V/0176/2023
Modellquartiere 1 und 2: Ergebnisse des Werkstattverfahrens
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Anlage_1_Werkstattdokumentation
59971 Zeichen
l
Werkstattverfahren
Modellquartiere am Kinderbachbogen
Steinfurter Straße | Busso-Peus-Straße
Dokumentation (Kurzfassung)
13. und 14. Mai 2022 | 18. Oktober 2022
Stadtplanungsamt – Dezernat für Planung, Bau und Wirtschaft
Münster Modell Quartiere 1|2
Beiträge zur Stadtforschung, Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung 2 / 2023
AUFTRAGGEBERIN
Stadt Münster
Stadtplanungsamt
Albersloher Weg 33
48155 Münster
BETREUUNG + KOORDINATION
FALTIN + SATTLER | FSW Düsseldorf GmbH
Rathausufer 14, D-40213 Düsseldorf
E-Mail: office@fsw-info.de
Internet: www.fsw-info.de
T.: +49(0)211.83.68.980
MODERATION + REGIE
Jörg Faltin, FALTIN + SATTLER | FSW Düsseldorf GmbH
REDAKTION
Stadtplanungsamt Münster:
Mattias Bartmann
Christopher Festersen
Gerd Franke
Prof. Dr. Thomas Hauff
Meike Janssen
Andreas Kurz
René Lutz
gemeinsam mit:
FALTIN + SATTLER | FSW Düsseldorf GmbH
Antje Ehlert, Andreas M. Sattler, Jana Weiss
LAYOUT + GRAFIKEN
FALTIN + SATTLER | FSW Düsseldorf GmbH
FOTOS
Jörg Faltin, FALTIN + SATTLER | FSW Düsseldorf GmbH
Miriam Juschkat Fotografie, Wesel
PLANUNGSGRUNDLAGEN UND LUFTBILDER
(falls nicht anders angegeben)
Stadt Münster
FALTIN + SATTLER | FSW Düsseldorf GmbH
© FSW 2023
Impressum
Inhaltsverzeichnis
Einführung 4
Perspektive 6
Werkstattverfahren 8
Perspektivpläne 18
Handlungsfelder 22
Ausblick 29
Einführung
>> Die Stadterweiterungsareale für das wachsende und erfolgreiche Münster
Münster steht vor der Herausforderung eines hohen
Wachstumsdrucks und ist daher gefordert, auch in den
innerstädtischen Randbereichen neue Flächen für Bau-
landentwicklungen in den Blick zu nehmen. Auf dieser
Grundlage wurde die Entwicklung der neuen urbanen
Modellquartiere an der Steinfurter Straße / Auster-
mannstraße / Wasserweg (Modellquartier 1) und an
der Busso-Peus-Straße / Gievenbecker Weg / Von-Es-
march-Straße (Modellquartier 2) beschlossen. Anlass
für die Entwicklung ist neben der hohen Wohnraum-
nachfrage insbesondere der von den benachbarten Wis-
sensquartieren artikulierte Erweiterungsbedarf. Daraus
resultiert die Notwendigkeit einer räumlichen und funk-
tionalen Vernetzung zwischen dem Ortsteilzentrum
Gievenbeck, den neuen Modellquartieren und der be-
stehenden, östlichen Nachbarschaft des Technologie-
parks, des Naturwissenschaftlichen Zentrums
(NWZplus), der Fachhochschule und weiterer Partner
rund um die Corrensstraße bzw. den Wissensquartieren.
Das übergeordnete Ziel für die Quartiere ist die
Schaffung eines adäquaten Angebots zur Deckung des
in Münster bestehenden erhöhten Bedarfs an Wohn-
und Arbeitsstätten, einschließlich erneuerter, zeit-
gemäßer Gewerbestrukturen. Auf dem über 60 ha gro-
ßen Gesamtareal der Modellquartiere 1 | 2 und nur
wenige Fahrradminuten vom Stadtzentrum entfernt,
soll eine dichte, vitale Mischung aus Wohnen in allen
Facetten, Wissenschaft und Forschung sowie Techno-
logie sowohl im gesamten Quartier als auch nach Mög-
lichkeit in den einzelnen Baufeldern entstehen.
Die urbane Vitalität im Quartier soll durch "lebendige"
Erdgeschosse mit öffentlichkeitswirksamen bzw. stark
frequentierten Nutzungsbausteinen befördert werden.
Der die Quartiere umgebene Landschaftsraum des
Kinderbachbogens soll im Sinne der zu stärkenden
Münsterschen Stadt-Landschaft im Zusammenhang mit
den geplanten städtebaulichen Entwicklung stehen und
neue Qualitäten entfalten. Die beiden neuen Modell-
quartiere 1 | 2 bieten besondere Chancen – mit dem
Kinderbachbogen und den Wissensquartieren direkt an-
grenzend – eine einzigartige Vernetzung von Stadt und
Landschaft herstellen zu können. Auch zusätzlicher
Wohnraum für Studierende ist Teil der Programmierung
sowie ein vielfältiges Angebot für unterschiedliche
Wohnbedürfnisse.
Die vorliegende Dokumentation gibt einen Überblick
über das zwischen Mai und Oktober 2022 durchgeführ-
te Werkstattverfahren zur Entwicklung der neuen Quar-
tiere sowie seine Ergebnisse. Sowohl beim Werkstatt-
verfahren als auch bei den darauf aufbauenden, nachfol-
genden städtebaulich-freiraumplanerischen Wett-
bewerben handelt es sich um informelle Instrumente
der Stadtplanung und Qualitätssicherung, das heißt, sie
sind rechtlich nicht bindend. Erst im Anschluss folgt die
Bebauungsplanung, mit der dann auch die formellen
Rahmenbedingungen für die Realisierung der neuen
Stadtquartiere geschaffen werden.
4 Einführung
Technologie und Wissenschaft in der Nachbarschaft der Modellquartiere
Einführung
5
Luftbild des Betrachtungsraums und der Modellquartiere 1 | 2
Modellquartier 1
Steinfurter Straße
Modellquartier 2
Busso-Peus-Straße
Perspektive
Perspektive
>> Die Kernfragen zu einem Vorbildprojekt für Münster
Die Erarbeitung einer robusten Zukunftsvision für die in-
nenstadtnahen Areale kann nur in kooperativen und
partizipativen Prozessen entstehen. Aus diesem Grund
wurden bürgerinnen- und bürgernahe Beteiligungs-
möglichkeiten angeboten, welche von zahlreichen Ex-
pertinnen und Experten aus den Bereichen Stadt-
planung, Städtebau, Stadtsoziologie, Mobilität, Sied-
lungswasserwirtschaft, Energien, Architektur und Land-
schaftsplanung begleitet wurden, um den Prozess mit
ihrer Expertise zu bereichern. Vorrangig profitiert der
Prozess jedoch von den Beiträgen der Bürgerschaft aus
den Quartieren sowie der interessierten Stadtgesell-
schaft.
Folgende Kernfrage steht im Fokus der Quartiersent-
wicklung:
6
Die Modellquartiere 1 | 2 im städtischen Gefüge
Die Appelbreistiege: Früher wichtige Handelsroute - heute zentrale Radwegeverbindung zwischen der Innenstadt und Gievenbeck
Perspektive
Kernfrage: Wie kann hier neues urbanes Leben und
Arbeiten gestaltet werden?
Modellquartier 1
Rund 1.800 bis 2.300 neue Wohnungen sowie 600 Stu-
dierendenapartments für insgesamt etwa 5.000 bis
6.500 Bewohnerinnen und Bewohner könnten hier ent-
stehen – ein erheblicher Beitrag zur Entlastung des an-
gespannten Münsterschen Wohnungsmarktes. Das al-
lein wäre schon wichtig genug. Doch die besondere Be-
deutung und die Zukunftsfähigkeit des Münster Modell-
quartiers 1 liegt in einer weiteren Qualität: Hier wird
das Wohnen verknüpft mit Arbeiten, Technologie und
Wissenschaft. So könnten rund 4.700 neue Arbeitsplät-
ze innerhalb des neuen Stadtquartiers entstehen.
Modellquartier 2
Zwei Herausforderungen treffen hier aufeinander. Zum
ersten: die Wissenschaftsstadt Münster nebenan. Ins-
besondere für den bestehenden Wissenschaftspark zwi-
schen Orléans-Ring und Busso-Peus-Straße werden hän-
deringend Erweiterungsflächen gesucht. Zudem liegt
das Zentrum von Gievenbeck gut erreichbar in direkter
Nähe des neuen Münster Modellquartiers. Das Quartier
bietet die Chance den Brückenschlag zwischen diesen
beiden Bereichen durch ein neues Stück Stadt herzu-
stellen.
Zum zweiten: Das wachsende Münster braucht drin-
gend mehr Wohnraum, insbesondere auch für Studie-
rende und Beschäftigte des Hochschulbereichs. Die Ant-
worten auf beide Herausforderungen intelligent mit-
einander zu verknüpfen – das ist von entscheidender
Bedeutung für die Zukunft der gesamten Wissenschafts-
stadt Münster.
Rund 600 neue Wohnungen und zusätzlich 300 Studie-
rendenapartments für etwa 1.800 Bewohnerinnen und
Bewohner könnten hier entstehen – ebenfalls ein erheb-
licher Beitrag zur Entlastung des Münsterschen Woh-
nungsmarktes.
Ein Schwerpunkt der Quartiersentwicklung soll auf der
Ansiedlung neuer forschungs- und wissenschaftsbasier-
ter sowie weiterer dienstleistungsorientierter Arbeits-
plätze – in Summe etwa 2.500 – liegen.
7
Wasserweg als Landschaftselement des Modellquartier 1
Wohnen im Zentrum Gievenbecks in Nähe des Modellquartiers 2
Die Stadt Münster führte von April bis November 2022
ein Werkstattverfahren mit der Bürgerschaft sowie ex-
ternen und lokalen Expertinnen und Experten als Vor-
bereitung der weiteren Planungsschritte, insbesondere
der nachfolgenden Wettbewerbe, durch.
Wie sieht ein vorbildliches Mobilitätskonzept aus? Wel-
che neuen Wohnformen und Mischnutzungen mit Ar-
beitsstätten und urbaner Produktion sind denkbar? Was
ist wichtig für ein gut funktionierendes Zusammenleben
in den Quartieren? Und wie gelingen trotz Verdichtung,
Umwelt- und Klimaschutz?
Für diese und weitere Fragen wurden gemeinsam mit al-
len Interessierten Lösungsansätze gesucht.
Plansichtung zum Werkstattauftakt
Werkstattverfahren
>> Die Mitwirkung der Bürgerschaft
Modellquartier 1 Steinfurter Straße
Modellquartier 2 Busso-Peus-Straße
8 Werkstattverfahren
Pause während der konzentrierten Werkstattarbeit
In einer ersten digitalen Beteiligungsphase, die im April
2022 startete und somit noch vor dem öffentlichen
Werkstattauftakt im Mai lag, konnten Anregungen per E-
Mail übermittelt werden. Diese dienten als Input für die
folgende Arbeit in den vier Werkstattgruppen. Beteiligt
wurde zu verschiedenen Leitthemen, die den vier Werk-
stattgruppen zugeordnet gewesen sind:
Öffentlicher Raum & Mobilität
Hierzu erfolgten Anregungen und konkrete Wegevor-
schläge dahingehend, ein gut strukturiertes Fuß- und
Radwegenetz zu entwickeln, welches die Quartiere mit
dem Bestand verbinden solle. Darüber hinaus sind Maß-
nahmen zur Förderung einer zukunftsorientierten Mobi-
lität vorgeschlagen worden: Zufußgehende- und Fahr-
radfahrerinnen und -fahrer sollen im Quartier Vorrang
haben, Quartiersgaragen dezentral verteilt werden, Car-
und Lastenrad-Sharing-Angebote etabliert sowie E-La-
destationen vorgesehen und generell das Kfz so weit
wie möglich aus dem Quartier herausgehalten werden.
Innovation & Urbanes Arbeiten
Zur Versorgung der neuen Bewohnerinnen und Bewoh-
ner wurde ein Markthallenkonzept vorgeschlagen in
fußläufiger Entfernung zum Technologiepark 1, in dem
kleinteilige Einzelhandels- und Streetfoodangebote auf-
genommen werden sollen. Das urbane Arbeiten wird
auch mit urbaner Produktion in Verbindung gebracht,
die ein identitätsstiftendes Element für die Bürgerinnen
und Bürger Münsters darstellen könne. Als ein innovati-
ves Element wird eine eigene Quartiersapp vorgeschla-
gen, um alle Belange des vielfältigen Zusammenlebens
im Quartier zu vereinfachen sowie auch zur Gemein-
schaftsbildung beizutragen.
Vielfalt & Zusammenleben
Als Ideen, die die Vielfalt und das Zusammenleben im
Quartier befördern können, werden Gemeinschaftsgär-
ten mit freien und barrierefreien Zugängen, offene
Sportanlagen (z.B. Speckbrettfelder) und ein Stadtteil-
haus als „Quartiers-Anker“ vorgeschlagen. Hinsichtlich
der Wohnformen sollte auf eine gute Durchmischung
gesetzt werden, bei der auch gemeinschaftliche Wohn-
konzepte berücksichtigt werden sollen.
Landschaft & Nachhaltigkeit
Die Qualität des Freiraums in der direkten Umgebung
der zukünftigen Quartiere wird als Alleinstellungsmerk-
mal angesehen, welches es zu schützen sowie zu erhal-
ten gilt. Die Qualifizierung entlang des Kinderbachtals
als Erholungsfläche wird in diesem Zusammenhang als
zielführend erachtet. Der Zugang zu dieser gesundheits-
fördernden Umgebung müsse gerecht ermöglicht wer-
den. Dafür brauche es auch freizuhaltende Möglich-
keitsräume, demokratische Verfahren und eine integra-
tive Planung. Die Quartiere müssen klimaneutral sein.
Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern und eine Behei-
zung durch Geothermie seien dafür notwendig, ebenso
wie ein möglichst geringer Ressourceneinsatz bei Bau-
materialien, die nachhaltig und recycelbar sein sollen.
9Werkstattverfahren
Digitale Beteiligung als Input zur Werkstattarbeit
Gut besuchte Plenumsveranstaltung in der Schulaula
Das Werkstattwochenende Mitte Mai war der Vorberei-
tung und Orientierung sowie der Arbeit in themati-
schen Gruppen gewidmet. Insgesamt kamen am 13. und
14. Mai im Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in Gieven-
beck mehr als 100 Personen zusammen, um eine Be-
standsanalyse und erste Ideen für die über das Land-
schaftsband des Kinderbachbogens verbundenen Area-
le der Quartiere Steinfurter Straße und Busso-Peus-Stra-
ße zu sammeln. Unter ihnen Anwohnende, interessierte
Bürgerinnen und Bürger, Vertreterinnen und Vertreter
aus Politik und Verwaltung sowie Akteurinnen und Ak-
teure aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.
Nach einer intensiven Arbeitsphase präsentierten alle
vier Gruppen ihre zentralen Erkenntnisse und Ergebnis-
se. Diese wurden auf den folgenden Seiten für Sie zu-
sammengefasst.
Als Vorbereitung auf die Werkstattarbeit diente eine ge-
führte Radtour durch die Quartiere, um den Teilneh-
menden einen Eindruck der Gegebenheiten vor Ort zu
vermitteln und den Austausch über Potenziale, aber
auch Hürden und Herausforderungen der Quartiere an-
zuregen.
Der Landschaftsarchitekt Andreas Kipar zeigte in seinem
Impulsvortrag auf, dass neue Entwicklungen von der
Landschaft aus zu denken seien. Landschaft verbinde, ist
Möglichkeitsraum, vielseitig, dynamisch und schützens-
wert. Den Raum aus der Landschaft zu erfassen und zu
prägen sei entscheidend, um Qualitäten in einem neuen
Stadtquartier zu bewirken. Die neuen Stadträume müs-
sen folglich grün, lebendig, offen und mit den anderen
angrenzenden Teilen vernetzt sowie sicher und komfor-
tabel sein.
Der Architekt Johannes Tovatt aus Stockholm berichtete
ergänzend davon, dass städtebauliche Grundstrukturen,
welche flexibel und robust auf Veränderungen reagieren
können und den öffentlichen Raum, die Landschaft und
die Architektur in Einklang bringen, lebenswerte Räume
erzeugen. Entscheidend sei außerdem, dass die Bewoh-
nerinnen und Bewohner sich im Quartier gut zu Fuß be-
wegen können. Wenn die Ränder des Quartiers zusätzl-
ich noch weiche Kanten aufweisen und eine Durchläs-
sigkeit schaffen, entstünden lebenswerte, inklusive und
lebendige Stadträume.
Der Fokus des Wochenendes lag anschließend auf der
Arbeit in vier thematischen Werkstätten. In den Grup-
pen „Öffentlicher Raum & Mobilität“, „Urbanes Arbei-
ten & Innovation“, „Vielfalt & Zusammenleben“ und
„Landschaft & Nachhaltigkeit“ haben die Teilnehmen-
den intensiv diskutiert und am städtebaulichen Arbeits-
modell skizziert, wie die Quartiere zukünftig aussehen
könnten.
Die erarbeiteten Grundlagen und Ideen flossen jeweils
in einen zusammenfassenden Perspektivplan für das
entsprechende Plangebiet rund um den Landschafts-
raum ein. Diese wurden der Öffentlichkeit am 18. Okto-
ber 2022 präsentiert.
10
Werkstattwochenende – DIALOG 1 & 2
„Die Qualität, welche am Ende in den Modellquartieren sichtbar und
erlebbar sein wird, kann ganz entscheidend über das kluge Prozess-
design – durch gute Vorbereitungen und Qualitätssicherungen – ge -
prägt werden. Hierbei steht der Prozess auch für `Wir machen Stadt´
und `Wir sind Münster´ mit der intensiven Einbindung der Bürgerschaft.“
Robin Denstorff, Stadtbaurat der Stadt Münster
Werkstattverfahren
11
Impulsvortrag Johannes Tovatt – Stockholm als Vorbild
Mit dem Fahrrad in 15 Minuten in die Modellquartiere 1 | 2
Modellbau Arbeiten
Werkstattverfahren
Das Plädoyer für eine modellhafte Entwicklung der
Modellquartiere 1 und 2 fiel klar zukunftsgerichtet aus.
Das Team war sich darüber einig, dass die Fußgänger-
innen- sowie Fußgängerbewegungen mit entsprechen-
den Erlebniszonen zuerst vorausgedacht und vorberei-
tet werden müssen. In Kombination mit der Münstera-
ner Besonderheit des hohen Anteils des Radverkehrs am
Modal Split könne ein Geflecht attraktiver Verbindungs-
linien und öffentlicher Räume entstehen. Im Mittel-
punkt der vorgestellten Ideen steht auch ein klares Be-
kenntnis zu einer Stärkung des ÖPNV und einer eigenen,
inneren Erschließungsoption als „Herzstück“, z. B. nur
für Busse mit modernster Antriebstechnologie mit eige-
nen Haltepositionen im Modellquartier 1.
Die Haupterschließung könnte von der Austermann-
straße bis nach Norden zum Kreuzungspunkt „Wilking-
hege“ geführt werden. Die dort vorhandene Mobilstati-
on sollte zu einem gesamtstädtisch bedeutsamen Mobi-
litäts-Stationen zur Vernetzung aller Verkehrsarten qua-
lifiziert werden. Entlang der Steinfurter Straße ist gar ein
Metro- bzw. Schnellbussystem eine willkommene Opti-
on, um auch aus dem regionalen Umfeld zügig in die
Innenstadt und zum Hauptbahnhof gelangen zu kön-
nen. Auch hiervon könnte das gesamte Modellquartier
1 profitieren. Oberstes Ziel für die innere Erschließung
des Modellquartiers 1 sollte eine Minimierung der MIV-
Bewegungen sein – geschickt verteilte kleine Mobilitäts-
Stationen könnten Reduzierungen der Pkw-Aktions-
radien zugunsten von mehr Lebensqualität in den ge-
mischt genutzten Quartieren ermöglichen.
Auch im Modellquartier 2 steht eine autoarme, fahrrad-
gebundene Vernetzung im Fokus. Die Nähe zum Gieven-
becker Stadtteilzentrum sowie das bedeutsame Land-
schaftselement der Appelbreistiege, das zugleich eine
wichtige Verbindungsfunktion in das Stadtteilzentrum
darstellt, sind ebenso wie das östlich benachbarte For-
schungs- und Wissensquartier wichtige Vorprägungen,
die eine mehr als konsequente Haltung gegenüber kur-
zen Wegen nach Möglichkeit ohne Pkw logisch erschei-
nen lassen.
Für beide Modellquartiere wollte sich das Team noch
nicht auf eine ausschließlich autoarme oder autofreie
Konzipierung festlegen. Doch wurde klar artikuliert,
dass hier die städtebaulich-landschaftlichen Struktur-
überlegungen, mit denen der Mobilität überlagert und
weiter qualifiziert werden müssen. Im Sinne des Teams
sind auch Gedanken von ergebnisoffenen Raum- und
Flächenangeboten wichtig, also eine noch nicht allzu
konkrete Festlegung und Codierung aller öffentlichen
Räume, um auch auf zukünftige Änderungen noch ange-
messen reagieren zu können.
Team 1: Öffentlicher Raum & Mobilität
Moderation: Prof. Bettina Mons, Bielefeld & Peter Lange, Münster
12
Werkstattverfahren
Werkstattverfahren
Nach Einschätzung des Teams um Dr. Wolfgang Haensch
und seinen Teammitgliedern samt städtebaulicher As-
sistenz von Johannes Tovatt ist es von besonderer Be-
deutung, die beiden Modellquartiere 1 und 2 miteinan-
der zu vernetzen. Der Grünzug des Kinderbaches wird
dabei als wichtige landschaftliche Gemeinsamkeit in der
Mitte beider Quartiere verstanden. Im Blick auf die
Nachbarschaften der Wissensquartiere, die Impuls und
Struktur geben können, wird angeregt, die hier begin-
nenden Aufwertungs- und Stärkungsmaßnahmen als
unverzichtbare Rahmenbedingung zur räumlichen- und
funktionalen Vernetzung zu verstehen und weiter in den
Gesamtprozess zu integrieren. Auch die Verbindungen
hin zum Gievenbecker Zentrum wurden vom Team klar
artikuliert und als gewachsene Nachbarschaft klein-
räumlich herausgearbeitet.
Im Modellquartier 1 zeigt das Team eine klare Haltung
gegenüber dem gesamtstädtisch bedeutsamen Land-
schaftsraum am Wasserweg. Mit Sensibilität und ausrei-
chender Gesamtdimensionierung soll der Raum klar he-
rausgearbeitet werden, auch um die Verbindung in die
Münsterländer Kulturlandschaft prägnant in die Zukunft
überführen zu können. Viele potenzielle Baufelder und
damit die gemischt genutzten Bereiche der neuen
Quartiere könnten gar von dem Landschaftsband am
Wasserweg profitieren. Die Topografie des Geländes er-
möglicht hier eine Orientierung zum Landschaftsraum.
Auch die soziale Infrastruktur (Grundschule / Kitas)
könnte zum Wasserweg orientiert sein.
Ein über die Modellquartiere 1 und 2 hinaus bedeut-
sames Stadtteilzentrum samt Nahversorgung verortet
das Team im südlichsten Abschnitt des Modellquartier 1
an der Austermannstraße. Diese entstehende Struktur
könnte als Vermittler zwischen „alt und neu“ fungieren.
In Bezug auf die Verzahnung der neuen Quartiere mit
den Nachbarschaften macht das Team in Form einer
punktuellen Offenheit hin zur Steinfurter Straße einen
weiteren mutigen Vorschlag. Gleichwohl muss der
Lärmeintrag der Bundesstraße in das Modellquartier 1
durch geeignete Maßnahmen verhindert werden.
Die Idee zeigt einen innovativen Umgang mit dem
Stadtentree und der zukünftigen Silhouette, die nicht
ausschließlich über dominante Gebäudestrukturen ge-
prägt sein muss. Diese Offenheit bezieht auch die Land-
schaft jenseits der Steinfurter Straße mit ein und ver-
sucht eine Überwindung der Barriere zu schaffen, die
durch die Bundesstraße besteht.
13
Team 2: Urbanes Arbeiten & Innovation
Moderation: Dr. Wolfgang Haensch, Köln & Johannes Tovatt, Stockholm
Eindrücklich präsentieren Prof. Dr. Petra Teitscheid und
Nadine Radtke gemeinsam mit Svenja Hennig, dass bei-
de Modellquartiere „vom Menschen aus“ gedacht und
dazu strukturell vorbereitet werden müssen. Innerhalb
der Quartiere werden Bereiche „für das ganze Leben“
der dort zukünftig wohnenden und arbeitenden Men-
schen entstehen. Zentrale Orte, die Identität stiften, Ge-
meinschaften fördern und zu Mittelpunkten u. a. über
soziale- oder kulturelle Angebote avancieren können,
sind erklärtes Hauptziel. Die gute und weiter zu quali-
fizierende Verzahnung mit den bestehenden Wissens-
quartieren wird dabei eine wichtige Rolle spielen. Die
Potenziale der Nachbarschaft gilt es zu nutzen – eine
gute Verwebung ist obligatorisch – denn neue Stadträu-
me müssen miteinander kommunizieren, besonders
dann, wenn die entstehenden Strukturen große Flächen
umfassen wie auch in den Modellquartieren.
Zudem sollten diese Strukturen modellhaft nachhaltig
geplant und realisiert werden. Multifunktionale Stadt-
räume und das Zusammenbringen wichtiger Frequenz-
bringer wie z.B. Kitas, Cafés, Gemeinschaftsgebäude,
Lehr- und Kulturräume, Schulen und Galerien / Ateliers,
Co-Working Bereiche, aber auch die klassischen Arbeits-
formen rund um Wissenschaft, Technologie und For-
schung müssen ein lebendiges Gefüge ergeben. Das
wird gruppenintern als eine der größten Herausforde-
rungen für die Modellquartiere insgesamt angesehen.
Flexibilität und Aneignung stehen bei den Freiräumen
weit vorne im Zielkatalog und auch die Nutzung des
vorhandenen Knowhows und des Engagements beste-
hender Nachbarschaften können wichtige Partner und
Impulsgeber für die neuen Entwicklungsflächen der Mo-
dellquartiere 1 und 2 sein.
Das Stadtentrée entlang der Bundesstraße 54 sollte
markante Gebäude mit klarer Adressbildung und Lärm-
schutzfunktion zulassen können. Zum Landschaftsband
am Wasserweg ist aus Sicht des Teams vorstellbar mehr
Wohnen mit einer Öffnung zum Grün entstehen zu
lassen.
Das Vordenken und spätere Management der unter-
schiedlichen Entwicklungsphasen und die Prozess-
gestaltung insgesamt sind zudem eine essentielle Auf-
gabe für ein Gelingen des Modellhaften. Dabei werden
auch kleinräumige Angebote zur Identitätsbildung un-
ter Einbezug der Bevölkerung erst den Erfolg bringen
können.
Team 3: Vielfalt & Zusammenleben
Moderation: Prof. Dr. Petra Teitscheid, Münster & Nadine Radtke, Berlin &
Svenja Hennig, Köln
14 Werkstattverfahren
15
In diesem Team wurde insbesondere das Potential des
vorhandenen Naturraumes und die Notwendigkeit ei-
ner nachhaltigen sowie klimafreundlichen Entwicklung
diskutiert. Moderator Matthias Rammig und die Land-
schaftsarchitekten des Büros LAND Srl berichteten, dass
neben den Wallhecken und dem Kinderbach auch die
Ränder des Modellquartier 1 als schützenswerte Berei-
che erfasst wurden und als blaugrüne Magistralen ver-
standen werden sollten (Steinfurter Straße und Wasser-
weg). Dies ist eine Idee, die nach den Vorstellungen des
Teams "mutig weitergeführt werden könnte". Ein Grün
anmutender „Puffer“ zur Steinfurter Straße wird als
schallschützendes Element vorgeschlagen. Die vorhan-
dene Topographie im Gebiet ist prägend, es sollte mit
dem Gelände gearbeitet werden. Die vermutete Anhö-
hung im Mittelpunkt des Modellquartier 1 könnte iden-
titätsstiftend wirken und eventuell auch ein mögliches,
bebautes Zentrum des neuen Quartiers werden.
Der Kinderbach-Grünzug verbindet auch die beiden
Plangebiete der Modellquartiere 1 und 2. Das Gelände
wurde durch frühere Eindämmungsmaßnahmen stark
beschnitten und sollte entsprechend geöffnet werden.
Modellquartier 2 ist gekennzeichnet durch die Nähe zu
Gievenbeck und durch verschiedene Nachbarschafts-
bezüge über die Busso-Peus-Straße hinweg. Insbeson-
dere die geplante begrünte Durchwegung im Wissen-
schaftspark sollte im Modellquartier 2 weitergeführt
werden. Das Verbindungsgelenk zwischen Modellquar-
tier 1 und 2 könnte als verzahnender Landschaftraum
definiert werden, um eine Überbauung langfristig zu
vermeiden. Grün wird folglich nicht als artifizielles Ele-
ment, sondern als Ökosystemdienstleistungen verstan-
den. Biodiversität soll überall in den Modellquartieren
einen Platz finden – auf Dächern, an Fassaden, in „öko-
logischen Trittsteinen“.
Die Auswirkungen der neuen Modellquartiere auf die
Umwelt müssen minimiert werden. Aus Sicht des Teams
hat die Zielsetzung oberste Priorität, klimapositive
Quartiere zu generieren, die mehr CO2-Emissionen auf-
nehmen, als sie erzeugen. Hierfür wird Tiefengeother-
mie angedacht, die auch als baulich sichtbares Zeichen
„eines Kraftwerkes der Zukunft“ verstanden und plat-
ziert werden könnte. Die Prinzipien des klimagerechten
Bauens müssen bei der späteren Realisierung Berück-
sichtigung finden (Ausrichtung zur Besonnung, adäqua-
te Abstände und Höhenentwicklung für Tageslicht und
natürliche Durchlüftung). Lokale Energieerzeugung,
-verschiebung und -speicherung sollte obligatorisch in
einem Modellquartier sein.
Die beiden neuen Modellquartiere sollen klimasensibel
sein, sprich auf die Folgen des Klimawandels angepasst
sein. Die Hauptwindrichtung aus Südwest erfordert eine
Durchlässigkeit der Quartiere für eine gute Durchlüf-
tung und zur Minimierung der Überhitzung im Sommer.
Am Wasserweg wird ein Kaltluftentstehungsgebiet ver-
mutet, das gestärkt werden sollte. Wasser ist zudem
eine Ressource, die lokal zurückgehalten (dann entwe-
der durch Evaporation und Transpiration verdunstet
oder zeitversetzt abgeleitet werden kann) und genutzt
werden sollte (Pflanzenbewässerung und Grauwasser-
nutzung). Der Wasserhaushalt der Kulturlandschaft
muss dabei berücksichtigt werden.
Die Nachbarschaft ist für das Quartier identitätsstiftend.
Es werden „geheime Räume“ für Kinder, inklusive Be-
gegnungsstätten, Kulturangebote, eine gute Durch-
mischung und damit bezahlbarer Wohnraum für „alle“
gewünscht.
Team 4: Landschaft & Nachhaltigkeit
Moderation: Matthias Rammig, Stuttgart & Prof. Andreas Kipar, Mailand
Werkstattverfahren
16
Ideensammlung Modellquartiere 1 | 2
Die Beitragsübersicht aller 4 Werkstatt-Teams vom 13. und 14. Mai 2022
Werkstattverfahren
Mobilitäts-Stationen
17Werkstattverfahren
sanfte Mobilität
Perspektivpläne
Die Zusammenfassung der Ergebnisse im Überblick
Aus den Ergebnissen der Werkstattarbeit am 13. und 14.
Mai 2022 sowie den Anregungen und Ideen aus der ers-
ten Online-Beteiligung hat das Büro FALTIN+SATTLER
aus Düsseldorf zwei Perspektivpläne für die neuen Quar-
tiere erstellt. Sie bilden die Grundlage für die folgenden
städtebaulichen Wettbewerbe und geben vor, in welche
Richtung die Entwicklung gehen soll, indem sie Hand-
lungsräume und ihre Funktionen definieren. So geben
sie etwa einen Überblick über mögliche Nutzungsvertei-
lungen innerhalb des Quartiers, zeigen auf, wo Vernet-
zungen mit der umgebenden Landschaft entstehen
könnten, und schlagen u.a. einen Standort für ein Quar-
tierszentrum vor.
Hohe Priorität für die weiteren Planungen beider Mo-
dellquartiere hat es, die bestehenden Erholungsflächen
zu schützen und die städtebaulichen Strukturen mit-
einander zu verbinden sowie Schritt für Schritt neue
Nutzungen zu ergänzen. Wie dieses Miteinander aus Alt
und Neu aussehen kann, wurde im Rahmen des Werk-
stattverfahrens intensiv erörtert.
Für die zwei Quartiere sind im Werkstattverfahren un-
terschiedliche Schwerpunktthemen gesetzt worden:
Während auf dem ca. 50 ha großen Areal an der Stein-
furter Straße dringend benötigter Wohnraum, neue Ar-
beitsplätze und Versorgungsangebote geschaffen wer-
den sollen, liegt der Fokus beim rund 18 ha großen
Quartier westlich der Busso-Peus-Straße auch auf Wis-
senschaft, Forschung und Bildung inkl. einer Erweite-
rung der Waldorfschule sowie studentischem Wohnen.
Die Perspektivpläne schlagen beispielsweise neue Bau-
felder für ein urbanes Leben, Wohnen und Arbeiten ein-
schließlich verbindender Grünstrukturen in den Quar-
tieren sowie neue Aufenthaltsräume und Standorte für
neue Mobilstationen zur besseren Vernetzung der Quar-
tiere vor. Zentrales Ergebnis der Werkstattarbeit war zu-
dem der Wunsch, die Qualität des Kinderbachbogens
als grüne Mitte zwischen den Modellquartieren 1 und 2
zu erhalten und weiter aufzuwerten. Das Wohnen und
Arbeiten soll zusammen eine gute Mischung erzeugen
und näher aneinanderrücken. Monostrukturen sind
folglich nicht gewünscht, denn eine bestmögliche Mi-
schung an Funktionen und Nutzungen ist ein erklärtes
Ziel. Die Perspektivpläne tragen auch der Notwendig-
keit zur Schaffung von Mischung durch die Integration
sozialer Infrastrukturen, Wohnangeboten sowie Wissen-
schaft und Arbeit Rechnung. Die Modellquartiere sol-
len jeweils eine eigene Qualität und Identität erlangen
und eine adäquate Vernetzung mit dem Bestehenden
aufweisen.
Entstehen sollen Quartiere mit Modellcharakter, die in
puncto Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Vielfalt und Mobili-
tät neue Maßstäbe setzen. Sie sollen bezahlbaren
Wohnraum und Raum für neue Wohnformen bieten,
nutzungsgemischt sowie autoarm bzw. in weiten Teilen
autofrei sein. Dem öffentlichen Raum wird als Ort für
Begegnung eine zentrale Rolle zugeschrieben. Ziel ist es,
über eine attraktive Freiraumgestaltung die Klimaresi-
lienz der neuen Quartiere zu stärken. Die Erholungs-
und Freiraumqualität soll in der Planung eine wichtige
Rolle spielen und bis tief in die Quartiere hinein erleb-
bar gemacht werden. Vor allem aber sollen sowohl Pla-
nung als auch die Quartiere selbst flexibel sein, um auf
künftige Veränderungen in der Lebens- und Arbeitswelt
reagieren zu können.
18 Werkstattverfahren
19Werkstattverfahren
TEAM 1
Öffentlicher Raum &
Mobilität
TEAM 2
Urbanes Arbeiten &
Innovation
TEAM 3
Vielfalt &
Zusammenleben
TEAM 4
Landschaft &
Nachhaltigkeit
Die Ergebnisse der 4 Teams
Perspektivplan Steinfurter Straße
Stand 18. Oktober 2022
Modellquartier 1
20 Werkstattverfahren
21Werkstattverfahren
Perspektivplan Busso-Peus-Straße
Stand 18. Oktober 2022
Modellquartier 2
Die Perspektivpläne formten sich aus der Zusammen-
führung der gesammelten Ideen der Werkstatt, den On-
line-Beteiligungen und den Empfehlungen des Strate-
gieteams. Das Strategieteam setzte sich aus dem Stadt-
baurat, Fachplanern und -planerinnen sowie Sachkundi-
gen zusammen, welche als begleitendes Expertinnen- /
Expertengremium den Prozess gestalteten.
Im Strategieteam für die Modellquartiere 1 | 2 haben
mitgewirkt:
– Robin Denstorff, Stadtbaurat der Stadt
Münster
– Christopher Festersen, Leiter des Stadtpla-
nungsamtes Münster
– Prof. Kunibert Wachten, scheuvens+wachten
plus - Impulsgeber Städtebau
– Prof. Jörg Aldinger, AldingerArchitekten- Im-
pulsgeber Nachhaltigkeit + Architektur
– Prof. Tim Rieniets, Institut für Entwerfen und
Städtebau Leibniz Universität Hannover - Im-
pulsgeber Stadtentwicklung + Modellcharakter
– Dr. Dietmar Erber, Vorsitzender Ausschuss für
Stadtplanung und Stadtentwicklung
– Dr. Robin Korte, ehem. Vorsitzender Ausschuss
für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen
– Andrea Blome, Vorsitzende Ausschuss für Ver-
kehr und Mobilität
– Jörg Faltin, Düsseldorf FALTIN+SATTLER und
weitere Teammitglieder
Richtungsweisend für die städtebaulichen Wettbewer-
be sind ebenfalls die vom Strategieteam formulierten,
den Perspektivplan ergänzenden Handlungsfelder. Die-
se wurden vom Strategieteam für die beiden Modell-
quartiere 1 | 2 als inhaltlicher Leitfaden wie folgt kon-
zipiert und stellen eine Würdigung der Ergebnisse des
Öffentlichkeitsbeteiligungsprozesses dar:
22
Handlungsfelder
>> Die zentralen Ergebnisse des Strategieteams
Werkstattverfahren
Das Strategieteam als wichtiges Steuerungsgremium
Anspruch: neue Standards für soziale, grüne und pro-
duktive Münster Modellquartiere
Lokale Identität: Entwicklung eines eigenen Charakters
und einer Quartiers-DNA, Berücksichtigung der unver-
wechselbaren Spuren der Standorte
Urbane Sukzession: kluge Prozessgestaltung - flexibles
und robustes Konzept mit animierender Bildsprache,
Offenhalten von Flächen für Entwicklungen und multi-
codierter Flächen zur Erhöhung der Flexibilität
Nachhaltigkeit: positive Klimabilanz, Gebrauchs- und
Raumqualitäten durch konsequente Autoreduzierung,
Sicherung von Biodiversität und Wassersensibilität, so-
ziale Ausgewogenheit
Vielfalt: konsequente Mischung der Nutzungen in den
Modellquartieren, auch bei Forschungs- und Techno-
logienutzungen, Entwicklung unterschiedlicher Ange-
bote des Wohnens und Arbeitens, mehrfach nutzbare
öffentliche Räume, breites Spektrum von Rechts- und
Nutzungsformen
Siedlungsrand: die „Westseite“ der Stadt ist eine Mem-
bran. Die Landschaft hat einen typischen Charakter, der
Bezug hierzu muss in den Quartieren erkennbar sein
Verflechtungen: Vernetzungen mit der östlichen Nach-
barschaft „in die Tiefe der Wissensquartiere“
Wasserweg: Lebensader in die Kulturlandschaft, kleine
Strukturen der Höfe erhalten und sensibel / kleinteilig
arrondieren
Stadtentrée: Steinfurter Straße Barrierewirkung redu-
zieren, keine „Mauer“ aus Gebäuden, spezielle Gebäu-
detypologie – auch „Brückensprung“ zur Landschaft
Nordost
Management von Stadt: soziales Konzept ist gefordert.
Realisierungs-Management mit Klärung von Eigentums-
fragen. Dauer-Steuerungsaufgabe mit ca. 5-jähriger Re-
flexion. Dynamischer, veränderungsfähiger Masterplan
Klimaneutralität: Entwicklungen der Klimaveränderung
antizipieren und nicht nur negative Entwicklungen mil-
dern: weitreichenderer Beitrag nötig. Die Modellquar-
tiere gründen auf ein Nachhaltigkeitsmanifest und sind
klimapositiv
Biodiversität: Quartiere nicht nur für Menschen, Le-
bensraum für Flora- und Fauna mit möglichst hoher Ar-
tenvielfalt als zeitgemäße Verpflichtung verstehen, städ-
tische Strukturen sind Lebensraum
Gemeinwohl: Orientierung an dem Lebenszyklus der
Bewohnerschaft: Vielfalt und Zusammenhalt. Soziales
Konzept, Anpassungen als Selbstverständlichkeit
Öffentlicher Raum: kein klassischer Straßenraum mehr,
Begegnungen im Fokus. Automobile komplett verban-
nen aus dem Gefüge erlebbarer, öffentlicher Räume
Mobilität: autoarmes Gesamtkonzept, nicht jede Adres-
se ist für Pkws erschlossen! Neben 1-2 „größeren“ Mobi-
litäts-Stationen auch dezentral als Teil der Mikro-Quar-
tiere: Nachbarschaften mit „Kümmerern“ (Rad / Lasten-
rad / Elektromobilität mit Ladestationen etc.). Minimum
Stellplatzschlüssel. Rückbauoptionen von Quartiers-
garagen (rohe Strukturen) mitdenken
Technologie und Forschung: Hybridquartiere fördern,
Abschotten / Zonierungen verhindern, normales Stück
Stadt (Wohnen und Arbeiten auf engem Raum) Wissen-
schaft mit Wohnen. Komplexere Strukturen durch Sta-
pelung oder kleinmaßstäbliche Cluster unterschiedli-
cher Nutzungen. Große Flexibilität, um Transformatio-
nen in der Lebens- und Arbeitswelt begleiten zu können
Flexibilität: Weiterentwicklungen ermöglichen, nicht al-
les städtebaulich „durch-codieren“ – offenhalten von
Optionen für sich ändernde Bedingungen (auch in zen-
tralen Bereichen, nicht nur an „Rändern“), wichtige Set-
zungen erst, wenn Leben eingekehrt ist
23Werkstattverfahren
24 Werkstattverfahren
Stadtparterre: Erdgeschoss-Aktivierungen (flexible
Überraumhöhen) fördern, für die gewünschte Nut-
zungsmischung unverzichtbar. Management nach dem
Wiener Vorbild (soziale Infrastrukturen + Kultur / Nah-
versorgung + Gastronomie / Gemeinschaftsangebote
inkl. Sport) als Umsetzungsstrategie. Alle Erdgeschosse
haben eine Geschosshöhe von 4,00 bis 5,00 Metern zu
wichtigen öffentlichen Räumen hin / zum zentralen Be-
reich
Quartierszentrum: durchgängig urban und gemischt
genutzt an favorisierte Stelle an der Austermannstraße
im Modellquartier 1 auch zur Versorgung der Nachbar-
schaften der Wissensquartiere und der Nachbar-Wohn-
quartiere (heute nahezu unversorgt). Auch: Marktplatz
als Motiv und Anspruch.
Der Kinderbachbogen als Verbindungselement
Skizze Jörg Faltin | FALTIN+SATTLER
Die Präsentation der Handlungsfelder und der Perspek-
tivpläne der Modellquartiere 1 und 2 bildeten den Ab-
schluss des Werkstattverfahrens. Im Rahmen der Ver-
anstaltung am 18. Oktober 2022 im Freiherr-vom-Stein-
Gymnasium informierte eine Ausstellung über die Er-
gebnisse dieser Werkstattarbeit. Der Abend endete mit
drei bildreichen Vorträgen. Den Anfang machte Jörg Fal-
tin (FALTIN+SATTLER Düsseldorf) mit der Zusammenfas-
sung der gemeinschaftlich erarbeiteten Ergebnisse und
einem kurzen Exkurs über städtebauliche Referenzen
aus Stockholm. Die Professorin Janna Hohn aus Frank-
furt am Main teilte mittels einer Liveschalte ihre Erfah-
rungen mit der produktiven Stadt. Der Impulsgeber An-
dreas Kipar lenkte das Thema von der produktiven Stadt
auf das Thema der produktiven Landschaften.
25Werkstattverfahren
Moderator Jörg Faltin | FALTIN+SATTLER im Dialog mit
der Bürgerschaft
Abschlussveranstaltung - DIALOG 3
Janna Hohn inspirierte mit Beispielen der gelebten pro-
duktiven Stadt
Andreas Kipar zur Münsteraner Landschaft von Morgen
26 Werkstattverfahren
Die Perspektivpläne konnten separat voneinander im
Anschluss an die Ergebnispräsentation – DIALOG 3 – on-
line bis zum 13. November 2022 kommentiert werden.
Die Anregungen wurden auch bei dieser Beteiligung di-
rekt den vier Themen – angelehnt an die Werkstattgrup-
penarbeit – zugeordnet.
Im Rahmen dieser zweiten Online-Beteiligung wurde er-
neut deutlich, dass sich die neuen Strukturen im Quar-
tier denen der Umgebung anpassen sollen und neue
Wegeverbindungen in die umgebenden Räume entste-
hen müssen. Eine naturnahe Freiraumgestaltung mit
vielen Bäumen, die Schatten spenden und das Mikrokli-
ma positiv beeinflussen, wird präferiert. Auch die große
Bedeutung des Kinderbachbogens wurde erneut her-
vorgehoben und als Kaltluftschneise und wichtiger Bei-
trag des Stadtklimas identifiziert. Allgemein lässt sich
vernehmen, dass die Menschen sich einen sensiblen
Umgang mit den Schutzgütern Boden, Luft und Wasser
wünschen. Es ging beispielsweise der Vorschlag ein, dass
die beauftragten Landschaftsplanerinnen und -planer
den entstehenden Bodenaushub vor Ort wieder nutzen
könnten, um Landschafträume zu modellieren.
In Bezug auf den Anspruch der Herstellung klimaange-
passter Quartiere, wurde ebenfalls der Verkehr und die
Mobilität thematisiert. Autofreie Zonen, die Vermei-
dung großflächiger sowie ebenerdiger Parkplätze, die
Stärkung des Fuß- und Radverkehrs und des ÖPNV, eine
Verbindung in die Innenstadt sowie mehr Shared-
Spaces wurden angeregt.
Ein Beitrag erinnerte daran, dass die physische Umwelt
und die sozialen Faktoren einen großen Einfluss auf die
individuelle Gesundheit haben. Der Zugang zu gesund-
heitsfördernden Umgebungen müsse gerecht ermög-
licht werden. Neben einer Herstellung einer Zugangs-
und Verteilungsgerechtigkeit müssen außerdem alle an
dem Findungsprozess beteiligt werden, „denn nur so
lässt sich ein gesundheitsgerechtes Viertel gestalten, in
dem alle gleiche Chancen auf Gesundheit haben und
alle gleichberechtigt mitbestimmen können“. Dafür
braucht es auch freizuhaltende Möglichkeitsräume, de-
mokratische Verfahren und eine integrative Planung.
In Bezug auf das gewünschte gemeinschaftliche, genera-
tionenübergreifende, ökologische und durchmischte
Zusammenleben in den Modellquartieren gingen wei-
tere Anregungen ein. So sollen Bildungs- sowie soziale
Einrichtungen nicht isoliert für sich stehen, sondern auf
Interaktion und Gemeinschaft ausgelegt sein. Dadurch
könnten Begegnungsorte entstehen und eine Mischung
unterschiedlicher Nutzungen erbracht werden.
Im Sinne einer sozialgerechten Quartiersentwicklung
wurde außerdem angemerkt, dass die Grundstücksgrö-
ßen, Eigentums- sowie Mietverhältnisse, Wohnformen
und Preisniveaus vielfältig eingeplant werden sollen. Bei
all der Vielfalt solle jedoch auf einheitliche Baumateria-
lien und Gestaltungsaspekte geachtet werden. Bei der
Planung sollten ökologische Materialien wie Holz, Stroh,
Lehm etc. verwendet werden. Kurze Liefer- und An-
fahrtswege sind bei der Materialienwahl ebenfalls wün-
schenswert, sodass ein geringer Ressourcenverbrauch
erreicht sowie der Bedarf an grauer Energie minimiert
wird.
Digitale Beteiligung zu den Perspektivplänen
Die umfangreichen Beiträge der Bürgerschaft
27Werkstattverfahren
Besonderheiten Modellquartier 1 Steinfurter Straße
Mit Blick auf eine angestrebte Mischung solle im ange-
dachten Quartierszentrum des Modellquartier 1 eine
Versorgungsstruktur entstehen, welche eine lebendige
Mitte mit einer hohen Aufenthaltsqualität erzeugt. Vor-
stellbar wäre für einige auch eine Markthalle, welche
Nutzungen wie beispielsweise einen Drogeriemarkt,
Bio-Supermarkt, Bäcker, Post, Eisdiele, Café, Kiosk oder
eine Apotheke unter einem Dach vereint. Gewünscht
sind Orte, an denen u. a. anwohnende Studierende, Leh-
rende, Familien und ältere Menschen zusammenkom-
men können. Generell wird die Entwicklung eines neuen
Nahversorgungszentrums zur Versorgung der bestehen-
den angrenzenden Wohngebiete und Studierenden-
wohnheime als dringend notwendig betrachtet.
Bezogen auf das Thema Mobilität gingen Anregungen
ein, dass das benachbarte Wohnquartier am Gemenweg
nicht durch zusätzlichen Verkehr beeinträchtigt werden
soll, sollten neue Wohneinheiten über den Wasserweg
erschlossen werden.
Es besteht der Wunsch, dass sich die neue Bebauung in
Nähe des Wasserwegs an der Geschossigkeit bzw. Bau-
höhe des Bestands orientiert.
Die Hochspannungsfreileitung im Norden des Gebietes
wird von einigen als Gefahr gesehen und eine Verlegung
der Leitung in den Boden gefordert.
Die digitale Beteiligung machte zudem deutlich, dass im
Sinne eines Quartiers mit vielfältigen unterschiedlichen
Wohnformen auch eine Tiny-House-Siedlung für einen
Teilbereich im Übergangsraum zur Landschaft in Be-
tracht gezogen werden könnte.
Besonderheiten Modellquartier 2 Busso-Peus-Straße
Die Bürgerinnen und Bürger haben sich für das Modell-
quartier 2 die potenziellen Wegeverbindungen genau
angesehen und dahingehend Ideen formuliert. So wird
ein Abzweig auf Höhe des Spielplatzes an der Appelbrei-
stiege in Richtung Norden vorgeschlagen, um eine di-
rekte Radverbindung vom Kreisverkehr Von-Esmarch-
straße über die Appelbreistiege und zum Rudolf-Stei-
ner-Weg sowie zum Wohnquartier Schöppingenweg
auszubilden.
Auch wird auf die Besonderheiten der östlichen Nach-
barschaft hingewiesen. Das Center for Soft Nanoscience
(SoN) ist ein Forschungszentrum, in dem besonders
empfindliche Messungen betrieben werden. Beim Bau
ist besonders auf eine möglichst schwingungsarme Um-
gebung geachtet worden. Schwerer Lastverkehr kann
sich folglich störend auswirken. Deswegen wird eine Er-
schließung des Areals an der im Perspektivplan markier-
ten Stelle kritisch gesehen und stattdessen die Ausbil-
dung eines Fahrradweges in dem Bereich befürwortet.
Zur Belebung des Modellquartiers regen einige an, Flä-
chen auch für Cafés, Restaurants und kleinere Geschäfte
vorzusehen, die als identitätsstiftender Quartiersmittel-
punkt und Begegnungsstätte dienen könnten. Auch
werden Kultur- und Sporteinrichtungen zur Förderung
des Zusammenhalts im Quartier gewünscht.
28 Werkstattverfahren
„Der Beschluss über den Bau des Landschaftsparks Kin-
derbach solle weiterverfolgt werden und prioritär ent-
wickelt werden. Die neu zu schaffenden Wohneinheiten
und Arbeitsplätze erhöhen die Notwendigkeit der
Schaffung dieser Erholungsfläche.“
„Der Wasserweg ist schon jetzt ein grüner Boulevard
für Spaziergänger, Jogger und Radfahrer - dieses Merkmal
sollte herausgearbeitet und verstärkt werden.“
„Ein Supermarkt nahe der vielen Wohnheime wäre
eine sehr gute Erweiterung, da in diesem Umkreis an -
sonsten nur wenig Möglichkeiten zum Einkauf zur Ver-
fügung stehen.“
Stimmen aus dem Netz - Beiträge der Bürgerschaft
„Der Verkehr der Autos an der Austermannstraße sollte
sich nicht erhöhen bzw. verstärken, sondern wün -
schenswerterweise sogar verringern.“
„Es wäre schön in der Umgebung, in der unter anderem
viele Studierende oder Universitätsangehörige aber
auch Familien oder ältere Leute wohnen und arbeiten
Orte zu schaffen, an denen man sich treffen kann. Zum
Beispiel Cafés oder Bänke und Tische im Außenbereich.“
„Fläche und Möglichkeiten schaffen für eine Tiny House
Siedlung“
„Disc-Golf Körbe wären eine tolle Möglichkeit, sich
dort aktiv aufzuhalten. In Münster gibt es noch keine
solche Anlage.“
„Um den Gemenweg und den Wasserweg zu entlasten
könnten autofreie Siedlungen entstehen (ähnlich zur
Weißenburg Siedlung). Parkplätze oder Tiefgaragen
für die neuen Anwohner könnten Richtung Techno -
logiepark oder Steinfurter Straße geschaffen werden.“
„Die Hochspannungstrasse im Modellquartier 1 darf
keine Gefahr für die Menschen im Quartier darstellen,
sodass eine Prüfung zur Führung der Leitung im Unter-
grund wünschenswert wäre.“
„Wichtig fände ich dabei, dass zum Beispiel Grundschule/
Kindergarten/Altenheim/Kulturzentrum Berührungs -
punkte haben und nicht irgendwie verteilt werden,
sondern vielleicht sogar eine gemeinsame räumliche
Schnittmenge haben. Das könnte zum Beispiel eine
gemeinsame Mensa sein, wo Begegnung im Stadtteil
möglich wird, oder ein Park der von allen genutzt wird.“
„Die Planung großzügiger Grünflächen wäre wünschens-
wert. Zudem soll eine gesunde Dichte mit angemessenen
Abstandsflächen entstehen, welche den Charakter des
Wasserwegs nicht beeinträchtigt.“
Dank analoger und digitaler Beteiligung der Bürgerin-
nen und Bürger ist ein großer Speicher an lokalem Wis-
sen und innovativen Ideen entstanden, der eine große
Bereicherung für die nächsten Schritte im Planungspro-
zess darstellt. Auch im Rahmen der zeitnah nachfolgen-
den städtebaulich-freiraumplanerischen Wettbewerbe
soll der intensive DIALOG mit der Stadtgesellschaft fort-
geführt werden, um gemeinsam an überzeugenden
Lösungen für zukunftsfähige Quartiere zu arbeiten.
29Ausblick
Ausblick
>> Wie geht´s weiter?
Räumliche Präzisierungen durch die folgenden Wettbewerbe
TITEL HEFT NR.
