V/0142/2025
Bestandsaufnahme und Weiterentwicklung des Maßnahmenprogramms einer kind- und jugendbezogenen Armutsprävention
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
Ergebnisdarstellung der quantitativen Auswertung der Bestandsaufnahme
10352 Zeichen
Umfrage mit An… Formulare 102 Frage Wie lautet der Name Ihres Trägers / Ihrer Einrichtung? Typ Offene Frage Pflichtangabe Antwort Anzahl Prozent beantwortet 102 100% 0 0% beantwortet Allgemein Statistiken - Umfrage keine Antwort 100% Frage Wie lautet der Titel Ihres Angebots? Typ Offene Frage Pflichtangabe Antwort Anzahl Prozent beantwortet 102 100% 0 0% beantwortet Frage Falls es sich um eine befristetes Angebot handelt (bspw. Projektförderung): Bis wann läuft das Angebot? Typ Offene Frage Pflichtangabe Antwort Anzahl Prozent beantwortet 38 37,3% keine Antwort 64 62,7% beantwortet keine Antwort keine Antwort 100% 37,3% 62,7% Frage In welchem Stadtteil bzw. in welchen Stadtteilen findet das Angebot statt? Typ Mehrfachauswahl Pflichtangabe Antwort Anzahl Prozent Stadtweit 37 36,3% Mitte 35 34,3% Gievenbeck 3 2,9% Sentrup 1 1% Mecklenbeck 3 2,9% 0 0% Roxel 6 5,9% 0 0% Coerde 9 8,8% Kinderhaus-Ost 13 12,7% Kinderhaus-West 14 13,7% Sprakel 1 1% Mauritz-Ost 6 5,9% Gelmer-Dyckburg 1 1% Handorf 2 2% Gremmendorf-West 1 1% Gremmendorf-Ost 2 2% Angelmodde 2 2% Wolbeck 4 3,9% Berg Fidel 6 5,9% Hiltrup-Ost 2 2% Hiltrup-Mitte 8 7,8% Hiltrup-West 2 2% Amelsbüren 5 4,9% Albachten Nienberge Stadtweit Mitte Roxel Coerde Kinderhaus-Ost Kinderhaus-West Mauritz-Ost Wolbeck Berg Fidel Hiltrup-Mitte Amelsbüren Sonstige 0 10 20 30 40 Frage An welchem Ort wird das Angebot umgesetzt? Typ Mehrfachauswahl Pflichtangabe Antwort Anzahl Prozent Kita/Familienzentrum 10 9,8% Schule 46 45,1% Jugendzentrum 15 14,7% Eigene Einrichtung 36 35,3% Stadtteilhäuser 4 3,9% Sportstätte 13 12,7% Sonstige 25 24,5% Kita/Familienzentrum Schule Jugendzentrum Eigene Einrichtung Stadtteilhäuser Sportstätte Sonstige 0 20 40 60 Frage Um welche Angebotsart handelt es sich? Typ Einfachauswahl Pflichtangabe Antwort Anzahl Prozent Gruppenangebot 42 41,2% Veranstaltung 9 8,8% Kurs/Workshop 9 8,8% Beratung 17 16,7% Medizinische Versorgung 3 2,9% 0 0% Sonstige 22 21,6% Gruppenangebot Veranstaltung Kurs/Workshop Beratung Medizinische Versorgung Sonstige Online Angebot 41,2% 21,6% 16,7% 8,8% 8,8% Frage Handelt es sich um ein mobiles Angebot? Typ Einfachauswahl Pflichtangabe Antwort Anzahl Prozent Ja 16 15,7% Teilweise 15 14,7% Nein 71 69,6% Ja Teilweise Nein 15,7% 14,7% 69,6% Frage An wen richtet sich das Angebot hauptsächlich? Typ Einfachauswahl Pflichtangabe Antwort Anzahl Prozent Eltern / Erziehungsberechtigte 9 8,8% Kinder/Jugendliche 56 54,9% Erziehungsberechtigte / Eltern und Kinder/Jugendliche 16 15,7% Multiplikator*innen / Fachkräfte 3 2,9% Sonstige 18 17,6% Eltern / Erziehungsberechtigte Kinder/Jugendliche Erziehungsberechtigte / Eltern und Kinder/Jugendliche Multiplikator*innen / Fachkräfte Sonstige 8,8%17,6% 15,7% 54,9% Frage Welche Lebensphase wird im Angebot adressiert? Typ Mehrfachauswahl Pflichtangabe Antwort Anzahl Prozent Schwangerschaft / vor der Geburt 10 9,8% 0-1 Jahre 18 17,6% 1-3 Jahre 18 17,6% 3-6 Jahre 18 17,6% 6-10 Jahre 44 43,1% 10-16 Jahre 51 50% 16-18 Jahre 40 39,2% 18-27 Jahre 28 27,5% 27+ Jahre 11 10,8% altersunabhängig 15 14,7% Schwangerschaft / vor der Geburt 0-1 Jahre 1-3 Jahre 3-6 Jahre 6-10 Jahre 10-16 Jahre 16-18 Jahre 18-27 Jahre 27+ Jahre altersunabhängig 0 20 40 60 Frage Ist das Angebot geschlechtsspezifisch? Typ Einfachauswahl Pflichtangabe Antwort Anzahl Prozent Geschlechtsunspezifisch 92 90,2% Weiblich 6 5,9% Männlich 1 1% Divers 3 2,9% Geschlechtsunspezifisch Weiblich Männlich Divers 2,9%5,9% 90,2% Frage Richtet sich Ihr Angebot speziell an Migrant*innen? Typ Einfachauswahl Pflichtangabe Antwort Anzahl