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V/0929/2008

Stiftung Magdalenenhospital: Evaluationsergebnisse des Projektes "Von Mensch zu Mensch"

Vorlagen 05.11.2008

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Berichtsvorlage

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Berichtsvorlage

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V/0929/2008 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
V/Stift 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Stiftung Magdalenenhospital: Evaluationsergebnisse des Projektes "Von Mensch zu Mensch" 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
27.11.2008 Stiftungskommission Bericht
02.12.2008 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung Bericht
27.01.2009 Kommission zur Förderung der Integration von Menschen mit Behinderungen
 Bericht 
11.02.2009 Hauptausschuss Bericht 
 
Bericht: 
Evaluation des Projektes „Von Mensch zu Mensch“ 
Ergebnisse und Handlungsempfehlungen 
 
1. Ausgangslage 
Das Projekt „Von Mensch zu Mensch“ nahm im Oktober 2003 in gemeinsamer Träger-
schaft der Stiftung Magdalenenhospital und des So zialamtes der Stadt Münster seine Ar-
beit auf. Das Projekt basierte auf dem Grundgedanken des Konzeptes „Verantwortung 
übernehmen für die Menschen in unserer Stadt, ein stadtweites und stadtteilorientiertes 
Angebots- und Strukturkonzept für ältere, hilfe- und pflegebedürftige sowie demenzkranke 
Menschen“ (vgl. Vorlagen 20/2002 und 847/2002). In politischen Anträgen von CDU und 
Bündnis 90/Die Grünen/GAL sowie der Kommission zur Förderung der Integration von 
Menschen mit Behinderungen wurden die Weiterentwicklung und Verbesserung der häus-
lichen Pflege in Münster, Hilfen für Demenzkranke und ihre Angehörigen sowie eine Stär-
kung des ehrenamtlichen bürgerschaftlichen E ngagements gefordert. In jedem Stadtteil 
sollten durch gut erreichbare Hilfestrukturen für ältere und hilfebedürftige Menschen Be-
dingungen geschaffen werden, die es erleichtern, in der eigenen Häuslichkeit bleiben zu 
können. 
 
Von Oktober 2003 bis Dezember 2005 haben die Stiftung Magdalenenhospital und das 
Sozialamt der Stadt Münster in gemeinsamer Verantwortung und finanzieller Trägerschaft 
das Projekt „Von Mensch zu Mensch“ durchgeführt. Im Zuge des Spar- und Konsolidie-
rungsprogramms der Stadt Münster 2006 – 2009 konnte sich die Stadt nicht mehr an der 
Finanzierung und Durchführung des Projektes beteiligen. Die Aufgaben übernahm die 
städtisch verwaltete Stiftung Magdalenenhospital. Sie erhielt zeitgleich den Auftrag, das 
Projekt in seiner Wirkungsweise zu evaluieren und die Ergebnisse in der Stiftungskom-
mission, im Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung und in der Kom-
mission zur Förderung der Integration von Menschen mit Behinderungen rechtzeitig vor 
Projektende darzustellen (vgl. 110/2006). 
Vorlagen-Nr.: 
V/0929/2008 
Auskunft erteilt: 
Herr Claahsen 
Ruf: 
492 59 03 
E-Mail: 
Claahsen@stadt-muenster.de 
Datum: 
29.10.2008 
Öffentliche Berichtsvorlage

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V/0929/2008 
 
2. Die Evaluation 
Die Stiftung entschied sich zu Beginn des Jahres 2007 aus Kostengründen für die Form 
der Selbstevaluation mit wissenschaftlicher Begleitung durch die Fachhochschule Müns-
ter, Fachbereich Sozialwesen. Die Durchführung wurde Herrn Marco Tammen, Dipl. Sozi-
alarbeiter, die wissenschaftliche Begleitung Frau Prof. Dr. Erika Bock-Rosenthal von der 
Fachhochschule Münster übertragen. 
Das methodische Vorgehen der Evaluation erstreckte sich zunächst auf die Erfassung 
und Analyse der auf der Ebene der Projektleitung vorliegenden Daten und Dokumente. 
Auf der Basis der vorhandenen Daten ließ sich der zusätzliche Informationsbedarf ermit-
teln und in Fragestellungen fassen. Anhand offener Interviewleitfäden wurden die Fach-
kräfte, aber auch einige der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den ein-
zelnen Stadtteilinitiativen in qualitativen Interviews zu ihren Erfahrungen, Bedürfnissen 
und Anregungen befragt. Die Interviews sind einzeln transkribiert und die Aussagen der 
Interviewpartner thematisch zusammengefasst worden. Aus der Zusammenfassung wur-
den die in Ziffer 4 genannten „Empfehlungen aus der Evaluation“ entwickelt. 
 
