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2023/0290

Ausweisung städtischer Ehrengräber

Magistratsvorlage 12.10.2023

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Punkt 4: Ausweisung städtischer Ehrengräber 
 V-Nr. Vorlagen-Nr.: 2023/0290   
-Kenntnisnahme- 
 
Der Ausschuss für Kultur und Städtepartnerschaften hat die Vorlage zur Kenntnis 
genommen.

2023/0290

10259 Zeichen

Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats - 
geschäftsstelle:  
01.11.2023 
an den Magistrat  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung:  
Dezernat I an die Stadtverordnetenversammlung  
   OBW zur Befassung  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
   zur abschließenden Beschluss - 
       fassung Fachausschuss  
Dezernat III 
 
Amt: Kulturamt 
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magistrat  
Behandlung in  
öffentl. Sitzung  
Ja 
 
Nein 
 
Verteiler: 
 
 
 
 
 
 
Ja 
 
Nein  
 
Vorlage-Nr. 2023/0290 
 
Magistratsbeschluss -Nr. 
  
 
Internetfähig     
 
Produkt-Nr.: 553010 
Kostenstelle:  067-110-9000 Investitionsnummer:        
Kostenträger:  5530-80 Sachkonto: 6161820 
 
Betreff: Ausweisung städtischer Ehrengräber  
 
Vorlage vom: 12.10.2023  
 
Beschlussvorschlag : 
 
1. Als städtische Ehrengräber werden ausgewiesen die Grabstätten 
 
    Alter Friedhof 02/1 S 17 und 02/1 S 18  
    Ludwig Büchner  
 
    Alter Friedhof 02/1 F 31  
    Ludwig Schrauth  
 
    Wixhäuser Friedhof 05/M 2/5  
    Philipp Ludwig Pohl  
 
2. Der Ehrengrabstatus wird mit Datum des Magistratsbeschlusses wirksam.

- 2 - 
3. Die Kosten für die Pflege und Unterhaltung von rund 250,00 Euro je Grab werden aus dem  
Budget des Grünflächenamtes getragen.  
 
 
Anlagen:   
 
Datenschutzrelevante Anlage:   
 
Folgekosten:    Ja    Nein 
 
Zusätzlich für alle Vorlagen aus dem Bereich des Hochbaus anzugeben:  
Klimarelevanz des Vorhabens:     
Auswirkungen auf Stadtklima:   ja  nein 
Auswirkungen auf THG -Emissionen:   gering1)  mittel/groß 2) 
Beteiligung Amt f. Klimaschutz & Klimaanpassung:   ja  nein 
Zusätzlich bei Beschlüssen zur Baufreigabe:    
Wurden Optimierungspotentiale ausgeschöpft?   ja  nein 
Falls nein, Kompensationsmaßnahmen festgelegt?   ja  nein 
1) bis 10 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente (CO2e) pro Jahr, 2) über 10 Tonnen CO2e pro Jahr. 
 
Beschluss des Magistrats vom

- 3 - 
Begründung zur Magistratsvorlage vom 12.10.2023: 
 
Der Magistrat der Wissenschaftsstadt Darmstadt kann nach den Maßgaben der städtischen 
Friedhofssatzung Grabstätten von Verstorbenen, die zu Lebzeiten besondere Leistungen  
erbracht oder sich um die Stadt besonders verdient gemacht haben, den Status eines  
Ehrengrabs verleihen. Die Unterhaltung der Ehrengrabstätten obliegt der Friedhofsverwaltung. 
Im Zeitraum 2012 bis 2015 war ein Fachbeirat zur Neubewertung der bestehenden städtischen 
Ehrengräber eingesetzt. Die Ergebnisse und die Empfehlungen des Fachbeirats, die vom 
Magistrat am 08.04.2015 (MV 2015/0109) beschlossen und der Stadtverordneten- 
versammlung am 07.05.2015 zur Kenntnis gegeben wurden, sind bei künftigen 
Entscheidungen über die Verleihung des Ehrengrabstatus zu berücksichtigen. So kann eine 
Grabstätte erst dann zum Ehrengrab erhoben werden, wenn das Nutzungsrecht erlosch en und 
an die Stadt zurückgefallen ist. 
 
