AN/0313/2021
Fährt in Zukunft keine Müllabfuhr mehr?
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Linke Anfrage nach § 4
3799 Zeichen
Die Linke.-Fraktion · Postfach 103564 · 50475 Köln Oberbürgermeisterin Henriette Reker Ausschussvorsitzende Denise Abé Rathaus, Spanischer Bau 50667 Köln Postanschrift: Postfach 103564 · 50475 Köln Tel: 0221/221 -27840 · Fax: 0221/221-27841 E-mail: DieLinke@stadt-koeln.de Fraktionsvorstand Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 18.02.2021 AN/0313/2021 Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Betriebsausschuss Abfallwirtschaftsbetrieb der Stadt Köln 04.03.2021 Fährt in Zukunft keine Müllabfuhr mehr? Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, sehr geehrte Frau Ausschussvorsitzende, DIE LINKE. Fraktion im Rat der Stadt Köln bittet Sie, die folgende Anfrage auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Betriebsausschusses Abfallwirtschaftsbetriebe am 04.03.2021 zu setzen. Im neuen Stadtviertel Kalasatama in Helsinki (Finnland) soll eine so genannte Smart City entstehen. Dabei wird unter anderem auf das Einsammeln des Ha usmülls durch große und stinkende Müllwagen verzichtet. In Kalasatama wird der Müll vollautomatisch über unterirdische Rohre zu einer Sammelstelle außerhalb des Viertels geblasen. Unter den Straßen und Häusern von Kalasatama verläuft ein fortschrittliches Müllentsorgungssystem: Mit Druckluft wird der Abfall durch ein Rohrsystem zu einem zentralen Sammelsystem unter einem Einkaufszentrum befördert. Damit sich das rechnet, braucht es eine bestimmte Dichte an Bebauung und damit möglichst hoher Einwohnerzahl pro Fläche. Auch wenn Entwicklungsgebiete, wie beispielsweise der Deutzer Hafen nur ein Drittel oder Kreuzfeld die Häfte der Fläche von Kalasatama vorweisen, könnte durch eine Erweiterung in die daran angrenzenden Bereiche, die nötige Zahl Anschlüsse und Nutzer*innen erreicht werden. Ganz von den Antriebsarten der Müllfahrzeuge abgesehen und auch von deren modernen Entwicklungen im Bereich Klimaschutz, Lärmschutz und Geruchsschutz, sind Müllfahrzeuge weitere Fahrzeuge auf den Verkehrswegen und können hie r durchaus zu massiven Behinderungen und Gefährdungen führen. Eine Müllentsorgung ohne diese Probleme, wie von Geisterhand, wäre dem in jedem Fall vorzuziehen. Auf den ersten Blick scheint das smarte, finnische Müllsystem nur Vorteile zu bieten, aber in Deutschland weitgehend unbekannt zu sein. Köln als moderne und wachsende Stadt sollte stets bestrebt sein bei neuen und umweltfreundlichen Systemen den neuesten Stand zu kennen, weshalb wir die folgenden Fragen stellen: 1. Ist der Verwaltung und der AWB das f innische Projekt bereits bekannt und wie beurteilen sie es für die zukünftige Anwendung in Köln unter den Aspekten der Ökologie, der Verkehrswende, der Betriebswirtschaft und der Volkswirtschaft? 2. Wie viele Anschlüsse oder Einwohner*innen sind nötig, um ei n solches System wirtschaftlich zu betreiben und wieviel betriebswirtschaftliche Kostenersparnis im laufenden Betrieb hätte ein solches System im Vergleich zum herkömmlichen Holsystem? 3. Welche Effekte hätte das finnische Müllsystem auch auf die Entwicklung von Flächen und Gebäuden, bei welcher ja Zuwegungen für das Abholsystem und Flächen für die Container bisher zu berücksichtigen sind und wie würden sich diese Effekte auf den Flächenverbrauch und die Baukosten auswirken? 4. Unter welchen Voraussetzungen lie ße sich das finnische Müllsystem auch in bereits bestehenden Siedlungen oder Vierteln realisieren, damit es nicht wie in Palma de Mallorca scheitert? 5. Welche Fördermöglichkeiten gibt es auf Landes -, Bundes- und Europaebene zur Installation eines solchen Sy stems in der Stadt Köln? gez. gez. Michael Weisenstein Sarah Niknamtavin Fraktionsgeschäftsführer Mitglied im Ausschuss Klima, Umwelt und Grün
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Sache ist erledigt
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AN/0313/2021
- Typ
- Die Linke. Anfrage nach § 4
- Datum
- 18.02.2021
- Erstellt
- 18.02.2021 10:17