2024/0193
Protokoll 37. Sitzung Gestaltungsbeirat
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2024/0193
4374 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
24.06.2024
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat III an die Stadtverordne tenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Amt: Stadtplanungsamt
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2024/0193
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.:
Kostenstelle: Investitionsnummer:
Kostenträger: Sachkonto:
Betreff: Protokoll 37. Sitzung Gestaltungsbeirat
Vorlage vom: 18.06.2024
Beschlussvorschlag :
Das Protokoll der 37. Sitzung des Gestaltungsbeirates wird zur Kenntnis genommen.
Anlagen: Protokoll 37. Sitzung Gestaltungsbeirat
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
- 2 -
Zusätzlich für alle Vorlagen aus dem Bereich des Hochbaus anzugeben:
Klimarelevanz des Vorhabens:
Auswirkungen auf Stadtklima: ja nein
Auswirkungen auf THG -Emissionen: gering1) mittel/groß 2)
Beteiligung Amt f. Klimaschutz & Klimaanpassung: ja nein
Zusätzlich bei Beschlüssen zur Baufreigabe:
Wurden Optimierungspotentiale ausgeschöpft? ja nein
Falls nein, Kompensationsmaßnahmen festgelegt? ja nein
1) bis 10 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente (CO2e) pro Jahr, 2) über 10 Tonnen CO2e pro Jahr.
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 18.06.2024
Im Dezember 2011 hat der Magistrat bzw. die Stadtverordnetenversammlung die Einrichtung
eines Gestaltungsbeirates beschlossen (Vorl. -Nr. 2011/ 0491). Mit der MV Nr. 2019/ 0076
vom 28.02.2019 wurde die Neubesetzung des Gestaltungsbeirates von der
Stadtverordnetenversammlung bestimmt.
Die 37. Sitzung des Gestaltungsbeirats fand am 24.05.2024 in der Schader -Stiftung in der
Goethestraße 2 in Darmstadt statt.
An der Sitzung nahmen Mitglieder des Beirates, Vertreterinnen und Vertreter der politischen
Parteien, Vertreterinnen und Vertreter der Verwaltung sowie die Vertretung der
Geschäftsstelle teil.
Im öffentlichen Teil waren interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreter*innen der
Presse anwesend; ebenso waren Interessengruppen und Verbände eingeladen.
Zu Beginn erfolgte d ie Begrüßung der Teilne hmenden und der Besuchenden des
Gestaltungsbeirates sowie der Presse zunächst durch A lexander Gemeinhardt,
Geschäftsführender Vorstand und Direktor der Schader -Stiftung.
Im Anschluss begrüßt e Oberbürgermeister Hanno Benz die Anwesenden und legt e
ausführlich seine Positionen zum Thema Stadtentwicklung dar.
Anschließend begrüß ten Planungs- und Umweltdezernent Michael Kolmer , der auf die
Bedeutsamkeit von Planungsbeiräten für die Stadtplanung ein ging, sowie die Vorsitzende des
Gestaltungsbeirates , Prof. Christa Reicher das Publikum.
Frau Prof. Reicher erläuterte im Rahmen eines Impulsvortrags die Frage, ob Baukultur Luxus
oder Mehrwert für die Städte bedeutet. Daran schließt sich eine durch A lexander
Gemeinhardt moderierte Podiumsdiskussion an.
Teilnehmende der Diskussionsrunde waren Prof. Christa Reicher (Vorsitzende
Gestaltungsbeirat, Mitinhaberin des Büros rha reicher haase architekten + stadtplaner in
Aachen und Susanne Wartzeck (Präsidentin des Bundes Deutscher Architektinnen und
Architekten und Mitinhaberin des Büros Sturm und Wartzeck in Dipperz), der
Projektentwickler Konstantin Kolb (Mitgeschäftsführer von Kolb+Partner , Dieburg) sowie
Stadtrat Michael Kolmer.
Nach einer kurzen Mittagspa use wurden im Anschluss die Vorhaben der Tagesordnung
„Neubau Demeter -Zentrale Baumschulenweg sowie Revitalisierung und Aufstockung
Geschäftshaus Ludwigstraße 10 “ vorgestellt; es folgten Rückfragen und Verständnisfragen
durch die Beiratsmitglieder sowie die anwesenden Gäste.
