Mandari Insight

2245/2020

Verbraucherberatung im Quartier: Jahresbericht 2019

Mitteilung Ausschuss 03.08.2020

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Nächste Beratung: Bezirksvertretung 8 (Kalk), Sitzung am 27.08.2020, TOP 10.2.6

Mitteilung Ausschuss

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Anlage Jahresbericht 2019, VB im Quartier

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Ansehen

Mitteilung Ausschuss

1225 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
V/50/503 
 
Vorlagen-Nummer 03.08.2020 
 2245/2020 
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Ausschuss Soziales und Senioren 20.08.2020 
Bezirksvertretung 6 (Chorweiler) 20.08.2020 
Ausschuss für Umwelt und Grün 27.08.2020 
Bezirksvertretung 8 (Kalk) 27.08.2020 
 
Verbraucherberatung im Quartier: Jahresbericht 2019 
Die Verwaltung gibt in der Anlage den Jahresbericht 2019 über das Beratungsangebot „Verbraucher-
beratung im Quartier“ zur Kenntnis. 
 
Unter https://www.verbraucherzentrale.nrw/verbraucherberatung-im-quartier-ueber-unseren-ansatz-
46694 informiert die Verbraucherzentrale in der Rubrik „Unser Ansatz“ auf ihrer Homepage über die 
Quartiersberatung und stellt den Jahresbericht 2019 sowie den Evaluationsbericht 2017 zur Verfü-
gung. In der Rubrik Downloads gibt es verschiedene hilfreiche Informationstexte für Verbraucherinnen 
und Verbraucher. 
 
Mit der Ratsvorlage „Neufassung des Vertrags über die Finanzierung der Verbraucherberatung im 
Quartier“ (0681/2019) wurde der Folgevertrag für die Jahre 2020 – 2024 beschlossen.  
 
Die Gremien werden über die weitere Entwicklung der Verbraucherberatung im Quartier informiert. 
 
Gez. i.V. Greitemann

Anlage Jahresbericht 2019, VB im Quartier

21557 Zeichen

Jahresbericht 2019
Verbraucherberatung 
im Quartier Köln
Im Quartier.
Für Sie.
Da.

Inhaltsverzeichnis
1 Im Quartier. Für Sie. Da..........................................................................................................1
2 Vernetzung und Synergieeffekte...........................................................................................2
3 Beratungsangebot..................................................................................................................3
4 Präventions- und Bildungsarbeit...........................................................................................5
4.1. Zielgruppenspezifische Trainingseinheiten und Veranstaltungen.....................................5
für Menschen mit Migrationshintergrund.............................................................................5
für Senioren........................................................................................................................5
für Jugendliche...................................................................................................................5
für Eltern und Alleinerziehende...........................................................................................6
für Multiplikatoren...............................................................................................................6
4.2. Ehrenamtliches Sortieren von Unterlagen........................................................................7
4.3. Informations- und Aktionsstände......................................................................................7
5 Sensor- und Frühwarnsystem...............................................................................................9
5.1. Mehrsprachige Posteinwürfe............................................................................................9
5.2. Identifizierung struktureller Problemlagen........................................................................9
6 Fazit.......................................................................................................................................10