Prozent Ja 3 2,9% Nein 99 97,1% Ja Nein 2,9% 97,1% Frage Berücksichtigt Ihr Angebot spezielle Maßnahmen für Migrant*innen (z.B. sprachliche Unterstützung, kulturell angepasste Inhalte, Beratung durch interkulturelles Fachpersonal) Typ Einfachauswahl Pflichtangabe Antwort Anzahl Prozent Ja 38 37,3% Nein 61 59,8% keine Antwort 3 2,9% Ja Nein keine Antwort 37,3% 2,9% 59,8% Frage Bitte benennen Sie kurz, welche speziellen Maßnahmen Ihr Angebot für Migrantinnen und Migranten umfasst. (z.B. sprachliche Unterstützung, kulturell angepasste Inhalte, Beratung durch interkulturelles Fachpersonal) Typ Offene Frage Pflichtangabe Antwort Anzahl Prozent beantwortet 2 2% keine Antwort 100 98% beantwortet keine Antwort 2% 98% Frage Bitte benennen Sie kurz, welche speziellen Maßnahmen Ihr Angebot für Migrantinnen und Migranten umfasst. (z.B. sprachliche Unterstützung, kulturell angepasste Inhalte, Beratung durch interkulturelles Fachpersonal) Typ Offene Frage Pflichtangabe Antwort Anzahl Prozent beantwortet 27 26,5% keine Antwort 75 73,5% beantwortet keine Antwort 26,5% 73,5% Frage Richtet sich Ihr Angebot speziell an Kinder oder Jugendliche mit Beeinträchtigung? Typ Einfachauswahl Pflichtangabe Antwort Anzahl Prozent Ja 12 11,8% Nein 90 88,2% Ja Nein 11,8% 88,2% Frage Bitte benennen Sie kurz, welche speziellen Maßnahmen Ihr Angebot für Kinder oder Jugendliche mit Beeinträchtigung umfasst. (z.B. barrierefreie Zugänge, spezielle pädagogische Betreuung, Unterstützung durch Fachpersonal) Typ Offene Frage Pflichtangabe Antwort Anzahl Prozent beantwortet 11 10,8% keine Antwort 91 89,2% beantwortet keine Antwort 10,8% 89,2% Frage Berücksichtigt Ihr Angebot die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Beeinträchtigung? (z.B. barrierefreie Zugänge, spezielle pädagogische Betreuung, Unterstützung durch Fachpersonal) Typ Einfachauswahl Pflichtangabe Antwort Anzahl Prozent Ja 48 47,1% Nein 42 41,2% keine Antwort 12 11,8% Ja Nein keine Antwort 47,1% 11,8% 41,2% Frage Bitte benennen Sie kurz, welche speziellen Maßnahmen Ihr Angebot für Kinder oder Jugendliche mit Behinderung umfasst. (z.B. barrierefreie Zugänge, spezielle pädagogische Betreuung, Unterstützung durch Fachpersonal) Typ Offene Frage Pflichtangabe Antwort Anzahl Prozent beantwortet 37 36,3% keine Antwort 65 63,7% beantwortet keine Antwort 36,3% 63,7% Frage Nicht jedes Angebot ist originär bzw. primär ein vollständig gesundheitsbezogenes Angebot. Gleichwohl gibt es Angebote die teilweise einen Gesundheitsbezug haben oder gesundheitsbezogene Elemente bzw. Aspekte aufweisen. Kreuzen Sie bitte zutreffendes an. Typ Einfachauswahl Pflichtangabe Antwort Anzahl Prozent Das Angebot ist ein originär/vollständig gesundheitsbezogenes Angebot. 18 17,6% Das Angebot weist teilweise Gesundheitsbezüge auf bzw. umfasst gesundheitsbezogene Elemente. 84 82,4% Das Angebot ist ein originär/vollständig gesundheitsbezogenes Angebot. Das Angebot weist teilweise Gesundheitsbezüge auf bzw. umfasst gesundheitsbezogene Elemente. 17,6% 82,4% Frage Bitte fügen Sie eine kurze inhaltliche Beschreibung des Angebots hinzu. Typ Offene Frage Pflichtangabe Antwort Anzahl Prozent beantwortet 102 100% 0 0% beantwortet keine Antwort 100% Frage Welchen gesundheitsbezogenen Schwerpunkt hat das Angebot? Typ Einfachauswahl Pflichtangabe Antwort Anzahl Prozent Ernährung 6 5,9% Bewegung/Sport 20 19,6% Psychische Gesundheit 40 39,2% Körperpflege/ -hygiene 2 2% Sucht(-mittel) 3 2,9% Familienplanung und Verhütung 1 1% Sonsitger Schwerpunkt 30 29,4% Ernährung Bewegung/Sport Psychische Gesundheit Sucht(-mittel) Sonsitger Schwerpunkt Sonstige 5,9% 19,6% 2,9% 29,4% 39,2% Frage Bietet Ihr Angebot eine der folgenden teilhabebezogenen Unterstützungsformen an? Bitte kreuzen Sie für jede Kategorie an, ob diese in Ihrem Angebot enthalten ist. Typ Matrix