2026/0203
Protokoll 44. Sitzung Gestaltungsbeirat
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anlage 1
21501 Zeichen
P R O T O K O L L
GESTALTUNGSBEIRAT DER STADT DARMSTADT
1
Sitzungstag: 12.06.2026
Beginn: 10.30 Uhr
Ende: ca. 16.45 Uhr
Ort: ehem. Kreistagssitzungssaal, Rheinstraße 67, Darmstadt
Teilnehmende:
Mitglieder des Prof. Christa Reicher (Vors.)
Gestaltungsbeirates Prof. Alexander Reichel
Prof. Thomas Knerer
Dr. Elena Wiezoreck
Politik Zoe Zimmermann, Hildegard Förster-Heldmann, Bündnis
90/ Die Grünen
Peter Franz, CDU
Jutta Prochaska, SPD
Manfred Otto, Uffbasse
Engin Bingoel, Die Linke & Tierschutzpartei
Dieter Peters, FDP
Siegfried Elbert, AFD
Peter Maier, KADA
Verwaltung Teresa Trommer-Rossignol, stellv. Amtsleitung Stadt-
planungsamt
Sven Zimmermann, Amtsleitung Bauaufsichtsamt
Julia Ludwar, Denkmalschutz
Andrea Feldbusch, Stadtplanungsamt
Andrea Haas, Stadtplanungsamt
Eva Schauland, Stadtplanungsamt
Stefanie Michels, Stadtplanungsamt, Geschäftsführung
Gestaltungsbeirat
Entschuldigt Rebekka Junge
Anke Bosch (Amtsleitung Grünflächenamt)
Kristina Franck (Bauaufsichtsamt)
Gerhard Greiner (AKH)
Mona Sauer (Denkmalbeirat)
P R O T O K O L L
GESTALTUNGSBEIRAT DER STADT DARMSTADT
2
Projekte
Neuplanung „Neuplanung Niersteiner Straße 3/Gesundheitsamt“, Emon
Group, Darmstadt, planquadrat, Darmstadt
Neubau „Neubau Karlstraße 66-68“, Biskupek Scheinert Moog In-
vestorengruppe, Darmstadt, D.A.S. Architekturbüro, Darm-
stadt
Neubau/Sanierung „Neubau und Sanierung Klappacher Straße 126 – Haus im
Loss“, privater Eigentümer, Rittmannsperger Architekten
GmbH, Darmstadt
Aufstockung „Aufstockung An der Stadtkirche 17-19“, Eigentümerge-
meinschaft, Darmstadt, Christoph Rauh, Architektur +
Stadtplanung, Darmstadt
P R O T O K O L L
GESTALTUNGSBEIRAT DER STADT DARMSTADT
3
Am 12.06.2026 findet die 44. Sitzung des Gestaltungsbeirates Darmstadt statt.
Nicht-öffentlicher Teil (10.30 Uhr – 12.30 Uhr)
Dem Gestaltungsbeirat sind im Vorfeld in Form von Lageplan und Fotos Informationen
zum Umfeld der jeweiligen Projekte zur Verfügung gestellt worden. Auch die Projekt-
präsentationen konnten dem Beirat vorab zur Verfügung gestellt werden.
Durch die zuständigen Sachbearbeiter*Innen Frau Feldbusch, Frau Haas und Frau Mi-
chels erfolgt die Erläuterung zur Situation im Bestand, den Ansatz des Entwurfs sowie
die stadt-räumliche Einbindung des jeweiligen Standortes.
Anschließend erfolgt die Vorbesprechung der Projekte.
Öffentlicher Teil (13.00 Uhr – ca. 15.30 Uhr)
Diskussion der Projekte im nicht-öffentlichen Teil (ab ca. 15.30 Uhr – 16.45 Uhr)
Die Begrüßung der Teilnehmer*innen und der Besucher*innen des Gestaltungsbeirates
sowie der Presse erfolgt durch Stefanie Michels, Geschäftsführung Gestaltungsbeirat
sowie durch Prof. Christa Reicher, Vorsitzende des Gestaltungsbeirates.
Daran anschließend werden die Projekte der Tagesordnung durch die jeweiligen Archi-
tektinnen und Architekten bzw. die Bauherrschaft/Investor vorgestellt. Rückfragen und
Verständnisfragen durch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, das Publikum und die
Presse werden beantwortet.