1  I  Seite
1 Im Quartier. Für Sie. Da.                                           
Als  Pilot  2016  gestartet,  geht  die  Verbraucherzentrale  Nordrhein-Westfalen  unter  dem  Motto
"Im Quartier. Für Sie. Da." den Weg der aufsuchenden Verbraucherberatung in drei ausgewählten,
strukturell benachteiligten Kölner Stadtquartieren:
• Sozialraum Blumenberg, Chorweiler, Seeberg-Nord
• Sozialraum Höhenberg und Vingst
• Sozialraum Humboldt-Gremberg und Kalk
Die  Verbraucherberatung  im  Quartier  wird  anteilig  aus  Mitteln  des  Landesministeriums  für
Klimaschutz,  Umwelt,  Landwirtschaft,  Natur-  und  Verbraucherschutz  des  Landes  Nordrhein-
Westfalen und der Stadt Köln gefördert.
Übergeordnetes Ziel des aufsuchenden Ansatzes "Verbraucherberatung im Quartier" ist es, die
Lebens-  und  Verbrauchersituation  von  Menschen  in  strukturell benachteiligten  Stadtquartieren
nachhaltig  zu  verbessern,  sie  vor  Übervorteilung  im  Marktgeschehen  zu  schützen,  ihnen
frühzeitigen  und  niederschwelligen  Zugang  zu  rechtlicher  Beratung  und  Vertretung  in
Verbraucherangelegenheiten  zu  ermöglichen  und  sie  durch  Aufklärung  und  Bildungsarbeit
gleichzeitig präventiv zu erreichen. 
Unsere Verbraucherberaterinnen im Quartier
v. links: Dagmar Kautz, Anne Schneider und Ute Bembennek
Foto: Tom Böck

2  I  Seite
2 Vernetzung und Synergieeffekte                             
Auch  im Jahr  2019  wurde  ein hohes Maß an  Vernetzungsaktivitäten  mit  den  Multiplikatoren1
geleistet. Die Verbraucherberatung im Quartier ist mittlerweile in den drei Sozialräumen ein fester
Bestandteil,  wird  in  Arbeitsgruppen  für  ihre  Expertise  geschätzt  und  für  Aktionen,  Feste  und
Veranstaltungen aktiv angefragt. Mit über 43 kooperativen Organisationen, Institutionen, örtlichen
Akteuren und Vereinen ist es möglich, die unterschiedlichsten Zielgruppen mehrfach zu erreichen. 
Insgesamt fanden 35 Vernetzungs- und Arbeitstreffen im Jahr 2019 statt. Die Mitarbeiterinnen sind
in mehrere einflussreiche, runde Tische integriert. Eine gute Vernetzungsarbeit lässt Multiplikatoren
das Themenspektrum der Verbraucherzentrale leichter erfassen, um dann gezielt Verbraucher in
die Beratung oder zu Veranstaltungen zu schicken. Eine gute Verweisstruktur ist nicht nur bei
fachspezifischen Fragestellungen hilfreich. Zum einen ist sie bei Sprachbarrieren oder kulturellen
Unterschieden nützlich. Mehrsprachige Kooperationspartner begleiten Ratsuchende oftmals, um
die Beratungsinhalte beispielsweise auf Russisch, Arabisch oder Bulgarisch zu übersetzen. Zum
anderen erfolgt häufiger eine  Sprechstundenbegleitung und Unterstützung von Fachleuten bei
Verbrauchern  mit  psychischen  Problemen.  Regelmäßige  Absprachen  von  Zuständigkeiten  bei
Schnittstellenthemen  zwischen  der  Verbraucherzentrale  und  den  Multiplikatoren  im  Quartier
vermeiden zudem Doppelstrukturen und -beratungen.
Weiterhin  kann  die
Verbraucherzentrale innerhalb
der  drei  Sozialräume  eine
Sensorfunktion  für  unlautere
Geschäftspraktiken  und
Lücken  im  Hilfesystem
einnehmen.  Problemfelder
werden  identifiziert  und  die
Verbraucherschützerinnen
reagieren  frühzeitig  und
präventiv. Dabei ist das Team auf ein gutes Zusammenspiel mit den Multiplikatoren angewiesen.
Die Konzeption von Veranstaltungen mit Schwerpunkt auf Multiplikatorarbeit ist hierbei ein weiterer
Eckpfeiler,  um  die  Zielgruppen  bei  weniger  komplexen  Problemen  schnell  und  umfassend
präventiv zu erreichen.
1 Die gewählte männliche Form bezieht sich immer zugleich auf weibliche und männliche Personen. Wir bitten um Verständnis für
den weitgehenden Verzicht auf Doppelbezeichnungen zugunsten einer besseren Lesbarkeit des Textes. 
„Ich habe meine Schülerin zu Ihnen in die Sprechstunde
geschickt. Ich selbst hatte schon erfolglos mit der Verkäuferin 
verhandelt. Und schon fast aufgegeben... Sie waren quasi
meine letzte Idee. Und Sie konnten sofort helfen!
Für meine Schülerin und ihre Familie war Ihre Beratung 
ein großes Glück!“
Sozialpädagogin der Tages- und Abendschule Köln