mit Einfachauswahl Pflichtangabe Teilfrage 1 Bereitstellung von Mahlzeiten Antwort Anzahl Prozent Ja 16 15,7% Teilweise 22 21,6% Nein 62 60,8% keine Antwort 2 2% Ja Teilweise Nein keine Antwort 15,7% 21,6% 2% 60,8% Teilfrage 2 Bereitstellung von Bekleidung Antwort Anzahl Prozent Ja 4 3,9% Teilweise 14 13,7% Nein 78 76,5% keine Antwort 6 5,9% Ja Teilweise Nein keine Antwort 3,9% 13,7% 5,9% 76,5% Teilfrage 3 Bereitstellung von Ausrüstung (z.B. Sportgegenstände, Lernmaterialien) Antwort Anzahl Prozent Ja 31 30,4% Teilweise 16 15,7% Nein 50 49% keine Antwort 5 4,9% Ja Teilweise Nein keine Antwort 30,4% 15,7% 4,9% 49% Teilfrage 4 Übernahme von Kursgebühren Antwort Anzahl Prozent Ja 27 26,5% Teilweise 17 16,7% Nein 51 50% keine Antwort 7 6,9% Ja Teilweise Nein keine Antwort 26,5% 16,7% 6,9% 50% Teilfrage 5 Maßnahmen zur Unterstützung der Mobilität (z.B. Abholung/Bringen von Kindern, Fahrdienste, Unterstützung für Fahrkarten etc.) Antwort Anzahl Prozent Ja 7 6,9% Teilweise 11 10,8% Nein 76 74,5% keine Antwort 8 7,8% Ja Teilweise Nein keine Antwort 6,9% 10,8% 7,8% 74,5% Teilfrage 6 Sprachliche Unterstützung Antwort Anzahl Prozent Ja 17 16,7% Teilweise 29 28,4% Nein 55 53,9% keine Antwort 1 1% Ja Teilweise Nein keine Antwort 16,7% 28,4% 53,9% Teilfrage 7 Zugang zu Freizeit- und Kulturangeboten (z.B. durch kostenfreie oder vergünstigte Teilnahme, gemeinsame Ausflüge) Antwort Anzahl Prozent Ja 17 16,7% Teilweise 18 17,6% Nein 62 60,8% keine Antwort 5 4,9% Ja Teilweise Nein keine Antwort 16,7% 17,6% 4,9% 60,8% Teilfrage 8 Hilfe bei der Vermittlung von staatlichen Unterstützungsleistungen (z.B. Anträge auf Sozialleistungen, Wohngeld) Antwort Anzahl Prozent Ja 11 10,8% Teilweise 17 16,7% Nein 73 71,6% keine Antwort 1 1% Ja Teilweise Nein keine Antwort 10,8% 16,7% 71,6% Frage Bietet Ihr Angebot sonstige teilhabebezogenen Unterstützungsformen an? Typ Offene Frage Pflichtangabe Antwort Anzahl Prozent beantwortet 28 27,5% keine Antwort 74 72,5% beantwortet keine Antwort 27,5% 72,5% Frage Wie häufig vermitteln Sie in Einzelfällen aus Ihrem Angebot heraus in weitere Angebote bzw. Hilfeformen? Typ Einfachauswahl Pflichtangabe Antwort Anzahl Prozent Häufig 23 22,5% Manchmal 39 38,2% Selten 26 25,5% Nie 14 13,7% Häufig Manchmal Selten Nie 22,5% 13,7% 25,5% 38,2% Frage Können Sie konkrete Beispiele nennen, in denen Sie aus Ihrem Angebot heraus in weitere Angebote oder Hilfeformen vermittelt haben? Typ Offene Frage Pflichtangabe Antwort Anzahl Prozent beantwortet 62 60,8% keine Antwort 40 39,2% beantwortet keine Antwort 39,2% 60,8% Frage Bitte erläutern Sie kurz, weshalb keine Vermittlungen stattfinden (können). Typ Offene Frage Pflichtangabe Antwort Anzahl Prozent beantwortet 10 9,8% keine Antwort 92 90,2% beantwortet keine Antwort 9,8% 90,2% Frage Haben Sie noch etwas, das Sie uns mitteilen möchten? Dann nutzen Sie gerne dieses Feld. Typ Offene Frage Pflichtangabe Antwort Anzahl Prozent beantwortet 14 13,7% keine Antwort 88 86,3% beantwortet keine Antwort 13,7% 86,3%
Beschlussvorlage
20660 Zeichen
V/0142/2025
V/0142/2025
Öffentliche Beschlussvorlage
Betrifft
Bestandsaufnahme und Weiterentwicklung des Maßnahmenprogramms einer kind- und
jugendbezogenen Armutsprävention
Beratungsfolge
11.06.2025 Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Verbraucherschutz und Ar-
beitsförderung
Vorberatung
26.06.2025 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Entscheidung
Beschlussvorschlag:
I. Sachentscheidung:
1. Der Ausschuss nimmt den Bericht (Anlage) samt Begründung dieser Vorlage zur Kenntnis.
2. Der Antrag an den Rat Nr. A -R/0015/2023 „Kommunale Armutsprävention weiterentwickeln -
Kindergesundheit in den Fokus nehmen“ ist damit erledigt.
II. Finanzielle Auswirkungen:
Der Beschlussvorschlag hat keine finanziellen Auswirkungen für den kommunalen Haushalt.