Parkraumuntersuchung Altstadt / Hbf. Münster / Westf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1/94
Werkstattbericht Stadtentwicklung Münster 2010, Materialien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .2/94
Dokumentation Kongress, neue Wege für das Rad . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3/94
Radverkehr in Fußgängerzonen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .4/94
Bauleitplanung und Wohnungsbau 1994 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5/94
Verkehrsbericht Münster 1993 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6/94
Verkehrsmittelwahl und ÖPNV-Akzeptanz der Studierenden in Münster . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .7/94
Bauleitplanung und Wohnungsbau 1995 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1/95
Programm fahrradfreundliche Stadt Münster
Gemeinsame Benutzung von Sonderfahrstreifen durch Bus- und Radverkehr . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .2/95
Haushaltsbefragung Münster 1994, Zeitbudget und Verkehrsteilnahme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3/95
Wohnungsbau und Eigenheimbau Wohnwünsche von Wohnungssuchenden und Bauwilligen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .4/95
Parkraumuntersuchung im Universitätssektor der Westfälischen Wilhelm-Universität Münster . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1/96
Optimierung für den Radverkehr an Lichtsignalanlagen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .2/96
Verbesserung der Radverkehrsinfrastruktur im Universitätsbereich / Innenstadtbereich Münster . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3/96
mensch.mobil ´96 Forum für humane Mobilität. Kongressdokumentation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1/97
Nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung - von Rio über Istanbul zur lokalen Agenda . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .2/97
Zeitstrukturen und Stadt. Das Zeitprofil von Münster - Chance für eine nachhaltige Entwicklung!? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1/98
Untersuchung zu Bündelungspotentialen im Wirtschaftsverkehr des Dienstleistungssektors
zum Aufbau einer Branchenlogistik in Münster . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .2/98
Erster Nahverkehrsplan Münster . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3/98
Entwicklungskorridor Hauptbahnhof Albersloher Weg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1/99
Funktionale Stärkung von Stadtteilzentren in Münster . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .2/99
Neues Wohnen im Bestand . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1/2000
Regionaler Wohnungsmarkt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .2/2000
Maßnahmen zur Akzeptanzsteigerung von mobilé - Wahrnehmung und Bewertung der
Mobilitätszentrale Münster . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3/2000
Großflächiger Einzelhandel in Münster . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .4/2000
Wohnbaulandentwicklung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1/2001
Verkehrsbild Münster 2001 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1/2003
Lokale Agenda – Nachhaltigkeitsbericht 2001 /2002 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .2/2003
Einzelhandelskonzept Münster – Leitlinien der räumlichen Entwicklung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1/2004
Betriebliches Mobilitätsmanagement der Stadtverwaltung Münster . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1/2005
Wohnbaulandentwicklung 2005 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .2/2005
2. Nahverkehrsplan Stadt Münster . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1/2006
Das alltägliche Verkehrsverhalten der Münsteraner
Ergebnisse einer Haushaltsbefragung im November 2007 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1/2008
Einzelhandels- und Zentrenkonzept Münster . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1/2009
Attraktiv, generationengerecht, partnerschaftlich
Münsters Handlungskonzept zum Demografischen Wandel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .2/2009
Verkehrsentwicklungsplan Münster 2025 Teil 1: Analyse und Bestand . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3/2009
Monitoringbericht zur Einzelhandelsentwicklung in Münster 2010 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1/2011
Verkehrsverhalten und Verkehrsmittelwahl der Münsteraner
Ergebnisse einer Haushaltsbefragung im Herbst 2013 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1/2014
3. Nahverkehrsplan Stadt Münster . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1/2016
Einzelhandels- und Zentrenkonzept Münster (2. Fortschreibung) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .8/2018
Planungswerkstatt 2030
Dokumentation des Prozesses zur Erarbeitung des Wohnsiedlungsflächenkonzepts . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1/2019
Zukunftswerkstatt Albachten – Zusammenfassung und Ergebnisse . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1/2020
Integriertes Entwicklungskonzept Coerde . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .2/2020
Stadtteilentwicklungskonzept Nienberge / Häger . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3/2020
Stadtteilentwicklungskonzept Handorf, Gelmer, Sudmühle, Mariendorf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1/2022
Stadtteilentwicklungskonzept Hiltrup-Ost . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .2/2022
Neue Stadtquartiere am Dortmund-Ems-Kanal. Theodor-Scheiwe-Straße | Nieberdingstraße |
Am Hawerkamp. Werkstattdokumentation (Kurzfassung) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1/2023
Modellquartiere am Kinderbachbogen, Steinfurter Straße | Busso-Peus-Straße.
Werkstattdokumentation (Kurzfassung) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .2/2023
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Beiträge zur Stadtforschung, Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrs-
planung ISSN 0933-9078
Stadt Münster
Stadtplanungsamt
Albersloher Weg 33
48155 Münster
© 2023 Stadt Münster / FALTIN+SATTLER
Beschlussvorlage
18069 Zeichen
V/0176/2023 V/0176/2023 Öffentliche Beschlussvorlage Betrifft Modellquartiere 1 und 2: Ergebnisse des Werkstattverfahrens Modellquartier 2 - westlich Busso-Peus-Str.: Auslobung eines städtebaulich- landschaftsplanerischen Realisierungswettbewerbs Beratungsfolge 19.04.2023 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Be- hinderungen Anhörung 20.04.2023 Bezirksvertretung Münster-West Anhörung 26.04.2023 Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Verbraucherschutz und Ar- beitsförderung Vorberatung 02.05.2023 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen Vorberatung 03.05.2023 Ausschuss für Verkehr und Mobilität Vorberatung 04.05.2023 Ausschuss für Stadtplanung und Stadtentwicklung Vorberatung 09.05.2023 Ausschuss für Wohnen, Liegenschaften, Finanzen und Wirtschaft Vorberatung 10.05.2023 Hauptausschuss Vorberatung 10.05.2023 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Der Rat nimmt die Dokumentation des Werkstattverfahrens (Anlage 1) zur Entwicklung der Mo- dellquartiere südwestlich Steinfurter Str. und westlich Busso-Peus-Str. zur Kenntnis. 2. Der Rat nimmt das Verkehrs- und Mobilitätsgutachten für das Modellquartier westlich Busso- Peus-Str. (Anlage 2) ebenso wie den aktualisierten Perspektivplan (Anlage 3) als Grundlagen für das anschließende städtebauliche Qualifizierungsverfahren zur Kenntnis. 3. Der Rat beschließt die städtebaulichen (Ziel-) Kennwerte für das Modellquartier Busso-Peus- Straße (gem. der Begründung zu Beschlusspunkt 3.), die auf Grundlage des Werkstattverfahrens konkretisiert wurden und Eingang in das folgende Qualifizierungsverfahren finden werden. 4. Der Rat beauftragt die Verwaltung, als nächsten Schritt ein städtebauliches Qualifizierungsverfah- ren für die Entwicklung des Modellquartiers westlich der Busso-Peus-Straße durchzuführen und Stadtplanungsamt 11.04.2023 Ihr/e Ansprechpartner/in: Herr Lutz Telefon: 492-1261 LutzR@stadt-muenster.de - 2 - V/0176/2023 dafür einen begrenzt offenen, zweiphasigen städtebaulich-landschaftsplanerischen Realisierungs- wettbewerb auf Basis des Entwurfs des Auslobungstextes (Anlage 4) nach der Richtlinie für Pla- nungswettbewerbe (RPW 2013) auszuloben. II. Finanzielle Auswirkungen: Der Rat nimmt zur Kenntnis, dass für die Durchführung des Qualifizierungsverfahrens für das Mo- dellquartier westlich der Busso-Peus-Str. voraussichtlich Kosten in Höhe von brutto 279.700 € (238.000 € Wettbewerbssumme + 41.700 € Verfahrenskosten / Preisrichterhonorare) entstehen. Für die weitere Beauftragung in 2024 zur weiteren Qualifizierung der Ergebnisse des Realisie- rungswettbewerbs sind in der mittelfristigen Ergebnisplanung bereits 220.000 € vorgesehen. Die v. g. Sachentscheidung ist wie folgt zu finanzieren: Teilergebnisplan Nr. Bezeichnung Haush.- jahr Betrag € Bemerkungen Produktgruppe 0901 Stadt- und Regionalentwick- lung, Stadtplanung Zeile 16 Sonstige ordentliche Aufwen- dungen 2023 279.700 2024 220.000 Die zur Finanzierung erforderlichen Ermächtigungen sind im Haushaltsplan 2023 bei der o. g. Pro- duktgruppe veranschlagt. Begründung: Der Rat der Stadt Münster hat am 26. August 2020 die Entwicklung neuer urbaner Stadtquartiere in den Bereichen südwestlich Steinfurter Straße (s. V/0180/2020) und westlich Busso -Peus-Straße (s. V/0417/2020) beschlossen. Mit den Beschlüssen erfolgte die Ausschreibung und Vergabe der Konzeptionierung, fachlichen Betreuung, Moderation und Dokumentation eines Werkstattverfahrens sowie zweier separater sich anschließender Qualifizierungsverfahren. Das Werkstattverfahren ist zwischen April und November 2022 durchgeführt worden und hat die Quartiersentwicklung öffentlichkeitswirksam eingeläutet. Als nächster wichtiger Planungsschritt soll nun auf Grundlage der vorliegenden Vorlage ein Beschluss für die Auslobung eines städtebaulich-landschaftsplanerischen Qualifizierungsverfahrens für den Bereich westlich der Busso -Peus-Straße gefasst werden. Das Bewerbungsverfahren für die am Wettbewerb teilnehmenden Planungsgemeinschaften soll zeitnah nach Beschlussfassung dieser Vorlage erfolgen, voraussichtlich also im 2. Quartal 2023. Die Auslobung über ein st ädtebaulich- landschaftsplanerisches Qualifizierungsverfahren für das Areal westlich Steinfurter Straße erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt – voraussichtlich im 3. Quartal – mit einer eigenen Vorlage. - 3 - V/0176/2023 Zu Beschlusspunkt 1.: In einem Werkstattverfahren sollten zunächst die angestrebten städtebaulichen Ziele und die grund- sätzlichen Qualitäten der beiden Areale im Dialog mit der Bürgerschaft sowie mit Expertinnen und Experten ausgelotet werden. Die Konzeptionierung un d Moderation des Verfahrens erfolgte durch das Büro FALTIN+SATTLER Düsseldorf. Bei der Planung des Dialogverfahrens wurden die „Leitori- entierungen für eine Gute Öffentlichkeitsbeteiligung – Kommunikation, Partizipation und Koproduktion in Münster“ (vgl. V/0553/2021) berücksichtigt. Mehr als 100 Personen kamen am 13. und 14. Mai 2022 im Freiherr-vom-Stein-Gymnasium zusam- men, um grundlegende Leitideen für die neuen Stadtquartiere zu entwickeln und zu diskutieren. Unter ihnen waren Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung, Anwohnende, interessierte Bür- gerinnen und Bürger sowie Akteure und Akteurinnen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesell- schaft. In den vier Werkstattgruppen „Öffentlicher Raum & Mobilität“, „Urbanes Arbeiten & Innovati- on“, „Vielfalt & Zusammenleben“ und „Landschaft & Nachhaltigkeit“ erarbeiteten die Teilnehmenden an Stadtmodellen, wie die neuen Quartiere zukünftig aussehen könnten. Dabei sind auch die Pla- nungsleitlinien, die am 26.08.2020 vom Rat der Stadt Münster beschlossen wurden, eingeflossen. Professionell begleitet wurde die Arbeit der vier Werkstattgruppen von renommierten Expertinnen und Experten aus den Bereichen Stadtplanung, Städtebau, Stadtsoziologie, Landschaftsplanung, Energie und Nachhaltigkeit. Im Vorfeld gab es die Möglichkeit, sich digital zu Leitfragen der vier o.g. Themen- schwerpunkte zu beteiligen und somit einen Input für die Arbeit in den Werkstattgruppen zu leisten. Für die beiden Modellquartiere wurden im Werkstattverfahren unterschiedliche Schwerpunktth emen gesetzt: Während auf dem ca. 48,5 ha großen Areal südwestlich Steinfurter Straße dringend benötig- ter Wohnraum sowie Arbeitsstätten in Form von technologieorientierten Unternehmen ebenso wie ein neues Nahversorgungszentrum angedacht wurden, wurde der Fokus im Quartier westlich der Busso- Peus-Straße (rund 18 ha) auf Wissenschaft und außeruniversitäre Forschung in Kombination mit Wohnen und Bildung (Erweiterung der Waldorfschule) gelegt. Über die Quartiere hinaus wurde zudem der Landschaftsraum des Kinderbachs als „Blau-Grüne Le- bensader“ und weiter herauszuarbeitenden „Kinderbachbogen“ verstärkt in den Blick genommen - mit herausragender Bedeutung für Freizeit und Erholung sowie zur Vernetzung der beiden Quartiere un- tereinander. Die Ergebnisse des Werkstattverfahrens fließen auch in das integrierte Freiraumentwick- lungskonzept für das Kinderbachtal, das durch das Büro bgmr Landschaftsarchitekten aus Berlin er- stellt wird, ein. Eine Kurzfassung der Dokumentation des Werkstattverfahrens ist der Anlage 1 zu entn ehmen. Die Erarbeitung einer abschließenden ausführlichen Druckfassung der Dokumentation ist für das zweite Halbjahr 2023 vorgesehen. Zu Beschlusspunkt 2.: Die Ergebnisse der Werkstattarbeit wurden durch das begleitende Planungsbüro FALTIN+SATTLER GmbH aus Düsseldorf in zwei Perspektivplänen grafisch zusammengefasst (vgl. Anlage 1, Seite 20- 21). Die Perspektivpläne geben einen Überblick über mögliche Nutzungsverteilungen innerhalb der Quartiere, zeigen auf, wo Vernetzungen mit der umgebenden Landschaft en tstehen könnten, und schlagen Standorte u. a. für Mobilstationen, Energieversorgung und ein Quartierszentrum vor. Entstehen sollen Quartiere mit Modellcharakter, die in puncto Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Vielfalt und Mobilität neue Maßstäbe für Münster setzen. Sie sollen bezahlbaren Wohnraum und Raum für neue Wohnformen bieten, nutzungsgemischt sowie autoarm bzw. in weiten Teilen auch autofrei sein. Dem öffentlichen Raum wird als Raum für Begegnung eine zentrale Rolle zugeschrieben. Ziel ist es, über eine attraktive Freiraumgestaltung die Klimaresilienz der neuen Quartiere zu stärken. Vor allem aber sollen sowohl die Planung als auch die Quartiere selbst flexibel sein, um auf künftige Veränderungen - 4 - V/0176/2023 in der Lebens - und Arbeitswelt reagieren zu können. Die Pe rspektivpläne wurden der Öffentlichkeit am 18. Oktober 2022 im Freiherr-vom-Stein-Gymnasium präsentiert und konnten anschließend online bis zum 13. November 2022 kommentiert werden. Der Perspektivplan für das Modellquartier Busso-Peus-Straße (vgl. Anlage 3) bildet die Grundlage für das nun nachfolgende städtebaulich-landschaftsplanerische Qualifizierungsverfahren. Die aus diesem Qualifizierungsverfahren hervorgehenden Entwürfe fließen dann in die weitere s tädtebaulich- landschaftsplanerische Gestaltungsplanung und schließlich in die Bauleitplanung ein. Parallel zum Werkstattverfahren erarbeitete das Amt für Mobilität und Tiefbau ein Konzept hinsichtlich der verkehrlichen Anforderungen im Umfeld des Wissenschaftssektors und mit Empfehlungen für die beiden Quartiersentwicklungen. Für das Modellquartier Busso-Peus-Straße liegt ein eigenes Konzept vor, welches als Grundlage den an dem städtebaulich-landschaftsplanerischen Qualifizierungsverfah- ren teilnehmenden Planungsgemeinschaften an die Hand gegeben werden soll (vgl. Anlage 2). Hier- bei wurden u.a. die Erschließungspunkte für den Fuß - und Radverkehr sowie für den motorisierten Verkehr, nochmals aus fachlicher Sicht und im Hinblick auf die anstehende Auslobung des städtebau- lich-landschaftsplanerischen Qualifizierungsverfahrens beurteilt. Aufbauend auf den Erkenntnissen des Mobilitätskonzepts sowie den Erkenntnissen eines vertiefen- den Akteursworkshops für das Modellquartier Busso -Peus-Str. (vgl. auch die Erläuterungen zu Be- schlusspunkt 3. und 4.) wurde die graphisc he Darstellung des Perspektivplans überarbeitet. Diese stellt somit eine aktualisierte Fassung gegenüber dem am 18.10.2022 der Öffentlichkeit präsentierten Plan dar (vgl. Anlage 3) . Der Akteursworkshop zum Modellquartier Busso -Peus-Straße fand am 16.02.2023 unter Beteiligung der Letter of Intent -Partner „Zukunft der Wissenschaftsstadt“, Akteure aus dem Wissens - und Technologietransfer sowie der Freien Waldorfschule und des Waldorfkinder- gartens Münster statt. Ziel war es, die unterschiedlichen Flächenansprüche hinsichtlich gegenseitiger Synergieeffekte zu prüfen sowie eine grobe Nutzungszonierung in Vorbereitung für den städtebaulich- landschaftsplanerischen Wettbewerb vorzunehmen. Zu Beschlusspunkt 3.: Bezüglich der Quartiersentwicklung westlich der Busso -Peus-Straße wurden in d er Vorlage V/0417/2020 bereits erste Annahmen über potenzielle städtebaul iche Kennwerte getroffen. D iese Kennwerte wurden im Zuge des Werkstattverfahrens und der Arbeit am Modell geprüft. Darüber hin- aus wurden dem Stadtplanungsamt erhebliche begründete Entwicklungsabsichten aus den Bereichen Hochschule und außeruniversitäre Forschung sowie Technologieförderung mitgeteilt, welche in einem Workshop konkretisiert wurden. Folgende Flächenkennwerte sind als Grundlage des st ädtebaulich- landschaftsplanerischen Wettbewerbsverfahrens vorgesehen. Kennwerte Modellquartier westlich Busso-Peus-Straße Fläche des Gesamtareals: ca. 18 ha (100 %) abzgl. Park- u. Grünflächen, Platz- u. Erschließungsflächen: abzgl. Erweiterungsfläche Waldorfschule / Waldorfkindergar- ten ca. 6,5 ha (36 %) ca. 1,5 ha (9%) Verbleibende Nettobaufläche: ca. 10,0 ha (55 %) - 5 - V/0176/2023 Wohnen Bruttogeschossfläche: ca. 72.000 m² Wohneinheiten: ca. 600 zzgl. 300 Studierendenapartments Arbeiten Forschung / Institute / Dienstleistungen u.a. Bruttogeschossfläche: ca. 95.000 m² Angabe der geplanten durchschnittlichen GFZ – inkl. Waldorfschule: 1,6 Zu Beschlusspunkt 4.: Auf Grundlage der Ergebnisse des im Jahr 2022 durchgeführten Werkstattverfahrens und auf Basis der Perspektivpläne sollen nun städtebaulich-landschaftsplanerische Qualifizierungsverfahren folgen. Als nächsten planerischen Schritt sieht die Verwaltung einen städte baulich-landschaftsplanerischen Realisierungswettbewerb (RPW 2013) für den Bereich westlich der Busso-Peus-Straße vor. Der Be- reich soll aufgrund seines großen städtebaulichen Potenzials einen Brückenschlag zwischen dem Stadtteilzentrum Gievenbeck und dem naturwissenschaftlichen Zentrum östlich der Busso -Peus- Straße herstellen und insbesondere vor dem Hintergrund des hohen Erweiterungs- und Ansiedlungs- bedarfs von universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen als erstes der beiden Pro- jektgebiete weiter qualifiziert werden. Das Plangebiet umfasst den Bereich zwischen dem Gievenbe- cker W eg im Norden, der B usso-Peus-Straße im Osten, der V on-Esmarch-Straße im Süden sowie der Waldorfschule im Westen. Übergeordnetes Ziel der Quartiersentwicklung ist ein nutzungsgemischtes Quartier für Wissenschaft, Forschung und Wohnen. Hinsichtlich des Besta ndteils Wohnen ist die Realisierung eines breiten Wohnungsmixes mit langfristig ca. 600 neuen Wohnungen und zzgl. 300 Studierendenapartments für insgesamt etwa 1.800 neue Bewohnerinnen und Bewohner angedacht. Das Wohnungsangebot soll insbesondere ein finanziell leistbares Wohnen im Sinne der "Sozialgerechten Bodennutzung Münster" (SoBoMü) ermöglichen und somit einen Beitrag zur Entlastung des Wohnungsmarktes in Münster leisten. Zur Konkretisierung von Flächenbedarfen für Wissenschaft und Forschung fand im Februar 2023 ein Workshop unter Beteiligung der „Letter of Intent“ -Partner „Zukunft der Wissenschaftsstadt“, Akteure aus dem Wissens - und Technologietransfer sowie der Freien Waldorfschule und des Waldorfkinder- gartens Münster statt. Ziel war es, die unterschiedlichen Flächenansprüche hinsichtlich gegenseitiger Synergieeffekte zu prüfen sowie eine grobe Nutzungszonierung vorzunehmen. Die Ergebnisse des Workshops sind in den Entwurf der Auslobung eingeflossen. Betont wurde in dem Workshop noch- mals die hohe Bedeutung, ein lebendiges Quartier durch die dichte Mischung aus Wohnen und Arbei- ten sowie über lebendige Erdgeschosse zu schaffen. Durch die räumlichen Gegebenheiten, u.a. mit der Appelbreistiege als Charakteristikum im Plange- biet, werden hohe Ansprüche an den Aspekt der Freiraumplanung gestellt. Ebenso ist ein intelligentes Entwässerungskonzept zu erarbeiten, da die räumlichen Gegebenheiten eine Versickerung vor Ort nahezu ausschließen. Im Wettbewerb ist daher ein integrales Gesamtkonzept für das Plangebiet zu entwickeln. Um der Aufgabenstellung gerecht zu werden, sind Bearbeitungsgemeinschaften bestehend aus Stadtplanerinnen und Stadtplanern mit Landschaftsarchitektinnen und Landschaftsarchitekten sowie mit Expertinnen und Experten der Siedlungswasserwirtschaft zur Teilnahme am Wettbewerb berech- tigt. Gegenstand des Wettbewerbs ist die Erstellung eines städtebaulich -landschaftsplanerischen Entwurfs / Rahmenplans auf Basis der Werkstattergebnisse inklusive des aktualisierten Perspektiv- - 6 - V/0176/2023 plans und unter Berücksichtigung der vom Rat am 26.08.2020 beschlossenen Planungsleitlinien. Die Wettbewerbsaufgabe soll von maximal 15 Teams bearbeitet werden, von denen zehn Bearbeitungs- gemeinschaften über ein EU -offenes Bewerbungsverfahren ermittelt und fünf durch etablierte Pl a- nungsbüros gebildet werden sollen (letztere auf Einladung). Formal wird der Wettbewerb nach den geltenden Regeln der Richtlinie für Planungswettbewerbe (RPW 2013) durchgeführt. Bei dem Wett- bewerbsverfahren handelt es sich um einen begrenzt offenen, zweiph asigen Realisierungswettbe- werb, dem aufgrund der Schwellenwert-Überschreitung ein EU-Bewerbungsverfahren mit vorbehaltli- cher Losziehung bei gleichen Qualifikationen vorgeschaltet werden soll. Der beste Lösungsansatz für die Aufgabenstellung soll durch ein Preisgericht prämiert werden. Es ist beabsichtigt, unter Würdi- gung der Empfehlung des Preisgerichts einen der Preisträger (in der Regel den Siegerentwurf) mit den weiteren Planungsleistungen für eine s tädtebaulich-landschaftsplanerische Gestaltungsplanung für den Wettbewerbsraum zu beauftragen. Bereits im Rahmen des Werkstattverfahrens wurde auf eine intensive Beteiligung der Öffentlichkeit Wert gelegt, um es der Stadtgesellschaft bzw. möglichst allen interessierten Akteuren und Akteurin- nen zu ermöglichen, ihre Ideen und Anregungen einzubringen. Die Dialogkultur soll im Zuge des Wettbewerbsverfahrens fortgeführt werden. Unmittelbar vor der Preisgerichtssitzung soll daher eine anonymisierte, betreute Ausstellung aller Wettbewerbsbeiträge mit Einführungs - und Erläuterungs- Symposium durchgeführt werden. Bürgerinnen und Bürger sollen so die Möglichkeit erhalten, Anre- gungen z. B. auf Kommentarkärtchen abzugeben. Eine protokollarische Auswertung der Anregungen zu den Wettbewerbsbeiträgen soll dem Preisgericht zum S itzungstag präsentiert werden. Darüber hinaus ist vorgesehen, die Abschlussergebnisse nach Entscheidung des Preisgerichts der interessier- ten Öffentlichkeit in Form einer Ausstellung zu präsentieren. Hinweis: Die vorliegende Beschlussvorlage wird auch dem Beirat für Klimaschutz zur Kenntnis ge- geben. In Vertretung gez. Robin Denstorff Stadtbaurat Anlagen: Anlage 1: Dokumentation des Werkstattverfahrens (Kurzfassung) Anlage 2: Verkehrs- und Mobilitätskonzept Busso-Peus-Straße Anlage 3: Aktualisierter Perspektivplan Modellquartier Busso-Peus-Straße Anlage 4: Entwurf der Auslobungsunterlagen für das städtebaulich-landschaftsplanerische Qualifizie- rungsverfahren für den Bereich westlich der Busso-Peus-Straße
Anlage_3_Perspektivplan_Busso-Peus
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Plangebietsgrenze Bestandsgebäude Kinderbach/Wasser Höhenlinie Zentrum Gievenbeck Appelbreistiege (wertvoller alter Handelsweg/Allee) konzeptionsabhängig zu präzisieren / verorten:konzeptionsabhängig zu präzisieren / verorten: Wohnen (gemäß Programmierung) Arbeiten (gemäß Programmierung) soziale Infrastruktur (gemäß Programmierung) Waldorfschule (Erweiterungsoption) Spiel+Sport (informell - vereinsgebunden) Mobiltäts HUB Wissensquartier (neu) Mobiltäts HUB dezentral (min. Stellplatzschlüssel) * Perspektivplan Münster Modell Quartier 2 für Leben, Wohnen, Arbeiten und Wissenschaft Grafik 1 : 1.000 Stand 23.03.2023 LegendeLegende Gievenbecker Weg Busso-Peus-Straße Waldorfschule Sportpark Gievenbeck TSC Münster Gievenbeck Michaelschule Appelbreistiege Von-Esmarch-Straße * Röntgenstraße Zentrum Gievenbeck MMQ 2MMQ 2 ca. 18 ha Plangebietsgrenze Bestandsgebäude Kinderbach/Wasser Höhenlinie Zentrum Gievenbeck Appelbreistiege (wertvoller alter Handelsweg/Allee) Mobiltäts HUB dezentral (min. Stellplatzschlüssel) denkbare Erschließung MIV untergeordnete Erschließung MIV denkbare Erweiterungsfläche Waldorfschule Mittelerschließung Vorrang Rad/ÖPNV/Fußgänger Verbindungsweg MMQ1 + 2 (neu) zentraler gestärkter oder neuer Fuß- und Radweg Fußwege / Radwege (Anschlussoption) Regenwasser Rückführung
Anlage_2_Verkehrs- und Mobilitätskonzept Busso-Peus-Str
69658 Zeichen
03.04.2023
Verkehrliche Anforderungen an das
Münster Modellquartier 2 –
Busso-Peus-Straße
Ihre Ansprechpersonen:
Verkehrsentwicklungsplanung:
Herr Lange
Durchwahl: 65 08
LangePeter@stadt-muenster.de
Frau Bartz
Durchwahl: 72 34
BartzLeah@stadt-muenster.de
Verkehrsplanung:
Herr Schilder
Durchwahl: 65 97
Schilder@stadt-muenster.de
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Inhalt
1 Einleitung ................................ ................................ ................................ ....................... 3
2 Verkehrsaufkommen durch neue Strukturen ................................ ................................ .. 4
3 Erschließung durch den Kfz-Verkehr ................................ ................................ .............. 5
3.1 Bestandssituation ................................ ................................ ................................ .... 5
3.2 Prognosebezugsfall ................................ ................................ ................................ . 8
3.3 Prognoseplanfall MMQ 1 + 2 ................................ ................................ ..................11
3.4 Prognoseplanfall MMQ1 – Variantenbetrachtung Horstmarer Landweg .................16
3.5 Einschätzung des Straßenausbaus ................................ ................................ ........16
3.6 Einschätzung der Leistungsfähigkeit der Knotenpunkte ................................ .........17
3.7 Straßenraumgestaltung im Quartier ................................ ................................ .......20
3.8 Ruhender Verkehr im Quartier ................................ ................................ ...............22
4 Erschließung durch den öffentlichen Nahverkehr ................................ ..........................25
5 Nahmobilität ................................ ................................ ................................ ..................28
5.1 Interkommunale Radwegeverbindungen ................................ ................................ 28
5.2 Anknüpfungspunkte für den Fuß- und Radverkehr ................................ .................29
6 Mobilstationen ................................ ................................ ................................ ...............32
7 Anforderungen an ein autoarmes Quartier ................................ ................................ ....33
7.1 Durchmischung / heterogene Stadtstrukturen / Kurze Wege ................................ ..34
7.2 Kfz-Stellplatzangebot für Wohnungen ................................ ................................ ....34
7.3 Stellplätze und Parkraumbewirtschaftung für den Kfz-Verkehr ............................... 34
7.4 Autofreie Teilquartiere ................................ ................................ ............................34
7.5 Lademöglichkeiten E-Mobilität ................................ ................................ ................34
7.6 Hochwertige und attraktive Radabstellplätze ................................ ..........................35
7.7 Infrastruktur für Fahrradpendler ................................ ................................ ..............35
7.8 Gute ÖV-Anbindung ................................ ................................ ............................... 35
7.9 Gute Radverkehrsanbindung ................................ ................................ ..................35
7.10 Mobilstationen / Sharing-Stationen ................................ ................................ .........35
7.11 Elternhaltestellen und gelbe Füße für KiTas und Schulen ................................ ......35
7.12 Verkehrsreduzierende Maßnahmen, Beispiel mobiles Arbeiten .............................. 36
7.13 Kommunikationskonzept für bestehende Mobilitätsangebote im Quartier ...............36
8 Hinweise und Regelwerke ................................ ................................ .............................37
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1 Einleitung
Mit den Modellquartieren plant die Stadt Münster in fünf Quartieren im Stadtgebiet eine städ-
tebauliche Entwicklung. Die Modellquartiere sollen dabei modellhaft sein für andere Gebiets-
entwicklungen und als Positivbeispiel unter anderem beim Thema Mobilität zukunftsweisende
Lösungsvorschläge aufzeigen.
Die Lage der Modellquartiere 1 und 2 bietet gute Voraussetzungen für die Entwicklung eines
Quartiers, in dem für viele alltägliche Wege kein motorisierter Individualverkehr (MIV) erforder-
lich wird. Die folgende Abbildung 1 zeigt die Lage der Quartiere.
Abbildung 1 Lage der Modellquartiere 1 und 2
Zu nennen ist hier zum einen die Entfernung zur Innenstadt, die mit 4km in guter Radver-
kehrsentfernung liegt. Die in Kapitel 5 dargestellte Planung des Veloroutenverlaufs unterstützt
diesen Lagevorteil zusätzlich. Zum anderen trägt das Umfeld der beiden Quartiere durch wis-
senschaftliche und universitäre Einrichtungen, den Technologiepark und das weiter südlich
gelegene Universitätsklinikum zu einer hohen Arbeitsplatzdichte und, bei guter Verknüpfung,
somit zu kurzen Arbeitswegen bei. Eine gute Durchmischung innerhalb des Quartiers und eine
auf den Umweltverbund (Fuß, Rad, ÖPNV) orientierte Planung soll zusätzlich zu kurzen We-
gen beitragen.
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2 Verkehrsaufkommen durch neue Strukturen
In Modellquartier 2 – Busso-Peus-Straße entstehen vielfältige neue Strukturen, dazu gehören
neue Wohnstandorte, soziale Infrastruktur wie Kindertagesstätten, Arbeitsplätze in verschie-
denen Branchen sowie Versorgungseinrichtungen.
Aus verkehrsplanerischer Sicht sind insbesondere die aus den neuen Strukturen entstehen-
den Verkehre zu betrachten. Neue Bewohnerinnen und Bewohner sind mobil und Einrichtun-
gen und Arbeitsplätze müssen erreicht werden.
Die gute Nutzungsdurchmischung innerhalb eines neu entwickelten Gebietes ist dabei essen-
tiell. Wege werden dann vor allem innerhalb des Quartiers bzw. im direkten Umfeld durchge-
führt, so dass sie kurzgehalten werden und überwiegend zu Fuß oder mit dem Rad erledigt
werden können. Kurze Wege leisten einen Beitrag Kraftfahrzeugfahrten zu reduzieren, die an-
dernfalls das Umfeld durch Lärm, Emissionen und Flächeninanspruchnahme belasten. Neben
der Durchmischung durch vielfältige Angebote innerhalb des Quartiers ist auch die Verknüp-
fung mit bestehenden Strukturen im Umfeld relevant für das zu erwartende Verkehrsaufkom-
men und die Verkehrsmittelwahl der zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohner sowie Arbeit-
nehmerinnen und Arbeitnehmer. Die Verknüpfung muss insbesondere den Fuß- und Radver-
kehr sowie den ÖPNV im Fokus haben.
Darüber hinaus kann zusätzlicher Wohnraum im Stadtgebiet dazu beitragen, dass langfristig
Pendlerfahrten reduziert werden, da Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die in Münster ar-
beiten, zum Wohnen nicht ins Umland ausweichen müssen.
Für die Berechnung der zu erwartenden Verkehre wurden folgende Strukturen angenommen:
Strukturen Modellquartier 2 Busso-Peus-Straße (MMQ2)
Wohnen: 600 Woh-
nungen und ca. 300
Studierendenapart-
ments:
ca. 1.800 Einwohner
Ca. 9 Kita-Gruppen Ca. 2570 Arbeits-
plätze, 75% Forschung
und 25% Dienstleis-
tung
Tabelle 1 Strukturen in Modellquartier 2 Busso-Peus-Straße (MMQ2)
Unter der oben beschriebenen Annahme, dass viele Wege innerhalb des Quartiers und in die
benachbarten Quartiere häufig zu Fuß, mit dem Rad und ÖPNV zurückgelegt werden, ergeben
sich geringere Verkehrsmengen, die per Kfz aus dem Gebiet ausfahren.
Um die räumlichen und funktionalen Verflechtungen zu berücksichtigen, erfolgte die Verkehrs-
mengenberechnungen für den Kfz-Verkehr auf Grundlage eines Verkehrsmodells. Die weite-
ren Verkehre wurden anhand von Kennwerten abgeleitet. Die Kennwerte basieren dabei auf
den mittleren Verkehrsmittelanteilen der Bewohnenden im Stadtgebiet Münster. Der aus die-
sen Berechnungen resultierende Modal-Split liegt mit Werten von 70-72% im Umweltverbund
(Fuß, Rad, ÖPNV) auf einem höheren Niveau als das übrige Stadtgebiet im Mittel. De nnoch
sind die im weiteren Bericht aufgeführten Empfehlungen und Anforderungen noch nicht voll-
ständig berücksichtigt. Das konkret vom Planungsgebiet zu erwartende Verkehrsaufkom-
men wird in Abhängigkeit des finalen städtebaulichen Konzepts und dem Umfang der
verkehrsreduzierenden Maßnahmen berechnet.
Seite 5 von 37
Für die beiden Gebiete wurden unter den vorgenannten vorläufigen Annahmen folgende Neu-
verkehre ermittelt:
MMQ1 MMQ2
Fuß 4.300 Wege/24h 1.850 Wege /24h
Rad 16.300 Fahrten/24h 7.000 Fahrten/24h
ÖV 3.800 Personenfahrten/24h 1.650 Personenfahrten/24h
MIV 9.500 Kfz/24h 4.600 Kfz/24h
sonstige 300 Fahrten/24h 150 Fahrten/24h
Gesamt 34.200 Wege/24h 15.250 Wege/24h
Tabelle 2 Neuverkehre in Modellquartier 1+2 (MMQ1+2)
MMQ1 MMQ2
Fuß 12,6 % 12,1 %
Rad 47,7 % 45,9 %
ÖV 11,1 % 10,8 %
MIV 27,7 % 30,2 %
sonstige 0,9 % 1,0 %
Gesamt 34.200 Wege/24h 15.250 Wege/24h
Tabelle 3 Relative Anteile der Neuverkehre in Modellquartier 1+2 (MMQ1+2)
Insbesondere die Vielzahl der Fuß- und Radwege macht die Bedeutung einer zielgerichteten
Planung deutlich. Die Auswirkungen des Kfz -Verkehrs von 4.600 Kfz/24h aus MMQ2 bzw.
9.500 Kfz/24h aus MMQ1 auf das umliegende Straßennetz wird im folgenden Kapitel im Detail
betrachtet.
3 Erschließung durch den Kfz-Verkehr
3.1 Bestandssituation
Trotz der Zielrichtung eines autoarmen Quartiers ergeben sich aus den geplanten Strukturen
eine Vielzahl an Wegen, bei denen auch zukünftig davon ausgegangen werden muss, dass
sie zum Teil mit dem Kfz erfolgen. Sie ergeben sich aus den Wohnstrukturen ebenso wie aus
den gewerblichen Entwicklungen. Es ist demnach sicherzustellen, dass das umliegende Stra-
ßennetz die Verkehre in das bzw. aus dem Gebiet aufnehmen kann.
Es erfolgt zunächst eine Betrachtung der Bestandssituation. Dabei handelt es sich um Ver-
kehrsmengen bzw. um ein Verkehrsverhalten, das 2019/2020 ohne Einfluss von Covid-19 er-
fasst wurde.
Im Bestand treten im Untersuchungsgebiet an der Steinfurter Straße sowie am Orléans -Ring
als Teil des klassifizierten Straßennetzes (B54) die höchsten Verkehrsmengen auf, sie liegen
zwischen 24.800 und 36.400 Kfz/24h (DTV W). Im Straßenzug Austermannstraße / Busso -
Peus-Straße liegt das Verkehrsaufkommen bei ca. 7.000 bis 8.000 Kfz/24h und nimmt in Rich-
tung Steinfurter Straße zu. Die von Westen kommenden Verbindungen Horstmarer Landweg,
Gievenbecker Weg und Von -Esmarch-Straße liegen bei ca. 6.000 -9.000 Kfz/24h. Die Ver-
kehrsmengen sind in der folgenden Tabelle 4 und Abbildung 2 dargestellt.
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Straßenname Verkehrsaufkommen
Analyse [Kfz/24h]
Von-Esmarch-Str. 9.400
Horstmarer Landweg 6.400
Gievenbecker Weg 8.200
Busso-Peus-Str. 6.600
Austermannstraße 7.000-8.000
Steinfurter Str. 36.400-41.200
Orléans-Ring 24.800
Tabelle 4 Verkehrsaufkommen ausgewählter Straßen im Planungsgebiet
Die genannten Straßen sind Teil des klassifizierten Straßennetzes und haben innerstädtische
bzw. regionale oder überregionale verbindende Funktionen.
Die Steinfurter Straße ist als B54 die Hauptverbindung zwischen Münster und dem nordwest-
lichen Umland. Sie bindet Münster an der Anschlussstelle Kreuz Münster Nor d an das Fern-
straßennetz (Autobahn A1) an. Das Verkehrsaufkommen ist mit 36.000 - 41.000 Kfz/24h ent-
sprechend hoch.
Der Straßenzug Austermannstraße / Busso-Peus-Straße / Roxeler Straße (K7) hat in seinem
Verlauf mehrere Funktionen. Im nördlichen Abschnitt erschließt er den Technologiepark und
das Universitätsgelände. Im weiteren Verlauf bindet er die Stadtteile Gievenbeck und Roxel
an die Stadtmitte an. Dementsprechend steigt das Verkehrsaufkommen im südwestlichen Teil
auf rund 12.600 Kfz/24h bzw. im weiteren Verlauf auf über 16.000 Kfz/24h an.
Die Von-Esmarch-Straße und der Gievenbecker Weg erschließen Gievenbeck. Der Gieven-
becker Weg dient darüber hinaus über den Rüschhausweg der Anbindung des Umlands und
der Verbindung mit Nienberge.
Seite 7 von 37
Abbildung 2 Verkehrsaufkommen im Bestand 2020 [Kfz/24h] [Kartengrundlage: Stadt Münster]
0 - 5000
5000 - 10000
10000 - 15000
15000 - 25000
25000 - 50000
50000
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3.2 Prognosebezugsfall
Der Bezugsfall basiert auf dem Analysefall und umfasst darüber hinaus die Bevölkerungsent-
wicklung bis zum Jahr 2035 auf ca. 334.000 Einwohner (342.000 Einwohner abzüglich MMQ
1 + 2) entsprechend der zum Zeitpunkt der Modellaufstellung aktuellen kleinräumigen Bevöl-
kerungsprognose der Stadt Münster. Darin enthalten sind auch die Zuwächse aus dem Wohn-
baulandprogramm jedoch ohne die Gebiete MMQ 1 + 2. Übrige Strukturen wie Arbeitsplätze,
Einkaufs- und Freizeiteinrichtungen u. ä. wurden analog angepasst.
Darüber hinaus wurde das Straßennetz in den Bereichen geändert, in denen im direkten Um-
feld Veränderungen absehbar bzw. bereits konkret geplant sind.
Die Maßnahmen des Wohnbaulandprogramms, deren Realisierung als „mittel“ oder „sicher“
eingestuft wurden, sind maßgebend für die Verteilung der Bevölkerungszuwächse.
Die folgende Tabelle 5 enthält die Maßnahmen, die im direkten Umfeld geplant sind. Dazu
gehört vor allem das Umfeld der Universität, Fachhochschule (Naturwissenschaftliches Zent-
rum+ (NWZ+)) und Universitätsklinikum. Eingerechnet wurden Maßnahmen, die als sicher ein-
gestuft wurden.
Nr. Gebietsbezeichnung Wohneinheiten Arbeitsplätze
5 Leos Gate 45 100
Gescherweg 72-84 200 0
7 Mathematik-Campus 0 700
8a Naturwissenschaftliches Zentrum 100 50
8b Wissenschaftspark 200 150
9 Hüffer Campus 0 50
10 Forschungscampus Ost 0 900
11 Projektstandort Musik-Campus 0 100
19 Schmeddingstraße / östl. Josef-Pieper-Str. 70 0
20 Ehem. Wartburgschule 30 0
21 Ehem. Eissporthalle 490 0
34 Muckermannweg 445 0
35 Albert-Schweitzer-Str. / Fliednerstr. 900 0
36 Studierendencampus Tita-Cory-Campus 200 0
Gesamt 2.680 2.050
Tabelle 5 Flächenentwicklungen im Bereich „Urbane Wissensquartiere“
Analog zum Kapitel „Analysesituation“ fasst die folgende Tabelle 6 die Verkehrsmengen und
die Entwicklung des Verkehrsaufkommens im Bezugsfall zusammen.
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Straßenname Verkehrsaufkommen
Analyse [Kfz/24h]
Verkehrsaufkommen
Bezugsfall [Kfz/24h]
Von-Esmarch-Str. 9.400 10.800
Horstmarer Landweg 6.400 8.800
Gievenbecker Weg 8.200 8.600
Busso-Peus-Str. 6.600 9.400
Austermannstraße 7.000-8.000 10.000
Steinfurter Str. 36.400-41.200 38.400-42.200
Orléans-Ring 24.800 25.200
Tabelle 6 Verkehrsaufkommen ausgewählter Straßen im Planungsgebiet, Analyse und Bezugsfall
Im Bereich des NWZ+ ist eine städtebauliche Aufwertung des Quartiers geplant. Damit einher
geht die Planung, vorhandene überdimensionierte Verkehrsflächen anders zu nutzen. Die
größte Veränderung wird sich dabei in der Corrensstraße einstellen. Der aktuell vierstreifige
Ausbau soll zukünftig verkehr lich beruhigt werden. Das Verkehrsaufkommen wird sich ent-
sprechend reduzieren bzw. auf Alternativrouten verlagern. Eine der Alternativrouten wird dabei
auch der Streckenzug Busso-Peus-Str. / Austermannstraße sein.
In der folgenden Abbildung sind die abso luten Verkehrsmengen im Bezugsfall 2035 darge-
stellt.
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Abbildung 3 Verkehrsaufkommen im Bezugsfall 2035 [Kfz/24h] [Kartengrundlage: Stadt Münster]
0 - 5000
5000 - 10000
10000 - 15000
15000 - 25000
25000 - 50000
50000
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3.3 Prognoseplanfall MMQ 1 + 2
Die Berechnung des Prognoseplanfalls erfolgt auf Grundlage des Prognosebezugsfalls. Zu-
sätzlich werden die vorgenannten Strukturen (vgl. Kapitel 2) (Wohneinheiten, Arbeitsplätze,
soziale Einrichtungen und Versorgungseinrichtungen) von MMQ 1 + 2 hinterlegt. Das hat zur
Folge, dass sich das Verkehrsaufkommen im Planungsgebiet weiter erhöht. Die folgende Ta-
belle 7 fasst die Entwicklung an ausgewählten Straßen zusammen.
Straßenname Verkehrsauf-
kommen
Bezugsfall
[Kfz/24h]
Verkehrsauf-
kommen Plan-
fall MMQ1+2
[Kfz/24h]
Zuwachs (gerun-
det)
[Kfz/24h (%)]
Von-Esmarch-Str. 10.800 10.800 0 (0%)
Horstmarer Landweg 8.800 10.000 1.200 (13,6%)
Gievenbecker Weg 8.600 10.200 1.600 (18,6%)
Busso-Peus-Str. 9.400 11.600 2.200 (23,4%)
Austermannstraße 10.000 11.800-13.000 1.800 (18,0%)
Steinfurter Str. 38.400-42.200 40.600-44.000 2.000 (5,0%)
Orléans-Ring 25.200 25.800 600 (2,4%)
Tabelle 7 Verkehrsaufkommensentwicklung im Prognoseplanfall auf den Straßen im Planungsgebiet
Die Anbindung der Fläche an das Straßennetz erfolgt an ausgewählten Anknüpfungspunkten.
Die Anknüpfungspunkte und die sich ergebenden Anforderungen sind nachfolgend in Tabelle
8 und Abbildung 4 dargestellt:
Gebiet Anknüpfungspunkte
MMQ2
Anknüpfung Busso-Peus-Straße:
Die Haupterschließung des Gebiets soll über die Anknüpfung an die Busso -
Peus-Straße erfolgen. Sie stellt die leistungsfähigste Variante dar, Gievenbe-
cker Weg und Von-Esmarch-Straße werden nicht unnötig belastet. Eine wei-
tere Erschließung über die Busso -Peus-Straße wird nicht empfohlen, da
diese weitere Fläche versiegeln würde und den Zielen der autoarmen Quar-
tiersentwicklung entgegenstehen würde. Zudem soll eine zu dichte Knoten-
punktabfolge an Hauptstraßen vermieden werden; insbesondere dann, wenn
eine ÖPNV-Achse dort entlang führt.
Anknüpfung Von-Esmarch-Straße:
Durch die räumliche Trennwirkung der Appelbreist iege wird eine Erschlie-
ßung der südlichen Teilfläche über den Michaelsweg erforderlich. Von einer
Erschließung der Flächen nördlich der Appelbreistiege über die Von -Es-
march-Straße wird abgeraten, um diese nicht unnötig durch einen weiteren
Knotenpunkt zu belasten und eine Querung der Appelbreistiege zu vermei-
den.
Anknüpfung Gievenbecker Weg:
Eine weitere Anknüpfungsmöglichkeit besteht über den Gievenbecker Weg.
Die Gestaltung ist abhängig von der räumlichen Aufteilung und der Erschlie-
ßung der geplanten Erweiterung des Schulgeländes. Der Abstand zum be-
nachbarten Kreisverkehr sollte möglichst groß sein und in der Regel 200m
Seite 12 von 37
nicht unterschreiten. Unter den gegebenen Bedingungen kann von diesem
Grundsatz abgewichen werden. Der Knotenpunkt soll östlich der Hofstelle re-
alisiert werden. Von einer zusätzlichen Erschließung der Schule über den
Giebenbecker Weg w ird abgeraten, um diesen nicht durch einen weiteren
Knotenpunkt zu belasten. Die Schule hat bereits eine gut ausgebaute Er-
schließung über den Rudolf-Steiner-Weg (Knotenpunkt ca. 350 m westlich).
Tabelle 8 Kfz-Anknüpfungspunkte MMQ2
Abbildung 4 Erschließung MMQ 2 (rot hervorgehoben)
Die folgenden Abbildung 5 und Abbildung 6 zeigen die räumliche Verteilung der Kfz-Neuver-
kehre durch die beiden Gebiete MMQ1 und MMQ2. Zu erkennen ist dabei die Verflechtung mit
dem direkten Umfeld aber auch die Orientierung in Richtung Stadtmitte. Darüber hinaus ent-
stehen durch die neuen Arbeitsplätze und gewerblichen Strukturen aber auch Verbindungen
mit dem Umland, insbesondere über die Steinfurter Straße (B54).
Entwicklung Wohnen
Entwicklung Arbeit
Entwicklung soziale Infrastruktur
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Abbildung 5 Mehrverkehr durch MMQ1 im Vergleich zum Bezugsfall 2035 [Kfz/24h] [Kartengrundlage: Stadt Müns-
ter]
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Abbildung 6 Mehrverkehr durch MMQ2 im Vergleich zum Bezugsfall 2035 [Kfz/24h] [Kartengrundlage: Stadt Müns-
ter]
In der folgenden Abbildung 7 sind die absoluten Verkehrsmengen im Prognoseplanfall 1 dar-
gestellt.
Seite 15 von 37
Abbildung 7 Verkehrsaufkommen im Prognoseplanfall 1 [Kfz/24h] [Kartengrundlage: Stadt Münster]
0 - 5000
5000 - 10000
10000 - 15000
15000 - 20000
20000 - 50000
50000
Seite 16 von 37
3.4 Prognoseplanfall MMQ1 – Variantenbetrachtung Horstmarer Landweg
Der zuvor beschriebene Prognoseplanfall betrachtet die Entwicklung der Quartiere MMQ 1
und MMQ 2. Ausbau oder Veränderung der Straßeninfrastruktur wurden mit dem Bezugsfall
berücksichtigt. Dies betrifft im direkten Umfeld insbesondere die verkehrliche Beruhigung der
Corrensstraße.
Die Betrachtung der Ergebnisse der Planfallberechnung zeigt eine gegenüber dem Analysefall
deutliche Zunahme des Kfz -Verkehrsaufkommens auf dem Horstmarer Landweg. Diese ist
einerseits bereits im Prognosebezugsfall zu beobachten und ist mit dem Wachstum der Be-
völkerung und der weiteren Strukturen zu begründen. Andererseits ist mit MMQ1 und MMQ2
eine weitere Zunahme auf ca. 10.000 Kfz/24h berechnet worden. Der aktuelle Querschnitt der
Straße wird mit diesem Verkehrsaufkommen sehr stark ausgelastet sein.
Bei den Verkehren handelt es sich, analog zur Bestandssituation, zu einem großen Teil um
Ausweichverkehre zur Steinfurter Straße.
Mit dem beschlossenen Fahrradnetz 2.0 und dem Verlauf einer Veloroute über den Horstmarer
Landweg ergeben sich somit verschiedene Nutzungsansprüche, die mit dem aktuellen Aus-
bauzustand nicht übereinstimmen. Es bedarf folglich weiterer Untersuchungen dieses Stre-
ckenabschnitts.
3.5 Einschätzung des Straßenausbaus
Mit der Veränderung des Verkehrsaufkommens und teilweisen Verlagerung von Verkehrsströ-
men ergibt sich der Bedarf, den bestehenden Straßenausbau zu prüfen und Empfehlungen
zum ggfs. erforderlichen Straßenentwurf zu geben.
Der Straßenraumentwurf sollte den Empfehlungen der Richtlinie zur Anlage von Stadtstraßen
(RASt 06) [FGSV, 2006] folgen und dabei zunächst die Belange der Seitenraumnutzung sowie
Zufußgehenden und Radfahr enden berücksichtigen, weiterhin den Nutzungsanspruch des
ÖPNV und dann die Belange des Kraftfahrzeugverkehrs für die Wahl des Querschnitts einzu-
binden.
Im umliegenden Hauptstraßennetz sind insbesondere die Straßenzüge
Austermannstraße
Horstmarer Landweg
Busso-Peus-Straße
Gievenbecker Weg
Von-Esmarch-Straße
Roxeler Straße
zu betrachten. Dabei handelt es sich nach der Kategorisierung gemäß RASt 06 um Verbin-
dungsstraßen. Im Fall der Austermannstraße, Busso -Peus-Straße und Roxeler Straße sind
sie darüber hinaus anbaufrei.
Der bestehende zweistreifiger Ausbau der Austermannstraße, Busso-Peus-Str., Gievenbecker
Weg und Von-Esmarch-Straße ist auch mit den zukünftigen Verkehrsmengen ausreichend di-
mensioniert.
Seite 17 von 37
Die Situation des Horstmarer Landwegs ist i m vorhergehenden Kapitel 3.4 beschrieben wor-
den. Demnach ist eine bauliche oder verkehrsrechtliche Anpassung im Verlauf des Straßen-
zuges abzuwägen.
Zu beobachten ist außerdem die Entwicklung im Verlauf der Roxeler Straße in Richtung Roxel.
Durch die vielfältigen Entwicklungen bis hin zum Oxford-Quartier steigt das Verkehrsaufkom-
men bei gleichbleibendem Verkehrsverhalten auf ca. 20.000 Kfz/24h.
3.6 Einschätzung der Leistungsfähigkeit der Knotenpunkte
Für die Einschätzung der Leistungsfähigkeit eines Knotenpunkts sind Leistungsfähigkeitsbe-
rechnungen erforderlich, die die Spitzenstundenbelastungen der morgendlichen und abendli-
chen Spitzenstunden betrachten. Sie berücksich tigen bei signalisierten Knotenpunkten das
jeweilige Signalprogramm. Diese sind sinnvollerweise erst dann zu berechnen, wenn konkre-
tere Planungen des Gebiets vorliegen.
Auf Grundlage der hier vorliegenden Tagesverkehrsmengen erfolgt zunächst nur eine vorläu-
fige Einschätzung der Leistungsfähigkeit der Knotenpunkte anhand der Eckwerte sowie der
Veränderung des Verkehrsaufkommens. Herangezogen werden hierbei die Empfehlungen
des Merkblatts für die Anlage von Kreisverkehren [FGSV, 2006] sowie die Eignung von K no-
tenpunktarten entsprechend der RASt 06.
Insbesondere bezüglich der Gestaltung der neuen Anschlussknoten wird auf die Priorisierung
der Verkehrsarten des Umweltverbunds hingewiesen. Dieses Vorgehen basiert auf der aktu-
ellen Empfehlung zur Anwendung und Weiterentwicklung von FGSV -Veröffentlichungen im
Bereich Verkehr zur Erreichung von Klimaschutzzielen (E Klima 2022, FGSV 2022).
Die Knotenpunkte sind in Tabelle 9 aufgeführt und werden in Abbildung 8 graphisch veran-
schaulicht.
Seite 18 von 37
Abbildung 8 Übersicht der betrachteten Knotenpunkte
Knotenpunkt Erläuterung
Steinfurter Str. /
Wilkinghege / An-
schluss MMQ1
Der signalisierte Knotenpunkt ist in der Prognose mit 55.200 Kfz/24h
sehr hoch belastet. Bereits im Bestand ist die Abbiegebeziehung in
Richtung Kinderhaus zeitweise überlastet. Der Umbau zu einem vier-
armigen Knotenpunkt erfordert eine Umverteilung der Freigabezeiten,
außerdem ist mit einer Mobilstation in Knotenpunktnähe mit höheren
Anforderungen durch einen zunehmenden Fuß- und Radverkehr zu
rechnen. Es ist mit einem Ausbau des Knotenpunktes und zeitweisen
Überlastungen zu rechnen.
Austermannstr. /
Steinfurter Str.
Der Knotenpunkt stellt eine wichtige Anknüpfung der betrachteten Ge-
biete an die Steinfurter Straße dar. Er ist in der Prognose mit ca.
45.000 Kfz/24h belastet. Das Verkehrsaufkommen aus der Auster-
mannstraße nimmt um ca. 2.000 Kfz/24h zu.
Austermannstr. / Steinfurter Str.
Austermannstr. / Johann -Krane-
Weg / Anschluss MMQ1
Horstmarer Landweg / Auster-
mannstr.
Austermannstr. / Gievenbecker
Weg / Busso -Peus-Str. / Men-
delstr.
Von-Esmarch-Str. / Busso -Peus-
Str. / Roxeler Str.
Albert-Schweitzer-Str. / Roxeler
Str.
Steinfurter Str. / Wilkinghege / An-
schluss MMQ1
Seite 19 von 37
Knotenpunkt Erläuterung
Der Knoten ist im Bestand bereits großzügig dimensioniert und verfügt
in der Austermannstraße über 2 Linksabbiegefahrstreifen. Es ist wei-
terhin von einem leistungsfähigen Verkehrsablauf auszugehen. Für
den Fall, dass der Durchgangsverkehr im Horstmarer Landweg unter-
bunden wird, tritt auch an diesem Knoten an der Steinfurter Straße
mehr Verkehr auf. In diesem Fall ist von einer zeitweisen Überlastung
auszugehen.