Ziele und Zielgruppen der Evaluation 
Die Evaluation zielte darauf ab, Erkenntnisse über verbesserte Rahmenbedingungen zum  
Verbleib älterer Menschen in der häuslichen Umgebung durch ehrenamtlich erbrachte Hil-
fen zu erhalten. Dazu sollte der Auf- und Ausbau ehrenamtlich geführter Stadtteilinitiativen 
unterstützt werden. Zielgruppen sind sow ohl ältere und demenzkranke Menschen als 
auch deren Angehörige und Freunde. 
 
Weiteres Ziel der Evaluation war es, über die gewonnenen Erkenntnisse die Leistungen 
der Stiftung Magdalenenhospital passgenau an den individuellen Bedarfen der einzelnen 
Stadtteilinitiativen auszurichten. Die Initiativen sollen nach Abschluss der intensiven Mo-
dellphase ihr Angebot weitestgehend selbstständig fortführen können.  
 
 
3. Projektstruktur und Sachstand  
 Die Steuerung des Projektes erfolgte bis Ende des Jahres 2005 durch einen Vertreter der 
Sozialplanung der Stadt Münster, einen Vertreter der Stiftung sowie die Projektleitung. 
Weitere Steuerungsinstrumente waren die regelmäßig stattfindenden Treffen der Fach-
kräfte sowie der Ehrenamtlichen aus den Stadtteilinitiativen. Ab Beginn des Jahres 2006 
lag die alleinige Steuerung des Projektes bei der Stiftung Magdalenenhospital, nachdem 
sich die Stadt Münster auf der Finanzierung zurückzog. Regelmäßige Besuche der Stadt-
teilinitiativen vor Ort kamen als Steuerungselemente hinzu.  
  
3.1 Förderliche Rahmenbedingungen für die Arbeit der Ehrenamtlichen  
- Begleitung durch professionell erfahrene Kr äfte von Trägern der sozialen Arbeit, Wohl-
fahrtsverbänden und Kirchengemeinden 
-  Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen eines Kompetenznetzwerkes innerhalb des 
Projektes 
- Bereitschaft zu regelmäßigem Austausch der Ehrenamtlichen untereinander und mit 
den Fachkräften 
-  Versicherungsschutz für Ehrenamtliche 
 
Das Projekt „Von Mensch zu Mensch“ machte hierzu folgende Angebote: 
- Steuerung des Projektes / Einbringung von Fachkompetenz und Beratung 
- Fortbildungen über das Kompetenznetzwerk 
- Fördermittel der Stiftung 
- Austausch / Vernetzung in den einzelnen Stadtteilen und untereinander.  
 
3.2 Stand der Umsetzung  
Im Rahmen des Projektes „Von Mensch zu Mensch“ haben sich 22 Stadtteilinitiativen in 
19 Stadtteilen entwickelt. Neben den 32 Fachkräften und organisatorisch Verantwortli-

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chen in den 22 Stadtteilinitiativen sind momentan rund 400 ehrenamtliche Mitarbeiterin-
nen und Mitarbeiter für das Projekt tätig. Durch das Einbeziehen bereits bestehender An-
gebote und unter Berücksichtigung der jeweiligen Gegebenheiten vor Ort haben die 
Stadtteilinitiativen ganz unterschiedliche Organisationsformen und -grade. 
 