Begründung:
Ausgangslage
Die Stadt Münster hat bereits frühzeitig den Präventionsgedanken aufgegriffen und kommunalspezifi-
sche Konzepte und Modellprojekte auf den Weg gebracht, um ein gelingendes Aufwachsen von An-
fang an zu ermöglichen und gesellschaftliche Teilhabe und Integration für Kinder und Jugendliche,
insbesondere in Armutslagen, zu err eichen. Es gab verschiedene Maßnahmen und Beschlussvorla-
gen, die dem heutigen „Maßnahmenprogramm einer kind- und jugendbezogenen Armutsprävention in
Münster“ vorausgegangen sind. Hier können beispielhaft die Beschlussvorlagen „Maßnahmen zur
Verbesserung der Teilhabechancen von Kindern und Jugendlichen mit Armutsrisiko in den Bereichen
Bildung, Gesundheit und früher Förderung“ (V/0075/2009) oder „Chancen für alle Kinder unserer
Stadt - Maßnahmenprogramm zur Bekämpfung der Kinderarmut in Münster“ (V/0070/2010) hinzuge-
Amt für Kinder, Jugendliche
und Familien
30.05.2025
Ihr/e Ansprechpartner/in:
Herr Heller
Telefon: 492-5527
HellerSoeren@stadt-
muenster.de
- 2 -
V/0142/2025
zogen werden. Am 25.05.2011 wurde schließlich das „Maßnahmenprogramm einer kindbezogenen
Armutsprävention in Münster“ (V/0239/2011 und V/0239/2011/1) beschlossen.
Darüber hinaus hat sich das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien im Sinne der Entwicklung einer
umfassenden Präventionsstrategie erfolgreich im Jahr 2012 für das Modellvorhaben „Kein Kind zu-
rücklassen – Kommunen in NRW beugen vor!“ / Kommunale Präventionsketten beworben. Seit 2021
nimmt die Stadt Münster am Nachfolgeprogramm „kinders tark – NRW schafft Chancen“ teil. Mit der
Bundesinitiative „Netzwerke Frühe Hilfen und Familienhebammen“ wurden zusätzlich seit November
2012 der Ausbau der Frühen Hilfen und die Vernetzungsbestrebungen zwischen den verschiedenen
Professionen unterstützt. Der Auf- und Ausbau neuer Handlungskonzepte, Strukturen und Netzwerke
war und ist ein komplexes Vorhaben, das zur Bearbeitung die gesamte kommunale Verantwortungs-
gemeinschaft benötigt – insbesondere die gebündelte Akteur *innenlandschaft aus den Bereichen
Jugendhilfe, Gesundheit, Soziales und Schule. Im Zuge des Auf- und Ausbaus der Münsteraner Prä-
ventionskette wurden gezielt Lücken in der Angebotsstruktur adressiert und durch geeignete Angebo-
te geschlossen. Mit der Vorlage V/0638/2017 wurde letztlich der Bericht und Finanzierungsvorschlag
zum Maßnahmenprogramm einer kind- und jugendbezogenen Armutsprävention in Münster (folgend:
Maßnahmenprogramm) vom Rat der Stadt Münster beschlossen und im Rahmen der Vorlage
V/0279/2018 erweitert bzw. ergänzt 1. Derzeit bes teht das Maßnahmenprogramm aus 17 konkreten
Angeboten. Diese Angebote sind anhand der Lebensphasenlogik der Präventionskette ausgerichtet
und sind in verschiedene Handlungsfelder eingeordnet:
Lebensphase Handlungsfeld
1. Rund um Schwangerschaft und Geburt Handlungsfeld 1 „Frühe Hilfen – Bindungen
stärken“
2. Rund um die Kita Handlungsfeld 2 „Frühe Förderung – Kinder
stärken“
3. Von der Grundschule bis in die weiterfüh-
rende Schule
Handlungsfeld 3 „Gesunde Kindheit – Ge-
sundes Aufwachsen“
4. Rund um die Jugendphase Handlungsfeld 4 „Bildung ermöglichen –
Leben lernen“
Von den beständigen 17 Maßnahmen sind drei der Maßnahmen dem Handlungsfeld 3 „Gesunde
Kindheit – Gesundes Aufwachsen“ zugeordnet. Sie betreffen allesamt die Lebensphase „Rund um die
Kita“:
1. Familienpaten; Caritasverband für die Stadt Münster e.V.
2. Aufwind – Gruppenangebot für seelisch belastete Eltern; Beratungsstelle Südviertel e.V.
3. Gesundes Frühstück in 13 Plus-Kitas; stadtweit, diverse Träger
Eine isolierte Betrachtung des Handlungsfeldes „Gesundheit“ bzw. „ Gesunde Kindheit – Gesundes
Aufwachsen“ und der darin aufgeführten Maßnahmen greift allerdings zu kurz. Zahlreiche gesund-
heitsbezogene Angebote – insbesondere im Bereich der Frühen Hilfen – enthalten von sich aus star-
ke gesundheitliche Komponenten. Schließlich sind die Frühen Hilfen per se darauf ausgerichtet, eine
Brücke zwischen der Jugendhilfe und dem Gesundheitswesen zu schlagen. Entsprechend weisen
auch Angebote des Maßnahmenprogramms, die dem Handlungsfeld 1 „Frühe Hilfen – Bindungen
stärken“ zugeordnet sind, gesundheitsbezogene Zielstellungen auf, etwa in Form der Bindungsstär-
kung, der Stärkung der elterlichen Erziehungs- und Gesundheitskompetenz oder der Stressregulati-
on.
