0733/2017
Beantwortung einer Anfrage der Fraktionen von CDU und Die Grünen aus der Sitzung des Ausschusses für Soziales und Senioren vom 26.01.2017 zu "Präventive Hausbesuche stärken" (AN/0286/2017)
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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/50/503 Vorlagen-Nummer 27.04.2017 0733/2017 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Soziales und Senioren 27.04.2017 Integrationsrat 19.06.2017 Beantwortung einer Anfrage der Fraktionen von CDU und Die Grünen vom 22.02.2017 zu "Präventive Hausbesuche stärken" (AN/0286/2017) Die mündliche Anfrage von Frau Heuser aus der Sitzung des Ausschusses für Soziales und Senioren am 01.12.2016, warum in Köln-Chorweiler und Köln-Kalk weniger Präventive Hausbesuche stattge- funden haben im Vergleich zu anderen Stadtbezirken, wurde u. a. damit beantwortet, dass Menschen mit Migrationshintergrund die Angebote der Altenhilfe bisher eher seltener in Anspruch nehmen. Die Fraktionen von CDU und Die Grünen fragen daraufhin an: 1) Welche Möglichkeiten sieht die Verwaltung, dass Menschen mit Migrationshintergrund die Angebote der Altenhilfe stärker in Anspruch nehmen? 2) Gibt es hierzu bereits praktische Überlegungen seitens der Verwaltung? Wenn ja, welche, wenn nein, warum ist dies bislang nicht erfolgt? Die Beantwortung soll dem Integrationsrat zur Kenntnis gegeben werden. Die Verwaltung nimmt hierzu wie folgt Stellung: Zu Fragen 1) und 2): Ausgehend von den Erfahrungen der letzten Jahre haben Verwaltung und die Verbände der Freien Wohlfahrtspflege das Angebot der Seniorenberatung zunehmend interkulturell geöffnet und sich des Anliegens der stärkeren Inanspruchnahme durch Menschen mit Integrationshintergrund bereits inten- siv angenommen. Die Verwaltung und die Wohlfahrtsverbände greifen dabei auf die vorhandenen interkulturellen Kom- petenzen zurück, wie z.B. Beratung in englischer, französischer, niederländischer und griechischer Sprache in unterschiedlichen Ausprägungen. Darüber hinaus bestehen für einzelne Sprachbereiche in Köln spezielle Angebote wie z.B. - „Semtimiz – Veedel für alle“- Muttersprachliche Beratung von Seniorinnen und Senioren mit türki- schem Migrationshintergrund in Ehrenfeld und die Betreuungsgruppe „Buluşma Saati – Zeit der Begegnung“ für Menschen mit Demenz türkischer Herkunft und ihre pflegenden Angehörigen, beides Angebote der Arbeiterwohlfahrt in Ehrenfeld 2 - Seniorenberatung der Synagogen-Gemeinde Köln in Porz und Chorweiler für jüdische Mitbürge- rinnen und Mitbürger der überwiegend russischen Bevölkerung. Weiterhin gibt es unterschiedlich ausgeprägte Kooperationen zwischen den Seniorenberaterinnen und Seniorenberatern und den Interkulturellen Zentren (IKZ), beispielsweise in Form von Arbeitskrei- sen zu aktuellen Themen, gemeinsamen Sitzungen z.B. Runde Tische und den Treffen der Interkultu- rellen Zentren, Veranstaltungen und anderen Aktivitäten wie z.B. Stadtteilfesten. Besonders eng ist die Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen der IKZ, wenn sie zusammen räumlich mit der Seniorenberatung untergebracht sind. Das trifft im besonderen Maße auf die Senio- renberatungen in Kalk, Ehrenfeld, Mülheim und Porz zu. Praktisch werden Menschen mit Migrations- hintergrund und älter als 60 von den IKZ in die Seniorenberatung übergeleitet, wenn sich Bedarfe bzgl. finanzieller Sicherung, Schwerbehinderung, Pflegebedürftigkeit, u.v.m. ergeben. Die AWO Köln hat darüber hinaus eine enge und kollegiale Kooperation mit der Integrationsagentur des AWO Be- zirksverbandes. In Buchheim werden gemeinsam mit dem IKZ und dem Seniorennetzwerk Ausflüge und Projekte gemeinsam durchgeführt. Die bestehenden Angebote der Altenhilfe werden durch eine stadtbezirksbezogene Informationskarte mit erläuterndem Beiblatt bekannt gemacht. Hierbei ist ein weiterer wichtiger Baustein, dass die Ver- waltung die Beiblätter zur Informationskarte in verschiedenen Sprachen (Arabisch, Englisch, Franzö- sisch, Griechisch, Italienisch, Polnisch, Russisch, Spanisch, Türkisch) veröffentlichen wird, um damit zielgerichtet die umfangreiche Beratungskompetenz in den Beratungsstellen vorzustellen. Diese Bei- blätter werden voraussichtlich im Sommer 2017 zur Verfügung stehen. Ein Grund für die geringere Inanspruchnahme der Angebote der Altenhilfe sind oft Sprachbarrieren. Dem wird entgegengewirkt, in dem die unterschiedlichen Sprachkompetenzen in den Seniorenbera- tungen genutzt werden, in dem Ratsuchende über Bezirksgrenzen hinaus an muttersprachliche Seni- orenberaterinnen und Seniorenberater weitervermittelt werden. Zudem besteht bei Einverständnis der Ratsuchenden die Möglichkeit, Muttersprachler aus anderen Dienstleistungssegmenten der Verbände zwecks Übersetzungstätigkeit hinzuziehen, so können z.B. die Seniorenberaterinnen und Senioren- berater in Finkenberg auf eine enge Kooperation mit dem Gesundheitszentrum für Migrantinnen und Migranten zurückgreifen. Ein weiteres Modul ist, dass im Jahr 2016 gezielt Fortbildungen zur interkulturellen Öffnung in der Seniorenberatung angeboten wurden. Die Einschätzung, dass sich Menschen mit Migrationshintergrund oft über ihr eigenes familiäres und nachbarschaftliches Netzwerk versorgen, wird von den die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der AWO und der Synagogengemeinde, die jeweils muttersprachliche Angebote vorhalten, bestätigt. Sie regeln ihre Versorgung lieber selbständig, als Hilfe vom „Staat“ in Anspruch zu nehmen. Gez. Dr. Rau
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: zurückgestellt
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0733/2017
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
- Datum
- 27.04.2017
- Erstellt
- 03.08.2017 00:27