Im darauffolgenden nicht -öffentlichen Sitzungsteil wurden die Projekte mit den jeweiligen
Bauherr*innen und den Architekt*innen intensiv diskutiert und besprochen.
Der Stellungnahmen des Beirates zu den Proje kten sind im anliegenden Protokoll ersichtlich.
Das Protokoll wird im Internet veröffentlicht.
Dezernat III
Michael Kolmer
Stadtrat
anlage 2
4451 Zeichen
- 2 -
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
24.06.2024
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat III an die Stadtverordne tenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Amt: Stadtplanungsamt
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
III 61
Stvv
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2024/0193
Magistratsbeschluss -Nr.
231
Internetfähig
Produkt-Nr.:
Kostenstelle: Investitionsnummer:
Kostenträger: Sachkonto:
Betreff: Protokoll 37. Sitzung Gestaltungsbeirat
Vorlage vom: 18.06.2024
Beschlussvorschlag :
Das Protokoll der 37. Sitzung des Gestaltungsbeirates wird zur Kenntnis genommen.
Anlagen: Protokoll 37. Sitzung Gestaltungsbeirat
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
- 3 -
Zusätzlich für alle Vorlagen aus dem Bereich des Hochbaus anzugeben:
Klimarelevanz des Vorhabens:
Auswirkungen auf Stadtklima: ja nein
Auswirkungen auf THG -Emissionen: gering1) mittel/groß 2)
Beteiligung Amt f. Klimaschutz & Klimaanpassung: ja nein
Zusätzlich bei Beschlüssen zur Baufreigabe:
Wurden Optimierungspotentiale ausgeschöpft? ja nein
Falls nein, Kompensationsmaßnahmen festgelegt? ja nein
1) bis 10 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente (CO2e) pro Jahr, 2) über 10 Tonnen CO2e pro Jahr.
Beschluss des Magistrats vom 03.07.2024
Der Magistrat nimmt die Vorlage zur Kenntnis.
- 4 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 18.06.2024
Im Dezember 2011 hat der Magistrat bzw. die Stadtverordnetenversammlung die Einrichtung
eines Gestaltungsbeirates beschlossen (Vorl. -Nr. 2011/ 0491). Mit der MV Nr. 2019/ 0076
vom 28.02.2019 wurde die Neubesetzung des Gestaltungsbeirates von der
Stadtverordnetenversammlung bestimmt.
Die 37. Sitzung des Gestaltungsbeirats fand am 24.05.2024 in der Schader-Stiftung in der
Goethestraße 2 in Darmstadt statt.
An der Sitzung nahmen Mitglieder des Beirates, Vertreterinnen und Vertreter der politischen
Parteien, Vertreterinnen und Vertreter der Verwaltung sowie die Vertretung der
Geschäftsstelle teil.
Im öffentlichen Teil waren interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreter*innen der
Presse anwesend; ebenso waren Interessengruppen und Verbände eingeladen.
Zu Beginn erfolgte d ie Begrüßung der Teilnehmenden und der Besuchenden des
Gestaltungsbeirate s sowie der Presse zunächst durch A lexander Gemeinhardt,
Geschäftsführender Vorstand und Direktor der Schader -Stiftung.
Im Anschluss begrüßt e Oberbürgermeister Hanno Benz die Anwesenden und legt e
ausführlich seine Positionen zum Thema Stadtentwicklung dar.
Anschließend begrüß ten Planungs- und Umweltdezernent Michael Kolmer , der auf die
Bedeutsamkeit von Planungsbeiräten für die Stadtplanung einging, sowie die Vorsitzende des
Gestaltungsbeirates , Prof. Christa Reicher das Publikum.
Frau Prof. Reicher erläuterte im Rahmen eines Impulsvortrags die Frage, ob Baukultur Luxus
oder Mehrwert für die Städte bedeutet. Daran schließt sich eine durch A lexander
Gemeinhardt moderierte Podiumsdiskussion an.