Eine intensive Diskussion mit den Architektinnen und Architekten sowie den Bauherr-
schaften/Investoren erfolgt im Anschluss im Rahmen des nicht-öffentlichen Teils der
Sitzung.
Als weitere Termine für die nachfolgenden Sitzungen des Gestaltungsbeirats sind fest-
gelegt worden: (Freitags, Zeitfenster jw. ca. 10.00 – 16.30 Uhr)
13.11.2026
Endgültige Zeiten können der Einladung zur Sitzung entnommen werden bzw. werden
unter www.darmstadt.de/gestaltungsbeirat veröffentlicht.
………………………………………………………….
gez. S. Michels, Geschäftsstelle Gestaltungsbeirat Darmstadt
Stadtplanungsamt, Darmstadt, 29.06.2026
………………………………………………………….
gez. Prof. Christa Reicher
Vorsitz Gestaltungsbeirat, Aachen, 29.06.2026
Anlage: Empfehlungen des Gestaltungsbeirates
Stadtplanungsamt Darmstadt
Gemeinsame Empfehlung
Projekt:
Niersteiner Straße 3
Studierendenwohnen am Ingelheimer Garten
Gestaltungsbeirat
Darmstadt
44. Sitzung – 12.06.2026
8. Februar 2013
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 12.06.2026
Stadtplanungsamt Darmstadt
Entwurfsverfasser
planquadrat Elfers Geskes Krämer PartG mbB, Darmstadt
Bauherr
EMON Parkside GmbH, Ergün Karakaya
Beschreibung
Auf dem Grundstück Niersteiner Straße 3 soll Studierendenwohnen am Ingelheimer
Garten entstehen. Das derzeit dort ansässige städtische Gesundheitsamt – ein
Bestandsgebäude, welches auf Basis des rechtsgültigen Bebauungsplans von 1971
erbaut wurde – ist baulich abgängig und soll nach dem anstehenden Leerzug rück-
gebaut werden.
Die städtebauliche Neuplanung sieht eine Nachverdichtung durch drei Wohnriegel zur
Unterbringung von insgesamt 290 Studierendenappartements vor. Die Wohnriegel
stehen giebelständig zur Ingelheimer Straße, bieten damit hauptsächlich eine West-
Ost-Belichtung und ermöglichen eine direkte Durchwegung zum Ingelheimer Garten.
Die südliche Bestandsmauer des Gartens soll zurückgebaut werden, womit eine
offenere Zugänglichkeit und Nutzbarkeit des Gartens ermöglicht wird.
Jeder der drei Baukörper ist mit fünf Vollgeschossen zuzüglich eines Staffelge-
schosses konzipiert. An der straßenseitigen Schnittstelle zur Niersteiner Straße weist
der Entwurf im Erdgeschoss einen Studierdentreff mit Café auf, der sich gezielt in den
Stadtteil öffnet. Die Erschließung der Wohneinheiten erfolgt über eine zentrale
Erschließungsachse.
Die 1-Zimmer-Appartments haben eine Größe von 25-30 Quadratmetern und lassen
sich potenziell zu 2-Zimmer-Appartments zusammenlegen.
Der erhaltenswerte Baumbestand an der Straßenecke fungiert als prägendes Element.
An der Ecke Niersteinerstr./Ingelheimer Straße ist die Zufahrt für die Tiefgarage ver-
ortet. Die Tiefgarage umfasst ca 51 Stellplätze, steht aber maßgeblich für Fahrrad-
ständer zur Verfügung.
Die avisierten Gebäudekubaturen weisen insgesamt eine GRZ von 0,38 sowie eine GFZ
von 1,84 auf, die mit dem geltenden Bebauungsplans nicht genehmigungsfähig sind.
Die Überprüfung der GRZ sowie der Anzahl der Vollgeschosse auf den umgebenden
Grundstücken zeigen, dass sich die Planung in diese Umgebung einfügt.
Empfehlung
Der Beirat attestiert dem Projekt eine gelungene städtebauliche Integration in die
Umgebung. Die geplante Grundflächenzahl und die daraus resultierende Dichte
korrespondieren mit der Maßstäblichkeit des umgebenden Quartiers. Aus Sicht des
Beirates wird die erforderliche Änderung des Bebauungsplans aufgrund der nach-
gewiesenen qualitativen Aufwertung des Standorts ausdrücklich befürwortet.