Austermannstr. /
Johann-Krane-
Weg / Anschluss
MMQ1
Bei einem kleinen Kreisverkehr wird für einen gle ichmäßigen Ver-
kehrsfluss eine möglichst ähnliche Verkehrsbelastung aller Knoten-
punktarme empfohlen. Die beiden Arme der Austermannstraße wer-
den auch mit Anbindung des Gebiets MMQ 1 am stärksten belastet
sein. Die Summe der einfahrenden Ströme liegt mit ca. 17.000
Kfz/24h in einem Bereich, in dem der Kreisverkehr leistungsfähig be-
trieben werden kann.
Horstmarer Land-
weg / Auster-
mannstr.
Allgemein ist ein kleiner Kreisverkehr als Knotenpunktform für zwei
kreuzende Hauptverkehrsstraßen geeignet.
Die Summe d er einfahrenden Ströme sollte jedoch einen Wert von
12.000-18.000 Kfz/24h1 nicht überschreiten. Diese Grenze wird mit
19.800 Kfz/24h in der Prognose erreicht. Es ist zu erwarten, dass der
Knotenpunkt zeitweise die Leistungsfähigkeitsgrenze erreicht oder
überschreitet. An diesem Knotenpunkt quert die Veloroute entlang
des Horstmarer Landwegs die Austermannstr. bzw. Busso -Peus-Str.
Insbesondere die Leichtigkeit und Sicherheit des Radverkehrs ist hier
vor den Verkehrsmengen des Kfz-Verkehrs maßgebend.
Austermannstr. /
Gievenbecker Weg
/ Busso-Peus-Str. /
Mendelstr.
Allgemein ist ein kleiner Kreisverkehr als Knotenpunktform für zwei
kreuzende Hauptverkehrsstraßen geeignet.
Die Summe der einfahrenden Ströme sollte jedoch einen Wert von
12.000-18.000 Kfz/ 24h nicht überschreiten. Diese Grenze wird mit
21.000 Kfz/24h im Planfall überschritten. Es ist zu erwarten, dass der
Knotenpunkt zeitweise die Leistungsfähigkeitsgrenze überschreitet.
Von-Esmarch-Str. /
Busso-Peus-Str. /
Roxeler Str.
Allgemein ist ein k leiner Kreisverkehr als Knotenpunktform für zwei
kreuzende Hauptverkehrsstraßen geeignet.
Die Summe der einfahrenden Ströme sollte jedoch einen Wert von
12.000-18.000 Kfz/24h nicht überschreiten. Diese Grenze wird mit
24.000 Kfz/24h im Planfall erheblich überschritten. Es ist zu erwarten,
dass der Knotenpunkt die Leistungsfähigkeitsgrenze überschreitet.
Eine andere Regelung bspw. ein signalisierter Knotenpunkt ist zu
empfehlen. An diesem Knotenpunkt quert weiterhin eine Hauptroute
des Radverkehrs. Die Sicherheit des Radverkehrs ist hier vor den Ver-
kehrsmengen des Kfz-Verkehrs maßgebend.
Die Planung sollte mit Kenntnis über die Entwicklung von MMQ1 und
MMQ2 vertieft werden.
1 vgl. Merkblatt für die Anlage von Kreisverkehren 2006, S. 12 [FGSV 2006]
Seite 20 von 37
Knotenpunkt Erläuterung
Albert-Schweitzer-
Str. / Roxeler Str.
Mit der Zunahme des Verkehrsaufkommens an de r Roxeler Str. wird
auch dieser Knoten höher belastet. Es ist weiterhin ein starker Rechts-
abbiegestrom in die Albert-Schweitzer-Str. zu erwarten.
Tabelle 9 Einschätzung der Leistungsfähigkeit an Knotenpunkten
Die Tabelle zeigt, dass der Straßenzug Busso -Peus-Str. / Austermannstraße und insbeson-
dere die anliegenden Kreisverkehre bei unverändertem Mobilitätsverhalten ihre Leistungsfä-
higkeitsgrenze voraussichtlich erreichen bzw. überschreiten.
Für die Realisierung des Modellquartiers 2 wird daher an dieser Stelle die Bedeutung der au-
toarmen Gestaltung und ihrer verkehrsmindernden Wirkung hervorgehoben
3.7 Straßenraumgestaltung im Quartier
Die Verkehrsplanung sieht für Wohngebiete ein zweistufiges Hierarchiesystem mit unter-
schiedlichen Anforderungen vor. Als Haupterschließung dienen „Tempo-30-Straßen“, die die
Quartiersverkehre bündeln und eine Verbindung an das bereits vorhandene Straßennetz si-
cherstellen. Die kleinteilige Erschließung (z.B. von Wohnhöfen) wird dann über geringer di-
mensionierte „Verkehrsberuhigte Bereiche“ sichergestellt. Für alle Straßenräume gilt gleicher-
maßen, dass die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden gewährleistet sein muss. Dies
schließt ausdrücklich alle Verkehrsarten (Kfz -, ÖPNV-, Rad und Fußverkehr) und insbeson-
dere die Anforderungen von mobilitätseingeschränkten Personen an die Barrierefreiheit mit
ein. Die Querschnittsgestaltung ist demnach von den gewünschten städtebaulichen Funktio-
nen im direkten Umfeld und den daraus zu erwartenden Verkehrsbelastungen der unterschied-
lichen Verkehrsarten sowie den gewählten Ver- und Entsorgungskonzepten auf den jeweiligen
Straßenabschnitten abhängig. Gleichzeitig sind die Regelungen der „Musterrichtlinien für die
Feuerwehr“ einzuhalten und die Anfahrbarkeit eines jeden Gebäudes notwendigerweise zu
gewährleisten.
Tempo-30-Straßen
Für Tempo-30-Straßen ist ein technischer Planungskorridor von 17m Breite unter Berücksich-
tigung der verkehrlichen, entwässerungs- und versorgungstechnischen Anforderungen realis-
tisch. Bei einer Unterschreitung können die verschiedenen Anforderungen an den öffentlichen
Raum je nach gewähltem Ver - und Entsorgungskonzept unter Umständen nicht abgebildet
werden. Vielmehr sind zur Förderung der Aufenthaltsqualität und der Stadt ökologie für einen
qualitätsvollen öffentlichen Raum in Abhängigkeit zur unmittelbaren städtebaulichen Randnut-
zung Flächenaufschläge notwendig. Zusätzlich sind je nach geplantem Ver- und Entsorgungs-
konzept für korrespondierende Infrastrukturelemente (z.B. Ortsnetzstationen, Stromverteiler-
kästen, Ladeinfrastrukturen, Regenwasser -Behandlungsanlagen, Pumpwerke, etc.) Flächen
außerhalb dieser Planungskorridore vorzusehen. Eine ausreichende Begrünung mit Baum -
und Pflanzstandorten bei gleichzeitiger Leitungsfreiheit (= keine Bäume auf Leitungstrassen)
ist sicherzustellen. Aus rein verkehrlicher Sicht ist mindestens eine Fahrgasse von 6m Breite
notwendig, um den Begegnungsverkehr von Pkw und Lkw zu ermöglichen. Ist auf einem Ab-
schnitt die Befahrung durch Busverkeh r gewünscht, so beträgt die Fahrgassenbreite 6,5 m.
Wiederkehrende punktuelle Einengungen durch Versätze, Baumscheiben oder Querungshil-
fen auf Fuß- und Radwegeachsen sind im Rahmen der Verkehrsberuhigung zur Erhöhung der
Verkehrssicherheit einzuplanen. Die Rest-Fahrgasse muss dabei mindestens eine Breite von
Seite 21 von 37
4,25m aufweisen. Die Befahrbarkeit der Straßenzüge ist mit dem größten zu erwartenden
Fahrzeug (in der Regel das dreiachsige Abfallsammelfahrzeug; bei Busverkehr der Gelenk-
bus) über Schleppkurven nachzuweisen.
Für Baumscheiben ist mindestens eine Fläche von 12m² pro Baum einzuplanen, um sowohl
die nachhaltigen Entwicklungspotenziale zu fördern, als auch Unterhaltungsprobleme z.B.
durch hochdrückende Baumwurzeln zu vermeiden. Offene Regenwassermulden/-gräben sind
je nach Konzept neben der Fahrgasse zu platzieren und entsprechende Grundstücks -über-
fahrten zu berücksichtigen. Parallelparkstände können in einen „blau/grün/naturnahen“ Multi-
funktionsstreifen integriert werden. Diese sind 3m breit und beherbergen Aufenthaltsflächen
mit z.B. Bänken und Bäumen und können in diesem Zusammenhang auch Fahrrad- oder Las-
tenradabstellanlagen, Kfz-Stellplätze für mobilitätseingeschränkte Personen oder Lieferzonen
aufnehmen. Abgesehen davon ist ein Halten am Fahrbahnrand nach den Maßgaben der Stra-
ßenverkehrsordnung ebenfalls möglich. Straßenbegleitende Gehwege sind bei beidseitiger
Bebauung auch auf beiden Straßenseiten vorzusehen und mindestens 2,50m breit. Bei erwar-
teten Haupt-Fußverkehrsrouten sind diese auf eine Breite von mindestens 3m zu erweitern.
Verkehrsberuhigte Bereiche
Für einen verkehrsberuhigten Bereich ist ein Planungskorridor von 11m Breite unter Berück -
sichtigung der verkehrlichen, entwässerungs- und versorgungstechnischen Anforderungen re-
alistisch. Bei einer Unterschreitung können die verschiedenen Anforderungen an den öffentli-
chen Raum je nach gewähltem Ver- und Entsorgungskonzept unter Umständen nicht abgebil-
det werden. Vielmehr sind zur Förderung der Aufenthaltsqualität und der Stadtökologie für
einen qu alitätsvollen öffentlichen Raum in Abhängigkeit zur unmittelbaren städtebaulichen
Randnutzung Flächenaufschläge notwendig. Zusätzlich sind je nach geplantem Ver- und Ent-
sorgungskonzept für korrespondierende Infrastrukturelemente (z.B. Ortsnetzstationen, Strom-
verteilerkästen, Ladeinfrastrukturen, Regenwasser -Behandlungsanlagen, Pumpwerke, etc.)
Flächen außerhalb dieser Planungskorridore vorzusehen. Eine ausreichende Begrünung mit
Baum- und Pflanzstandorten bei gleichzeitiger Leitungsfreiheit (=keine Bäume au f Leitungs-
trassen) ist sicherzustellen. Aus rein verkehrlicher Sicht ist mindestens eine geringer dimensi-
onierte Fahrgasse von 4,25m Breite notwendig, die den Begegnungsverkehr von Pkw und
Lastenrad aufnehmen kann. In regelmäßigen Abständen ist eine Aufwei tung der Fahrgasse
auf 6m notwendig, um auch den Begegnungsfall Pkw und Lkw zu ermöglichen. Das Verhältnis
von engerer zu breiterer Fahrgasse wird dabei maßgeblich durch die zu erwartende Kfz -Fre-
quentierung bestimmt, die sich aus den geplanten städtebaulichen Nutzungen der Umgebung
ergibt. Die beschriebenen Einengungen der Fahrgasse können sowohl durch Versätze des
Straßenraumes z.B. durch Baumscheiben, als auch durch Möblierungselemente wie z.B. Fahr-
rad- oder Lastenradabstellanlagen, Kfz-Stellplätzen für mobilitätseingeschränkte Personen o-
der Lieferzonen (wo notwendig) erreicht werden. Senkrechtstellplätze am verkehrsberuhigten
Bereich sind zu vermeiden, da die zum Ein- und Ausparken notwendigen Wendemanöver im
selben Straßenraum stattfinden müssen, in dem auch die zu Fuß Gehenden laufen. Für Baum-
scheiben ist mindestens eine Fläche von 12m² pro Baum einzuplanen, um sowohl die nach-
haltigen Entwicklungspotenziale zu fördern, als auch Unterhaltungsprobleme z.B. durch hoch-
drückende Baumwurzeln zu vermeiden. Offe ne Regenwassermulden/-gräben sind je nach
Konzept neben der Fahrgasse zu platzieren und entsprechende Grundstücksüberfahrten zu
berücksichtigen.
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3.8 Ruhender Verkehr im Quartier
Die Entwicklung eines autoarmen Quartiers und autofreier Teilquartiere in Modellquartier 2 ist
ausdrücklich erwünscht. Als autoarm wird dabei verstanden, die Anzahl der Fahrzeuge und
die zurückgelegten Wege im MIV zu reduzieren, um Straßenräume möglichst frei von parken-
den und fließenden Kraftfahrzeugen zu halten. Als autofreie Teilquartiere werden dabei Berei-
che verstanden, die gänzlich frei von fließendem und ruhenden Kfz -Verkehr sind. Das wird
ermöglicht durch eine Struktur der Erschließungsstraßen, die die Erreichbarkeit sichert (Not-
fall- und Versorgungsfahrten) aber keine engmaschige Befahrbarkeit ermöglicht. Dazu können
beispielsweise die oben beschriebenen Fahrradzonen beitragen.
Dadurch können fahrzeugbedingte Emissionen (CO2 -Emissionen, antriebsunabhängige
Emissionen wie Reifen - und Bremsabrieb sowie Lärmemissionen) reduziert und gleichzeitig
durch eine gerechte Flächenverteilung neue Qualitäten in den öffentlichen Räumen geschaf-
fen werden. Damit werden lebenswerte Bewegungsräume ermöglicht, die die aktive Nahmo-
bilität und Verkehrsmittel des Umweltverbunds fördern. Die autoarme Gestaltung bedeutet
ausdrücklich nicht, dass d er Verkehrsraum geringer zu dimensionieren ist. Vielmehr sind in-
nerhalb des Verkehrsraums größere zusammenhängende Grünflächen zu schaffen, die einen
geringeren Versiegelungsgrad der öffentlichen Verkehrsflächen zur Folge haben . Sie dienen
damit einerseits den Zielen des Klimaschutzes (Baumstandorte, Blue-Green-Streets) und tra-
gen gleichzeitig zur Verkehrsberuhigung und zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität bei, indem
sie zum Begegnen und Verweilen einladen.
Die Anzahl der privaten Stellplätze für Kraftfahrzeuge und Abstellplätze für Fahrräder bemisst
sich nach der Stellplatzsatzung der Stadt Münster (vgl. Kapitel 8).
Infobox: Fahrradzonen
Mit § 39 Absatz 1b wurde 2020 das Verkehrszeichen der „Fahrradzone“ in die StVO aufge-
nommen. Fahrradzonen verbinden die Vorteile von Fahrradstraßen mit denen von Tempo-
30-Zonen. In Fahrradzonen wird die Straße in eine Fahrspur und Nebenanlagen für den
Fußverkehr unterteilt. Auf der Fahrbahn sind grundsätzlich nur Fahrräder und Elektro -
Kleinstfahrzeuge zugelassen und es gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 30km/h. Radfah-
rende und Elektro -Kleinstfahrzeuge dürfen nebeneinander fahren. Nur durch Zusatzzei-
chen (wie z.B. Lieferverkehr frei) können auch andere Fahrzeugarten in einer Fahrradzone
zugelassen werden. „[Damit] bieten [Fahrradzonen] die große Chance, durch die Verrin-
gerung bzw. Vermeidung von Kfz-Verkehr auch die Lebens- und Aufenthaltsqualität in der
gesamten Zone spürbar zu verbessern und damit Potenziale freizusetzen, die weit über die
Radverkehrsförderung hinausgehen“ (Graf 2021).
Fahrradzonen sollen hier als verkehrsplanerisches Instrument frühzeitig mitgedacht wer-
den und in die Bauleitplanung einfließen. Der Einsatz ist insbesondere für die Bereiche der
Wohnstraßen, die der Feinerschließung dienen, zu empfehlen. Damit können bereits zu
einem sehr frühen Zeitpunkt autoarme Quartiere entstehen, die Vorbild - bzw. Modellcha-
rakter entwickeln und so als Blaupause dienen können.
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Die Anzahl der öffentlichen Stellplätze für Besucherverkehre aller Verkehrsträger beträgt 10%
der entstehenden Wohneinheiten. Mindestens 50% der ermittelten Anzahl sind Abstellplätze
für aktive Verkehrsmittel (Fahrrad, Lastenrad, E-Roller, …). Diese sollen in direkter Standort-
nähe der Gebäude ebenerdig im Straßenraum verortet werden. Dabei können A nlehnbügel
auch als Instrument der Verkehrsberuhigung und Sicherstellung von freien Sichtachsen in
Kreuzungsbereichen dienen. Die dafür in Summe notwendige Fläche reduziert in gleichem
Maße die Fläche für Parkstände, die in den an den Hauptachsen und/ oder an den Rändern
des Plangebietes verorteten Quartiersgaragen nachgewiesen werden sollen (nähere Ausfüh-
rungen zu Quartiersgaragen nachstehend) . Zusätzlich sind Parkstände für Fahrzeuge von
Menschen mit Behinderung und Carsharing sowie Zonen für Lieferung un d Andienung zu
nachzuweisen, die im öffentlichen Straßenraum errichtet werden sollen.
Beispielrechnung:
1.000 Wohneinheiten würden zu 100 Parkständen mit einem Flächenbedarf von 1.200 qm
führen, wenn allesamt von Kfz (12qm pro Fahrzeug) genutzt würden. Da nun aber mindestens
50 Stellplätze für aktive Verkehrsmittel vorgehalten werden müssen, reduzieren diese mit ei-
nem angenommenen Flächenbedarf von in Summe 100 qm (2 qm pro Fahrzeug) die Fläche
fürs Kfz-Parken auf ca. 1.100qm. Dies entspräche etwa 92 Parkständen. Es stünden somit
also „nur noch“ 91,7 Prozent der geforderten Parkstände (10% der entstehenden Wohneinhei-
ten) fürs Kfz-Parken zur Verfügung.
Ruhender Kfz-Verkehr im Quartier
Um ein autoarmes Quartier zu realisieren, sollten die bauordnungsrechtlich notwendigen Kfz-
Stellplätze möglichst direkt an der Haupterschließung und/ oder am Rand des Plangebiets in
Form von Quartiersgaragen , wie die Abbildung 9 exemplarisch veranschaulicht, gesammelt
werden. Dabei sind die Quartiersgaragen, soweit dies möglich ist, als integrierte oder räumlich
direkt anschließende Bestandteile der öffentlichen Mobilstationen (nähere Ausführungen zu
Infobox: Stellplatzsatzung der Stadt Münster § 3 Abs. 8 S.1
Die Stellplatzsatzung der Stadt Münster e röffnet mit § 3 Abs. 8 S. 1 die Möglichkeit, die
Anzahl der bauordnungsrechtlich verpflichtend herzustellenden Stellplätze für Kraftfahr-
zeuge zu reduzieren, soweit Maßnahmen ergriffen werden, die zu Reduzierungen des mo-
torisierten Individualverkehrs beitragen und eine Verlagerung auf die Verkehrsträger des
Umweltverbunds begünstigen:
„Die Pflicht zur Herstellung der notwendigen Stellplätze kann im Einzelfall aufgrund beson-
derer Maßnahmen (Mobilitätskonzepte) ganz oder anteilig ausgesetzt werden, solange und
soweit nachgewiesen wird, dass der Stellplatzbedarf durch diese Maßnahmen nachhaltig
verringert wird“ (Stellplatzsatzung der Stadt Münster §3 Abs. 8, Satz 1).
Dazu zählen u.a. übertragbare ÖPNV -Zeitkarten für die private Nutzung, die Einrichtung
von Ca r-Sharing, Car -Sharing-Mitgliedschaften, die Einrichtung zusätzlicher Fahrradab-
stellplätze gem. § 4 Abs. 6 der Stellplatzsatzung der Stadt Münster oder die Einrichtung
von Lastenrad-Sharing für die private Nutzung (Liste ist nicht abschließend).
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Mobilstationen nachstehend) zu realisieren. Ebenerdiges Parken wird somit, mit Ausnahme
der zuvor beschriebenen Ausnahmen, ausgeschlossen.
Tiefgaragen im unmittelbaren Bereich der Wohnbebauung sollten nach Möglichkeit nicht vor-
gesehen werden. Durch die modulare Bauweise der Quartiersgaragen lassen sich diese mit
weiteren Funktionen kombinieren und bei veränderten Nutzungsverhalten zurückbauen. Zu-
dem ermöglichen sie eine intensive Fassaden-/Dachbegrünung. Eine Kombination aus Quar-
tiersgaragen und angemeldetem öffentlichen Bedarf wie beispielsweise Begegnungs- und Kul-
turproduktionsräumen ist ausdrücklich erwünscht (zum Beispiel im Erdgeschoss Räume für
Nachbarschafts- und Vereinstreffen und 2. + 3. OG Quartiersparken), sofern die Nutzungen
miteinander verträglich sind.
Private Pkws sollen in einer Entfernung bis maximal ca. 300 m von den jeweiligen Wohnein-
heiten entfernt geparkt werden können, um eine möglichst große Akzeptanz zu gewährleisten
(vgl. § 4 I 3 Stellplatzsatzung Münster, Kapitel 8). Ausnahmen stellen Stellplätze für E-Carsha-
ring-Fahrzeuge sowie für Menschen mit Behinderung und Lieferzonen dar, die in dir ekter
Standortnähe nachzuweisen sind. Die Dimensionierung der Quartiersgaragen ist dem entste-
henden Bedarf durch die WE anzupassen.
Auf Basis des bestehenden ÖPNV -Angebots kann die nach der Stellplatzsatzung der Stadt
Münster zu ermittelnde Anzahl an Stellplätzen für private Kraftfahrzeuge im Modellquartier 2
um bis zu 15% reduziert werden.
Fahrradparken
Um ein Quartier zu realisieren, das die aktive Nahmobilität fördert, spielt das Fahrradparken
eine wichtige Rolle. Bauordnungsrechtlich notwendige Fahrradabstellplätze sollen in direkter
Standortnähe der jeweiligen Nutzung verortet werden und sicher, witterungsgeschützt sowie
barrierefrei zugänglich sein. Es wird empfohlen, Fahrradabstellplätze sowohl im Erdgeschoss
der Gebäude zu integrieren als auch auf den privaten Flächen zwischen Gebäude und öffent-
lichem Raum zu installieren. Damit wird sichergestellt, dass Fahrräder tagsüber möglichst zu-
gänglich und nachts möglichst sicher geparkt werden können.
Abbildung 9 Beispiel einer Quartiersgarage in Kopenhagen: Park’N’Play: Freizeitanlage auf dem Dach
[Bildquelle: LK Argus, 2017]
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Öffentliche Fahrradabstellplätze sind so zu planen, dass sie gut öffentlich einsehbar sind. Auch
diese sollen barrierefrei zugänglich sein und anteilig zum Witterungsschutz überdacht werden.
4 Erschließung durch den öffentlichen Nahverkehr
Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) mit Bus und Bahn hat einen hohen Stellenwer t
in der aktuellen und langfristigen Verkehrsplanung der Stadt Münster. Zusammen mit dem
Fuß- und Radverkehr bildet der ÖPNV eine wichtige Säule in Münsters starkem Umweltver-
bund. Erklärtes Ziel der Stadt Münster ist es, die Position des ÖPNV als umweltver trägliches
Verkehrsmittel und als Bestandteil des Umweltverbundes zu sichern, auszubauen und zu stär-
ken.
Für Bushaltestellen wurde im 3. Nahverkehrsplan der Stadt Münster ein Haltestelleneinzugs-
radius von 300 m bis 500 m beschlossen. Das Modellquartier 2 an der Busso-Peus-Straße soll
aufgrund seines Modellcharakters mit einem 300m -Radius vollständig erschlossen werden.
Die Distanz zwischen Wohneinheiten und ÖPNV sollte zur Zielumsetzung eines autoarmen
Quartiers nicht größer sein als die Distanz zwischen Wohneinheiten und privaten Kfz-Stellplät-
zen.
In Modellquartier 2 gibt es im Bestand eine Stadtbuslinienerschließung mit 300m -Radius für
den südlichen Abschnitt des Plangebietes. Auf der südlich gelegenen Von -Esmarch-Straße
verlaufen die Linien 5, 11 und 22.
Die Linie 5 verkehrt zwischen Hiltrup und Nienberge über Berg Fidel und Gievenbeck
im 20‘-Takt.
Die Linie 11 verkehrt zwischen St. Mauritz und Gievenbeck im 20‘-Takt.
Die Linie 22 verkehrt zwischen Wolbeck und Gievenbeck im 20‘-Takt.
Die Nachtbuslinie N80 verkehrt ab 21.00 Uhr zwischen Münster Hauptbahnhof und
Roxel über Gievenbeck im 30‘-Takt.
Für das Modellquartier 2 an der Busso-Peus-Straße ist die Anpassung einer Stadtbuslinie an
die städtebauliche Entwicklung des Gebiets einzuplanen. Durch eine veränderte Linienführung
von einer der Stadtbuslinien kann auch der nördliche Teil des Plangebiets per ÖPNV mit einem
300m-Einzugsradius erschlossen werden. Wie Abbildung 10 veranschaulicht wird die Stadt-
buslinie von der Von -Esmarch-Straße über die Busso -Peus-Straße zum Gievenbecker Weg
geführt und dort an der Kreuzung Gievenbecker Weg / Gescherweg / Hensenstraße / Ensche-
deweg auf der ursprünglichen Linienroute weitergeführt. Mit einer neuen Haltestelle auf der
Busso-Peus-Straße (auf Höhe der Mobilstation sowie Haupterschließung des Plangebiets)
kann sowohl das Plangebiet als auch die bestehenden Forschungsinstitute auf östlicher Seite
erschlossen werden. Über eine weitere Haltestelle auf dem Gievenbecker Weg könnte sowohl
das Plangebiet erschlossen werden als auch die Schule inkl. ihres Erweiterungsbaus und die
Sportanlagen des Sportparks Gievenbeck im Nordwesten und des Tennisvereins im Süden.
Die konkrete Verortung d er Haltestellen orientiert sich an der entstehenden städtebaulichen
Struktur und Ordnung und ist mit den Standorten der entstehenden Mobilstationen (mehr zu
Mobilstationen siehe nachstehend) abzustimmen. Die Nachtbuslinie N80 sollte perspektivisch
in den Abendstunden ebenfalls zu einem 20‘-Takt verdichtet werden.
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Abbildung 10 ÖPNV-Angebot mit Anpassung der Linienverläufe im Umfeld der Modellquartiere
Beabsichtigtes Ziel der Stadt Münster ist es, die Hierarchie des Busliniennetzes in Münster zu
stärken und auf nachfragestarken Achsen ein Hochleistungssystem mit Metrobussen einzu-
richten. Für das Metrobussystem gelten verbindliche Qualitätsstandards (u.a. Taktangebot,
Reisegeschwindigkeit, Beförderungskapazitäten). Zur Gewährleistung der Qualitätsstandards
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der Metrobusse sollte eine konsequente Bevorrechtigung der Busse an den Lichtsignalanla-
gen und eine Führung auf möglichst unabhängigen Fahrspuren erfolgen. Weiterhin sollen die
Haltestellenabstände deutlich größer angelegt sein als im übrigen liniengebundenen Verkehr
und gute Anbindungen bzw. Umsteigebeziehungen (vom/zum Hauptbahnhof Münster) einge-
richtet werden. Die Achse Von-Esmarch-Straße ist für eine Metrobuslinie denkbar.
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5 Nahmobilität
Das Plangebiet soll von allen Seiten optimal für den Fuß - und Radverkehr erschlossen sein,
damit der MIV-Anteil möglichst geringgehalten werden kann. Die Nahmobilität ist der Grund-
baustein für eine effiziente, gesunde , klima- und ressourcenschonende und nicht zuletzt be-
zahlbare Mobilität aller Altersgruppen ( siehe auch VM Nordrhein-Westfalen 2022, Kapitel 8).
Die Ausgestaltung der Nahmobilität entfaltet in der städtebaulichen Quartiersentwicklung
größte Relevanz, weil durch diese maßgebend die Verkehrssicherheit, die Aufenthaltsqualität
sowie die Wirkung von Maßnahmen zur Veränderung des Mobilitätsverhalten ( Verringerung
des motorisierten Individualverkehrs und Stärkung der Verkehrsträger des Umweltverbunds)
beeinflusst werden.
5.1 Interkommunale Radwegeverbindungen
Münster verfügt über ein hierarchisch abgestuftes, engmaschiges Radverkehrsnetz. Von in-
terkommunaler Bedeutung sind die sogenannten vierzehn Velorouten, welche von der Müns-
teraner Promenade über die Stadtteile bis in die Umlandgemeinden führen.
Im Modellquartier 2 verläuft südlich entlang der Von -Esmarch-Straße in Ost -West-Richtung
eine Hauptroute. Im Norden auf dem Gievenbecker Weg in Ost-West-Richtung sowie im Osten
auf der Busso-Peus-Straße in Nord-Süd-Richtung verlaufen zwei Basisrouten. Zudem verläuft
eine weitere Basisroute in Ost-West-Richtung durch das Plangebiet, der sogenannte Wissens-
strahl. Wie Abbildung 11 veranschaulicht, wurde für den Wissensstrahl bisher ein Such- und
Potenzialraum für die entsprechende Trasse definiert. Die konkrete Trassenführung orientiert
sich an der entstehenden städtebaulichen Struktur und Ordnung von MMQ 2. Die Basisroute
verbindet das Zentrum von Gievenbeck über die urbanen Wissensquartiere und entlang des
Schlossareals mit der Innenstadt in Münster. Mit der Realisierung dieser Basisroute durch das
Plangebiet verliert die aktuell genutzte Radwegeverbindung auf der Appelbre istiege in ihrer
Funktion als Element des Fahrradnetzes ihre Relevanz. Eine stärkere Berücksichtigung der
Appelbreistiege als Versickerungs- und Retentionsfläche für die südlich gelegenen Bestands-
bauten sowie den südlich gelegenen Teilbereich von MMQ2 ist somit denkbar.
Abbildung 11 Fahrradnetz 2.0, Wissensstrahl hervorgehoben
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Die Netzelemente in Modellquartier 2 sind auf der folgenden Abbildung 12 verortet:
5.2 Anknüpfungspunkte für den Fuß- und Radverkehr
Der Verkehrsraum ist grundsätzlich von außen nach innen mit den entsprechenden Regelbrei-
ten für den Fuß- und Radverkehr (vgl. Kapitel 3.7 ) zu planen. So soll gewährleistet werden,
dass für Zufußgehende und Radfahrende ein attraktives und differenziertes Verkehrsnetz ent-
steht. Dabei sind ebenfalls reine Fuß- und Radverkehrsachsen zu berücksichtigen. Eine Ver-
knüpfung des Wegenetzes mit dem Bestand wird ausdrücklich erwartet.
Dies bedeutet für das Modellquartier 2 an der Busso-Peus-Straße:
Es sind sinnvolle und attraktive Vernetzungen zu den Bestandsquartieren im Südwes-
ten und Osten einzuplanen.
Abbildung 12 Fahrradnetz 2.0 mit möglicher Netzerweiterung
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Von der Busso-Peus-Straße im Osten ist sowohl eine weitere Fuß- und Radwegever-
knüpfung als Durchstich zur Röntgenstraße (zukünftig Basisroute des Fahrradnetz 2.0,
sog. Wissensstrahl) zu berücksichtigen als auch ein Einstich am Kreisverkehr Gieven-
becker Weg / Busso-Peus-Straße / Austermannstraße als Verlängerung der bereits
bestehenden Fahrradstraße auf der Heisenbergstraße, um jeweils attraktive Fuß- und
Radwegeverbindungen in die urbanen Wissensquartiere und in Richtung Science Bou-
levard zu ermöglichen.
Im Süden des Plangebiets soll das kleinere Teilquartier südlich der Appelbreistiege an
der Von-Esmarch-Straße optimal per Fuß- und Radweg angebunden werden.
Zwischen dem südlichen Bestandsquartier bzw. dem südlichen kleineren Teil des Plan-
quartiers und dem nördlichen Teil (getrennt durch Appelbreistiege) soll eine Nord-Süd-
Verbindung die Durchlässigkeit für Fuß- und Radverkehr sicherstellen.
Für die Verknüpfung in westliche Richtung (Wissensstrahl) ist ein Durchstich zwischen
der Waldorfschule und der St. Michael-Schule in das Plangebiet einzuplanen.
Zudem ist ein Durchstich aus nordwestlicher Richtung in das Plangebiet sinnvoll, um
hier eine Durchlässigkeit für Fuß- und Radverkehr sicherzustellen, soweit dies mit den
geplanten städtebaulichen Strukturen der Schulerweiterung in Einklang gebracht wer-
den kann.
Diese und w eitere Fuß- und Radewegeerschließungen sowie innerquartierliche Ver-
netzungen sind der entstehenden städtebaulichen Struktur und Ordnung anzupassen.
Siehe hierzu auch die Darstellung der Anknüpfungspunkte in Abbildung 13.
Abbildung 13 Fuß- und Radwegeerschließung in MMQ2
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Dabei sollten für die Nahmobilitätwegeplanung die (Hoch)Schulwege besondere Berücksich-
tigung finden, da hier besonders hohe Fuß- und Fahrradverkehrsströme zu erwarten sind.
Können für die Verknüpfung oder Erschließung relevante Wegeverbindungen aus eigentums-
rechtlichen Bedingungen nicht vorgesehen werden, sind Grunderwerbsverhandlungen seitens
Amt 23 erforderlich.
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6 Mobilstationen
Um die Verkehrsmittel des Umweltverbundes weiter zu stärken und inter - sowie multimodale
Wegeketten zu erleichtern, sollten a n geeigneten Stellen, an denen eine Verknüpfung von
Mobilitätsangeboten sinnvoll hergestellt werden kann, Mobilstationen vorgesehen werden. In
Abgrenzung zu klassischen Park & Ride- oder Park & Rail-Plätzen, die ausschließlich auf die
Verknüpfung von motorisiertem Individualverkehr mit dem Liniennetz der Busse und Bahnen
ausgerichtet sind, ist das Konzept der Mobilstationen offener angelegt und zielt auf die Ver-
knüpfung verschiedenster Mobilitätsangebote ab. Unter dem Stichwort „Mobility as a Service“
(MaaS) sollen den Menschen Mobilitätangebote in Zukunft einfach und bequem zugänglich
gemacht werden. Dabei geht es darum Mobilitätsangebote bedarfsgerecht für die Nutzungs-
dauer bereitzustellen, damit kein eigenes Verkehrsmittel erforderlich ist („Teilen statt besit-
zen“). Durch die räumliche Konzentration und verkehrliche Integration vielfältiger und unter-
schiedlicher Nutzungsbedarfe berücksichtigender Mobilitätsangebote im Rahmen von Mobil-
stationen können die Vorteile der einzelnen Angebote situationsabhängig k ombiniert sowie
deren jeweilige Nachteile kompensiert werden. Mobilstationen können in verschiedene Grö-
ßenklassen unterteilt werden (s . Mobilstationskonzept der Stadt Münster – Teil A: Qualitäts-
standards, Kapitel 8). Die Anzahl, Größe und konkrete Lokalisierung der Mobilstationen orien-
tiert sich an der Struktur und Ordnung des städtebaulichen Entwurfs, der Größe des Plange-
biets, der Nutzungsmischung und der ÖPNV-Linienführung. Es gelten in Anlehnung zu Halte-
stellen-Erschließungsradien anzusetzende Radien für Einzugsgebiete von Mobilstationen von
300-500 m. In den Mobilstationen ist eine standortspezifisch sinnvolle Kombination der folgen-
den Mobilitäts- und Serviceangebote unterzubringen:
Fahrradanlehnbügel
Lastenradstellplätze
Bike-Sharing-Stellplätze
Lastenrad-Sharing-Stellplätze
Sitzbänke
New-Mobility-Sharing-Flächen zum geordneten Abstellen von E-Scootern
Car-Sharing-Stellplätze (ausschließlich E-Car-Sharing)
E-Ladesäulen für Car-Sharing-Fahrzeuge
Trafostation (im EG der Mobilstation)
Bushaltestellen inkl. Wartehallen
Schließfächer/Ladeschränke
Anbieterunabhängige Packstation
Notruf-/Infosäulen/Dynamische Fahrgastinformation (DFI) (an den Bushaltestellen)
Fahrrad-Reparaturstationen
Im Modellquartier 2 an der Busso-Peus-Straße wird empfohlen, mindestens zwei modular auf-
gebaute Mobilstationen ei nzurichten. Mobilstationen soll en an einer Haup terschließung und
(möglichst) an Fahrradnetzverbindungen positioniert sein und einer größtmöglichen sozialen
Kontrolle unterliegen. Folgende Verortungen werden empfohlen:
Eine Mobilstation ist auf der Fläche östlich der Busso -Peus-Straße an der Kreuzung
Busso-Peus-Straße/ Planstraße vorzusehen. Mit dieser Verortung können auf östlicher
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Seite ebenfalls die bestehenden wissenschaftlichen Ei nrichtungen erschlossen wer-
den.
Eine zweite Mobilstation sollte zentral bis südwestlich im Plangebiet verortet werden.
Damit können ebenfalls Verkehre der beiden Schulen sowie Bestandswohnquartiere
im Westen aufgenommen werden. Auch der Bereich der Studierendenwohnheime im
Süden des Plangebiets liegt im Einzugsbereich der Mobilstation.
Die konkrete Verortung ist an die entstehende städtebauliche Struktur und Ordnung anzupas-
sen. Insgesamt sind im Rahmen der zwei Mobilstationen mindestens 2.100m² für die Angebote
des Umweltverbundes vorzusehen.
Ergänzend hinzu kommen Stellplätze für private Pkw inkl. E-Lademöglichkeiten, die als Quar-
tiersgaragen in die Mobilstationen integriert werden können (siehe Abschnitt Kfz -Verkehr).
Hierfür benötigte Flächen sind in der oben dargestellten Mindestfläche ausdrücklich nicht ent-
halten.
7 Anforderungen an ein autoarmes Quartier
Die im Kapitel 3.3 beschriebenen Entwicklungen stellen eine Fortschreibung der aktuellen ver-
kehrlichen Situation dar. Das bedeutet konkret, dass das bestehende Verkehrsverhalten mit
Blick auf die Fahrtenhäufigkeit, Reiseweiten und Verkehrsmittelwahl ähnlich bleibt, wie es bis-
lang in der Stadt Münster festzustellen ist. Bei einem bereits heute geringen Anteil des Kfz -
Verkehrs am Modal Split wird also auch für die neu zu entwickelnden Flächen von einem im
Vergleich mit anderen Städte n geringeren Zuwachs im Kfz -Verkehrsaufkommen ausgegan-
gen.
Um die ambitionierten Ziele, insbesondere den motorisierten Individualverkehr weiter massiv
zu reduzieren, zu erreichen, sind zusätzliche Maßnahmen des Mobilitätsmanagements erfor-
derlich. Die Maßnahmen betreffen dabei auch neu geplante Quartiere, die so gestaltet werden,
dass sie für Fuß, Rad und ÖPNV möglichst attraktiv geplant werden. Das spiegelt sich in den
Anforderungen, die in den Kapiteln 3.7 bis 6 dargestellt sind, bereits wider.
Wichtig bei der Auswahl der Maßnahmen ist, dass sie langfristig zu einer Reduzier ung des
Besitzes und der Benutzung von Kraftfahrzeugen führen, wobei die Erreichbarkeit für den Kfz-
Verkehr weiterhin gewährleistet wird.
Entscheidend für einen wirkungsvollen Einsatz von Mobilitätsmanagementmaßnahmen sind
Angebote, die
die Bedürfnisse der Zielgruppen befriedigen,
in der Lage gut integriert und gut erreichbar sind,
eine angemessene Laufzeit der Maßnahmen nachweisen und
eine ausreichende Kommunikation der Maßnahmen ausweisen.
Im Folgenden sind mögliche Maßnahmen des Mobilitätsmanagements als nicht abschließende
Liste aufgeführt.
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7.1 Durchmischung / heterogene Stadtstrukturen / Kurze Wege
Eine der wichtigsten Maßnahmen zur Kfz-Verkehrsreduzierung ist es, kurze Wege zu ermög-
lichen. Mobilitätsbedürfnisse, die aufgrund kurzer Wegelängen mit dem Rad oder Fuß erfüllt
werden können, tragen zu einem geringeren Kfz -Verkehrsaufkommen bei. Dazu gehören
Wege
zur Arbeit
zum Einkaufen (u.a. Dinge des täglichen Bedarfs)
zu Schulen bzw. Kindertagesstätten
zu sonstigen Dienstleistungen
zum Freizeiteinrichtungen
Attraktive und lebenswerte Wegenetze mit hoher Aufenthaltsqualität können diese Wirkung
unterstützen.
7.2 Kfz-Stellplatzangebot für Wohnungen
Kfz-Stellplätze für Wohnungen können durch Quartiersgaragen abgedeckt werden und sollen
dementsprechend nicht in unmittelbarer Standortnähe der Wohneinheiten liegen, sondern an
der Haupterschließung sowie möglichst am Rand des Quartiers. Entsprechend dem nachfol-
genden Punkt sollen Fahrzeuge grundsätzlich nicht im öffentlichen Straßenraum abgestellt
werden können.
7.3 Stellplätze und Parkraumbewirtschaftung für den Kfz-Verkehr
Im öffentlichen Straßenraum sollen für den Kfz -Verkehr nur Stellplätze für mobilitätseinge-
schränkte Personen, E-Carsharing-Fahrzeuge sowie für Lieferverkehr zur Verfügung stehen.
Gleichzeitig sollen verfügbare Parkplätze im öffentlichen Straßenraum flächendeckend bewirt-
schaftet werden. Die Bewirtschaftung kann über Bepreisung, zeitliche Einschränkung und Ad-
ressatenbeschränkung stattfinden.
7.4 Autofreie Teilquartiere
In Verbindung mit der zuvor beschriebenen Ordnung des ruhenden Verkehrs durch Quartiers-
garagen und der Bewirtschaftung im öffentlichen Raum, sollen durch die räumliche Aufteilung
der Straßeninfrastruktur und die Bebauung autofreie Teilquartiere entstehen. Als autofreie
Teilquartiere werden Bereiche verstanden, die gänzlich frei von fließendem und ruhenden Kfz-
Verkehr sind. Das wird ermöglicht durch eine Struktur der Erschließungsstraßen, die die Er-
reichbarkeit sichert, insbesondere auch Notfall - und Versorgungsfahrten sicherstellt, aber
keine engmaschige Befahrbarkeit ermöglicht. Dazu können beispielsweise Fahrradzonen bei-
tragen.
7.5 Lademöglichkeiten E-Mobilität
Ziel vieler vorgenannter Maßnahmen ist es, ein autoarmes Quartier zu gestalten . Gänzlich
autofreie Quartiersbereiche /-zonen sind ebenfalls mitzudenken. Um im Kfz-Verkehr den Anteil
an Elektrofahrzeugen zu erhöhen, ist die Errichtung von Ladeinfrastruktur sinnvoll. Dies ist
sowohl im öffentlichen Straßenraum relevant als auch in der Immobilienentwicklung bzw. bei
Stellplätzen im privaten Raum. So müssen private Kfz-Stellplätze entsprechend des Gebäude-
Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz (GEIG) mit Lademöglichkeiten für Elektroautos ausge-
stattet werden. Weiterhin sind Ladestationen bzw. Ladeschränke für E -Bikes und Pedelecs
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eine wichtig e Ergänzung, um Lademöglichkeiten in der E -Mobilität für den Radverkehr zu
schaffen.
7.6 Hochwertige und attraktive Radabstellplätze
Der zunehmende Wert von Fahrrädern, Pedelecs und E-Bikes erhöht den Bedarf an hochwer-
tigen, anteilig auch gesicherten Abstellplätzen. Abstellplätze, die über mehrere Stunden, bei-
spielsweise an Arbeitsplätzen, genutzt werden, sollten weiterhin einen Schutz vor Nieder-
schlag bieten. Fahrräder nehmen dabei zunehmend individuelle Formen an. Radabstellanla-
gen sollen auch z.B. mit Lastenrädern, Fahrradanhängern und Sonderrädern nutzbar sein.
7.7 Infrastruktur für Fahrradpendler
Für Arbeitnehmende sind längere Strecken per Rad häufig unattraktiv, da bei Arbeitgebern
entsprechende Infrastruktur wie Duschen, Umkleideräume und Trockenräume für Kleidung
und Ausrüstung fehlen. Bei neu geplanten Quartieren soll dem entgegengewirkt werden.
7.8 Gute ÖV-Anbindung
Eine gute ÖV-Anbindung ist ein wichtiger Baustein, um den Umweltverbund (Fuß, Rad, ÖPNV)
zu stärken. Dabei wird mit einer guten Anbindung nicht nur die innerörtliche Anbindung ermög-
licht, sondern auch die Verbindung zum überörtlichen öffentlichen Nah- und Fernverkehr her-
gestellt. Mit Konzepten wie beispielsweise den „Schnuppertickets“ kann das ÖPNV -Angebot
neuen Bewohnerinnen und Bewohner zugänglich gemacht werden. Umweltfreundliche Alter-
nativen zur Kfz-Nutzung werden somit frühzeitig aufgezeigt.
Wichtig ist dabei neben der Angebotsqualität (Takt, Haltestellendichte, Direktverbindungen)
auch die Aufenthaltsqualität an Haltestellen, die Information und Verbreitung, beispielsweise
durch Wegeweiser zu Haltestellen oder Verbreitung von Fahrplandaten in Wohnhäusern.
7.9 Gute Radverkehrsanbindung
Die Anbindung des Radverkehrs ist insbesondere in Münster bereits fester Bestandteil einer
Gebietsentwicklung. Wichtig ist, die relevanten Verkehrsbeziehungen in benachbarte Gebiete
zu identifizieren und entsprechend attraktive Verbindungen zu schaffen. Dabei ist einerseits
die Breite der Radverkehrsanlagen von Bedeutung, die je nach Verkehrsnachfrage die Regel-
breite überschreiten kann, und andererseits eine durchgängige Trassierung mit einer fahrrad-
freundlichen Gestaltung der Kreuzungsbereiche.
7.10 Mobilstationen / Sharing-Stationen
Mobilstationen werden ebenfalls bei vielen Gebietsentwicklungen bereits mitgedacht. Wichtig
ist hier ein alltagstaugliches Angebot im Bereich der Sharing-Angebote. Neben Car- und Bike-
sharing-Angeboten ist auch ein Lastenrad- oder sogar Transporter-Angebot denkbar. Das An-
gebot soll ergänzt werden um Pack stationen und Briefkästen oder weitere Serviceangebote
wie beispielsweise Fahrradservice-Stationen.
7.11 Elternhaltestellen und gelbe Füße für KiTas und Schulen
Kindertagesstätten und Schulen erzeugen verhältnismäßig viele Kfz-Fahrten durch Bring- und
Holverkehre. Dadurch wird auch das Unfallrisiko für Kinder erhöht. Zudem lernen Kinder damit
ein autoaffines Mobilitätsverhalten, welches auf der Fortbewegung per Kfz beruht. Sogenannte
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Elternhaltestellen sollen zur Kfz-Fahrtenvermeidung beitragen und gleichzeitig die Verkehrs-
kompetenz der Kinder stärken. Eine Elternhaltestelle ist ein ausgewiesener Haltebereich in
fußläufiger Distanz von KiTa- und Schulgebäuden, an dem Eltern ihre Kinder absetzen können
(Kiss & Ride -Zone). Von dort werden die Kinder optional zu vereinbarten Uhrzeiten bis zur
KiTA bzw. Schule zu Fuß begleitet. Gelbe Füße sind Bodenmarkierungen an markanten Punk-
ten auf öffe ntlichen Gehwegen. Gehende Füße weisen den Kindern die Richtung und ste-
hende Füße zeigen ihnen an, dass sie stehen bleiben und sich vergewissern müssen, ob die
Straße frei ist und überquert werden kann.
7.12 Verkehrsreduzierende Maßnahmen, Beispiel mobiles Arbeiten
Die vergangenen Monate haben gezeigt, dass das Verkehrsaufkommen stark veränderlich
sein kann. Dazu beigetragen haben auch viele Arbeitnehmende, deren Arbeitswege aufgrund
von mobilem Arbeiten nicht stattgefunden haben. Einige Firmen behalten diese Entwicklung
bei und bieten langfristig die Möglichkeit des mobilen Arbeitens an. Fahrten zur Arbeit werden
damit vermieden. Diese Entwicklung kann unterstützt werden durch Angebote, die das mobile
Arbeiten für Mitarbeitende und Firmen erleichtern, beispielsweise Coworking-Spaces, flexible
Tagesbüros und Ähnliches.
7.13 Kommunikationskonzept für bestehende Mobilitätsangebote im Quartier
Die Bereitstellung von Informationen über vorhandene Mobilitätsangebote ist ein essentieller
Bestandteil, der über die Akzeptanz und Nutzungsrate entscheidet. So können beispielswiese
Flyer und Broschüren als „Willkommens-Pakete“ verteilt werden, die vorhandenen Mobilitäts-
angebote in eine Nachbarschafts-App integriert oder persönliche Mobilitätsberatungen ange-
boten werden. Insbeso ndere für Menschen, die neu nach Münster ziehen, ist dies relevant.
Diese kennen sich häufig noch nicht gut in der Stadt und mit dem vorhandenen Verkehrsan-
gebot aus. Zudem stellt ein Umzug auch eine gute Gelegenheit dar, um vorhandene Routinen
im Mobilitätsverhalten zu überdenken.