3  I  Seite
3 Beratungsangebot                                                    
Kostenlose Sprechstunden ohne Termin werden in jedem Sozialraum im Umfang von jeweils zwei
Wochenstunden angeboten und sind damit auch in diesem Jahr stark ausgelastet. Die Anliegen
der  Verbraucher  drehen  sich  oftmals  um  Kauf-  und  Dienstleistungsverträge,
Telekommunikationsverträge,  Mahnungen  und  Inkassoforderungen,  Stromverträge,
Nebenkostenabrechnungen oder unseriöse Kreditvermittlungen. 
Die  Einzelfallberatung zeichnet sich  weiterhin durch  eine  hohe Komplexität  der  Anfragen  und
Beratungen aus: Die Zielgruppe sieht sich mit zumeist deutlich verschärften Problemlagen (z. B.
schnelle  Vertragsabschlüsse  und  unseriöse  Geschäftspraktiken)  konfrontiert.  Rechtliche
Problemlagen im Verbraucheralltag treten oftmals gepaart mit finanziellen und sozialen Problemen
auf. Eine Übernahme der Rechtsvertretung ist aufgrund fehlender Selbsthilfepotenziale in fast
jedem  verbraucherrechtlichen  Einzelfall  notwendig.  Vielfach  werden  in  der  Einzelfallberatung
mehrere  Problemlagen  identifiziert,  sodass  sich  pro  Anliegen  Rechtsvertretungen  gegenüber
mehreren Anbietern ergeben. 
Ein Honoraranwalt der Verbraucherzentrale NRW unterstützt die Beraterinnen wie im vergangenen
Jahr bei besonders komplexen Anliegen. War es einer Beraterin nicht möglich die Sprechstunde
abzuhalten,  wurde  sie  von  einer  Quartierskollegin  oder  einem  Mitarbeiter  der  Kölner
Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW vertreten. So wurde auch 2019 die kontinuierliche
Erreichbarkeit der beworbenen Sprechzeiten sichergestellt.
Darüber hinaus wurde im Kalker Nachbarschaftstreff eine Sprechstunde einer Energieexpertin der
Verbraucherzentrale NRW angeboten, die von den Verbrauchern vor Ort sehr gut angenommen
wurde. Dies ist eines der Beispiele, wie die Sozialräume und ihre Bewohner von deutlich mehr
Hilfs-  und  Unterstützungsleistungen  der  Verbraucherzentrale  NRW  profitieren  als  über  den
städtischen Haushalt oder anderweitige kommunale Mittel finanziert werden.
Mit insgesamt 1116 Verbraucheranliegen wurde die Verbraucherberatung im Quartier im Jahr 2019
von Ratsuchenden stark nachgefragt. (Bitte beachten: Aufgrund der sukzessiven Umstellung der
digitalen Erfassung wurden die Zahlen des ersten Halbjahres 2019 unter Berücksichtigung der
Trends der Vorjahre hochgerechnet.)
Rechtsberatungen  und  -vertretungen  liegen  mit  637  Fällen  auf  einem  sehr  hohem  Niveau.
Einerseits werden Quartiersbewohner seitens der örtlichen Multiplikatoren dank der erfolgreichen
Vernetzung innerhalb der Sozialräume und der funktionierenden gegenseitigen Verweisstruktur
zielgerichtet in die Sprechstunden der Verbraucherberatung im Quartier gelotst. Andererseits