Die Verortung der Tiefgaragenzufahrt unmittelbar an der Straßenecke wird als
verkehrs- und freiraumplanerisch nachvollziehbare Lösung bewertet. Sie unterbindet
gebietsfremden Erschließungsverkehr im tiefergelegenen Quartier und bürgt für den
Erhalt des ortsbildprägenden Baumbestandes.
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 12.06.2026
Stadtplanungsamt Darmstadt
Die Setzung und Ausrichtung der drei Gebäuderiegel sichert die natürliche Belichtung
und Besonnung der einzelnen Wohneinheiten. Die konzeptionelle Öffnung des
Ensembles zu Ingelheimer Garten fördert die Durchlässigkeit der städtebaulichen
Figur und verschränkt die privaten Freiflächen funktional wie visuell auf gelungene
Weise mit dem Garten sowie dem urbanen Umfeld.
Positiv hervorgehoben wird der im Erdgeschoss an der Niersteiner Straße integrierte
Studierendentreff. Die gezielte Programmierung dieser halböffentlichen Erdgeschoss-
zone stärkt die soziale Interaktion der Bewohnerschaft mit der Nachbarschaft.
Darüber hinaus lobt der Beirat die ausgeprägte Resilienz und Adaptionsfähigkeit des
Konzepts: Die frühzeitige Berücksichtigung einer potenziellen Umnutzung zu
Seniorenwohnen – ermöglicht durch die Schaltbarkeit bzw. Zusammenlegung der
Einheiten sowie die von vornherein mitgedachte Barrierefreiheit – zeugt von einem
nachhaltigen Nutzungskonzept. Der Studierdentreff ließe sich in diesem Szenario
nahtlos in einen Seniorentreff transformieren. Dies wertet das Projekt typologisch auf.
Hinsichtlich der architektonischen Ausformulierung der Fassaden sieht der Beirat
noch bauplastischen Schärfungsbedarf. Um der Kubatur (fünf Vollgeschosse plus
Staffelgeschoss) die optische Massivität zu nehmen, wird eine Fassadengliederung
empfohlen, welche die Baukörper angemessen gliedert. Ggf. können auch durch einen
differenzierten Materialkanon die Gebäudevolumina optisch gebrochen und
feingliedriger im Straßenraum wirken.
Zusammenfassung der Rückmeldung
Resümierend bewertet der Beirat den Entwurf zum Studierendenwohnen am
Ingelheimer Garten als eine städtebaulich überzeugende und funktional zukunfts-
fähige Antwort auf die wohnungspolitischen Bedarfe. Die städtebauliche und
architektonische Qualität des Entwurfs rechtfertigt aus Sicht des Beirats die
erforderliche Änderung des Bebauungsplans. Baukörperdisposition sowie die robuste
Freiraum- und Grundrissstruktur sind plausibel gelöst.
In der weiteren Durcharbeitung ist der Fokus auf die Materialisierung und vertikale
Strukturierung der Fassaden zu legen, um eine noch passgenauere Maßstäblichkeit
der Baukörper zu erzielen.
Votum
gez. Elena Wiezorek
Stadtplanungsamt Darmstadt
Gemeinsame Empfehlung
Projekt:
Aufstockung und Umbau
An der Stadtkirche 17-19
Gestaltungsbeirat
Darmstadt
44. Sitzung – 12.06.2026
8. Februar 2013
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 12.06.2026
Stadtplanungsamt Darmstadt
Entwurfsverfasser
Rauh architektur + stadtplanung, Darmstadt
Bauherr
Eigentümer*innengemeinschaft Rauh, Battisti, Herbert, Darmstadt
Beschreibung
Das zweigeschossige Geschäftshaus mit Gastronomienutzung soll um ein Geschoß mit
Wohnnutzung aufgestockt werden. Über dem neuen Vollgeschoss, das neuen Wohn-
raum schafft, ist ein Dachgeschoss geplant, das der Unterbringung von Technik- und
Abstellflächen dient.