Darüber hinaus existieren bedeutsame gesundheitsbezogene Angebote außerhalb des Maßnahmen-
programms, die durch das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien bezuschusst und unterstützt
werden. Ein hervorzuhebendes Beispiel ist der Babylotsendienst, der in drei Geburtskliniken der Stadt
(St. Franziskus -Hospital, Universitätsklinikum und Clemenshospital) etabliert ist. Obwohl dieses An-
1 Im Rahmen der Sofortmaßnahmen zur Finanzstabilität (V/0599/2024 und V/0599/2024/1 – Anlage 2) hat der Rat der Stadt
Münster den Wegfall zweier Maßnahmen (StilWerk & Mädchen fragen? Mädchen wissen!) beschlossen. Zudem ist das
Angebot der Sprach- und Kulturmittler*innen seit 2024 nicht mehr Bestandteil des Maßnahmenprogramms.
- 3 -
V/0142/2025
gebot nicht im Maßnahmenprogramm verzeichnet ist, trägt es maßgeblich zur kommunalen Präventi-
onskette bei und lässt sich dem Handlungsfeld Gesundheit eindeutig zuordnen.
Zudem ist zu berücksichtigen, dass gesundheitsbezogene Inhalte oftmals in Angebote integriert sind,
auch wenn diese nicht explizit als gesundheitsorientiert ausgewiesen sind. So fördert das Amt für
Kinder, Jugendliche und Familien im Rahmen der kommunalen Präventionskette innovative Formate
wie Elterntalk, das durch das Mehrgenerationenhaus und Mütterzentrum e.V. (MuM) umgesetzt wird.
In diesem niedrigschwelligen Angebot tauschen sich Eltern – begleitet durch eine geschulte Modera-
torin – zu Erziehungsfragen aus, darunter auch Themen wie das gesunde Aufwachsen von Kindern.
Ziel ist es, die Erziehungskompetenz der Teilnehmenden zu stärken und gleichzeitig den Ausbau so-
zialer Netzwerke zu fördern.
Auch über das Landesprogramm „kinderstark“ werden Angebote finanziert und begleitet, die vollstän-
dig gesundheitsbezogen sind oder zumindes t gesundheitsbezogene Elemente aufweisen. Neben
dem Babylotsendienst im Clemenshospital sind dies zwei Sure Start Plus Gruppen in Coerde und
Kinderhaus, sowie die Offene Spiel - und Beratungszeit des Familientreff Viertelchen im Südviertel
und in Berg Fidel. Zudem wird seit April 2025 das Angebot „Kompass - Psychologische Beratung von
Familien mit zu früh geborenen und chronisch kranken Kindern “ des Bunten Kreises Münsterland
e. V. gefördert. Das Angebot ist mobil ausgerichtet und sucht die betroffenen Famil ien am Wohnort
auf.
Darüber hinaus wird das im Antrag erwähnte Programm „ElternChanceN m it Elternbegleitung Fami-
lien stärken“ seit 2022 vom Träger Eleganz Bildungsplattform e.V. umgesetzt. Die Interessensbekun-
dung für die Förderphase 2022-2025 und für die Förderphase 2025-2028 wurde vom Amt 51 positiv
bewertet und unterzeichnet, sodass der Träger die für die Förderung notwendige Unterstützung er-
hält.
Die ausgewählten Beispiele sollen verdeutlichen, dass das Maßnahmenprogramm lediglich einen
kleinen Ausschnitt der kommunalen Angebotslandschaft darstellt und das Thema „Kindergesundheit“
bzw. gesundes Aufwachsen darüber hinaus differenzierter als Querschnittsaufgabe betrachtet werden
muss. Über das Maßnahmenprogramm hinaus entwickelt das Amt für Kinder, Jugendliche und Fami-
lien die Angebotsstruktur stets weiter und fördert eine Vielzahl von Angeboten, um allen Kindern ein
gelingendes und gesundes Aufwachsen zu ermöglichen.
Bearbeitung des Antrags
Um adäquat eruieren zu können, wie Maßnahmen effektiv weiterentwickelt und vernetzt werden kön-
nen, wurde eine Bestandsaufnahme von gesundheitsbezogenen Präventionsangeboten durchgeführt,
die die gesamtkommunale Angebotslandschaft berücksichtigt. Denn eine isolierte Bestandsaufnahme
oder Weiterentwicklung des Maßnahmenprogramms ohne gleichzeitige Einbeziehung der bestehen-
den Angebotslandschaft birgt die Gefahr, Doppelstrukturen zu erzeugen und an den tatsächlichen
Bedarfen vorbeizusteuern. Darüber hinaus würde ein solches Vorgehen die grundlegende Logik der
kommunalen Präventionskette konterkarieren, deren Ziel es ist, Versorgungslücken systematisch zu
identifizieren, Übergänge bedarfsgerecht zu gestalten und Angebote strukturiert aufeinander abzu-
stimmen.
Zur Beantwortung und Umsetzung der Anfrage gemäß Ratsantrag wurd e eine ämterübergreifende
Projektgruppe eingerichtet, bestehend aus Vertreter*innen des Amtes für Kinder, Jugendliche und
Familien, des Sportamts, des Amts für Schule und Weiterbildung, des Sozialamts sowie des Gesund-
heitsamts. Ziel der durchgeführten Umfrage war es, einen möglichst umfassenden Überblick über die
bestehenden gesundheitsbezogenen Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien in Münster zu
gewinnen, die zur Förderung eines gesunden Aufwachsens beitragen. Die Fragen der Erhebung wa-
ren thematisch in die Kategorien „Grunddaten“, „Zielgruppen“ und „inhaltliche Komponenten“ geglie-
dert. Die nachfolgenden Leitfragen wurden entlang der im Ratsantrag formulierten Zielsetzungen
entwickelt:
- 4 -
V/0142/2025
Sind gesundheitsbezogene Präventionsangebote überwiegend als eigenständige Gesund-
heitsangebote konzipiert oder werden gesundheitsbezogene Inhalte vielmehr in übergreifende
Angebotsformate integriert?
