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2026/0048

Ausweisung städtischer Ehrengräber

Magistratsvorlage 20.01.2026

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2026/0048

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2026/0048

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Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats - 
geschäftsstelle:  
13.02.2026 
an den Magistrat  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung:  
Dezernat I an die Stadtverordnetenversammlung  
   OBW zur Befassung  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
   zur abschließenden Beschluss - 
       fassung Fachausschuss  
Dezernat III 
 
Amt: Kulturamt 
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magistrat  
Behandlung in  
öffentl. Sitzung  
Ja 
 
Nein 
 
Verteiler:  
 
 
Ja 
 
Nein  
 
Vorlage-Nr. 2026/0048 
 
Magistratsbeschluss -Nr. 
  
 
Internetfähig     
 
Produkt-Nr.: 553010 
Kostenstelle:  067-110-9000 Investitionsnummer:        
Kostenträger:  5530-80 Sachkonto: 6161820 
 
Betreff: Ausweisung städtischer Ehrengräber  
 
Vorlage vom: 20.01.2026  
 
Beschlussvorschlag : 
 
1. Als städtische Ehrengräber werden ausgewiesen die Grabstätten  
 
    Alter Friedhof 02/2 L 172  
    Hans Christian Blech  
 
    Alter Friedhof 02/3 E 39  
    Paul Ottenheimer  
 
    Alter Friedhof 02/3 Mauer 162  
    Ludwig Weyland und Ludwig Bergsträßer  
 
    Alter Friedhof 02/1 E 244  
    Luise Röder

- 2 - 
    Waldfriedhof 01/L 8 a 38 a  
    Elisabeth Leuschner, geb. Batz  
 
    Alter Friedhof 02/2 Mauer 50  
    Bruno Erdmann  
 
2. Der Ehrengrabstatus wird mit Datum des Magistratsbeschlusses wirksam.  
 
3. Die Kosten für die Pflege und Unterhaltung von rund 250,00 Euro je Grab werden aus dem  
    Budget des Grünflächenamtes getragen.  
 
 
 
Anlagen:   
 
Datenschutzrelevante Anlage:   
 
Folgekosten:    Ja    Nein 
 
Zusätzlich für alle Vorlagen aus dem Bereich des Hochbaus anzugeben:  
Klimarelevanz des Vorhabens:     
Auswirkungen auf Stadtklima:   ja  nein 
Auswirkungen auf THG -Emissionen:   gering1)  mittel/groß 2) 
Beteiligung Amt f. Klimaschutz & Klimaanpassung:   ja  nein 
Zusätzlich bei Beschlüssen zur Baufreigabe:    
Wurden Optimierungspotentiale ausgeschöpft?   ja  nein 
Falls nein, Kompensationsmaßnahmen festgelegt?   ja  nein 
1) bis 10 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente (CO2e) pro Jahr, 2) über 10 Tonnen CO2e pro Jahr. 
 
Beschluss des Magistrats vom

- 3 - 
Begründung zur Magistratsvorlage vom 20.01.2026: 
 
 
Der Magistrat der Wissenschaftsstadt Darmstadt kann nach den Maßgaben der städtischen 
Friedhofssatzung Grabstätten von Verstorbenen, die zu Lebzeiten besondere Leistungen  
erbracht oder sich um die Stadt besonders verdient gemacht haben, den Status eines  
Ehrengrabs verleihen. Die Unterhaltung der Ehrengrabstätten obliegt der Fri edhofsverwaltung. 
Im Zeitraum 2012 bis 2015 war ein Fachbeirat zur Neubewertung der bestehenden  
städtischen Ehrengräber eingesetzt. Die Ergebnisse und die Empfehlungen des Fachbeirats,  
die vom Magistrat am 08.04.2015 (MV 2015/0109) beschlossen und der Stad tverordneten- 
versammlung am 07.05.2015 zur Kenntnis gegeben wurden, sind bei künftigen  
Entscheidungen über die Verleihung des Ehrengrabstatus zu berücksichtigen. So kann eine 
Grabstätte erst dann zum Ehrengrab erhoben werden, wenn das Nutzungsrecht erlosc hen und 
an die Stadt zurückgefallen ist.  
 
Für die Grabstätten Darmstädter Persönlichkeiten, die im Zeitraum seit 2023 an die Stadt  
Darmstadt zurückgefallen sind, wurde seitens der Verwaltung geprüft, ob die Voraussetzungen 
für eine Übernahme als Ehrengrab vorliegen. Beteiligt waren Kulturamt, Stadtarchiv und 
Grünflächenamt.  
 