Für die Grabstätten Darmstädter Persönlichkeiten, die im Zeitraum seit 2021 an die Stadt 
Darmstadt zurückgefallen sind, wurde seitens der Verwaltung geprüft, ob die Voraussetzungen 
für eine Übernahme als Ehrengrab vorliegen. Beteiligt waren Kulturamt, Stadtarchiv und 
Grünflächenamt. 
 
Die Übernahme als städtisches Ehrengrab wird empfohlen für folgende Grabstätten:  
 
Alter Friedhof, Grabstätten 02/1 S 17 und 02/1 S 18 
Ludwig Büchner (geb. 29.03.1824 Darmstadt, gest. 01.05.1899 Darmstadt) 
 
Ludwig Büchner war eine der bedeutendsten Persönlichkeiten Darmstadts in der zweiten  Hälfte 
des 19. Jahrhunderts. Er war Arzt und als Schriftsteller weithin bekannt, war einer der  
Gründerväter der SPD, einer der Pioniere der Erwachsenenbildung, der mit dem Volksbildungs-
verein einen der Vorläufer der Volkshochschule gründete. 
 
Außerdem war er langjähriger Vorsitzender der TSG 1846, des ältesten Darmstädter  
Sportvereins und unterstützte die Bemühungen der Großherzogin Alice und seiner Schwester 
Luise zur Verbesserung der sozialen Bedingungen für Frauen und arme Familien. 
 
Neben vielen anderen Dingen setzte sich Ludwig Büchner als Freidenker auch für die 
Zulassung der Feuerbestattung ein, die im späten 19. Jahrhundert gerade von kirchlicher Seite 
vehement abgelehnt wurde. 
 
Alter Friedhof, Grabstätte 02/1 F 31 
Ludwig Schrauth (geb. 31.08.1885 Babenhausen, gest. 30.10.1980 Darmstadt)  
 
Ludwig Schrauth war seit 1906 bei der Stadtverwaltung Darmstadt beschäftigt und übernahm 
nach 1918 zunächst das Wohnungsamt und ab 1920 die gesamte Sozialverwaltung, zu der 
damals auch noch die kommunale Arbeitslosenversorgung und –vermittlung gehörte. Er 
arbeitete daneben in vielen Gremien der Wohlfahrtspflege mit und saß für die Demokratische 
Partei im Kreistag des Kreises Darmstadt (das damals noch kreisangehörig war). 
 
Nach seiner Entlassung aus dem städtischen Dienst 1933 arbeitete er als Versicherungs - 
vertreter und als Angestellter bei der Firma Schenck. 1945 wurde er als Leiter der  
Sozialverwaltung und Sozialdezernent reaktiviert und ging erst 1956 mit 71 Jahren in den 
Ruhestand. 1953 erhielt er das Bundesverdienstkreuz und 1955 die Silberne Verdienstplakette 
der Stadt.

- 4 - 
Aufgrund seiner herausragenden langjährigen Leistungen für die Stadt Darmstadt wird die 
Erhebung zum Ehrengrab befürwortet. 
 