Im Zuge der Aufstockung ist der Einbau eines abgeschlossenen Treppenhauses sowie
eines Aufzuges zur Erschließung der Obergeschosse, die Ertüchtigung des Bestandes
sowie die Umsetzung eines neuen Energiekonzeptes vorgesehen.
Das Gebäude prägt mit seiner schlichten Fassade aus den 1950er Jahren die Nord-
seite des Stadtkirchplatzes. Durch die Aufstockung und die Ausbildung eines Giebels
zur Stadtkirche hin soll die Raumwirkung gestärkt und ein Bezug zu der schräg gegen-
überliegenden Bebauung An der Stadtkirche 1, dem Gemeindehaus der Stadtkirche,
hergestellt werden. Mit dem Satteldach und der Anordnung einer Dachterrasse im
Übergang zu den westlich anschließenden Flachdachgebäuden wird eine Einfügung in
die benachbarte Bebauung angestrebt.
Die Bestandshülle soll durch den Austausch der Fenster sowie eine Außendämmung
mit höherem Dämmstandard aufgewertet werden. Ein Begrünungskonzept mit schnell
wachsenden Rankpflanzen und kompostierbaren Seilen soll – in Kombination mit PV-
Elementen - einen ökologischen und energetischen Beitrag leisten.
Das Vorhaben ist planungsrechtlich nach § 34 zu beurteilen.
Empfehlung
Die Aufstockung des Gebäudes, die Schaffung von neuem Wohnraum und die energeti-
sche Ertüchtigung des Gebäudes werden gewürdigt und ausdrücklich begrüßt. Durch
das Vorhaben wird das Potenzial des Gebäudes stärker ausgenutzt und durch die Auf-
stockung die räumliche Fassung an dieser prominenten Stelle gestärkt.
In der Ausbildung eines Giebels und der Betonung dieser Stirnseite - im Dialog mit
dem gegenüberliegenden Gemeindehaus - wird ein interessanter Ansatz gesehen, der
grundsätzlich begrüßt wird. Damit wird der Charakter der eher engen Gasse betont
und eine spannende räumliche Überleitung in den Stadtkirchplatz erzeugt. Die An-
schlusspunkte an die Nachbarbebauung scheinen gelöst. Das Begrünungskonzept
wird grundsätzlich begrüßt, auch wenn noch Fragen der Umsetzung offen bleiben.
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 12.06.2026
Stadtplanungsamt Darmstadt
Noch nicht überzeugen können:
- die Fassadengestaltung mit ihren z.T. zufälligen Öffnungen,
- das unterausgenutzte Dachgeschoss mit den Abstellflächen,
- die Begrünung in ihrer technischen Umsetzung und im Zusammenspiel mit der
dahinterliegenden Fassade.
Vor diesem Hintergrund empfiehlt der Beirat:
- eine intensivere Auseinandersetzung mit der Fassadengestaltung.
- das Dachgeschoss anzuheben, um die Nutzfläche zu erhöhen und den An-
schluss an die Dachterrasse schlüssiger zu lösen.
- das Begrünungskonzept weiterzuentwickeln und die notwendigen Rahmenbe-
dingungen (Bepflanzung/Dimensionierung und Wirkung der Pflanzkübel über
dem Vordach, Erscheinungsbild in Wintermonaten, …) im Detail zu klären.
Zusammenfassung und weiteres Vorgehen
Der Beirat würdigt das Anliegen, das Gebäude mit seiner Nachkriegsarchitektur aufzu-
stocken, neuen Wohnraum zu schaffen und diese äußerst prominente Stelle aufzuwer-
ten. Er empfiehlt eine Wiedervorlage nach der Überarbeitung und freut sich auf die
weitere Diskussion.
Votum
gez. Christa Reicher
Stadtplanungsamt Darmstadt
Gemeinsame Empfehlung
Projekt:
Haus im Loos
Klappacher Straße 126
Gestaltungsbeirat
Darmstadt
44. Sitzung – 12.06.2026
8. Februar 2013
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 12.06.2026
Stadtplanungsamt Darmstadt
Entwurfsverfasser
Rittmannsperger Architekten GmbH, Darmstadt
Bauherr
Privat, Darmstadt
Beschreibung
1903 wurde an der Klappacher Straße, Ecke Lossenweg in Darmstadt von dem Archi-
tekten Friedrich Pützer (u.a. Begründer der Darmstädter Städtebaulehre an der Tech-
nischen Hochschule, Gründungsmitglied des ersten Denkmalrates in Hessen 1902
und Architekt des angrenzenden Paulusviertel) für den Prinzen von Isenburg eine Villa
mit großzügiger Parkanlage errichtet, die im zweiten Weltkrieg zerstört wurde.
