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AN/0708/2024

Zunahme von Femiziden und häuslicher Gewalt

SPD Anfrage nach § 4 30.04.2024

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Nächste Beratung: Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern, Sitzung am 24.06.2024, TOP 1.2

SPD Anfrage nach § 4

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SPD Anfrage nach § 4

3941 Zeichen

An die Vorsitzende des Ausschusses  
für die Gleichstellung von Frauen und Männern 
Frau Teresa De Bellis-Olinger 
 
Frau Oberbürgermeisterin  
Henriette Reker 
 
 
 
SPD-Fraktion 
im Rat der Stadt Köln  
Rathaus, Spanischer Bau  
50667 Köln 
fon 0221. 221 259 50  
fax 0221. 221 246 57  
mail fraktion@koelnspd.de  
web  www.koelnspd.de  
 
Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 30.04.2024 
 
AN/0708/2024 
Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates 
Gremium Datum der Sitzung 
Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern 06.05.2024 
 
Zunahme von Femiziden und häuslicher Gewalt 
Sehr geehrte Ausschussvorsitzende,  
sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,  
 
die SPD -Fraktion bittet Sie, folgende Anfrage in die Tagesordnung des Ausschusses am 
06.05.2024 aufzunehmen:  
 
Die Polizeiliche Kriminalstatistik NRW 2023 hat gezeigt, dass 2023 bei der Polizei Nordrhein-
Westfalen 60.268 Taten häuslicher Gewalt zur Anzeige gebracht wurden. (Das sind 2,8 Pro-
zent mehr Anzeigen als 2022.) 2023 wurden zudem Anzeigen von 32.463 Sexualdelikten auf-
genommen (+3 Prozent gegenüber 2022). Auch für Köln zeigt sich ein signifikanter Anstieg 
frauenfeindlicher Straftaten.[1] In ganz Deutschland ist eine alarmierende Zunahme von Femi-
ziden und häuslicher Gewalt zu verzeichnen. Dennoch bekommen diese Themen oft nicht die 
Aufmerksamkeit, die dringend nötig ist. Oft kommt es insbesondere in der Medienlandschaft 
zur Bagatellisierung von Femiziden als "Familiendrama" oder "Beziehungstragödie". Dies ver-
kennt die Realität und die geschlechtsspezifischen Motive hinter diesen Verbrechen. 
 
Es ist wichtig, Lösungen sowohl zum Schutz der Opfer als auch zur Intervention bei den Tätern 
zu entwickeln. Frauen müssen besser unterstützt, geschützt und ermächtigt werden, damit sie 
sich frühzeitig aus gewalttätigen Beziehungen lösen können. Frauenhäuser spielen dabei eine 
wichtige Rolle, aber es bedarf auch einer gesichert en Finanzierung und mehr verfügbarer 
Plätze.  
 
Gleichzeitig müssen Programme zur Intervention bei den Tätern entwickelt werden, um deren 
Einstellungen und Verhaltensweisen zu ändern. Diese Maßnahmen sollten nicht erst dann 
greifen, wenn Gewalt bereits stattgefunden hat, sondern bereits präventiv ansetzen, um die 
Wurzeln dieser Gewalt zu bekämpfen. 
 
                                                 
[1]   https://koeln.polizei.nrw/sites/default/files/2024 -04/pks_jahresbericht -pp-koln-2023.pdf

- 2 - 
 
Ein gesamtgesellschaftlicher Ansatz ist erforderlich, der frühzeitig in der Bildung ansetzt, Auf-
klärungsarbeit leistet und das Thema Femizid als eine Staatsaufgabe mit hoher Priorität be-
handelt. Das Beispiel Spanien zeigt, dass eine konsequente Präventions- und Interventions-
strategie tatsächlich zu einem Rückgang der Femizidzahlen führen kann.  Ähnliche Ansätze 
sollten auch in Deutschland verfolgt werden.[2] In Spanien lag der durchschnittliche Jahrespro-
zentsatz der wegen häuslicher Gewalt verfolgten Männer, die im Gefängnis landeten, bei 30 
%, während es in anderen europäischen Ländern weit unter 10 Prozent waren.[3] 
 
Vor diesem Hintergrund fragen wir die Stadtverwaltung:  
 
1. Welche Kenntnisse hat die Stadt über die Entwicklung von Straftaten mit frauenfeindlichem 
Hintergrund (siehe PKS NRW und PKS Köln 2023) in Köln? 
2. Welche Konsequenzen will die Stadt aus der Zunahme dieser Straftatbestände ziehen?  
3. Gibt es einen Austausch, z. B. mit der spanischen Partnerstadt Barcelona, darüber, welche 
kommunalen Handlungsmöglichkeiten sich in Spanien ergeben haben und ob diese auf 
Köln übertragbar sind?  
 
Mit freundlichen Grüßen 
 
gez. Christian Joisten  
SPD-Fraktionsvorsitzender 
 
 
 
                                                 
[2]  https://www.nzz.ch/international/gewalt -an-frauen-spanien-erlebt-eine-femizidwelle -im-dezember-
ld.1719138 
[3]   https://www.europeandatajournalism.eu/de/cp_data_news/gewalt -gegen -frauen-in-europa/

Beratungsverlauf (1)

24.06.2024 Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern
TOP 1.2 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

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Details

Aktenzeichen
AN/0708/2024
Typ
SPD Anfrage nach § 4
Datum
30.04.2024
Erstellt
30.04.2024 11:48