Wixhäuser Friedhof, Grabstätte 05/M 2/5 
Philipp Ludwig Pohl (geb. 31.07.1918 Wixhausen, gest. 06.08.1983 Darmstadt)  
 
Philipp Ludwig Pohl, gelernter Schlosser, arbeitete nach Reichsarbeits- und Kriegsdienst und 
Entlassung aus der Gefangenschaft zunächst in seinem Beruf. Nachdem er seit 1956 als  
ehrenamtlicher Beigeordneter für die SPD seiner Heimatgemeinde tätig war, wurde er am  
29.01.1960 durch die Gemeindevertretung Wixhausen zum hauptamtlichen Bürgermeister  
gewählt (Amtsantritt am 27.06.1960) und am 18.03.1966 für weitere zwölf Jahre im Amt  
bestätigt. Im Zusammenhang mit der von der Landesregierung beabsichtigten Neuordnung  von 
Gebietskörperschaften trat er 1973 in letztlich erfolgreiche Verhandlungen mit der Stadt 
Darmstadt mit dem Ziel einer freiwilligen Eingliederung, die zum 01.01.1977 realisiert wurde. 
In seiner Amtszeit, in der er auch die Ämter eines Schiedsmannes und eines Ortsgerichts-
vorstehers wahrnahm, hat Pohl die Geschicke seiner Gemeinde wesentlich beeinflusst und 
geprägt. Mit seiner Bereitschaft, die im Eingemeindungsvertrag vorgesehene Aufgabe  eines 
Bezirksverwalters (Bezirksverwaltungen) zu übernehmen, sicherte er die Kontinuität der 
Verwaltung in Wixhausen in der Übergangszeit. Für seine Verdienste wurde er am 07.07.1982 
mit der Bronzenen Verdienstplakette der Stadt Darmstadt ausgezeichnet. Das Bürgerhaus in 
Wixhausen ist nach ihm benannt. 
 
Für die nachstehend genannten Grabstätten wird nach Prüfung durch die Verwaltung die  
Ausweisung eines Ehrengrabes nicht empfohlen: 
 
Waldfriedhof, Grabstätte 01/L 1 c 35 
Eduard Zintl (geb. 21.01.1898 Weiden, gest. 17.01.1941 Darmstadt) 
 
Eduard Zintl war ein bedeutender Vertreter der Chemie an der TH Darmstadt, war hochgeehrt 
und erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Auch ist nach Zintl ein Institut an der heutigen TU 
benannt. Zintl war in kriegswichtige Forschungen eingebunden und er forschte neben seiner 
Professur in Darmstadt nebenamtlich noch für die IG Farben AG, das bedeutendste chemische 
Firmenkonglomerat in der NS-Zeit, das nicht von ungefähr 1945 von den Amerikanern sofort 
zerschlagen wurde. Allerdings endete Zintls Karriere abrupt nach seinem frühen Tod 1941, so 
dass man die weitere Entwicklung während des Krieges bei ihm nicht weiterverfolgen kann. 
Gegen Zintl spricht jedoch, dass er in seiner Zeit in Darmstadt von Reichsstatthalter Jakob 
Sprenger erheblich unterstützt wurde und den teuersten Institutsneubau an der damaligen TH 
während der ganzen NS-Zeit erhielt. Dies spricht für eine deutliche Nähe zum Regime. 
 
Aufgrund dieser Geschehnisse kann die Ausweitung der Grabstätte, trotz seines frühen  Todes, 
als Ehrengrab nicht befürwortet werden. 
 
(Quelle: Melanie Hanel „Normalität unter Ausnahmebedingungen. Die TH Darmstadt im 
Nationalsozialismus, Darmstadt 2014“)

- 5 - 
 
Bessunger Friedhof, Grabstätte 03/Mauer 263 
Clemens Schöpf (geb. 12.08.1899 Gersfeld/Rhön, gest. 17.12.1970 Darmstadt)  
 
Clemens Schöpf war von 1912 bis zu seiner Emeritierung 1964 Professor für Organische  
Chemie an der TH Darmstadt. Als bedeutender Vertreter eines Faches wurde er zu zahlreichen 
internationalen Kongressen eingeladen und erhielt viele akademische Auszeichnungen. 
Außerdem gab er viele Jahre lang die renommierten „Chemischen Berichte“ heraus. Seit 
2002/2003 gibt es an der TU Darmstadt ein Clemens-Schöpf-Institut. 
 