In das vereinfacht wiederaufgebaute Gebäude wurde von den neuen Eigentümern die
noch erhaltene historische Bausubstanz (Untergeschoss und Erdgeschoss) integriert
und mit einem flachen Walmdach versehen.
Das Gebäude ist ein Einzeldenkmal aus historischen und künstlerischen Gründen. Die
Nebengebäude der Gesamtanlage sind darüber hinaus weitestgehend in der Substanz
erhalten.
Das Gesamtgrundstück selbst wurde zwischenzeitlich in drei Teile aufgeteilt. Es liegt
ein B-Plan aus dem Jahre 1976 für das gesamte Gebiet (II geschossige Bebauung, ge-
neigtes Dach) vor.
Zwecks Bewahrung der historischen Situation, die heute noch weitgehend ablesbar ist,
wäre es aus Sicht der Denkmalpflege wünschenswert, folgende Bauteile zu erhalten:
Die Erdgeschosszone des Gebäudes bei Freigabe der inneren Grundrissorganisation,
die innere Hofanlage samt Stützmauer und Treppe zum oberen Parterre und die Par-
terre-Gartenfläche als solche unter Beibehaltung der vorhandenen Treppenanlage.
Eine neue zweigeschossige Bebauung auf dem vorhandenen Sockel ist unter Beibehal-
tung der ikonographischen Merkmale des historischen Bestandes (niedrige Traufe, ho-
hes Satteldach, Überstand, belebte Dachlandschaft) zulässig und wünschenswert. Ein
Wiederaufbau in der ursprünglichen Dimension würde die ehemalige städtebauliche
Situation stärken.
Der vorgestellte Entwurf interpretiert den Wiederaufbau als drei einzelne Haustypolo-
gien auf der vorhandenen Erdgeschossbasis, die in etwa das historische Volumen ein-
schließlich der überstehenden, steilgeneigten Dächer abbilden. Das ursprüngliche
Hauptdach wird nicht ausgeführt und bildet damit eine „Leerstelle“ zwischen den Vo-
lumen. Diese ermöglicht so die Belichtung und Erschließung der insgesamt sechs
Wohneinheiten, jeweils mit eigenen Freiflächen, die von 3-Zi Wohnungen (80-100m²)
bis zu 6-Zi Maisonetten (150-200m²), mit gesamt 896m2 Geschossfläche reichen.
Die bebaute Grundfläche beträgt 438m2. Im Parterregeschoss sind ein Gemein-
schaftsraum und Gastzimmer vorgesehen. Von der Klappacherstraße aus sind 8 Stell-
plätze und die Müllstandorte erschlossen, die Parkanlage mit dem alten Baumbestand
wird komplett auf dem jetzt 2425m2 großen Grundstück erhalten. Dachgeschoss und
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 12.06.2026
Stadtplanungsamt Darmstadt
Untergeschoss werden nicht als Vollgeschosse ausgeführt, so dass hier baurechtlich
die geforderte zweigeschossige Bebauung vorliegt. Die Traufhöhe und Firsthöhe wei-
chen von den Vorgaben ab und würden eine Befreiung benötigen.
Empfehlung
Die Entwicklung von neuem Wohnraum im Zusammenklang mit der Wiederherstellung
der historischen Gesamtanlage wird vom Gestaltungsbeirat gewürdigt.
Der Entwurf der „Drei Häuser“ auf einer Basis interpretiert sehr angemessen das his-
torische Volumen und die Wesensmerkmale des Bestandes, ohne in eine Rekonstruk-
tion oder einen modernistischen Gegensatz zu geraten. Die ursprüngliche Höhe der
Satteldächer ist dabei ein wichtiges Merkmal.