Teilnehmende der Diskussionsrunde waren Prof. Christa Reicher (Vorsitzende
Gestaltungsbeirat, Mitinhaberin des Büros rha reicher haase architekten + stadtplaner in
Aachen und Susanne Wartzeck (Präsidentin des Bundes Deutscher Architektinnen und
Architekten und Mitinhaberin des Büros Sturm und Wartz eck in Dipperz), der
Projektentwickler Konstantin Kolb (Mitgeschäftsführer von Kolb+Partner , Dieburg) sowie
Stadtrat Michael Kolmer.
Nach einer kurzen Mittagspause wurden im Anschluss die Vorhaben der Tagesordnung
„Neubau Demeter -Zentrale Baumschulenweg sowie Revitalisierung und Aufstockung
Geschäftshaus Ludwigstraße 10 “ vorgestellt; es folgten Rückfragen und Verständnisfragen
durch die Beiratsmitglieder sowie die anwesenden Gäste.
Im darauffolgenden nicht -öffentlichen Sitzungsteil wurden die Projekte mi t den jeweiligen
Bauherr*innen und den Architekt*innen intensiv diskutiert und besprochen.
Der Stellungnahmen des Beirates zu den Projekten sind im anliegenden Protokoll ersichtlich.
Das Protokoll wird im Internet veröffentlicht.
Dezernat III
Michael Kolmer
Stadtrat
anlage 1
15911 Zeichen
P R O T O K O L L
GESTALTUNGSBEIRAT DER STADT DARMSTADT
1
Sitzungstag: 24.05.2024
Beginn: 10.00 Uhr
Ende: ca. 15.15 Uhr
Ort: Schader-Stiftung, Goethestraße 2, Darmstadt
Teilnehmende:
Mitglieder des Prof. Christa Reicher (Vors.)
Gestaltungsbeirates Prof. Thomas Knerer
Prof. Alexander Reichel
Politik Oliver Stienen, Bündnis 90/ Die Grünen (tw.)
Roland Desch, CDU (tw.)
Michael Siebel, SPD (tw.)
Gudrun Deutschler, Uwiga
Verwaltung Hanno Benz, Oberbürgermeister (tw.)
Michael Kolmer, Dezernent
Jochen Krehbiehl, Amtsleiter Stadtplanungsamt
Sven Zimmermann, stellv. Amtsleiter Bauaufsichtsamt
Kristina Franck, Bauaufsichtsamt
Andrea Haas, Stadtplanungsamt
Stefanie Michels, Stadtplanungsamt, Geschäftsführung
Gestaltungsbeirat
Gäste: Susanne Wartzeck, Präsidentin BDA Bund
Konstantin Kolb, Projektentwickler
Entschuldigt Prof. Martina Baum
Dipl. Ing. Rebekka Junge
Kerstin Lau, Uffbasse
Günter Zabel, AfD
Projekte
Neubau „Neubau Demeter-Zentrale“ Baumschulenweg, Studio 2050
haas cook zemmerich (per Video-Zuschaltung), Stuttgart,
Demeter/Eisele, Darmstadt
Umnutzung/Neubau „Revitalisierung und Aufstockung Geschäftshaus“ Ludwig-
straße 10, ruby³, Darmstadt, Brücher+Brücher Grundbe-
sitz, Darmstadt
P R O T O K O L L
GESTALTUNGSBEIRAT DER STADT DARMSTADT
2
Am 24.05.2024 findet die 37. Sitzung des Gestaltungsbeirates Darmstadt statt.
Nicht-öffentlicher Teil (10.00 Uhr – 11.00 Uhr)
Im nicht-öffentlichen Teil erfolgte die Vorbesprechung der Projekte. Eine Ortsbesichti-
gung wurde nicht durchgeführt.
Dem Gestaltungsbeirat sind im Vorfeld in Form von Lageplan und Fotos Informationen
zum Umfeld der jeweiligen Projekte zur Verfügung gestellt worden. Auch die Projekt-
präsentationen konnten dem Beirat vorab zur Verfügung gestellt werden.
Durch die zuständigen Sachbearbeiter*Innen Frau Haas und Frau Michels erfolgt die
Erläuterung zur Situation im Bestand, den Ansatz des Entwurfs sowie die stadträumli-
che Einbindung des jeweiligen Standortes.