Seite 37 von 37
8 Hinweise und Regelwerke
Dokument Quellangabe oder Verlinkung
Empfehlungen zur Anwendung und Weiter-
entwicklung von FGSV-Veröffentlichungen
im Bereich Verkehr zur Erreichung von Kli-
maschutzzielen [E Klima 2022]
Forschungsgesellschaft für Straßen- und
Verkehrswesen (FGSV), 2022
Merkblatt für die Anlage von Kreisverkehren
Forschungsgesellschaft für Straßen- und
Verkehrswesen (FGSV), Juli 2006
ISBN 3-937356-83-5
Richtlinie für die Anlage von Stadtstraßen
[RASt 06]
Forschungsgesellschaft für Straßen- und
Verkehrswesen (FGSV), November 2008
ISBN 978-3-939715-21-4
Empfehlungen für Radverkehrsanlagen
[ERA]
Forschungsgesellschaft für Straßen- und
Verkehrswesen (FGSV), Dezember 2010
ISBN 978-3-941790-63-6
Hinweise zur Nahmobilität – Strategien zur
Stärkung des nichtmotorisierten Verkehrs
auf Quartiers- und Ortsteilebene
Forschungsgesellschaft für Straßen- und
Verkehrswesen (FGSV), November 2014
ISBN 978-3-86446-083-8
Empfehlungen für Fußverkehrsanlagen
[EFA]
Forschungsgesellschaft für Straßen- und
Verkehrswesen (FGSV), September 2002
Handbuch für die Bemessung von
Straßenverkehrsanlagen [HBS]
Forschungsgesellschaft für Straßen- und
Verkehrswesen (FGSV), September 2015
ISBN 978-3-86446-103-3
Fahrradstraßen und Fahrradzonen Institut für innovative Städte, Thiemo Graf,
2021 (2. Auflage), ISBN 978-3-940217-32-5
Stellplatzsatzung der Stadt Münster
https://www.stadt-muenster.de/recht/orts-
recht/satzungen/detailansicht/satzungsnum-
mer/63.13
Velorouten der Stadt Münster https://www.veloregion.de/routen/
Radnetz 2.0 in Münster https://geo7.stadt-muenster.de/webgis/rad-
netz_20/
Mobilstationskonzept der Stadt Münster –
Teil A: Qualitätsstandards
https://www.stadt-muenster.de/session-
net/session-
netbi/vo0050.php?__kvonr=2004047435
Haushaltsbefragung 2019
https://www.stadt-muenster.de/session-
net/session-
netbi/vo0050.php?__kvonr=2004047857
Zwischenbericht Masterplan Mobilität 2035+
https://www.stadt-muenster.de/session-
net/session-
netbi/vo0050.php?__kvonr=2004050001
Entwicklung der urbanen Wissensquartiere https://www.muensterzukunft.de/leitthe-
men/urbane-wissensquartiere.html
Verkehrsministerium Nordrhein-Westfalen
zur Nahmobilität, 2022
https://www.vm.nrw.de/verkehr/nahmobili-
taet/index.php
Anlage_4_Auslobungsentwurf
257484 Zeichen
Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 1 - Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 2 - Münster Modellquartier 2 Busso-Peus-Straße Ausloberin Stadt Münster, Stadtplanungsamt, Albersloher Weg 33, 48155 Münster Auslobung zum städtebaulich-freiraumplanerischen Realisierungswettbewerb >> begrenzt offener, zweiphasiger Realisierungswettbewerb (RPW 2013), dem auf- grund der Schwellenwert-Überschreitung ein EU-Bewerbungsverfahren mit vorbehalt- licher Losziehung bei gleichen Qualifikationen vorgeschaltet ist. ENTWURF Stand 03. April 2023 Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 3 - IMPRESSUM Ausloberin Stadt Münster Stadtplanungsamt Albersloher Weg 33 48155 Münster Betreuung + Koordination FALTIN + SATTLER | FSW Düsseldorf GmbH Rathausufer 14, D-40213 Düsseldorf E-Mail: office@fsw-info.de Internet: www.fsw-info.de T.: +49(0)211.83.68.980 Moderation + Gesamtregie Jörg Faltin, FALTIN + SATTLER Redaktion | Team Modellquartiere 1 und 2 der Stadt Münster Mattias Bartmann, Christopher Festersen, Gerd Franke, Prof. Dr. Thomas Hauff, An- dreas Kurz, René Lutz gemeinsam mit FALTIN + SATTLER Antje Ehlert, Andreas M. Sattler, Jana Weiss Layout + Grafiken FALTIN + SATTLER | FSW Düsseldorf GmbH Fotos Jörg Faltin, FALTIN + SATTLER Miriam Juschkat Fotografie, Wesel Plangrundlagen und Luftbilder (falls nicht anders angegeben) Stadt Münster FALTIN + SATTLER, Düsseldorf © FSW 2023 Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 4 - Inhaltsverzeichnis Vorwort ...................................................................................................................... 7 01. EINFÜHRUNG ...................................................................................................... 8 02. SITUATION .......................................................................................................... 9 2.1 Münsters Modellcharakter par excellence: urban, grün, vernetzt .................... 10 2.2 Fünf Modellquartiere: Stadterweiterungsflächen und Konversionen ............... 12 2.3 Hintergründe und Vorbereitungsphase Modellquartiere 1 | 2 .......................... 12 2.4 Modellquartier 2 Kurzprofil .............................................................................. 23 03. DAS WERKSTATTVERFAHREN ...................................................................... 24 3.1 Werkstattarbeit ................................................................................................ 26 3.2 Bürgerinnen- und Bürgerideen für den Planungsprozess ............................... 30 3.3 Der Perspektivplan .......................................................................................... 32 04. AUFGABE .......................................................................................................... 37 4.1 Vernetzungen für eine gute Stadtraum- und Landschaftsintegration .............. 38 4.2 Differenzierung in Flächensegmente und Ziel eines urbanen Quartiers .......... 41 4.3 Leitfragen als Aufruf für gute Lösungen .......................................................... 43 05. HINWEISE .......................................................................................................... 48 5.1 Das städtebauliche Programm ........................................................................ 48 5.2 Wohnen ........................................................................................................... 49 5.3 Arbeiten ........................................................................................................... 51 5.4 Weitergehende Qualifizierungen mit den LoI-Partnern ................................... 58 5.5 Soziale Infrastruktur ........................................................................................ 68 5.6 Mobilität und Ruhender Verkehr...................................................................... 71 5.7 Die Ansprüche der Fachressorts im Einzelnen ............................................... 72 06. VERFAHREN ..................................................................................................... 94 6.1 Ausloberin und Betreuung ............................................................................... 94 6.2 Allgemeines .................................................................................................... 94 6.3 Wettbewerbsart ............................................................................................... 94 6.4 Vorbereitende, besondere Münster-Öffentlichkeitsbeteiligung ........................ 95 6.5 Kurzprofil der Aufgabe .................................................................................... 96 Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 5 - 6.6 Wettbewerbssummen ..................................................................................... 98 6.6.1 Wettbewerbssumme Phase 1 ................................................................... 98 6.6.2 Wettbewerbssumme Phase 2 ................................................................... 98 6.7 Konsequenzen aus dem Wettbewerb ............................................................. 98 6.7.1 Weitere Beauftragung nach Abschluss des Wettbewerbs ........................ 98 6.7.2 Städtebauliche und landschaftsplanerische Leistungen ........................... 99 6.8 Verhandlungsverfahren (im Anschluss an die Phase 2) ................................ 100 6.9 Schriftliche Teilnahmebestätigung und Einverständnis ................................. 100 6.10 Eigentum, Urheberrecht und Rücksendung ................................................ 100 6.11 Bekanntgabe ............................................................................................... 101 6.12 Verstöße ..................................................................................................... 101 6.13 Zulassung und Beurteilung der Wettbewerbsarbeiten ................................. 101 6.14 Haftungsausschluss und Verschwiegenheit ................................................ 102 6.15 Beurteilungskriterien ................................................................................... 102 6.16 Rückfragen .................................................................................................. 102 6.17 Anonymität (zur Phase 1 und 2) .................................................................. 103 6.18 Einlieferung / Abgabe .................................................................................. 103 6.18.1 Digitale Abgabe .................................................................................... 104 6.18.2 Physische Abgabe ................................................................................ 104 6.19 Hinweis zu Einschränkungen z.B. durch Pandemien .................................. 105 6.20 Planunterlagen ............................................................................................ 105 07. LEISTUNGEN .................................................................................................. 106 7.1 Phase 1 – digitale Abgabeleistungen (anonym) ............................................ 106 7.1.1 „Modellquartier 2 - Städtebauidee“ ......................................................... 106 7.1.2 Erläuterungsbericht ................................................................................ 107 7.1.3 Formblätter und Prüfpläne ...................................................................... 107 7.1.4 Präsentationsdatei (PDF Datei) .............................................................. 107 7.1.5 Bilddaten ................................................................................................ 107 7.2 Phase 1 - Analoge Abgabeleistungen (anonym) ........................................... 108 7.2.1 Städtebau-Arbeitsmodell ........................................................................ 108 7.2.2 Umschlag „Verfassererklärung” .............................................................. 108 7.3 Phase 2 - digitale Abgabeleistungen (anonym) ............................................. 108 7.3.1 „Modellquartier 2 - Stadtraumvernetzung“ .............................................. 108 Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 6 - 7.3.3 Erläuterungsbericht ................................................................................ 109 7.3.4 Formblätter und Prüfpläne ...................................................................... 109 7.3.5 Präsentationsdatei (PDF Datei) .............................................................. 110 7.3.6 Bilddaten ................................................................................................ 110 7.4 Phase 2 - Analoge Abgabeleistungen ........................................................... 110 7.4.1 Städtebaumodell M 1:1.000 .................................................................... 110 7.4.2 Umschlag „Verfassererklärung” .............................................................. 110 08. BETEILIGTE .................................................................................................... 112 8.1 Fachpreisrichterinnen und Fachpreisrichter .................................................. 112 8.2 Sachpreisrichterinnen und Sachpreisrichter .................................................. 112 8.3 Beratung ....................................................................................................... 112 8.4 Projektteam; und Vorprüfung ........................................................................ 113 8.5 Teilnehmende ............................................................................................... 113 8.5.1 Eingeladen ............................................................................................. 113 8.5.2 Aus dem EU-offenen Bewerbungsverfahren .......................................... 114 09. TERMINE ......................................................................................................... 116 Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 7 - Vorwort Wir leben in einer wissensbasierten Dienstleistungsgesellschaft, in der der Austausch und die Vernetzung zu den wichtigsten Quellen wirtschaftlicher Stärke zählen. Wirt- schaftliches Wachstum entsteht dort vor allem durch Innovation. Münster verfügt über e inen großen Pool an qualifizierten Arbeitskräften, zudem über innovative Unternehmen und eine der größten Universitäten Deutschlands. Neben den Geisteswissenschaften und ihren Exzellenzclustern sind es vor allem die Naturwissen- schaften und die Medizin mit ihrer Forschung und Lehre, die zur herausragenden Stel- lung der Universität beitragen. Die Forschungsaktivitäten der Universität sowie deren Absolventinnen und Absolventen führen beständig zur Ansiedlung weiterer for- schungsorientierter Unternehmen. Jüngste Beispiele sind diverse Ansiedlung en von Batterieforschungseinrichtungen – der Zukunftstechnologie schlechthin. Die Mitarbeitenden finden in Münster ein weltoffenes Klima vor, zu dem sie selbst mit ihrem Lebensstil beitragen, der Wünsche nach Diversität, Offenheit und Toleranz er- füllt und der breite kulturelle Interessen und differenzierte Konsumwünsche entwickelt. Worin könnte das Modellhafte der Modellquartiere 1 | 2 liegen? „Wir brauchen einen Überschuss an Möglichkeiten“ – (Zitat; Alexander Kluge - zur Frage was Innovationen begünstigt). Ein Überschuss an Möglichkeiten – und zwar in jeder Hinsicht, in wirtschaftlicher und wissenschaftlicher wie auch in integrativer, sozi- aler Hinsicht! Idealerweise entfalten die neuen Modellquartiere eine inspirierende Wirkung auf ihre Bewohnerinnen und Bewohner , Besucherinnen und Besucher sowie Beschäftigte – und ermöglichen im besten Fall ein vibrierendes Stadtteilerlebnis, wo Menschen aus verschiedenen Bereichen zusammenkommen und sich über ihre Gedanken, Lebens- stilprojekte, Geschäftsideen etc. austauschen. Innovation / Innovationsfähigkeit ist das zentrale Thema und Erfolgsversprechen wis- sensbasierter Entwicklung und wirtschaftlicher Prosperität von attraktiven Städten. Gleichzeitig sind die technische wie auch d ie soziale Innovationsfähigkeit entschei- dend für unsere Möglichkeiten zur Erreichung unserer Klimaschutzziele und Gestal- tung einer lebenswerten und selbstbestimmten örtlichen Gemeinschaft. Innovation lässt sich nicht verordnen. Innovation braucht das freie Spiel, den Mut zum Experi- ment, Offenheit für Neues, Möglichkeiten der Mitwirkung, aber auch einen klaren Rah- men in städtebaulich-technischer und rechtlicher Hinsicht. In dem Versprechen – und seiner konsequenten Umsetzung - Spielräume für die Nutzung, Gestaltung und Mitbe- stimmung bei der Planung und Entwicklung der Modellquartiere 1 | 2 zu ermöglichen, könnte das Modellhafte zum Tragen kommen. Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 8 - 01. EINFÜHRUNG >> gemeinsam: auf dem Weg zu einem Vorbildprojekt für Münster, innovativ und wegweisend Alle Modellquartiere 1 bis 5 zeichnet die Nähe zur Innenstadt und die kurzen Wege- beziehungen untereinander, aber auch zur Kernstadt aus. Gerade die Areale rund um den Landschaftsraum des Kinderbachbogens werden u.a. durch die Nähe zum Tech- nologiepark Münster, dem Leonardo-Campus und dem Wissenschaftspark südlich der Mendelstraße und der Entwicklung des Naturwissenschaftlichen Zentrums zum Natur- wissenschaftlichen Zentrum Plus (NWZ Plus) positiv vorgeprägt. Die hier vorhandenen und über die neuen, innovativen Modellquartiere zu stärkenden Nutzungsangebote – rund um wissenschaftsnahe Wirtschaft, Forschung, Lehre und anderen Dienstleistun- gen, Sport und Naherholung par excellence , zudem dem Wohnen in allen Facetten inkl. Studentisches Wohnen - sind von gesamtstädtischer Bedeutung. Gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern wurden für die Modellquartiere 1 | 2 grund- sätzliche, städtebauliche Zielvorstellungen für die Bereiche südlich Steinfurter Straße / westlich Austermannstraße / östlich Wasserweg (Modellquartier 1 ) und westlich Busso-Peus-Straße / südlich Gievenbecker Weg / nördlich Von-Esmarch-Straße (Mo- dellquartier 2) definiert. Die zentralen Zielaussagen wurden in je einem Perspektivplan grafisch zusammenge- fasst, die nun auch als Grundlage für städtebauliche Qualifizierungsverfahren in Form der Wettbewerbe dienen. Aufgrund seines städtebaulichen Potenzials und seiner prominenten Lage am nord- westlichen, bedeutenden Wissenschaftsstandort – zudem in unmittelbarerer Näh e zum kleinen Stadtteilzentrum Gievenbeck – soll das Modellquartier 2 in naher Zukunft realisiert werden. Gesucht wird über die Wettbewerbsbeiträge ein zukunftsweisendes, den Anforderun- gen des 21. Jahrhunderts gerecht werdendes, städtebaulich -freiraumplanerisches Konzept sowie Ideen für ein soziales, durchmischtes und damit produktiv-urbanes, verkehrlich innovatives, grünes, klimaangepasstes, gesundes und mit neuen bzw. ge- stärkten Freiräumen ausgestattetes Quartier, welches darüber hinaus die gesellschaft- liche Vielfalt widerspiegelt und bedarfsgerecht nutzbar ist. Unterschiedliche Lebenssi- tuationen der zukünftigen Nutzerinnen und Nutzer jeden Alters und jeden Geschlechts sollen im gesamten Planungsprozess berücksichtigt werden. Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 9 - Die Modellquartiere 1 – 5 im Stadtgefüge Münsters 02. SITUATION >> spannend: der Nordwesten als ein wichtiges Stadterweiterungsareal für das wachsende und erfolgreiche Münster mit der landschaftlichen Mitte des Kinder- bachbogens Im Rahmen der Münster Zukünfte 20 | 30 | 50 und des Integrierten Stadtentwicklungs- konzepts (ISEK 2030) wurde das Leitthema „Urbane Wissensquartiere“ erarbeitet. Ergebnis einer anschließenden internationalen Ideenwerkstatt war u.a., dass mit der Er- weiterung des Wissenschaftsparks westlich der Busso-Peus-Straße (Modellquartier 2) als ein gemischtes urbanes Wissensquartier der Brückenschlag zum Stadtteil Gieven- beck gelingen kann. Der Rat der Stadt Münster hat am 26. August 2020 auf Basis der Vorlage V/0417/2020 den Grundsatzbeschluss gefasst, die Fläche zwischen Busso-Peus-Straße, Gievenbe- cker Weg und Appelbreistiege in den nächsten Jahren städtebaulich zu entwickeln. In Ergänzung zu dem v. g. Ratsbeschluss so ll auch die Teilfläche südlich der Appel- breistiege, nördlich der Von-Esmarch-Straße (Flurstück Nr. 293) in die geplante Quar- tiersentwicklung mit einbezogen werden, da diese planerisch zur Verfügung steht. Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 10 - 2.1 Münsters Modellcharakter par excellence: urban, grün, vernetzt Um die Zielsetzung zu den Modellquartieren 1 | 2 einzuordnen, ist eine Betrachtung des gesamtstädtischen Kontextes naheliegend. Charakteristisch für Münsters Innen- stadt sind einerseits ihre urbanen Qualitäten mit kompakten städtebaulichen Strukturen, Dichten und Nutzungsmischungen, sozialer und kultureller Vielfalt sowie ihren beleb- ten öffentlichen Räumen mit hoher Aufenthaltsqualität. Andererseits besticht sie durch viel Grün und ihre Grünverbindungen in die sie umgebende Münsterländer Parkland- schaft. Ein Schlüsselthema der strategischen Stadtentwicklung Münsters ist daher die Weiterent- wicklung der Münster schen Stadt-Landschaft. Es gilt, die vorhandenen Qualitäten der urbanen Innenstadt mit den Qualitäten der an sie angrenzenden Parklandschaft, die an vielen Stellen über die bestehenden Grünzüge prägnant und gut erlebbar in das Herz der Stadt hineinragt, weiterzuent wickeln und Vernetzungsqualitäten innerhalb der Münsterschen Stadt-Landschaft zu stärken und auszubauen. Die zukünftigen urbanen Qualitäten Münsters sollen dabei verstärkt in den Fokus genom- men werden. Hierfür haben die bestehenden Potenzial - und Transformationsräume, die insbesondere von Nordwesten nach Südosten quer durch die innere Stadt verlau- fen, eine herausragende Bedeutung. Münsters Innenstadt mit der pittoresken Altstadt innerhalb des Promenadenrings als Nukleus der Gesamtstadt steht für Behaglichkeit und ein rei ches historisches Erbe. Sie soll zukünftig noch grüner, klimagerechter, inklusiver und mehr auf die vielfältigen Be- dürfnisse der Menschen ausgerichtet werden. Die neuen im Nordwesten und Südos- ten an die Innenstadt angrenzenden Modellquartiere sollen mit der Innenstadt in enge räumliche Wirkungszusammenhänge gebracht werden und diese mit großstädtischem Flair, neuer Urbanität und noch mehr Vielfalt ergänzen. In diesem Sinne sollen auch die ausgewählten Standorte der neuen Münster Modell- quartiere 1 | 2 an der Steinfurter Straße und an der Busso-Peus-Straße über die Kern- stadt hinweg bis zu den neuen Modellquartieren 3 | 4 | 5 im Bereich der Stadthäfen im Kontext einer weiter wachsenden Stadt stadträumlich und funktional in Beziehung zueinander gesetzt werden. Auch zwischen den neu entstehenden Modellquartieren 1 und 2 sollen räumlich-funktionale Synergien entstehen. So entsteht eine zukunftsfä- hige und vernetzte Stadt mit noch mehr Lebensqualität und Attraktivität. Diese stadträumlich-funktionale Vernetzung ist unabdingbarer Bestandteil der weiteren Stadtentwicklungsstrategie. Daher sollen die neuen Münster Modellquartiere entspre- chend ihren spezifischen Begabungen für ein zukunftsfähiges, urbanes und lebendiges Münster entwickelt und zügig realisiert werden. Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 11 - Areale der Modellquartiere 1 | 2 im Landschaftsraum Kinderbachbogen In Hinblick auf eine künftige stadt -, umwelt- und klimafreundliche Mobilität bieten alle Modellquartiere 1 bis 5 einzigartige Chancen und Qualitäten: Vom Domplatz aus star- tend sind mit dem Fahrrad in jeweils ca. 15 Minuten Fahrtzeit in nordwestlicher Rich- tung die geplanten neuen Modellquartiere 1 | 2 und in der anderen südöstlichen Rich- tung die künftig zu entwickelnden Münster Modellquartiere 3 | 4 | 5 zu erreichen. Das Leitbild der „Stadt der kurzen Wege“ kann durch die Herstellung einer vorbildlichen Mobilität in Münster mit Leben gefüllt werden. Im Sinne einer integrierten Stadtentwick- lung sollen zukunftsfähige und nachhaltige neue Stadtquartiere geplant, entwickelt und realisiert werden, die nicht isoliert für sich betrachtet, sondern mit der für Münster typi- schen Stadt-Landschaft vernetzt werden. Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 12 - 2.2 Fünf Modellquartiere: Stadterweiterungsflächen und Konversionen Münster steht in den nächsten Jahren vor der Herausforderung eines hohen Wachs- tumsdrucks und ist daher auch gefordert, innerstädtische Randbereiche für neue Stadtquartiere in den Blick zu nehmen. Aus diesem Grund rücken neben der Entwick- lung geeigneter Flächen im Nordwesten der Stadt auch die umzunutzenden Flächen im Südosten im Bereich der Stadthäfen entlang des Stadt- und Landschaftsraums am Dortmund-Ems-Kanal in den Fokus der Münsteraner Stadtentwicklung. Daraus abgelei- tet wurden alle insgesamt 5 urbanen Münster Modellquartiere 2022 über zwei Werk- stattverfahren mit der Beteiligung der Münsteranerinnen und Münsteraner für eine ge- staffelte Realisierung vorbereitet, um Münster zu einem Vorbild für urbane Zukunfts- quartiere zu machen. Die Entwicklung der Modellquartiere 1 bis 5 muss dabei mit ho- hen städtebaulichen Qualitäten einhergehen. Zudem müssen diese das positive Le- bensgefühl und die besondere Stadtatmosphäre Münsters widerspiegeln. Durch ein Um- und Weiterdenken in den unterschiedlichsten Handlungsfeldern sollen nachhaltige stadträumliche, funktionale, soziale, ökologische, stadttechnische, verkehr- liche und wirtschaftliche Qualitätsanforderungen geplant und umgesetzt werden. Die Quartiere sollen dabei einen Modellcharakter entwickeln, um so zu vorbildlichen Zu- kunftsquartieren zu werden. Je nach spezifischer Begabung des jeweiligen Standortes gehören zu diesen Handlungsfeldern: eine Verknüpfung zwischen Wohnen und Arbeiten, Forschen und Entwickeln eine Nutzungsmischung auf allen Ebenen: im Quartier, im Block, im Gebäude Verknüpfung zwischen den Nutzungsbausteinen nach Gender Mainstreaming-Kri- terien (Berücksichtigung unterschiedlichster Bedarfe und Auswirkungen auf Ge- schlechter entsprechend ihrer Lebenssituationen) belebte Erdgeschosse durch Gastronomie, kulturelle und soziale Gemeinschaftsein- richtungen, konsumfreie Räume, Handwerk, Kreativwirtschaft und vieles mehr neue Wohnformen mit inklusiven Angeboten, geförderter Wohnraum, Möglichkei- ten für Baugruppen und Genossenschaften, studentisches Wohnen ein Miteinander unterschiedlichster Bevölkerungs- und Altersgruppen angemessene Dichten mit im Regelfall vier- und fünfgeschossigen Basis-Gebäude- modulen, die sparsam mit Grund und Boden umgehen gemeinschaftliche Räume in Gebäuden und im Quartier öffentliche und gemeinschaftliche Freiräume mit hoher Aufenthaltsqualität eine zukunftsfähige Mobilität sowie autofreies Wohnen in Teilquartieren klimaneutrale Quartiersentwicklung und sensibles Wassermanagement partizipative Prozesse und Qualitätsvereinbarungen 2.3 Hintergründe und Vorbereitungsphase Modellquartiere 1 | 2 Das Modellquartier 2 liegt im Stadtteil Münster-Gievenbeck, welcher zum Stadtbezirk West zählt und sich im Norden bis zur Steinfurter Straße, im Osten bis zur Busso - Peus-Straße, im Süden bis zur Roxeler Straße und im Westen bis zur Autobahn 1 und Münsterschen Aa erstreckt. Vorrangig in den letzten Jahrzehnten hat sich Gievenbeck städtebaulich stark verändert, da der Stadtteil wächst und sich weiter nach Südwesten Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 13 - ausdehnt. Kein anderer Stadtteil Münsters stand und steht so im Zeichen des expan- dierenden Wohnungsbaus wie Gievenbeck. Durch die wachsende n Hochschulen und das Universitätsklinikum Richtung Westen entwickelte sich Gievenbeck zu einem Ort auch für Universitätsangehörige sowie Stu- dierende. Vorrangig zu Beginn der 1970er Jahre stand die Schaffung von Wohnraum für Studierende im Fokus der Bautätigkeit. Ein erneuter Expansionsschub setzte in den 1980er Jahren ein und machte Gievenbeck zu einem großstädtischen Wohnstand- ort. Auch heute trägt Gievenbeck erheblich zum erfolgreichen Münsteraner Stadtwachs- tum bei. Entwicklungen wie die Konversion der Oxford -Kaserne zu einem Wohnquar- tier oder auch die Bestrebungen, die Modellquartiere 1 | 2 zu urbanen und nutzungs- durchmischten Gebieten zu gestalten, sind Ausdruck der Stadtentwicklungsstrategie im Nordwesten der Stadt. Das Zentrum Gievenbecks Vor dem Hintergrund der Entwicklungs - und Wachstumsperspektiven des Stadtteils rückt auch das Ortszentrum Gievenbecks in den Blick. Es liegt in nächster Nähe zum Modellquartier 2 und verfügt über Angebote des täglichen Bedarfs, Busanbindungen bis in die Innenstadt Münsters, Ärzte sowie zahlreiche kulturelle und soziale Einrich- tungen. Die Ortsmitte soll künftig u. a. durch die Neugestaltung der öffentlichen Räume aufge- wertet werden. So sollen vorrangig die zentralen Bereiche rund um die Kirche St. Mi- chael qualifiziert werden, um eine neue Aufenthaltsqualität entfalten zu können. Be- standteil dabei ist die Reduktion des Kfz-Verkehrs, der Ausbau der Rad - und Fuß- wegeverbindungen, die Stiftung von Aufenthaltsqualität und die Schaffung weiterer, das kleine Zentrum stärkende Angebote, welche die Grundversorgung gewährleisten. Gerade für das neue Modellquartier 2 in direkter Nachbarschaft an der Appel- breistiege ist die Nähe zum Zentrum von Gievenbeck ein hervorragender Standortvor- teil und ein stadträumlicher Anknüpfungspunkt. Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 14 - Gievenbeck-Mitte: Zwischen Tradition und Aufbruchstimmung Die Freie Waldorfschule in Gievenbeck Neben dem Ortszentrum grenzt im Nordwesten des Plangebiets die Freie Waldorf- schule an das neu zu planende Modellquartier 2 an. Seit 1993 ist die Waldorfschule ein zentraler Bestandteil Gievenbecks. Der Schule ging ein Waldorfkindergarten am Gescherweg voraus, welcher um ein schulisches Angebot erweitert wurde. Der Stand- ort bot jedoch keine Erweiterungsfähigkeit und wies keine langfristige Perspektive für die wachsende Schule auf. Nach langen Verhandlungen fand sich 1987 ein geeignetes Grundstück am Rudolf -Steiner-Weg 11. Es entstand eine standortangepasste und dem städtebaulichen sowie landschaftlichen Umfeld angepasste Baugestalt, welcher auch die anschließend realisierte Kindertagesstätte und der zum kulturellen Leben Gievenbecks beitragende Festsaal folgten. Heute bildet die Waldorfschule ca. 400 Schülerinnen und Schüler aus, wobei die Nach- frage nach Schulplätzen hoch ist. Aus diesem Grund ist eine Erweiterung der Schule in Planung. Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 15 - Die Freie Waldorfschule am Rudolf-Steiner-Weg 11 (Rückseite mit Schulhof) Wissensquartiere Mit Münster ist das Bild einer Hochschul- und Studierendenstadt unlösbar verbun- den. Die Westfälische Wilhelms-Universität (WWU) ist die fünftgrößte deutsche Universität. Sie allein bildet zurzeit mit dem Universitätsklinikum (UKM) zusammen rund 45.000 Studierende aus. Beide haben eine herausragende Bedeutung als Ar- beitgeber. Zusammen mit den weiteren Hochschulen, allen voran die FH Münster, hat Münster rund 65.000 Studierende insgesamt und gehört damit in den Kreis der europäischen Städte mit dem höchsten Studierendenanteil. Die Universität und die FH Münster be sitzen auch in der Forschungslandschaft eine hohe Reputation. Die WWU hat 2018 den Zuschlag für zwei „Exzellenzcluster“ erhalten und verfolgt die Strategie „Exzellenz integriert “: Lehre, Forschung und Wissenstransfer in die Stadtgesellschaft werden als unmittelbarer Zusammenhang gesehen und die Wechselbeziehung zwischen Universität und Stadt hervorgeho- ben. Die Leistungsstärke in verschiedenen Forschu ngsfeldern besitzt auch eine Sog- kraft für die Wirtschaft. Zahlreiche Unternehmen und außeruniversitäre For- schungseinrichtungen von Max -Planck-, Fraunhofer- und Helmholtzgesellschaft , das Nano-Bioanalytik-Zentrum und Weitere suchen die Nähe zu den Hochschulen und zum Universitätsklinikum. Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 16 - Diese Nachfrage hat in der Nachbarschaft zu den außen liegenden Standorten der Universität, der FH Münster und des Universitätsklinikums den Aufbau des Tech- nologie- und des Wissenschaftsparks begründet, die sich insbesondere in den letzten Jahren positiv entwickelt haben und die nun mit der Aktivierung der beiden Wettbewerbsflächen für die urbaneren und durchmischteren Modellquartiere 1 und 2 in eine nächste Planungsphase überführt werden können. Obligatorisch ist dabei die Umsetzung in städtebaulich -freiraumplanerische Kon- zepte, die auf die jeweils unterschiedlichen Standortbegabungen eingehen und je ein stark durchmischtes Modellquartier und somit einen vorbildlichen und urbanen Beitrag für Münster im Sinne einer lebendigen Stadterweiterung an der Schnittstelle zur Kulturlandschaft rund um den Kinderbachbogen ergeben müssen. Die Wissenschaft ist einer der wesentlichen Treiber für eine zukunftsorientierte Stadt- entwicklung von Münster. Als ein räumlicher Schwerpunkt mit herausragenden For- schungsinstituten, hochinnov ativen Unternehmen sowie einem intensiven Wissens - und Technologietransfer hat sich in den letzten Jahrzehnten der Wissenschaftspark südlich der Mendelstraße, westlich der Corrensstraße und östlich der Busso -Peus- Straße entwickelt. Hier sind u. a. der Technologiehof Münster, das Zentrum für Nano- technologie (CeNTech), das Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin (MPI), das Nano-Bioanalytik-Zentrum (NBZ) sowie das Center for Soft Nanoscience (SoN) ent- standen. Als aktuellste Errungenschaft kommt der N eubau des Multiscale Imaging Center (MIC) an der Röntgenstraße hinzu. Die genannten Einrichtungen (einschließ- lich des MIC) bieten heute bereits ca. 1.200 Arbeitsplätze. Im Technologiehof, im CeNTech und auch im Nano-Bioanalytik-Zentrum sind die über- wiegenden Nutzerinnen und Nutzer forschungsaffine Unternehmen – im wesentlichen Technologieunternehmen mit intensiven Kooperationen mit der Wissenschaft. Damit bildet der heutige Wissenschaftspark bereits einen zentralen Ort der Wissenschafts- stadt Münster, wo Au stauschprozesse zwischen Wissenschaft und Wirtschaft ideale Rahmenbedingungen vorfinden und auch zukünftig weiter haben sollen. Im Sinne einer Weiterentwicklung des Wissenschaftsparks werden aktuell zudem mehrere Erweiterungsvorhaben diskutiert, die im heu tigen Bestand zum Beispiel im Rahmen der Nachverdichtung auf PKW -Stellflächen bzw. institutsangrenzenden Er- weiterungsflächen erfolgen sollen. Auch kommt dem Thema „Förderung des studenti- schen Wohnens“ im Wissenschaftspark eine wichtige Rolle zu. So hat das Studieren- denwerk durch Nutzung seines Parkplatzes die Wohnanlage an der Busso -Peus- Straße jüngst im Jahr 2020 erweitert. Der Wissenschaftspark erfährt seine besondere Lagegunst durch die räumliche Nähe zum Naturwissenschaftlichen Zentrum der WWU, zum Fachhochschulzentrum und zu Einrichtungen des Universitätsklinikums. Für bereits etablierte und wachsende Tech- nologieunternehmen bot zudem bisher der nahe gelegene Technologiepark südwest- lich der Steinfurter Straße, südöstlich der Austermann straße Ansiedlungsflächen. In direkter Nachbarschaft hierzu ist aktuell das urbane Modellquartier 1 für Wohnen, Arbeiten und Technologie in der Vorbereitung. Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 17 - Im Rahmen der MünsterZukünfte 20|30|50 und hier der Initiative „Gutes Morgen Müns- ter“ fand Mitte 2018 ein Zukunftsspaziergang mit den Spitzen der Stadtverwaltung und wissenschaftsnahen Akteurinnen und Akteuren am Standort statt, der von einem brei- ten Wissenschaftsbündnis ausgerichtet wurde (Gesellschaft für Bioanalytik e.V., Tech- nologieförderung Münster GmbH, CeNTech GmbH, Bau- und Liegenschaftsbetrieb / BLB und Universitätsklinikum / UKM). Einhelliges Ergebnis war, dass Erweiterungs- möglichkeiten für Wissenschaftseinrichtungen, einschließlich des Universitätsklini- kums, für wissensaffine Unternehmen und für studentisches Wohnen benötigt werden. Konkret wurde aufgezeigt, dass der Wissenschaftspark dringend erweitert werden muss, um Standortvorsorge für neue Forschungsinstitute in Verbindung mit urbanen Wohnformen für Studierende, für in der Wissenschaft und am UKM Tätige zu schaffen sowie einen Brückenschlag zum Stadtteil Gievenbeck schlagen zu können. Auf dem erprobten Fundament der Beziehungen innerhalb der Wissenschaft wurde daher eine gemeinsame Allianz für die Wissenschaft in der Fläche entwickelt. Verbund der LoI-Partner Hierzu haben die Universität Münster, die Fachhochschule Münster, das Universitäts- klinikum Münster, das Studierendenwerk Münster, der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) Niederlassung Münster und die Stadt Münster den Letter of Intent (LoI) „Wi s- senschaftsstadt der Zukunft“ abgeschlossen. Ziel dieses Bündnisses ist es, eine ge- meinsame Strategieentwicklung und ein städtebauliches Entwicklungskonzept für die Wissensquartiere zu erarbeiten. Leitorientierung des Bündnisses ist die Schaffung ur- baner W issensquartiere mit einer funktionalen Durchmischung der wissenschaftlich geprägten Strukturen. Dies soll für noch bessere Rahmenbedingungen für Forschung und Lehre in den verschiedenen Wissensquartieren im gesamten westlichen Bereich der Innenstadt sorgen. Mit der nun geplanten Erweiterung des Wissenschaftsparks über das Modellquartier 2 westlich der Busso-Peus-Straße, für die das Areal aufgrund seiner räumlichen Nähe zu den bereits östlich gelegenen wissenschaftlichen Einrichtungen geradezu prädes- tiniert ist, soll eine zukunfts- und zielorientierte Flächenvorsorge zur Ansiedlung von weiteren Hochschul- und Forschungseinrichtungen sowie wissenschaftsnahen Unter- nehmen vorgenommen werden. Hinzu kommt das Thema hochschulaffines Wohnen, da insbesondere die Hochschulentwicklung und der Bau neuer Wohnheimplätze mit- einander verzahnt werden sollen. Diese Lagequalität ist in der Stadt Münster nur hier gegeben und soll daher sorgsam in Wert gesetzt werden. Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 18 - Exkurs 1 „Eckpunkte rund um die Wissensquartiere“ Folgende Eckpunkte dokumentieren die Entwicklungserfordernisse und -potenziale in den bestehenden Wissensquartieren im Umfeld der beiden Wettbewerbsgebiete Mo- dellquartier 1 | 2 und sind somit Gegenstand der nächsten Entwicklungsphasen: Nutzungsmischung: Die Hochschul- und Wissenschaftsquartiere sollen – als Schlüs- sel für lebendige Stadträume – eine größere Nutzungsmischung aufweisen. Mehr Wohnen und Versorgungsangebote für den täglichen Bedarf stehen dabei generell im Vordergrund. Für den Anspruch der Nutzungsvielfalt und der Lebendigkeit ist auf die Nutzung der Erdgeschosse im Bestand und bei Neubauprojekten ein besonderes Au- genmerk zu legen. Trotz modernster Architektur noch wenig Nutzungsmischungen in direkter Nachbarschaft (Nano-Bioanalytik-Zentrum Münster) Leistbares Wohnen: Der hochpreisige Wohnungsmarkt ist ein erhebliches Hemmnis bei der weiteren Wohnungsversorgung der Studierenden und des Personals der Uni- versität, UKM und der Hochschulen. Es wird daher neben den Entwicklungsabsichten der Modellquartiere 1 | 2 auch sorgfältig geprüft, ob der vorhandene Bestand an Lie- genschaften im öffentlichen Eigentum – vorrangig untergenutzte Flächen wie überdi- mensionierte Parkplätze und Straßenräume – für die Beseitigung dieses Engpasses herangezogen werden können. Orte der Begegnung: Um die Leitidee räumlich und funktional hervorzuheben, sollten in den einzelnen „Wissensquartieren“ kleine Plätze oder Mini-Parks als Kristallisations- punkte gebaut und ihnen nach Wiener Vorbild „ Quartiershäuser“ als Anker mit ge- mischten Nutzungen wie Nahversorgung, Gemeinschafts - und Arbeitsräumen, Labs, Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 19 - Wohnungen für Studierende zugeordnet werde. Denn den multifunktionalen und infor- mellen Orten kommt für den Austausch von Wissen und Erfahrung ein e zunehmende Bedeutung zu. Nutzungsüberlagerung: Viele Flächen sind untergenutzt, ob als Parkplatzflächen, als Restflächen oder mit eingeschossiger Bebauung. Auch die zeitliche Nutzung von Flä- chen und Räumen ist oftmals sehr ineffizient. In einer räumlichen, funktionalen und zeitlichen Überlagerung sowie einer effizienteren Ausnutzung der bestehenden Raum- ressourcen wird auch eine stärkere Belebung der Standorte gesehen. Mobilitätskonzept: Die Verbindungen zu und zwischen den Standorten der Wissen- schaft sollen künftig weniger autobasiert sein, um die Verkehrsbelastungen zu mini- mieren. Dafür gilt es schnelle und komfortable Routen für den Rad - und den öffentli- chen Verkehr auszubauen und an den hoch frequentierten Standorten Mobilstationen anzubieten. Potenziale dafür liegen in überdimensionierten Straßenräumen (Correns- straße, Mendelstraße, Henriette-Son-Straße), die eine Neuaufteilung oder eine Um- widmung erfahren sollten. Zudem sind die digitalen Möglichkeiten eines multimodalen Verkehrsmanagements auszuschöpfen. Aufwertung der öffentlichen Räume: Die separierten Standorte der Universität , Hochschulen sowie auch des Wissenschafts- und Technologieparks sollen räumliche Kristallisationspunkte mit Aufenthalts qualität erhalten. Dazu gilt es, die öffentlichen Räume, die Straßenräume, Wegeverbindungen, Grünflächen und Parks gestalterisch und funktional aufzuwerten. Es gilt auch, ein hohes Maß an Durchlässigkeit und viel- seitigen Verknüpfungen durch Wege- und Grünverbindungen im Kleinen (z.B. zur Ver- knüpfung des Wissenschafts- und Technologieparks) zu schaffen. Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 20 - Vorbereitungen Der Bereich westlich der Busso-Peus-Straße (Modellquartier 2) wurde auf Basis des o. a. „LoI“-Prozesses im Rahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK 2030) und der Münster Zukünfte 20|30|50 sowie als Teil des Leitthemas „Urbane Wis- sensquartiere“ – ebenso wie die Fläche für das Modellquartier 1 an der Steinfurter Straße – als ein Schwerpunktraum in der 2019 durchgeführten internationalen Ideen- werkstatt betrachtet. Es wurde aufgezeigt, dass mit der Erweiterung des Wissen- schaftsparks westlich der Busso-Peus-Straße als ein gemischtes sowie urbanes Mo- dellquartier 2 auch der Brückenschlag zum benachbarten Stadtteil Gievenbeck gelin- gen kann. Das nun zu aktivierende ca. 18 ha große Areal westlich der Busso -Peus-Straße ist bereits als „Allgemeiner Siedlungsbereich“ im Regionalplan Münsterland dargestellt und seit mehreren Jahren Bestandteil der Wohnsiedlungsflächenkonzepte 2025 und 2030 der Stadt Münster sowie des städtischen Wohnbaulandprogramms. Die gemein- same Arbeit der Bün dnispartnerinnen und -partner am Thema MünsterZukünfte 20|30|50 und hier insbesondere an der „Wissenschaftsstadt der Zukunft“ hat allerdings verdeutlicht, dass eine Erweiterung des Wissenschaftsparks dringend erforderlich ist und daher die ursprüngliche Zielvorstellung „Wohnen“ für die in Rede stehende Fläche in Richtung gemischter urbaner Modellquartiere mit integrierten, ggf. spezifischen Wohnnutzungen weiterzuentwickeln ist. Die mit der Weiterentwicklung des Wissenschaftsparks verbundenen übergeordneten Ziele und die im Zuge der Gebietsentwicklung vorgesehene Umsetzung von integralen zukunftsweisenden Konzepten für Mobilität, Klimaschutz, Stadtentwässerung sowie Ökologie und Freiraumqualität erfordern eine umfassende planerische Programmie- rung sowie ein koordiniertes Vorgehen der beiden angestrebten räumlich und funktio- nal in Bezug stehenden Quartiersentwicklungen westlich der Busso-Peus-Straße (Mo- dellquartier 2) und südwestlich der Steinfurter Straße ( Modellquartier 1). Die Stadt Münster hat daher 2020 beschlossen, eine breite Beteiligung der Öffentlichkeit im Rah- men eines mehrstufigen Werkstattverfahrens sowie darauf aufbauender separater städtebaulich-freiraumplanerischer Wettbewerbe durchzuführen. Zur Realisierung des geplanten Modellquartiers 2 westlich der Busso -Peus-Straße wird eine kooperative Baulandentwicklung mit dem einzig betroffenen Grundstücksei- gentümer (Land NRW Münsterscher Studienfonds) angestrebt, wobei in Hinblick auf eine Realisierung von neuen flächenanteiligen Wohnnutzungen diese unter den Re- gularien der „Sozialgerechten Bodennutzung Münster (SoBoMü)“, d.h. Flächenabgabe und Kostenbeteiligung zu entwickeln sind. Die Ergebnisse in Form der städtebaulichen Programmierung sind nun Teil dieser Wettbewerbsauslobung. Zusammenfassung der Ziele Das aus den o. a. Hintergründen, Rahmenbedingungen und Erfordernissen überge- ordnete Ziel für die angestrebte Entwicklung eines neuen urbanen Stadtquartiers im Bereich westlich der Busso-Peus- Straße ist die Erweiterung des Wissenschaftsparks Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 21 - sowie die Schaffung eines Ang ebotes zur Deckung des in Münster bestehenden er- höhten Bedarfs an Wohnraum. Die daraus abgeleiteten Ziele für die angestrebte Mo- dellquartiersentwicklung können wie folgt zusammengefasst werden: Eine angemessen hohe städtebauliche Dichte bei gleichzeitiger Schonung des angrenzenden Freiraums, Integraler Quart iersentwicklungsansatz, bei dem von vornherein das Thema Wasser / Entwässerung gleichwertig zu anderen Themen wie z.B. Mobilität und Wohnraumentwicklung mitgedacht wird, eine urbane Nutzungsmischung mit gemischten städtebaulichen Strukturen für wissenschaftliche Einrichtungen, wissenschaftsaffine Unternehmen und inte- griertem Wohnen, ein breiter Wohnungsmix auf der Grundlage der Regularien der sozialgerech- ten Bodennutzung Münster (SoBoMü) mit gefördertem Wohnen sowie preisge- dämpften, freifinanzierten Mietwohnungen durch Größenbegrenzung auf die Wohnflächenobergrenzen des geförderten Wohnraums (sog. Förderfähiger Wohnraum), für hochschulaffines und studentisches Wohnen sowie zugunsten lebendiger Nachbarschaften, gemeinschaftlicher Wohnformen und Maßnah- men zur Förderung der Eigentumsbildung nach städt. Vergaberichtlinien Angebote für wissenschaftliche Einrichtungen und Unternehmen, ein quartierbezogenes Angebot an sozialer, kultureller und freizeitorientierter Infrastruktur mit Räumen für Kommunikation und Austausch, ein zukunftsweisendes Mobilitätskonzept mit Vorrang-Erschließung für Fuß- gängerinnen und Fußgänger (Barrierefreiheit), für Radverkehr und öffentlichen Verkehr sowie Carsharing-Angeboten, ein insgesamt CO2-armes bzw. CO2-neutrales Quartier mit einer Energieversor- gung mit möglichst hohem Anteil von erneuerbaren Energien sowie einer ener- giesparenden Bauweise, Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 22 - eine hohe ökologische Qualität durch die Rücksichtnahme auf Belange des Landschafts-, Natur- und Artenschutzes und den vollen Ausgleich für Eingriffe in Natur und Landschaft , Beachtung des Klimaschutzes und der Klimafolgen- anpassung als zentrale Aspekte einer zukunftsorientierten Quartiersentwick- lung eine überzeugende Qualifizierung von privaten und öffentlichen Freiflächen als Grundlage für Begegnungen, Spielmöglichkeiten und wohnungsnaher Er- holung im Quartier. Das Wettbewerbsgebiet zum Modellquartier 2 Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 23 - 2.4 Modellquartier 2 Kurzprofil Die beiden neuen Modellquartiere 1 | 2 bieten besondere Chancen – mit dem Kinder- bachbogen und den Wissensquartieren direkt angrenzend – eine einzigartige Vernet- zung von Stadt und Landschaft herstellen zu können . Sie sind aufgrund ihrer stadt- räumlichen Lage hochgradig dafür geeignet. Das Modellquartier 2 stellt sich wie folgt dar: Standortvorteil: Wissensquartiere rund um das in Aufwertung befindliche Natur- wissenschaftliche Zentrum und die Nachbarschaft zu Gieven- beck Größe: ca. 180.000 qm (18 ha) Entfernung zur Innenstadt: ca. 2,5 km Luftlinie bis zum Domplatz Lage: Nahtstelle zwischen östlich benachbarten Wissenschaftsein- richtungen und dem Stadtteilzentrum Gievenbeck Zielvorstellun- gen: Gemischt genutztes urbanes Wissensquartier Erweiterung des bestehenden Wissenschaftsparks Flächenvorsorge zur Ansiedlung von weiteren Forschungs- einrichtungen der Wissenschaft und wissenschaftsaffinen Unternehmen Erweiterung der Wissenschaftseinrichtungen mit integrier- ten, ggf. spezifischen Wohnnutzungen „Brückenschlag“ zum Stadtteil Gievenbeck Kernfrage zur Entwicklung: Wie kann hier neues urbanes Leben und Arbeiten gestaltet werden? Zwei Herausforderungen treffen hier aufeinander. An erster Stelle: die Wissenschaftsstadt Münster nebenan. Insbesondere für de n bestehenden Wissenschaftspark zwischen Orléans - Ring und Busso-Peus-Straße werden dringend Erweiterungsflä- chen gesucht. Zudem liegt das Zentrum von Gievenbeck gut er- reichbar in direkter Nähe des neuen Münster Modellquartiers 2, welches es gilt in die Planung zu integrieren. Zum zweiten: Das wachsende Münster braucht dringend mehr neuen Wohnraum, insbesondere auch für Studierende und Be- schäftigte des Hochschulbereichs. Die Antworten auf beide Herausforderungen intelligent miteinander zu verknüpfen – das ist von entscheidender Bedeutung für die Zukunft der gesamten Wissenschafts- stadt Münster und voranzustellende Aufgabe für die Konzeption des zukünftigen Quar- tiers. Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 24 - 03. DAS WERKSTATTVERFAHREN >> kooperativ: durch die intensive Vorbereitung der Werkstatt zur bestmögli- chen modellhaften Konzeption für das Modellquartier 2 Die Stadt Münster führte im Mai und Oktober 2022 ein Werkstattverfahren mit der Bür- gerschaft sowie Expertinnen und Experten unterschiedlicher Fachressorts als Vorbe- reitung der weiteren Planungsschritte, insbesondere der nachfolgenden städtebaulich- freiraumplanerischen Wettbewerbe durch. In 3 abgeschlossenen Dialog-Veranstaltungen – weitere sind in Planung – wurden die Wettbewerbsvorbereitungen umfänglich erarbeitet. Die Dialoge 1 und 2 Mitte Mai 2022 waren der Vorbereitung, Orientierung sowie Arbeit in thematischen Gruppen gewidmet. Werkstatt-Einstieg: Geführte Radtour im Untersuchungsraum Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 25 - Werkstattarbeit im Freiherr-vom-Stein Gymnasium Gievenbeck Die erarbeiteten Grundlagen sowie Ideen flossen in einen zusammenfassenden Per- spektivplan für das gesamte Plangebiet rund um die Lebensader des Kinderbachbo- gens, bestehend aus zwei Modellquartieren, ein. Am 18. Oktober 2022 fand über den DIALOG 3 die große Abschlusspräsentation der intensiven Zusammenarbeit statt. Zum Wettbewerb sind weitere Beteiligungsmöglich- keiten vorgesehen, um die gemeinsam erarbeiteten Ziele im Sinne der Münsteraner Planungskultur fortzusetzen. Die Beteiligung der Öffentlichkeit – DIALOG 1 - 3 (4 und 5 zum Wettbewerb) Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 26 - 3.1 Werkstattarbeit Mehr als 100 Personen kamen am 13. und 14. Mai 2022 zum DIALOG 1+2 zusammen, um erste Ideen für die über das Landschaftsband des Kinderbachbogens verbundenen Areale der Modellquartiere Busso-Peus-Straße sowie Steinfurter Straße zu sammeln. Unter ihnen interessierte Bürgerinnen und Bürger, Anwohnende, Akteurinnen und Ak- teure aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft sowie Vertreterinnen und Ver- treter aus Politik und Verwaltung. In den vier Werkstattgruppen „Öffentlicher Raum & Mobilität“, „Urbanes Arbeiten & In- novation“, „Vielfalt & Zusammenleben“ und „Landschaft & Nachhaltigkeit“ haben die Teilnehmenden intensiv diskutiert und am städtebaulichen Arbeitsmodell skizziert, wie die Quartiere zukünftig aussehen können und welche Programmierungen und Beson- derheiten für die Zukunft wichtig sind. Nach einer intensiven Arbeitsphase präsentierten alle vier Gruppen ihre zentralen Er- kenntnisse und Ergebnisse: Team 1 „Öffentlicher Raum & Mobilität“ Moderation: Prof. Bettina Mons (FH Bielefeld) Peter Lange (Amt für Mobilität und Tiefbau, Stadt Münster) Das Plädoyer für eine modellhafte Entwicklung der Modellquartiere 1 und 2 fiel klar zukunftsgerichtet aus. Das Team war sich darüber einig, dass die Fußgänger innen- und Fußgängerbewegungen und Erlebniszonen zuerst vorausgedacht und vorbereitet werden müssen. In Kombination mit der Münsteraner Besonderheit des hohen Anteils des Radverkehrs am Modal Split könne ein Geflecht attraktiver Verbindungslinien und öffentlicher Räume entstehen. Im Mittelpunkt der vorgestellten Ideen steht auch ein klares Bekenntnis zu einer ÖPNV -Stärkung und einer eigenen, inneren Erschlie- ßungsoption als „Herzstück“. Oberstes Ziel für die innere Erschließung der Modellquartiere sollte eine Minimierung der MIV-Bewegungen sein – geschickt verteilte kleine Mobilitätshubs könnten Redu- zierungen der PKW-Aktionsradien zugunsten von mehr Lebensqualität in den ge- mischt genutzten Quartieren ermöglichen. Die Nähe zum Gievenbecker Stadtteilzent- rum sowie zum bedeutsamen Landschaftselement der Applebreistiege , welches zu- gleich eine wichtige Verbindungsfunktion in das Stadtteilzentrum darstellt, sind ebenso wie das östli ch benachbarte Forschungs - und Wissensquartier wichtige Vorprägun- gen, die eine mehr als konsequente Haltung in Bezug zu kurzen Wegen nach Mög- lichkeit ohne Pkw logisch erscheinen lassen. Für beide Modellquartiere gilt, dass die städtebaulich-landschaftlichen Strukturüberlegungen mit denen der Mobilität überla- gert und weiter qualifiziert werden müssen. Im Sinne des Teams sind auch Gedanken von ergebnisoffenen Raum - und Flächen- angeboten wichtig, also eine noch nicht allzu konkrete Festlegung und Codierung aller öffentlichen Räume, um auch auf zukünftige Änderungen noch angemessen reagieren zu können. Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 27 - Team 2 „Urbanes Arbeiten & Innovation“ Moderation: Dr. Wolfgang Haensch (CIMA Beratung + Management) Johannes Tovatt (Sweco Stockholm) Nach Einschätzung des Teams von Dr. Wolfgang Haensch und seinen Teammitglie- dern samt städtebaulicher Assistenz von Johannes Tovatt ist es von besonderer Be- deutung, die beiden Modellquartiere 1 und 2 miteinander zu vernetzen. Der Grünzug des Kinderbaches wird dabei als wichtige landschaftliche Gemeinsamkeit in der Mitte beider Quartiere verstanden. Im Blick auf die Nachbarschaften der Wissensquartiere, die Impulse und Struktur geben können, wird angeregt, die hier beginnenden Aufwer- tungs- und Stärkungsmaßnahmen als unverzichtbare Rahmenbedingung zur räumli- chen und funktionalen Vernetzung zu verstehen und weiter in den Gesamtprozess zu integrieren. Auch die Verbindungen zum Gievenbecker Zentrum wurden v om Team klar artikuliert und als gewachsene Nachbarschaft kleinräumlich herausgearbeitet. Zu den Modellquartieren zeigt das Team eine klare Haltung zum gesamtstädtisch bedeutsamen Landschaftsraum am Kinderbach . Mit Sensibilität und ausreichender Gesamtdimensionierung soll der Raum klar herausgearbeitet werden, auch um die Verbindung in die Münsterländer Kulturlandschaft prägnant in die Zukunft überführen zu können. Die über die Modellquartiere 1 und 2 hinausgehende Nahversorgung mit einem Stadtteilzentrum verortet das Team im südlichsten Abschnitt des Modellquar- tier 1 Areals an der Austermannstraße und somit als Vermittler zwischen „alt und neu“. Team 3 „Vielfalt & Zusammenleben“ Moderation: Prof. Dr. Petra Teitscheid (FH Münster) Nadine Radtke, (W+P Institut für Stadtplanung u. Sozialforschung) Svenja Hennig, (Dewey Muller Partnerschaft) Prof. Dr. Petra Teitscheid und Nadine Radtke präsentierten gemeinsam mit Svenja Hennig, dass beide Modellquartiere „vom Menschen aus“ gedacht und dazu strukturell vorbereitet werden müssen. Innerhalb der Quartiere werden Bereiche „für das ganze Leben“ der dort zukünftig wohnenden und arbeitenden Menschen entstehen. Zentrale Orte, die Identität stiften, Gemeinschaften fördern und zu Mittelpunkten u. a. über so- ziale Infrastrukturangebote oder kulturelle Angebote avancieren können, sind ein er- klärtes Hauptziel. Die gute und weiter zu qualifizierende Verzahnung mit den beste- henden Wissensquartieren wird dabei eine wichtige Rolle spielen. Die Potentiale der Nachbarschaft gilt es zu nutzen, eine gute Verwebung ist obligatorisch. Neue Stadt- räume müssen miteinander kommunizieren, die Modellquartiere umfassen zukünftig große Flächen. Zudem sollten sie modellhaft nachhaltig geplant und realisiert werden. Multifunktionale Stadträu me und das Zusammenbringen wichtiger Frequenzbringer wie z.B. Kitas, Cafés, Gemeinschaftsgebäude, Lehr - und Kulturräume, Schulen und Galerien / Ateliers, Co -Working Be-reiche, aber auch die klassischen Arbeitsformen rund um Wissenschaft, Technologie und Fo rschung müssen ein lebendiges Gefüge ergeben. Das ist eine der größten Herausforderungen für die Modellquartiere insge- samt Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 28 - Flexibilität und Aneignung steht bei den Freiräumen weit vorne im Zielkatalog und auch die Nutzung des vorhandenen Knowhows und des Engagements bestehen-der Nach- barschaften können wichtige Partner und Impulsgeber für die neuen Entwicklungsflä- chen des Modellquartiers 1 und 2 sein. Das Vordenken und spätere Management der unterschiedlichen Entwicklungspha-sen und die Prozessgestaltung i nsgesamt sind zudem eine essenzielle Aufgabe für ein Gelingen des Modellhaften. Dabei werden auch kleinräumige Angebote zur Identitäts- bildung unter Einbezug der Bevölkerung erst den Erfolg bringen können. Team 4 „Landschaft & Nachhaltigkeit“ Moderation: Matthias Rammig (Transsolar Energietechnik) Prof. Andreas Kipar (LAND Germany) In diesem Team wurde insbesondere das Potential des vorhandenen Naturraumes und die Notwendigkeit einer nachhaltigen sowie klimafreundlichen Entwicklung disku- tiert. Der Grünzug entlang des Kinderbaches verbindet die beiden Modellquartiere 1 und 2. Er ist durch frühere Eindämmungsmaßnahmen stark beschnitten worden und sollte wieder in Szene gesetzt werden. Moderator Matthias Rammig und die Landschaftsarchitekten des Büros LAND Srl be- richteten, dass neben den vorhandenen Naturdenkmälern und dem Kinderbach auch die Ränder der Modellquartiere als schützenswerte Bereiche erfasst wurden und als blaugrüne Magistralen verstanden werden sollten. Eine Idee, die nach dem Willen des Teams innovativ weitergeführt werden könnte. Auch die vorhandene Topografie in den Gebieten ist prägend. Modellquartier 2 ist gekennzeichnet durch die Nähe zu Gievenbeck und durch ver- schiedene Nachbarbezüge über die Busso-Peus-Straße hinweg. Insbesondere die ge- plante begrünte Durchwegung im Wissenschaftspark, sollte im Modellquartier 2 wei- tergeführt werden. Das Verbindungsge lenk zwischen Modellquartier 1 und 2 sollte als verzahnender Landschaftraum definiert werden, um eine Überbauung langfristig zu vermeiden. Grün wird nicht als artifizielles Element verstanden, sondern als Ökosystemdienstleis- tungen. Biodiversität soll überall in den Modellquartieren einen Platz finden – auf Dä- chern, an Fassaden, in „ökologischen Trittsteinen“. Die Auswirkungen der neuen Modellquartiere auf die Umwelt müssen minimiert wer- den. Aus Sicht des Teams hat die Zielsetzung oberste Priorität, „klima positive“ Quar- tiere zu generieren, die mehr CO2 -Emissionen aufnehmen, als sie erzeugen. Hierfür wird Tiefengeothermie angedacht, die auch als baulich sichtbares Zeichen „eines Kraftwerkes der Zukunft“ verstanden und platziert werden könnte. Die Prinzipien des klimagerechten Bauens müssen bei der späteren Realisierung Berücksichtigung fin- den (Ausrichtung zur Besonnung, adäquate Abstände und Höhenentwicklung für Ta- geslicht und natürliche Lüftung). Lokale Energieerzeugung, -verschiebung und -spei- cherung sollte obligatorisch in einem Modellquartier sein. Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 29 - Die beiden neuen Modellquartiere sollen klimasensibel sein, also auf die Folgen des Klimawandels angepasst sein. Die Hauptwindrichtung aus Südwest erfordert eine Durchlässigkeit der Quartiere für eine gute Durc hlüftung und zur Minimi erung der Überhitzung im Sommer. Wasser ist zudem eine Ressource, die lokal zurückgehalten (dann entweder durch Evaporation und Transpiration verdunstet oder zeitversetzt ab- geleitet werden kann) und genutzt werden sollte (Pflanzenbewässerung und Grauwas- sernutzung). Der Wasserhaushalt der Kulturlandschaft muss dabei berücksichtigt wer- den. Die Nachbarschaft ist für das Quartier identitätsstiftend. Er werden „geheime Räume“ für Kinder, Begegnungsräume, Kulturangebote, eine gute Durchmischung und bezahl- barer Wohnraum für „alle“ gewünscht. Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 30 - 3.2 Bürgerinnen- und Bürgerideen für den Planungsprozess Der Perspektivplan basiert unter anderem auf den Ideen der Bürgerschaft. Für eine gute Übersichtlichkeit werden an dieser Stelle die identifizie rten Aspekte sowie Ideen des Werkstattverfahrens für das Modellquartier 2 aufgeführt. 1. Öffentlicher Raum und Mobilität - Quartiersübergreifendes Mobilitätskonzept, an Nachbarschaften und Grün- räume anknüpfen, Ausbildung mehrerer Quartiersplätze mit eigenem Cha- rakter, Anknüpfung an Gievenbecker Zentrum, Verbindungsglied zwischen den angrenzenden Quartieren, Ausbildung kurzer Wege, Anbindung an das ÖPNV-Netz, Straßenraum als Begegnungsort verstehen, Haupterschlie- ßung von Ost nach West sowie von Nord nach Süd, Verlängerung der Achse des Max-Planck-Instituts 2. Innovation und urbanes Arbeiten - Identitätsstiftender Wissenschaftsstandort in der Nachbarschaft, großflächi- gere Strukturen für Forschung und Universität, Ansiedlung von Hochschul - und Forschungs einrichtungen, wissensorientierte Unternehmen, Startups, Anstoß von Transforma tionsprozessen, Mischung von Zielgruppen an Ar- beitsorten, hybride Gebäude, modulare Bauweise, kreatives Arbeiten, Quar- tiersapp 3. Vielfalt und Zusammenleben - Versorgung durch Nähe Gievenbeck gesichert, partizipative Prozesse för- dern, hohe Durchlässigkeit schaffen, Barrierefreiheit, Wohnen für unter- schiedliche Zielgruppen, Wohn bereiche im westlichen und südlichen Teil, Begegnungsräume, Sitzgelegenheiten, konsumfreie Verweilmögli chkeiten, Nutzungsmischung, Spiel- und Freizeitflächen, kurze Entfernungen, bezahl- barer Wohnraum, Kitas und Schulen, generationsübergreifendes Wohnen, Identifikation stiften 4. Landschaft und Nachhaltigkeit - Freihaltung von Flächen, Grünflächen und Aufenthaltsbereiche entlang der Wegeverbindungen und im Übergang zum Kinderbachbogen , nachhaltige Baumaterialien, Randbegrünung im Süden erhalten, Verschattung im Som- mer, Grünverbindung Appelbreistiege stärken, Verminderung von Hitze- staus, Urban Gardening, Erfüllung der Klimaneutralität / positive Klimabi- lanz, urbane Qualitäten und Freiraumqualitäten verbinden, Biodiversität, be- grünte Dächer und Fassaden, Hochwasserprävention 5. Weitere Anregungen - Klimaneutralität, barrierefreie Zugangsmöglichkeiten für alle , Quartiersapp, modernes Quartier zum Wohlfühlen, tagsüber und auch am Abend lebendig, verdichtetes, zentrumsnahes Quartier mit landschaftlichen Qualitäten, Wohnformen für alle Zielgruppen und Lebensstile, insbesondere auch Woh- nungen für benachteiligte Men schen und Formen des Gemeinschaftswoh- nens, unterschiedliche Gebäudetypen, Mischung in den (Wohn-)Gebäuden Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 31 - und im ganzen Quartier, gut vernetztes Quartier zum Leben aber auch Ar- beiten, quartiersoffene soziale Infrastruktur, Flächen für Sport und Bewe- gung, gemeinwohlorientiert und sozial nachhaltig, Ausbau des vorhandenen ÖPNV-Netzes durch zwei neue Haltepunkte (Gievenbecker Weg, und Busso-Peus-Straße) am Rand des Quartiers, ÖPNV-Anbindung zum Bahn- hof Roxel Online-Beteiligung Durch den zusätzlichen Beteiligungsweg gingen ergänzende Aspekte ein. Ein zentra- ler Aspekt der Online-Beiträge war der Erhalt der schützenswerten Grünstrukturen in Nähe der beiden Modellquartiere. Die Qualität des Freiraums wird als Alleinstellungsmerkmal angesehen, welches zu schützen sowie zu erhalten gilt. Der Bau des Landschaftsparks Kinderbach als Erho- lungsfläche wird in diesem Zusammenhang als wünschenswert erachtet. Der Zugang zu diesen gesundheitsfördernden Umgebungen müsse gerecht ermöglicht werden. Dafür braucht es au ch freizuhaltende Möglichkeitsräume, demokratische Verfahren und eine integrative Planung. Das Projekt muss allgemein der geringen Versieglung, dem Grundwasserschutz sowie -gewinnung, Freiflächenschutz und der Klimaresilienz Rechnung tragen. Zudem soll eine gesunde Dichte mit angemessenen Abstandsflächen entstehen, welche den Cha- rakter des Kinderbachbogens nicht beeinträchtigt. Dabei besteht zunächst der Wunsch, dass sich die neue Bebauung an der Geschossigkeit bzw. Bauhöhe des Be- stands orientiert. Ein zentraler Wunsch war außerdem, den neuen Stadtteil an das Quartierszentrum in Gievenbeck und die angrenzenden Wissensquartiere anzuschließen. Dazu zähle auch die Weiterentwicklung der Appelbreistiege als zentrale Radwegeverbindung. Diesbe- züglich wurde ang emerkt, dass das an die Entwicklungsflächen anschließende Wis- sensquartier besondere Standortanforderungen aufweist. Die neuen Strukturen und Erschließungsformen müssen im Gesamtzusammenhang betrachtet werden und ein verträgliches Ganzes ergeben. Die Nahversorgung im neu entstehenden Quartier gilt für viele durch das nahe gele- gene Stadtteilzentrum Gievenbeck als gesichert. Das vorhandene Angebot könnte je- doch durch weitere kleinteilige Angebote im Quartier ergänzt werden. Cafés, Restau- rants, Sitzgelegenheiten und kleinere Geschäfte könnten als Begegnungsorte im Quartier dienen, welche s durch Kultur- und Sporteinrichtungen ergänzt werden und somit auch Zusammenhalt stiften könnte. So kann ein durchmischtes und zugängli- ches Quartier mit eigener Identität und zugleich im engen Verbund mit den Nachbar- schaften entstehen. Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 32 - 3.3 Der Perspektivplan Die Zusammenführung der gesammelten Ideen der Werkstatt und der Online-Beteili- gungen sowie den Empfehlungen des Strategieteams formte den Perspektivplan. Das Strategieteam setzte sich aus dem Stadtbaurat, Fachplanern und -planerinnen sowie Sachkundigen zusammen, welche als begleitendes Expertinnen - / Expertengremium den Prozess begleitete. Der Perspektivplan bildet die Grundlage für den folgenden städtebaulich-freiraumpla- nerischen Wettbewerb für das Modellquartiere 2 und gibt vor, in welche Richtung die Entwicklung gehen soll, indem er Handlungsräume und ihre Funktionen definiert. Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 33 - Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 34 - Der Perspektivplan gibt einen Überblick über mögliche Nutzungsverteilungen inner- halb des Quartiers, zeigt auf, wo Vernetzungen mit der umgebenden Landschaft ent- stehen könnten und schlägt u.a. die Erweiterung der Waldorfschule vor. Das neue urbane Modellquartier 2 soll auch in der städtebaulichen Ausformung Bin- deglied zwischen der östlich angrenzenden Hochschul- und Institutslandschaft und dem südlich bzw. westlich angrenzenden Wohn - und Zentrumsbereich Gievenbecks werden. Um ein attraktives und durchmischtes Stadtquartier zu entwickeln, wird die Ausgestaltung der Wegeverbindungen für den Rad - und Fußverkehr eine entschei- dende Rolle einnehmen. Der Übergang zum Max -Plank Areal und zum Ortsteil Gie- venbeck muss künftig ausformuliert, Landschaften und Freiräume geformt und die Wasserrückhaltebereiche mitsamt der Topografie in die Planung integriert werden. Die Vernetzung des Bestands beinhaltet die zu erhaltene Qualität des Kinderbachbo- gens als grüne Mitte zwischen den Modellquartieren 1 und 2. Die vorgesehenen Frei- räume erfordern Dichten, wobei das Wohnen und Arbeiten näher aneinanderrücken und durch eine ansprechende Architektur beschrieben werden soll. Monostrukturen sind folglich nicht gewünscht und eine Mischung an Funktionen und Nutzungen ist ein erklärtes Ziel. Der Perspektivplan trägt der Notwendigkeit der Schaffung von Mischung durch die Integration sozialer Infrastrukturen, Wohnangebote sowie Wissenschaft und Arbeit Rechnung. Das Modellquartier soll eine eigene Qualität und Identität bilden und eine adäquate Struktur im Bestehenden darstellen. Handlungsfelder des Modellquartiers 2 im Überblick Modellhaftigkeit der Münster Modell Quartiere 1 | 2 Richtungsweisend für die Teilnehmenden sind ebenfalls die den Perspektivplan ergän- zenden Leitthemen zur Modellhaftigkeit. Diese wurden vom Strategieteam für die bei- den Modellquartiere als inhaltlicher Leitfaden wie folgt konzipiert: Modellanspruch Neue Standards für soziale, grüne und produktive „Münster Modellquartiere“ Lokale Identität Entwicklung eines eigenen Charakters und einer Quartiers-DNA, Berücksichtigung der unverwechselbaren Spuren der Standorte Urbane Sukzession Kluge Prozessgestaltung - flexibles und robustes Konzept mit animierender Bildspra- che, Offenhalten von Flächen für Entwicklungen und multi-codierter Flächen zur Erhö- hung der Flexibilität Nachhaltigkeit Positive Klimabilanz, Gebrauchs- und Raumqualitäten durch konsequente Autoredu- zierung, Sicherung von Biodiversität und Wassersensibilität, soziale Ausgewogenheit Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 35 - Vielfalt Konsequente Mischung der Nutzungen, auch bei Forschungs - und Technologienut- zungen, Entwicklung unterschiedlicher Angebote des Wohnens und Arbeitens, mehr- fach nutzbare öffentliche Räume, breites Spektrum von Rechts- und Nutzungsformen Siedlungsrand Die „Westseite“ der Stadt ist eine Membran. Die Landschaft hat einen typischen Cha- rakter, der Bezug hierzu muss in den Quartieren erkennbar sein Verflechtungen Vernetzungen mit der östlichen Nachbarschaft „in die Tiefe der Wissensquartiere“ Management von Stadt Soziales Konzept ist gefordert. Realisierungs -Management mit Klärung von Eigen- tumsfragen. Dauer-Steuerungsaufgabe mit ca. 5-jähriger Reflexion. Dynamischer, ver- änderungsfähiger Masterplan Klimaneutralität Entwicklungen der Klimaveränderung antizipieren und nicht nur negative Entwicklun- gen mildern: weitreichenderer Beitrag nötig. Die Modellquartiere gründen auf ein Nachhaltigkeitsmanifest und sind klimapositiv Biodiversität Quartiere nicht nur für Menschen, Lebensraum für Flora- und Fauna mit möglichst ho- her Artenvielfalt als zeitgemäße Verpflichtung verstehen, städtische Strukturen sind Lebensraum Gemeinwohl Orientierung an dem Lebenszyklus der Bewohnerschaft: Vielfalt und Zusammenhalt. Soziales Konzept, Anpassungen als Selbstverständlichkeit Öffentlicher Raum Kein klassischer Straßenraum mehr, Begegnungen im Fokus. Automobile komplett verbannen aus dem Gefüge erlebbarer, öffentlicher Räume Mobilität Autoarmes Gesamtkonzept, nicht jede Adresse ist für PKWs erschlossen! Neben 1 -2 „größeren“ Mobilitäts-Hubs auch dezentral als Teil der Mikro-Quartiere: Nachbarschaf- ten mit „Kümmerern“ (Rad / Lastenrad / Elektromobilität mit Ladestationen etc.). Mini- mum Stellplatzschlüssel. Rückbauoptionen von Quartiersgaragen (rohe Strukturen) mitdenken Technologie und Forschung Hybridquartiere fördern, Abschotten / Zonierungen verhindern, normales Stück Stadt (Wohnen und Arbeiten auf engem Raum) Wissenschaft mit Wohnen. Komplexere Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 36 - Strukturen durch Stapelung oder kleinmaßstäbliche Cluster unterschiedlicher Nutzun- gen. Große Flexibilität, um Transformationen in der Lebens- und Arbeitswelt begleiten zu können Flexibilität Weiterentwicklungen ermöglichen, nicht alles städtebaulich „durch -codieren“ – offen- halten von Optionen für sich ändernde Bedingungen (a uch in zentralen Bereichen, nicht nur an „Rändern“), wichtige Setzungen erst, wenn Leben eingekehrt ist Stadtparterre Erdgeschoss-Aktivierungen (flexible Überraumhöhen) fördern, für die gewünschte Nutzungsmischung unverzichtbar. Management nach dem Wiener Vorbild (soziale Inf- rastrukturen + Kultur / Nahversorgung + Gastronomie / Gemeinschaftsangebote inkl. Sport) als Umsetzungsstrategie. Alle Erdgeschosse haben eine Geschosshöhe von 4,00 bis 5,00 Metern zu wichtigen öffentlichen Räumen hin / zum zentralen Bereich Zweite Online-Beteiligung Im Rahmen einer zweiten Online -Beteiligung, die im Nachgang der öffentlichen Ab- schlussveranstaltung DIALOG 3 vom 18. Oktober 2022 durchgeführt worden ist, wurde erneut der Wunsch nach Freiräumen ohne Konsumzwang, der insbesondere auch für Jugendliche attraktiv ist, betont sowie das Bedürfnis nach öffentlichen Toilet- ten. Autofreie Zonen, die Vermeidung großflächiger sowie ebenerdiger Parkplätze, die Stärkung des Fuß- und Radverkehrs und des ÖPNV, eine Verbindung in die Innenstadt sowie mehr Shared Spaces wurden angeregt. Deutlich wurde auch hier nochmal, dass sich die neuen Strukturen im Quartier denen der Umgebung anpassen sollen un d neue Wegeverbindungen in die umgebenden Räume entstehen müssen. Eine naturnahe Freiraumgestaltung wird gewünscht mit vielen Bäumen, die Schatten spenden und das Mikroklima positiv beeinflussen. Der Wunsch nach alternativen und nachhaltigen Wohnformen, w elche unterschiedli- che Eigentumsverhältnisse zulassen, wurde angebracht, wobei nachhaltige Baumate- rialien eingesetzt und wiederverwendet werden sollten. Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 37 - 04. AUFGABE >> vernetzend: eine Anknüpfung zum Stadtzentrum Gievenbeck und zu den be- nachbarten Wissensquartieren sowie eine vorbildliche Nutzungsmischung als Herausforderung Schrägluftbild Modellquartier 2 (Richtung Osten Wissensquartiere) Die Bürgerschaft Münsters, Verwaltung, Politik, Interessensvertreterinnen und -vertre- ter der Nachbarschaft sowie viele weitere zentrale Akteurinnen und Akteure der Stadt- gesellschaft, so unter anderem aus dem Kreis der LoI-Partner, sind sich einig: Das 18 ha große Projektgebiet des Modellquartiers 2 an der Lebensader des Kinderbachbo- gens muss über eine geschickte städtebaulich-freiraumplanerische Konzeption ein so- lides und möglichst hochgradig durchmischtes Stück Münster werden. Zudem müssen die Modellquartiere 1 und 2 miteinander verknüpft werden und Synergien eingehen. Folgende Aufgabenstellung auf der Basis der Dialoge 1+2 aus Mai 2022 sowie 3 aus Oktober 2022, den Empfehlungen des Strategie teams ebenso wie der Programmie- rungsbestandteile der LoI-Partner „Zukunft der Wissenschaftsstadt“ und Akteure des Wissenschafts- und Technologietransfers muss nun über den Wettbewerb konkreti- siert werden und zu guten Lösungen führen: Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 38 - 4.1 Vernetzungen für eine gute Stadtraum- und Landschaftsintegration Im Norden: Landschaftserlebnis Kinderbach und Gelenkpunkt u. a. zum Modell- quartier 1 Das Wettbewerbsgebiet des Modellquartiers 2 liegt in einer interessanten Schnitt- menge stadträumlicher und landschaftlicher Überlagerungen. Nach Norden öffnet sich die Verbindungsoption zum großzügigen Landschaftsraum des Kinderbach bogens samt Tennisverein TSC und der Bezirkssportanlage „Gievenbecker Weg“ (Vereinsre- gie 1. FC Gievenbeck). Dieses Landschaftsraumerlebnis wird das Modellquartier po- sitiv prägen können, wenn es um die Adressbildung bzw. die weichen Standortfakto- ren, die Naherholung und die landschaftsökologisch-klimatischen Besonderheiten des Nordwesten Münsters geht. Der Kinderbach bogen wird zum Mittelpunkt und Gelenk zwischen dem Bestehenden und den beiden neuen Modellquartieren 1 | 2. Er reicht bis weit in das Stadtgefüge hinein, von der Quelle im Stadtteil Nienberge im Nordwes- ten über den markanten Bogen und das Begleiten der nördlich liegenden Konversions- areale der „Gasselstiege – Prins-Claus-Kaserne“ über den Stadtteil Kinderhaus . Ab- geleitet von dem Namen des Sta dtteils Kinderhaus, erhält der Bach seinen Namen. Von dort aus fließt er weiter in östlicher Richtung und mündet zwischen Kinderhaus und Coerde in den Flusslauf der Münsterschen Aa. Schrägluftbild Modellquartier 2 (Richtung Südosten Wissensquartiere) Auch im Modellquartier 2 müssen im Rahmen einer Hierarchisierung der öffentlichen Räume vor allem auch die Verbindungen zum neuen Modellquartier 1 und damit zum Kinderbachbogen gestärkt werden. Ein vorskizzierter Korridor ist zum einen durch die Busso-Peus-Straße und die Austermannstraße mit den begleitenden Rad - und Fuß- wegen gegeben. Zum anderen ist die nördliche landschaftliche Wegeverbindung über Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 39 - den Horstmarer Landweg und die Studierendenwohnanlage (Alte Sternwarte) in Rich- tung Wasserweg ins Modellquartier 1, und perspektivisch weiter über die Barriere der Bundesstraße 54 hinweg, formend für die künftige Entwicklung. Rund um das Modellquartier 2 müssen auch die Retentions- und Regenwasserrück- führungsansprüche des umgebenden Siedlungsbestands bei der Erarbeitung des Ent- wässerungskonzeptes für das Modellquartier 2 Berücksichtigung finden, um im Sinne einer resilienten Stadt vor Starkregenereignissen zu schützen. Im Osten: die heranrückende „Kraft“ des Wissenschaftsparks mit vielen, neuen Projekten als Schnittstelle im Stadtgefüge Mit dem Universitätsklinikum, dem neuen Max-Planck-Institut für molekulare Biomedi- zin samt neu geplantem Mobilitäts-Hub, dem Center for Soft Nanoscience sowie dem Bioanalytik-Institut, grenzen direkt östlich der Busso -Peus-Straße Partner internatio- naler Wissenschaft und Forschung an. Schrägluftbild Modellquartier 2 (Richtung Nordwesten) Die Röntgenstraße wurde über die Vorbereitungsdiskussionen als zentrale, zu stär- kende Linie des öffentlichen Raumes definiert . Diese sollte die komfortable fuß- und radläufige Verbindung ins Herz des Modellquartiers 2 sicherstellen und dann über einen zentralen öffentlichen Raum im Wettbewerbsgebiet in Richtung der Ortsmitte Gievenbecks führen. Hinzu kommt die Mendelstraße, die in de n Gievenbecker Weg übergeht und zu wel- cher parallel über den Horstmarer Landweg eine Veloroute hinaus in die freie Land- schaft und nach Altenberge geplant ist. Im Bereich des Bioanalytik -Instituts ergänzt die parallele Fahrradstraße auf der Heisenbergstraße die Verbindung in die östliche Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 40 - Nachbarschaft des Naturwissenschaftlichen Zentrums (NWZ Plus), der Fachhoch- schule und der Partner rund um die Corrensstraße. Alle genannten Wegbeziehungen müssen zusammen ein Netzgefüge für die favorisierte Münsteraner Fortbewegung zu Fuß oder mit dem Rad ergeben. Im Süden: Appelbreistiege als markante Adressbildung und wichtige Fuß - und Radwegeverbindung Der alte Handelsweg der Applebreistiege mit seinem imposanten Allee-Baumbestand ist auch Teil der Verbindungen des Modellquartiers 2 zur Innenstadt Münsters. Über die östliche Achse der Von-Esmach-Straße bewegt man sich zu Fuß oder mit dem Rad aus der Innenstadt in Richtung Gievenbeck mit seinem kleinen, in Aufwertung befind- lichen, Zentrum mit vielen Nahversorgungs - und Dienstleistungsangeboten rund um die Katholische Kirche St. Michael. Zwischen Appelbreistiege und Von -Esmarch-Straße zeigt nicht nur die kleinere, fast autark zu überplanende Dreiecksfläche als Teil des Modellquartiers 2 den Übergang in die Arrondierungszone Gi evenbecks und seiner nötigen Abstufungen in Sachen Maßstäblichkeit und Angemessenheit. Schrägluftbild Modellquartier 2 (Richtung Norden) Im Westen: die Schulen als Zwischenzone mit öffentlicher Nutzungscodieru ng inkl. Erweiterungsabsichten der Waldorfschule nach Norden übergehend Zwischen dem Modellquartier 2 und den eher durch Einfamilienhäusern geprägten Bereichen in Nähe des Besselwegs gibt es mit dem waldähnlichen Band parallel zum Rudolf-Steiner-Weg eine „Zwischenzone“. Mit der „Michaelschule Münster-Gieven- beck“ gibt es hier eine lokal bedeutsame öffentliche Nutzung, die über die gesamtstäd- tisch und regional bedeutsame Waldorfschule samt Waldorf Kindergarten in ähnlicher Architektursprache den Standort prägt. Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 41 - Zur Waldorfschule und zum Waldorfkindergarten gibt es konkrete Erweiterungsabsich- ten, die im nördlichen Abschnitt des Modellquartiers 2 vor dem Hintergrund, zukünftig ein Teil des urbanen Gefüges werden zu können, umgesetzt werden müssen. Mit dem Kinderspielplatz des Rudolf -Steiner-Weges und seiner nördlichen Schulbus -Anbin- dung ist auch hier die weitergehende Vernetzung des Gefüges öffentlicher Wegebe- ziehungen Teil der Zukunftsperspektive. Schrägluftbild Modellquartier 2 (Richtung Nordosten) 4.2 Differenzierung in Flächensegmente und Ziel eines urbanen Quartiers Die vorab skizzierten Besonderheiten des Wettbewerbsgebietes und seiner städtebau- lich-freiraumplanerischen Anschlusssituationen bzw. Nachbarschaften legen es nahe, die jeweiligen Standort rahmenbedingungen auch in eine grobe Flächeneinteilung zu überführen. Der Norden ist dabei wegen der Nähe zur Waldorfschule und der natürlichen Trennlinie eines vorhandenen Wallgrabens für die Erweiterungsabsichten der Schule samt zuge- höriger Sport- und Außenflächen vorbehalten. Dazugehörig ist auch die Integration der Hofanlage am Gievenbecker Weg samt dem bestehenden Baumbestand und den Wie- sen. Der Hof wurde schon als unbedingt zu erhalten und damit städtebaulich-freiraum- planerisch zu integrieren aus dem eigentlichen Wettbewerbsgebiet des Modellquar- tiers 2 herausgenommen. Der Osten in Richtung der Busso -Peus-Straße als Adressbildung ist etwas differen- zierter zu betrachten. Hier ist eine Verknüpfung zwischen den bestehenden Wissen- schafts- und Forschungseinrichtungen über die Busso-Peus-Straße hinweg mit den Neuansiedlungen im Modellquartier 2 herzustellen und gleichzeitig Synergien und Restriktionen der angedachten Nutzungsbausteine untereinander zu berücksichtigen. Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 42 - In einer komplexen Verzahnung könnte dann der größere Flächenanteil des Modell- quartiers 2 in Richtung Appelbreistiege, inkl. der südlichen „Dreiecksfläche“ in Rich- tung Schulen, auch wegen einer zuträglichen Abstufung zum Gievenbecker Zentrum, dem leistbaren Wohnen und der sozialen Infrastruktur vorbehalten bleiben. Studenti- sches Wohnen stellt nochmals ein gesondertes Thema für eine urbane Mischstruktur und als Beitrag der gewünschten Belebung des Quartiers dar. Die Wohneinheiten soll- ten daher sinnvoll räumlich im Quartier und passend zu den übrigen Nutzungsbaustei- nen verteilt werden. Der akute und dringende Wohnungsbedarf Münsters muss auch im Modellquartier 2 durch ein neu zu schaffendes Angebot schnellstmöglich ergänzend gedeckt werden. Die Umsetzung mit hohen Qualitäten kann aufgrund der knappen Flächenressourcen und der prominenten Lage am Kinderbach bogen nur über den qualitätsvollen Ge- schoss-Wohnungsbau mit einem Höchstmaß an realistischen Mischnutzungsanteilen erreicht werden. Denn t rotz der skizzierten Differenzierung aufgrund der Standortbegabungen bleibt das oberste Ziel eine vorbildliche Durchmischung des Modellquartiers 2. Hierbei spie- len die einzelnen Funktionsb austeine bzw. Module und deren räumliche Konfigurati- onsmöglichkeiten des städtebaulichen Programms eine große Rolle . Ergänzend zu erwähnen ist auch die Bedeutung der Erdgeschosszonen mit Überraumhöhen und dem Zusammenspiel stärker frequentierter oder öffen tlichkeitswirksamer Nutzungen mit dem öffentlichen Raum. Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 43 - Grobe Orientierung: Zonierungsübersicht trotz Mischnutzungsansprüchen 4.3 Leitfragen als Aufruf für gute Lösungen Das Werkstattverfahren im Jahr 2022 wurde vo m Strategieteam begleitet und durch externe sowie in Münster ansässige Expertinnen und Experten besetzt. Das Team hat die Präambel zur ortsspezifischen Modellhaftigkeit mitentwickelt und für die spezifi- schen Aufgabenstellungen weitere Rahmenbedingungen definiert und Empfehlungen ausgesprochen. Neben den bereits erwähnten zentralen Aufgabenbestandteilen konnten die akkurat auf das Münster Modellquartier 2 zugeschnittenen Besonderheiten spezifiziert wer- den. Außerdem wurden konzeptionell städtebaulich -freiraumplanerisch zu beantwor- tende Leitfragen für die Wettbewerbs-Bearbeitungsgemeinschaften pointiert. Diese Leitfragen stellen sich wie folgt dar: Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 44 - Modellquartier 2 – Vorbildlichkeit Das Modellhafte soll neue Maßstäbe setzen und keine Worthülse sein. Daraus folgt, dass die urbane Nutzungsmischung die Entwicklung des Modellquartiers bestimmt, wodurch unterschiedliche Bereiche adressiert werden. Zum einen soll das innovative Arbeiten in Münster in Bezug auf die Wissenschaft – Lehre – Forschung gestärkt wer- den. Zum anderen ist das finanzierbare, sozial gerechte Wohnen sowie insbesondere auch das fundiert zu verteilende Studierendenwohnen ein zentrales Element, um den diversen Ansprüchen gerecht zu werden. Vor allem in den lebendig auszugestaltenden Erdgeschosszonen können die anderen Bausteine gemäß der im folgenden Kapitel gelisteten Programmierungen einen gro- ßen Beitrag leisten. Neben den über die Werkstatt und die Empfehlungen des Strate- gieteams formulierten Zielsetzungen für das Modellquartier steht auch ein erheblicher Beitrag zu einer positiven Klimabilanz inkl. besonderer Mobilität mit dem weitgehenden Verzicht auf das Auto in der Aufgabenbeschreibung. Leitfrage - Wie kann die Umsetzung des Modellhaften für eine wachsende und erfolg- reiche Stadt Münster für das Modellquartier 2 konkret aussehen und welche Beson- derheiten sollten gleich im Städtebau-Rahmenkonzept Eingang finden, gerade auch in Bezug zu Nutzungsmischung, zur positiven Klimabilanz, innovativer Mobilität, Pro- zessdesign etc.? Modellquartier 2 – Phasierung Eine Phasierung und zeitlich gestaffelte Realisierung muss dazu führen, dass kleinere Cluster in der gewünschten urbanen Nutzungsmischung eine sofortige Adressbildung und Lebendigkeit ermöglichen. Die vorzunehmende Flächensegmentierung ist auf- grund der standortspezifischen Nachbarschaften keine einfache Aufgabenstellung. Unter keinen Umständen darf eine Monostruktur entstehen, wenn sich zum B eispiel Rahmenbedingungen in der längeren Realisierungs- und Entwicklungszeit ändern. Die ca. 18 ha große Fläche ist, inklusive der Erweiterungsoption für die Waldorfschule, der erforderlichen Wertschätzung der Topographie, der zu planenden Entwässerungs- systematik und zu integrierender Freiraumbestanteile, relativ überschaubar. Dies ver- langt nach einer besonderen, urbanen Dichte. Leitfrage - Wie kann der kurz - bis mittelfristige Aufbau des neuen Quartiers konkret ausgestaltet werden und wie könnte dann die langfristige Perspektive zur Vervollstän- digung im Sinne eines Modellquartiers 2 gestaltet werden und welche Zukunftsoffen- heiten für sich ändernde Bedingungen im Sinne einer städtebaulichen Sukzession könnten Teil der Entwicklungsstrategie sein? Modellquartier 2 – Verflechtung Das Landschafts- und Freizeiterlebnis des Kinderbachbogens als die grüne Lebens- ader im Westen Münsters und wichtigste öffentliche Verbindung in die freie Landschaft der westlichen Stadt-Membran erfreut sich zunehmender Beliebtheit aller Generatio- Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 45 - nen. Hier gilt es, die räumlichen- und funktionalen Rahmenbedingungen weiter zu qua- lifizieren und zu stärken und insbesondere die beiden Modellquartiere 1 und 2, per- spektivisch auch über den Kinderbachbogen, noch besser zu verbinden. Diese Anfor- derung muss sich innerhalb der Vernetzungsstruktur der beiden Modellquartiere 1 und 2 widerspiegeln, denn die übergeordneten Verbindungen müssen klar herausge- arbeitet und erkennbar sein. Beide Quartiere werden zusammen mit den östlichen Wissensquartieren in einen Di- alog treten, bei dem z.B. neben dem Naturerlebnis auch die zahlreichen i nformellen und vereinsgebundenen Sportangebote eine prägende Rolle übernehmen könnten. Dieser Fragestellung widmet sich aktuell ein Fre iraumentwicklungskonzept für den Kinderbachbogen. Leitfrage - Wie kann eine gestalterisch-funktionale Verflechtung der Randbereiche der Münster Modell Quartiere mit den landschaftl ichen Flächen des Kinderbachbogens aussehen? Wie integrieren sich diese Verbindungen sinnvoll in das interne Wegenetz- werk von Modellquartier 2? Wie werden bestehende Angebote aus den Bereichen Bildung, Forschung sowie Freizeit und Sport umweltverträglich mit den Qualitäten an- grenzender Grünräume verknüpft? Modellquartier 2 – Silhouette Die neue Stadtsilhouette an der Busso-Peus-Straße, mit ihren begleitenden Rad- und Fußwegen, ist zugleich neue Adresse der urbanen Modellquartiersentwicklung als auch Ausdruck der aufstrebenden Wissensstadt Münster. Die bisherigen neuen An- siedlungen in den Wissensquartieren orientieren sich bislang eher ins „I nnere“ der Nachbarschaft. Durch die Entwicklung der angrenzenden Flächen soll eine Öffnung und Gemeinschaft zwischen den Bereichen entstehen. Die Übergangssituation in Richtung Gievenbeck -Zentrum ist durch die Zone der Ve- getationsbestände parallel zum Rudolf-Steiner-Weg und die markante Appelbreistiege geprägt. Welche städtebaulichen Körnigkeiten sind hier vor dem Hintergrund der ge- wünschten Urbanität und der geforderten Dichteerhöhung für das Wohnen anzuset- zen? Dies gilt es als eine wichtige Aufgabenstellung zu lösen. Leitfrage - Welche Silhouette wird aus städtebaul icher Sicht empfohlen, gibt es vor dem Hinte rgrund der skizzie rten Programmierungen besondere, prominente Lagen und Pointierungen auch in der Höhe und ein Herausarbeiten der Adresse? Sollte sich diese in Bezug zum Osten des Modellquartiers 2 am Straßenverlauf oder an ganz anderen, überge ordneten städtebaulichen Konfigurationen oder eine r annähernden Gleichbehandlung der neuen Baufelder für die Modellhaftigkeit orientieren? Modellquartier 2 – Prozessdesign Die besondere Transformation und Prozesshaftigkeit ist Teil des Aufgabenprofils . Ebenso ist der Weg der Umsetzung Teil des Modellcharakters: Veränderbarkeiten und Zukunftsoffenheiten sind mitzudenken und trotz der klaren st ädtebaulichen Program- mierung zu konkretisieren und ergänzend zu den geforderten Vorschläge n für eine Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 46 - phasenweise Realisierung zu beleuchten. Die Wettbewerbsteilnehmenden sind dazu angehalten auf Grundlage ihrer Erfahrung en Aussagen über das Prozessdesign des Modellquartiers 2 zu treffen. Leitfrage - Welches Prozessdesign könn en gerade für das für die Wissensquartiere Münsters enorm wichtige Erweiterungsareal in der gewünschten Durchmischung auf- gebaut werden? Wie kann reagi ert werden bzw. welche Flexibilität ist nötig und wel- ches Engagement der Realisierungs- und LoI-Partner mit allen nötigen Management- / Betreuungsnotwendigkeiten hin zu einer Modellhaftigkeit? Modellquartier 2 – Identität Das Areal des Modellquartiers 2 besitzt durch die räumlich-funktionalen angrenzenden Besonderheiten ein Alleinstellungsmerkmal. Es ergibt sich ein gesonderter Auftrag, die umliegenden Bereiche mit dem Quartier zu verknüpfen und Synergien herzustellen. Die unterschiedlichen konzeptionelle n Ansätze der Wettbewerbsteams werden die bestmögliche Auswahl für weitere Identitäten im Innern des neuen Quartiers vorberei- ten. Dabei den neuen Stadtraum nicht nur als Erweiterung des Wissenschaftsparks wahrzunehmen, sondern als ein en unverzichtbaren Bestandteil Gievenbecks zu be- werten, ist die Herausforderung. Leitfrage - Welche zukünftige innere „Identität“ kann über das städtebaulich-freiraum- planerische Konzept entstehen und wie kann die Ausgestaltung des öffentlichen Raums dazu beitragen? Modellquartier 2 – Vielfalt Die städtebauliche Programmierung gibt zusammen mit den Werkstattergebnissen den Rahmen vor und ist Teil dieser Aufgabenbeschreibung. Obgleich durch die städ- tebaulich-freiraumplanerischen Konzeptionen des Wettbewerbs nicht alle Belange be- antwortet werden können , wird der Beitrag zur Vie lfalt im neuen Modellquartier das Verfahren begleiten. Ziel ist auch herauszufinden, wie durch eine Verzahnung von ge- eignetem Städtebau und einem präzisen Prozessdesign die letztendlich zu erzielende Vielfalt im Quartier gefördert werden kann. Das betrifft einerseits die Gliederung und den Besatz der Erdgeschosszonen und andererseits die Viel falt und Nutzungsmi- schung im Baufeld, in den künftigen Gebäuden und damit im gesamten Quartier. Leitfrage - Welche Vielfalt mit welchen Bautypologien, Dichteansätzen und Nutzungs- typen sind an dieser neu zu definierenden und prominenten, zukünftig hochgradig ur- banen Adresse in Münster die richtigen, wie muss das eigenständige, städtebauliche Profil des Modellquartiers 2 zwischen Kinderbachbogen und App elbreistiege ausge- staltet werden? Wie spiegelt sich Vielfalt und Aufenthaltsqualität im Freiraum wider, um alle Nutzergruppen gleichsam zu integrieren? Modellquartier 2 – Mobilität Das Mobilitätskonzept muss Innovationen zugunsten des nicht motorisierten Verkehrs vorbereiten und erfordert auch für das Modellquartier 2 gesamtstädtische Konsequen- zen. Schon die Fahrradstraße in Verlängerung der Heisenbergstraße aus der Tiefe des Wissenschaftsparks und des NWZplus bietet die richtigen Ansätze auf dem Weg Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 47 - zum zunehmenden Verzicht auf das Auto. Gerade die Erwartungshaltung in der Fahr- radstadt Münster ist hoch. Die Veloroute des Horstmarer Landwegs und die Fahr- radstraße auf der Heisenbergstraße – Corrensstraße - Wilhelmstraße als zukünftige besonders komfortable Radwegeverbindungen bieten weitere gute Anknüpfungsopti- onen. Zukunftsorientierte Ansätze zum ruhenden Verkehr und der Unterbringung in Mobilstationen als Gemeinschaftaufgabe aller Projektbeteiligten, müssen das Gesamt- projekt vorbildlich prägen. Hierzu zählen neben einer vorbildlich modellhaft reduzierten Stellplatzanzahl für Kfz bei grundsätzlichem Verzicht von ebenerdigen, versiegelten Parkplätzen auch attraktive Abstellplatzkontingente für Fahrräder und L astenräder. Ebenerdige Stellplätze im öffentlichen Straßenraum sollen ausschließlich für Lieferzo- nen und Menschen mit Behinderung sowie E -Carsharing-Autos vorgesehen werden. (vgl. dazu auch das beigefügte separate Dokument zu den Ausführungen über „Ver- kehrlichen Anforderungen an das Münster Modellquartier 2 – Busso-Peus-Straße“) Leitfrage - Wie können weitere Stärkungen der „sanften“ Mobilität wie selbstverständ- lich und Münster typisch für das Modellquartier 2 aussehen inkl. zentraler und dezent- raler Mobilstationen mit Verknüpfungsansprüchen aller Verkehrsarten? Modellquartier 2 – Resilienz Die nötige Resilienz der Städte muss gerade auch in den Modellquartieren von vorne- herein Maßstäbe für die Gesamtstadt setzen. Neben den Gesamtzielsetzungen der neuen Energieversorgungsstrategie hin zur positiven Klimabilanzierung u. a. mit der Nutzung der Tiefen-Geothermie ist auch die Klimafolgenanpassung (u.a. Umgang mit Starkregenereignissen und Dürreperioden) sowie die Integration der Biodiversität nachzuweisen. Durch die Nähe des Kinderbachbogens und seiner Zufluss- und Rück- halteoptionen erwächst ohnehin eine besondere Verantwortung bei der Entwicklung der Modellquartiere 1 | 2. Leitfrage - Wie kann das Regenwasser-Rückhalte- und Rückführungskonzept konkret ausgestaltet werden im Rahmen des Freiraumkonzeptes und welche Maßnahmen u. a. zur positiven Klimabilanz können auf Städtebauebene einen Teilbeitrag liefern? Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 48 - 05. HINWEISE >> modellhaft: klare Programmierung für Wohnen, Wissenschaft und Forschung sowie weitere Besonderheiten 5.1 Das städtebauliche Programm Für die städtebauliche Zielprogrammierung wurden im Anschluss an die Werkstatt im Mai 2022 und auf Grundlage des Grundsatzbeschlusses des Rates der Stadt Münster aus dem Jahr 2020 Orientierungswerte erarbeitet und das spezielle Programm rund um Wissenschaft, Forschung und (Studierenden-)Wohnen zudem mit den aktuellen Anforderungen der LoI-Partner „Zukunft der Wissenschaftsstadt“ weiter qualifiziert. Die Westfälische Wilhelms-Universität Münster, das Universitätsklinikum Münster, die Fachhochschule Münster und die zahlreichen Institute und Forschungseinrichtungen im naturwissenschaftlichen Zentrum und Wissenschaftspark spielen gerade für die vorrangige Entwicklung des Modellquartiers 2 eine prägende Rolle. Dies spiegelt sich auch in der engen und langjährigen Zusammenarbeit zwischen den wissenschaftli- chen bzw. hochschulnahen Institutionen und der Stadt Münster wider. Forschung im architektonischen Solitär: Center for Soft Nanoscience Im Sinne einer urbanen Ausnutzung und Dichtevorstellung mit allen Lagevorteilen, die aus der Nähe zu den Wissensquartieren, zum Zentrum Gievenbeck und auch zur In- nenstadt resultieren, dienen die folgenden Werte als Rahmen, der von den Wettbe- werbsteilnehmenden eigenverantwortlich zu prüfen ist und der zu einer maximal mög- lichen Qualität im Münster Modellquartier 2 führen muss. Das bedeutet, dass es nicht um eine Maximierung von Bruttogeschossflächen geht , sondern um den Vors chlag eines angemessenen, urbanen und hochgradig qualitätsvollen Städtebau - und Frei- raumkonzeptes, bei dem in städtebaulich begründeten Fällen und von den Wettbe- werbsteilnehmenden gewünschten Pointierungen durch hohe Häuser miteingeplant Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 49 - werden können. Generell soll von den Wettbewerbsteilnehmern geprüft werden in wel- chen Bereichen und in welcher Form eine weitere Dichteerhöhung denkbar, städte- baulich verträglich und sinnvoll erscheint. Folgende Zielprogrammierungen sind im Rahmen der Wettbewerbsbearbeitung zu würdigen: Grundstücksgröße % Bruttobauland 180.000 m² 100% Flächenabzug Erweiterung Waldorfschule - 15.000 m² - 9% Flächenabzug Erschließungsflächen u. Grünflä- che im Verhältnis 60 % Nettobauland zu 40 % Erschließungsfläche u. Grünfläche - 65.000 m² - 36% Nettobauland = 100.000 m² = 55% Zielvorstellung Bruttogeschossfläche (BGF) >> ca. 167.000 qm BGF (oberirdisch) gesamt >> Durchschnittliche GFZ (inkl. Waldorfschule): 1,6 5.2 Wohnen >> ca. 72.000 qm Bruttogeschossfläche BGF Wohnen gesamt davon als Orientierungswerte zum Wettbewerb bezogen auf die BGF Wohnen: Normales Wohnen 600 Wohneinheiten (WE) über „vereinfachten“ Berechnungsschlüssel 100 qm BGF je WE für den Wettbewerb entspricht: BGF ca. 60.000 qm, davon: > 40 % frei finanziert > 30 % förderfähig > 30 % gefördert 1 WE = 2,5 Einwohnerinnen und Einwohner = ca. 1.500 Einwohnerinnen und Einwohner Studentisches Wohnen 300 Wohnheimplätze über „festgelegten“ Berechnungsschlüssel 40 qm BGF je Wohnheimplatz / Apartment für den Wettbewerb entspricht: BGF ca. 12.000 qm BGF 1 WE = 1 Studierende und Studierender = ca. 300 Studierende Normales Wohnen und Studierende = Summe 1.800 Einwohnerinnen und Einwohner Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 50 - Kurzprofil Studierendenwohnanlage Projektträger: Studierendenwerk Münster Zeitplan für Realisierung (Meilensteine): 2028-2033 Gebäudetypologie: Wohngebäude oder integriertes Wohnen in anderer Nutzung Eckpunkte: Flächen und Geschosse >> ca. 12.000 qm Bruttogeschossfläche BGF (NUF 9.000 qm) Grundstücksgröße: konzeptionsabhängig Geschosse: min. 4 Stellplätze PKW: unterzubringen in dezentralen Mobilstationen gemäß Vorgaben Stellplatzschlüssel zum Wettbewerb (siehe Punkt 5.6) Funktionalitäten • weitere Möglichkeiten zur Belebung der Erdgeschosse: Waschsalon/Kiosk/Gast- ronomie/Hausverwalter/Spiel&Sporträume/Hobby/Gemeinschaftsräume/Cycling Station etc. • Dachnutzung: PV-Anlage, Grünbedachung Mobilität • Ansprüche an eine Quartiersgarage mit Mobilstation: diverse Mobilitätsangebote für Studierende Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 51 - 5.3 Arbeiten >> ca. 95.000 qm Bruttogeschossfläche für Forschung / Institute / Dienstleistungen >> über 2.570 Arbeitsplätze (geschätzt) Kurzprofil FH Münster (Hybridprojekt) Learning Center mit Rechenzentrum und ggf. integriertes Studierendenwohnanlage (ca. 150 Apartments) Projektträger: BLB NRW mit FH Münster Zeitplan für Realisierung: Errichtung (2028-2030) Gebäudetypologie: Institutsgebäude/Seminargebäude/Wohnheim Eckpunkte: Flächen und Geschosse >> ca. 20.000 qm Bruttogeschossfläche BGF (NUF 10.000 qm) Grundstücksgröße: konzeptionsabhängig Geschosse: 5-6 Stellplätze PKW: unterzubringen in dezentralen Mobilitäts-Stationen gemäß Vorga- ben Stellplatzschlüssel zum Wettbewerb (siehe Punkt 5.6) Funktionalitäten • Besonderheiten Gebäude: stark frequentiertes Gebäude mit hoher Aufenthalts- qualität und Mischung von studentischem Wohnen und Arbeiten/Lernen, innovati- ves Energiekonzept (Abwärme Rechenzentrum für Studierendenwohnheim), voll nutzbare Gründächer mit PV • Nutzung Erdgeschosse: Cafeteria, Selbstlernflächen, Beratungsangebote, weitere Möglichkeiten zur Belebung der Erdgeschosse: Gastronomie • Nutzung Kellergeschosse: Technik • Angestrebte Raum- und Funktionsprogrammierung: EG/1. OG/ggf. 2.OG: Semi- narräume, Hörsaal, Selbstlernflächen, Gastronomie/Cafeteria, wenige Büros,3.- 5./6.OG: ggf. Studierendenwohnheim in den oberen Etagen, • Optional Integration einer Kita: Um eine Entfluchtung im Brandfall sicherzustellen, sollte sich die Kita im EG und 1. OG befinden (auch im Hinblick auf Außenspiel- flächen). • Besondere Schutzbedürfnisse (Zugangsbeschränkungen etc.): Nein • Außenlagerfläche: Nein • Dachnutzung: begehbares Gründach, Terrassen, PV Mobilität • Besonderheiten Anlieferungsverkehre: Caféteriaversorgung • Individuelle oder mit Nachbar gemeinsame Grundstückszufahrt: möglich • PKW-Stellplätze und deren Lage: in Quartiersgarage, barrierefreie Stellplätze am Gebäude • Mitarbeitenden Mobilität (Weg zur Arbeitsstelle); Dienstliche Mobilität (Mobilitäts- lösungen für Dienstwege) sowie Erreichbarkeit für Besuchende und Studierende: über Quartiersgarage / Mobilstation oder Fahrrad. Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 52 - • Ansprüche an Quartiersgarage mit Mobilstation: PKW-Stellplätze, Car-Sharing, Bike-Sharing, Ladeinfrastruktur, Fahrradstellplätze, Anbindung an (Shuttle-) Bus/Bushaltestelle in der Nähe Innovationspotenzial • Beitrag zu nutzungsgemischten und lebendigen Wissensquartieren: studenti- sches Lernen und Wohnen • Beitrag zur Klimaneutralität: Abwärme Rechenzentrum, Gründächer, PV • Beitrag zur wassersensiblen Stadtentwicklung: Gründächer zur Regenwasser- rückhaltung • Beitrag zur Nachhaltigkeit: Nutzungsflexibilität, hybride Bauweise möglich (z.B. Wohnheim in Holzkonstruktion und hybride Konstruktionen) • Beitrag zum Einsatz nachhaltiger Materialien: Holzkonstruktion Synergien mit anderen Nutzungen • Denkbare Synergien: Gemeinschaftsprojekt mit Studierendenwerk • Beitrag zur Mehrfachnutzung von Flächen und Räumen: fachbereichsüber- greifende Nutzung • Mögliche Nutzungskonflikte: kaum Kurzprofil Außeruniversitäres Forschungsinstitut Projektträger: Private Gesellschaft Zeitplan für Realisierung: Gewünschter Baubeginn (2025-2026) Gebäudetypologie: Labore, Technikum, Büro, Gewächshaus Eckpunkte: Flächen und Geschosse >> ca. 8.000 qm Bruttogeschossfläche BGF (NUF 3.000 qm) Grundstücksgröße: konzeptionsabhängig (Nordost favorisiert) Geschosse: min. 4 Stellplätze PKW: unterzubringen in dezentralen Mobilitäts-Stationen gemäß Vorga- ben Stellplatzschlüssel zum Wettbewerb (siehe Punkt 5.6) Funktionalitäten • Besonderheiten Gebäude: CO₂-Neutralität, ökologische Bauweise • Nutzung Erdgeschosse / Möglichkeiten zur Belebung der Erdgeschosse: Semi- nare, Schaufenster, öffentliche Kantine/Restaurant • Nutzung Kellergeschosse: Technikräume • Angestrebte Raum- und Funktionsprogrammierung: Büro-/Labortrakt • Besondere Schutzbedürfnisse (Zugangsbeschränkungen etc.): IME: biologischer S1-Sicherheitsbereich (+Gewächshaus), Zutrittskontrolle. • Außenlagerfläche: ja (Müll- und Chemikalienlager) • Dachnutzung: evtl. Gewächshaus Mobilität • Besonderheiten Anlieferungsverkehre: muss uneingeschränkt sichergestellt sein, da das Institut mehrfach am Tag mit Waren beliefert wird (z.B. Paketdienste) und Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 53 - in zeitlichen Abständen mit Großgeräten oder Erdpalletten (Anlieferung erfolgt meist mit großen LKWs (12-37 Tonner) • Individuelle oder mit Nachbar gemeinsame Grundstückszufahrt: beides denkbar • PKW-Stellplätze und deren Lage: Die Zahl der PKW-Parkplätze sollte auf ein Mi- nimum reduziert werden • Mitarbeitendenmobilität (Weg zur Arbeitsstelle): ÖPNV, Fahrrad, PKW; Dienstli- che Mobilität (Mobilitätslösungen für Dienstwege): in Münster vorzugsweise mit Dienstfahrädern (inkl. Lastenbikes, E-Bikes), Dienstreisen außerhalb MS mit SPNV oder Dienstwagen (E- oder Hybridauto); Erreichbarkeit für Besuchende und Studierende: Fahrrad, ÖPNV, zu Fuß. • Ansprüche an eine Quartiersgarage mit Mobilstation: Ladeinfrastruktur Innovationspotenzial • Beitrag zur Klimaneutralität: CO₂-Neutralität, ökologische Bauweise • Beitrag zur wassersensiblen Stadtentwicklung: noch nicht konkret geprüft • Beitrag zur Nachhaltigkeit: ökologische Bauweise, energieeffizient, Solarenergie • Beitrag zum Einsatz nachhaltiger Materialien: möglichst Baustoffe biogenen Ur- sprungs Bevorzugte Lage • Ecke Busso-Peus-Straße/Gievenbecker Weg (am Kreisverkehr) wegen Anliefe- rungsverkehr direkt über die Hauptstraßen, dadurch Vermeidung von LKW-Ver- kehr innerhalb des Modellquartiers. Zudem räumliche Nähe zur Hofanlage am Gievenbecker Weg: ev. thematischer Bezug. Synergien mit anderen Nutzungen • Denkbare Synergien: Gemeinsame Nutzung von Infrastrukturen (z.B. Kantinen, Seminarräumen) • Beitrag zur Mehrfachnutzung von Flächen und Räumen: gemeinschaftliche Park- flächen • Mögliche Nutzungskonflikte: Konkurrenz um Parkflächen, daher klare Zuweisung in Kernzeiten. Projektspezifische Hinweise Das Institut arbeitet mit modernen Verfahren der Pflanzenbiologie, so auch mit der Erzeugung gentechnisch veränderter Pflanzen, die jedoch ausschließlich in den S1 - Bereichen des Instituts kultiviert werden (keine Freilandversuche). Dennoch empfin- den einige Menschen die Nähe zu solchen Einrichtungen als unangenehm bzw. nicht tolerierbar. Ferner entstehen oftmals Problem e aufgrund der Gewächshausbeleuch- tung, die in Abhängigkeit der Lichtbedingungen ganzjährig von 8-23 Uhr angeschaltet ist. An anderen stadtnah en Einrichtungen gab es schon Klagen wg. Lichtverschmut- zung. Daher sollten keine Wohngebäude in der direkten Nähe zum Institut entstehen. Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 54 - Kurzprofil REACH Innovation Center Projektträger: WWU Münster, FH Münster, REACH EUREGIO Start-up Center Zeitplan für Realisierung: unklar Gebäudetypologie: Büro, Labor, Seminar, Boardinghouse Eckpunkte: Flächen und Geschosse >> ca. 20.100 – 30.100 qm Bruttogeschossfläche BGF (NUF 15.200 – 22.800 qm) Grundstücksgröße: konzeptionsabhängig Geschosse: 5-6 Stellplätze PKW: unterzubringen in dezentralen Mobilitäts-Stationen gemäß Vorga- ben Stellplatzschlüssel zum Wettbewerb (siehe Punkt 5.6) Funktionalitäten • Besonderheiten Gebäude: technisch keine besonderen Anforderungen neben den Laborflächen • Nutzung Erdgeschosse: Hybridflächen – Seminar, Bistro, Labor, „gläserne“ Werk- statt, Begegnung, weitere Möglichkeiten zur Belebung der Erdgeschosse: Hybrid- flächen für Nutzung Allgemeinheit inkl. umliegende Unternehmen, Boarding- house, Startup Zonen, Prototypproduktionen • Nutzung Kellergeschosse: Teilunterkellerung für Technikanlagen • Dachnutzung: Dachbegrünung - teilweise Dachterrasse mit Rooftop Farm • Angestrebte Raum- und Funktionsprogrammierung: noch in Abstimmung • Besondere Schutzbedürfnisse (Zugangsbeschränkungen etc.): Zugangskontrollen Labor- und Werkstattflächen Mobilität • Besonderheiten Anlieferungsverkehre: normale Versorgung des Bistros / Seminar • Mitarbeitendenmobilität (Weg zur Arbeitsstelle): hauptsächlich Münster und nahe Umgebung; Dienstliche Mobilität (Mobilitätslösungen für Dienstwege): hauptsäch- lich Fahrrad, Sharing-Angebote, ÖPNV, E-Roller; Erreichbarkeit für Besuchende und Studierende: hauptsächlich Fahrrad, Sharing-Angebote, ÖPNV, E-Roller • Ansprüche an eine Quartiersgarage mit Mobilstation: hoher Stellenwert Innovationspotenzial • Beitrag zur Klimaneutralität / Nachhaltigkeit: sehr hoch z.B. DGNB Zertifizierungs- system Synergien mit anderen Nutzungen • Denkbare Synergien: Gemeinsame Nutzung von öffentlichem Raum als Begeg- nungsraum und Wissensaustausch • Beitrag zur Mehrfachnutzung von Flächen und Räumen: Labore, Werkstätten, Se- minarbereiche, Bistro/Gastro, Bordinghouse Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 55 - Kurzprofil Transferzentrum CenTech Projektträger: Stadt Münster/WWU Münster Zeitplan für Realisierung: Baubeginn ab 2027 Besonderheiten: Die Stadt Münster hat im Rahmen einer Innovationsstrategie priori- täre Themenfelder identifiziert, die für die zukünftige Entwicklung der Stadt Münster von großer strategischer Bedeutung sind. Dazu zählen auc h Themenfelder, die im Wissenschaftspark ihren Ursprung genommen haben bzw. dort angesiedelt sind. Dies sind unter anderem die Themenfelder „Resiliente Energiespeicherung, -wandlung und -einsatz“ mit dem Forschungsschwerpunkt Batterie sowie der Bereich Ges undheit- und Life-Science-Forschung. Hierbei gilt es auch zu berücksichtigen, da ss auf dem Gelände der Technologieförderung Münster (TFM) bereits ein Forschungsgebäude mit dem Schwerpunkt Batterieforschung errichtet werden soll. Darüber hinaus sind mit der Quantentechnologie und Advanced Functional Materials zwei weitere Forschungsfel- der im Wissenschaftspark vorhanden, die für die Zukunft ein sehr hohes Innovations- potential erwarten lassen. Das geplante Transferzentrum soll ein wichtiger Bestandteil der Innovationsstrategie werden. In dem Transferzentrum sollen in Zukunft wissen- schaftliche Erkenntnisse in den oben genannten Themenfeldern verstärkt in innovative Produkte überführt werden. So sollen potentielle Ausgründungen aus dem naturwis- senschaftlichen Ber eich der Universität Münster/FH Münster und dem UKM sowie Start-ups/KMUs, die von den städtischen Töchter TFM und CeNTech unterstützt wer- den, im Transferzentrum optimale Rahmenbedingungen finden. Dabei ist die Nähe zur wissenschaftlichen Exzellenz und zu d en Highend-Großgeräten der WWU/UKM von zentraler Bedeutung. Eckpunkte: Flächen und Geschosse >> ca. 10.000 – 15.000 qm Bruttogeschossfläche BGF (NUF 7.000 - 10.500 qm) Grundstücksgröße: konzeptionsabhängig Geschosse: 4-6 Stellplätze PKW: unterzubringen in dezentralen Mobilitäts-Stationen gemäß Vorga- ben Stellplatzschlüssel zum Wettbewerb (siehe Punkt 5.6) Funktionalitäten • Besonderheiten Gebäude: Das Gebäude beinhaltet sowohl Labore als auch Bü- ros. Die Labore sollen so ausgestattet sein, dass Unternehmen aus den Berei- chen Batterieforschung, Medizin, Biologe, Quantentechnologie dort ohne große Investitionen Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten durchführen können. Hin- sichtlich der Gebäudetechnik soll aus Kostengründen bewusst auf eine hochaus- gerüstete Ausstattung, wie sie im CeNTech oder SoN vorhanden ist, verzichtet werden. Geräte, die entsprechende Raum bzw. Gebäude Spezifikationen benöti- gen, sollen im Rahmen von Kooperationen mit der WWU genutzt werden. • Hinweise Gebäudetypologie: Das Gebäude soll so konzipiert werden, dass so- wohl Start-ups/KMUs in der Gründungsphase als auch in der Wachstumsphase optimale Rahmenbedingungen vorfinden. So sollten sogenannte „Openspace-Be- reiche“ vorhanden sein, aber auch abgeschlossene Bereiche in unterschiedlichen Größen (bis zu 350 qm) mietbar sein. Neben ausgestatteten Laboren sollten auch leere Labore vorhanden sein. Das Gebäude soll so einen skalierbaren Transfer Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 56 - ermöglichen und passgenaue Angebote für die Unternehmen bieten. Weiterhin sollen Büroflächen für Business Support Organisationen (REACH etc.) bereitge- stellt werden. • Nutzung Erdgeschosse: Openspace, Co-Working, Café • Zur Energieversorgung sollen Solaranlagen installiert werden • Nutzung Erdgeschosse: Neben dem Empfang soll das Erdgeschoss als „Cowor- king Area“ die Interaktion und die Kooperation von Start-ups ermöglichen, zusätz- lich zu kleinen Besprechungsräumen und Büros kann auch ein Café sowie ein kleines Bistro zu einer Belebung des Erdgeschosses beitragen. • Nutzung Kellergeschosse: Das Kellergeschoss soll als Lagerfläche und für die Technik genutzt werden, zudem soll der Keller Abstellflächen für Fahrräder und eine Ladeinfrastruktur für E-Roller, E-Bike bieten. • Besondere Schutzbedürfnisse (Zugangsbeschränkungen etc.): Beim Transfer- Gebäude handelt sich um kein öffentliches Gebäude, insofern wird der Zugang zu einigen Bereichen des Gebäudes nur für berechtigte Personen möglich sein. Mobilität • Besonderheiten Anlieferungsverkehre: Die Möglichkeit der Anlieferung von größe- ren Geräten bzw. der Entsorgung mittels größerer LKWs muss gegeben sein. • Zahl angestrebte PKW-Stellplätze und deren Lage: Die Zahl der PKW-Parkplätze sollte auf ein Minimum reduziert werden, Parkplätze sollen über eine Quartiersga- rage mit Mobilstation zur Verfügung gestellt werden. Synergien mit anderen Nutzungen • Denkbare Synergien: Geplante oder denkbare Möglichkeiten zur Belebung des Wissenschaftsparks sollen gemeinsam mit anderen Bauaktivitäten in dem Modell- quartier, aber auch dem geplanten Forschungsgebäude auf dem TFM-Gelände mit Schwerpunkt Batterieforschung abgestimmt werden (Campus-Charakter). • Beitrag zur Mehrfachnutzung von Flächen und Räumen: Gerade mit dem geplan- ten Forschungsgebäude auf dem TFM-Gelände ist eine Mehrfachnutzung von Räumen und Ausstattung möglich. Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 57 - Kurzprofil WWU Ergänzungsneubau Fachbereich 13 - Biologie & Mikrobiologie Projektträger: WWU und BLB Zeitplan für Realisierung: noch unklar Gebäudetypologie: Büros, Labore, Werkstätten, Bibliothek, Seminarräume, Ge- wächshäuser Eckpunkte: Flächen und Geschosse >> ca. 44.000 qm Bruttogeschossfläche BGF (NUF 22.000 qm) Grundstücksgröße: konzeptionsabhängig Geschosse: 5-6 Stellplätze PKW: unterzubringen in dezentralen Mobilitäts-Stationen gemäß Vorga- ben Stellplatzschlüssel zum Wettbewerb (siehe Punkt 5.6) Funktionalitäten • Nutzung Erdgeschosse: Empfang, Büros, Hörsaal, Mensa (ca. 2.000 Studie- rende, Seminarräume, Bibliothek, (Labore), weitere Möglichkeiten zur Belebung der Erdgeschosse: Empfang, mit Info-Center, Sozialbereich für Mitarbeitende und/ oder Studierende, Studierendenbereiche, Begegnungsflächen für Forschung und Lehre/ Transfer • Nutzung Kellergeschosse (Tiefgarage, Technikräume, Rechenzentrum etc.): Nach Möglichkeit auf KG verzichten! Wenn KG, dann Tiefgarage Fahrräder, Technik, IT • Angestrebte Raum- und Funktionsprogrammierung (z.B. Büro-/Labortrakt): k.A. • Besonderheiten Gebäude: Verknüpfung von Innen (Büros, Labore, Werkstätten) und Außen (Gewächshäuser, Klimakammern). Die Labore sind S1und S2. • Besondere Schutzbedürfnisse (Zugangsbeschränkungen etc.): ja: Es gibt Sicher- heitsbereiche S1 und S2 • Dachnutzung: Technik, (eventuell Klimakammern, Gewächshäuser, Photovoltaik) • Außen-/lagerfläche: Arzneipflanzengarten, Gewächshäuser und Klimakammern Mobilität • Besonderheiten Anlieferungsverkehre: Kleintransporte, keine besonderen Bedin- gungen. • Individuelle oder mit Nachbar gemeinsame Grundstückszufahrt: möglich • Fahrradabstellplätze und deren Lage: überdachte Unterbringung gewünscht, oberirdisch. Lastenfahrräder- und E-Bike Stellplätze erwünscht Innovationspotenzial • Beitrag zu nutzungsgemischten und lebendigen Wissensquartieren: gemeinsame Stellplatz- und Aufenthaltsflächen • Beitrag zur Klimaneutralität: KfW-40 Standard • Beitrag zur wassersensiblen Stadtentwicklung: kein Kellergeschoss • Beitrag zur Nachhaltigkeit: Nachhaltigkeitsziele des BLB und der WWU. • Beitrag zum Einsatz nachhaltiger Materialien: begrünte Fassade Synergien mit anderen Nutzungen • Denkbare Synergien: Waldorfschule und Außeruniversitäres Forschungsinstitut Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 58 - 5.4 Weitergehende Qualifizierungen mit den LoI-Partnern Neben den vorab skizzierten Programmbausteinen konnten im Rahmen weitergehen- der Qualifizierungsphasen folgende, zentrale Ergebnisse und Empfehlungen für den Wettbewerb übereinstimmend mit allen Letter of Intent (LoI) Partnern „Zukunft der Wis- senschaftsstaft“ und Akteuren aus dem Wissens - und Technologietransfer festgehal- ten werden: Urbanität Als zentrales Ergebnis werden übereinstimmend die Flächenwünsche und Geschos- sigkeiten (mindestens 4 bis 6 Geschosse bis auf die Waldorfschule) im Sinne einer zu erzeugenden Urbanität mit klaren Raumbildungen und dem Verzicht auf Erweiterungs- oder Bevorratungsflächen oder gar oberirdischen, versiegelten Stellplätzen modifiziert und zu einer Modellquartiervorgabe zusammengeführt. Röntgenstraße als zentraler öffentlicher Verknüpfungsraum zum „Science Bou- levard“ / NWZplus und auch in Richtung Gievenbeck Die Wissenschaft ist einer der wesentlichen Treiber für eine zukunftsorientierte Stadt- entwicklung von Münster. Als ein räumlicher Schwerpunkt mit herausragenden For- schungsinstituten, hochinnovativen Unternehmen sowie einem intensiven Wissens - und Technologietransfer hat sich in den letzten Jahrzehnten der Bereich des Wissen- schaftsparks, im Zusammenhang mit dem Naturwissenschaftlichen Zentrum bzw. der aktuell vorgesehenen Entwicklung zum „NWZplus“, südlich der Mendelstraße, westlich der Corrensstraße und öst lich der Busso -Peus-Straße entwickelt. Hier sind u. a. der Technologiehof Münster, das Zentrum für Nanotechnologie (CeNTech), das Max - Planck-Institut für molekulare Biomedizin (MPI), das Nano-Bioanalytik-Zentrum (NBZ) sowie das Center for Soft Nanoscience (SoN) entstanden. Im Zuge der Aufstellung des Masterplans NWZplus wird zudem insbesondere der Rückbau von Fahrspuren der Corrensstraße zugunsten einer verbesserten Aufenthaltsqualität und einige Nachver - dichtungs- und Entwicklungspotenziale im Bestand diskutiert. Die Röntgenstraße wurde bereits im Werkstattverfahren / Öffentlichkeitsbeteiligungs - prozess als zentrale, funktional und gestalterisch zu stärkende fuß- und radläufige Ver- bindung im Netz der öffentlichen Räume definiert. Diese soll eine komfortabl e Ver- knüpfung mit dem „Herzstück“ des Modellquartiers Busso -Peus-Straße sicherstellen und dann über einen zentralen öffentlichen Raum in Richtung der Ortsmitte Gieven- becks führen. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass die Röntgenstraße heute zwischen Ha utklinik und Max-Planck-Institut endet. Danach schließt sich das Gelände der Hautklinik sowie weiter westlich Richtung Busso -Peus-Straße eine Grünfläche jenseits des Max - Planck-Instituts an. Inwieweit hier die wünschenswerte Achse entwickelt werden kann, muss planerisch und liegenschaftlich geklärt werden. Zu berücksichtigen ist auch, dass auf der Grünfläche vor dem Max -Planck-Institut Überlegungen bestehen, zur Organi- sation der Mobilität im NWZplus eine Mobilstation inkl. Quartiersgarage zu entwickeln. Daher sind zur Anbindung mit dem Fahrrad insbesondere auch der Heisenbergstraße zur inneren Erschließung sowie der Mendelstraße und der Von -Esmarch-Straße als Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 59 - Teil der äußeren Erschließung Aufmerksamkeit zu schenken und entsprechende Ver- knüpfungspunkte zum Modellquartier Busso-Peus-Straße zu entwickeln. Die Barrierewirkung der Busso-Peus-Straße muss gerade im Abschnitt der anzustre - benden Rad- und Fußgängerverbindung der Röntgenstraße mit Zuführungsfunktion in die Tiefe der Wissensquartiere / des NWZplus und den „Science Boulevard“ reduziert werden. Nur so kann die „Perlenkette“ wichtiger, neuer Stadträume der Wissensquar- tiere ausgehend vom Stadtzentrum über das Schlossareal, den zukünftigen Mu - sikcampus und den neuen Mathematikcampus, die neue Mitte des NWZp lus an der Corrensstraße respektive Science Boulevard bis tief ins Modellquartier Busso -Peus- Straße führen. Öffentlicher Raum als „internationale“ Adresse und Identität für ein „Wissens“- Modellquartier in Münster Das Modellquartier muss unbedingt Bestandteil eines besonderen, erfahrbaren Erleb- nisses „Wissenschaft für Münster“ werden. Das Sichtbarmachen von Wissenschaft wird städtebaulich vor allem über die Kontakt- zonen des neuen, öffentlichen Raumes im Quartier im Zusammenspiel mit den Ge- bäuden und seiner Erdgeschosszonen gelingen können. Besondere, auf das Modellquartier und seine Nutzer zugeschnittene Lösungen für den öffentlichen Raum sind zentraler Aufgabengegenstand des Wettbewerbs. Bei- träge z.B. über steinerne Platz - und Straßenräume als „urba ne Orte“ in Kombination mit Grünräumen und Parks als „Orte der Naherholung“ werden erwartet. Das Areal wird zum Transfer - und Aufenthaltsort u.a. auch für Studierende, die in Gievenbeck leben. Entsprechende Ankerpunkte zum Verweilen im Quartier sind vorzusehen. Hierbei ist neben dem vorab erwähnten Anschluss an die östlichen Quartiere rund um das NWZplus vor allem über den angestrebten „Brückenschlag“ zur Röntgenstraße und über die Heisenbergstraße auch der westliche Bestand der Michaelschule und vor allem der Waldorfschule und des Waldorfkindergartens mit in die Planungen des Mo- dellquartiers zu integrieren. Dafür wurde die bisherige Flächenoption für die Erweite- rung der Waldorfschule (wie im Perspektivplan bisher verortet) hinterfragt. Stattdessen sollte eine Hinwendung zur Mitte des Modellquartiers in Erwägung gezogen werden. Auch hier beginnt Wissenschaft in einer „frühen“ Phase des Lernens bei den Kindern und Jugendlichen. Was z.B. mit der Lehre „Schulgarten“ der Waldorfschule beginnt, kann später u.a. im benachbarten Ergänzungsneubau Fachbereich 13 – Biologie und Mikrobiologie weitergeführt werden. Räumliche Zuordnungen und Nachbarschaften, Wohnen und Wissenschaft / Forschung / Arbeiten – dicht zusammenrücken Viele der angedachten Wissensschafts - bzw. Wissenstransfer -Projekte suchen ver- ständlicherweise die direkte Nähe zum östlichen Nachbarn des NWZplus. Kurze Wege und bereits existierende Erschließungsoptionen an der Busso -Peus-Straße/Heisen- bergstraße sind die Gründe einer solchen Tendenz. Dennoch i st festzuhalten, dass Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 60 - die zukünftigen Wege innerhalb des neuen Modellquartiers vergleichsweise sehr kurz sind, inklusive der Einbindung in Richtung Gievenbeck -Zentrum. Eine konse- quente Mischung der Nutzungen in der Baufeldkonfiguration ist eine der wichtig sten Zielsetzungen für das neue Modellquartier, um monostrukturierte Zonierungen zu vermeiden. Je nach Erschließungsgrundgerüst und zu definierender, innerer Adresse des neuen öffentlichen Raumes bleiben ausreichende Optionen, nicht alle Projekte der wissen- schafts- und forschungsaffinen Entwicklungsinteressenten in Richtung Osten zu kon- zentrieren. Ausschlaggebend werden auch die derzeit noch nicht abzusehenden, zeit- lichen Realisierungshorizonte in Kombination mit den zu entwickelnden effizienten Baustufen und Erstprojekten sein. Vorteilhaft im Sinne eines lebendigen Modellquar- tiers ist die Berücksichtigung einer Mischung mit dem Wohnen „vom ersten Moment an“ und innerhalb der zu entwickelnden Parzellenstruktur. Dies ermöglicht von vorne- herein dem gewünschten Modellcharakter gerecht werden zu können. Ein experimenteller Umgang mit einem zudem städtebaulich pointierten, vorzugsweise mittig am zentralen öffentlichen Raum gelegenen Impulsprojekt mit einer Hybridstruk- tur auch im Gebäude, wie zum Beispiel das vorgestellte Projekt des Learning Center mit Rechenzentrum der FH Münster einschließlich integriertem Studierendenwohnen, Co-Working Spaces und einem durch Gastronom ie belebtem Erdgeschoss, wäre op- timal. „Lebendige“ Erdgeschoss-Nutzungen als Schlüssel zum Erfolg Die Erdgeschoss-Nutzungen unterliegen einer besonderen Betrachtung und Sorgfalts- pflicht. Es wäre gut, wenn die Akteure neben den gewünschten BGF -Zahlen und den bereits im Rahmen der Projektvorstellung artikulierten Ideen für eine frühe Phase der gemeinsamen Projektentwicklung weitere Synergien identifizieren würden. Es gilt auch im weiteren Planungsprozess, die Erdgeschoss -Aktivierungen (flexible Überraumhöhen) zu fördern, denn für die gewünschte Lebendigkeit und Nutzungsmi- schung ist die Qualität der Eingangsebene unverzichtbar. Darüber hinaus wird diese Zone gerade für Münster auch zur gewünschten Erlebbarkeit von Wissenschaft und Forschung beitragen. Es muss ein unverwechselbarer Ort für Münster entstehen, der attraktiv ist, gerade im Zusammenspiel mit dem Modellquartier südwestlich Steinfurter Straße und dem Kin- derbachbogen. Ein dazugehöriges Management nach dem Wiener Vorbild (soziale Infrastrukturen + Kultur / Nahversorgung + Gastronomie / Gemeinschaftsangebote inkl. Sport) könnte später ein Teil der Umsetzungsstrategie sein. Die zentralen Erdgeschosse sollten eine Geschosshöhe von 4 bis 5 Metern zu wichtigen öffentlichen Räumen hin / zum zent- ralen Bereich haben. Zahlreiche, gute Optionen mit denkbaren Erdgeschoss -Kontaktzonen sind über die Vorstellungen der Projektakteure bereits angedacht / benannt: Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 61 - - Ergänzungsneubau Fachbereich 13 – Biologie und Mikrobiologie z.B.: zentrale Nutzungen für bis zu 2.000 neue Studierende: Infocenter; offene Kommunikationsräume; Mensa; Hörsaal; Medien - und Fachbibliothek, mehr- fach nutzbare Seminarräume – in Semesterferien wenig genutzt etc. - Learning Center mit Rechenzentrum der FH Münster (einschließlich ggf. integriertem Studierendenwohnen Selbstlernflächen in Komb ination mit Gastronomie, Kindertagesstätte; Bera- tungs-„desks“ - Studierenden-Apartments z.B.: Gemeinschafts-, Hobby- / Partyräume; „cycling station“; Spiel- und Sport- räume etc. - Außeruniversitäres Forschungsinstitut z.B.: Schaufenster Forschung; Kantine oder Restaurant etc. - Transferzentrum CeNTech Münster z.B.: „open space / coworking” Bereiche; Café - REACH innovation and „start up“ Center z.B.: Start Up Kommunikations - Gemeinschaftszonen; Bistro; boarding house Empfang; „gläserne“ Werkstätten, Labore, Prototypproduktion; Seminar - und Workshopräume mit Mehrfachnutzungsoptionen etc. - Erweiterung Waldorfschule /Zentrum für Waldorfpädagogik z.B.: Turnhallen -Erweiterung; Kita-Erweiterung; Schulgarten; Sportflächen für Multifunktionsnutzung der Modellquartier-Partner Hinweis: Die Waldorf-Schule ist vorbildlich nicht eingezäunt, im südlichen Ge- bäudetrakt sind zudem Aula und Turn -Sporthalle untergebracht. Die Aula be- sitzt eine große Theaterbühne, die auch für öffentliche Aufführungen genutzt wird und ein Frequenzbringer sein kann. - Wohnen – Schwerpunkt gefördert / bezahlbar z.B.: Multifunktions-Erdgeschosse nach Wiener Vorbild mit Nachbarschaftslä- den, Mini-Nahversorgung, Gastronomie; urbane Produktion; Kul tur- und Integ- rationsangeboten; Dienstleistungen und Service; Kinderbetreuung, Fitness und Gesundheitsangeboten; Gemeinschaftsräume Gäste / Party; Waschsalon; Las- tenrad- und Kinderwagen Service-Stationen etc. Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 62 - Aufteilung der größeren Programmbausteine im Gesamtquartier Die größeren Programmbausteine wie z.B. der Ergänzungsneubau Fachbereich 1 3 – Biologie und Mikrobiologie und REACH Innovation Center sollten nicht in einem gro- ßen „monostrukturierten“ Gebäudekomplex untergebracht werden. Kleinere Einheiten, die die Institutsvielfalt und das Spektrum der wissenschaftlichen Einrichtungen abbil- den, sind gewünscht. Diese Typologien sind durchaus auch mit 5-6 Geschossen rea- lisierbar, ein Vergleich bietet u.a. der Neubau des Multi-Scale Imaging Center (MIC) an der Röntgenstraße mit rund 12.000 qm und 5 Geschossen + UG. Bereits in der Diskussion wurde deutlich, dass das Projekt REACH Innovation Center für seine Belange i.e.S. nur ein Gebäude benötigen würde, während weitere Gebäude für Transferpartner und weitere Technologietransfereinrichtungen zur Verfügung ge- stellt würden bzw. zur Verfügung stehen. Module bzw. Bauabschnitte z.B . in der Größenordnung bis maximal ca. 10.000 BGF tragen bei einer intelligenten Verteilung im Quartier zur gewünschten Durchmischung und Vielfalt bei. Auch Wohncluster können direkt zu diesen Gebäuden aufschließen, so lange mögliche Störungen im Rahmen de r städtebaulichen Neukonzeption durch geschickte Anordnungen und Typologien ausgeschlossen werden können (z.B. Lärm durch Dauerbetrieb von Zentrifugen, Geräusche über Belüftungen oder auch Tiere, Lichtemissionen durch die Dach-Gewächshäuser). Ein solcher Umgang mit den Parzellierungen hat auch Vorteile in Bezug zur Flexibilität bzw. sich ändernde Rahmenbedingungen. Das Wohnen direkt in diesen beiden grö- ßeren Programmbausteinen und Gebäudetypologien unterzubringen, erscheint nicht erstrebenswert. Ein „Experiment“ der Durchmischung mit Wohnen für Studierende bleibt nach dem derzeitigen Kenntnisstand dem vorgestellten Programmbaustein des FH Learning Center als Prototyp eines zukunftsweisenden Hybridgebäudes mit integriertem Studie- rendenwohnen vorbehalten. Hybridgebäude als vorbildliche(s) Anker- und Initialprojekt(e) Gerade die konzeptionellen Ansätze eines denkbaren hybriden Initialprojektes des Learning Center mit Rechenzentrum der FH Münster einschließlich integriertem Stu- dierendenwohnen zeigen auch zukunftsgerichtete Optionen zur Rückkehr der Funkti- onsmischungen im Gebäude auf. Es wäre gut, wenn ein solcher Ansatz möglichst früh- zeitig, bewusst experimentell angelegt, zu einem Initial - und Vorbildprojekt für den Münsteraner Weg zu einem Modellquartier werden könnte. Soweit es die Immissionsbelastungen erlauben, kann diese horizontale Nutzungsmi- schung im Gebäude auch Vorbild für andere Programmierungen werden. Vorbildlich können so innerhalb einer Gebäudetypologie Abschottungen / Zonierungen verhindert werden und ein innovativer Beitrag zur Rückkehr der lebendigen Stadt auf einer Bauparzelle zum Ausdruck gebracht werden. Lernen, Forschen, Arbeiten und Wohnen wird „wieder“ auf engstem Raum zusammengeführt. Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 63 - Komplexere Strukturen und gewünschte Lebendigkeiten können erst durch Stapelung oder kleinmaßstäbliche Cluster unterschiedlicher Nutzungen entstehen. Auch bei ei- nem solchen Prototyp gilt: Große Flexibilität, um Transformationen in der Lebens- und Arbeitswelt begleiten zu können. Flexibilitäten und Variabilität als Notwendigkeit Der städtebauliche Rahmen, das „Passepartout“ zum Modellquartier muss gerade bei noch nicht abgesicherten Investitionen ein hohes Maß an Flexibilität ermöglichen und dennoch die gewünschte Vielfalt und Variabilität nachweisen. Eine kluge Prozessgestaltung als „Software“ ist unabdingbar mit der „Hardware“ des Städtebaus verbunden. Die weiter voranzubringenden Projekte der am Workshop teil- genommenen Akteure sind in Kombination mit dem dringend für Münster erforderli- chen Wohnangeboten der Schlüssel zum Erfolg. Die Findung eines bestmöglichen, flexiblen und robusten Konzeptes mit animierender Bildsprache, Offenhalten von Flä- chen für Entwicklungen, multicodierter Flächen zur Erhöhung der Flexibilität ist daher unbedingt als Bestandteil der Wettbewerbsbearbeitung zu verstehen und eine zentrale Aufgabe. Allein die Diskussionen im Workshop zeigen, wie wichtig Weiterentwicklungen im Rah- men der P rojektentwicklungen sind. Nicht alles kann und muss zwangsläufig schon städtebaulich „durchcodiert“ werden – das Offenhalten von Optionen für sich ändernde Bedingungen (auch in zentralen Bereichen, nicht nur an „Rändern“) hat ebenso Prio- rität. Erweiterungsabsichten über intelligente Aufstockungsoptionen Erweiterungsmöglichkeiten der einzelnen Projekte im Modellquartier können bei knapper werdenden Flächenressourcen selbsterklärend nicht mehr über Vorhalteflä- chen eingefordert werden. Intelligente Aufstockungsoptionen sind das Gebot der Zeit. Diese müssen auch im Rahmen des Wettbewerbs schon nachgewiesen werden, um die Raumbildung und Höhenkontur und damit die urbane Quartiersatmosphäre „im fertigen Zustand“ bzw. innerhalb der einzelnen Wachstumsstufen erkennen und beurteilen zu können Förderung privater Investitionen vorbereiten Das Modellquartier soll zu einer der neuen Adressen für Münster avancieren und auch neben den zum heutigen Zeitpunkt gesetzten, im Wesentlichen aus der Wirtschafts - / Wissenschaftskraft Münsters schöpfenden Programmbausteinen weiteren „internatio- nal“ tätigen Unternehmen ein angemessenes Angebot bieten. Hier ist beispielsweise an die Ausstrahlung der Batterieforschung zu denken, die internationale Forschungs - und Start-up-Akteure in das NWZplus, den Wissenschaftspark und demnächst auch das Modellquartier Busso-Peus-Straße zieht. Der Nachweis von Angeboten, Parzellen und Flächen für Drittnutzer ist daher im städ- tebaulichen Kontext herauszuarbeiten. Bei sich ändernden Rahmenbedingungen müs- sen auch „gesetzte“ Bausteine (hier u.a.: flexible, aufteilbare Größenordnungen bis ca. Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 64 - 10.000 qm BGF und kleiner) gut und einfach ersetzbar sein, ohne den städtebaulichen Kontext zu gefährden. Klimaneutralität gerade für ein Wissens-Modellquartier Das Thema Klimaneutralität muss bereits im städtebaulich-freiraumplanerischen Kon- text integriert behandelt werden. Vorreiter bei der vollständig klimaneutralen Gebäude- Realisierung könnte das Initialprojekt eines „Außeruniversitären Forschungsinstitutes“ sein, da hier hohe Standards Teil der Projekt-Philosophie sind. Neben der angedachten vorbildlichen Mobilität, der unterstützenden Geothermie als zentrale Basis-Energieversorgung wird insbesondere auch auf die Chancen rund um das Thema „Wasser im Mo dellquartier“ mit einer Mischung aus funktionalen (Regen- wassersammlung / Rückleitung Kinderbach – Abfangen von Starkregenereignissen) und gestalterischen Ansprüchen zur Adressbildung verwiesen. Zum Wettbewerb und der anschließenden Rahmenplanqualifizierung werden weiter- gehende Anforderungen rund um die Nachhaltigkeitsthemen der Zeit definiert werden. Alle Modellquartiere für Münster gründen auf ein Nachhaltigkeitsmanifest und sind kli- mapositiv. Zudem dienen die Quartiere nicht nur den Menschen, sie sind auch Lebens- raum für Flora- und Fauna mit möglichst hoher Artenvielfalt als zeitgemäße Verpflich- tung. Eine positive Klimabilanz, Gebrauchs - und Raumqualitäten durch konsequente Autoreduzierung, die Sicherung von Biodiversität und Wassersensibilität bei sozialer Ausgewogenheit sind die selbsternannten Ziele für das „Modellhafte“ in Münster und sollen als überregionales Vorbild gelten. Diese Themen können gerade gemeinsam mit den Projektpartnern aus M ünster und deren inhaltlichen Verflechtungen hervorragend positioniert und umgesetzt werden. Alle Partner verfolgen als Ziel die klimaneutrale Gebäude- und Gebietsentwicklung. Dezentrale Unterbringung der Radstellplätze in Verbindung mit optimalen Rad- verbindungslinien Die Bewegungen mit dem Rad werden als wichtiger Bestandteil der Belebungen im Innern des neuen Modellquartiers angesehen. Als Alternative zur Appelbreistiege oder zur Von-Esmarch-Straße soll vor allem eine attraktive Verbindung aus dem Herze n des kleinen Zentrum Gievenbecks direkt durch das neue Quartier zur Röntgenstraße als Nabelschnur zu den Wissensquartieren geschaffen werden - schnell befahrbar und dennoch auch für die Fußgänger mit attraktiven Nutzungen in der Kontaktzone der Eingangsebenen besetzt sowie mit den dezentralen Radstellplatzangeboten gut ver- bunden. Hier sind die bereits aufgezeigten planerischen und liegenschaftlichen Rest- riktionen zu bewältigen. Daher sind immer auch die Verknüpfungen zur Heisenberg- straße, Mendelstraße und Von-Esmarch-Straße einzubeziehen. Für den Wettbewerb (siehe auch Punkt 5.6) gilt ohne später nachzuweisende Ab- schläge zum bauordnungsrechtlich nötigen Stellplatzkontingent zunächst der mit den Fachämtern der Stadt abgestimmte, einheitliche, maximale Schlüssel von: Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 65 - - 4 Rad-Stellplätzen pro Wohneinheit inkl. Studierenden Wohnen (WE = 100 qm BGF) - 2 Rad-Stellplätzen pro Einheit aller weiteren Nutzungen (NE = 50 qm BGF) - Hinzu kommen in Abhängigkeit zur unmittelbaren städtebaulichen Randnut- zung im Plangebiet verteilte öffentliche Abstellanlagen im öffentlichen Raum. Zur Ermittlung der nötigen Stellplatz-BGF, sofern diese in baulichen Anlagen unterge- bracht werden, wird im Wettbewerb vorgegeben: 1 Rad-Stellplatz = 1,5 qm BGF Heraushalten von Autoverkehr im Innern des Plangebietes und geschickte An- ordnung von Mobilstationen und Quartiersgaragen Das Wettbewerbsgebiet ist von der westlichen Seite (Bereich Michaelschule / Waldorf- schule) und von der Appelbreistiege für den MIV nicht zu erschließen. Hier haben die Fuß- und Radwegeverbindungen im Sinne der „sanften“ Mobilität Vorrang. Zur Vermeidung von unangemessenen, individuellen und versiegelten Stellplatzarea- len werden Mobilstationen zusammen mit Quartiersgaragen mittlerer Größe bis maxi- mal 400 Stellplätzen zur Programmierung für den Wettbewerb angenommen. Diese müssen an sinnvollen, gut er schlossenen Stellen „rund um das Wettbewerbsgebiet“ (Gievenbecker Weg / Busso-Peus-Straße / Von-Esmarch-Straße) verteilt werden, um somit das Innere des Modellquartiers freihalten zu können, als Qualität für das alltäg- liche Leben und die Adressbildung. Diese Mobilstationen mit Quartiersgaragen sichern dann kurze Wege zu den Nutzungen im Quartier. Mobilstationen in Kombination mit Quartiersgaragen sind mehr als Parkhäuser, die Sonderbehandlung der Erdgeschosse für synergetische Infrastrukturen z.B. Sharing - Angebote, Radstellplatz-Verknüpfungen, Elektro-Mobilität, Paketdiensten oder gar Ki- oskangeboten etc. sind zeitgemäß. Direkte Verknüpfungen mit Gebäuden / Nutzungen sind ebenso möglich bei Wahrung der Schutzansprüche z.B. in der Nähe zu sensiblen Nutzungen des Wohnens. Auch Rückbauoptionen können Teil der konzeptionellen Überlegungen zur Unterbringung des ruhenden Verkehrs werden. Aufwendige Tiefga- ragensysteme sind aus Gründen der Nachhaltigkeit / Wirtschaftlichkeit nicht vorzuse- hen. Ausnahmen sind z.B. in Bezug zum Wohnen möglich, mit der Anbindung über „normale“ Anlieferungszufahrten im öffentlichen Raum. Für den Wettbewerb (siehe auch Punkt 5.6) gilt ohne später nachzuweisende Ab- schläge zum bauordnungsrechtlich nötigen Stellplatzkontingent zunächst der m it den Fachämtern der Stadt abgestimmte, einheitliche, maximale Schlüssel von: - 0,5 Stellplätzen pro Wohneinheit inkl. Studierenden Wohnen (WE = 100 qm BGF) - 0,5 Stellplätzen pro Einheit aller weiteren Nutzungen (NE = 50 qm BGF) Zur Ermittlung der nötigen Stellplatz BGF wird im Wettbewerb vorgegeben: 1 PKW - Stellplatz = 25 qm BGF Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 66 - Weitere Stellplätze in Höhe von 10 % der Gesamtzahl an Wohneinheiten für Besu- chende des Plangebiets sind zusätzlich einzuplanen. Diese sollen in Teilen a ls Stell- plätze für mobilitätseingeschränkte Personen und unter Umständen für Laden/Liefern im öffentlichen Straßenraum in Abhängigkeit zur unmittelbaren städtebaulichen Rand- nutzung sinnvoll verteilt werden. Die restlichen Stellplätze sollten dezentral in Q uar- tiersgaragen ergänzt werden, müssen dort allerdings öffentlich zugänglich sein. Außeruniversitäres Forschungsinstitut Die zeitlich möglicherweise zu priorisierende Vorbereitung des Bau - und Planungs- rechtes an einer voll erschlossenen Stelle zum Beispiel im Bereich Gievenbecker Weg / Busso-Peus-Straße ist denkbar. Allerdings muss das städtebauliche Gesamtkonzept bzw. der Gesamtrahmen vorab artikuliert und festgelegt werden. Dazu wird der Wett- bewerb das Fundament liefern. Emissionen (z.B.: Lüftung, Licht, Tiere sowie Anlieferungen) Das Heranrücken von Wohngebäuden kann nur unter der Prämisse erfolgen, dass Störungen im Zusammenhang mit den Gebäuden der Forschung, Wissenschaft und Lehre weitestgehend ausgeschlossen werden. Geschickt zu konzipierende Gebäude- typologien und passiv-aktive Maßnahmen im Rahmen der städtebaulichen Vorüberle- gungen sollten bereits im Wettbewerb Beachtung finden. Neben den technischen Lärmquellen vom Gebäude ausgehend z.B. über Lüftungen, Zentrifugen-Dauerbetrieb etc. wird insbeso ndere auch auf Licht -Emissionen durch die Gewächshäuser oder auch Lärm-Belästigungen durch Tiere im Zusammenhang mit den Forschungen ver- wiesen. Verträgliche Anlieferungsnotwendigkeiten sind ebenfalls zu berücksichtigen. Sondererschließung Waldorfschule inkl. Rettungswege Die Erschließung der Waldorfschule von Norden bzw. über den Rudolf-Steiner-Weg muss erhalten bleiben. Von hier aus bzw. südlich des Schulkomplexes müssen auch die Rettungs- und Feuerwehrzuwegungen Beachtung finden. Es wurde auf die bereits heute und voraussichtlich zunehmende konflikthafte Situation zwischen Parksuchver- kehr / Hol - und Bringverkehr und den zu Fuß und per Fahrrad fahrenden Schülern hingewiesen. Hochhäuser Die Grenzen der Wirtschaftlichkeit sind bei Gebäuden über der Hochhausgrenze (Fuß- boden mindestens eines Aufenthaltsraumes > 2 2 m über der Geländeoberfläche er- reicht. Für die derzeit absehbaren Programmierungs-Bestandteile des Modellquartiers werden daher Hochhäuser als ungünstig angesehen. Sollten im weiteren Planungs - und Realisierungsprozess dennoch von potentiellen Nutzern / Dritten sehr hohe Häuser als effiziente Nutzung des knappen Gutes „Boden“ gewünscht sein, ist dies immer im Zusammenhang mit der östlichen Nachbarschaft des NWZplus und der westlichen Nachbarschaft des Zentrums Gievenbeck, der Wohnbebauung und Michaelschule, Waldorfschule und Waldorfkindergartens bzw. auch hinsichtlich zukünftiger Nachverdichtungs -Höhensilhouetten zu beurteilen und einzubetten. Auf eine besonders belebte Erdgeschosszone bei den Hochhäusern wird im Kontext mit dem neu zu konzipierenden öffentlichen Raum hingewiesen. Eventuell Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 67 - kann in der Ideensammlung zum Wettbewerb ein Vorschlag für mögliche Hochhau- standorte oder potentiell höhere Häuser erarbeitet werden. Dachflächen Die Nutzung der Dachflächen für Solarthermie, Photovoltaik mit Dachbegrünung aber auch Gewächshäuser, Aufenthalts- / Nutz-Gärten etc. kann das Modellquartier positiv prägen und sollte im Sinne des begrenzten Gutes „Boden“ mitbedacht werden. Kunst als Motiv Neben der potenziell belebenden Wirkung der Waldorfschule für das Modellquartier durch kulturelle (öffentliche Aufführungen auf der Theaterbühne in der Aula) und pä- dagogische Impulse (z.B. Umwelt- und Naturbildung) kann auch eine Konzeption und Integration von Kunst, Kultur und Bildung im öffentlichen Raum oder in Kombination mit den neuen Gebäuden eine Besonderheit werden. Prozessdesign Die besondere Transformation und Prozesshaftigkeit ist Teil des Aufgabenprofils. Ebenso ist der Weg der Umsetzung Teil des Modellcharakters: Veränderbarkeiten und Zukunftsoffenheiten sind im Wettbewerb mitzudenken und trotz der zunehmend mit den Akteuren geschärften städtebaulichen Programmierung zu konkretisieren und er- gänzend zu den geforderten Vorschlägen für eine phasenweise Realisierung zu be- leuchten. Die Wettbewerbsteilnehmenden sind dazu angehalten, auf Grundlage ihrer Erfahrungen Aussagen über das P rozessdesign des Modellquartiers Busso -Peus- Straße zu treffen. Aktives Management Das Realisierungsmanagement mit Klärung von Eigentumsfragen wird wichtiger Teil einer erfolgreichen Realisierung eines Modellquartiers. Hierzu können gerade die LoI-Partner „Zukunft der Wissenschaftsstadt“ mit ihren Erfahrungen einen hervorra- genden Beitrag liefern. Die Fragen geeigneter Organisationsformen für die Steuerung einer qualitätsvollen Realisierung dieses komplexen und anspruchsvollen Vorhabens müssen im Weiteren noch geklärt werden. Der Städtebauwettbewerb und die Master- planung werden dazu den dynamischen und veränderungsfähigen Rahmen liefern. Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 68 - 5.5 Soziale Infrastruktur Kitabedarfe Voraussichtliche Bewohne- rinnen und Bewohner des geplanten Modellquartiers 2 1.800 inkl. 300 Studierende Voraussichtliche Anzahl der Kinder bis 6 Jahre im Modellquartier 2 (Annahme 10% des „Normalen Woh- nens“) 150 Maßnahmenbedingter Be- treuungsbedarf (ohne Wal- dorf-Kita) 8 Kita-Gruppen Maßnahmenbedingte Kita- Nettogebäudefläche 1.430 m² Maßnahmenbedingte Kita- BGF (Annahme: Faktor 1,5) 2.145 m² Zzgl. Kita-Außenflächen 2.400 m² (davon 1.800 m² reine Spielfläche) Pkw- & Fahrrad-Stellflä- chen Gem. Stellplatzsatzung der Stadt Münster Zusätzlich zu den 8 Kitagruppen sind Reserveflächen für bis zu 4 weitere Kitagruppen (715 m² in der Kita und 1200 m² im Außen gelände) für mögliche höhere Betreuungs- bedarfe vorzuhalten. Inwieweit diese Gruppen dauerhaft oder vorübergehend zur Ver- fügung gestellt werden müssen, kann noch nicht abschließend festgelegt werden. So- fern diese Flächenbedarfe nicht dauerhaft für Kitazwecke genutzt werden müssen, so sollten diese Flächen einer anderen Nutzung zuführbar sein können. Die Außenspielflächen der Kitas sind von Beginn an so zu planen bzw. zu verorten, dass Kinder sich dort gefahrlos aufhalten können. Dies betrifft die Berücksichtigung einer gefahrlosen Vegetation in den Außenflächen und ihrer direkten Umgebung . Ebenso sind oberirdische Entwässerungssysteme so zu planen, dass diese sich nicht auf Außenflächen der befinden. Die Kita-Außenspielflächen sind gemäß den Anforde- rungen des Landesjugendamtes zur alleinigen Nutzung durch die Kindertageseinrich- tung anzulegen und entsprechend einzufrieden. Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 69 - Mit Blick auf die Nutzungsmischung und soziale Vielfalt in den Münster Modellquar- tieren kann die Kombination von Kindertageseinrichtungen mit anderen Institutionen und Arbeitgeberinnen und -gebern sinnvoll sein. Bei all den hier genannten Denkmo- dellen müssen die Rahmenbedingungen, die sich aus dem Schutz der Kinder im Alter von 0 bis 6 Jahren ergeben, gewährleistet sein. Neben der Kita-Zuordnung zum Woh- nen sind denkbar: Kita in Kombination mit geplanten wohnverträglichen Arbeitsstätten Kita in Kombination mit geplanten Kunst- und Kultureinrichtungen Kita in Kombination mit Altenwohnungen mit generationsübergreifendem Kon- zeptionsschwerpunkt Verortung der Kita in Kombination mit sozialen, ökologischen sowie caritativen Einrichtungen Besondere bauliche Anforderungen ergeben sich u. a. aus dem Ziel, zukünftig geeig- nete Bedingungen für die inklusive Betreuung von Kindern mit Beeinträchtigungen zu schaffen. Hier könnten innovative Ansätze entwickelt werden, die Modellcharakter für andere Kita-Standorte haben. Eine Erreichbarkeit der Einrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigungen, aber auch für Verpflegungslieferungen, Müllentsorgung etc., muss gewährleistet sein. Für die offene Kinder - und Jugendarbeit werden für das Modellquartier 2 keine Be- darfe angemeldet. Schulbedarfe Angesichts der großen Anzahl an möglichen Wohneinheiten zusammen mit dem ge- planten Modellquartier 1 an der Steinfurter Straße ist es wahrscheinlich, dass zur Versorgung mehr als 4 Grundschulzüge benötigt werden. Weil das Modellquartier 1 wesentlich größer ist, bietet es sich an, dort eine 4-zügige Grundschule zu verorten. Die Michaelschule ist die nächstgelegene Grundschule zum Modellquartier 2 an der Busso-Peus-Straße, so dass die Grundschulversorgung rein rechnerisch überwiegend über die Michaelschule und die Wartburgschule erfolgen kann. Ein Standort für eine weiterführende Schule wird bereits in dem Modellquartier 1 op- tional mitgedacht, weshalb an der Busso-Peuß-Straße ebenfalls kein Standort für eine weiterführende Schule vorzuhalten ist. Erweiterung Freie Waldorfschule und Waldorfkindergarten Die Freie Waldorf Schule Münster möchte gerne Teil der Entwicklung eines vorbildli- chen Modellquartiers 2 sein und hat zu diesem Zweck ein Konzept "Zentrum für Wal- dorfpädagogik - Münsterland -" erstellt. Eckpunkte: Flächen und Geschosse >> ca. 3.900 qm Bruttogeschossfläche BGF Grundstücksgröße: konzeptionsabhängig Geschosse: min. 3 Stellplätze: gem. Stellplatzsatzung der Stadt Münster Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 70 - Bausteine: 1. Erweiterung des Waldorfkindergartens (separater Trägerverein) 2. Erweiterung der Waldorfschule um einen zweiten Zug (Erhöhung der Schüler- zahl von 410 auf ca. 700 einhergehend mit der Reduzierung der Klassenfre- quenz auf ca. 25-28) 3. Ausbau der Oberstufe zu einem Oberstufenzentrum für das Münsterland und das angrenzende Niedersachsen 4. Ausbau des Ganztags in der Sek. I einhergehend mit einem Raumbedarf für die Ganztagsbetreuung, Spiel - und Sozialflächen, Schulhofflächen und einer Mensa mit Großküche 5. Ausbau der Erwachsenenbildung und Ausbildung für die Lehrkräfte am beste- henden Institut für Waldorfpädagogik in Münster für die Regionen 6. WGs für Schülerschaft und Studentenschaft der Waldorfpädagogik Gebäude und Nutzung: Eine Geschossigkeit bis zu 3 Vollgeschosse und Kooperationen mit Instituten aus dem Modellquartier bezüglich der Räumlichkeiten, des Veran staltungssaals ebenso wie die Integration von öffentlichen Grünflächen im Schulhof- und Schulgartenkonzept sind seitens der Waldorfschule vorstellbar. Waldorfkindergarten Der Vorstand des Waldorfkindergartens kann sich vorstellen , einen Teilbedarf der städtischen Kitagruppenbedarfe zu übernehmen und geht dabei von einer Erweiterung des Waldorfkindergartens um eine weitere Gruppe aus. Diese könnte als Außen- bzw. Wiesengruppe ausgestaltet werden. An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass von Seiten des Amtes für Kinder, Ju- gendliche und Familien bislang noch keine konkrete Bedarfsprüfung, noch keine Klä- rung mit dem Träger zu den Anforderu ngen an eine „Wiesen-Gruppe“ und keine Klä- rung hinsichtlich der Finanzierbarkeit dieser Erweiterungsoption erfolgt ist. Sollte die Gruppenerw eiterung nicht zustande kommen , wäre aus Sicht des Wal- dorfkindergartens eine Vergrößerung des Gartens wünschenswert , da durch eine nachträglich gebaute Rettungstreppe und einen Anbau Gartenfläche eingebüßt wurde. Unabhängig von der Umsetzung potenzieller Erweiterungsabsichten (Kitagruppe / Garten), wird seitens des Waldorfkindergartens eine Pufferzone zwischen dem beste- henden Garten des Kindergartens und den entstehenden Neubauten gewünscht. Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 71 - 5.6 Mobilität und Ruhender Verkehr Ein klimagerechtes Quartier erfordert klimagerechte Mobilitätsangebote. Klimage- rechte Mobilität bedeutet eine verkehrliche Erschließung des Quartiers, die autofrei oder stark autoreduziert, innovativ, barrierefrei und zukunftsgerichtet ist unter einer Minimierung des ruhenden und fließenden MIV: Autofreies oder -reduziertes Quartier durch Bau von Mobilstationen, Quartiers- garagen und Förderung von Carsharing mit einer minimalen Anzahl von Pkw- Stellplätzen Anschluss an den ÖPNV und Mobilstationen (z.B. Hauptachse Von -Esmarch- Str. ergänzend Busso-Peus-Straße) Vorbildliche Vernetzung und modellhafte Angebote für die Nahmobilität Das Team der Verkehrsentwicklungsplanung und der Verkehrsplanung der Stadt Münster hat eine Expertise „Verkehrliche Anforderungen an das Münster Modellquar- tier 2 – Busso-Peus-Straße“ erstellt. Das Dokument mit wichtigen Rahmenbedingun- gen und Vorgaben ist Teil der Wettbewerbsunterlagen (siehe auch 6.21 Planunterla- gen). Fahrräder: Je nach Mobilitätskonzept sind konzeptionsabhängig ausreichende Stellplätze für Rä- der / Lastenräder / Sharing-Räder etc. (auch geschützt an / innerhalb baulicher Anla- gen / Gebäuden) einzuplanen. >> Mindestens 4 Rad-Stellplätze je Wohneinheit (WE = 100 qm BGF) für die bau- ordnungsrechtlich nachzuweisenden Privatabstellplätze Hinzu kommen in Abhängigkeit zur unmittelbaren städtebaulichen Randnutzung im Plangebiet verteilte öffentliche Abstellanlagen im öffentlichen Raum. Für alle weiteren Nutzungsbausteine gilt für den Wettbewerb zunächst ein einheitli- cher, nutzungsübergreifender Stellplatzschlüssel von 2 Rad-Stellplätzen je Nutzungseinheit (NE = 50 qm BGF) Kraftfahrzeuge (Kfz): Für das innovative Modellquartier wird - abweichend von der Stellplatzsatzung der Stadt Münster - für die Wohnungen ein Stellplatzschlüssel von 0,5 Stellplätzen im Sinne der Qualitätsziele angenommen. Zum Wettbewerb gilt daher der Nachweis von: >> 0,5 Kfz -Stellplätzen je Wohneinheit (WE = 100 qm BGF) für die bauordnungs- rechtlich nachzuweisenden Privatstellplätze Weitere Stellplätze in Höhe von 10% der Gesamtzahl an Wohneinheiten für Besu- chende des Plangebiets sind zusätzlich einzuplanen. Diese sollen in Teilen als Stell- plätze für mobilitätseingeschränkte Personen und unter Umständen für Laden/Liefern Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 72 - im öffentlichen Straßenraum in Abhängigkeit zur unmittelbaren städtebaulichen Rand- nutzung sinnvoll verteilt werden. Die restlichen Stellplätze soll ten dezentral in Quar- tiersgaragen ergänzt werden, müssen dort allerdings öffentlich zugänglich sein. Für alle weiteren Nutzungsbausteine gilt für den Wettbewerb zunächst ein einheitli- cher, nutzungsübergreifender Stellplatzschlüssel von weiteren: >> 0,5 Kfz-Stellplätzen je Nutzungseinheit (NE = 50 qm BGF) 5.7 Die Ansprüche der Fachressorts im Einzelnen Die Fachämter der Stadt Münster haben bereits im Vorbereitungsprozess zum Werk- stattverfahren intensiv mitgewirkt. Die folgenden Hinweise formulieren die Ansprüche der Fachressorts, sind nicht als abschließend zu betrachten und liefern wichtige Anre- gungen bereits in der frühen Phase des städtebaulich -freiraumplanerischen Wettbe- werbs. Sie sind hier thematisch zusammengefasst: Wohnraumförderung Das Modellquartier 2 sollte mindestens die Anforderungen erfüllen , die das zustän- dige Landesministerium in den Vorgaben zum Wohnraumförderungsprogramm an neue Wohnquartiere bzw. deren Quartiersentwicklung stellt – Ziel sind sozial ge- mischte, generationenübergreifende, inklusive und nachhaltige Wohnquartiere. Dazu gehört die Ausbildung einer sozialen Mischung im qualitätsvollen Wohnungsbau, die Berücksichtigung klimaneutraler Energie- und Wärmeerzeugung, Beachtung von An- sprüchen an die Barrierefreiheit sowie die Förderung quartiersbildender Maßnahmen (z.B. Quartiersplatz, Gemeinschaftsräume). Wohnungszusammensetzung Die geförderten Wohnungen dürfen nicht an einer Stelle im Quartier konzentriert wer- den, sondern sind gleichmäßig auf das gesamte Quartier zu verteilen. Die Förderung von Mietwohnraum setzt grundsätzlich voraus, das dessen Standort- qualität (insbesondere Lage des Baugrundstücks, Erreichbarkeit von Versorgungsein- richtungen, Erschließung, Lärmbelästigung, Angebot an wohnungsnahen Spiel - und Freizeitflächen) die Voraussetzungen für gesundes und ruhiges Wohnen bietet. Die Förderung von Mietwohnraum setzt voraus, dass dessen Planung auf ein bedarfs- gerechtes Verhältnis von Wohnungen unterschiedlicher Größe und Zimmerzahl sowie für verschiedene Nutzergruppen ausgerichtet wird. Geförderter Mietwohnraum muss nachhaltig an den begünstigten Personenkreis vermietet werden können. Weiterführender Hinweis: Gebäude, in denen (auch anteilig) geförderter Wohnraum entstehen soll, dürfen nicht mehr als sechs Vollgeschosse enthalten. An städtebaulich integrierten Standorten kann eine höhere Geschosszahl zugelassen werden, wenn ein wirksamer Bebauungsplan mit einer höheren Bebauung vorliegt, eine Baulücke ge- schlossen wird, das Vorhaben sich in die umgebende Bebauung einfügt oder die För- derempfängerin oder der Förderempfänger Quotenvorgaben zu erfüllen hat. In diesen Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 73 - Fällen dürfen zur Sicherung gemischter Strukturen maximal 50 Prozent der Wohnun- gen in dem Gebäude gefördert werden. Für Studierenden- oder Auszubildendenwohn- heime gilt diese einschränk ende Förderquote bei Gebäuden mit mehr als 6 Vollge- schossen nicht. Sollen in einem Gebäude neben geförderten Wohnungen auch nicht geförderte Woh- nungen oder Gewerberäume erstellt werden, muss auch insoweit die nachhaltige Ver- mietbarkeit gesichert sein. Den Anforderungen an Wohnraum für Menschen mit Be- hinderungen ist in einem Münster Modellquartier in besonderem Maße gerecht zu werden. Grünflächen auf den Grundstücken Nach den Vorgaben der Wohnraumförderungsbestimmung müssen zur Förderfähig- keit von Wohnungen die dafür vorgesehenen Grundstücke über ausreichende eigene Grünflächen (mindestens ein Drittel der Grundstücksfläche) verfügen , davon mindes- tens die Hälfte als ein als Begegnungsort nutzbarer Teil . Bei fehlenden Grünflächen auf den Vorhabengrundstücken können diese ggf. in großen zentralen (privaten) Grün- flächen mit sehr hoher Aufenthaltsqualität kompensiert werden. Für die Ausgestaltung der Grünflächen eignen sich besonders solche Bereiche, die aus bodenklimatischer Sicht besondere Funktionen erfüllen. Um in dem Modellquartier 2 Haushalte aller Einkommensschichten versorgen zu können, sollen 30 % der Nettowohnfläche (zum Wettbewerbsverfahren vereinfacht bezogen auf die gesamte BGF Wohnen) förderfähig gemäß den Vorgaben der Wohn- raumförderbestimmungen NRW sein. Eigentum im Geschosswohnungsbau Die notwendige Eigentumsquote (Selbstnutzer - Eigentumswohnungen) zur Stabilisie- rung des Modellquartier 2 soll ca. 20 % der entstehenden Nettowohnfläche betragen, auch hier vereinfacht zum Wettbewerb bezogen auf die gesamte Bruttogeschossflä- che (BGF) Wohnen. Diese Eigentumsquote ist keine zusätzliche Quote zu den Quoten in Kapitel 5.1. Sie kann sowohl im Rahmen des allgemein freifinanzierten (= 40 %) als auch im Bereich des förderfähigen freifinanzierten Wohnraums (= 30 %) umgesetzt werden. Gemeinschaftswohnen Die Ausweisung von Baufeldern, deren Bespielbarkeit durch mehrere unterschiedliche Baugruppen/gemeinschaftliche Wohnprojekte im Prozess der Konzeptausschreibung noch weiter ausgestaltet werden können, ist anzudenken. Hierbei ist zu berücksichti- gen, dass erst im Rahmen oder nach erfolgter Konzeptentwicklung die Parzellierung, das Maß der baulichen Nutzung, die Ausnutzbarkeit der Grundstücke (ggf. keine Fest- schreibung von Mindestgebäudehöhen samt Ermöglichen unterschiedlicher Trauf -, First- bzw. Attikahöhen) und die Bauweise (offene, geschlossene oder abweichende Bauweise) konkretisiert werden sollten und insofern eine gewisse Flexibilität innerhalb der Baufelder für Baugruppen/gemeinschaftliche Wohnprojekte gegeben sein sollte . Dadurch können maßgeschneiderte Grundstücke und Nachbarschaften geschaffen werden. Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 74 - Zudem haben die Baugruppen erfahrungsgemäß sehr unterschiedliche Bedürfnisse / finanzielle Kapaz itäten hinsichtlich der Unterbringung von Verkehrsmitteln. Daher sollte nach Möglichkeit die zwingende Realisierung von Tiefgaragen vermieden wer- den und stattdessen planungsseitig wirtschaftlich günstigere Parksysteme vorgesehen werden, vor allem in Form von Hochgaragen. Bei der Sonderausbildung der Erdgeschosszonen muss für die Standorte der Gemein- schaftlichen Wohnprojekte beachtet werden, dass insbesondere bei selbstnutzenden gemeinschaftlichen Wohnprojekten/Gruppen, die Erdgeschosszonen von den Grup- pen eigengenutzt werden können. Diese Gruppen können in der Regel nicht als Be- treiber von gewerblich genutzten Flächen oder Flächen des sozialen Bedarfs heran- gezogen werden. Quartiersmaßnahmen und Wohnumfeld Es sind Begegnungs- und Bewegungsräume mit hoher Aufenthaltsqualität, Möglich- keiten der Geselligkeit und Gemeinschaft (auch konsumunabhängig) zu schaffen und einhergehend Nachbarschaften, Bildungs- und Kulturangebote zu stärken. Gemein- sam genutzte Sharing-Angebote im Wohnumfeld, wie zum Beispiel Wasch- und Tro- ckenräume, Werkstatträume etc. vermeiden im Sinne der Nachhaltigkeit unnötige Mehrfachanschaffungen. Die Quartiersmaßnahmen sollten einen Quartiersplatz mit großer Grünanlage (Lage sollte entwurfsabhängig gewählt werden) , ergänzt um einen integrativen Spielplatz umfassen. Dieser zentrale Quartiersplatz sollte als gemeinsamer Treffpunkt aller Be- wohnerinnen und Bewohner dienen. Vielfältige Angebote sollten an diesem Quartiers- platz gebündelt werden, um damit einen attraktiven und stark frequen tierten öffentli- cher Raum zu schaffen. Die zentrale Grünanlage soll dabei zusätzlich als qualitätsvol- ler Erholungs- und Spielraum (hinsichtlich Größe und Ausstattung Spielbereich Typ „A“ für alle Nutzergruppen) fungieren. Damit der Quartiersplatz auch seinen Zweck erfüllen kann, muss dieser um einen Quartierstreff ergänzt werden, in dem Aktionen und Veranstaltungen sowie Betreuungsangebote für die Bewohnerinnen und Bewoh- ner des Quartiers geplant und umgesetzt werden können. Nahversorgung Durch die Nähe zum Gievenbecker Ortszentrum und der herzustellenden guten Er- reichbarkeit zu Fuß oder mit dem Rad sind innerhalb des Wettbewerbsgebietes für Modellquartier 2 keine quartierszugehörige Nahversorgungsangebote einzuplanen, dies schließt einzelne kleinteilige Nahversorgungsangebote (Bäckerei, Kiosk etc.) nicht aus. Erdgeschosszonen und Nutzungsmischung Die Entwicklung des Münster Modellquartier 2 erfordert eine hohe Anpassungsfähig- keit an sich ändernde gesellschaftliche, demografische und technische Rahmenbedin- gungen. Dabei sollte auch die Versorgungsinfrastruktur auf Veränderungen reagieren können und das städtebauliche Konzept unterschiedliche Gebäudestrukturen, Dichten sowie Typologien zeigen, welche mit wechselnden Bedarfen der Nutzerinnen und Nut- zer umgehen können. Alle mit den Ergänzungsnutzungen gemäß städtebaulicher Pro- grammierung zu planenden EG -Zonen sollten im Sinne einer flexiblen Geb äudenut- zung eine lichte Raumhöhe zwischen 4,00 und 5,00 m aufweisen. Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 75 - Die tatsächlichen Nutzungen in dem durchmischten Modellquartier 2 werden neben den gesetzten Programmierungsbestandteilen durch die Nachfrage, den Mietpreis und die Präferenzen der Objekteigentümer innen und -Eigentümer / Vermieter innen und Vermietern bestimmt. Hohe Anforderungen und Investitionskosten, potenzielle Störun- gen der Nachbarschaft und die Immissionsbelastung schränken die Integration von Produktion und Laboren im Wohnen ein. Die Frage der Körnigkeit der Baufelder bzw. der Nachbarschaft- bzw. Blockgrößen spielen bei der Implementierung von Vielfalt und Durchmischung eine zentrale Rolle. Anforderungen sind daher: kleine Grundstücke / Cluster, die schachbrettartig angeordnet für bedarfsge- rechte, auch gemischtgenutzte Gebäude Investmentoptionen für Eigennutzer schaffen (Unternehmen / Unternehmerfa- milien) Nicht nur inhaltliche, sondern auch zeitliche Nutzungsmischung (24 -Stunden- Leben) Freiraum und Landschaft Ursprünglich ist der Planungsraum des Modellquartiers 2 Teil des zweiten Grünrin- ges der Münsterschen Grünordnung. Dieser ist trotz Unterbrechung durch Verkehrs- infrastruktur an weitere Natur- und Landschaftsräume angeschlossen. In unmittelba- rer, nördlicher Nachbarschaft befindet sich das Kinderbachtal, ein Verbund aus natur- nahen Erholungs-, gewässerbezogenen Biotop - sowie agrarisch genutzten Flächen. Ebenfalls finden sich in unmittelbarer Nachbarschaft klassische Strukturen der Müns- terländer Parklandschaft, wie Höfe, Felder und Heckenstrukturen. Im Planungsraum sind historische Vegetationselemente mit besonderer Wertigkeit vorhanden. Besonders hervorzuheben ist – auch aus kulturhistorischer Sicht – die so- genannte Appelbreistiege, eine ehemalige Handelsstraße mit beidseitigen Wallhe- ckenstrukturen. Die durchgewachsenen Großgehölze entlang der Appelbreistiege (überwiegend Stieleichen und Hainbuchen), sind aufgrund ihrer signifikanten Gesamt- ausbildung als Naturdenkmal klassifiziert und entsprechend geschützt. Über den rechtlichen Schutz des Naturdenkmales hinaus, bedarf es zur Wahrung des schüt- zenswerten Charakters eines angemessenen Abstandes der heranrückenden Bebau- ung/Nutzung. Sowohl nördlich wie auch südlich der Appelbreistiege darf ein Mindest- abstand von 10 m zwischen der Baugrenze Hochbau sowie der Kronentrauflinie nicht unterschritten werden . Schnittzeichnungen zur Darstellung der einzuhaltenden Ab- stände sind Teil der Wettbewerbsunterlagen (s. auch 6.21 Planunterlagen). Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 76 - Wertvoller Landschafts- und Verbindungsraum: die Appelbreistiege Am östlichen Ende der Appelbreistiege befindet sich eine bewaldete Fläche. Die nord- westliche Seite dieser Fläche schließt ab mit einer gesetz lich geschützten, durchge- wachsenen Wallhecke (s. Abbildung, rote Markierung). Das SW-Luftbild zeigt den Zu- stand 1973. Gehölzstrukturen der bewaldeten Fläche sind in Teilen oder gänzlich zu erhalten. Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 77 - Allgemeine Freiflächenqualität und Nutzungsaspekte Grundsätzlich sollten Grünflächen sowie Freiräume für Sport, Spiel, Freizeit und Erho- lung Angebote für alle Altersklassen beinhalten. Die Themen Barrierefreiheit und In- klusion sollen beachtet werden. Freiflächen sollten einen hohen ökologischen Wert besitzen und die Artenvielfalt sowie allgemeine Biodiversität erhöhen. Je nach Funktion und Gesamtkonzept sind Teilab- schnitte urban geprägter Freiflächen, die ebenfalls nachhaltige Standards (Begrünung, Stadtklima, Wasserhaushalt usw.) beinhalten, möglich. Wichtig im Allgemeinen ist eine hohe Freiraum- und Nutzungsqualität, die mit nachhaltigen Zielvorstellungen einher- geht. Öffentliche Freiflächen müssen von allen Wohneinheiten gut erreichbar sein. Wege- verbindungen für Zufußgehende und Radfahrende sollen intuitiv und sicher im Quartier verlaufen. Ebenfalls ist die Anbindung benachbarter, bestehender Wohnquartiere zu bedenken. Mit der Schaffung von multifunktionalen Räumen und Treffpunkten werden soziale In- teraktion sowie flexible Nutzungen begünsti gt. Ebenfalls sind Freiräume vorzusehen, die ruhige Nutzungen und Rückzugsmöglichkeiten ermöglichen. Angebote, die bereits vorhandene Nutzungsgruppen wie bspw. Studierende anspre- chen, sollen eingebracht werden. Öffentliche Freiflächen sind generell so zu p lanen, dass eine Erreichbarkeit und wirt- schaftliche Pflege der Flächen und Gehölze ermöglicht wird. Ökologische und stadtklimatische Freiraumaspekte Vorhandene Heckenstrukturen sind nach Möglichkeit zu erhalten und in öffentliche (Grün-)-Flächen zu integrieren. Der Abstand zwischen besonders prägenden Hecken und Baumreihen (bspw. Appelbreistiege oder zentrale, diagonal verlaufende Wallhe- cke) benötigen einen Mindestabstand zwischen Baumkronentraufe und neuer Bebau- ung von 10,0 m. Weitere verbleibende Heckenstrukturen sollten einen Mindestabstand von 6,0 m zur neuen Bebauung besitzen. Der Aspekt der Zugänglichkeit für Pflege- maßnahmen soll in die räumliche Planung mit einfließen. Durch eine angemessene Raumgebung für die Vegetationsentwicklung soll u.a. der Artenschutz dauerhaft profitieren. Darüber hinaus sollen weitere, zeitgemäße Begrü- nungsmaßnahmen der Verbesserung des Mikroklimas sowie zur Erhöhung der lokalen Klima-Resilienz dienen. Hierzu zählen Standards wie großflächige Dach - und Fassa- denbegrünung, d er Einsatz sogenannter „Zukunftsbäume“ (Zukunftsbäume sind Bäume, die besonders an die Bedürfnisse der Stadt der Zukunft angepasst sind: Sie zeichnen sich aus durch eine hohe Trockenstresstoleranz und Hitzeresistenz, aber auch Frosthärte und insgesamt eine geringe Anfälligkeit für Schädlinge und Krankhei- ten.), die Verschattung von versiegelten Flächen sowie nach Möglichkeit der Einsatz wasserdurchlässiger Oberflächen. Techniken des Regenwassermanagements – um das Niederschlagswasser im Kreis- lauf zu behalten und in bedenklichen Hitzeperioden die Vegetation zu schützen – sol- len konzeptionell und gestalterisch Verwendung finden. Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 78 - Mit der Umsetzung des zukünftigen MMQ2 Quartiers, entsteht insbesondere in nördli- che Richtung eine „Stadtrandgestaltung“ zum Kinderbachtal. Diese Randbereiche sol- len als Vermittlungsräume zwischen Urbanität und Landschaft wahrgenommen wer- den. Freiflächenanteil Um ein lebenswertes, nachhaltiges und gesundes Umfeld zu schaffen, soll der öffent- liche Grünflächenanteil im Quartier ca. 25 % der Gesamtfläche betragen. Private Freiflächen sollen in Abhängigkeit der städtebaulichen Dichte (GRZ) in ausrei- chender Menge ermöglicht werden. Die Darstellung von privaten und öffentlichen Grünräumen und Freiflächen soll zeichnerisch klar erkenntlich sein. Flächen mit primär funktionaler Gestaltung wie Stellplätze, technische Regenrückhal- teanlagen o.ä., werden nicht als öffentliche Freifläche oder Grünraum angerechnet. Programmierung des Freiraums Die Freiräume sollen gleichermaßen den Nutzungserforde rnissen wie auch den ge- stalterischen, stadtökologischen und stadtklimatischen Anforderungen Rechnung tra- gen. Dies erfordert ein ausgewogenes Verhältnis von intensiven und extensiven Grün- flächen. Die Planungen müssen geeignete Standortbedingungen für Stadtbäume auf- weisen. Je nach Flächenkonzept können Teilflächen unter Beachtung o.g. Vorgaben einen urbanen Charakter aufweisen. Zukunftsweisende Ideen, bei denen Dachflächen extensiv oder intensiv begrünt wer- den und als Freiflächen genutzt werden können, sind in Betracht zu ziehen. Kita-Standorten müssen eigene Freianlagen und Spielflächen in ausreichender Größe zugeordnet sein. Die Gesamtfläche öffentlicher Spielanlagen orientiert sich an Vorgaben der Münster- schen Grünordnung. Aufgrund der vorgesehenen, städtebaulichen Dichte im Modell- quartier 2, werden pro bewohnende Person 2,25 m² Spielfläche benötigt. Daraus ergibt sich ein Bedarf von ca. 3.500 m² erforderliche Spielfläche. Der für das Planungsgebiet ermittelte Spielflächenbedarf soll sich wie folgt aufteilen: Spielbereich A Bereich mit vielfältigstem Angebot an Spielmöglichkeiten für alle Altersstufen. Die Mindestgröße beträgt 2.500 m². Spielbereich B/C Dient der Versorgung für Kleinkinder, Schulkinder und Jugendlichen im Wohn- bereich. Die Mindestgröße beträgt 1.000 m². Der Zuschnitt der Spielflächen soll großzügig und nicht beengt ausfallen. Die A nord- nung von Spielflächen in Rand- bzw. Restflächen ist auszuschließen. Spielplätze soll- ten eine zweifache Erschließung aufweisen. Eine unmittelbare Lage an Gewässern, PKW-Stellplätzen oder Haupterschließungsstraßen ist zu vermeiden. Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 79 - Weitere öffentliche Bewegungs angebote wie Calisthenics können integriert werden . Nutzungen die mit unverträglichen Emissionen (Lärm, Staub usw.) verbunden sind, sind auszuschließen. Dezentrale Sportangebote Es sind dezentrale Sportangebote vorzusehen, um auch den vereinsungebun- denen Sport im Quartier berücksichtigen zu können. Als Vorbild kann der Be- wegungspark Hiltrup-Süd (ca. 150 m²) bzw. können Bestandteile davon dienen. Im Bewegungspark Hiltrup -Süd sind u.a. eine Parkouranlage, eine Slackline und eine Skateanlage entstanden. Vorbild Bewegungspark Hiltrup-Süd (vgl. V/0428/2019) Energie Vor dem Hintergrund des Klimawandels und der Klimaschutzziele der Stadt Münster (Klimaneutralität bis 2030) hat der Rat der Stad t Münster entschieden, dass die Wär- meversorgung von neuen Baugebieten – so auch die des Modellquartiers 2 – durch erneuerbare Energien erfolgen muss (vgl. V/0317/2022). Die Fern- und Nahwärme hat für die Gesamtstadt Münster eine Schlüsselfunktion hin zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung. Ausgehend vom heutigen Fernwärmenetz im Stadtgebiet Münster ( Kernstadt, Mecklenbeck, Gievenbeck, Nord, Coerde, Grem- mendorf, Angelmodde) befindet sich das Modellquartier 2 in unmittelbarer Nähe der Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 80 - Von-Esmarch-Straße, in der sich eine Fernwärmeleitung der Stadtwerke Münster be- findet. Diese Art der Wärmeversorgung ist bereits als hocheffizienter Stand der Tech- nik anzusehen, sodass die Stadt Münster hier einen Anschluss befürwortet. In die Zukunft blickend arbeiten die Stadtwerke Münster intensiv an der Transformation (Transformationsplan nach der „Bundesförderung für effiziente Wärmenetze“ – kurz BEW ab 2023 beginnend) hin zu einer „Grünen Fernwärme“, womit die Fernwärme- versorgung erneuerbar und nachhaltig in Münster bis 2045 erzeugt werden soll. Zu- dem wird der Wärmepreis damit un abhängiger von Gas -, Heizöl- oder CO2-Preisen und weniger variabel. Fester Bestandteil der Transformation ist dabei: die Nutzung der Umweltwärme durch den verstärkten Einsatz von Großwärme- pumpen der Einsatz von Großflächen-Solarthermie die Nutzung von Großwärmespeichern die Forcierung der Tiefen-Geothermie Ein Modellquartier nutzt diese erneuerbare Fernwärme und erzeugt sie sogar vor Ort. So ermöglicht das Modellquartier in Kombination mit dem bestehenden Fernwärme- netz Synergieeffekte in der Versorgung von ganz Münster. Geologische Voruntersuchungen zeigen (bezogen auf Münster insgesamt) gute Vo- raussetzungen zur Nutzung von Geothermie, die weiter untersucht werden. Daher soll im Modellquartier 2 eine Fläche für eine Tiefe Geothermie-Anlage verortet werden. Eine kurze Beschreibung der wesentlichen Anforderungen lautet: in der Bauphase: Flächenbedarf von ca. 6.000-8.000 m² im Betrieb ist der Flächenbedarf geringer: 4.000-6.000 m² von Bebauung freizuhalten, aber ggf. für z.B. Parkplatzflächen o.ä. freizugeben, solange bei zeitweisen Bedarf wieder nutzbar Zufahrt für min. 40t-Sattelschlepper Lage in der Nähe zum bestehenden Fernwärmenetz Dieser Standort soll alternativ auch mit anderen Funktionen nutzbar sein. Eine inte- grierte Betrachtung mit anderen Flächennutzungen wie Erholung, Freiraum, Grün ist sinnvoll. Eine zentrale Kälteversorgung bietet besonders für Ergänzungsnutzungen, wie z.B. Wissenschaft und Forschung etc., effiziente Kühlung und gilt an diesem Standort zu prüfen. Die Kälte wird zur Klimatisierung und ggf. für ihre techn ischen Prozesse der anliegenden Gewerbe- und Forschungsbetriebe benötigt. Als Synergiepotenzial ergibt sich: der Kältebedarf ist nichts anderes als überschüssige Abwärme, die als Quelle der Wärmeerzeugung nutzbar gemacht werden kann. Zentrale technische Anlagen (Wär- mepumpen) können integriert Wärme und Kälte für separate Wärme - und Kältenetze erzeugen. Auch zu diesem Zwecke wäre der Standort de r Tiefen Geothermie grund- sätzlich nutzbar. Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 81 - Solarenergienutzung / Solarstandard: Gemäß Münsters Solarstandard ist auf oder an Wohngebäuden Photovoltaik im Um- fang von 1 kW Peak je WE, auf oder an Nichtwohngebäuden Solaranlagen auf einer Fläche von 50% der Grundfläche (bebaute Fläche) einzuplanen. Elektrische Energieversorgung: Für die elektrische Energieversorgung müssen Standorte für Transformatorstationen (Ortsnetzstationen und ggf. Kundenstationen) eingeplant werden. Die genaue Anzahl und Verortung ist von verschiedensten Faktoren abhängig , die sich erst im weiteren Planungsprozess herauskristallisieren werden. Zu nennen sind hier vor allem mögliche dezentrale Wärmepumpen sowie der Energiebedarf durch die Elektromobilität. Als Richtwert sollte von ca. einer ONS pro 100 WE ausgegangen werden (Flächenmaße einer ONS ca. 8,50m x 5,00m). Grundsätzlich sind die Standorte für die ONS als se- parate Grundstücke vorzusehen. Die Lage sollte sich im öffentlichen Bereich, nahe der (elektrischen) Lastschwerpunkte orientieren. Lastschwerpunkte in diesem Sinne sind z.B. eine starke Häufung von Wohneinheiten oder bspw. Parkplätze/Tiefgaragen mit einer hohen Anzahl von geplanten Ladepunkten. Für die Versorgung von Gewerbe und Büroflächen sollten weitere Standorte für kun- deneigene Trafostationen vorgedacht werden, da diese Standorte häufig aus der Mit- telspannung versorgt werden. Klimaschutz und Klimaanpassung Grundvoraussetzungen sind kompakte Bauweisen und der grundsätzliche Ausschluss von freistehenden Einfamilienhäusern. Darüber hinaus sollten folgende Kriterien berücksichtigt werden , die im Detail dem „Leitfaden klimagerechte Bauleitplanung“ (vgl. V/0323/2022) zu entnehmen sind: Nutzungsvielfalt: Quartier weist im Sinne einer „Stadt der kurzen Wege“ in seinem städtebaulichen Kontext eine funktionale Nutzungsvielfalt auf, so dass verschiedene Einrichtungen des alltäglichen Bedarfs im Quartier verortet sind. Ausrichtung der Baukörper hinsichtlich Solarenergienutzung: Die Stellung der Baukörper und die Art der Dachflächen müssen so ausgerichtet sein, dass eine aktive Nutzung solarer Energien (Photovoltaik und Solarthermie) auf Dach- flächen und ggf. Fassaden gewäh rleistet ist. Durch bauliche Zuordnungen (Bauhöhe und Bauabstände) kann eine Verschattung der Solarflächen vermie- den werden. Ggf. kann dazu eine Solarstudie durchgeführt werden. Ausrichtung der Baukörper hinsichtlich Luftströme : Um die Bildung von sommerlichen Hitzeinseln zu vermeiden, muss die Bebauung hinsichtlich der Lage in Kaltluftbahnen und Frischluftstrom ausger ichtet sein. So kann nächtli- che Kaltluft aus Kaltluftentstehungsgebieten durch das Quartier fließen und den lokalen Luftaustausch fördern. Die Ausgangslage der klimatischen Verhältnisse sind dem lokalen Klimagutachten von 2021 zu entnehmen. Flächensparendes Bauen: Die Flächen( neu-)versiegelung durch Gebäude, Stellplätze, Nebenanlagen und Erschließungsanlagen sollte so gering wie mög- lich gehalten werden, um Aufheizungseffekte zu vermeiden und den natürlichen Wasserkreislauf zu ermöglichen. Einfamilienhäuser werden nicht geplant und Reihen- oder Doppelhäuser nur bei besonderen Lagen. Gleichzeitig sind solche Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 82 - Bereiche von Versiegelung freizuhalten, die besondere klimatische Funktionen (Kühlfunktion) erfüllen. Die Kühlfunktion von Böden kann dem Wärmeinseleffekt entgegenwirken. Kompaktheit der Gebäu de: Kompakte Baukörper (mit wenigen Vor - und Rücksprüngen) minimieren den Heizwärmebedarf . Wohngebäude sind daher überwiegend als kompakte mehrgeschossige Wohnanlagen zu planen. Energieeffizienz der Gebäude (Gebäudeenergiestandard): Ein hoher Gebäu- deenergiestandard minimiert den Energiebedarf und schafft die geeigneten Vo- raussetzungen für den effizienten Einsatz erneuerbarer Energien. Gemäß Rats- beschluss müssen Wohngebäude sowie Nichtwohngebäude mit einer Raum - Solltemperatur von mindestens 19°C als KfW -Effizienzhaus / -gebäude 40 ge- plant werden. Klimaangepasste Gestaltung von Fassaden und Flächen : Die Gestaltung bebauter Flächen hat eine hohe Auswirkung auf das Mikroklima im Quartier: Im Hochsommer heizen sich Fassadenflächen und versiegelte Flächen stark auf. Helle Farbtöne, sowie Dach - und Fassadenbegrünung verringern die Außen- raumtemperaturen und erhöhen den Komfort im Gebäude. Es ist eine Dachbe- grünung gem. Vorlage V/0531/2020 vorzusehen. CO2-arme Bauweisen / Reduktion "grauer Energie": Bei einem Neubau macht die sog. "graue Energie" etwa 50 % des Energieverbrauchs im Lebens- zyklus aus. "Graue Energie" ist die Energie, welche durch die Produktion von Baustoffen entsteht. Es sind Maßnahmen zur Reduzierung grauer Energie zu ergreifen, bspw. indem CO2-intensive Baumaterialien und Bauwerke (wie z.B. Tiefgaragen) vermieden werden, nachwachsende, CO2-arme und recycelte Baustoffe für den Bau genutzt werden und / oder die Recyclebarkeit oder Um- nutzbarkeit der Neubauten (z.B. durch flexible Bauweisen) in der Zukunft mit- gedacht wird. Wassersensible Stadtentwicklung und Überflutungsschutz: Eine wasser- sensible Stadtentwicklung ist ein notwendiger Baustein der Klimafolgenanpas- sung des Quartiers gegenüber Starkregenereignissen und Dürreperioden. Diese werden durch den Klimawandel extremer und häufiger auftreten. Die wassersensible Stadtentwicklung orientiert sich an dem natürlichen Wasser- haushalt, berücksichtigt den Überflutungsschutz und sorgt dafür, dass Nieder- schläge möglichst im Gebiet zurückgehalten werden. Für das neue Quartier ist Regenrückhalteraum vor Einleitung in das Gewässer einzuplanen, um die hyd- raulische Belastung des Kinderbaches nicht zu verstärken sowie auch Verduns- tung zu begü nstigen. Eine gezielte Versicke rung ist im Bereich des Modell- quartiers 2 laut Boden- und Versickerungsgutachten nicht möglich. Baumbestand und Baumstandorte: Bäume leisten aufgrund ihrer Verduns- tungsleistung und ihrer Beschattungsfu nktion einen wichtigen Beitrag zur Hit- zeresilienz des Quartiers. Diese Funktion erhöht sich stark mit dem Alter des Baumes, weshalb insbesondere der Erhalt von Bäumen, insbesondere Groß- bäumen, wichtig ist Schutzabstände zwischen Wald und größeren Baumbestä nden gegen- über Gebäuden: Eine effektive Vorsorgemaßnahme durch umstürzende Bäume bei Sturmlagen besteht in der Einhaltung von Schutzabständen zwi- schen Wald- und Forstflächen oder größeren Baumbeständen gegenüber Ge- bäuden sowie empfindlichen Nutzungen Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 83 - (Bauliche) Gestaltung im Außenraum im Sinne der Klimaanpassung , z.B. Schaffung von Klimaoasen im öffentlichen sowie privatem Raum mit geringst- möglicher (Teil-) Versiegelung, oberflächig geführtes (Niederschlags -) Wasser und mit natürlichen und künstlichen Verschattungselementen Klimagerechte Mobilität: Ein klimagerechtes Quartier erfordert klimagerechte Mobilitätsangebote. Klimagerechte Mobilität bedeutet eine verkehrliche Er- schließung des Quartiers, die autofrei oder stark autoreduziert, innovativ, barri- erefrei und zukunftsgerichtet ist. Detaillierte Angaben dazu im Abschnitt „Mobi- lität“ Ergebnisse des Klimagutachtens Aus dem Klimagutachten zur Fläche des Modellquartier 2 (GEO-NET Umweltconsul- ting GmbH aus 2021 ) lassen sich aus klima -ökologischer Sicht folgende Ergebnisse festhalten: Vor allem nachts stellt das Gebiet derzeit für den benachbarten Wissenschaftspark eine klimawirksame Ausgleichsfläche dar (insbesondere in Bezug auf die Durchlüf- tung). Die Freifläche ist kein vorrangiger Bestandteil eines übergeordneten Durchlüftungs- systems und sorgt vorwiegend durch die lokal produzierte Kaltluft für eine Belüftung angrenzender Gebiete. Durch die angrenzende Gebäudeausrichtung entlang des Plangebietes profitieren jedoch nicht alle umliegenden Wohngebiete von der Belüf- tung, obgleich diese bei Nacht kaum thermisch belastet sind. Damit sich die bioklimatische Situation in den angrenzenden Siedlungsbereichen im Zuge einer künftigen Bebauung des Quartiers n icht verschlechtert, sind im folgenden stadtklimatische Empfehlungen an die städtebauliche Neuplanung und Maßnahmen für ein klimaoptimiertes Bauen erläutert. Die aufgeführten Vorgaben und Maßnahmen tragen essenziell zum Erhalt / Verbesserung des jeweiligen lokalen Kaltlufthaushalts bei und zeigen zusätzlich Möglichkeiten auf, die Wärmebelastung am Tage zu redu- zieren. Die Anordnung der Gebäude sollte parallel zu der Strömungsrichtung verlaufend und somit zu den Grünachsen ausgerichtet werden (Nordwest nach Südost-Ausrichtung), d.h. keine Gebäuderiegel quer zur Strömungsrichtung sowie eine Orientierung an Grünachsen. Die Bebauungsdichte und Typologie soll te sich an der Klimafunktion der Teilflächen orientieren. Dabei wird im Gutachten unterschieden zwischen Suchräumen für eine Mischnutzung geringerer Dichte und größerer Dichte. Der Suchraum mit geringerer Dichte kann in der Nacht gut mit Kaltluft aus dem Bereich des Kinderbachtals durchströmt werden und ist somit potentiell für Wohnbebauung vorzusehen. Um den Kaltluftvolumenstrom nicht zu blockieren und zusätzlich Kaltluft auf dem Areal entstehen zu lassen, wird empfohlen eine Bebauung von maximal 50 % des Gebiets anzudenken, die restliche Fläche sollte mit kaltluftaktiven Grünflächen wie Pocket-Park- und Gartenstrukturen versehen werden. Der Suchraum für Mischnutzung größerer Dichte erhält auch ausreichend Kaltluft aus den angrenzenden Bereichen, um für Wohnnutzung in Frage zu kommen. Aufgrund der Lage im Plangebiet wird empfohlen hier eine Bebauung der Fläche von bis zu 70 % zu realisieren, die restliche Fläche sollte mit kaltluftaktiven Grünflächen wie Pocket- Park- und Grünstrukturen versehen werden. Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 84 - Zudem ist die Geschossigkeit der Bauten an die Nachbarbebauung anzugleichen. Bei einer Bebauung mit über 8 Geschossen ist jedoch der Windkomfort im Plangebiet zu berücksichtigen und evtl. separat zu untersuchen. Es wird eine z entrale Grünachse (mindestens 25 m um Kaltluftströmung effektiv ins Plangebiet vorstoßen zu lassen) in Nordwest-Südost-Richtung mit Anschluss an den Kinderbachbogen empfohlen. Das nördliche und südliche Ende der Grünachse ist nach Möglichkeit noch breiter zu realisieren, damit das Ein- bzw. Ausströmen der Kalt- luft gefördert wird. 1. Zusätzliche Grünachse (mind. 25 m) in Nordost-Südwest-Richtung mit An- schluss an die Appelbreistiege 2. Wohnbaugärten strömungsgünstig anordnen und ausgestalten. Vielfältige Grünausstattung und Aufenthaltsqualität sichern Klimaökologische Empfehlungen für das Plangebiet (Klimagutachten 2021) Diversitätssensibilität Das Migrationsleitbild wurde zum ersten Mal 2008 vom Ra t der Stadt Münster be- schlossen und gilt als wesentlicher Teil des Integrations konzepts der Stadt Münster. Das aktuelle Migrationsleitbild besteht aus unterschie dlichen Handlungsfeldern mit dem Ziel der Umsetzung in den jeweiligen Projekten. Impulse für das Modellquartier Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 85 - 2 für eine diversitätssensible modellhafte Quartiersentwicklung könnten eine breite An- gebotslandschaft im Quartier mit der Einrichtung von Begegnungsräumen im öffentli- chen Raum sein. Bei der Planung des Quartiers sind die Bedarfe und Auswirkungen auf die zukünftigen Nutzerinnen- und Nutzergruppen zu betrachten und dabei deren unterschiedlicher Blickwinkel einzunehmen (Persona-Methode). Ziel ist es, dass die Planung bereits auf das durchmischte, inklusive, chancengerechte und tolerante Zusammenleben im Quartier hinarbeitet. Geschlecht, Alter, Behinderung, sozioökonomisc he Unterschiede und soziale Rol len sind zu berücksichtigen. Unterschiedliche Sicherheitsbedürfnisse, Mobilitäts- und Frei- zeitverhalten und die Unterstützung von Care-Aufgaben sind einzuplanen (Beispiels- weise Maßnahmen wie beleuchtete, breite Gehwege, ausreichend Bänke, Schatten- plätze, gemeinsame Wasch- und Trockenräume, eine Werkstatt und barrierefreie Toi- letten wünschenswert. Auch Skateranlagen und Spielplätze mit offenen Ballspielflä- chen sind für eine geschlechtergerechte Quartiersplanung sinnvoll.). Wasserwirtschaft Für ein Modellquartier kann es nicht ausreichend sein, lediglich einzel ne Stadtquali- täten zu bedienen. Entscheidend ist vielmehr eine fachlich und räumlich integrale Ge- samtlösung, die vor dem Hintergrund sich ständig verändernder klimatischer und de- mographischer Randbedingungen flexibel und ortspezifisch ein funktional und ge stal- terisch hochwertiges, sicheres und damit lebenswertes Umfeld sicherstellt. Folgende Prinzipien und Leitgedanken für eine modellhafte Wasserbewirtschaftung im Quartier sind zu berücksichtigen: Das Thema Wasser nicht als Restriktion sehen, sondern als städtebauliche Chance und baukulturelles Element Klimaanpassungsmaßnahmen inklusive wasserbewusster Maßnahmen in alle Pla- nungen mit aufnehmen auf unterschiedlichen Maßstäben o das Element Wasser städtebaulich denken und städtebaulich nutzen o Wasser als ökologisches und baukulturelles Element integrieren o multifunktional und multicodiert denken Mehrere Nutzungen auf einer Fläche führen automatisch zu weniger Flächenver- brauch o ganzheitlich denken und nicht nur in der eigenen Fachdisziplin (integraler Planungsansatz) o Straßenzüge anders denken - breiter - mit Mulden - Modularer Straßenquer- schnitt, um auf zukünftige Anforderungen reagieren zu können o Berücksichtigung von Starkregen bzw. Sturzfluten Wasser in 3 Elementen denken: o Regenwasser nutzen o Grauwasser nutzen (Wärmenutzung, Bewässerung) o Schwarzwasser nutzen (Wärmenutzung) o Zusätzlich noch möglichst wenig versiegeln und durch Bewirtschaftungs- maßnahmen den naturnahen Wasserhaushalt einhalten Gründächer multifunktional als Dachgärten - privater Grünraum auf dem Dach Klimaanpassung - bei Technologie und Wissenschaft - integral planen! o Stand der Wissenschaft sollte in diesen Bereichen auch umgesetzt werden Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 86 - o Durch klimaangepasste, multifunktionale Planungen öffentliche Begeg- nungsräume schaffen, in denen sich die unter schiedlichen Wissenschafts- und Technologiebranchen auch treffen können o Pausen in einem klima angepassten, wasserbewussten, attraktiven Frei- raum zum networking nutzbar machen (Wissenschaft findet nicht nur im Büro oder Labor statt) Generelle Ziele - sollten bereits Standard sein Frühe Einbindung der Grundlagen der Regenwasserbewirtschaftungskonzepte in die städtebaulichen Entwicklungsplanungen Klimaangepasste Planung: Integration von Wasser und wasserwirtschaftlichen Be- langen in den Entwurf: Sicherstellung der zukünftigen Entwässerung des Quartiers sowie Nachweise des Überflutungsschutzes bei Starkregen für das Plan - und das Bestandsgebiet, Möglichst geringe Beeinflussung des natürlichen Wasserkreislaufs Wasser so lange wie möglich im Gebiet halten, blaugrüne Strukturen schaffen Wasserflächen im Gebiet erlebbar machen, vor dem Hintergrund der Klimaanpas- sungsziele als Feuchtigkeitsspender und zur Kühlung. Aus gewässerökologischen Gründen ist jedoch von Regenrückhaltebecken im Dauerstau oder Stillgewässern mit Überlauf ins Gewässer abzusehen. Rückhalt und verzögerte Ableitung zur verlängerten Vorhaltung von Wasser im Ge- biet bei Trockenheit sowie Erhöhung der Verdunstung bei Hitze zur Verbesserung des Mikroklimas (Kühleffekt) Risikoarme Ableitung extremer Oberflächenabflüsse bei Starkregen im Hinblick auf Entwässerung Gezielte Bewirtschaftung des Regenwassers Wasser nicht punktuell sammeln, sondern im gesamten Planungsgebiet als Ele- ment integrieren aktives Einbeziehen des Elementes Wasser in die Gestaltung Wasserbewusste Planung als städtebauliches Element Bevorzugter Einsatz offener, oberflächennaher Elemente in Verbindung mit zuneh- menden Grünanteilen auf Flächen sowie an und auf Gebäuden zur verstärkten För- derung des Verdunstungsanteils und somit zur Verbesseru ng des Mikroklimas (Fassadenbegrünung und Gründächer) Naturnaher Wasserhauhalt muss eingehalten bleiben Multifunktionale Nutzung von Flächen in intensiver Abstimmung mit Städtebau, Landschaftsgestaltung und Verkehr Überflutungswege für Starkregen einplanen . Es sollte geprüft werden, ob vorhan- dene bl au-grüne Strukturen z.B. Graben strukturen zwischen Stillgewässern hier genutzt werden können. Auch um die natürliche Wasserspeisung der vorhandenen und zu erhaltenden Stillgewässer sowie die potentiell in den Grä ben entwickelten ökologischen Strukturen zu erhalten. Klima- und wasserbewusste Straßenquerschnitte Regenwasser möglichst am Entstehungsort bewirtschaften und entsprechend der Immissionsanforderungen des Gewässers gedrosselt einleiten (Orientierung am naturnahen Wasserhaushalt) Detaillierte Planungsaufgaben Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 87 - Ein Konzept zur Bewirtschaftung des Regenwassers ist als integraler Bestandteil des städtebaulichen Gesamtkonzepts einzufügen. Der städtebauliche Mehrwert der Regenwasserbewirtschaftung im Gebiet muss herausgestellt werden u.a. durch Aussagen zur positiven Wirkung im Hinblick auf zu erwartende Wetterextreme (z.B. Starkregen, Hitze / Trockenheit) und das Mikro- klima Die Multifunktionalität der Flächen kann über unterschiedliche Pläne dargestellt werden Nachweis einer größtmöglichen Annäherung der Wasserhaushaltsbilanz des Plan- gebiets an den lokalen, naturnahen Zustand. o Wasserbilanz IST Zustand: Verdunstung = 59 % Grundwasserneubildungsrate = 18 % Abfluss = 23 % Ableitung von Niederschlagswasser ausschließlich mittels offener, oberflächenna- her, naturnah gestalteter und verdunstungsstarker Elemente. Kastenrinnen o.ä. sind nur in technisch notwendigen Ausnahmefällen vorzusehen. Geeignete Bestandteile des Regenwasserbewirtschaftungskonzepts sind aus bzw. in Verbindung mit Grünelementen vorzusehen (Dach - / Fassadenbegrünungen, Baumrigolen (Ableitung in den Regenwasserkanal, nicht als Versickerungsanlage), multifunktional genutzte Flächen, etc.); Sicherstellung der Entwässerung (Schmutz- / Regenwasser, Oberflächenabflüsse) und gezielte Bewirtschaftung des Regenwassers zum Ausgleich von Wetterextre- men. Bei der Entwässerungsplanung sind die natürlichen oberflächlichen Fließwege als Basis zugrunde zu legen. Die städtebauliche und freiraumplanerische Konzeption ist so anzulegen, dass das Überflutungsrisiko der Bestandsbebauung durch die Neuplanung nicht steigt. Die Geländemodellierung ist zudem für den Starkregenfall so zu entwickeln, dass Notwasserwege das Überflutungsrisiko minimieren. Frei- und Verkehrsflächen sind als multifunktional nutzbare Flächen in die Konzeption der Notwasserwege mit ein- zubeziehen und darzustellen. Zur Sicherstellung der Entwässerung sind ggf. Erdbewegungen bzw. Aufschüttun- gen in Teilbereichen nötig. Notwendige Erdbewegungen sind möglich st gering zu halten und darzustellen. Die Entwässerung der Flächen südlich der Appelbreistiege muss unter Umständen gesondert betrachtet werden. Das Gewässer, das durch das Plangebiet bzw. an seinem Rand verläuft, ist gemäß EG-Wasserrahmenrichtlinie ökolo gisch sowie hochwassertechnisch aufzuwerten und attraktiv in die Umgebung einzugliedern. Querungen des Gewässers müssen sowohl hochwasserschutz -technischen als auch ökologischen Anforderungen genügen. Im Ergebnis sind großzügige, filigrane Brücken vorzusehen. Das Gewässer sollte möglichst wenig gekreuzt werden Die Niederschlagswassereinleitungen aus dem Plangebiet in das Gewässer ist auf den natürlichen Abfluss entsprechend der Vorgaben der Unteren Wasserbehörde und in enger Abstimmung mit dieser zu drosseln. Um die Gesamteinleitungsmenge aus dem Plangebiet auf ein naturnahes Maß zu reduzieren, sind Maßnahmen zu Verdunstung, Rückhalt, Nutzung, etc. des Regenwassers bereits unmittelbar am Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 88 - Ort des Niederschlagswasseranfalls in allen Teilflächen innerhalb des Plangebiets vorzusehen. Die Rückhaltung der Niederschlagsabflüsse muss damit dezentral und naturnah organisiert sein. Auf technische Anlagen mit geringem Verdunstungs- faktor ist zu verzichten. Für angrenzende Straßenflächen ist abhängig von der Verkehrsbelastung eine Re- genwasserbehandlungsanlage vorzusehen. Eine entsprechende Fläche für diese Anlage ist innerhalb des Plangebiets im Konzept vorzuhalten. Gewässerrandstreifen o Vom Gewässer sollte zu jeder Seite ein Entwicklungskorridor von mindes- tens 15 m eingehalten werden, um Flächen für die ökologische Aufwertung vorzuhalten. o Flächen für die Regenrückhaltung vor Einleitung in das Gewässer sind ge- sondert einzuplanen. Ggf. ist hier der Erhalt vorhandener Grabenstrukturen (teilw. zwischen den Stillgewässern) für Rückhaltung und/ oder (unabh. von den Stillgewässern) zur Ableitung von Niederschlagswasser möglich. o Der Bereich angrenzend an die Abstandsfläche sollte als multifunktionaler Freiraum gestaltet werden, sodass dieser für die Nah erholung und der Ge- wässerökologie zu Gute kommt Versickerung Aus dem Umweltkataster (Bodenkarte 1:5.000) geht hervor, dass sich der überplante Bereich hydrogeologisch dadurch auszeichnet, dass er zum einen durch Stauwasser- böden und stauwasserbeeinflusste Braunerden geprägt und als Grundwassergering- leiter bezeichnet wird, a ber auch durch sandige hu mushaltige Böden (Plaggenesch) geprägt sein kann. Eine gezielte Versickerung ist im Bereich des Modellquartiers 2 laut Boden- und Versickerungsgutachten vom 07.10.2022 nicht möglich. Es sollte vor- rangig der Rückhalt von Niederschlagswasser, vor Einleitung in Regenwass erkanali- sation (Gründächer/ Zisternen) sowie vor Einleitung ins Gewässer (Grundsatz: Rück- haltung vor Einleitung) geplant werden. Straßenverkehrslärm Der unteren Immissionsschutzbehörde liegt ein Schallimmissionsplan (2017) für den Straßenverkehrslärm vor, welcher im Vorhabengebiet Rasterpegel (nach RLS -19) in einer Höhe von 4 m über Grund darstellt. Maßgebliche Verkehrslärmquelle ist die Busso-Peus-Straße. Entlang dieser treten im Randbereich des Plangebietes (ca. 40 bis 70 m zur Straßenachse) Lärmpegel oberhalb 56 dB(A) tagsüber und 46 dB(A) in der Nacht auf. Damit werden die Orientierungswerte nach der DIN 18005 für allge- meine Wohngebiete von 55 / 45 dB(A) Tag / Nacht überschritten. Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 89 - Auszug Schallimmissionsplan Tags. Rote Linie = Überschreitung Orientierungs- wert DIN 18005 Tags für WA-Gebiete Auszug Schallimmissionsplan Tags. Rote Linie = Überschreitung Orientierungs- wert DIN 18005 Nachts für WA-Gebiete Anlagenbezogener Lärm Nördlich d es P lanungsgebiets befindet sich die Bezirkssportanlage „Gievenbecker Weg“ (Vereinsregie 1. FC Gievenbeck). Der Abstand zur Sportanlage ist ausreichend, um die Richtwerte der 18. BImSchV (Sportanlagenlärmschutzverordnung) einzuhal- ten. Des Weiteren befinden sich im nördlichen Bereich des Planungsgebietes Tennis- plätze des TSC Münster Gievenbeck. Da in diesem Bereich eine Erweiterung der Wal- dorfschule geplant ist, ist davon auszugehen, dass eine Überschreitung der in der 18. BImSchV geregelten Immissionsrichtwerte für die zu planenden weiter entfernt liegen- den Wohnnutzungen nicht zu erwarten ist. Im Hinblick auf die geplante Nutzungsdurchmischung des urbanen Quartiers ist ein ausreichender Abstand oder Gebäudeabschirmungen zum Schutz von Wohnnutzun- gen vor gewerblichen Lärmquellen (z.B. Außengastronomie) vorzusehen. Eine lärm- optimierte Grundrissgestaltung der Wohnungen kann ebenfalls ein geeignetes Mittel Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 90 - darstellen. Dabei ist auch ein ausreichender Schutz der Außenwohnbereiche (z.B. Bal- kone, Terrassen usw.) vorzusehen. Abfallwirtschaft Im Plangebiet sind keine Altlasten- / Verdachtsflächen vorhanden. Schutzwürdige Böden Gemäß der großmaßstäbigen Bodenkarte des Geologischen Dienstes NRW (Maßstab 1:5.000 sind im Plangebiet großflächig Plaggenesche mit lehmigen Sanden sowie in Teilbereichen Pseudogleye m it sandigen Schluffen vergesell schaftet. Gemäß der Karte der schutzwürdigen Böden (GD NRW, 1:5.000) sind die Böden im gesamten Plangebiet als „Wasserspeicher im 2 -Meter Raum mit hoher Funktionserfüllung als Regulations- und Kühlfunktion“ gekennzeichnet. Studierende der Universität Münster (Landschaftsökologie) haben im Rahmen eines Studienprojektes den bodenkundliche Ist-Zustand im Planungsraum konkretisiert. Ziel des Studienprojektes war es, Bereiche im Baugebiet zu definieren, deren klimarele- vante Bodenfunktion, hier die besonders hohe Wasserspeicherkapazität, einen positi- ven Beitrag zur Klimaanpassung (Kühlleistung) leisten. Diese Bereiche sind besonders geeignet für die Anlage von Grünflächen bzw. sollten in diese integriert werden. Im Ergebnis ist vor allem ein Großteil der östlich gelegenen Fläche des Plangebietes als besonders geeignet anzusehen (Vgl. Karte). Die hier vergesellschafteten Bodenty- pen, hier Pseudogley und Plaggenesch, sind durch einen großen Anteil organischer Kohlenstoffvorräte (SOC) gekennzeichnet: Je höher der Anteil des or ganischen Koh- lenstoffs im Boden, desto höher die Nährstoff - und Wasserspeicherung. Die Wasser- rückhaltekapazität korreliert wieder um positiv mit der Kühlfunktion des Bodens (Ver- dunstung des gespeicherten Wassers). Einen erheblichen Einfluss auf den Anteil des organischen Kohlenstoffs und damit auf das Kühlleistungspotenzial des Bodens hat die Nutzung. Aus diesem Grund ist die Kühlleistung auf den geplanten Grünflächen durch eine standortgerechte und verduns- tungsintensive Bepflanzung sowie durch Sicherstellung einer ausreichenden Wasser- zufuhr und gezielten Bodenverbesserung zu optimieren. Hinsichtlich baubedingter Beeinträchtigungen des Schutzguts Boden sind Bodenver- dichtungen auf den geplanten Grünflächen, z.B. durch Befahrung oder Lagerflächen, zu vermeiden. Eine dadurch resultierende Verringerung des Bodenlebens und folglich des Humusgehaltes würde die Bodenwasserspeicherkapazität verringern. Die Ergebnisse des Studienprojektes verdeutlichen außerdem, dass die höchsten or- ganischen Kohlenstoffgehalte in der oberen Bodenschicht (0 – 10 cm) vorliegen. Aus diesem Grund ist im Rahmen der Baumaßnahmen ein nachhaltiger Umgang mit hu- mosen Oberboden zu berücksichtigen. Um klimarelevante Funktionen der bestehen- den Böden und Oberböden zu erhalten, ist ein professionelles Bodenma nagement während der späteren, konkreten Planung und Umsetzung durchzuführen. Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 91 - Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 92 - Stillgewässer Im Umweltkataster sind für das Planungsgebiet folgende Stillgewässer ausgeführt, die als Teil der vorhandenen Grabenstrukturen erkennbar sind: Naturnahes Gewässer Nr. 247 (1.380 m²) Naturnahes Gewässer Nr. 246 (282 m²) Naturnahes Gewässer Nr. 248 (520 m²) Naturnahes Gewässer Nr. 158 (ohne Flächengröße) Naturnahes Gewässer Nr. 250 (195 m²) Naturnahes Gewässer Nr. 249 (ohne Flächengröße) Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 93 - Bei diesen Gewässern handelt es sich um naturnahe Grünlandteiche, die im Rahmen der weiteren Planung erhalten werden sollten. Bei dem Wegfall der vorhandenen Gra- benstrukturen (teilweise als Verbindung zwischen den Stillgewässern) besteht die Ge- fahr, dass die „natürliche“ Wasserspeisung der Stillgewässer wegfällt. Fließgewässer Gemäß Umweltkataster befinden sich im nördlichen Bereich des Plangebietes die Ge- wässer 332812 und 3328122. Nr. 246 Nr. 247 Nr. 248 Nr. 249 Nr. 158 Nr. 250 Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 94 - 06. VERFAHREN >> klar artikuliert: fairer, konkurrierender und transparenter Prozess für die Vor- bereitung des Rahmenplans 6.1 Ausloberin und Betreuung Stadt Münster Stadtplanungsamt Albersloher Weg 33 48155 Münster in Kooperation mit Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW Niederlassung Münster Hohenzollernring 80 48145 Münster Die Betreuung erfolgt durch FALTIN+SATTLER, FSW Düsseldorf GmbH, Rathausufer 14, 40231 Düsseldorf. 6.2 Allgemeines Der Durchführung des Wettbewerbs liegen die Richtlinien für Planungswettbewerbe (RPW) 2013 zugrunde. Die vorliegende Auslobung wurde verbindlich für beide Phasen des Wettbewerbs ent- wickelt. An der Vorbereitung der Auslobung hat die Architektenkammer NRW beratend mitgewirkt (§ 2 Absatz 4 RPW 2013 ). Das Wettbewerbsverfahren wurde von der Ar- chitektenkammer NRW unter der Nummer 000/23 sowie unter der Nummer 000/23 der Ingenieurkammer Bau (bei Redaktionsschluss noch ausstehend) vorbehaltlich der letztendlichen Freigabe nach der erfolgreichen Durchführung des Preisrichtervorge- sprächs mit der Übermittlung d es Protokolls und der Schlussversion der Auslobung registriert. Im Einvernehmen mit der Architektenkammer NRW wird in Ausnahmefällen und aus sachlich zwingenden Gründen von einzelnen Vorschriften der RPW 2013 ab- gewichen, dies betrifft insbesondere eine Öff entlichkeitsbeteiligung vor der Preisge- richtssitzung der Phase 2 in Form einer betreuten Ausstellung. Diese Abweichungen sind jeweils gesondert benannt. Ausloberin, Teilnehmende sowie alle am Verfahren Beteiligte erkennen den Inhalt die- ser Auslobung als verbindlich an. 6.3 Wettbewerbsart Der Wettbewerb wird als nichtoffener zweiphasiger städtebaulich-landschaftsplaneri- scher Realisierungswettbewerb gemäß der RPW 2013 ausgelobt. Die Wettbewerbssprache ist deutsch. Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 95 - Teilnahmeberechtigt sind Bearbeitungsgemeinschaften bestehend aus Stadtplanerin- nen und Stadtplanern mit Landschaftsarchitektinnen / Landschaftsarchitekten sowie Entwässerungsingenieurinnen und Entwässerungsingenieure. Architektinnen und Ar- chitekten sind nur teilnahmeberechtigt in Bearbeitungsgem einschaft mit Vorgenann- ten. In Phase 1 sind maximal 15 Bearbeitungsgemeinschaften beteiligt, davon werden 5 Bearbeitungsgemeinschaften von der Ausloberin gesetzt, 10 Bearbeitungsgemein- schaften wurden über ein EU-offenes Bewerbungsverfahren ermittelt. Alle Bearbeitungsgemeinschaften erfüllen die gleichen Teilnahmevoraussetzungen. Die aus dem Verfahren hervorgehenden Bearbeitungsgemeinschaften der 1. Wettbe- werbsphase (hier: ca. 6 Teilnehmende / ca. 6 Beiträge) qualifiziert sich für die Teil- nahme an der 2. Wettbewerbsphase. Die genaue Festlegung der Anzahl der Bearbei- tungsgemeinschaften zur Phase 2 obliegt dem Preisgericht. Gegenstand des Wettbewerbs ist der Vorentwurf einer städtebaulich -landschaftspla- nerischen Rahmenplanung samt integrierter Entwässerungskonzeption. Über das Ver- fahren soll eine Bearbeitungsgemeinschaft gefunden werden, um die städtebaulichen Rahmenplanleistungen zu erbringen. 