Welchen inhaltlichen Schwerpunkt verfolgen gesundheitsbezogene Angebote konkret? Liegen
spezifische Maßnahmen im Bereich Ernährung und Bewegung vor, die der Gesundheitsförde-
rung im Sinne primärpräventiver Zielsetzungen dienen?
Welche Angebotsformen werden genutzt – insbesondere mit Blick auf mobile und aufsuchen-
de Formate?
Inwieweit werden sozioökonomische Aspekte der Kinderarmut durch teilhabebezogene Unter-
stützungsleistungen (z. B. kostenfreie Mahlzeiten oder Ausstattung) berücksichtigt?
Sind Vernetzungs- oder Übergangsstrukturen, z. B. durch die gezielte Weitervermittlung in an-
dere Angebote, gängiger Bestandteil der Angebote?
Die Umfrage wurde u.a. an die Verteiler der Unterarbeitsgruppen der Arbeitsgemeinschaft nach § 78
SGB VIII, sowie an umfassende Verteiler des Sport - sowie Schulamtes gegeben, sodass eine breit
gefächerte Akteurslandschaft2 erreicht wurde. Insgesamt wurden 102 Angebote erfasst. Da jedoch
keine gesamtstädtische Referenzzahl vorliegt, lässt sich keine belastbare Aussage über die Reprä-
sentativität dieser Zahl treffen.
Ergebnisdarstellung:
Mit Bezug auf die benannten Leitfragen lassen sich die folgenden, ausgewählten Ergebnisse zusam-
menfassend hervorheben:
1. Gesundheitsbezug der Angebote:
17,6 % der erfassten Angebote wurden von den Eintragenden als vollständig gesundheitsbezogen
eingestuft. Der Großteil der Angebote (82,4 %) weist nach eigener Einschätzung lediglich teilwei-
se gesundheitsbezogene Inhalte auf.
2. Thematische Schwerpunkte:
Der häufigste Schwerpunkt liegt im Bereich psychische Gesundheit (39,2 %). Bewegung/Sport
wurde bei 19,6 % der Angebote genannt, während 5,9 % den Schwerpunkt auf Ernährung legen.
3. Form der Angebote:
Bei 41,2 % handelt es sich um Gruppenangebote, 17,6 % sind konkrete Beratungsangebote. Es
wurde kein Online-Angebot erfasst.
4. Mobilität der Angebote:
15,7 % der Angebote sind mobil konzipiert, weitere 14,7 % teilweise. In 69,6 % der Fälle handelt
es sich um nicht-mobile Angebote, also feste Angebotsformen.
5. Teilhabebezogene Unterstützungsformen:
Kumulativ ergibt sich der Eindruck, dass teilhabebezogene Leistungen – wie die Bereitstellung
von Mahlzeiten, Kleidung, Sportausrüstung, die Übernahme von Kursgebühren oder Mobilitätsun-
terstützung – nur in einem geringen Teil der Angebote vorgesehen sind.
6. Weitervermittlung in andere Angebote:
In 22,5 % der Fälle erfolgt häufig eine Weitervermittlung in andere Angebote oder Hilfeformen.
38,2 % der Angebote vermitteln gelegentlich, während bei knapp 40 % der Angebote selten oder
gar keine Weitervermittlung erfolgt.
Die vorliegenden Ergebnisse der Bestandsaufnahme sind vorsichtig zu interpretieren. Zum einen er-
hebt die Umfrage keinen Anspruch auf Vollständigkeit und zum anderen lassen sich aus den Ge-
2 Die Familienbildungsstätten „Haus der Familie“ und „FamilienBildung Friedensstraße e.V., haben nach erfolg-
ter Absprache nicht an der Bestandsaufnahme teilgenommen, da die Angebote ohn ehin einen Gesundheitsbe-
zug aufweisen und eine vollständige Eintragung nicht im Verhältnis zum Aufwand gestanden hätte.
- 5 -
V/0142/2025
samtergebnissen weder Rückschlüsse auf Einzelfälle noch kausale Zusammenhänge ableiten. So ist
beispielsweise das Ergebnis, dass lediglich 17,6 % der erfassten Angebote von den Teilnehmenden
als vollständig gesundheitsbezogen eingestuft wurden, kein zwangsläufiger Hinweis auf einen struktu-
rellen Bedarf. Vielmehr könnte dies auch darauf hindeuten, dass gesundheitsbezogene Themen in
Regelstrukturen integriert sind. So sind beispielsweise die Themenschwerpunkte Ernährung und Be-
wegung in einigen Kindertageseinrichtungen als pädagogisches Profil fest verankert. Auch die Famili-
enbildungsstätten in Münster bieten eine Vielzahl gesundheitsbezogener Präventionsangebote, die
bei der Interpretation der Ergebnisse berücksichtigt werden müssen. Zudem zeigt sich in der qualitati-
ven Auswertung, dass die Einschätzung, ob ein Angebot als „teilweise“ oder „vollständig“ gesund-
heitsbezogen gewertet wird, stark subjektiv geprägt ist.
