RAT/258/2025
Anfrage des Ratsherrn Lemmer: Umbrüche bei der Rheinbahn in den letzten Monaten und Jahren
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Anfrage
4848 Zeichen
RAT/258/2025
X öffentlich nicht öffentlich
Düsseldorf, 01.07.2025
An den
Vorsitzenden des Rates der
Landeshauptstadt Düsseldorf
Herrn Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller
Betrifft:
Anfrage des Ratsherrn Lemmer: Umbrüche bei der Rheinbahn in den letzten
Monaten und Jahren
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
vor fast einem Jahr war bei VierNull zu lesen (Quelle 1): „Plötzlich Hoffnung bei
der Rheinbahn: Wie es nach dem Umbruch weitergeht
Das Unternehmen hat einen neuen Vorsitzenden im Aufsichtsrat und startet ein
Verfahren gegen den früheren Chef Klaus Klar. Beides sind Zeichen eines
Wandels, den ich als langjähriger Beobachter nicht mehr für möglich gehalten
hatte.
Von Christian Herrendorf (Text) und Andreas Endermann (Foto)
Veröffentlicht am 30. Juli 2024
Da ist der Mann, der sagt, er habe acht Wochen Urlaub im Jahr – sechs regulär
und zwei „auf gelben Schein“. Da ist die Geschichte von der Werkstatt auf einem
Betriebshof, in der man sich kaum um Busse kümmern kann, weil so viele
Privatautos dort stehen. Und da ist der Mitarbeiter, der mit einer Ladefläche
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voller Steine losfährt und deutlich außerhalb des Werksgeländes die Auffahrt
eines leitenden Angestellten pflastert.
Das alles sind Geschichten von der Rheinbahn, die ich in den vergangenen
Jahren mitbekommen und gehört habe. Nach meinem Eindruck keine Einzelfälle,
sondern gängige Praxis, von der man entspannt in der Kneipe erzählte. Meine
leicht naive Frage, ob man keine Angst habe, dafür abgemahnt oder gekündigt
zu werden, wurde mit zwei Sätzen beantwortet: „Ich bin seit 30 Jahren bei der
Rheinbahn. Es ist viel zu teuer, mich rauszuschmeißen.“
Diese „Kultur“, die ich im Kleinen immer wieder erlebte, zog sich offenbar durch
das ganze Unternehmen. Man sorgte dafür, dass man selbst gut verdiente, und
man kümmerte sich mit Gefallen, die einen selbst nichts kosteten, darum, die
Sympathien anderer zu sichern. Und für den Fall, dass einer oder eine das doch
kritisch sah, waren die Beteiligten auch gewappnet: mit Verfehlungen dieser
Kritiker, die man für diesen Fall dokumentiert und gesammelt hatte, im Zweifel
mit falschen Behauptungen oder Drohungen.
In einem Unternehmen, in dem Betriebsratsvorsitzende ernsthaft davon
ausgingen, Vorstand und Arbeitsdirektor werden zu können, ist einiges im Argen.
Als Berichterstatter hatte ich reichlich Eindrücke, warum es bei der Rheinbahn
und der Verkehrswende nicht wirklich vorwärts geht und warum sich daran
voraussichtlich nie etwas entscheidend ändern würde. Doch nun geschieht
genau das.
Zwei Beschlüsse, die der Aufsichtsrat am 29. Juli getroffen hat, unterstreichen
das: CDU-Fraktionschef Rolf Tups wurde einstimmig zum neuen Vorsitzenden
des Aufsichtsrats gewählt und löste Andreas Hartnigk ab. Und die Rheinbahn
prüft nun Schadenersatzansprüche gegen den vor einem Jahr ausgeschiedenen
Vorstandsvorsitzenden Klaus Klar. Zu den beiden Punkten im Detail: …“
Wenn bedacht wird, dass die Rheinbahn eine hundertprozentige Tochter der
Landeshauptstadt Düsseldorf ist und somit über den Aufsichtsrat eine Kontrolle
von Stadtverwaltung und/oder kommunaler Politik erfolgt, dass in den letzten
Monaten und Jahren erst Verträge mit Vorstandsbeschäftigten verlängert und
dann doch beendigt wurden, bitte ich Sie in diesem Zusammenhang, die
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nachfolgende Anfrage auf die Tagesordnung der Sitzung vom 10.07.2025 zu
setzen und von der Verwaltung beantworten zu lassen:
1.) Welche konkreten finanziellen Auswirkungen haben sich bei der
Rheinbahn seit dem 01.01.2024 dadurch ergeben, dass Verträge mit
Vorstandsbeschäftigten bzw. leitenden Angestellten der Rheinbahn (z.B.
Prokuristen, aber auch andere) – welche außer- bzw. übertariflich
beschäftigt und bezahlt werden bzw. wurden – gekündigt bzw. auf deren
tatsächliche Mitarbeit in der Rheinbahn durch Freistellungen verzichtet
wird bzw. wurde (bei der Antwort aus Gründen des Daten- und
Personenschutzes bitte nur Person 1, Person 2, etc. angeben)?
2.) Da gemäß Satzung der Rheinbahn der Vorstand aus mindestens zwei
Personen bestehen muss, dieser nun von einer Person geleitet wird, frage
ich: Wann und wie konkret wird der Vorstand wieder gemäß Satzung der
Rheinbahn besetzt sein (welche konkreten Anstrengungen hat die
Landeshauptstadt Düsseldorf in den letzten Wochen und Monaten
unternommen bzw. werden weiterhin getätigt)?
3.) Wie haben sich bei der Rheinbahn Auftragsvergaben an externe Berater
und Beratungsdienstleistungsunternehmen seit dem 01.01.2024
entwickelt (in der Antwort bitte Auftragsgründe, Zeiträume und
Eurobeträge angeben)?
Mit freundlichen Grüßen
Torsten Lemmer
Quelle 1 =Rheinbahn: Wie es nach dem Umbruch weitergeht
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Beratungsverlauf (1)
Details
- Aktenzeichen
- RAT/258/2025
- Typ
- Anfrage Tierschutz/FREIE WÄHLER
- Datum
- 01.07.2025
- Erstellt
- 01.07.2025 09:48