Öffentlicher Teil (11.00 Uhr – ca. 14.00 Uhr)
Diskussion der Projekte im nicht-öffentlichen Teil (ab ca. 14.15 Uhr – 15.15 Uhr)
Die Begrüßung der Teilnehmenden und der Besuchenden des Gestaltungsbeirates so-
wie der Presse erfolgt zunächst durch Alexander Gemeinhardt, Geschäftsführender
Vorstand und Direktor der Schader-Stiftung.
Im Anschluss begrüßt Oberbürgermeister Hanno Benz die Anwesenden und legt seine
Positionen zum Thema Stadtentwicklung dar.
Anschließend begrüßen Planungs- und Umweltdezernent Michael Kolmer, der auf die
Bedeutung von Planungsbeiräten für die Stadtplanung eingeht, sowie die Vorsitzende
des Gestaltungsbeirates Prof. Christa Reicher das Publikum.
Im Anschluss erläutert Frau Prof. Reicher im Rahmen eines Impulsvortrags die Frage,
ob Baukultur Luxus oder Mehrwert für die Städte bedeutet. Daran schließt sich eine
durch A. Gemeinhardt moderierte Podiumsdiskussion an.
Teilnehmende der Diskussionsrunde sind Prof. Christa Reicher (Vorsitzende Gestal-
tungsbeirat, Mitinhaberin des Büros rha reicher haase architekten + stadtplaner in
Aachen und Professur für „Lehrstuhl und Institut für Städtebau und Entwerfen" sowie
Direktorin des Instituts für Städtebau und europäische Urbanistik an der RWTH
Aachen, Fakultät für Architektur), Susanne Wartzeck (Präsidentin des Bundes Deut-
scher Architektinnen und Architekten und Mitinhaberin des Büros Sturm und Wartzeck
in Dipperz), der Projektentwickler Konstantin Kolb (Mitgeschäftsführer von Kolb+Part-
ner aus Dieburg) sowie Stadtrat Michael Kolmer. Oberbürgermeister Hanno Benz
konnte aus terminlichen Gründen nicht mehr an der Diskussion teilnehmen.
Nach einer kurzen Mittagspause werden die Projekte der Tagesordnung durch die je-
weiligen Architekt*innen bzw. die Bauherrschaften/Investoren vorgestellt. Rückfragen
und Verständnisfragen durch die Teilnehmer*innen, das Publikum und die Presse wer-
den beantwortet.
Eine intensive Diskussion mit den Architekt*innen und den Bauherrschaften/Investo-
ren erfolgt im Anschluss im Rahmen des nicht-öffentlichen Teils der Sitzung.
P R O T O K O L L
GESTALTUNGSBEIRAT DER STADT DARMSTADT
3
Als weitere Termine für die nachfolgenden Sitzungen des Gestaltungsbeirats sind fest-
gelegt worden: (Freitags, Zeitfenster jw. ca. 10.00 – 17.00 Uhr)
13.09.2024 29.11.2024
Endgültige Zeiten können der Einladung zur Sitzung entnommen werden bzw. werden
unter http://gestaltungsbeirat.darmstadt.de veröffentlicht.
………………………………………………………….
gez. S. Michels, Geschäftsstelle Gestaltungsbeirat Darmstadt
Stadtplanungsamt, Darmstadt, 18.06.2024
………………………………………………………….
gez. Prof. Christa Reicher
Vorsitz Gestaltungsbeirat, Aachen, 13.06.2024
Anlage: Empfehlungen des Gestaltungsbeirates
Stadtplanungsamt Darmstadt
Gemeinsame Empfehlung
Projekt
Neubau Demeter Zentrale
Baumschulenweg
Gestaltungsbeirat
Darmstadt
37. Sitzung – 24.05.2024
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 24.05.2024
Stadtplanungsamt Darmstadt
Entwurfsverfasser
haascookzemmrich STUDIO 2050, Stuttgart
Bauherr
Demeter, Forschungsring e.V., diverse land- und forstwirtschaftliche Unternehmen
Beschreibung
Zunächst stellt Herr Olbrich Meyer als Vertreter des Bauherren „DEMETER“ sein Un-
ternehmen als Teil der Bauherrengemeinschaft vor: Demeter ist seit 1000 Jahren Im-
pulsgeber in Sachen biodynamische Landwirtschaft. Der Hauptsitz, die Bundes-zent-
rale also, ist in Darmstadt ansässig, eine Außenstelle befindet sich Berlin.