Die Übernahme als städtisches Ehrengrab wird empfohlen für folgende Grabstätten:  
 
Alter Friedhof, Grabstätte 02/2 L 172  
Hans Christian Blech (geb. 20.02.1915 in Darmstadt, ges t. 05.03.1993 in München)  
 
Hans Christian Blech war nicht nur Schauspieler, sondern zu seiner Zeit ein Weltstar. Er hat  
bedeutende Filme gemacht und mit vielen namhaften Regisseuren zusammengearbeitet.  
 
Allerdings ergibt sich, wie bei vielen bekannten Per sönlichkeiten, dass über seine Rolle und  
sein Verhalten in der NS -Zeit nichts bekannt ist. Er hat von 1933 -1940 an mehreren Theatern  
gespielt, bevor er zur Wehrmacht eingezogen wurde.  
 
Eine Überprüfung hat allerdings keine Anhaltspunkte für eine tiefere Ve rwicklung in das  
System des NS-Staates ergeben.  
 
Von daher ist die Ausweisung eines Ehrengrabes für Hans Christian Blech unbedingt zu  
befürworten. 
 
Alter Friedhof, Grabstätte 02/3 E 39  
Paul Ottenheimer (geb. 01.03.1873 in Stuttgart, gest. 28.12.1971 in Dar mstadt) 
 
Paul Ottenheimer gehörte im Vorkriegs -Darmstadt zu den bedeutendsten  
Musikpersönlichkeiten. Nach dem Studium von Klavier und Komposition war er Kapellmeister 
und Operndirektor u.a . in Trier, Graz, Nürnberg, Prag und Wien. 1913 bis 1919 war er, auch 
mit Unterstützung Großherzog Ernst Ludwigs, Hofkapellmeister und Operndirektor am  
Hoftheater. 1914 wurde er zum Hofrat ernannt. Nach dem ersten Weltkrieg war Ottenheimer 
Kapellmeister und  Leiter der Opernschule der städtischen Akademie für Tonkunst, zugleich 
arbeitete er als Konzertkritiker für das Darmstädter Tagblatt und war auch als Komponist 
tätig. 1933 wurde er, obwohl evangelisch, wegen jüdischer Abstammung entlassen und durfte 
auch nicht mehr öffentlich auftreten.  
 
Er blieb dennoch fast bis Kriegsende unbehelligt, wohl vor allem wegen seiner Freundschaft  
zur Familie Wagner in Bayreuth. Im Mai 1943 wurde er jedoch von der Gestapo verhaftet und  
mehrere Wochen inhaftiert. Noch im Februar 1945 wurde er schließlich ins KZ  Theresienstadt 
deportiert, wo er bei Kriegsende befreit wurde.

- 4 - 
 
1945 sollte er erneut die Leitung der Oper am hessischen Landestheater übernehmen, lehnte  
jedoch aus Altersgründen ab. Er dirigierte jedoch bis kurz vo r seinem Tode als Gastdirigent  
am Staatstheater.  
 
Eine Übernahme des Grabes von Paul Ottenheimer als Ehrengrab kann uneingeschränkt  
befürwortet werden.  
 
Alter Friedhof, Grabstätte 02/3 Mauer 162  
Ludwig Weyland (geb. 23.06.1818 in Birkenau bei Weinheim, ge st. 04.07.1889 in  
Darmstadt) 
Ludwig Bergsträßer (geb. 23.02.1883 in Altkirch -Elsass, gest. 23.03.1960 in Darmstadt)  
 
Ludwig Weyland gehörte zu den bedeutenden Baumeistern in Darmstadt im 19. Jahrhundert.  
Er errichtete eine ganze Reihe von Kasernen - und Militärbauten, allen voran die 
Artilleriekaserne in Bessungen und das Zeughaus, nach dem die Zeughausstraße ihren 
Namen hat. Wichtiger für Darmstadt sind allerdings der Umbau des Jagdschlosses 
Kranichstein ab 1863,  der Bau der Turnhalle der T SG 1846 am Woogsp latz sowie seine 
Beteiligung am Neubau des  1871 abgebrannten großherzoglichen Hoftheaters. Sein Buch 
über den Bau und vor allem den Baubestand des Schlosses ist bis heute eine der wichtigsten 
Quellen zu Baugeschichte des Darmstädter Schlosses.  
 