4  I  Seite
wenden sich mehrfach Ratsuchende mit weiteren Anliegen vertrauensvoll an das Quartiersteam
und bringen zum Teil Familienangehörige, Bekannte und Freunde mit.
Zur Einzelfallberatung kommen rund 300 Auskünfte hinzu. Hierunter fallen etwa kurze, rechtliche
Informationen (z.B. "Was ist ein Pfändungsschutzkonto?", "Wie reklamiere ich richtig?") oder erste
fachliche Einschätzungen, die dann in einen Verweis münden. Zudem wurde knapp 200 mal direkt
an einen Kooperationspartner, zur allgemeinen Verbraucherberatung und/oder Spezialberatungen
der  Verbraucherzentrale  NRW  (z.  B.  Beratung  bei  Energiearmut,  Versicherungsberatung)
verwiesen.
Mit  der  operativen  Verbraucherarbeit,  vor allem  aufgrund  der  konstant  hohen  Auslastung  der
Sprechstunden, sind die zeitlichen Kapazitäten der 2,0 Planstellen der Verbraucherberaterinnen
voll ausgeschöpft.

5  I  Seite
4 Präventions- und Bildungsarbeit                            
4.1. Zielgruppenspezifische Trainingseinheiten und Veranstaltungen
für Menschen mit Migrationshintergrund
Aufgrund  der  oftmals  geringen  oder  fehlenden
Deutschkenntnisse fällt es Bewohnern  schwer,  die üblichen
Informationen  zu  lesen  oder  zu  verstehen.  Materialien  aus
bildreicher  und  einfacher  Sprache  sowie  Mehrsprachigkeit
kommen  hier  zum  Einsatz.  Je  nach  Verfügbarkeit  werden
diese  aus  dem  Fundus  der  Verbraucherzentrale  NRW
aufbereitet  oder  neu  kreiert.  In  den  angebotenenBildungseinheiten  im  Jahr
2019  wurde  häufig  vor  Lockvogelangeboten  niederschwellig  aufgeklärt  und  gewarnt.
Vorangegangen  war  die  Erkenntnis,  dass  viele  Sprechstundenbesucher  aufgrund  von
Sprachbarrieren  und  Unkenntnis  auf  unseriöse  Werbung  hereinfallen.  Mit  vergünstigten
Endgeräten,  Gutscheinen  oder  Gewinnspielen  gelockt,  werden  Verbraucher  zu  teuren
Vertragsabschlüssen gebracht.
für Senioren
Immer wieder bieten unseriöse Vertreter oder kriminelle Betrüger vor
allem  Senioren  Haustürgeschäfte  wie  etwa  spontane
Handwerkerleistungen  an,  oder  versuchen  sie  zum  Abschluss  eines
Vertrages  oder  einer  Spende  zu  drängen.  Präventionsmaterialien  zu
Abzocke an der Haustür und am Telefon sowie der Türaufkleber "Stop!
Ich kaufe nichts an der Haustür" wurde von den Senioren sowie von
Seniorenbeauftragen zur gezielten Weitergabe dankend angenommen.
für Jugendliche
Die  Zielgruppe  der  Jugendlichen  und  jungen  Erwachsenen  ist  ein  sehr  anspruchsvoller
Personenkreis. Zum einen sind Jugendliche mit der Institution Verbraucherzentrale nicht in dem
Maße vertraut, wie es beispielsweise Senioren sind, zum anderen ist die Gruppe außerschulisch
schwierig  zu  erreichen.  Die  intensive  Netzwerkarbeit  zu  Schlüsselfiguren,  die  von  den
Jugendlichen anerkannt und akzeptiert werden, sowie ein kontinuierlicher Vertrauensaufbau seit
dem Vorjahr zahlen sich jetzt aus. Dank des großen zeitlichen Ressourceneinsatzes wird die
„Es gab viele Informationen, 
die man jeden Tag braucht.“
Verbraucherin, 67 Jahre
Türaufkleber

