1239/2024
Steigende Queerfeindlichkeit an Schulen
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Mitteilung Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle OB/16/161/3 Vorlagen-Nummer 18.04.2024 1239/2024 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Jugendhilfeausschuss 30.04.2024 Ausschuss Schule und Weiterbildung 10.06.2024 Steigende Queerfeindlichkeit an Schulen Zusammenfassung in einfacher Sprache In der Stadtarbeitsgemeinschaft Queerpolitik haben zwei Menschen berichtet, dass Schülerinnen und Schüler an Kölner Schulen immer öfter lesbische, schwule, bisexu- elle, trans- und intergeschlechtliche (kurz „LSBTI“ oder „queer“) Menschen ablehnen oder schlecht behandeln. Hierzu hat ein Verein, der anyway e.V., eine Pressemitteilung geschrieben. Die Stadt- arbeitsgemeinschaft Queerpolitik findet es wichtig, dass auch noch andere Ausschüsse über das Thema erfahren. Daher leitet sie das Thema an diese Ausschüsse weiter. Mitteilungstext In der 13. Sitzung der Stadtarbeitsgemeinschaft Queerpolitik am 07.03.2024 stand das Thema „Steigende Queerfeindlichkeit an Schulen“ unter TOP 8.10 auf der Tagesord- nung. Zwei Vertreter des anyway e.V. haben eine Präsentation zu dem Thema gehal- ten, die von einer tagesaktuellen Pressemitteilung (Anlage 1) des anyway e.V. flankiert wurde. Das Gremium hat sich mehrheitlich dafür ausgesprochen, diese Thematik an die Aus- schüsse weiterzugeben, die sich mit schulischen Themen und außerschulischen Bil- dungsarbeit beschäftigen (Anlage 2). Gez. Reker Anlagen Anlage 1 Pressemitteilung anyway e.V. Anlage 2 Auszug aus der Niederschrift der StadtAG Queerpolitik
Anlage 2 Auszug aus der Niederschrift der StadtAG Queerpolitik
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Geschäftsführung Stadtarbeitsgemeinschaft Queerpolitik Jesse Hilverling Telefon: (0221) 221 21087 E-Mail: jesse.hilverling@stadt-koeln.de Datum: 03.04.2024 Auszug aus der Niederschrift der 13. Sitzung der Stadtarbeitsgemeinschaft Queerpolitik vom 07.03.2024 öffentlich 8.10 Steigende Queerfeindlichkeit in Schulen hier: mündlicher Bericht von Falk Steinborn und Dominik Weiss (anyway e.V.) Bettina Baum gibt das Wort an Falk Steinborn und Dominik Weiss vom anyway e.V. Dominik Weiss und Falk Steinborn fassen die Pressemitteilung zusammen, die Anlage dieser Niederschrift ist. Insbesondere stellen beide die gesamtgesellschaftliche Heraus- forderung von steigender Queerfeindlichkeit dar. Projekte von Ehrenamtlichen wie z.B. WiR oder SCHLAU kämpfen aktuell mit vielen Absagen von Schüler*innen oder deren Eltern. Das Klima in den Workshops wird rauer und die verbalen Ablehnungen radikaler. Das Ehrenamt in dieser queeren Bildungsarbeit sei dadurch sehr belastet und zuneh- mend unattraktiver. Die Herausforderung Intersektionalität mitzudenken und Bildungs- aufgaben von Schule zu übernehmen steigt. Insbesondere Corona hätte einen großen Einfluss auf das Sozialverhalten, ebenso der Zugang zu sozialen Medien. Dominik Weiss und Falk Steinborn beschreiben auf Nachfrage, dass das gesamte Stadtgebiet betroffen ist. Die Nachfrage nach Workshops von Haupt- und Realschulen könne noch steigen, bislang fragen häufiger Gesamtschulen und Gymnasien an. Beide betonen, dass viele Jugendliche, auch durch soziale Medien, gut informiert seien und sehr achtsam agierten. Sie