6.4 Vorbereitende, besondere Münster-Öffentlichkeitsbeteiligung Die Umsetzung der Modellquartiere zählt zu den wichtigsten Vorhaben der Stadt Münster und war in der Vergangenheit mehrfach Thema von vorbereitenden Stadt- entwicklungs- und Fachplanungen inklusive dazugehöriger Öffentlichkeitsbeteiligun- gen. Die Stadt Münster legt daher großen Wert auf die Fortschreibung der Beteiligung aller interessierten Bürgerinnen und Bürger sowie der Stakeholder und Nachbarn , damit aufgrund des Informationsflusses, der vielfältigen Interessenlagen, der Ortskenntnis und der Einbindung in die Planung eine größtmögliche Akzeptanz erreicht werden kann. Bereits im Vorfeld des Wettbewerbsverfahrens wurde eine intensive Beteiligung der Öffentlichkeit im Rahmen eines Werkstattverfahrens auf Augenhöhe mit internati- onalen Expertinnen und Experten der Fachdisziplinen Stadtplanung , Architektur und Landschaftsarchitektur sowie Mobilität und Nachhaltigkeit durchgeführt, um alle rele- vanten Gruppen der Stadtgesellschaft mitzunehmen und wichtige Anregungen in das Wettbewerbsverfahren einzuspeisen. Das Werkstattverfahren wurde u.a. mit d en öf- fentlichen DIALOGEN 1 -3 begleitet. Diese Dialogkultur wird nun zum Wettbewerbs- verfahren fortgeschrieben und erfolgt wie folgt: Ein DIALOG 4 unmittelbar vor dem Preisgericht der Phase 2 wird auf besonderen Wunsch der Ausloberin und abweichend von der RPW zur Herstellung maximaler Transparenz / Partizipation in Form einer anonymisierten, betreuten Halbtages-Aus- stellung aller Wettbewerbsbeiträge mit Einführungs - und Erläuterungs -Symposium durchgeführt: Hier kann die Bürgerschaft im Gespräch mit den Betre uern, bestehend Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 96 - aus Vertretern des Stadtplanungsamtes der Stadt Münster und des Betreuungsbüros FALTIN+SATTLER Anregungen z.B. auf Kommentarkärtchen geben. Die anonymi- sierten Städtebaumodelle der Wettbewerbsteilnehmenden werden dabei im Fokus der Planungskultur-Diskussionen für ein wichtiges Münsteraner Stadtquartier stehen und auch konsequent die Ideensammlung und Strukturmodellarbeiten des vorbereiteten Werkstattverfahrens fortschreiben. Das Stadtwachstum rund um den Kinderbachbo- gen im Nordwesten Münsters kann somit hervorragend über die Wettbewerbsbeiträge kommuniziert werden, dies führt zu einer bestmöglichen Akzeptanz. Gerade die Mo- dellquartiere 1 und 2 sind von den Nachbarschaften zum Stadtteil Gievenbeck und den Wissensquartieren und seiner für Münste r sehr bedeutenden Akteure geprägt, eine Beteiligungskultur als Fortschreibung der Werkstatt -Aktivitäten im Jahr 2022 ist daher zwingend geboten. Und zwar bewusst vor einer Entscheidung zu den besten Arbeiten des Wettbewerbs durch ein fachlich motiviertes Preisgericht. Die protokollarische Auswertung inhaltlicher Beiträge zu den Wettbewerbsarbeiten des DIALOG 4 wird dem Preisgericht zum Sitzungstag präsentiert . Dabei können die An- regungen und Hinweise der Bürgerschaft in Fortschreibung des Werkstattverfahrens 2022 auch zu Themen zusammengefasst werden. Es erfolgt keine Einzelbewertung von Beiträgen oder gar die Festlegung einer Rangfolge aus Sicht der Bürgerschaft. Der DIALOG 4 steht in der Verantwortung der konsequenten Öffentlichkeitsbeteiligung in Münster, es gilt ein Fotografie-Verbot, die Mitglieder des Preisgerichtes haben kei- nen Zugang. DIALOG 5 nach Abschluss des Preisgerichtes der Phase 2 und als Vorste llung der ausgewählten Preisträger und Preisträgerinnen und dem Auftakt der weiteren Pla- nungsschritte der Rahmen - und Bebauungsplanung wird eine weitere Veranstaltung im Rahmen einer RPW-konformen Ausstellung einschließlich einer dazugehörigen Er- öffnung als DIALOG 5 durchgeführt. 6.5 Kurzprofil der Aufgabe Der Rat der Stadt Münster hat im Jahr 2020 die Entwicklung neuer Münster Modell- quartiere für zwei zentrale Stadträume rund um die Lebensader des Kinderbachbo- gens und der Wissensquartiere im Nordwesten sowie dem Dortmund-Ems-Kanal und den Stadthafen 2 im Südosten beschlossen. Mit dem Standortvorteil der Nähe zum Gievenbecker Zentrum mit allen Angeboten des täglichen Bedarfs und zudem in Nähe zum Wissenschaftspark mit den jüngsten und hochmodernen Ansiedlungen, wie zum Beispiel das Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin (MPI), das Nano - Bioanalytik-Zentrum (NBZ) sowie das Center for Sof t Nanoscience (SoN), kommt den Städtebaulösungen zum ca. 18 ha umfassenden Wettbewerbsgebiet des Modellquartiers 2 eine besondere Vorreiter-Rolle zu. Innerhalb des Areals sollen nicht nur die Voraussetzungen für die Arbeitsplätze der Zukunft rund um Fors chung und Wissenschaft geschaffen werden. Die zeitgemäße Herausforderung liegt in einem möglichst hochgradig zu mischenden Quartier mit einer Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 97 - zu überprüfenden Ziel-Bruttogeschossfläche von ca. 160.000 qm im Sinne einer ver- antwortungsvollen, urbanen Dichte bei immer weniger werdenden Flächenressourcen in Münster. Im Sinne von Urbanität und Mischung sind im Programm zum Wettbewerb auch die städtebauliche Umsetzung von leistbaren und geförderten Wohnangeboten einschließlich zugehöriger Anteile für Studierende vorgesehen. Diese Codierung zum finanziell leistbaren Wohnen erfolgt auf der Grundlage der "Sozialgerechten Boden- nutzung Münster" (SoBoMü) d.h. unter Beachtung der Richtlinien für die Vergabe städt. Einfamilienhausgrundstücke zur Förderung der Eigentumsbil dung und den Grundsätzen für die Vergabe städtischer Grundstücke (Mehrfamilienhäuser, Gemein- schaftswohnformen) sowie des Ratsbeschlusses „Gemeinschafts orientierte, genos- senschaftliche und inklusive Wohnprojekte fördern“ (V/0872/2019). Der ausgewählte Standort des neuen Modellquartiers 2 an der Busso-Peus-Straße soll über den Kindebachbogen mit dem Modellquartier 1 an der Steinfurter Straße zudem über die Kernstadt hinweg bis zu den neuen Münster Modellquartieren 3 | 4 | 5 im Bereich des Dortmund -Ems-Kanals im Kontext einer weiterwachsenden Stadt stadträumlich und funktional in Beziehung zueinander gesetzt werden. So entsteht eine zukunftsfähige und vernetzte Stadt mit noch mehr Lebensqualität und Attraktivität. Auch im Hinblick auf eine künftige stadt-, umwelt- und klimafreundliche Mobilität bietet das Modellquartier 2 einzigartige Chancen und Qualitäten: Vom Domplatz aus star- tend ist das Areal mit dem Fahrrad über die Beziehung der Mendelstraße in ca. 15 Minuten Fahrtzeit in nordwestlicher Richtung zu er reichen. Das Leitbild einer „Stadt der kurzen Wege“ kann so in Münster im Sinne vorbildlicher Mobilität mit Leben gefüllt werden! In direkter Nachbarschaft der alten Handelsroute und Allee „Appelbreistiege“ soll ein neues lebendiges Münster Modellquartier 2 in einer dichten, vitalen Mischung aus Wohnen, Wissenschaft und Forschung, sowohl im gesamten Quartier als auch nach Möglichkeit in den einzelnen Baufeldern entstehen. Die urbane Vitalität könnte auch in Teilbereichen durch "lebendige" Erdgeschosse mit öffentlichkeitswirksamen bzw. stark frequentierten Nutzungsbausteinen entstehen. Im Mai und Oktober 2022 hat ein Werkstattverfahren mit den integrierten DIALOGEN 1, 2 und 3 zu den neuen Modellquartieren 1 | 2 stattgefunden, um die Rahmenbedin- gungen für den großen Planungsraum vorab zu klären, die einzelnen Standortbega- bungen herauszuarbeiten und vor allem auch eine intensive Einbindung der zahlrei- chen interessierten Bürgerinnen und Bürger, Akteure sowie der LoI Partner zu ermög- lichen. Das von nahezu allen Beteiligten positiv begleitete Werkstattverfahren hat den Blick für die gesamtstädtische Bedeutung geschärft, einen gemeinsam verabschiede- ten „Perspektivplan“ mit wichtigen räumlichen und funktionalen Leitplanken und zudem eine große Ideenvielfalt hervorgebracht, die ein gutes Fundament für die weiterzufüh- renden Planungsprozesse sind. Über das Wettbewerbsverfahren Modellquartier 2 soll nun eine Bearbeitungsgemein- schaft gefunden werden, die den städtebaulich-landschaftsplanerischen Rahmenplan Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 98 - vor und parallel zum Bebauungsplanverfahren erarbeitet. Auch zum benachbarten Modellquartier 1 wird zeitversetzt ein konkurrierendes Verfahren durchgeführt. 6.6 Wettbewerbssummen 6.6.1 Wettbewerbssumme Phase 1 Für den Wettbewerb der Phase 1 steht insgesamt eine Wettbewerbssumme von netto 70.000 EUR (83.300 EUR inkl. 19% Umsatzsteuer) zur Verfügung. Es ist die Auswahl von ca. 6 Teilnehmenden für die Phase 2 durch das Preisgericht vorgesehen. Im Falle von insgesamt 6 Teilnehmenden / Bearbeitungsgemeinschaften erhalten diese jeweils netto 11.666,67 EUR (13.883,33 EUR inkl. 19% Umsatzsteuer). Das Preisgericht ist berechtigt, durch einstimmigen Beschluss eine andere Vertei- lung der Wettbewerbssumme der Phase 1 vorzunehmen bzw. an die tatsächliche De- finition der Anzahl der Beiträge anzupassen. Die Gesamtsumme zur Phase 1 kommt dabei immer zur Ausschüttung. 6.6.2 Wettbewerbssumme Phase 2 Für den Wettbewerb der Phase 2 steht insgesamt eine Wettbewerbssumme von netto 130.000 EUR (154.700 EUR inkl. 19% Umsatzsteuer) zur Verfügung. Folgende Ver- teilung ist vorgesehen: 1. Preis – 44.200,00 EUR netto (52.598,00 EUR inkl. 19% Umsatzsteuer) 2. Preis – 29.900,00 EUR netto (35.581,00 EUR inkl. 19% Umsatzsteuer) 3. Preis – 22.100,00 EUR netto (26.299,00 EUR inkl. 19% Umsatzsteuer) 4. Preis – 15.600,00 EUR netto (18.546,00 EUR inkl. 19% Umsatzsteuer) sowie 2 Anerkennungen mit je 9.100,00 EUR netto (10.829 EUR inkl. 19% Umsatz- steuer). Das Preisgericht ist berechtigt, die Wettbewerbssumme durch einstimmigen Be- schluss anders zu verteilen. Die Wettbewerbssumme der Phase 2 kommt dabei im- mer zur Ausschüttung. 6.7 Konsequenzen aus dem Wettbewerb 6.7.1 Weitere Beauftragung nach Abschluss des Wettbewerbs Die Ausloberin wird – in Würdigung der Empfehlungen des Preisgerichts einem oder mehreren der Preisträgerinnen und Preisträger die für die Umsetzung und weitere Be- arbeitung des Wettbewerbsentwurfes notwendigen weiteren Planungsleistungen über- tragen, sofern kein wichtiger Grund einer Bearbeitung entgegensteht, Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 99 - soweit und sobald die dem Wettbewerb zugrundeliegende Aufgabe realisiert werden soll. Die Rahmenplanerstellung dient u.a. der Vorbereitung und Begleitung eines späteren Bauleitplanverfahrens. Die Bauleitplanung wird von der Stadt Münster in Eigenleistung oder unter der Hinzuziehung eines geeigneten Fachbüros erarbeitet und durchgeführt. Die weitere Beauftragung bezieht sich daher ausdrücklich n icht auf den Bebauungs- plan oder die Begleitung und Durchführung des Bauleitplanverfahrens nach BauGB. Im Falle einer Beauftragung werden durch den Wettbewerb bereits erbrachte Leistun- gen der Teilnehmenden / Bearbeitungsgemeinschaften bis zur Höhe des zuerkannten Preises (Preisgeld) der Phase 2 nicht erneut vergütet, wenn und soweit der Wettbe- werbsentwurf in seinen wesentlichen Teilen unverändert der weiteren Bearbeitung zu- grunde gelegt wird und auch nur für den Fall, dass der städtebaulich-landschafts- planerische Entwurf komplett beauftragt wird. Eine Verrechnung bei Beauftragung von anderen Leistungen als den im Wettbewerb erbrachten ist nicht möglich. 6.7.2 Städtebauliche und landschaftsplanerische Leistungen Es wird zugesichert, die Erstellung eines städtebaulichen Entwurfs / Rahmenplans gem. Merkblatt 51 – der Architektenkammer Baden -Württemberg (Stand Dezember 2020) in den Leistungsphasen 1-3 / Honorarzone III zu beauftragen. Dabei werden die Fachdisziplinen Stadtplanung / Städtebau und Landschaftsplanung als Planungsteam beauftragt. Die Beauftragung des Entwässerungskonzeptes wird in Abhängigkeit zur Überarbei- tung des städtebaulichen Entwurfs und im Detaillierungsgrad angepasst an den Städ- tebaulichen Entwurf ebenfalls zugesichert. Die Beauftragung der Landschaftsplanung erfolgt dabei gemäß HOAI 2021 Teil 2 „Flä- chenplanung“; Abschnitt 2 Landschaftsplanung/hier: § 24 “Grünordnungsplan“ (LP 1 - 4 / / Honorarzone II, umfasst jedoch nicht das Bearbeiten der natu rschutzrechtlichen Eingriffsregelung) als Vorstufe zum Rechtsplan nach BauGB – soweit und sobald die dem Wettbewerb zu Grunde liegende Aufgabe weiter konkretisiert wird. Die Rahmenplanung beinhaltet darüber hinaus die ganzheitliche, gestalterische, stra- tegische und konzeptionelle Bearbeitung und integrierte Darstellung aller wesentlichen städtebaulichen Elemente zu einer räumlichen Entwicklung. Sie macht Aussagen ins- besondere zu baulich -räumlichen, gestalterischen, funktionalen, verkehrlichen und landschaftlich / freiräumlichen Dimensionen. Ziel ist die Erreichung eines überarbeite- ten städtebaulichen Rahmenkonzepts / Rahmenplans mit integrierter Landschaftspla- nung / Grünordnungsplanung / Entwässerungsplanung als Vorstufe zum Rechtsplan nach BauGB (u. a. zeichnerische Festsetzungen). Die Beauftragung kann auch stufenweise erfolgen und wird an den Planungsfortschritt des Gesamtprojekts angepasst. Werden nur Abschnitte ausgeführt, so erfolgt die An- rechnung in angemessenem Verhältnis. Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 100 - Die Preisträgerinnen und Preisträger verpflichten sich im Falle einer Beauftragung, die weitere Bearbeitung zu übernehmen und die wirtschaftlichen Ziele der Ausloberin um- zusetzen. Die Leistungsfähigkeit des zu Beauftragenden für die Weiterbearbeitung ist grundsätzlich an die Anforderungen des Projektes anzupassen. 6.8 Verhandlungsverfahren (im Anschluss an die Phase 2) Das Preisgericht gibt eine schriftliche Empfehlung zur weiteren Entwicklung und Bear- beitung der Aufgabe gem. RPW 2013, § 8 (2) sowie § 72 (2) VgV. Im Anschluss an die Preisgerichtssitzung wird gemäß § 80 VgV ein Verhandlungsverfahren mit der ersten Preisträgerin / dem ersten Preisträger durchgeführt. Sollte eine Beauftragung der ers- ten Preisträgerin / dem ersten Preisträger aus wi chtigem Grunde nicht möglich sein, beabsichtigt die Ausloberin die Verhandlungen mit allen weiteren Preisträgerinnen / Preisträgern fortzuführen. Das Wettbewerbsergebnis fließt hierbei mit 50 % in das Verhandlungsverfahren (Punk- teverteilung: 1. Preis: 5 Punkte, 2. Preis: 2,5 Punkte, 3. Preis: 1,25 Punkte) ein. Die verbleibenden 50 % werden aus unterschiedlich gewichteten Auftragskriterien er- mittelt. Bisher – vorbehaltlich der Übergabe der Unterlagen zum Abschluss des Wett- bewerbs – ist folgende Verteilung vorgesehen: Kriterium Personaleinsatzkonzept (Gewichtung 20 %); Kriterium: Projektorganisation (Gewichtung 20 %); Kriterium: Honorarangebot (Gewichtung 10 %). In jedem Kriterium sind 0 -5 Punkt erreichbar, die dann entsprechend gewichtet wer- den. Die endgütigen Vergabeunterlagen mit den Zuschlagskriterien einschließlich des ver- bindlichen Vertragsentwurfs werden den Teilnehmenden am Verhandlungsverfahren zum Verfahren selbst mitgeteilt. 6.9 Schriftliche Teilnahmebestätigung und Einverständnis Mit der schriftlichen Teilnahmebestätigung am Wettbewerbsverfahren erkennen die Teilnehmenden, das Preisgericht und alle Personen der Beratung die Regeln und Ter- mine des Wettbewerbs an. 6.10 Eigentum, Urheberrecht und Rücksendung Die Entwurfsbeiträge, auch die m it Preisen ausgezeichneten Arbeiten und Anerken- nungen, werden vollständig Eigentum der Ausloberin und werden abweichend von § 8 Absatz 4 der RPW 2013 nicht zurückgeschickt. Begründet ist dies auch dadurch, da die Ausloberin alle Pläne für das Preisgericht plottet und keine physische Planabgabe vorgesehen ist. Die von der Ausloberin gedruckten Pläne verbleiben folglich u.a. für Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 101 - geplante Ausstellungen im Besitz der Ausloberin. Der Transportaufwand ist im Ver- gleich zu den Druckkosten der geforderten Leistungen bzw. Pläne zu hoch. Ein Recht des Teilnehmenden auf Rückübergabe ist insoweit ausgeschlossen. Die Modelle wer- den auf Anforderung der Teilnehmenden kostenfrei zurückgesandt. Gemäß § 8 Absatz 3 RPW 2013 gilt: alle Wettbewerbsarbeiten dürfen von der Aus- loberin und dem Kooperationspartner veröffentlicht werden. Sie dürfen für den vorge- sehenen Zweck genutzt werden, wenn die Verfasserinnen / Verfasser mit der weiteren Bearbeitung nach Abschluss des Wettbewerbes beauftragt sind. Ansonsten verbleiben alle Rechte nach dem Urheberrechtsgesetz bei den Verfasser innen / Verfassern. Ur- heberrechtlich und wettbewerbsrechtlich geschützte Teill ösungen von Wettbewerbs- teilnehmenden, die bei der Auftragserteilung nicht berücksichtigt worden sind, dürfen nur gegen eine angemessene Vergütung genutzt werden. Die Verfasserinnen / Verfasser stellen die Ausloberin von den Rechten Dritter an den eingereichten Unterlagen frei. 6.11 Bekanntgabe Die Ausloberin wird das Ergebnis des Wettbewerbs unter dem Vorbehalt der Prüfung der Teilnahmeberechtigung den Teilnehmenden durch Übersendung des Protokolls über die Preisgerichtssitzung unverzüglich mitteilen un d der Öffentlichkeit sobald wie möglich bekannt machen. 6.12 Verstöße Die Entscheidungen und Beurteilungen obliegen dem Preisgericht und sind endgültig. Sie unterliegen nicht der gerichtlichen Nachprüfung. 6.13 Zulassung und Beurteilung der Wettbewerbsarbeiten Jeder Teilnehmende / jede Bearbeitungsgemeinschaft darf nur einen Entwurf einrei- chen. Varianten, auch die Abwandlung von Entwurfsteilen unter Beibehaltung der Ge- samtlösung, sind – soweit nicht ausdrücklich vom Preisgericht im Rahmen des Dialo- ges gefordert – unzulässig. Nicht verlangte Leistungen werden von der Beurteilung ausgeschlossen und können in begründeten Einzelfällen zum Ausschluss der Arbeit führen. Das Preisgericht lässt darüber hinaus alle Wettbe werbsarbeiten zur Beurtei- lung zu, die termingerecht eingegangen sind, den formalen Bedingungen der Auslobung entsprechen, keinen absichtlichen Verstoß gegen den Grundsatz der Anonymität erkennen lassen, in wesentlichen Teilen dem geforderten Leistungsumfang entsprechen. Über die Zulassung entscheidet das Preisgericht. Die Entscheidungen, insbesondere über den Ausschluss von Arbeiten, werden protokolliert. Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 102 - Es gibt keine bindenden inhaltlichen Vorgaben, die bei Nichterfüllung zum Ausschluss der Arbeit führen würden. 6.14 Haftungsausschluss und Verschwiegenheit Die bereitgestellten Informationen in der Auslobung sowie auf und in den Planunterla- gen wurden durch die Ausloberin sorgfältig recherchiert und geprüft. Jedoch werden keine Haftung, Garantie oder Gewähr dafür übernommen, dass alle Angaben vollstän- dig, richtig und in letzter Aktualität zur Verfügung gestellt worden sind. Weder die Aus- lobung, die Planunterlagen noch ihr Inhalt dürfen ohne die vorherige ausdrückliche Genehmigung der Ausloberin auf irgendeine Art verändert oder an Dritte verteilt oder übermittelt werden. Die Freigabe zur Veröffentlichung der Wettbewerbsbeiträge erfolgt exklusiv von der Ausloberin. Die Teilnehmenden verpflichten sich dazu, die Beiträge vor dieser Frei- gabe nicht zu veröffentlichen. 6.15 Beurteilungskriterien Die eingehenden Arbeiten werden in beiden Phasen u.a. nach den folgenden Kriterien bewertet: Qualität der städtebaulich-landschaftsplanerischen Gesamtkonzeption Gestalt- und Nutzungsqualität vor allem in Bezug zu r gewünschten Mischung inkl. dazugehöriger Landschafts- und Entwässerungskonzeption Qualität des Mobilitäts- und Erschließungskonzeptes sowie Stellplatznachweis Ideen zum Prozessdesign eines Modellquartiers, Realisierungsfähigkeit in Baustufen und Wirtschaftlichkeit Maßnahmen zur Klimaschutz, Klimaanpassung, Ökologie und Nachhaltigkeit Das Preisgericht behält sich für die Bewertung der eingereichten Arbeiten vor, die an- gegebenen Kriterien zu differenzieren und eine Gewichtung vorzunehmen. Die Anregungen und Meinungen aus der Öffentlichkeitsbeteiligung werden zur Kennt- nis genommen. 6.16 Rückfragen Schriftliche Rückfragen können bis zu dem in der Terminübersicht genannten Zeit- punkt per E-Mail an das Betreuungsbüro unter der folgenden E -Mail-Adresse gestellt werden: wb_mmq2@fsw-info.de Die Fragen müssen sich auf die Gliederungsnummern der Auslobun g beziehen. Die beantworteten Rückfragen aller Bearbeitungsgemeinschaften werden zum Bestandteil Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 103 - der Auslobung und allen Verfahrensbeteiligten im Anschluss an die Beantwortung durch die Ausloberin zur Verfügung gestellt. Den Teilnehmenden, dem Preisgericht und allen Beraterinnen sowie den Vorprüferinnen / Vorprüfern sind diese Infor matio- nen jederzeit zugänglich. 6.17 Anonymität (zur Phase 1 und 2) Die Wettbewerbsarbeiten sind zur Phase 1 und 2 grundsätzlich anonym – ohne Hin- weise auf die Verfasserinnen / Verfasser – zu den in der Terminübersicht benannten Abgabeterminen auf Kosten der Teilnehmenden einzureichen – vgl. Punkt 7.1 und 7.2 Jede Wettbewerbsarbeit ist auf jeder Teilleistung – Pläne, Schriftstücke – durch eine 6-stellige, gut lesbare Zahl in a rabischen Ziffern mit zufälliger Folge in der rechten oberen Ecke zu kennzeichnen. Bei allen Plänen ist die Kennzahl in einem Feld von 6 cm Breite und 2 cm Höhe in der rechten oberen Ecke aller Blätter anzuordnen. Die digital eingereichten Unterlagen sind ebenfalls mit dieser Kennzahl zu versehen. Die Daten sind wie folgt zu kennzeichnen: Kennzahl_Dateiname.Dateityp (Beispiel: 123456_Blatt1.TIF) Die Verfassererklärung (vgl. Punkt 7.2.2 und 7.4.2) ist in einem neutralen, verschlos- senen Umschlag (A4 oder C4) einzureichen – auch dieser Umschlag ist mit der glei- chen Kennzahl zu versehen. Die Vorprüfung wird die Kennzahlen der eingereichten Arbeiten der Verfasserinnen / Verfasser durch Tarnzahlen ersetzen. 6.18 Einlieferung / Abgabe Vor dem Hintergrund der Erfahrungen zur Corona-Pandemie und im Sinne einer res- sourcenschonenden Abwicklung soll eine weitgehend kontaktfreie und digitale Abgabe in beiden Wettbewerbsphasen erfolgen. Dazu wird die Abgabe in zwei Elemente un- terteilt: - Digitale Abgabe Alle Wettbewerbsleistungen gemäß Punkte unter 7.1 (Phase 1) und 7.3 (Phase 2) - Physische Abgabe Modell und Verfassererklärung gemäß Punkte unter 7.2 (Phase 1) und 7.4 (Phase 2) Im Folgenden werden diese Abgaben jeweils beschrieben. Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 104 - 6.18.1 Digitale Abgabe Jeder Teilnehmende / jede Bearbeitungsgemeinschaft hat zur Abgabe eine anonyme E-Mail-Adresse entsprechend der gewählten Kennzahl de r Teilnehmenden / der Be- arbeitungsgemeinschaft anzulegen, dem das Kürzel „mmq 2“ vorangestellt ist (z.B.: mmq2_123456@domain.net). Die Einrichtung derartiger Adressen ist kostenfrei und durch die freie Wahl der Domain auch anonym. Der / die Teilnehmende / Bearbeitungsgemeinschaft hat zudem sicher- zustellen, dass er über diese Adresse mindestens 14 Tage nach den Abgabeterminen ständig erreichbar ist. Etwaige Korrespondenz wird protokolliert und dem Preisgericht auf Nachfrage vollständig zur Einsicht zur Verfügung gestellt. Zum fristgerechten Eingang ist bis zum Abgabetermin (Submissionstermin) mit der oben genannten anonymen E-Mail-Adresse ein deutlich erkennbarer und funktionsfä- higer Download-Link der Abgabedateien zu übermitteln. Dabei ist durch den / die Teilnehmende / Bearbeitungsgemeinschaft das Datenpaket (eine ZIP-Datei mit allen definierten Abgabeleistungen) hochzuladen und der jeweilige Link zum Download an die nachfolgende Abgabe-Mailadresse zu senden: wb_mmq2@fsw-info.de Zur Vermeidung der SPAM Aussortierung ist die Betreff -Zeile des Email-Programms erkennbar auszufüllen (Abgabe MMQ 2 z.B.: 123456) Die Eingänge werden vollständig protokolliert. Zudem wird der formale Eingang der Unterlagen durch das Betreuungsbüro bestätigt. 6.18.2 Physische Abgabe Ausschließlich die gesondert benannte Verfassererklärung sowie die unter den folgen- den Punkten 7.2.1 und 7.4.1 geforderten Modellbauleistungen beider Phasen (an- dere Abgabeadresse in Münster!) ist physisch zum in der Übersicht benannten Ter- min einzureichen bei: FALTIN + SATTLER FSW Düsseldorf GmbH Stichwort: Wettbewerb MMQ 2 Rathausufer 14 D-40213 Düsseldorf Zur Wahrung der Anonymität ist als Absender die o.g. Adresse auf allen Versandpa- pieren einzutragen bzw. auf den Umschlägen anzugeben. Die Nichtbeachtung der for- malen Leistung sbestandteile – Beachtung der Einlieferungsfris ten, Verletzung der Anonymität – führen zum Ausschluss aus dem Wettbewerbsverfahren. Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 105 - 6.19 Hinweis zu Einschränkungen z.B. durch Pandemien Denkbare sich dynamisch verändernde Situationen rund um Pandemien und die dar- aus resultierenden Einschränkungen, machen es zum Zeitpunkt des Red aktions- schlusses schwierig, die Durchführbarkeit von bestimmten Veranstaltungen oder Ver- fahrensabläufen gesichert vorherzusagen. Daher können Abweichungen innerhalb des geplanten Ablaufs oder der geforderten Leistungen möglich werden, wenn der er- folgreiche Ablauf des Verfahrens diese erfordert. Entsprechend notwendig gewordene Anpassungen werden jeweils umgehend den Teilnehmenden und / oder den Mitglie- dern des Preisgerichts über das Betreuungsbüro mitgeteilt. 6.20 Planunterlagen Im Rahmen des Wettbewerbs werden u.a. bereitgestellt: A) Auslobungsbroschüre B) DXF und Pläne Amtlicher Lageplan als DXF / DWG-Datei (u.a. allen Höhenkoten Gelände / Nach- barbebauungen sowie mit Eintragung des 100% WB Gebietes) Senkrecht- und Schrägluftbilder farbig Stadtplan und Schwarzplan Datennutzungslizenz, PDF C) Formblätter Flächen / Kennwerte Verfassererklärung D) Sonstiges Werkstattdokumentation MMQ1+2 als PDF ISEK Dokumentation (Baustein E: Bilanz 2020: Räumliches Leitbild) als PDF Baugrund- und Versickerungsgutachten als PDF Klimagutachten – Zwischenbericht zum Status Quo westlich der Busso -Peus- Straße als PDF Expertise „Verkehrliche Anforderungen an das Münster Modellquartier 2 – Busso- Peus-Straße“ als PDF Schnitte Wallhecken etc. (Abstände zur Vegetation) als PDF digitales Geländemodell (Niederschlagsabfluss -Simulationen Hystem -Extran / FOG 2D) als PDF Perspektivplan FALTIN+SATTLER 2022 als PDF Raumprogramme Stadt Münster für eine 8 Gruppen Kita bzw. eine 4 Gruppen Kita als PDF Diese Auflistung ist nicht abschließend, bei Bedarf werden weitere Plangrundlagen zur Verfügung gestellt. Die Bereitstellung erfolgt ausschließlich digital auf einem FTP-Ser- ver. Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 106 - 07. LEISTUNGEN >> kompakt: Abgabebestandteile mit Vernetzungsplan und Städtebaumodell zum Finale 7.1 Phase 1 – digitale Abgabeleistungen (anonym) Präsentationsblatt (als PDF und JPG Datei – Hinweis: Der Plan wird für das Preisge- richt von der Ausloberin ausgeplottet und liegt dem Preisgericht zur Sitzung vor) 1 Blatt im Format DIN A0 im Querformat (die genaue Blattaufteilung zur Abbildung aller Leistungsbestandteile wird nicht vorgegeben), mit den benannten Inhalten: 7.1.1 „Modellquartier 2 - Städtebauidee“ städtebaulich-landschaftsplanerisches Strukturkonzept mit Darstellung der Ge- bäude (Dachaufsicht), mit Angabe der Geschosse, Darstellung der Freiräume / der blau-grünen Infrastruktur, Aussagen zur Vernetzung u.a. zum Zentrum Gievenbeck und zur Nachbarschaft der Röntgenstraße, sowie zur Gesamterschließung aller Verkehrsarten (Maßstab 1:2.000 - genordet) sonstige zum Verständnis des Entwurfs notwendigen Piktogramme zu folgenden Themen (ohne Maßstab): Erschließungskonzept aller Verkehre / Mobilitätskonzept inkl. Stellplatzkonzept inkl. Anlieferungen und Rettung Landschaftskonzept mit Verbindungen in alle Himmelsrichtungen Entwässerungskonzept (vorgesehene Elemente einer wassersensiblen Stadt- planung, Lage und Größe erforderlicher Flächen für öffentliche Anlagen der Re- genwasserbewirtschaftung – diese können auch im Bereich des Kinderbachbo- gens außerhalb des Wettbewerbsgebietes liegen, Geländemodulation / Höhen- planung) Nutzungskonzept bzw. Verortung der Programmierungs -Bestandteile / Investi- tionspartner gemäß vorgegebenem Colour-Code des Formblattes „städtebauli- che Kennwerte mit BGF und Anzahl von Stellplätzen" Realisierungsabschnitte inkl. Ideen zum Prozessdesign der Umsetzung eines besonderen Modellquartiers alle wesentlichen Aussagen des Erläuterungsberichts zum Konzept (auf den Plä- nen) Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 107 - 7.1.2 Erläuterungsbericht (als WORD- und PDF-Datei) Erläuterungsbericht auf insgesamt max. 2 DIN A 4 Seiten; entsprechend der Gliede- rungspunkte. 7.1.3 Formblätter und Prüfpläne Formblätter (Excel-Tabelle und PDF-Datei) ausgefüllter Vordruck „städtebauliche Kennwerte“ Prüfpläne (PDF- und DWG Datei) Blattformat frei wählbar. Prüfblätter sind grundsätzlich auf weißem Grund ohne zusätz- liche Erläuterungen zu erstellen. Prüfplan – städtebauliche Kennwerte (Maßstab 1:1.000) 7.1.4 Präsentationsdatei (PDF Datei) Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass mit g roßen Preisgerichten keine ausschließ- liche Wertung an den Planformaten durchgeführt werden können. Im Sinne der Teil- nehmenden ist daher eine anonym einzureichende Präsentationsdatei, die als Unter- stützung im Informations- und Wertungsrundgängen herangezogen wird und die eine individuelle Prononcierung der Konzeptionen zum Ausdruck bringt. Die digitale Präsentation der Wettbewerbsarbeit ist als PDF-Datei zum in der Termin- übersicht benannten Zeitpunkt abzugeben. Auf Videos, animierte Folien etc. ist zu ver- zichten. Die Präsentation muss die auf das Seitenformat 16:9 angepasste und maxi- male Auflösung bieten. Es dürfen ausschließlich Abbildungen integriert werden, die sich aus den genannten Leistungen gemäß Punkte 7.1.1 und 7.1.2 (keine Kennwerte etc.) ergeben und maximal 14 Einzel-PDF Seiten / Folien inkl. Titel- bzw. Deckblatt nicht überschreiten. 7.1.5 Bilddaten Bild- und Präsentationsdaten (JPEG -Dateien): Animationen, Perspektiven, Modellfo- tos etc. sind als separate Bilddaten mit einer Mindestgröße von 21 x 30 cm bei einer Auflösung von 300 dpi als JPEG (maximale Qualität) einzureichen. Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 108 - 7.2 Phase 1 - Analoge Abgabeleistungen (anonym) 7.2.1 Städtebau-Arbeitsmodell Einfaches, städtebauliches Styrodur -Arbeitsmodell auf einem definierten Senkrecht- luftbild-Ausschnitt ohne Topographie für die Baumassen -Diskussion (z.B. Kappa - Grundlage) und Abgabe in Münster an die in der Terminübersicht genannten Adresse (Maßstab 1:2.000) 7.2.2 Umschlag „Verfassererklärung” Umschlag im Format DIN A4, mit Kennzahl versehen und mit folgendem Inhalt: Ausdruck Formblatt „Verfassererklärung” Angaben aller Verfasserinnen / Verfasser einschließlich aller Kooperationspartner und externer Fachingenieure mit Vor- und Nachnamen, Anschrift, Tel./Fax. sowie E -Mail- Adressen etc.; entsprechend Formblatt „Verfassererklärung” unterschrieben durch die Entwurfsverfasser und mit Bürostempel versehen. Digitale Fassung der „Verfassererklärung“ als Daten-CD oder USB-Stick mit a. Word-Datei mit den Namen aller Verfasser b. Scan der schriftl. und unterzeichneten Verfassererklärung, mit Angaben aller Verfasser einschließlich aller Kooperationspartner und externer Fachinge- nieure mit Vor - und Nachnamen, Anschrift, Tel./Fax. sowie E -Mail-Adressen etc.; entsprechend Formblatt „Verfassererklärung” unt erschrieben durch die Entwurfsverfasser und mit Bürostempel versehen. 7.3 Phase 2 - digitale Abgabeleistungen (anonym) (als PDF und JPG Datei - Hinweis: Die Pläne werden für das Preisgericht von der Ausloberin ausgeplottet und liegen dem Preisgericht zur Sitzung vor) 2 Blätter im Format DIN A0 im Querformat (die genaue Blattaufteilung zur Abbildung aller Leistungsbestandteile wird nicht vorgegeben), mit den benannten Inhalten: 7.3.1 „Modellquartier 2 - Stadtraumvernetzung“ – überarbeiteter städtebaulich -landschaftsplanerischer Gestaltungsplan mit Darstellung der der Eingangsebene (schematisch), mit Angabe der Ge- schosse, Darstellung der Landschaft inkl. Entwässerungssystematik, Aus- sagen zur Vernetzung u.a. zum Zentrum Gievenbeck und zur Nachbarschaft der Röntgenstraße, sowie zur Gesamterschließung aller Verkehrsarten (Maßstab 1:1.000 - genordet) Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 109 - sonstige zum Verständnis des Entwurfs notwendigen Piktogramme zu folgenden Themen (ohne Maßstab): Erschließungskonzept aller Verkehrsarten / Mobilitätskonzept inkl. Stellplatzkon- zept inkl. Anlieferungen und Rettung Landschaftskonzept mit Verbindungen in alle Himmelsrichtungen Entwässerungskonzept (vorgesehene Elemente einer wassersensiblen Stadtpla- nung, Lage und Größe erforderlicher Flächen für öffentliche Anl agen der Regen- wasserbewirtschaftung, Geländemodulation/Höhenplanung) Nutzungsverteilung bzw. Verortung der Programmierungs -Bestandteile gemäß vorgegebenem Colour-Code des Formblattes „städtebauliche Kennwerte mit BGF Angaben und Anzahl von Stellplätzen (Maßstab nach Wahl) sowie Dichteerhöhung mit Geschoss- und BGF Angaben / Erweiterung von Stellplatzkontingenten (Maß- stab nach Wahl) Realisierungsabschnitte inkl. Ideen zum Prozessdesign der Umsetzung eines be- sonderen Modellquartiers 7.3.2 „Modellquartier 2 – Städtebaugestaltung“ ein Teilausschnitt des Gesamtkonzeptes zur Fokussierung eines besonders präg- nanten öffentlichen Raumes und schematischer Erdgeschosszuordnung (genauer Ausschnitte konzeptionsabhängig / nach Wahl, (jedoch nicht größer als DIN A 3) als städtebaulich-landschaftsplanerischer Gestaltungsplan (Maßstab 1:500, ge- nordet) mit einer zum Verständnis beitragender Schnitt-Ansicht ein dazu passendes skizzenhaftes / atmosphärisches Detail (hier: Fußgängerper- spektiven) zur Verdeutlichung der Konzeption nach Wahl) alle wesentlichen Aussagen des Erläuterungsberichts zum Konzept (auf den Plä- nen) 7.3.3 Erläuterungsbericht (als WORD- und PDF-Datei) Erläuterungsbericht auf insgesamt max. 2 DIN A 4 Seiten; entsprechend der Gliede- rungspunkte Aussagen zu den unten aufgeführten Inhalten: 7.3.4 Formblätter und Prüfpläne Formblätter (Excel-Tabelle und PDF-Datei) Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 110 - ausgefüllter Vordruck „städtebauliche Kennwerte“ Prüfpläne (PDF- und DWG Datei) Blattformat frei wählbar. Prüfblätter sind grundsätzlich auf weißem Grund ohne zusätz- liche Erläuterungen zu erstellen. Prüfplan – städtebauliche Kennwerte (Maßstab 1:1.000) 7.3.5 Präsentationsdatei (PDF Datei) Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass mit großen Preisgerichten keine ausschließ- liche Wertung an den Plan formaten durchgeführt werden können. Im Sinne der Teil- nehmenden ist daher eine anonym einzureichende Präsentationsdatei, die als Unter- stützung im Informations- und Wertungsrundgängen herangezogen wird und die eine individuelle Prononcierung der Konzeptionen zum Ausdruck bringt. Die digitale Präsentation der Wettbewerbsarbeit ist als PDF-Datei zum in der Termin- übersicht benannten Zeitpunkt abzugeben. Auf Videos, animierte Folien etc. ist zu verzichten. Die Präsentation muss die auf das Seitenformat 16:9 angepasste und maximale Auflösung bieten. Es dürfen ausschließ- lich Abbildungen integriert werden, die sich aus den genannten Leistungen gemäß Punkte 7.3.1 und 7.3.2 (keine Kennwerte etc.) ergeben und maximal 20 Einzel-PDF Seiten / Folien inkl. Titel- bzw. Deckblatt nicht überschreiten. 7.3.6 Bilddaten Bild- und Präsentationsdaten (JPEG -Dateien): Animationen, Perspektiven, Modellfo- tos etc. sind als sepa rate Bilddaten mit einer Mindestgröße von 21 x 30 cm bei einer Auflösung von 300 dpi als JPEG (maximale Qualität) einzureichen. 7.4 Phase 2 - Analoge Abgabeleistungen 7.4.1 Städtebaumodell M 1:1.000 Städtebauliches Modell als Einsatz (die dazugehörigen Platten und Versandkisten werden den Teilnehmenden der Phase 2 zur Verfügung gestellt) im vorgegebenen Ausschnitt passend zum Rahmenmodell mit Abgabe in Münster an die in der Termin- übersicht genannten Adresse 7.4.2 Umschlag „Verfassererklärung” Umschlag im Format DIN A4, mit Namen der Bearbeitungsgemeinschaft versehen und mit folgendem Inhalt: Ausdruck Formblatt „Verfassererklärung” Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 111 - Angaben aller Verfasser einschließlich aller Kooperationspartner und externer Fachin- genieure mit Vor - und Nachnamen, Ansc hrift, Tel./Fax. sowie E -Mail-Adressen etc.; entsprechend Formblatt „Verfassererklärung” unterschrieben durch die Entwurfsver- fasser und mit Bürostempel versehen. – Digitale Fassung der „Verfassererklärung“ als Daten-CD oder USB-Stick mit a. Word-Datei mit den Namen aller Verfasser b. Scan der schriftl. Und unterzeichneten Verfassererklärung, mit Angaben aller Verfasser einschließlich aller Kooperationspartner und externer Fachinge- nieure mit Vor - und Nachnamen, Anschrift, Tel./Fax. sowie E -Mail-Adressen etc.; entsprechend Formblatt „Verfassererklärung” unterschrieben durch die Entwurfsverfasser und mit Bürostempel versehen. Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 112 - 08. BETEILIGTE >> bewährt: externes und internes Know-how verschiedener Fachdisziplinen für konzeptionelle Vielfalt und Richtungsfestlegung Preisgericht gemäß RPW 8.1 Fachpreisrichterinnen und Fachpreisrichter 1. Prof. Kunibert Wachten, Dortmund (Stadtplaner) 2. Prof. Christa Reicher, Aachen (Stadtplanerin) 3. Robin Denstorff, Stadtbaurat der Stadt Münster 4. Prof. Cornelia Müller, Osnabrück / Berlin (Landschaftsarchitektin) 5. Prof. Dr. Mathias Uhl, Münster (Siedlungshydrologie und Wasserwirtschaft) 6. Ina Laux, München (Stadtplanerin) Stellvertretungen Christopher Festersen, Leiter des Stadtplanungsamtes Münster (Bauassessor) Jörg Krause, Dezernent für Planungs- und Baukoordination Stadt Münster N.N. Tiefbauamt, Entwässerungsplanerin / Entwässerungsplaner Hiltrud Lintel, Düsseldorf (Landschaftsarchitektin) Birgitta Hörnschemeyer, Münster (Siedlungshydrologie und Wasserwirtschaft) Prof. Dr. Gunter Laux, München (Stadtplaner) 8.2 Sachpreisrichterinnen und Sachpreisrichter 1. Dr. Dietmar Erber, Vorsitzender Ausschuss für Stadtplanung und Stadtentwick- lung 2. Jörg Nathaus, Bezirksbürgermeister Münster-West 3. Gabriele Willems, Geschäftsführerin des BLB NRW Stellvertretungen Ludger Steinmann, 1. stv. Vorsitz Ausschuss für Stadtplanung und Stadtentwick- lung Peter Wolfgarten, 1. stv. Bezirksbürgermeister Münster-West Markus Vieth, Leiter NL Münster Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes NRW 8.3 Beratung Prof. Dr. Thomas Hauff, Stadtplanungsamt, Leiter „Strategische Stadtentwicklung / Wissenschaftsstadt“, Münster N.N. NL Münster Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes NRW N.N. Fachhochschule Münster N.N. Westfälische Wilhelms-Universität (WWU) N.N. Studierendenwerk Münster N.N Wirtschaftsförderung Münster Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 113 - 8.4 Projektteam; und Vorprüfung Antje Ehlert, Düsseldorf / Köln (Stadtplanerin AKNW ) und Andreas M. Sattler (Stadtplaner AKNW), FALTIN+SATTLER FSW Düsseldorf GmbH Jörg Faltin und Jana Weiss, FALTIN+SATTLER FSW Düsseldorf GmbH N.N. Entwässerungsplanerin / Entwässerungsplaner Stadt Münster Mattias Bartmann, Gerd Franke, René Lutz, Stadtplanungsamt der Stadt Müns- ter, Team Modellquartiere 1 | 2 Peter Lange, Björn Schilder, Leah Bartz, Amt für Mobilität und Tiefbau der Stadt Münster, Verkehrsplanung und Verkehrsentwicklungsplanung Sonja Kramer, Julian Langner, Amt für Mobilität und Tiefbau der Stadt Münster, Stadtentwässerung Gordon Klammer , Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit der Stadt Münster Mechthild Bökamp-Gerdemann, Bauordnungsamt der Stadt Münster N.N., Amt für Wohnungswesen der Stadt Münster Linda Klümper, Stadtwerke Münster Veit Muddemann, Jana Lange, Stabsstelle Klima Stadt Münster Manuela Eschert, Elisa Tigger, Amt für Kinder, Jugendliche und Familien Die Ausloberin behält sich vor, jederzeit weitere Person en der sachverständigen Be- ratung zu benennen. 8.5 Teilnehmende (Bearbeitungsgemeinschaften) >> Stadtplanerinnen / Stadtplaner mit Landschaftsarchitektinnen / Landschaftsarchi- tekten und Entwässerungsingenieurinnen und Entwässerungsingenieure (Für diese Fachdisziplin zählt ebenso der Nachweis zur Berechtigung der Berufsbezeichnung, hier: „Ingenieur“ (z.B. Kammereintrag oder Diplomzeugnis) zusammen mit zwei Refe- renzen zu Leistungen der Entwässerungsplanung. Architektinnen und Architekten sind nur teilnahmeberechtigt in Bearbeitungsgemein- schaft mit Vorgenannten. 8.5.1 Eingeladen Team 01 (angefragt) N.N. Stadtplanung (Architektur nur in Bearbeitungsgemeinschaft mit Stadtplanung) mit N.N. Landschaftsarchitektur sowie Entwässerungsingenieurinnen und Entwässerungsingenieure Team 02 (angefragt) (Architektur nur in Bearbeitungsgemeinschaft mit Stadtplanung) mit N.N. Landschaftsarchitektur sowie Entwässerungsingenieurinnen und Entwässerungsingenieure Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 114 - Team 03 (angefragt) N.N. Stadtplanung (Architektur nur in Bearbeitungsgemeinschaft mit Stadtplanung) mit N.N. Landschaftsarchitektur sowie Entwässerungsingenieurinnen und Entwässerungsingenieure Team 04 (angefragt) N.N. Stadtplanung (Architektur nur in Bearbeitungsgemeinschaft mit Stadtplanung) mit N.N. Landschaftsarchitektur sowie Entwässerungsingenieurinnen und Entwässerungsingenieure Team 05 (angefragt) N.N. Stadtplanung (Architektur nur in Bearbeitungsgemeinschaft mit Stadtplanung) mit N.N. Landschaftsarchitektur sowie Entwässerungsingenieurinnen und Entwässerungsingenieure 8.5.2 Aus dem EU-offenen Bewerbungsverfahren Team 06 Muster-Bearbeitungsgemeinschaft N.N. Stadtplanung (Architektur nur in Bearbeitungsgemeinschaft mit Stadtplanung) mit N.N. Landschaftsarchitektur sowie Entwässerungsingenieurinnen und Entwässerungsingenieure Team 07 Muster-Bearbeitungsgemeinschaft N.N. Stadtplanung (Architektur nur in Bearbeitungsgemeinschaft mit Stadtplanung) mit N.N. Landschaftsarchitektur sowie Entwässerungsingenieurinnen und Entwässerungsingenieure Team 08 Muster-Bearbeitungsgemeinschaft N.N. Stadtplanung (Architektur nur in Bearbeitungsgemeinschaft mit Stadtplanung) mit N.N. Landschaftsarchitektur sowie Entwässerungsingenieurinnen und Entwässerungsingenieure Team 09 Muster-Bearbeitungsgemeinschaft N.N. Stadtplanung (Architektur nur in Bearbeitungsgemeinschaft mit Stadtplanung) mit N.N. Landschaftsarchitektur sowie Entwässerungsingenieurinnen und Entwässerungsingenieure Team 10 Muster-Bearbeitungsgemeinschaft N.N. Stadtplanung (Architektur nur in Bearbeitungsgemeinschaft mit Stadtplanung) mit N.N. Landschaftsarchitektur sowie Entwässerungsingenieurinnen und Entwässerungsingenieure Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 115 - Team 11 Muster-Bearbeitungsgemeinschaft N.N. Stadtplanung (Architektur nur in Bearbeitungsgemeinschaft mit Stadtplanung) mit N.N. Landschaftsarchitektur sowie Entwässerungsingenieurinnen und Entwässerungsingenieure Team 12 Muster-Bearbeitungsgemeinschaft N.N. Stadtplanung (Architektur nur in Bearbeitungsgemeinschaft mit Stadtplanung) mit N.N. Landschaftsarchitektur sowie Entwässerungsingenieurinnen und Entwässerungsingenieure Team 13 Muster-Bearbeitungsgemeinschaft N.N. Stadtplanung (Architektur nur in Bearbeitungsgemeinschaft mit Stadtplanung) mit N.N. Landschaftsarchitektur sowie Entwässerungsingenieurinnen und Entwässerungsingenieure Team 14 Muster-Bearbeitungsgemeinschaft N.N. Stadtplanung (Architektur nur in Bearbeitungsgemeinschaft mit Stadtplanung) mit N.N. Landschaftsarchitektur sowie Entwässerungsingenieurinnen und Entwässerungsingenieure Team 15 Muster-Bearbeitungsgemeinschaft N.N. Stadtplanung (Architektur nur in Bearbeitungsgemeinschaft mit Stadtplanung) mit N.N. Landschaftsarchitektur sowie Entwässerungsingenieurinnen und Entwässerungsingenieure Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 116 - 09. TERMINE 20.03.23 Fertigstellung der Auslobung (WORD-Version) für Unterschriftengang 10.05.23 Freigabe Hauptausschuss und Rat 16.05.23 START EU Bewerbungsverfahren 20 KW (27.05.-30.05. Pfingsten) 01.06.23 10.00 Uhr bis 12.00 Uhr Preisrichtervorgespräch 1 digital 22 KW (LAYOUT VERSION mit Vorabzusendung digital) anschließend: Endgül- tige Freigabe der AKNW 19.06.23 ENDE EU Bewerbungsverfahren um 10 Uhr 25 KW 26.06.23 Ende Auswertung: Festlegung / Auswahl 26 KW Bearbeitungsgemeinschaften aus EU-Veröffentlichung (Zusagen, Absagen, Nachrücker) 29.06.23 Versand (digital) der Auslobung (LAYOUT-VERSION) an alle Teams 26 KW und Preisgericht / Beratende (22.06.-04.08. Sommerferien NRW) 27.07.23 Schriftliche Rückfragen (schriftlich - digital per Mail) 30 KW bis 10:00 Uhr an: wb_mmq2@fsw-info.de Beantwortung der Fragen gemeinsam mit den Fachämtern/LoI Partnern 08.08.23 14.30 Uhr bis 17.30 Uhr Preisrichtervorgespräch 2 analog 32 KW und Rückfragenkolloquium / individuelle Ortsbesichtigung Ort: Münster oder optional per Video-Konferenz 14:30 Uhr Begrüßung Stadt Münster „Aufgabe und Verfahren“ 15:30 Uhr Beantwortung von Fragen / Diskussion 17:30 Uhr Ende >> anschl. Versand Protokoll 21.09.23 Anonyme Abgabe (digital) Leistungen (siehe Punkte 7.1) 38 KW Submissionstermin. Digitale Abgabe der Unterlagen bis 12:00 Uhr per E-Mail mit download Hinweis unter: wb_mmq2@fsw-info.de Die Eingangsbestätigung erfolgt umgehend – jedoch nicht automatisiert Beginn der Anonymisierung 05.10.23 Anonyme Abgabe (analog) Verfassererklärung (siehe Punkt 7.2.2) 40 KW Submissionstermin. Analoge Abgabe der Unterlagen bis 14:00 Uhr an: Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 117 - FALTIN + SATTLER | FSW Düsseldorf GmbH Stichwort: Wettbewerb MMQ 2 Rathausufer 14, D-40213 Düsseldorf 05.10.23 Anonyme Abgabe (analog) Städtebau-Einsatzmodell 40 KW (siehe Punkt 7.2.1) Submissionstermin. Analoge Abgabe des Modells bis 14:00 Uhr an: Stadtplanungsamt Raum D 406 Albersloher Weg 33, D-48155 Münster 25.10.23 - Preisgericht ganztägig 26.10.23 Preisgericht ab 9:00 Uhr – Ende 13.00 Uhr 43 KW Ort: z.B. Aula Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, Dieckmannstraße 141, 48161 Münster Tag 1 09:00 Uhr Begrüßung Stadt Münster / Konstituierung/ Wahl Vorsitz 09:30 Uhr Bericht Vorprüfung / Info-Rundgang / Besonderheiten D 4 mit Präsentationen aller Beiträge 11:30 Uhr Pause - Imbiss 12:30 Uhr Wertungsrundgänge und Rangfolge 17.00 Uhr Ende Tag 2 09:00 Uhr Engere Wahl 11.00 Uhr (Teams Phase 2) und Empfehlungen 13.00 Uhr Ende 16.11.23 Versand Protokoll Preisgericht mit individuellen und allgemeinen 46 KW Empfehlungen für die Phase 2 gemeinsam mit den LoI Partnern 23.11.23 Schriftliche Rückfragen (schriftlich - digital per Mail) 47 KW bis 14:00 Uhr an: wb_mmq2@fsw-info.de Beantwortung der Fragen gemeinsam mit den Fachämtern/LoI Partnern 07.12.23 Beantwortung Rückfragen (schriftlich - digital per Mail) 49 KW 25.01.24 Anonyme Abgabe (digital) Leistungen (siehe Punkte 7.3) 04 KW Submissionstermin. Digitale Abgabe der Unterlagen bis 14:00 Uhr per E-Mail mit download Hinweis unter: wb_mmq2@fsw-info.de Die Eingangsbestätigung erfolgt umgehend – jedoch nicht automatisiert 07.02.24 Anonyme Abgabe (analog) Verfassererklärung (siehe Punkt 7.4.2) 06 KW Submissionstermin. Analoge Abgabe der Unterlagen bis 14:00 Uhr an: Münster Modellquartier 2 Busso - Peus - Straße_ENTWURF Auslobung_RPW Seite - 118 - FALTIN + SATTLER | FSW Düsseldorf GmbH Stichwort: Wettbewerb MMQ 2 Rathausufer 14, D-40213 Düsseldorf 07.02.24 Anonyme Abgabe (analog) Städtebau-Einsatzmodell 06 KW (siehe Punkt 7.4.1) Submissionstermin. Analoge Abgabe des Modells bis 14:00 Uhr an: Stadtplanungsamt Raum D 406 Albersloher Weg 33, D-48155 Münster 14.02.24 Preview DIALOG 4 abends 07 KW Betreute Ausstellung mit den anonymisierten Beiträgen - Kommentie- rungsoption durch die Bürgerschaft z.B. anhand von Moderationskarten. Diese werden Teil der Anregungen zur Phase 2 für die ausgewählten Teams. Ort: z.B. Aula Freiherr-vom-Stein-Gymnasium 15.02.24 Preisgericht ganztägig 07 KW Ort z.B.: Aula im Freiherr - vom - Stein – Gymnasium Dieckmannstraße 141, 48161 Münster 09:00 Uhr Begrüßung Stadt Münster / Konstituierung/ Wahl Vorsitz 09:30 Uhr Bericht Vorprüfung / Info-Rundgang / Besonderheiten D 4 mit Präsentationen aller Beiträge 11:30 Uhr Pause - Imbiss 12:30 Uhr Wertungsrundgänge und Rangfolge / Preisverteilung 17.00 Uhr Ende >> anschl. Versand Protokoll Preisgericht 16.02.24 voraussichtlich Winner DIALOG 5 vormittags 07 KW Ausstellungseröffnung und Bürger -Dialog mit Präsentation des besten Konzeptes (Ausstellung gemäß RPW 14 Tage) Ort z.B.: Freiherr - vom - Stein – Gymnasium, Dieckmannstraße 141, 48161 Münster zusätzlich: virtuelle Ausstellung website zudem optional Plan-Verkleinerungen im Stad thaus zur Vermeidung von Raum -Anmie- tungen)
Anlage A
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Anlage A zur V/0176/2023 Kurzüberblick Mit der vorliegenden Vorlage wird über das Ergebnis des Werkstattverfahrens der beiden Modell- quartiere 1 südwestlich Steinfurter und 2 westlich Busso-Peus-Str. berichtet. Es erfolgt ein Beschluss über die städtebaulichen Ziel-Kennwerte sowie über die Durchführung eines städtebaulich-landschaftsplanerischen Wettbewerbs für das Modellquartier 2 westlich Bus- so-Peus-Straße Ziele/Teilziele/Zielerreichung Mit der Vorlage werden insbesondere folgende Ziele bzw. Leitorientierungen aus dem ISM- Prozess verfolgt: Wir werden als Wirtschaftsstandort die Stadt des dynamischen Mittelstandes in Nordrhein- Westfalen Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Erlebnisqualität weiterentwi- ckeln: mit hoher Umwelt- und Naturqualität mit breitem Freizeit- und Sportangebot mit hohem Wohnwert, Familienfreundlichkeit und sozialer Balance in der Stadtge- sellschaft Finanzierung Produktgruppe: 0901 Stadt- und Regionalentwicklung, Stadtplanung Auswirkungen auf den Ergebnisplan X Ja Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja X Nein Im beschlossenen Haushaltsplan 2023 enthalten? X Ja Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? X Ja Nein Bereits veranschlagt? X Ja Nein Für die Durchführung des Qualifizierungsverfahrens für das Modellquartier westlich der Busso- Peus-Str. entstehen voraussichtlich Kosten in Höhe von brutto 279.700 €. Für die weitere Beauftragung zur weiteren Qualifizierung der Ergebnisse des Realisierungswett- bewerbs werden ergänzende Haushaltsmittel von geschätzt brutto 220.000 € benötigt. Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist X vollständig pflichtig überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig vollständig freiwillig Bereits mit der Vorlage V/0417/2020 (Grundsatzbeschluss zur Quartiersentwicklung) wurde der Grundstein für ein städtebauliches Wettbewerbsverfahren gelegt, indem dort bereits die Aus- schreibung der Wettbewerbsbetreuung beschlossen wurde. Mit der Wettbewerbsbetreuung wurde das Büro FALTIN+SATTLER Düsseldorf GmbH nach EU-weitem Ausschreibungsverfahren beauf- tragt. Nach Abschluss des Werkstattverfahrens Ende 2022 ist die Durchführung eines städtebau- lich-landschaftsplanerischen Wettbewerbs der anschließende Schritt zur weiteren Qualifizierung der Fläche westlich der Busso-Peus-Straße. Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Die Vorlage berührt das Themenfeld der Demographie direkt, da Münster als wachsende Stadt für die weitere Einwohner- und Arbeitsstättenentwicklung entsprechende Entwicklungsflächen für die Realisierung neuer Forschungs- und Arbeitsstätten im Wissenschaftsbereich sowie zum Bau neuer bedarfsgerechter Wohnungen zur Verfügung stellen muss, um insbesondere seiner (ober- zentralen) Funktion gerecht werden zu können. Die Vorlage hat insoweit auch klimaschutzrelevante Aspekte als in ihr die Siedlungsflächenent- wicklung für weitere neue Wohnungen und Arbeitsstätten behandelt wird. Jede Siedlungsflächen- entwicklung hat grundsätzlich - neben zahlreichen anderen Belangen - auch klimaschutzrelevante Aspekte zu berücksichtigen.
Beratungsverlauf (9)
Beschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungBeschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungOrte (40)
- Busso-Peus-Straße 6
- Steinfurter Straße 36
- Corrensstraße
- Austermannstraße 7
- Theodor-Scheiwe-Straße
- Nieberdingstraße
- Röntgenstraße
- Von-Esmarch-Straße 9
- Roxeler Straße
- Schmeddingstraße
- Josef-Pieper-Straße 70
- Albert-Schweitzer-Straße
- Fliednerstraße 900
- Mendelstraße
- Hensenstraße
- Heisenbergstraße
- Henriette-Son-Straße
- Wilhelmstraße
- Dieckmannstraße 141
- Albersloher Weg 33
- Wasserweg
- Gievenbecker Weg 8
- Gemenweg
- Horstmarer Landweg 6
- Rüschhausweg
- Gescherweg 72
- Muckermannweg 445
- Rudolf-Steiner-Weg 11
- Hohenzollernring 80
- Am Hawerkamp
- Johann-Krane-Weg
- Appelbreistiege 2
- Schöppingenweg
- Leonardo-Campus
- Orléans-Ring 24
- Wilkinghege
- Gasselstiege
- Bergstraße
- Kinderhaus
- Promenade
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- V/0176/2023
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 23.03.2023
- Erstellt
- 22.03.2023 18:00