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A-R/0044/2018

Keine Kommerzialisierung kommunaler Daten

Antrag an den Rat 25.06.2018

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Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 04.07.2018, TOP 47.6

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a-r-0044-2018-Daten

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Antrag an den Rat Nr. : A-R/0044/2018  
 
 
 
 
                                                           
AfD-Ratsgruppe im Rat der Stadt Münster    Leostraße 16    48153 Münster 
 
Antrag  
Keine Kommerzialisierung kommunaler Daten  
 
 
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen: 
 
Die Stadt Münster lehnt die kommerzielle Verwertung von 
kommunalen Daten ab. Die Stadt Münster erhält von den 
Bürgern Daten im Rahmen der Erfüllung gesetzlicher Aufgaben. 
Ebenso durch die statistische Erhebung von Sachverhalten, 
z.B. durch Verkehrszählungen. Sie verpflichtet sich diese Daten 
nicht an Dritte zu verkaufen. 
 
Die Stadt Münster verpflichtet sich aufbereitete Geo-Daten für 
Forschungszwecke auch in Zukunft kostenlos zur Verfügung zu 
stellen. 
 
Begründung: 
 
Der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes 
Gerd Landsberg hat in einem Interview mit der „Rheinischen 
Post“ eine Konzessionsmodell für kommunale Daten 
vorgeschlagen. Städte und Gemeinden sollten ihre Daten die

sie etwa in den Bereichen Verkehr, Finanzen, Bildung, 
Demografie etc. generieren an gewerbliche Unternehmen 
verkaufen. Um mit diesen Daten Einnahmen für die 
kommunalen Haushalte zu erzielen. Denn so seine 
Begründung: „Daten sind das Öl des 21 Jahrhunderts“. 
 
Die Stadt Münster bekennt sich zu einem anderen Weg. 
Öffentliche Daten gehören der Allgemeinheit. Mit der obigen 
Selbstverpflichtung lehnt die Stadt Münster eine 
Kommerzialisierung öffentlicher Daten ab. 
 
Sie plädiert für die Aufrechterhaltung des Datenschutzes. 
Informationen aus öffentlichen Daten, etwa über 
Verkehrsströme, sind mit öffentlichen Steuergeldern gewonnen 
worden. Sie gehören daher der Allgemeinheit. Sie sollen daher 
in aggregierter Form öffentlich zugänglich gemacht werden, wo 
dies im öffentlichen Interesse ist. 
 
Eine Kommerzialisierung kommunaler Daten ist gefährlich. Der 
Staat braucht vielfach Daten von Bürgern um seine staatlichen 
Aufgaben zu erfüllen. Hierfür ist er darauf angewiesen, dass die 
Menschen ihm freiwillig ihre Daten überlassen. Dies tun sie 
heute. Weil sie darauf vertrauen können, dass ihre Daten nur 
für den originär erhaltenen Zweck verwendet werden. 
 
Eine Kommerzialisierung kommunaler Daten zerstört dieses 
Vertrauensverhältnis zwischen Bürger und Staat. In Zukunft 
wäre damit zu rechnen, dass Bürger dem Staat mit viel mehr 
Misstrauen begegnen. Sie würden die Übermittlung von Daten 
verweigern oder falsche Angaben machen. Da sie nicht 
wüssten wofür ihre Daten letztlich verwendet werden. Der

Bürger würde die Kontrolle über seine Daten verlieren. Und der 
Staat das Vertrauen seiner Bürger. 
 
Auch können selbst aufbereitete Daten heute im Zeitalter von 
Big Data wieder entschlüsselt werden. So können anonyme 
Datensätze miteinander verknüpft werden. Und damit können 
Rückschlüsse auf einzelne Personen gezogen werden. 
 
 
Martin Schiller 
Richard Mol 
 
AfD-Ratsgruppe

Beratungsverlauf (1)

04.07.2018 Rat
TOP 47.6 Antrag Entscheidung

Beschluss: verwiesen

Zur Sitzung

Orte (1)

  • Leostraße 16

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Details

Aktenzeichen
A-R/0044/2018
Typ
Antrag an den Rat
Datum
25.06.2018
Erstellt
06.10.2020 14:37