Das denkmalpflegerisch undogmatische „Weiterbauen“ ermöglicht den gelungenen
Wiederaufbau einer zerstörten Gesamtanlage als Wiederherstellung der ehemaligen
Atmosphäre und Anmutung. Der bewegten Bauhistorie wird so eine neue, ablesbare
Schicht hinzugefügt. Dabei sollte das Maß der architektonischen Abgrenzung von alt
und neu noch weiter ausgelotet werden, so sollte z.B. der massive Charakter der
neuen Putzfassade hinsichtlich Materialität, Maß der Öffnung, Detailreichtum und Far-
bigkeit geprüft werden, ebenso der Ausdruck des begrünten Flachdachs, der als „Leer-
stelle“ und Bezug zur Zerstörung eventuell auch transparenter gestaltet sein könnte.
Der Entwurf könnte hier substraktiv entwickelt werden statt additiv zu agieren.
Die PV-Anlage auf dem geneigten Dach ist zwar wünschenswert, wirkt aber im Kon-
trast zur Farbigkeit der Ziegel und Anordnung an dieser Stelle kontraproduktiv.
Die Stellplätze sind insgesamt nachvollziehbar, die Lage der Einfahrt sollte noch ein-
mal geprüft werden. Auch wenn die historische Zufahrt auf den Nachbargrundstück
liegt, sollte eine gemeinsame Einfahrt über den erhaltenen Auffahrtsweg geprüft wer-
den. Auch eine Begrünung, z.B. als Pergola über den Stellplätzen ist sinnvoll, um die
ursprüngliche Anmutung zu erhalten.
Die Grundrisse der Wohnungen sind vielfältig, entsprechen heutigen Anforderungen
und ermöglichen Individualität bei gleichzeitig großzügigen Gemeinschaftsbereichen.
Zusammenfassung und weiteres Vorgehen
Der Beirat würdigt die geglückte „Stadtreparatur“ an diesem Ort und die gelungene
Interpretation des historischen Volumens beim Wiederaufbau, ebenso das Ziel, hier
neuen, vielfältigen Wohnraum zu schaffen. Er freut sich auf die Umsetzung.
Votum
gez. Alexander Reichel
Stadtplanungsamt Darmstadt
Gemeinsame Empfehlung
Projekt:
Seniorenresidenz „KARL“ Karlstrasse 68
Gestaltungsbeirat
Darmstadt
44. Sitzung – 12.06.2026
8. Februar 2013
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 12.06.2026
Stadtplanungsamt Darmstadt
Entwurfsverfasser
D.A.S. Architekturbüro , Darmstadt
Bauherr
Investorengruppe Biskupek I Scheinert I Moog
Beschreibung
Das Projekt wird durch das Architekturbüro D.A.S. aus Darmstadt vorgestellt. Auf dem
Eckgrundstück Karlstrasse / Steinackerstraße soll ein 4-geschossiger Baukörper mit
aufgesetztem „Penthouse“-Geschoss als Wohngebäude, u.a. für Senioren, entstehen.
Konzeptionell wird das benachbarte Bestandsgebäude an der Karlstrasse einbezogen,
das jedoch nicht im Detail vorgestellt wird. Der Zugang zum Neubau erfolgt durch
einen Durchgang im Bestandsgebäude der zur Hofseite des Neubaus führt.
Es werden Ansichten und Grundrisse gezeigt, die teilweise nicht ganz überein-
stimmen.
Je Geschoss sind 3 unterschiedlich große Wohnungen geplant; im Erdgeschoss soll an
der Karlstrasse auch ein Gemeinschaftsraum für Senioren angeboten werden.
Empfehlung
Das Vorhaben, dieses wichtige Eckgrundstück zu bebauen, wird grundsätzlich
begrüßt.
Die vorgeschlagene Grundrisslösung kann nicht überzeugen. Besonders auffällig ist
die ungünstige Positionierung eines Schlafraumes unmittelbar an der Straßenecke.
Die Wohnungen im Erdgeschoss sind auf Straßen- bzw. Gehweghöhe angeordnet und
ohne entsprechenden Blickschutz vom öffentlichen Verkehrsraum einsehbar.
Der Zugang über den Hof ist schwer auffindbar und damit die Adressbildung unklar.
Es wird angeregt, die Grundrisse noch einmal zu überdenken und ggf. den Gemein-
schaftsraum oder die im Bestand geplante Bäckerei an die frequentierte Gebäudeecke
zu verschieben.