Ein weiteres Mitglied der Bauherrengemeinschaft ist der Forschungsring e.V., der kurz
durch Herrn Uwe Geier vorgestellt wird. Der Verein betreibt seit 1950 Forschungen
zum ökologischen Anbau und ist das zentrale Forschungsinstitut für biologisch-dyna-
mische und allgemein ökologische Fragestellungen.
Auch weitere Land- und forstwirtschaftliche Unternehmen aus dem biodynamischen
Sektor sind Teil der Bauherrenschaft.
Die bisher durch die Bauherren genutzten Räumlichkeiten am gegenwärtigen Standort
stoßen an ihre Kapazitätsgrenzen. Es werden daher verschiedene Neubauten geplant,
um dem gestiegenen Bedarf besser begegnen zu können. Das Ziel der Neuplanung ist
die Errichtung eines funktionsvernetzten und multifunktionalen Arbeits- und For-
schungsstandortes.
In Abstimmung mit der Stadt Darmstadt wurde für den Ausbau am bestehenden
Standort die Durchführung eines Bebauungsplanverfahrens beschlossen. Der Bebau-
ungsplan W 66 – Pfungstädter Weg / Brandschneise soll ein Sondergebiet nach §11
BauNVO ausweisen.
Das Büro haascookzemmrich STUDIO 2050 ist mit Planungen für die entsprechenden
Baulichkeiten beauftragt. Herr Architekt Martin Haas stellt die durch sein Büro er-
stellte Machbarkeitsstudie vor:
Ein wesentliches Ziel bei der Konzepterstellung sei es, das Raumprogramm möglichst
klein zu halten, um die baulichen Eingriffe auf dem Grundstück möglichst gering zu
halten. Die angestrebte Nutzungsteilung zwischen verschiedenen Beteiligten trägt
zum Erreichen dieses Zieles bei. Beispielhaft wird die gemeinsame Nutzung des Kon-
ferenzbereiches vorgestellt.
Die Bauten sollen zudem möglichst effizient genutzt werden. Mit dem integrierten
Gartencenter, einem Hof und den Einrichtungen für Forschung und die Firma
DEMETER selbst, könnte ein kontinuierlicher Betrieb über 24h am Tag erreicht wer-
den.
Der Gebäudeentwurf selbst sieht ein flexibles Baugerüst vor, das mit unterschiedli-
chen Nutzungen besetzt werden kann. Es soll ein lebendiger „hotspot“ der Ökoland-
wirtschaft entstehen.
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 24.05.2024
Stadtplanungsamt Darmstadt
Die Anlage wird als lineare Struktur geplant und setzt sich aus einer massiv in Lehm-
bauweise ausgeführten „Klimakammer“ und daran angebundenen Gebäuden in Holz-
bauweise zusammen. In der Lehmbauwand sind Nebenräume und Erschließung vorge-
sehen, in den Holzbauten werden die Hauptnutzungen untergebracht.
Es wird höchste Flexibilität bei der Nutzbarkeit der errichteten Flächen angestrebt, um
eine nachhaltige Nutzung des Gebäudes sicherzustellen.
Die Gebäudeteile mit Hauptnutzungen werden maximal 3-geschossig ausgebildet und
mit Pultdächern versehen. Die Dächer sind nach Osten geneigt und sollen mit Photo-
voltaikelementen ausgerüstet werden.
Auf eine Unterkellerung wird verzichtet.
Die Bauweise soll Luftzirkulation durch das Bauwerk ermöglichen, um wenig auf-
wendige Gebäudetechnik installieren zu müssen. Zur Gebäudeklimatisierung wird die
Speicherfähigkeit der schweren Lehmwand herangezogen. Außerdem werden thermi-
sche Effekte genutzt, um z.B. einen Luftstrom unter der Bodenplatte der Anbauten zu
erzeugen, der an der Lehmwand nach oben geführt werden soll. Im Dach werden Wär-
metauscher zur Energierückgewinnung angeordnet.
