1423/2023
Mündliche Anfragen zu EDELGARD in der Sitzung am 20.März 2023
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Beantwortung einer mündl. Anfrage Ausschuss
5740 Zeichen
Dezernat, Dienststelle II/03 Vorlagen-Nummer 04.05.2023 1423/2023 Beantwortung einer mündlichen Anfrage aus einer früheren Sitzung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern 11.05.2023 Mündliche Anfragen zu EDELGARD in der Sitzung am 20.März 2023 EDELGARD ist eine Kampagne der Kölner Initiative gegen Sexualisierte Gewalt im öffentli- chen Raum (KIGSG), die sich nach den Übergriffen in der Silvesternacht 2015/16 aus der Frauenhilfestruktur in Köln gegründet hat. Die Stadt Köln ist durch das Amt für Gleichstellung Mitglied der Initiative. Aufgrund dessen wurde die Fragestellung an die Kölner Initiative weitergeleitet, die die Fragen folgendermaßen beantwortet hat: Mündliche Anfragen von Lukas Lorenz Lukas Lorenz bezieht sich auf EDELGARD und macht deutlich, dass die SPD-Fraktion eine Erweiterung dahingehend wünscht, dass primär die Ursachen und nicht nur die Symptome bekämpft werden. Die Belästigung von Frauen im öffentlichen Raum ist Ausdruck und Folge des Patriarchats. EDELGARD ist nicht ausreichend, um die Ursachen anzugehen. Auch bittet er um eine Auswertung des EDELGARD-Einsatzes an Karneval 2023.Welche För- dermöglichkeiten gibt es durch das Land NRW? Was wäre ein nächster Schritt, um die Ursa- chen zu bekämpfen? Wie viele Menschen haben sich Karneval an die Hilfeeinrichtungen ge- wandt und wie viele Beratungsgespräche sind daraus entstanden? Gibt es Kennzahlen zum Einsatz von EDELGARD an Karneval? Antwort Patriarchale Strukturen wirken sich in nahezu allen Lebensbereichen aus. Sie zu bekämpfen bedeutet, gesellschaftlich verankerte Machtverhältnisse zu verändern. Um einen solchen ge- sellschaftlichen Wandlungsprozess zu bewirken, bedarf es langwieriger und hartnäckiger Ar- beit auf vielen verschiedenen Ebenen. EDELGARD setzt sich zum Ziel, die dafür nötige Sensibilisierung zum Thema sexualisierte Gewalt gegen Frauen und Mädchen im öffentlichen Raum voranzutreiben. Die KIGSG begrüßt die Entwicklung weiterer innovativer Projekte und die Unterstützung der Politik, um dem Patri- achat entgegenzuwirken. Darüber hinaus freut sich die Initiative über die konstruktive Zu- sammenarbeit mit gleichgesinnten Mitstreiter*innen. Das Land gewährt jährlich eine Förderung örtlicher/regionaler Kooperationen gegen Gewalt an Frauen in Höhe von 12.500 €, die die Initiative bereits mehrmals für Öffentlichkeitskam- pagnen erhalten hat. 2 EDELGARD an Karneval 2023 Von Weiberfastnacht bis Rosenmontag waren 21 Beraterinnen in neun Schichten und insge- samt 43 Stunden für Betroffene ansprechbar. Daneben erreichten die mobilen Teams mehre- re hundert Menschen, verteilten Taschentücher und Visitenkarten mit den Kontaktdaten von EDELGARD. Hierbei wurde deutlich, dass EDELGARD bei vielen bekannt ist. Dies zeigt sich auch am ge- meinsamen Instagram-Post von EDELGARD und der Stadt Köln zum Einsatz an Karneval 2023, der auf rund 64.000 Accounts angezeigt wurde und damit eine sehr hohe Erreichbarkeit erzielte. Damit einhergehend verzeichneten die Beraterinnen auch gestiegene Beratungsan- fragen im Vergleich zu den Vorjahren und die Hotline wurde stärker frequentiert. Das Angebot wurde sowohl von Betroffenen nach Belästigung oder Vergewaltigung als auch von unterstüt- zenden Personen genutzt. Dies zeigt, dass Übergriffe als Gewalt erkannt und benannt werden und auch von unbeteiligten Personen nicht toleriert werden. Die Zahl der Anrufe bzw. Beratungskontakte bei EDELGARD gibt keinerlei Auskunft über die Wirkung des Angebots. Dies liegt insbesondere daran, dass sexualisierte Gewalt für viele im- mer noch ein Tabuthema ist, das mit Scham besetzt ist. Nach wie vor ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen, weil sich betroffene Frauen und Mädchen nicht melden oder erst zu einem späteren Zeitpunkt Beratungsstellen aufsuchen. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass das Angebot in der Stadtgesellschaft im- mer bekannter und dadurch auch genutzt wird. Mündliche Anfrage von Christina Dumstorff Christina Dumstorff, bezieht sich auf EDELGARD und begrüßt eine Evaluation zu Karneval, besonders mit Blick auf die Inanspruchnahme von EDELGARD. Gibt es Bestrebungen – ggfs. mit der IG Gastro oder der DEHOGA -, um mehr Kneipen, Bars, Clubs, Restaurants etc. als EDELGARD schützt-Orte zu gewinnen, weil diese eher in den Abend- und Nachtstunden ge- öffnet sind. Antwort Die Entwicklung der schützenden Orte befindet sich auf einem guten Weg. Mittlerweile existie- ren fast 200 schützende Orte. Mit dem Starten dieses Bausteins der Kampagne EDELGARD wurden mit zahlreichen Netzwerken und Stadtteilkonferenzen Kontakt aufgenommen, die als Multiplikator*innen schützende Orte in Köln akquiriert haben. Dies sind u.a.: Apothekerverband, Sozialraumkoordination, Feuerwehr, Stadtteilkonferenz Meschenich/Rondorf, Stadtteilkonferenz Porz, Stadtmarketing, Stadtteilkonferenz Bilderstöck- chen, IG Keupstr. IG Altstadt; AK Bocklemünd; Runder Tisch Buchforst e.V., Gastro Latäng, Kölner Elf/Kölner Bürgerzentren, Messe, KölnBäder Die Einrichtung der Projektstelle EDELGARD ermöglicht nun eine weitere und gezielte Akqui- se von schützenden Orten, die bisher aufgrund der zu wenigen personellen und zeitlichen Kapazitäten nicht möglich war. Ziel ist dabei die stadtweite Etablierung zu möglichst vielen Tages- und Nachtzeiten. Inzwischen kommen viele Institutionen auf die KIGSG zu, was zeigt, dass sich EDELGARD nunmehr verstärkt herumspricht. Durch die vorgeschalteten Einführungsveranstaltungen für Mitarbeitende der Institutionen wird ein wichtiger Beitrag zur Sensibilisierung der Stadtgesell- schaft geleistet. Gez. Prof. Dr. Diemert
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1423/2023
- Typ
- Beantwortung e. mündl. Anfrage (Auss.)
- Datum
- 04.05.2023
- Erstellt
- 27.04.2023 16:39