Die Lage und Größe der Fenster sollte noch einmal überprüft werden.
Auch der Dachgeschossaufbau sollte hinsichtlich seiner Anordnung, Farbgebung und
Materialität weiter qualifiziert werden.
Zusammenfassung der Rückmeldung
Insgesamt wirkt das Projekt noch sehr pragmatisch und in der Fassadengestaltung zu
wenig ambitioniert. Im Hinblick auf eine Bewohnerschaft, die sich tendenziell viel im
Haus aufhalten wird, wäre auch eine etwas lebhaftere Gestaltung und Farbgebung
wünschenswert.
Der Beirat empfielt eine Wiedervorlage nach Überarbeitung des Entwurfes.
Votum
gez. Thomas Knerer
2026/0203
3521 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
05.08.2026
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat VI an die Stadtverordnet enversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Amt: Stadtplanungsamt
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2026/0203
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.:
Kostenstelle: Investitionsnummer:
Kostenträger: Sachkonto:
Betreff: Protokoll 44. Sitzung Gestaltungsbeirat
Vorlage vom: 30.07.2026
Beschlussvorschlag :
Das Protokoll der 44. Sitzung des Gestaltungsbeirates wird zur Kenntnis genommen.
Anlagen: Protokoll Gestaltungsbeirat 44. Sitzung
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
- 2 -
Zusätzlich für alle Vorlagen aus dem Bereich des Hochbaus anzugeben:
Klimarelevanz des Vorhabens:
Auswirkungen auf Stadtklima: ja nein
Auswirkungen auf THG -Emissionen: gering1) mittel/groß 2)
Beteiligung Amt f. Klimaschutz & Klimaanpassung: ja nein
Zusätzlich bei Beschlüssen zur Baufreigabe:
Wurden Optimierungspotentiale ausgeschöpft? ja nein
Falls nein, Kompensationsmaßnahmen festgelegt? ja nein
1) bis 10 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente (CO2e) pro Jahr, 2) über 10 Tonnen CO2e pro Jahr.
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 30.07.2026
Im Dezember 2011 hat der Magistrat bzw. die Stadtverordnetenversammlung die Einrichtung
eines Gestaltungsbeirates beschlossen (Vorl.-Nr. 2011/0491). Mit der MV Nr. 2019/0076
vom 28.02.2019 wurde die Neubesetzung des Gestaltungsbeirates von der
Stadtverordnetenversammlung bestimmt.
Die 44. Sitzung des Gestaltungsbeirats fand am 12.06.2026 im ehemaligen
Kreistagssitzungssaal in de r Rheinstraße 67 statt.
An der Sitzung nahmen Mitglieder des Beirates, Vertreterinnen und Vertreter der politischen
Parteien, Vertreterinnen und Vertreter der Verwaltung sowie die Vertretung der
Geschäftsstelle teil.
Im öffentlichen Teil waren interessie rte Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreter und
Vertreterinnen der Presse anwesend; ebenso waren Interessengruppen und Verbände
eingeladen.
Zu Beginn des öffentlichen Teils der Sitzung begrüßte die Geschäftsführerin des
Gestaltungsbeirates Stefanie Michel s und Prof. Christa Reicher, Vorsitzende des
Gestaltungsbeirates die Mitglieder des Gestaltungsbeirates, die Bauherrschaften, die
planenden Architektinnen und Architekten sowie die Gäste im Plenum.
Im Anschluss wurden die Vorhaben der Tagesordnung „Neupla nung Niersteiner
Straße 3/Gesundheitsamt, Neubebauung Karlstraße 66 -68/Ecke Steinacker Straße, Neubau
und Sanierung „Haus am Loss“ Klappacher Straße 126 und Aufstockung „An der Stadtkirche
17-19“. vorgestellt; es folgten Rückfragen und Verständnisfragen d urch die Beiratsmitglieder
sowie die anwesenden Gäste.
Im darauffolgenden nicht -öffentlichen Sitzungsteil wurden die Projekte mit der jeweiligen
Bauherrschaft und den Architektinnen und Architekten intensiv diskutiert und besprochen.
Der Stellungnahmen des Beirates zu den Projekten sind im anliegenden Protokoll ersichtlich.
Das Protokoll wird im Internet veröffentlicht.