Ludwig Bergsträßer ist einer der bedeutendsten Politiker der Nachkriegszeit. Vor dem Krieg  
eher wissenschaftlich tätig und kurze Zeit Abgeordneter im Reichstag, verlor er 1933 seine  
Stelle im Reichsarchiv und konnte als SPD -Politiker bis 1945 nicht mehr politisch tät ig sein. 
Er hatte aber Verbindungen zum Widerstandskreis um Wilhelm Leuschner. 1945 organisierte  
Bergsträßer von Darmstadt aus die „Deutsche Regierung des Landes Hessen“ aus der 1946  
das Regierungspräsidium Darmstadt hervorging. Ludwig Bergsträßer wirkte m aßgeblich an  
der Ausarbeitung der hessischen Landesverfassung und auch des Grundgesetzes mit. Er war  
ein viel gefragter Fachmann für Fragen der Politik und Mitgründer des bis heute bestehenden  
Instituts für Zeitgeschichte in München.  
 
Für die beiden Personen kann die Übernahme des Grabes als Ehrengrab uneingeschränkt  
befürwortet werden.  
 
Alter Friedhof, Grabstätte 02/1 E 244  
Luise (Lu) Röder, geborene Kling (geb. 27.09.1921 in Darmstadt, gest. 12.04.1987 in  
Darmstadt) 
 
Luise Röder wurde 1921 in Darmstadt geboren und war seit ihrer Jugend Mitglied der TSG  
1846 Darmstadt. Sie wurde 1973 als erst e Frau in das Präsidium des Landessportbundes  
Hessen gewählt; außerdem war sie Beisitzerin im Bundesausschuss Frauensport des DSB,  
Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Hessischer Frauenverbände und Frauenwartin des  
Hessischen Turnverbandes.  
 
Lu Röder setzte  sich bis zu ihrem frühen Tod im April 1987 dafür ein, Mädchen und Frauen  
selbstbestimmte Sportaktivitäten zu ermöglichen, vor allem aber auch dafür, dass sie in  
Führungspositionen des Sports mitentscheiden. Durch ihr eigenes Wirken wurde sie zum  
Vorbild vieler Frauen, die seitdem zahlreiche Ämter in Verbänden und Vereinen bekleiden  
und dadurch den Frauenanteil in Führungspositionen des Sports erhöhen. Bundesweite  
Nachahmung fand ihr Projekt einer sportlichen Betätigung in der Krebsnachsorge für Frauen.  
 
Seit 1989 vergibt der Landessportbund Hessen den Lu -Röder-Preis für Frauen, die sich im  
Sport und in den Sportvereinen vor allem um die Förderung des Mädchen - und Frauensports  
verdient gemacht haben. Seit 2004 ist eine Straße in Braunshardt nach ihr benannt.

- 5 - 
 
Aufgrund der Verdienste um die Gleichstellung von Frauen im Sport und die Förderung des  
Frauensports allgemein wird die Erhebung der Grabstätte zum Ehrengrab befürwortet.  
 
Waldfriedhof, Grabstätte 01/L 8 a 38 a  
Elisabeth Leuschner, geb. Batz (geb. 22.04.1885 in Mainz -Weisenau, gest. 09.10.1971 in  
Darmstadt) 
 
Elisabeth Leuschner war seit 1919 in der SPD und dort sozial tätig in der Arbeiterwohlfahrt,  
die 1933 von den Nazis verboten wurde. Sie unterstützte die Widerstandstätigkeit ihres  
Ehemannes Wilhelm Leuschner und lief deshalb immer Gefahr, verhaftet zu werden. Nach  
dem Hitlerattentat und der Verhaftung Wilhelm Leuschners wurde Elisabeth Leuschner eben - 
falls verhaftet und saß zunächst im Gefängnis in Berlin, dann im KZ Ravensbrück. Nach der  
Hinrichtung Wilhelm Leuschners musste sich Elisabeth eine neue Existenz aufbauen. Sie  
lebte bis zu ihrem Tod in Darmstadt.  
 
Für ihre Verdienste erhielt sie 1966 die nach ihrem Mann benannte Wilhelm -Leuschner- 
Medaille des Landes Hessen.  
 
Angesichts ihrer polit ischen und sozialen Arbeit und der persönlichen Gefahr bei der Unter - 
stützung ihres Mannes kann die Erhebung der Grabstätte für Elisabeth Leuschner zum  
Ehrengrab befürwortet werden.  
 