Dennoch ist auffällig, dass ernährungsbezogene Angebote sowie mobile Angebote in der Umfrage
unterrepräsentiert sind. Auch die komplette Abwesenheit digitaler Formate erscheint angesichts zu-
nehmender Relevanz digitaler Formate zumindest bemerkenswert. Gerade der Aspekt „Ernährung“ ist
in mehrfacher Hinsicht relevant: Er berührt sowohl die materielle Lebenslage – etwa durch den poten-
ziell eingeschränkten Zugang zu ausgewogener und gesunder Ernährung bei einkommensarmen
Familien – als auch die gesundheitliche Lebenslage von Kindern und Jugendlichen, etwa im Hinblick
auf Fehlernährung, Übergewicht oder langfristige gesundheitliche Risik en. In Verbindung mit dem
Aspekt der Mobilität wird zudem ein weiterer Faktor interessant: Mobilitätsarmut betrifft insbesondere
Familien in sozioökonomisch belasteten Lebenslagen und kann den Zugang zu (gesundheitsbezoge-
nen) Angeboten erheblich erschweren. Vor diesem Hintergrund ist das Ergebnis, dass nur 15,2 % der
erfassten Angebote mobil konzipiert sind, verstärkt hervorzuheben. Vor diesem Hintergrund erschei-
nen niedrigschwellige, aufsuchende und mobil konzipierte Angebote, insbesondere mit dem Schwer-
punkt Ernährung, ein potenziell wichtiger Baustein zur strukturellen Schließung von Versorgungslü-
cken zu sein. Die Umfrage liefert erste Anhaltspunkte dafür, dass hier Entwicklungsspielräume beste-
hen – insbesondere im Verhältnis zur derzeit erfassten Angebotslandschaft.
Ausblick:
Die kommunale Kinderarmutsprävention soll künftig nicht bloß an zentralen Stellen weiterentwickelt
werden, sondern auch eine grundsätzliche strategische Neuausrichtung erhalten. Folgende Schritte
sind bereits initiiert und geplant:
1. Die Ergebnisse der Bestandsaufnahme sollen über die bestehenden Stadtteilarbeitskreise in die
Fachpraxis zurückgespiegelt werden. Vorrangig sollen hierbei Stadtteile berücksichtigt werden,
die im aktuellen Sozialmonitoring als überdurchschnittlich belastet gelten. Im Sinne einer kommu-
nikativen Validierung sollen die Ergebnisse der Umfrage so konstruktiv geprüft bzw. hinterfragt
werden, damit keine falschen Schlüsse gezogen oder ungenaue Interpretationen getätigt werden.
Durch die Kommunikation der Ergebnisse soll zudem eine Diskussionsgrundlage geschaffen wer-
den, die bspw. für einen Abgleich von Gesundheitsdaten (insb. SEU) und Angebotsstruktur im
Stadtteil genutzt werden kann.
2. Im Rahmen des Landesprogramms „kinderstark – NRW schafft Chancen“ stehen Mittel zur Verfü-
gung, um kommunale Präventionsketten gezielt auszubauen und weiterzuentwickeln. Innerhalb
des Handlungsfeldes 6 besteht dabei ausdrücklich die Möglichkeit, aufsuchende Angebote zu för-
dern. Unter Berücksichtigung der Ergebnisse ermutigt die Verwaltung daher freie Träger der Ju-
gendhilfe, Projektideen und Konzepte für mobile Angebote im Bereich der Kindergesundheit ein-
zureichen – insbesondere mit dem Schwerpunkt Ernährung.
3. In der kommunalen Gesundheitskonferenz 2025 wird das Thema „Kinder- und Jugendgesundheit
– mit Blick auf Prävention und Gesundheitsförderung“ als neuer Jahresschwerpunkt vorgeschla-
gen. Dies geschieht in enger Kooperation mit dem Gesundheitsamt.
4. Im Sinne einer kontinuierlichen Qualitätsentwicklung ist vorgesehen, die Konzeption des „Gesun-
den Frühstücks“ fachlich zu reflektieren und weiterzuentwickeln. Dies geschieht ebenfalls in enger
Kooperation mit dem Gesundheitsamt.
- 6 -
V/0142/2025
5. Kommunale Armutsprävention bedeutet in der Praxis zumeist: kommunale Armutsfolgenpräventi-
on. Denn Kinder - und Jugendarmut ist in der Regel Familienarmut – und damit Ausdruck eines
strukturellen Problems mit weitreichenden Folgen für Entwicklung, Teilhabe und Gesundheit von
Kindern und Jugendlichen. Die negativen Folgen von Armutserfahrungen abzumildern und allen
Kindern und Jugendlichen ein gelingendes Aufwachsen zu ermöglichen, ist Aufgabe der kommu-
nalen Verantwortungsgemeinschaft. Gleichzeitig ist es Aufgabe der kommunalen Verantwor-
tungsgemeinschaft, die Verwirklichung der Rechte von Kindern zu gewährleisten. Gemäß UN -
Kinderrechtskonvention hat jedes Kind über alle Lebensphasen hinweg grundlegende Rechte: et-
wa das Recht auf Beteiligung (Art. 12), auf einen angemessenen Lebensstandard (Art. 27), auf
Bildung (Art. 28 und Art. 29), auf Ruhe, Freizeit, Spiel und Erholung (Art. 31) sowie das Recht auf
Gesundheit (Art. 24). Diese Rechte bleiben Kindern und Jugendlichen, die in Armut aufwachsen,
jedoch häufig verwehrt – denn ihre Verwirklichung hängt oftmals direkt davon ab, ob Kinder und
Jugendliche in Armut leben oder nicht.