Während des Dritten Reichs stellten sich die meisten Professoren der Darmstädter TH in  den 
Dienst der NS-Machthaber. Viele von ihnen forschten zu kriegswichtigen Themen. Zu ihnen 
gehörte auch Clemens Schöpf. Zwar war Schöpf nicht Mitglied der NSDAP und auch 
anscheinend kein aktiver Vertreter der NS-Ideologie, stand aber, so ein Bericht von 1936, dem 
Regime positiv gegenüber und hat von der Förderung durch NS-Dienststellen profitiert. In 
seiner Personalakte im TU-Archiv findet sich eine Bescheinigung des Rektors der TH, dass 
Clemens Schöpf noch 1944 gleich an fünf parallellaufenden Forschungsvorhaben arbeitete, die 
vom Reichsforschungsrat finanziert wurden und als kriegswichtige Forschungsvorhaben 
höchster Dringlichkeit benannt wurden. Für seine Forschungen erhielt er zwischen 1940 und  
1944 mehrere Auszeichnungen. 
 
Nach 1945 war Schöpf als Dekan der Abteilung für Chemie in das Verfahren der TH-Leitung 
involviert, möglichst alle belasteten Professoren reinzuwaschen, d. h. unbeschadet durch die 
Entnazifizierung zu bekommen, indem er etwa Hinweise für die Beschaffung von sog.  
„Persilscheinen“ gab und diese für aus Politischen Gründen entlassenen Kollegen auch selbst  
verfasste. 
 
Aus Gründen seiner NS-Tätigkeit, die im Übrigen in sämtlichen verfügbaren Biographien 
komplett verschwiegen wird, kann eine Ausweitung der Grabstätte als Ehrengrab nicht 
befürwortet werden. 
 
(Quelle: Melanie Hanel „Normalität unter Ausnahmebedingungen. Die TH Darmstadt im 
Nationalsozialismus, Darmstadt 2014“) 
 
 
Dezernat I      Dezernat III 
 
 
 
 
 
Hanno Benz      Michael Kolmer  
Oberbürgermeister      Stadtrat

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10323 Zeichen

- 2 - 
 
Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats - 
geschäftsstelle:  
01.11.2023 
an den Magistrat  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung:  
Dezernat I an die Stadtverordnetenversammlung  
   OBW zur Befassung  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
   zur abschließenden Beschluss - 
       fassung Fachausschuss  
Dezernat III 
 
Amt: Kulturamt  
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magistrat  
Behandlung in  
öffentl. Sitzung  
Ja 
 
Nein 
 
Verteiler: 
I 41 
III 67 
 
Stvv 
 
 
 
Ja 
 
Nein  
 
Vorlage-Nr. 2023/0290 
 
Magistratsbeschluss -Nr. 
454 
 
Internetfähig     
 
Produkt-Nr.: 553010 
Kostenstelle:  067-110-9000 Investitionsnummer:        
Kostenträger:  5530-80 Sachkonto: 6161820 
 
Betreff: Ausweisung städtischer Ehrengräber  
 
Vorlage vom: 12.10.2023  
 
Beschlussvorschlag : 
 
1. Als städtische Ehrengräber werden ausgewiesen die Grabstätten 
 
    Alter Friedhof 02/1 S 17 und 02/1 S 18  
    Ludwig Büchner  
 
    Alter Friedhof 02/1 F 31  
    Ludwig Schrauth  
 
    Wixhäuser Friedhof 05/M 2/5  
    Philipp Ludwig Pohl  
 
2. Der Ehrengrabstatus wird mit Datum des Magistratsbeschlusses wirksam.

- 3 - 
 
3. Die Kosten für die Pflege und Unterhaltung von rund 250,00 Euro je Grab werden aus dem  
Budget des Grünflächenamtes getragen.  
 