3.3 Angebote und Nachfragen 
Allen Angeboten in den Stadtteilinitiativen ist gemein, dass sie darauf abzielen, den 
Verbleib älterer Menschen in der häuslichen Umgebung zu verlängern, um Heimaufent-
halte damit hinauszuzögern oder gänzlich zu verhindern. 
Die Initiativen lassen sich anhand ihrer Angebote in vier unterschiedliche Initiativenarten 
differenzieren: 
• Begegnungs- und Kulturangebote für ältere Menschen 
• Betreuungsgruppen für demenzkranke Menschen  
• hauptamtlich geführte Begleit- und Betreuungsinitiativen 
• ehrenamtlich geführte Begleit- und Betreuungsinitiativen 
 
Die haupt- und ehrenamtlich geführten Begleit- und Betreuungsinitiativen machen einen 
großen Anteil der Angebote aus. Alle Initiativen leisten „echte Pionierarbeit“, da die Form 
ihrer Angebote neu ist und die heutige Generation älterer Menschen sich teilweise noch 
schwer tut, diese Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen. Es ist erkennbar, dass der Be-
darf an psychosozialen Hilfestellungen stark ausgeprägt ist. Das Angebotsspektrum der 
Initiativen ist somit längerfristig auch auf diese Bedarfe auszurichten. 
  
4. Erkenntnisse und Empfehlungen zur nachhaltigen Sicherung des Projektes 
 
4.1 Zielgruppen, die die Stadtteilinitiativen erreichen 
Die Initiativen sprechen mit ihrem Angebot neben älteren und an Demenz erkrankten 
Menschen auch weitere Zielgruppen,  z. B. Angehörige und Alleinerziehende, an.  
Dass auch die Ehrenamtlichen selbst eine Zielgruppe des Projektes „Von Mensch zu 
Mensch“ darstellen, ist bislang noch zu wenig erkannt und zu wenig aufgegriffen worden. 
Bürgerschaftliches Engagement vermittelt Lebenssinn, Verantwortung und Unterstützung 
und vor allem soziale Kontakte. Das sind Faktoren, die zur Erhaltung der Gesundheit und 
Selbstständigkeit der älteren Freiwilligen beitragen. Außerdem wird Hilfe geben aber auch 
Hilfe annehmen „gelernt“ und Sozialkompetenz erworben oder erhalten. 
 
Empfehlungen aus der Evaluation: 
• Die Offenheit gegenüber weiteren Zielgruppen sollte ausgebaut werden. Die Initiati-
ven erhöhen so ihre Akzeptanz im Stadtteil, nehmen Multiplikatoren und – auf mittlere 
Sicht – auch die zukünftig alten Menschen in den Blick.  
• Die freiwillig Tätigen müssen stärker als potentielle Zielgruppe wahrgenommen wer-
den, denn die Initiativen bieten neben ihrem Hilfsangebot attraktive Ehrenamtsfelder, 
die einen erheblichen „Mehrwert“ für die freiwillig Tätigen darstellen. 
 
4.2 Einbeziehung neuer Ehrenamtlicher / Erschließung weiterer Potentiale 
Die persönliche Ansprache zur Werbung neuer Ehrenamtlicher ist am effektivsten. Insbe-
sondere die bereits aktiven Ehrenamtlichen erweisen sich oft als unerlässliche Multiplika-
toren. 
Die persönliche Abgrenzung der Aktionen ist speziell für die Begleit- und Betreuungsinitia-
tiven ein immer wiederkehrendes Problem, da sich meist sehr enge Beziehungen zwi-
schen Betreuendem und zu Betreuenden entwickeln und das, trotz vorab klarer Vereinba-
rungen über Art und Umfang der Hilfestellungen. 
So kommt es vor, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ein festes Betreuungsver-
hältnis eingegangen sind, dieses „Distanz-Nähe-Problem“ unterschätzen und sich in Fol-
ge ihrer Überforderung auf einmal nicht mehr melden oder zu den regelmäßigen Treffen 
in der jeweiligen Stadtteilinitiative nicht mehr erscheinen.

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Empfehlungen aus der Evaluation: 
• Regelmäßige Treffen innerhalb der Initiativen müssen weiterhin angeregt und ge-
pflegt werden. Sie bieten Raum für Erfahrungsaustausch und sollten stets zur The-
matisierung des Abgrenzungsproblems genutzt werden. 
• Den Fachkräften kommt eine „Beschützerrolle“ zu, um einer Überforderung der eh-
renamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorzubeugen. Entsprechende Schulun-
gen der Fachkräfte sind unerlässlich. 
• Wichtig ist, dass Fachkräfte als Ansprechpartner zur Verfügung stehen, sich um das 
Vertrauen ihrer ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bemühen und deren 
Auseinandersetzung mit den eigenen Bedürfnissen und Grenzen anregen. 
• Rückmeldungen zur Entwicklung der jeweiligen Betreuungsverhältnisse müssen stär-
ker eingeholt werden. Das Fachkräftetreffen bietet den geeigneten Rahmen, um 
„Best-Practice-Beispiele“ zu diskutieren. 
 