Alter Friedhof, Grabstätte 02/2 Mauer 50  
Bruno Erdmann (geb. 09.10.1915 in Darmstadt, gest. 14.01.2003 in Darmstadt)  
 
Bruno Erdmann ist in Darmstadt aufgewachsen und hier zur Schule gegangen; er  
studierte an der renommierten Städel -Schule in Frankfurt. Seit 1951 lebte Erdmann  
dauerhaft wieder in Darmstadt und entwic kelte sich zu einem der bedeutendsten zeit - 
genössischen Künstler in der Stadt. Seit 1956 gehörte er der Neuen Sezession an. Für  
sein Schaffen erhielt er 1975 die Johann -Heinrich-Merck-Ehrung der Stadt Darmstadt und  
1994 den Darmstädter Kunstpreis. Zahlreiche Ausstellungen in ganz Deutschland dokumen - 
tieren sein künstlerisches Schaffen. Ein großes Konvolut seiner Werke befindet sich in der  
Städtischen Kunstsammlung auf der Mathildenhöhe.  
 
Die Erhebung des Grabes von Bruno Erdmann zum Ehrengrab wird befürwortet.

- 6 - 
 
Für die nachstehend genannten Grabstätten wird nach Prüfung durch die Verwaltung die  
Ausweisung eines Ehrengrabes nicht empfohlen: 
 
Alter Friedhof, Grabstätte 02/3 J 3/10  
Hermann Fay (geb. 22.05.1910 in Waldenburg, gest. 17.12.1992 in Darmstadt)  
 
Hermann Fay war ein bekannter und geehrter Illustrator von Jugendbüchern. Allerdings ist  
über sein Leben nicht viel bekannt. Vor allem die NS -Zeit ist in seiner Biographie überhaup t 
nicht dokumentiert. Er war jedoch Mitglied der Darmstädter NS -Künstlergemeinschaft. Eine  
Nachricht, wonach Fay 1971 und 1973 den deutschen Jugendbuchpreis erhalten habe, ließ  
sich mit der Liste der Preisträger jedoch nicht bestätigen.  
 
Eine Erhebung der Grabstätte von Hermann Fay zu einem Ehrengrab kann deshalb nicht  
befürwortet werden.  
 
Waldfriedhof, Grabstätte 01/R 6 a 43  
Volker Schmidt (geb. 09.04.1942 in Unbekannt, gest.  13.09.1994 in Unbekannt)  
 
Volker Schmidt war Architekt in Darmstadt und hat hier einige Zeit gewirkt. Er hatte daneben  
mehrere Ehrenämter wie den Vorsitz der Bezirksgruppe Darmstadt des Bundes deutscher  
Baumeister und saß in der Architektenkammer. Daneben war er von 1985 bis 1993 Stadtver - 
ordneter der SPD.  
 
Seine Aktivitäten und  Verdienste kennzeichnen die Lebensläufe vieler Menschen. Außerdem  
starb Volker Schmidt bereits mit 51 Jahren; die Zeit seiner Wirksamkeit war also nicht sehr  
lange. 
 
Aus diesem Grund kann eine Erhebung zum Ehrengrab nicht befürwortet werden.  
 
Alter Friedhof, Grabstätte 02/3 D 43  
Dr. Richard Wulckow (geb. 01.10.1833 in Danzig, gest. 31.07.1911 in Darmstadt)  
 
Dr. Richard Wulckow kam 1876 aus Danzig nach Darmstadt, um die Leitung der höheren  
Mädchenschule zu übernehmen, die ab 1884 den Namen „Viktoriaschule“ trug. Wulckow  
leitete die Schule 16 Jahre lang bis 1892 und richtete auch das Lehrerinnenseminar ein,  
die erste Ausbildungsstätte für Lehrerinnen an Höheren Schulen in Darmstadt. Ansonsten  ist 
über ihn fast nichts bekannt. Da Wulckow kurz nach seiner Ruhestandsversetzung starb, hat  
er nicht einmal 20 Jahre in Darmstadt verbracht. Außer seiner Schule hatte er keinen be - 
kannten Wirkungskreis in der Stadt.  
 
Von daher liegen die Voraussetzung en für die Erhebung des Grabes zum Ehrengrab nicht vor.  
 
 
Dezernat I      Dezernat III 
 
 
 
Hanno Benz      Michael Kolmer  
Oberbürgermeister      Stadtrat

Beratungsverlauf (3)

TOP 8
TOP 5
TOP 75

Orte (1)

  • Zeughausstraße

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Details

Vorlagen-Nr.
2026/0048
Typ
Magistratsvorlage
Datum
20.01.2026
Erstellt
29.09.2026 00:00