 
Anlagen:   
 
Datenschutzrelevante Anlage:   
 
Folgekosten:    Ja    Nein 
 
Zusätzlich für alle Vorlagen aus dem Bereich des Hochbaus anzugeben:  
Klimarelevanz des Vorhabens:     
Auswirkungen auf Stadtklima:   ja  nein 
Auswirkungen auf THG -Emissionen:   gering1)  mittel/groß 2) 
Beteiligung Amt f. Klimaschutz & Klimaanpassung:   ja  nein 
Zusätzlich bei Beschlüssen zur Baufreigabe:    
Wurden Optimierungspotentiale ausgeschöpft?   ja  nein 
Falls nein, Kompensationsmaßnahmen festgelegt?   ja  nein 
1) bis 10 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente (CO2e) pro Jahr, 2) über 10 Tonnen CO2e pro Jahr. 
 
Beschluss des Magistrats vom 08.11.2023 
 
Der Vorlage wird zugestimmt.

- 4 - 
Begründung zur Magistratsvorlage vom 12.10.2023: 
 
Der Magistrat der Wissenschaftsstadt Darmstadt kann nach den Maßgaben der städtischen  
Friedhofssatzung Grabstätten von Verstorbenen, die zu Lebzeiten besondere Leistungen  
erbracht oder sich um die Stadt besonders verdient gemacht haben, den Status eines 
Ehrengrabs verleihen. Die Unterhaltung der Ehrengrabstätten obliegt der Friedhofsverwaltung. 
Im Zeitraum 2012 bis 2015 war ein Fachbeirat zur Neubewertung der bestehenden städtischen 
Ehrengräber eingesetzt. Die Ergebnisse und die Empfehlungen des Fachbeirats, die vom 
Magistrat am 08.04.2015 (MV 2015/0109) beschlossen und der Stadtverordneten- 
versammlung am 07.05.2015 zur Kenntnis gegeben wurden, sind bei künftigen 
Entscheidungen über die Verleihung des Ehrengrabstatus zu berücksichtigen. So kann eine 
Grabstätte erst dann zum Ehrengrab erhoben werden, wenn das Nutzungsrecht erloschen  und 
an die Stadt zurückgefallen ist. 
 
Für die Grabstätten Darmstädter Persönlichkeiten, die im Zeitraum seit 2021 an die Stadt 
Darmstadt zurückgefallen sind, wurde seitens der Verwaltung geprüft, ob die Voraussetzungen 
für eine Übernahme als Ehrengrab vorliegen. Beteiligt waren Kulturamt, Stadtarchiv und 
Grünflächenamt. 
 
Die Übernahme als städtisches Ehrengrab wird empfohlen für folgende Grabstätt en: 
 
Alter Friedhof, Grabstätten 02/1 S 17 und 02/1 S 18 
Ludwig Büchner (geb. 29.03.1824 Darmstadt, gest. 01.05.1899 Darmstadt) 
 
Ludwig Büchner war eine der bedeutendsten Persönlichkeiten Darmstadts in der zweiten  Hälfte 
des 19. Jahrhunderts. Er war Arzt und als Schriftsteller weithin bekannt, war einer der 
Gründerväter der SPD, einer der Pioniere der Erwachsenenbildung, der mit dem Volksbildungs-
verein einen der Vorläufer der Volkshochschule gründete. 
 
Außerdem war er langjähriger Vorsitzender der TSG 1846, des ältesten Darmstädter 
Sportvereins und unterstützte die Bemühungen der Großherzogin Alice und seiner Schwester  
Luise zur Verbesserung der sozialen Bedingungen für Frauen und arme Familien. 
 
Neben vielen anderen Dingen setzte sich Ludwig Büchner als Freidenker auch für die 
Zulassung der Feuerbestattung ein, die im späten 19. Jahrhundert gerade von kirchlicher Seite 
vehement abgelehnt wurde. 
 