4.3 Fortbildungen für Ehrenamtliche 
Der Fortbildungsbedarf ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Projekt bezieht 
sich primär auf praktische Tipps für die eigene Arbeit und eine „reflektierte Praxis“. Zudem 
benötigen die Ehrenamtlichen Informationen über weiterführende Hilfeangebote in der 
Stadt. 
Dieser Informationsbedarf der Ehrenamtlichen wird zu einem großen Teil durch die soge-
nannte „Infomappe“, die in regelmäßigen Abständen von der Projektleitung aktualisiert 
wird, abgedeckt. 
Das Angebot von Fortbildungen dient nicht nu r dem unmittelbaren Zweck der Wissens-
vermittlung. Vielmehr ermöglichen Qualifizierungsangebote auch Kontakte und Austausch 
und drücken zudem Wertschätzung und Anerkennung der Arbeit aus. 
 
Empfehlungen aus der Evaluation: 
• Es sollten passgenauere Fortbildungsthemen erarbeitet werden, die dem Bedarf und 
dem Aufgabenprofil der jeweiligen Ehrenamtlichen entsprechen und an der Wirklich-
keit der Freiwilligenarbeit ausgerichtete Inhalte vermitteln. 
• Ehrenamtliche sollten Gelegenheit haben, weiterführende Hilfsangebote im Stadtteil 
sowie stadtweit kennen zu lernen. 
• Fortbildungen sind Teil der Anerkennungskultur und bieten, über den individuellen 
Lerneffekt hinaus, einen großen Nutzen für das gemeinschaftliche Gruppengefühl in 
der Initiative. Von daher sollten auch hauptamtliche Fachkräfte gemeinsam mit den 
Ehrenamtlichen daran teilnehmen. 
 
4.4 Einbeziehung von Fachkräften 
Im Projekt gibt es sowohl haupt- als auch ehrenamtliche Fachkräfte, die den Einsatz der  
ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter koordinieren. Hauptamtliche Fachkräfte 
benötigen weniger Unterstützung durch die Projektleitung. Im Gegensatz dazu haben die 
ehrenamtlich geführten Initiativen einen höheren Beratungsbedarf (hauptamtliche Fach-
kräfte haben durchschnittlich 2 - 5 Kontakte pro Jahr zur Projektleitung, ehrenamtliche 
dagegen durchschnittlich 10 - 15 Kontakte pro Jahr). 
Die bislang projektseitig erwarteten professionellen Kenntnisse und Erfahrungen im pfle-
gerischen, medizinischen, sozialen oder seelsorgerischen Bereich erschweren es den Ini-
tiativen, geeignete Fachkräfte für ihre Begleitung zu finden.  
 
Empfehlungen aus der Evaluation: 
• Insbesondere für die ehrenamtlich geführten Initiativen ist es für den Fortbestand der 
Initiative unerlässlich, die Aufgaben der Fachkraft auf mindestens zwei Personen mit 
unterschiedlichen Kompetenzen und Vorkenntnissen zu verteilen. Bei Initiativen mit 
nur einer Fachkraft ist die Gefahr sehr groß, dass mit Wegfall dieser Person die gan-
ze Stadtteilinitiative zum Erliegen kommt. Die Verteilung der Arbeit auf mehrere

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Schultern und die Einbindung unterschiedlicher „Talente“ kann das Angebot der 
Stadtteilinitiativen langfristig und nachhaltig sichern. 
• Die Nähe des Projektes zur Freiwilligenagentur muss stärker genutzt werden, um mit-
tels konkret formulierter Aufgaben- und Kompetenzprofile Unterstützung bei der Su-
che nach ergänzenden Fachkräften zu bieten. 
• Die Eignung einer Fachkraft sollte nicht auf die oben genannten formalen Kriterien 
begrenzt werden. Eine Fortbildung zum Freiwilligenkoordinator garantiert auch die 
Qualität einer „Fachkraft“ im Projektsinne. 
• Der Begriff „Fachkraft“ sollte durch den deutlicher die originäre Aufgabe beschreiben-
den Begriff „Freiwilligenkoordinator“ ersetzt werden. 
 
