SV-2016/0048
Antrag der Fraktion UFFBASSE vom 18. September 2016 betr. Mahnmal für Verfolgte und Betroffene des Paragrafen 175
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SV-2016/0048
2588 Zeichen
Vorlage-Nr. SV-2016/0048
Antrag der Fraktion UFFBASSE vom 18. September 2016 betr. Mahnmal für
Verfolgte und Betroffene des Paragrafen 175
Liebigstrasse 46
64293 Darmstadt
Tel. & Fax 06151/8606067
www.uffbasse-darmstadt.de
Darmstadt, den 18. Sep 2016
Antrag - Mahnmal für Verfolgte und Betroffene des Paragrafen 175
Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen,
der Magistrat wird aufgefordert,
1. einen Prozess einzuleiten, um in Darmstadt einen Ort des Gedenkens für Betroffene und
Verfolgte des Paragrafen 175 zu gestalten
2. alle interessierten Gruppen und BürgerInnen in diesen Prozess einzubeziehen
3. die Bemühungen der Bürgerschaft zu unterstützen, Sponsorenmittel für ein Mahnmal an
einem solchen Ort des Gedenkens einzuwerben
4. eine Unterstützung dieses Projekt auch mit städtischen Mitteln zu prüfen
Begründung
Wir halten einen solchen Ort, ein solches Mahnmal für notwendig in einer weltoffenen
toleranten und bunten Stadt wie Darmstadt. Dieser Ort soll den mehr als 50.000 geschädigten
Personen (ohne die Abertausenden, die wegen des Inhaltes von §175 zur NS Zeit starben)
unseren Respekt und unsere Solidarität zu erweisen.
Auch wenn der §175 seit mehr als zwanzig Jahren aus dem Grundgesetz gestrichen ist, sind
die Opfer seiner Rechtssprechung bis heute nicht rehabilitiert und obwohl man von unserer
Gesellschaft etwas anderes erwarten sollte, nimmt die Diskriminierung von Minderheiten leider
wieder zu.
Dies betrifft nicht nur die Gruppe der Schwulen, Lesben, Trans-, bi- und intersexuellen
Menschen, sondern alle Menschen anderer Herkunft, religiöser, politischer und ethnischer
Überzeugung.
Dieses Mahnmal steht in erster Linie für Menschen, die auf Grund ihrer sexuellen Identität im
Namen des Volkes diskriminiert, verfolgt, bestraft, geächtet und mitunter sogar ge tötet
wurden.
Betrachtet man dies allerdings unter den ersten Zeilen unserer Verfassung, steht dieses
Mahnmal für die Gleichbehandlung und gegen die Diskriminierung aller Menschen, denn vor
dem Gesetz sind alle Menschen gleich - unabhängig von Geschlecht, sexueller Identität,
Hautfarbe, Religion und Herkunft.
2
Durch ihre geschlossene Zustimmung können die Stadtverordneten der Stadt Darmstadt ein in
dieser Zeit wichtiges und unerlässliches Zeichen für Menschlichkeit und Zusammenhalt in
unserer Gesellschaft setzen
Weitere Begründung erfolgt mündlich
Fraktion Uffbasse
Kerstin Lau, Marc Arnold, Jürgen Barth, Georg Hang, Florence Tafesse
anlage 1
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Darmstadt 27.09.2016 Antrag Mahnmal für Verfolgte und Betroffene des Paragrafen 175 Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen, der Magistrat wird aufgefordert, 1. einen Prozess einzuleiten, um in Darmstadt einen Ort des Gedenkens für Betroffene und Verfolgte des Paragrafen 175 zu gestalten 2. alle interessierten Gruppen und BürgerInnen in diesen Prozess einzubeziehen 3. die Bemühungen der Bürgerschaft zu unterstützen, Sponsorenmittel für ein Mahnmal an einem solchen Ort des Gedenkens einzuwerben 4. eine Unterstützung dieses Projekt auch mit städtischen Mitteln zu prüfen Begründung Wir halten einen solchen Ort, ein solches Mahnmal für notwendig in einer weltoffenen toleranten und bunten Stadt wie Darmstadt. Dieser Ort soll den mehr als 50.000 geschädigten Personen (ohne die Abertausenden, die wegen des Inhaltes von §175 zur NS- Zeit starben) unseren Respekt und unsere Solidarität zu erweisen. Auch wenn der §175 seit mehr als zwanzig Jahren aus dem Grundgesetz gestrichen ist, sind die Opfer seiner Rechtssprechung bis heute nicht rehabilitiert und obwohl man von unserer Gesellschaft etwas anderes erwarten sollte, nimmt die Diskriminierung von Minderheiten leider wieder zu. Dies betrifft nicht nur die Gruppe der Schwulen, Lesben, Trans-, bi- und intersexuellen Menschen, sondern alle Menschen anderer Herkunft, religiöser, politischer und ethnischer Überzeugung. Dieses Mahnmal steht in erster Linie für Menschen, die auf Grund ihrer sexuellen Identität im Namen des Volkes diskriminiert, verfolgt, bestraft, geächtet und mitunter sogar getötet wurden. Betrachtet man dies allerdings unter den ersten Zeilen unserer Verfassung, steht dieses Mahnmal für die Gleichbehandlung und gegen die Diskriminierung aller Menschen, denn vor dem Gesetz sind alle Menschen gleich - unabhängig von Geschlecht, sexueller Identität, Hautfarbe, Religion und Herkunft. Durch ihre geschlossene Zustimmung können die Stadtverordneten der Stadt Darmstadt ein in dieser Zeit wichtiges und unerlässliches Zeichen für Menschlichkeit und Zusammenhalt in unserer Gesellschaft setzen Die weitere Begründung erfolgt mündlich. Bündnis 90/DIE GRÜNEN – Hildegard Förster-Heldmann, Yücel Akdeniz, Ellen Schüssler, Anna Zdiara, Stefan Opitz, Farhad Ahmadi CDU – Hartwig Jourdan, Peter Franz, Ctirad Kotoucek, Alexander Schleith, Dorothee Schmitt, Ludwig Achenbach Uffbasse – Kerstin Lau, Florence Tafesse, Marc Arnold, Jürgen Barth, Georg Hang,
Beratungsverlauf (3)
Orte (1)
- Liebigstraße 46
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Details
- Vorlagen-Nr.
- SV-2016/0048
- Typ
- Antrag
- Datum
- 19.09.2016
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00