnausbesserungs-
werks das Headquarter der ISRA Vision AG entstehen. Südlich angrenzend befindet
sich der Verwaltungsbau der ENTEGA AG, im Norden schliesst ein weiteres Grund-
stück an, das zukünftig ebenfalls zu einem Büro- und Verwaltungsstandort entwickelt
werden soll.
Für den Seitenbereich der Frankfurter Strasse besteht eine Planung der Stadt Darm-
stadt: mit einer ergänzenden zweiten Baumreihe und einem breiten Fußweg soll ein
großzügigerer Strassenraum entstehen.
Besonderes Merkmal des Grundstücks ist der ca. 20m hohe Wasserturm des
ehemaligen Bahnausbesserungswerkes, der innen und außen unter Denkmalschutz
steht.
Das vorgestellte Konzept sieht entlang der Frankfurter Strasse ein VII-bzw. VIII-
geschossiges Bürogebäude mit zwei Innenhöfen vor. Ein mittig liegender Riegel des
Bürogebäudes soll Startup-Büros aufnehmen. Zwei Fassadenrücksprünge zur
Frankfurter Strassen sollen den Baukörper gliedern, einer davon umschliesst mit
einem Abstand von ca. 6m den Wasserturm, für den noch kein konkretes Nutzungs-
konzept vorliegt. Der Haupteingang ist südlich des Wasserturms angeordnet. Der
Wasserturm selbst wird in ein Wasserbecken eingebunden.
Westlich des Gebäuderiegels ist eine Montagehalle vorgesehen; ein Parkdeck bildet
den Abschluss des Grundstücks nach Westen. Die Erschliessung erfolgt von der
Frankfurter Strasse über zwei Fahrbahnen, die entlang des nördlichen und südlichen
Grundstücksrands geführt werden.
Empfehlung
Der Beirat begrüßt generell, daß der Standort eine Bebauung erhält, die dem Stadt-
eingang entlang der Frankfurter Strasse ein neues Gesicht geben kann und den Erhalt
und die Instandsetzung des Wasserturms ermöglicht.
Die Bebauung nimmt jedoch zu wenig Rücksicht auf den denkmalgeschützten
Wasserturm; die Umbauung wird als ein „Erdrücken“ des Bestandgebäudes
empfunden. Die Chance, die der Wasserturm als Identitätsstifendes Element dem
neuen Firmenstandort geben könnte, wird nicht genutzt.
Es wird angeregt, zusammen mit dem Wasserturm ein Gebäudeensemble zu ent-
wickeln, das den Turm räumlich und inhaltlich integriert und nicht musealisierend in
ein Wasserbecken stellt. Insbesondere zusammen mit den Startup-Büros könnte ein
identitässtiftender Campus mit einem hohen Mehrwert für Mitarbeiter und Besucher
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 23.08.2019
Stadtplanungsamt Darmstadt
entstehen. Die Lage des Parkhauses verursacht weite, eher unattraktiv erscheinende
Wege. Mit einer neuen Gebäudekonfiguration könnten auch diese verkürzt und in ein
ansprechendes Umfeld eingebunden werden.
Weiteres Vorgehen
Der Beirat empfiehlt eine grundlegende Überarbeitung, die den Wasserturm als
Besonderheit des Ortes einbindet und daraus einen Mehrwert für die Identität des
Firmenstandorts generiert.
Zusammenfassung der Rückmeldung
Eine Wiedervorstellung des Projektes ist erforderlich.
Votum
gez. Rebekka Junge
Stadtplanungsamt Darmstadt
Gemeinsame Empfehlung
Projekt:
Wohnungsbau
Hindenburgstaße 38/40, Darmstadt
Gestaltungsbeirat
Darmstadt
23. Sitzung – 23.08.2019
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 23.08.2019
Stadtplanungsamt Darmstadt
Entwurfsverfasser
Planquadrat Elfers Geskes Krämer PartG mbH, Darmstadt
Bauherr
Iber Grundstücks GmbH, Darmstadt
Beschreibung
Durch das Büro Planquadrat wird ein Bebauungsvorschlag für das Grundstück der
Wissenschaftlichen Buchgesellschaft an der Hindenburgstraße vorgestellt. Auf dem
Grundstück befinden sich derzeit mehrgeschossige Bestandsgebäude, die zur
Umsetzung des Bauvorhabens abgebrochen werden müssen.