4.5 Dokumentation der geleisteten Arbeit 
Die Initiativen dokumentieren ihre Arbeit nur wenig, da es aus Sicht vieler hauptamtlicher 
und ehrenamtlicher Fachkräfte einen zu hohen zeitlichen Aufwand erfordert.  
 
Empfehlung aus der Evaluation: 
• Ein unaufwendiges und leicht handhabbares Dokumentationssystem sollte in allen I-
nitiativen eingerichtet werden. Es dient  der Reflektion der eigenen Arbeit und dem In-
formationsfluss innerhalb der Initiative und kann zur Darstellung der Arbeit gegenüber 
der Öffentlichkeit genutzt werden. 
 
4.6 Mittelverwendung 
Sowohl die Informations- und Begegnungsangebote als auch die ehrenamtlichen Begleit- 
und Betreuungsangebote haben vergleichsweise geringe Ausgaben. Hauptamtlich unter-
stützte Initiativen machen zum Großteil ihre Personalkosten über die Projektförderung 
geltend. Sonstige Kosten werden primär vom Träger übernommen. 
Ehrenamtlich geführte Initiativen haben zwar keine Personalkosten, allerdings vermehrt 
andere Kostenarten (z. B. Bürobedarf, Miete), da sie zumeist nicht die Möglichkeit haben, 
auf bestehende Strukturen und einen Träger im Hintergrund zurückzugreifen. Die Betreu-
ungsgruppen für demenzkranke Menschen schöpfen die maximale Förderung von 4.500 
€ aus, naturgemäß überwiegend für Personalkosten.  
 
Empfehlungen aus der Evaluation: 
• Aufgrund der mittelfristigen Zielsetzungen des Projektes und aus Kostengründen soll-
ten zukünftig primär ehrenamtlich geführte Stadtteilinitiativen unterstützt werden.  
• Es empfiehlt sich, generell die Ausgaben für Personalkosten zu begrenzen und die 
Gelder stattdessen vornehmlich in die Betreuung, Anerkennung und Fortbildung  der 
ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu investieren. 
• In Bezug auf die Betreuungsgruppen für demenzkranke Menschen gilt es zu prüfen, 
inwieweit künftig lediglich eine Anschubfinanzierung, z. B. für ein Jahr ausreicht, um 
die Gründung solcher Gruppen zu unterstützten. Innerhalb dieses Jahres sollte eine 
Demenzbetreuungsgruppe als „niedrigschwelliges Angebot“ nach § 45c SGB XI an-
erkannt sein und ihre Kosten weitestgehend aus den gesetzlichen Leistungen bestrit-
ten werden. Das Projekt „Von Mensch zu Mensch“ sollte Sorge dafür tragen, dass die 
ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer innerhalb dieses Jahres die vom Gesetzgeber 
geforderten Zertifizierungen (Schulungen) als Voraussetzung für den Erhalt der ge-
setzlichen Leistungen erlangen. 
 
4.7 Öffentlichkeitsarbeit 
Die Initiativen wünschen sich bei der Öff entlichkeitsarbeit im Stadtteil und für das Ge-
samtprojekt mehr Unterstützung durch die Projektleitung; sowohl um ehrenamtliche Mit-
arbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen als auch eine größere Nachfrage ihrer Angebo-
te zu erzeugen. 
Ein einheitliches Erscheinungsbild ist dabei unerlässlich. Inzwischen existieren ein „Von 
Mensch zu Mensch“-Logo und ein Projektflyer für das Gesamtprojekt, dennoch wirbt jede 
Initiative weiterhin mit eigenem Flyer und eigenem Logo in sehr unterschiedlicher Qualität.

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Ein einheitliches Auftreten im Sinne der Markenbildung „Von Mensch zu Mensch“ würde 
nicht nur den Wiedererkennungswert, sondern auch die Identifikation aller Beteiligten mit 
der „gemeinsamen Sache“ im Gesamtprojekt steigern. 
 