Im Entwurfsprozess wurden u.a. Studien zu den Sonnenständen angefertigt, um die
Effekte der Sonneneinstrahlung auf die geplante lineare Struktur untersuchen zu kön-
nen. Durch das benachbarte Gartencenter werden zudem mikroklimatische Vorteile
für das Gebäude erwartet.
Ein wichtiges Planungsziel ist die Errichtung eines Gebäudes, das klimaneutral betrie-
ben und als Beispiel für ein „Haus der Erde“ dienen kann. Die Architektur wird als „an-
gemessen, einfach, ehrlich, zeitlos und sinnvoll“ beschrieben.
Derzeit sind 1500 qm Nutzfläche pro Geschoss geplant, man geht von einer drei-ge-
schossigen Bebauung aus. Die Gebäudehöhe wird mit 11-12 Metern angegeben, im
Schnitt werden 13 m angegeben. Insgesamt wird von einer BGF von 6000 qm ausge-
gangen.
Empfehlung
Nach der Projektvorstellung wird das Bauprojekt diskutiert. Als besonders positiv wird
die Beispielwirkung des architektonischen Konzepts und der zu erwartende Symbol-
wert für die Markendarstellung der Bauherren wahrgenommen. Hervorgehoben wird
auch die geplante Verzahnung zwischen Freibereichen, der Landschaft und dem Ge-
bäude.
Es wird der Wunsch geäußert, die Baumaßnahme in einem einzigen Abschnitt durch-
zuführen, um negative Effekte auf die Nachbarschaft zu vermeiden.
Die durch die geplante Überbauung relativ große versiegelte Fläche wird kritisiert.
Dem wird in der Diskussion entgegengehalten, dass als Standort für eine landwirt-
schaftliche Forschungsanstalt nur ein Standort in landwirtschaftlich geprägter Umge-
bung in Frage käme.
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 24.05.2024
Stadtplanungsamt Darmstadt
Es wird erneut darauf hingewiesen, dass der vorgestellte Entwurf nur in Konzeptform
vorliegt und deshalb in einer weiteren Vorstellung genauere Kennzahlen zum Projekt
zu erwarten wären.
Zusammenfassung der Rückmeldung
Der Gestaltungsbeirat würdigt das vorgestellte Konzept als Beispiel für Bauen im länd-
lichen Raum mit besonderem Augenmerk auf der Schonung der Natur. Man hofft auf
eine Vorbildfunktion des beispielhaften Entwurfes.
Votum
gez. Thomas Knerer
Stadtplanungsamt Darmstadt
Gemeinsame Empfehlung
Projekt
Revitalisierung und Aufstockung eines Geschäfts-
hauses
Ludwigstraße 10
Gestaltungsbeirat
Darmstadt
37. Sitzung – 24.05.2024
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 24.05.2024
Stadtplanungsamt Darmstadt
Entwurfsverfasser
Ruby³ architekten BDA, Darmstadt
Bauherr
Brücher + Brücher Grundbesitz, Darmstadt
Beschreibung
Auf dem Grundstück Ludwigstraße 10 wurde nach der Zerstörung der mehrgeschossi-
gen historischen Bebauung im 2.Weltkrieg eingeschossig ein Geschäftshaus auf dem
bestehenden Untergeschoss wiederaufgebaut.
Seit dieser Zeit nutzt die Marke WMF das Gebäude und verhalf dem dort beginnenden
Durchgangsweg zur Stadtkirche zu einer Markanz in der innerstädtischen Wahrneh-
mung.
Da der Nutzer diesen Standort jetzt aufgibt, hat sich der Eigentümer zu einer Revitali-
sierung und Aufstockung entschlossen. Auf dem Erdgeschoss des Wiederaufbaus sol-
len zwei Obergeschosse mit Büro und Praxisflächen, sowie ein zurückgesetztes Dach-
geschoss zum Wohnen als leichte Holzbaukonstruktion aufgesetzt werden.
Zusammen mit dem weiterhin als Gewerbefläche genutzten Erdgeschoss ergibt sich
so ein viergeschossiges Gebäude mit einem Flachdach, einer Gesamthöhe von ca.
15,0m und einer Grundfläche von ca. 12,0m x 16,0m. Pro Geschoß ergibt sich damit
eine gut strukturierte Bruttogeschoßfläche von 200m², gesamt ca. 750m².