Die Neubebauung soll aus zwei Baukörpern bestehen. An der Hindenburgstraße soll
mit einem Gebäuderiegel die nach Abbruch des Bestandes entstehende Lücke ge-
schlossen werden. Der geplante Neubau ist viergeschossig mit zusätzlichem Staffel-
geschoss geplant und achssymmetrisch angelegt. Die Anschlüsse an die angrenzen-
den Bestandsgebäude erfolgen über zurückgesetzte verglaste Gebäudefugen.
Mittig in diesem Haus ist ein zweigeschossiger Durchgang vorgesehen. Dieser er-
schließt einen Innenhof, der von einem U-förmig angelegten zweiten Neubau umrahmt
werden soll. Dieser Baukörper ist fünfgeschossig mit zwei zusätzlichen Staffelge-
schossen geplant.
Eine Besonderheit der Fassadengestaltung ist die vorgesehene intensive Fassadenbe-
grünung an den Staffelgeschossen des Hofgebäudes und den Gebäudefugen im Be-
reich des Baukörpers an der Straße.
Empfehlung
In der Diskussion über das Projekt werden unterschiedliche Fragen gestellt, die in der
weiteren Bearbeitung des Projektes zu beantworten sind:
Das Projekt weist eine sehr hohe bauliche Dichte auf. In den beiden geplanten Gebäu-
den sollen ca. 145 Wohnungen untergebracht werden. Zur Vergleichbarkeit mit dem
Maß der Umgebungsbebauung sollen die ermittelten Werte zur GRZ und GFZ durch
die Planer noch nachgereicht werden.
Der Versiegelungsgrad des Grundstückes ist vermeidbar hoch geplant, Kinderspiel-
flächen sind noch nicht vorgesehen.
Die Anordnung von Wohnungen in unmittelbarer Nähe zu den Erschließungsflächen im
Hof lässt Konfliktpotenziale vermuten, weil die private Sphäre der Wohnungen gegen
Einblicke und Lärm geschützt sein sollte.
Die Dachformen des Vorderhauses sollte an die Dächer der Nachbarhäuser ange-
glichen werden. Der jetzt geplante Dachüberstand auf dem Staffelgeschoss erzeugt
geometrische Konflikte gegenüber dem Bestand.
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 23.08.2019
Stadtplanungsamt Darmstadt
Im Nordflügel der Hofbebauung könnten aufgrund des ansteigenden Geländes in den
unteren Etagen Belichtungsprobleme entstehen.Der Auftritt zur Hindenburgstraße mit
einem achssymmetrisch angelegten Baukörper erscheint sehr herrschaftlich und wirkt
in der eher profanen Umgebung etwas fremd.
Die Ausbildung der Gebäudefugen zum Bestand ist aus den Plänen noch nicht ables-
bar. Die Qualität der angebotenen Wohnungen ist noch nicht vollständig überzeugend
dargestellt.
Grundsätzlich wird über die hohe Dichte des Projektes kritisch diskutiert, im Ergebnis
wird jedoch die Schaffung von zusätzlichem Wohnraum begrüßt und befürwortet.
Weiteres Vorgehen
In den anschließenden Planungsstufen sollten die vorgenannten Fragen und Kritik-
punkte beantwortet bzw. aufgelöst werden.
Zusammenfassung der Rückmeldung
Eine Wiedervorstellung des Projektes ist im weiteren Verlauf der Bearbeitung erforder-
lich.
Votum
gez. Thomas Knerer
Stadtplanungsamt Darmstadt
Gemeinsame Empfehlung
Projekt:
Rahmenplanung Lichtwiese, TU Darmstadt
Gestaltungsbeirat
Darmstadt
22. Sitzung – 08.02.2019
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 08.02.2019
Stadtplanungsamt Darmstadt
Entwurfsverfasser
MTP Architekten GmbH, Frankfurt am Main; TU Darmstadt
Riehl Bauermann Landschaftsarchitekten, Kassel (Masterplan Freianlagen)
Bauherr
TU Darmstadt
Beschreibung
Für die Lichtwiese, den Campus der TU Darmstadt 2012 wurde im Zuge einer
Rahmenplanung ein Entwicklungskonzept mit der Stadt Darmstadt abgestimmt und
darauf aufbauend ein Strukturkonzept sowie in 2018 ein Masterplan Freianlagen er-
stellt. Das ursprüngliche Konzept der „Lichtwiese im Grünen“ soll erhalten und weiter
gestärkt werden. Die Aussenkanten der bebauten Flächen entsprechen dem früheren
B-Plan, der seinerzeit aufgehoben und nicht wieder aufgestellt wurde.