6  I  Seite
Verbraucherberaterin  von  Kalker  Jugendlichen  inzwischen  auch  außerhalb  der  Sprechstunde
erkannt. Das Beratungs- und Infoangebot wird vermehrt angenommen.
• Projekttage Adolph-Kolping-Schule rund um das Thema Handy-Verträge
• offene Info-Sprechstunde in der Adolph-Kolping-Schule
• Infostand bei Abenteuer Beruf 
• Bildungseinheit in der Kuba Moschee für junge Musliminnen
• hohe Anzahl an Bildungseinheiten an der Haupt- und Förderschule 
• Bildungseinheiten in der Jugendwerkstatt (schulmüde Jugendliche von 16 bis 21 Jahren, 
die keinen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz finden) 
für Eltern und Alleinerziehende 
Geringe  Einnahmen  und  steigende  Lebenshaltungskosten  machen  den  Familien  in  den
Sozialräumen zu schaffen. Mit der Bildungseinheit "Finanzen im Blick" erhielten die Teilnehmer
Spartipps und Kenntnisse über ein gutes Finanzmanagement im Haushalt, damit die Ausgaben
nicht die Einnahmen übersteigen und am Monatsende auch noch etwas zum Sparen übrigbleibt.
Ganz praktisch wurde  hier das Führen  eines Haushaltsbuches geübt,  sodass die  Teilnehmer
dieses zu Hause selbstständig fortführen konnten. 
für Multiplikatoren
Sechs Multiplikatorenschulungen  fanden  mit  insgesamt  73  Teilnehmern großen  Zuspruch.  Am
Beispiel des Sozialraums Chorweiler wurden die "Stadtteileltern" in Kooperation mit dem Amt für
Weiterbildung der Stadt Köln zu diversen Verbraucherthemen ausgebildet. Da viele Verbraucher
mit aufgeblähten Inkassokosten und unfairen Ratenzahlungen Hilfe in den Sprechstunden suchten,
wurden Multiplikatoren beispielsweise rund um das Thema "Vorsicht Inkasso" über die Maschen
der Inkassounternehmen sowie mögliche Angriffspunkte bei Forderungen geschult. 
Links: Bildungseinheit rund um das Thema „Haushaltsbudget“, eigenes Foto
Rechts: Multiplikatoren-Schulung rund um das Thema „Vorsicht Inkasso“, eigenes Foto

7  I  Seite
4.2. Ehrenamtliches Sortieren von Unterlagen                           
Im Jahr  2019  wurde  das Engagementprojekt  "Verbraucherbegleitung"  der  Verbraucherzentrale
NRW  ins  Leben  gerufen.  Die  Idee  ist  hierbei,  dass  Ehrenamtliche  die  hauptamtlichen
Beratungskräfte unterstützen, um hilfesuchenden Verbrauchern praktische Hilfestellungen bei den
vielfältigen  Anforderungen  des  Konsumentenalltags  zu  geben.  Dies  kann  das  Sortieren  von
Vertragsunterlagen oder das Abschreiben von Musterbriefen sein, um etwa Verträge zu widerrufen.
Die  Andockung  des  Engagementprojektes  an  die  Quartiersberatung  steckt  noch  in  einer
Pilotphase. Weitere Bausteine sowie die Akquise interessierter Ehrenamtlicher sind in der Planung.
Bislang wurden fünf Verbraucher innerhalb von zwei Monaten in Chorweiler bei der Sortierung von
Unterlagen unterstützt. Das Angebot wird derzeit mit einem Flyer beworben.
4.3. Informations- und Aktionsstände
Mit insgesamt 19 Aktions- und Informationsständen konnten Verbraucher schnell und zielführend in
ihrem Stadtteil erreicht werden. Die Infostände fanden an viel frequentierten öffentlichen Plätzen,
auf Märkten oder auf Straßen- und Stadtteilfesten statt. So wurden verbraucherrechtliche Themen
bekannt  gemacht,  die den  Stadtteil bewegen und  Präventionsarbeit  gegen aktuelle,  unlautere
Geschäftspraktiken geleistet. 
Vor dem Hintergrund steigender Energiepreise wurde in diesem Jahr das Thema "Energie- und
Wassersparen" intensiv in die Öffentlichkeit gebracht. Mit aktiven Elementen wurden Spartipps
vermittelt, die die Haushaltskasse schonen können. So erfuhren Standbesucher beispielsweise
spielerisch, dass die Energiekosten für ein warmes Vollbad etwa dreimal so hoch sind wie für eine
sechsminütige warme Dusche.
Flyer zur Bewerbung des Angebots "Sortieren der Unterlagen" durch Ehrenamtliche

