A-R/0044/2018
Keine Kommerzialisierung kommunaler Daten
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a-r-0044-2018-Daten
2909 Zeichen
Antrag an den Rat Nr. : A-R/0044/2018
AfD-Ratsgruppe im Rat der Stadt Münster Leostraße 16 48153 Münster
Antrag
Keine Kommerzialisierung kommunaler Daten
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen:
Die Stadt Münster lehnt die kommerzielle Verwertung von
kommunalen Daten ab. Die Stadt Münster erhält von den
Bürgern Daten im Rahmen der Erfüllung gesetzlicher Aufgaben.
Ebenso durch die statistische Erhebung von Sachverhalten,
z.B. durch Verkehrszählungen. Sie verpflichtet sich diese Daten
nicht an Dritte zu verkaufen.
Die Stadt Münster verpflichtet sich aufbereitete Geo-Daten für
Forschungszwecke auch in Zukunft kostenlos zur Verfügung zu
stellen.
Begründung:
Der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes
Gerd Landsberg hat in einem Interview mit der „Rheinischen
Post“ eine Konzessionsmodell für kommunale Daten
vorgeschlagen. Städte und Gemeinden sollten ihre Daten die
sie etwa in den Bereichen Verkehr, Finanzen, Bildung,
Demografie etc. generieren an gewerbliche Unternehmen
verkaufen. Um mit diesen Daten Einnahmen für die
kommunalen Haushalte zu erzielen. Denn so seine
Begründung: „Daten sind das Öl des 21 Jahrhunderts“.
Die Stadt Münster bekennt sich zu einem anderen Weg.
Öffentliche Daten gehören der Allgemeinheit. Mit der obigen
Selbstverpflichtung lehnt die Stadt Münster eine
Kommerzialisierung öffentlicher Daten ab.
Sie plädiert für die Aufrechterhaltung des Datenschutzes.
Informationen aus öffentlichen Daten, etwa über
Verkehrsströme, sind mit öffentlichen Steuergeldern gewonnen
worden. Sie gehören daher der Allgemeinheit. Sie sollen daher
in aggregierter Form öffentlich zugänglich gemacht werden, wo
dies im öffentlichen Interesse ist.
Eine Kommerzialisierung kommunaler Daten ist gefährlich. Der
Staat braucht vielfach Daten von Bürgern um seine staatlichen
Aufgaben zu erfüllen. Hierfür ist er darauf angewiesen, dass die
Menschen ihm freiwillig ihre Daten überlassen. Dies tun sie
heute. Weil sie darauf vertrauen können, dass ihre Daten nur
für den originär erhaltenen Zweck verwendet werden.
Eine Kommerzialisierung kommunaler Daten zerstört dieses
Vertrauensverhältnis zwischen Bürger und Staat. In Zukunft
wäre damit zu rechnen, dass Bürger dem Staat mit viel mehr
Misstrauen begegnen. Sie würden die Übermittlung von Daten
verweigern oder falsche Angaben machen. Da sie nicht
wüssten wofür ihre Daten letztlich verwendet werden. Der
Bürger würde die Kontrolle über seine Daten verlieren. Und der
Staat das Vertrauen seiner Bürger.
Auch können selbst aufbereitete Daten heute im Zeitalter von
Big Data wieder entschlüsselt werden. So können anonyme
Datensätze miteinander verknüpft werden. Und damit können
Rückschlüsse auf einzelne Personen gezogen werden.
Martin Schiller
Richard Mol
AfD-Ratsgruppe
Beratungsverlauf (1)
Orte (1)
- Leostraße 16
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Details
- Aktenzeichen
- A-R/0044/2018
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 25.06.2018
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37