Der Masterplan sieht das Prinzip einer grünen, MIV-freien Mitte vor, die von einem
bebauten Cluster umrahmt ist und eine klare Abgrenzung zum Landschaftsraum
Lichtwiese bildet.
Es ist geplant, die neue Strassenbahntrasse im nördlichen Bereich der Campusmitte
bis zu einer Haltestelle mit Wendeschleife nördlich des Hörsaal- und Medienzentrums
zu führen. Die Strassenbahntrasse muß in einem getrennten Gleisbett geführt werden;
dies gilt auch für den Bereich der Wendeschleife; nur an ausgewiesenen Übergängen
ist eine Querung möglich.
Für zwei Neubauvorhaben wurde die Strukturplanung vorgestellt, für beide Bauauf-
gaben soll das Projekt über ein Verhandlungsverfahren qualifiziert werden.
Im Westen, in direkter Nachbarschaft zum Gebäude „Architektur“ wird ein Nord-Süd-
ausgerichteter Riegel für den Neubau eines Institutsgebäudes vorgesehen. Mit den
versetzt angeordneten gestaffelten Gebäudehöhen soll eine Distanz zu dem denkmal-
geschützten Architekturgebäude geschaffen werden. Zur Campusmitte nimmt der
Riegel die Flucht des östlich angrenzenden Bestandsgebäudes auf. Als südlicher
Abschluss steht auf der höher liegenden Ebene ein quer dazu gestellter Baukörper für
ein Laborgebäude. Beide Gebäude werden auf den heutigen Parkplatzflächen vorge-
sehen, so daß der Baumbestand weitgehend erhalten wird und der Grünzug in die
südlich angrenzende Landschaft führen kann.
Das im Masterplan als Zentrales Gebäude benannte Baufeld wird zunächst nicht
realisiert. Sollte es zur Projektierung eines Gebäudes kommen, müssen Bauvolumen
und Bauweise, entsprechend dem gestalterischen Konzept des Masterplans Freian-
lagen, auf das denkmalgeschützte Institutsgebäude Architektur, das neue Instituts-
gebäude Mathematik sowie die "Grüne Campusmitte" abgestimmt werden.
Im Osten soll ein Forschungsneubau mit Laboren, Büros und Hallen das dreieckige
Grundstück südlich des Gebäudes Maschinenbau besetzen. Mit einem in den Nord-
Süd-Grünzug geschobenen Kopfbau soll eine „Adresse“ an der Campusmitte gebildet
werden.
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 08.02.2019
Stadtplanungsamt Darmstadt
Empfehlung
Der Beirat begrüßt, daß für die Entwicklung des Campus ein übergeordnetes, klares
Konzept erarbeitet, für die Freianlagen ein Masterplan weiterentwickelt wurde und
konkrete Maßnahmen wie die geplanten Regenwasserentkopplung vorgesehen sind.
Für die Campusmitte wird bemerkt, daß die „Grüne Mitte“ in der vorliegenden
Masterplanung Freianlagen nicht mehr so prägnant ablesbar ist, wie dies aus den
Strukturkonzepten ersichtlich ist. Hier wäre es wünschenwert, die Qualität der
„Grünen Mitte“ stärker heraus zu arbeiten. Wenn die Separierung der Gleistrasse
zwingend erforderlich ist, muß die Gestaltung des Campus entsprechend darauf
reagieren.
Für das westliche Neubauprojekt wird begrüßt, dass die Flucht der Gebäuderiegel
aufgenommen ist und mit den unterschiedlichen Gebäudehöhen auf das Gebäude
Architektur reagiert wird. Hinterfragt wird jedoch die Ausrichtung des südlichen
Riegels mit dem Eingang zum Grünzug hin. Es wird angeregt, statt dem Grünzug die
westliche Strasse als Erschliessung vorzusehen, damit eine eindeutigere Zonierung
und eine klare Adressbildung erreicht werden kann. So könnte auf die den Grünzug
störende Einengung durch das Gebäude verzichtet werden, die westlich angrenzenden
Gebäude wie die Kita würden von der Stärkung der Erschliessungsachse profitieren.
Der Abstand zu diesen westlich angrenzenden Gebäude sollte noch überprüft werden
(Verschattung).