8  I  Seite
Übersicht Präventions- und Bildungsarbeit im Jahr 2019          
Art des Angebots Veranstaltungen Besucher/ Teilnehmer
Vorträge und Bildungseinheiten 55 807
Info- und Aktionsstand 19 1502
Multiplikatorenschulungen 6 73
Ehrenamtliche Unterstützung 5 5
SUMME 85 2387
Im Vergleich zum Jahr 2018 wurde die Anzahl der Präventions- und Bildungsveranstaltungen um
34 weitere Aktionen gesteigert. Dank der guten und intensiven Vernetzung im Vorjahr wurde die
Verbraucherberatung  im  Quartier  im  Jahr  2019  von  den  Akteuren  in  den  Sozialräumen  für
Veranstaltungen, Aktionen und Feste stets eingeplant oder aktiv angefragt. Somit konnten die
Ressourcen statt für zeitintensive Akquisetätigkeiten direkt für die Umsetzung der Präventions- und
Bildungsarbeit  verwendet  werden.  Alle  priorisierten  Zielgruppen  wurden  mit  passgenauen und
bedarfsgerechten  Formaten  (niederschwellige  Beratung,  Bildungseinheiten,  Aktionsstände,
Vorträge) mehrfach erreicht. 
Informations- und Aktionsstände, eigene Fotos

9  I  Seite
5 Sensor- und Frühwarnsystem                                 
Eine weitere Aufgabe der Verbraucherberatung im Quartier ist es, aufkommende Probleme wie  
z. B. unseriöse Geschäftspraktiken oder auch Lücken im Hilfesystem frühzeitig zu erkennen und
die Bewohner der Sozialräume schnellstmöglich darüber zu informieren.
5.1. Mehrsprachige Posteinwürfe
Als effektive Methode hatten sich bereits in den vergangenen Jahren mehrsprachige Posteinwürfe
bewährt. In diesem Jahr wurden sie zu den Themen "Vorsicht! Abzocke an der Haustür", "Achtung
vor Abzocke am Telefon!", "Kredit ohne Schufa?" und "Achtung bei Fake-Shops" verteilt und von
Kooperationspartnern aktiv in größerer Auflage angefordert, um die Klientel zu informieren.
5.2. Identifizierung struktureller Problemlagen
Vermehrt beschwerten sich Sprechstundenbesucher, dass ein ihnen unbekanntes Unternehmen
den  Stromzähler  wechseln  wolle.  Durch  die  regelmäßigen,  mehrsprachigen  Warnungen  vor
Haustürgeschäften sensibilisiert, hatten viele Anwohner der fremden Firma den Zutritt verweigert.
Im  Gespräch  mit  dem  Stromgrundversorger  und  in  Zusammenarbeit  mit  dem  Projekt  "NRW
bekämpft Energiearmut" wurde festgestellt, dass unzureichende Informationen und verwirrende
Vorgehensweisen im Zusammenhang mit dem Zählerwechsel auf digitale Zähler bestand und einer
Nachbesserung bedurfte.
Weiterhin fiel im Jahr 2019 auf, dass innerhalb des Verweis- und Unterstützungssystems Hilfe bei
Fragen zum Rundfunkbeitragsservice und bei der Begleitung und Unterstützung bei der 
Mehrsprachige Posteinwürfe, eigenes Foto

