A-R/0048/2023
Quartiersbezogene Pflege stärken und ausbauen
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A-R-0048-2023-CDU-Quartiersbezogene Pflege stärken
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Antrag an den Rat Nr. A-R/0048/2023 Münster, 26. Oktober 2023 Ratsantrag Quartiersbezogene Pflege stärken und ausbauen Der Rat der Stadt Münster möge beschließen: Pflegebedürftige Menschen sollen in Münster so lange wie möglich zuhause bleiben können. Um den Verbleib in der gewohnten Umgebung zu ermöglichen, werden passgenaue Pflegeangebote entwickelt und individuelle Unterstützungsmodelle gestärkt. Auf Grundlage einer quartiersbezogenen Bestandsaufnahme über das vorhandene Angebot an Pflegediensten, Pflegeeinrichtungen, Tagespflege, Kurzzeitpflege und Servicewohnen (Betreutes Wohnen) werden kleinteilige Versorgungskonzepte entwickelt, um die dezentrale Pflege zu stärken. Die so ermittelten Bedarfe an relevanter Infrastruktur sollen in Zusammenarbeit der Träger und Anbieter von Dienstleistungen, der bürgerschaftlichen Akteure und der Stadt vor Ort gestaltet werden. Eine Bestandsanalyse zeigt eine Überversorgung mit Vollstationären Pflegeplätzen im Stadtbezirk Mitte bei gleichzeitigen Defiziten in den Außenstadtbezirken (v.a. in den Bezirken Nord, Ost und Südost). Vom weiteren Ausbau zentral gelegener Pflegeeinrichtungen wird zugunsten von Einrichtungen in den Stadtteilen vorerst abgesehen. Trotz einer ausreichenden Versorgung in Stadtbezirken gibt es auch Stadtteile, die bisher über keine oder nur geringe Vollstationären Pflegeplätze verfügen (z.B. Nienberge, Gremmendorf und Roxel). Die Verwaltung prüft, wie diese Stadtteile in die Versorgungslösung mit einbezogen werden können. Die statistische Wahrscheinlichkeit einer Pflegebedürftigkeit bei über 80jährigen liegt bei 30 %, bei über 90jährigen bei 74 %. Nach der Kleinteiligen Bevölkerungsprognose 2030 gibt es Stadtteile mit einem besonders hohen Anteil von über 80jährigen Menschen (z.B. Stadtteile Hiltrup-Mitte, Kinderhaus-West und Handorf). Die Verwaltung prüft hier eine angemessene Versorgungssicherheit und macht Vorschläge. Die „Verbindliche Bedarfsplanung“ gibt den Kommunen Steuerungsmöglichkeiten, um in die Gestaltung der lokalen Pflegeinfrastruktur regulierend eingreifen zu können. Die Verwaltung zeigt Wege auf, wie das Ziel von kleinteiligen stadtweit ausgeglichenen quartiersbezogene Wohn- und Pflegeangebote über die Ausschreibung als qualitatives Kriterium erreicht werden kann. Für ein lebenslanges Wohnen im Quartier werden weitere Maßnahmen zur Stärkung des Ehrenamts in der Pflege entwickelt. Im Alter nimmt das Quartier für die Menschen aufgrund körperlicher Einschränkungen, fehlender finanzieller Mittel und geringerer Aktionsradien an Bedeutung zu. Die „altersgerechte Quartiersgestaltung“, d.h. die aktuelle und künftige Wohnsituation, das Wohnumfeld, die soziale Einbettung sowie die bedarfsgerechten sozialen und pflegerischen Unterstützungsangebote in den Quartieren sollten ermittelt und der Veränderungsbedarf dargestellt, Konzepte entworfen werden. Zusammen mit den Anbietern vor Ort werden Sport und Bewegungsangebote in den Quartieren entwickelt, die zu einem aktiven und gesunden Leben bis ins hohe Alter beitragen können. Die Verwaltung legt ein Finanzierungskonzept zur Umsetzung der beantragten Maßnahmen vor. Begründung Der Anteil der älteren Menschen in Deutschland wächst. Ein besonders starkes Wachstum verzeichnet die Gruppe der über 85-Jährigen. Im steigenden Alter nehmen chronische Erkrankungen, Multimorbidität und in der Folge auch Pflegebedürftigkeit zu. So wächst die Anzahl jener Menschen, die auf pflegerische Unterstützung angewiesen sind. Dies stellt erhebliche Anforderungen an die Gestaltung der sozialen Infrastruktur, insbesondere an die Qualität und Quantität der Angebote zur Versorgung und Unterstützung älterer Menschen, sowie pflegebedürftiger Menschen, unabhängig von ihrem Alter und ihren Angehörigen. Ziel ist ein möglichst selbstbestimmtes Leben mit einer hohen Versorgungssicherheit bis zum Lebensende. Dies bedeutet nicht nur die individuelle Lebenssituation in der Wohnung in den Blick zu nehmen. Genauso wichtig sind der Erhalt sozialer Teilhabe am Leben der Gemeinschaft und die Vermeidung sozialer Ausgrenzung, insbesondere in Folge von Altersarmut oder Vereinsamung. Es bedarf zukunftssicherer Lösungen, die in allen Bereichen von den Menschen hergedacht und gemeinsam mit ihnen gestaltet werden müssen. Eine Analyse der Versorgungssituation in den einzelnen Stadtbezirken zeigt, dass die stationäre Versorgungsquote in Münsters Stadtbezirken extrem unterschiedlich ist. Im Bezirk Mitte ist sie sehr gut (> 45%), in den Bezirken Nord, Ost und Südost hingegen nicht angemessen. Die CDU will die Quartiere entsprechend der gegebenen Bedarfe, Strukturen und Ressourcen so weiterentwickeln und ausgestalten, dass die Lebensqualität und die Gesundheit der dort lebenden Menschen gesichert und gesteigert werden. Der Weg geht von großen stationären Einrichtungen hin zu kleinteiligen und stärker auf die individuellen Bedarfe älterer Menschen angepassten Wohnformen, die in Quartiersstrukturen integriert sind, wozu auch neue Wohnformen zählen. Die für ein lebenslanges Wohnen im Quartier relevante Infrastruktur soll in Zusammenarbeit der Träger und Anbieter von Dienstleistungen, der bürgerschaftlichen Akteure und der Stadt vor Ort gestaltet werden. Gez. Stefan Weber und Fraktion
Beratungsverlauf (1)
Orte (1)
- Kinderhaus
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Details
- Aktenzeichen
- A-R/0048/2023
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 26.10.2023
- Erstellt
- 26.10.2023 16:45