Bei dem östlichen Projekt wird verstanden, daß sich das Gebäude mit einem
„Gesicht“ und einer Adresse zur Campusmitte positionieren soll. Nicht eindeutig
genug ist aber, daß sich der U-förmige Kopfbau nur zur Hälfte in die Fuge schiebt.
Entweder sollte das Gebäude selbst darauf reagieren oder es sollte noch weiter nach
Westen rücken. Auf die Qualität des Grünzugs nach Süden ist dabei zu achten.
Zusammenfassung und weiteres Vorgehen
Die Weiterentwicklung der beiden Neubauprojekte und der Campusmitte wird mit
Spannung erwartet. Eine Wiedervorstellung dieses Projektstandes ist nicht
erforderlich.
Der Beirat steht für die weitere Beratung der Rahmenplanung gerne zur Verfügung.
Votum
gez. Rebekka Junge
anlage 2
3174 Zeichen
- 2 -
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats-
geschäftsstelle:
13.09.2019
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat III an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss-
fassung Fachausschuss
Amt: Stadtplanungsamt
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
III 61
Stvv
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2019/0282
Magistratsbeschluss-Nr.
360
Internetfähig
Produkt-Nr.:
Kostenstelle: Investitionsnummer:
Kostenträger: Sachkonto:
Betreff: Protokoll 23. Sitzung Gestaltungsbeirat
Vorlage vom: 09.09.2019
Beschlussvorschlag:
Das Protokoll der 23. Sitzung des Gestaltungsbeirates wird zur Kenntnis genommen.
Anlagen: Protokoll 23. Sitzung Gestaltungsbeirat
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
- 3 -
Beschluss des Magistrats vom 25.09.2019
Der Magistrat nimmt die Vorlage zur Kenntnis.
- 4 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 09.09.2019
Im Dezember 2011 hat der Magistrat bzw. die Stadtverordnetenversammlung die Einrichtung
eines Gestaltungsbeirates beschlossen (Vorl. -Nr. 2011/ 0491).
Mit der MV Nr. 2019/ 0076 vom 28.02.2019 wurde die Neub esetzung des Gestaltungs-
beirates von der Stadtverordnetenversammlung bestimmt.
Die 23. Sitzung des Gestaltungsbeirats fand am 23.08.2019 statt.
An der Sitzung nahmen die Mitglieder des Beirates, Vertreterinnen und Vertreter der poli -
tischen Parteien, Vertreterinnen und Vertreter der Verwaltung sowie die Geschäftsstelle teil.
Im öffentlichen Teil waren interessierte Bürgerinnen und Bürger anwesend, ebenso waren
Interessengruppen und Verbände eingeladen.
Zu Beginn des öffentlichen Teils der Sitzung be grüßte die Baudezernentin Frau Dr. Barbara
Boczek und die Vorsitzende des Gestaltungsbeirates, Frau Prof. Christa Reicher, die
Mitglieder des Gestaltungsbeirates sowie die Gäste im Plenum.
Dann wurden die Vorhaben der Tagesordnung – Frankfurter Landstraße 171 – 173/
Darmstädter Straße 17 (Abriss und Neubau Wohn - und Geschäftshaus), Im Fiedlersee 43
(Studie Erweiterung Seniorenwohnanlage), Headquarter ISRA Vision Frankfurter Straße
(Neubau Büro-/ verwaltungs- und Produktionsgebäude sowie Parkhaus) und
Hindenburgstraße 38/40 (Neubau Wohngebäude) durch die jeweiligen Architekten bzw.
Bauherren vorgestellt; es folgten Rückfragen und Verständnisfragen durch die
Beiratsmitglieder und die erschienenen Gäste.
Im darauf folgenden nicht-öffentlichen Sitzungsteil wur den die Projekte mit den jeweiligen
Bauherren und den Architekten intensiv diskutiert und besprochen.
Der Stellungnahmen des Beirates zu den Projekten sind im anliegenden Protokoll ersichtlich.
Aufgrund geringfügiger Änderungen wird die Empfehlung zur Ra hmenplanung TU Darmstadt
erneut Anlage des Protokolls.
Das Protokoll wird im Internet veröffentlicht.
Darmstadt, den 09.09.2019
Die Dezernentin III
Dr. Barbara Boczek
Dezernentin
Beratungsverlauf (1)
Orte (4)
- Frankfurter Landstraße 171
- Darmstädter Straße 17
- Frankfurter Straße
- Im Fiedlersee 43
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2019/0282
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 09.09.2019
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00