Vor diesem Hintergrund soll die Münsteraner Präventionskette künftig als strukturelles Instrument
zur Bearbeitung von Armutsfolgen neu ausgerichtet und konsequent an den UN-Kinderrechten
orientiert werden. Eine kinderrechtebasierte Präventionskette, die die Kinderrechte als zentralen
Bezugsrahmen ihres strategischen Leitbilds versteht, schafft armutssensible Rahmenbedingun-
gen – mit dem Ziel, dass alle Kinder ihre Rechte tatsächlich wahrnehmen können. Diese strategi-
sche Neuausrichtung greift zugleich den Beschluss zur Vorlage V/0286/2023 auf, wonach die
Kinderrechte durch die Weiterentwicklung operativ ausgerichteter kommunaler Strukturen in
Münster gestärkt werden sollen. Damit wird zugleich eine übergreifende Gesamtstrategie unter-
mauert, die ressortübergreifend angelegt ist.
Eine ausformulierte Konzeption der kinderrechtebasierten Präventionskette wird in einer der
nächsten Sitzungen vorgelegt.
In Vertretung
gez.
Thomas Paal
Stadtdirektor
Anlagen:
Anlage A
Ergebnisdarstellung der quantitativen Auswertung der Bestandsaufnahme
Hinweis: Alle weiterführenden Informationen – einschließlich des vollständigen Fragebogens sowie
der quantitativen Auswertung – können unter: https://beteiligung.nrw.de/k/-Agq9JHVB - eingesehen
werden. Qualitative Inhalte, wie z. B. die Kurzbeschreibungen einzelner Angebote, sowie vertiefende
Auswertungen (Drilldown-Analysen, bspw. auf S tadtteilebene) können bei Bedarf angefragt werden.
Aufgrund der Vielzahl an Kombinationsmöglichkeiten ist eine vollständige Darstellung im Rahmen
dieses Berichts nicht möglich.
Anlage A
3221 Zeichen
Anlage A zur V/0142/2025 Kurzüberblick Die durchgeführte Bestandsaufnahme diente als erste Grundlage für einen Gesamtüberblick der Angebotsstruktur. Erste Hinweise deuten darauf hin, dass insbesondere im Bereich mobiler und ernährungsbezogener Präventionsangebote Entwicklungspotenziale bestehen könnten. Perspek- tivisch soll die Münsteraner Präventionskette an den UN-Kinderrechten ausgerichtet werden. Der Antrag an den Rat Nr. A-R/0015/2023 ist damit erledigt. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Mit dem Beschlussvorschlag der Vorlage soll das Ziel verfolgt werden, das Maßnahmenpro- gramm einer kind- und jugendbezogenen Armutsprävention einer systematischen Bestands- aufnahme zu unterziehen, um es bedarfsgerecht und ressourcenorientiert weiterzuentwickeln. Dies betrifft Produkt 06.04.01: Angebote für Familien. Dort ist das Ziel festgehalten, den Aus- bau und die bedarfsgerechte Weiterentwicklung von Angeboten für Kinder, Jugendliche und Familien zu unterstützen. Teilziele: Durchführung einer umfassenden Bestandsaufnahme gesundheitsbezogener Präventi- onsangebote, um die gesamtkommunale Angebotslandschaft systematisch zu erfassen und sichtbar zu machen. Gezielte Identifikation von Versorgungslücken und Bedarfen, um Entwicklungspotenzia- le zu konkretisieren und eine strategisch abgestimmte Weiterentwicklung im Sinne der Präventionskette zu ermöglichen. Zielerreichung: Die Ergebnisse der Bestandsaufnahme liefern erste Hinweise darauf, dass mobile bzw. aufsuchende Angebote zur Kindergesundheit – insbesondere mit dem Schwerpunkt Ernährung – ein wirksamer Baustein zur strukturellen Schließung bestehender Versorgungslücken sein können. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen könnte dieser Bereich nun gezielt und bedarfsgerecht über Fördermittel des Landesprogramms „kinderstark – NRW schafft Chancen“ weiterentwickelt und gestärkt werden. Finanzierung Produktgruppe: 0604 Familienförderung Auswirkungen auf den Ergebnisplan Ja X Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja X Nein Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja X Nein teilw. Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja X Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? Ja X Nein Bereits veranschlagt? Ja X Nein Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig X vollständig freiwillig Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Bei der kommunalen Armuts-(folgen)prävention sowie beim Thema Kindergesundheit handelt es sich um zwei zentrale Querschnittssaufgaben, nicht voneinander entkoppelt betrachtet werden können. Das gesunde Aufwachsen von allen Kindern ist eine zentrale Aufgabe der gesamten kommunalen Verantwortungsgemeinschaft und kann nur ressortübergreifend bearbeitet werden. Armutsfolgen bzw. Armutserfahrungen tragen massiv dazu bei, dass Kinder ihre Rechte (bspw. auf Gesundheit) nicht vollumfassend verwirklichen können. Die Verwirklichung von Kinderrechten im Sinne der UN-Kinderrechtskonventionen ist eine zentrale und gesamtstädtische Querschnitts- aufgabe.
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (2)
- Friedensstraße
- Kinderhaus
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- V/0142/2025
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 19.05.2025
- Erstellt
- 13.03.2025 14:58