Alter Friedhof, Grabstätte 02/1 F 31 
Ludwig Schrauth (geb. 31.08.1885 Babenhausen, gest. 30.10.1980 Darmstadt) 
 
Ludwig Schrauth war seit 1906 bei der Stadtverwaltung Darmstadt beschäftigt und übernahm 
nach 1918 zunächst das Wohnungsamt und ab 1920 die gesamte Sozialverwaltung, zu der 
damals auch noch die kommunale Arbeitslosenversorgung und –vermittlung gehörte. Er 
arbeitete daneben in vielen Gremien der Wohlfahrtspflege mit und saß für die Demokratische 
Partei im Kreistag des Kreises Darmstadt (das damals noch kreisangehörig war). 
 
Nach seiner Entlassung aus dem städtischen Dienst 1933 arbeitete er als Versicherungs- 
vertreter und als Angestellter bei der Firma Schenck. 1945 wurde er als Leiter der  
Sozialverwaltung und Sozialdezernent reaktiviert und ging erst 1956 mit 71 Jahren in den  
Ruhestand. 1953 erhielt er das Bundesverdienstkreuz und 1955 die Silberne Verdienstplakette 
der Stadt.

- 5 - 
 
Aufgrund seiner herausragenden langjährigen Leistungen für die Stadt Darmstadt wird die  
Erhebung zum Ehrengrab befürwortet. 
 
Wixhäuser Friedhof, Grabstätte 05/M 2/5 
Philipp Ludwig Pohl (geb. 31.07.1918 Wixhausen, gest. 06.08.1983 Darmstadt) 
 
Philipp Ludwig Pohl, gelernter Schlosser, arbeitete nach Reichsarbeits- und Kriegsdienst und 
Entlassung aus der Gefangenschaft zunächst in seinem Beruf. Nachdem er seit 1956 als  
ehrenamtlicher Beigeordneter für die SPD seiner Heimatgemeinde tätig war, wurde er am 
29.01.1960 durch die Gemeindevertretung Wixhausen zum hauptamtlichen Bürgermeister  
gewählt (Amtsantritt am 27.06.1960) und am 18.03.1966 für weitere zwölf Jahre im Amt  
bestätigt. Im Zusammenhang mit der von der Landesregierung beabsichtigten Neuordnung von 
Gebietskörperschaften trat er 1973 in letztlich erfolgreiche Verhandlungen mit der Stadt  
Darmstadt mit dem Ziel einer freiwilligen Eingliederung, die zum 01.01.1977 realisiert wurde. 
In seiner Amtszeit, in der er auch die Ämter eines Schiedsmannes und eines Ortsgerichts-
vorstehers wahrnahm, hat Pohl die Geschicke seiner Gemeinde wesentlich beeinflusst und 
geprägt. Mit seiner Bereitschaft, die im Eingemeindungsvertrag vorgesehene Aufgabe  eines 
Bezirksverwalters (Bezirksverwaltungen) zu übernehmen, sicherte er die Kontinuität der 
Verwaltung in Wixhausen in der Übergangszeit. Für seine Verdienste wurde er am 07.07.1982 
mit der Bronzenen Verdienstplakette der Stadt Darmstadt ausgezeichnet. Das Bürgerhaus in 
Wixhausen ist nach ihm benannt. 
 
Für die nachstehend genannten Grabstätten wird nach Prüfung durch die Verwaltung die  
Ausweisung eines Ehrengrabes nicht empfohlen: 
 
Waldfriedhof, Grabstätte 01/L 1 c 35 
Eduard Zintl (geb. 21.01.1898 Weiden, gest. 17.01.1941 Darmstadt) 
 