Dezernat VI
Paul Georg Wandrey
Stadtrat
anlage 2
3598 Zeichen
- 2 -
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
05.08.2026
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat VI an die Stadtverordnet enversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Amt: Stadtplanungsamt
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
VI 61
Stvv
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2026/0203
Magistratsbeschluss -Nr.
234
Internetfähig
Produkt-Nr.:
Kostenstelle: Investitionsnummer:
Kostenträger: Sachkonto:
Betreff: Protokoll 44. Sitzung Gestaltungsbeirat
Vorlage vom: 30.07.2026
Beschlussvorschlag :
Das Protokoll der 44. Sitzung des Gestaltungsbeirates wird zur Kenntnis genommen.
Anlagen: Protokoll Gestaltungsbeirat 44. Sitzung
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
- 3 -
Zusätzlich für alle Vorlagen aus dem Bereich des Hochbaus anzugeben:
Klimarelevanz des Vorhabens:
Auswirkungen auf Stadtklima: ja nein
Auswirkungen auf THG -Emissionen: gering1) mittel/groß 2)
Beteiligung Amt f. Klimaschutz & Klimaanpassung: ja nein
Zusätzlich bei Beschlüssen zur Baufreigabe:
Wurden Optimierungspotentiale ausgeschöpft? ja nein
Falls nein, Kompensationsmaßnahmen festgelegt? ja nein
1) bis 10 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente (CO2e) pro Jahr, 2) über 10 Tonnen CO2e pro Jahr.
Beschluss des Magistrats vom 12.08.2026
Der Magistrat nimmt die Vorlage zur Kenntnis.
Begründung zur Magistratsvorlage vom 30.07.2026
Im Dezember 2011 hat der Magistrat bzw. die Stadtverordnetenversammlung die Einrichtung
eines Gestaltungsbeirates beschlossen (Vorl. -Nr. 2011/0491). Mit der MV Nr. 2019/0076
vom 28.02.2019 wurde die Neubesetzung des Gestaltungsbeirates von der
Stadtverordnetenversammlung bestimmt.
Die 44. Sitzung des Gestaltungsbeirats fand am 12.06.2026 im ehemal igen
Kreistagssitzungssaal in der Rheinstraße 67 statt.
An der Sitzung nahmen Mitglieder des Beirates, Vertreterinnen und Vertreter der politischen
Parteien, Vertreterinnen und Vertreter der Verwaltung sowie die Vertretung der
Geschäftsstelle teil.
Im öffentlichen Teil waren interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreter und
Vertreterinnen der Presse anwesend; ebenso waren Interessengruppen und Verbände
eingeladen.
Zu Beginn des öffentlichen Teils der Sitzung begrüßte die Geschäftsführerin des
Gestaltungsbeirates Stefanie Michels und Prof. Christa Reicher, Vorsitzende des
Gestaltungsbeirates die Mitglieder des Gestaltungsbeirates, die Bauherrschaften, die
planenden Architektinnen und Architekten sowie die Gäste im Plenum.
Im Anschluss wurden die V orhaben der Tagesordnung „Neuplanung Niersteiner
Straße 3/Gesundheitsamt, Neubebauung Karlstraße 66 -68/Ecke Steinacker Straße, Neubau
und Sanierung „Haus am Loss“ Klappacher Straße 126 und Aufstockung „An der Stadtkirche
17-19“. vorgestellt; es folgten Rü ckfragen und Verständnisfragen durch die Beiratsmitglieder
sowie die anwesenden Gäste.
Im darauffolgenden nicht -öffentlichen Sitzungsteil wurden die Projekte mit der jeweiligen
Bauherrschaft und den Architektinnen und Architekten intensiv diskutiert und besprochen.
Der Stellungnahmen des Beirates zu den Projekten sind im anliegenden Protokoll ersichtlich.
Das Protokoll wird im Internet veröffentlicht.
Dezernat VI
Paul Georg Wandrey
Stadtrat
Beratungsverlauf (1)
Orte (8)
- Rheinstraße 67
- Klappacher Straße 126
- Niersteiner Straße 3
- Ingelheimer Straße
- Karlstraße 68
- Steinackerstraße
- Stadtkirchplatz
- Lossenweg
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2026/0203
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 30.07.2026
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00