Empfehlungen aus der Evaluation: 
• Die Leistungen des Projektes müssen regelmäßig in sämtlichen Medien und unter 
dem gemeinsamen Logo dargestellt  werden. 
• Dabei muss auch kommuniziert werden, dass weitere ehrenamtliche Mitarbeiterinnen 
und Mitarbeiter willkommen sind, welche Betätigungsfelder möglich und welche Kom-
petenzen erforderlich sind. 
 
4.8 Vernetzung  
Die sogenannten Fachkräftetreffen bieten einen guten Rahmen, um Austausch und Ver-
netzung untereinander auszubauen. 
 
Empfehlungen aus der Evaluation: 
• Als Ort der Vernetzung innerhalb des Projektes sollte das Fachkräftetreffen (unter 
neuem Namen) mindestens zweimal jährlich unter Einbezug der freiwilligen Mitarbei-
terinnen und Mitarbeiter stattfinden. Hauptsächlich sollte das Treffen dem Austausch 
und der Weitergabe von Erfahrungen dienen, um so Zusammenarbeit zu ermögli-
chen. 
• Auch muss zukünftig die Vernetzung mit den anderen Institutionen und Akteuren im 
Stadtteil intensiviert werden. Die Initiativen verfügen aufgrund der unmittelbaren Nähe 
zu den Menschen im jeweiligen Stadtteil über kleinräumige Kenntnisse, die gemäß 
dem Handlungskonzept „demografischer Wandel in Münster“, Teil des dort ange-
strebten Frühwarnsystems sein können. 
• Das Projekt insgesamt bedarf einer deutlicheren Einbindung in die Altenhilfeland-
schaft der Stadt Münster. Kooperationen (z. B. mit der Seniorenvertretung) müssen 
eingegangen und gepflegt werden. 
 
5. Umsetzung der Handlungsempfehlungen 
Die Initiativen benötigen Zeit, um sich entsprechend ihrer Kapazitäten zu entwickeln, so-
mit muss auch die Unterstützung und Begleitung der Initiativen durch eine Projektleitung 
längerfristig angelegt sein, um nachhaltig zu wirken. 
Um die Beteiligung der Stadtteilinitiativen und damit der ehrenamtlichen und professionel-
len Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Einbindung von Kooperationspartnern wie 
zum Beispiel des Gerontopsychiatrischen Zentrums oder der Seniorenvertretung Münster  
zu sichern, sollte ein Beirat als begleitendes Gremium zum Projekt eingerichtet werden. 
In 2009, dem letzten Jahr der Modellphase, sollen die aus der Evaluation resultierenden 
Handlungsempfehlungen jeweils themenbezogen mit einigen ausgewählten Stadtteilinitia-
tiven exemplarisch erprobt werden. Die entwickelten Best-Practice-Modelle könnten dann 
bei Bedarf von den übrigen Initiativen übernommen werden. Dieses Vorgehen ergäbe zu-
dem einen zusätzlichen Impuls zur Vernetzung innerhalb des Projektes. 
Schon jetzt ist absehbar, dass für Aufbau und Fortbestand dezentraler, stadtteilorientierter 
ehrenamtlicher Hilfestrukturen eine übergeordnete Gesamtkoordination weiterhin erforder-
lich sein wird, gerade wenn zukünftig der Fokus auf ehrenamtlich geführte Initiativen ge-
legt wird. Bürgerschaftliches Engagement braucht nachhaltige Unterstützung durch eine 
förderliche Infrastruktur und professionelle Begleitung. Erkenntnisse darüber, in welchem 
Umfang und mit welchen Leistungen dies bei dem Projekt „Von Mensch zu Mensch“ zur 
Stärkung der Stadtteilinitiativen erforderlich sein wird, sollen in dem letzten Jahr der Mo-
dellphase gewonnen werden. 
I. V. 
  
 
gez. Thomas Paal 
Stadtrat

Beratungsverlauf (4)

27.11.2008 Stiftungskommission
TOP 5 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
02.12.2008 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung
TOP 9 Bericht Entscheidung

Beschluss: von der Tagesordnung abgesetzt

Zur Sitzung
27.01.2009 Kommission zur Förderung der Integration von Menschen mit Behinderungen
TOP 5 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
25.03.2009 Hauptausschuss
TOP 4 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Vorlagen-Nr.
V/0929/2008
Typ
Vorlagen
Datum
05.11.2008
Erstellt
06.10.2020 14:37