Eduard Zintl war ein bedeutender Vertreter der Chemie an der TH Darmstadt, war  hochgeehrt 
und erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Auch ist nach Zintl ein Institut an der heutigen TU 
benannt. Zintl war in kriegswichtige Forschungen eingebunden und er forschte neben seiner 
Professur in Darmstadt nebenamtlich noch für die IG Farben AG, das bedeutendste chemische 
Firmenkonglomerat in der NS-Zeit, das nicht von ungefähr 1945 von den Amerikanern sofort 
zerschlagen wurde. Allerdings endete Zintls Karriere abrupt nach seinem frühen Tod 1941, so 
dass man die weitere Entwicklung während des Krieges bei ihm nicht weiterverfolgen kann. 
Gegen Zintl spricht jedoch, dass er in seiner Zeit in Darmstadt von Reichsstatthalter Jakob 
Sprenger erheblich unterstützt wurde und den teuersten Institutsneubau an der damaligen TH 
während der ganzen NS-Zeit erhielt. Dies spricht für eine deutliche Nähe zum Regime. 
 
Aufgrund dieser Geschehnisse kann die Ausweitung der Grabstätte, trotz seines frühen  Todes, 
als Ehrengrab nicht befürwortet werden. 
 
(Quelle: Melanie Hanel „Normalität unter Ausnahmebedingungen. Die TH Darmstadt im 
Nationalsozialismus, Darmstadt 2014“)

Bessunger Friedhof, Grabstätte 03/Mauer 263 
Clemens Schöpf (geb. 12.08.1899 Gersfeld/Rhön, gest. 17.12.1970 Darmstadt) 
 
Clemens Schöpf war von 1912 bis zu seiner Emeritierung 1964 Professor für Organische  
Chemie an der TH Darmstadt. Als bedeutender Vertreter eines Faches wurde er zu zahlreichen 
internationalen Kongressen eingeladen und erhielt viele akademische Auszeichnungen. 
Außerdem gab er viele Jahre lang die renommierten „Chemischen Berichte“ heraus. Seit 
2002/2003 gibt es an der TU Darmstadt ein Clemens-Schöpf-Institut. 
 
Während des Dritten Reichs stellten sich die meisten Professoren der Darmstädter TH in  den 
Dienst der NS-Machthaber. Viele von ihnen forschten zu kriegswichtigen Themen. Zu ihnen 
gehörte auch Clemens Schöpf. Zwar war Schöpf nicht Mitglied der NSDAP und auch  
anscheinend kein aktiver Vertreter der NS-Ideologie, stand aber, so ein Bericht von 1936, dem 
Regime positiv gegenüber und hat von der Förderung durch NS-Dienststellen profitiert. In 
seiner Personalakte im TU-Archiv findet sich eine Bescheinigung des Rektors der TH, dass 
Clemens Schöpf noch 1944 gleich an fünf parallellaufenden Forschungsvorhaben arbeitete, die 
vom Reichsforschungsrat finanziert wurden und als kriegswichtige Forschungsvorhaben 
höchster Dringlichkeit benannt wurden. Für seine Forschungen erhielt er zwischen 1940 und  
1944 mehrere Auszeichnungen. 
 
Nach 1945 war Schöpf als Dekan der Abteilung für Chemie in das Verfahren der TH-Leitung 
involviert, möglichst alle belasteten Professoren reinzuwaschen, d. h. unbeschadet durch die  
Entnazifizierung zu bekommen, indem er etwa Hinweise für die Beschaffung von sog.  
„Persilscheinen“ gab und diese für aus Politischen Gründen entlassenen Kollegen auch selbst 
verfasste. 
 
Aus Gründen seiner NS-Tätigkeit, die im Übrigen in sämtlichen verfügbaren Biographien 
komplett verschwiegen wird, kann eine Ausweitung der Grabstätte als Ehrengrab nicht 
befürwortet werden. 
 
(Quelle: Melanie Hanel „Normalität unter Ausnahmebedingungen. Die TH Darmstadt im 
Nationalsozialismus, Darmstadt 2014“) 
 
 
Dezernat I      Dezernat III 
 
 
 
 
 
Hanno Benz      Michael Kolmer  
Oberbürgermeister      Stadtrat

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Details

Vorlagen-Nr.
2023/0290
Typ
Magistratsvorlage
Datum
12.10.2023
Erstellt
29.09.2026 00:00