fassen zusammen, dass die Polarisierung schwer wiege und das aktuelle Kernproblem sei. Das gesamte Gremium bestätigt, dass das Thema sehr wichtig ist. Herausforderungen sind auch Bedrohungen und Gewalt gegenüber der Ehrenamtlichen. SCHLAU NRW ergänzt, dass ihre Workshops bis 2025 ausgebucht sind. Außerdem wurden alle Mit- glieder der StadtAG über den wieder eröffneten AK Schule informiert. Der Jugendhilfeausschuss und der Ausschuss für Schule und Weiterbildung soll über das Thema informiert werden bzw. der Vortrag des anyway e.V. in die Gremien getra- gen werden. Hierfür sprechen sich alle Mitglieder der Stadt AG aus und danken für den Vortrag. Außerdem sollte der Dezernent Herr Voigtsberger in die StadtAG Queerpolitik eingela- den werden, um über das akute Thema informiert zu werden. Er deckt in seiner Tätigkeit neben dem Thema Schule auch die Themen Jugend und Sport mit ab. Die StadtAG Queerpolitik nimmt den mündlichen Bericht zur Kenntnis und setzt das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung der StadtAG Queerpolitik.
Anlage 1 Pressemitteilung anyway e.V.
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Pressekontakt Falk Steinborn 0177 87 39 072 anyway e.V. Kamekestr. 14 50 672 Köln presse@anyway-koeln.de www.anyway-koeln.de Das anyway öffnete seine Türen erstmals 1998. Als Jugendzentrum sp eziell für homo-, bi, trans*, inter* und queere Jugendliche war es damals einzigartig in Europa. Jedes Jahr besuchen mehrere tausende Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 14 – 27 Jahren ins anyway und seine Projekt & Aktionen.. Damals wie heute haben fast alle den gleichen Wunsch: In entspannter Atmosphäre Gleichgesinnte kennenlernen, sich über das Thema Coming -out aus - zutauschen und gemeinsam eine gute Zeit haben. Ehrenamtliche aus dem anyway halten Aussagen, die sie so während der Aufklärungsworkshops von Schüler:innen zu hören und zu lesen bekamen. Foto: Marius Steffen Queerfeindlichkeit steigt in Schulen deutlich: Eltern verhindern Aufklärung von Schüler:innen zu sexueller und geschlechtlicher Vielfalt Atmosphäre in den Aufklärungsworkshops wird ablehnender und aggressiver Köln, 07.03.2024 – Die zunehmend queerfeindliche Stimmung in der Geselllschaft erreicht verstärkt die Schulen. Zu diesem Schluss kommt das LSBTIQ*-Aufklärungs- und Antidiskriminierungsprojekt “WiR* – Wissen ist Respekt” aus Köln. “Wir beobachten, dass immer mehr Schüler:innen von Ihren Eltern an der Teilnahme an den Workshops gehindert oder auf ihren eigenen Wunsch entschuldigt werden”, sagt Dominik Weiss, Projektleiter von WiR*. “In den letzten Monaten nahmen in Extremfällen bis zu zwei Drittel einer Klasse nicht an Workshops teil. In einigen wenigen Fällen mussten die Workshops sogar wegen zu geringer Schüler:innenzahl von den Schulen abgesagt werden.” Die Workshops von WiR* klären über Lebensweisen von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans, inter und queeren Menschen auf, helfen Vorurteile zu reflektieren und leisten einen Beitrag für ein tolerantes Schulklima und eine offene Gesellschaft. Dies ist aktuell wichtiger als je zuvor. Denn Rechtsextreme und Radikale in allen Bevölkerungsgruppen machen mit populistischen Botschaften und Verschwörungstheorien wie der so genannten “LGBTIQ*- und Genderideologie” und “Frühsexualisierung” Lesben, Schwule, Pressekontakt Falk Steinborn 0177 87 39 072 anyway e.V. Kamekestr. 