Für die architektonische Anmutung soll, laut Verfasser, dabei das Vordach als charak-
teristisches Merkmal der 50iger Jahre wieder freigelegt bzw. aufbereitet werden und
die vorhandene. Ecklage formal herausgearbeitet werden. Gestalterisches Ziel sei es,
die spezifische Ecksituation Ludwigstraße/ Durchgang zu Stadtkirche und Stadtkirch-
platz zu beleben und zu betonen.
Die baurechtliche Beurteilung erfolgt gemäß §34 BauGB.
Empfehlung
Der Gestaltungsbeirat begrüßt das Projekt, da es nicht nur eine der langjährigen Fehl-
stellen im Stadtbild repariert, sondern auch im Sinne der Nachhaltigkeit die vorhan-
dene Substanz erhält und am Objekt behutsam weiterbaut. Lediglich das vorhandene
Treppenhaus muss abgebrochen und, mit einem Aufzug ergänzt, neu errichtet wer-
den.
Das Volumen der Aufstockung fügt sich gut in die bestehende Nachbarschaft ein und
vermittelt mit seiner Geschossigkeit und absoluten Höhe zwischen den niedrigeren
und höheren Gebäuden der unmittelbaren Nachbarn und der gegenüberliegenden Be-
bauung.
Das Herausarbeiten der Ecksituation ist nachvollziehbar. Die vorhandenen Archivalien,
historischen Stadtkarten und Fotos zeigen zwar einerseits eine durchgehend bebaute
Ludwigsstraße, andererseits aber auch den benachbarten ehemaligen „Kaufhof“ aus
den 30ziger Jahren des letzten Jahrhunderts mit einer schon zum Durchgang ausge-
richteten Fassade und Flachdach. Spätestens in den späten vierziger Jahren ist der
Weg in den Stadtkarten verzeichnet und heute ist diese Verbindung gut angenommen
und führt zur Stadtkirche.
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 24.05.2024
Stadtplanungsamt Darmstadt
Aus der Ecksituation heraus ist auch folgerichtig ein Flachdach entwickelt, bei dem al-
lerdings besondere Sorgfalt bei der detaillierten Ausarbeitung erfolgen muss, da die-
ses - benachbart zur Stadtkirche - von dort besonders einsehbar ist.
Das Dach als sog. „fünfte Fassade“ stellt innerstädtisch eine Herausforderung dar.
Auch die nur gestrichelt angedeutete Technikeinheit für die Aufstellung der Außenein-
heit einer Wärmepumpe bedarf in dieser sensiblen Umgebung der besonderen Detail-
planung u.a. hinsichtlich Schall und Einhausung und sollte sich, auf das Notwendige
minimiert, deutlich zurücknehmen.
Eine richtige Entscheidung stellt die Idee dar, die beiden sichtbaren Straßenfassaden
ruhig und horizontal, in Analogie zu Fassaden aus den 1950er Jahren, zu gliedern. Da-
bei muss dann in der weiteren Durcharbeitung das Material und dessen Textur und
Farbigkeit konkretisiert werden, um die Wirkung prüfen zu können.
Zusammenfassung der Rückmeldung
Insgesamt ist festzustellen, dass mit dem Vorschlag der behutsamen Weiterentwick-
lung des Bestandgebäudes und der Schließung der Baulücke ein wertvoller Beitrag
zur Reparatur der Darmstädter Stadtgestalt und zur aktuellen Baukultur geleistet
wird.
Dabei wird es bei der weiteren Bearbeitung darauf ankommen, nicht nur die Fassaden
in hoher Qualität auszubilden, sondern auch das Dachgeschoss mit der Technikeinheit
in den sensiblen städtebaulichen Kontext zurückhaltend und angemessen einzubin-
den.
Der Gestaltungsbeirat freut sich dabei auf die nächste Begutachtung des Projektes.
Votum
gez. Alexander Reichel
Beratungsverlauf (1)
Orte (5)
- Goethestraße 2
- Ludwigstraße 10
- Baumschulenweg
- Pfungstädter Weg
- Brandschneise
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2024/0193
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 18.06.2024
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00