10  I  Seite
Anbietersuche, dem Angebotsvergleich und Vertragsabschlüssen fehlt (vor allem für Analphabeten
und Menschen mit Sprachbarrieren).
6 Fazit                                                                         
Das  Konzept  der  aufsuchenden  Verbraucherberatung  im  Quartier  wurde  bereits  in  den
vorausgegangenen Jahresberichten als ein zielführender Ansatz beschrieben und bewertet. In den
Quartieren wird eine Verweiskultur gelebt. Synergieeffekte werden zielgerichtet genutzt. Darüber
hinaus nimmt die Verbraucherzentrale im Quartier eine Sensorfunktion wahr, indem sie Lücken im
Hilfesystem frühzeitig erkennt. 
Der  Vertrag  zur  Verbraucherberatung  im  Quartier  wurde  mit  einem  Ratsbeschluss im  Juli für
weitere  fünf  Jahre  verlängert.  Für  die  strategische  Weiterentwicklung,  die  systematische
Auswertung identifizierter Problemlagen und deren Aufbereitung für Handlungsempfehlungen an
Verwaltung und Politik wurden die personellen Ressourcen um eine Teamleitung verstärkt.
Von  Jahr zu Jahr steigert  sich  die  Nachfrage  nach der  individuellen Verbraucherberatung  im
Quartier kontinuierlich. Beinahe jeder Ratsuchende weist multiple rechtliche, finanzielle und soziale
Problemlagen  auf.  Eine  Übernahme  der  schriftlichen  Rechtsvertretung  ist  aufgrund  fehlender
Selbsthilfepotentiale  in  den  meisten  Einzelfällen  notwendig.  Der  Aufwand  für  jede  einzelne
Rechtsvertretung ist sehr hoch. 
Durch die Rechtsbesorgung der Verbraucherzentrale wird vielfach der Teufelskreis aus immer
weiteren  Gebührenforderungen  und  noch  mehr  Vertragsfallen  unterbrochen.  Der  betroffene
Haushalt wird stabilisiert und in der Folge werden öffentliche Kassen von Ansprüchen an das
soziale Sicherungssystem entlastet.
Eine "Impfung" des Sozialraumes gelang unter dem Vorsatz "Vorsorge statt teure Nachsorge". Mit
mehrsprachigen oder leicht verständlichen Informationsmaterialien sowie zielgruppenspezifischen
Aktionen vor Ort informierte und warnte das Quartiersteam vor unlauteren Geschäftspraktiken im
Stadtteil.  Multiplikatorenschulungen  waren  ein  weiterer  großer  Baustein,  um  die  Zielgruppen
präventiv zu erreichen.  Im Zuge der Reichweitenerhöhung wird in 2020 die Aufbereitung von
Frühwarninformationen  zum  Einsatz  in  allen  15  Sozialräumen  sowie  die  Konzeption
sozialraumübergreifender Multiplikatorenschulungen erfolgen.

Verbraucherzentrale NRW e. V.
Verbraucherberatung im Quartier
Frankenwerft 35 (Eingang Mauthgasse)
50667 Köln
Ansprechpartnerin: Isabelle Hirschmann
Tel.: 0221 846 188-45
E-Mail: koeln.quartier@verbraucherzentrale.nrw
www.verbraucherzentrale.nrw/koelnquartier
Impressum:
Herausgeber:
Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e. V. -
Mintropstraße 27 - 40215 Düsseldorf - 
Fax: 0211 380 92 16 - www.verbraucherzentrale.nrw
Text und Layout: Isabelle Hirschmann
© Fotos: 
Tom Böck sowie Verbraucherzentrale NRW e. V.
© Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, 2019. 
Die auszugsweise Wiedergabe für wissenschaftliche und 
schulische Zwecke ist gestattet. 
Grafiken und Fotos unterliegen dem Urheberrecht.
Eine Reproduktion – gleich welcher Art – ist nur nach 
ausdrücklicher Genehmigung durch die Copyright-Inhaber
(s. o.) gestattet.

Beratungsverlauf (4)

20.08.2020 Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren
TOP 16.8 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
20.08.2020 Bezirksvertretung 6 (Chorweiler)
TOP 10.2.7 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
27.08.2020 Ausschuss Klima, Umwelt und Grün
TOP 7.6 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
27.08.2020 Bezirksvertretung 8 (Kalk)
TOP 10.2.6 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
2245/2020
Typ
Mitteilung Ausschuss
Datum
03.08.2020
Erstellt
22.07.2020 08:33