14 50 672 Köln presse@anyway-koeln.de www.anyway-koeln.de Das anyway öffnete seine Türen erstmals 1998. Als Jugendzentrum sp eziell für homo-, bi, trans*, inter* und queere Jugendliche war es damals einzigartig in Europa. Jedes Jahr besuchen mehrere tausende Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 14 – 27 Jahren ins anyway und seine Projekt & Aktionen.. Damals wie heute haben fast alle den gleichen Wunsch: In entspannter Atmosphäre Gleichgesinnte kennenlernen, sich über das Thema Coming -out aus - zutauschen und gemeinsam eine gute Zeit haben. Bisexuelle, trans, inter und queere Menschen verächtlich und erklären sie zum Hassobjekt. Einige Eltern, aber auch Jugendliche fallen auf diese Strategie herein. "Ich hasse Schwule.” “Wir bemerken, dass die Stimmung in den Workshops sich verändert hat. Neben vielen Schüler:innen, die offen und zugänglich sind, gibt es immer mehr, die dem Thema deutlich ablehnend gegenüberstehen. Sie äußern dies auch zunehmend laut, stören die Workshops bewusst durch ihr Verhalten und sind in Teilen verbal aggressiv”, sagt Weiss. In den Feedbacks zu den Workshops schrieben Schüler:innen zuletzt auch häufiger Sätze wie "In euren Workshops werden Lügen erzählt!", "Meine Eltern sagen, LGBTIQ* ist Quatsch!", "Es gibt nur Mann und Frau!", „Ich hasse Schwule.“ oder "Wenn meine Schwester lesbisch wäre, würde ich sie schlagen und von zuhause rausschmeißen." Vereinzelt kam es nach Workshops zu Anrufen im anyway, in denen einzelne Ehrenamtliche des Aufklärungsprojekt beleidigt oder lächerlich gemacht wurden. Teufelskreislauf: Mehr Nachfrage durch Queerfeindlichkeit trotz endlicher Kapazitäten Das anyway ist mit seiner Feststellung gestiegener Queerfeindlichkeit in Aufklärungsworkshops nicht allein. Auch das andere Kölner Aufklärungsprojekt „SCHLAU Köln“ sowie weitere Projekte in ganz NRW machen ähnliche Beobachtungen. Die aktuelle Situation stellt die Antidiskriminierungsarbeit vor neue Herausforderungen. Bisher sind es meist speziell geschulte Ehrenamtliche, die die Workshops für Schulklassen durchführen – und zwar kostenlos und in ihrer Freizeit. Die queerfeindliche Stimmung trübt das Engagement, ist seelisch belastend und in Teilen überfordernd. “Es braucht viel mehr pädagogisches Standing und Qualifizierung, um die Workshops unter diesen Bedingungen durchführen zu können”, sagt Dominik Weiss. Ehrenamtsgewinnung und -management sowie Ausbildung kosten hingegen mehr Zeit. Zusätzlich wollen auch Schulen verstärkt gegen queerfeindliche Stimmung in Teilen der Schüler:innenschaft vorgehen und fragen immer häufiger Workshops an. Weil die Kapazitäten begrenzt sind, gibt es teilweise lange Wartezeiten und einige Anfragen können gar nicht bedient werden. “Die Aufklärungsarbeit befindet sich in einem Teufelskreislauf wie wir ihn in den letzten 25 Jahren nicht im anyway hatten”, sagt Jürgen Piger, geschäftsführender Vorstand des anyway e.V. “Mehr Queerfeindlichkeit sorgt für mehr Nachfrage zu herausfordernden Bedingungen. Mit unseren aktuellen Ressourcen können wir aus diesem Kreislauf nicht herausbrechen.”
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1239/2024
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 18.04.2024
- Erstellt
- 11.04.2024 11:34