AN/2617/2021
Liberalisierte Drogenpolitik – Chancen für den Neumarkt und weitere Plätze mit besonderem Handlungsbedarf nutzen
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Anlage 1 Vorabauszug Rat 14.12.2021
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Anlage 1 Geschäftsführung Rat Frau Lange Telefon: (0221) 221-22058 Fax : (0221) 221-26570 E-Mail: maria.lange@stadt-koeln.de Datum: 14.12.2021 Auszug aus dem Entwurf der Niederschrift der 13. Sitzung des Rates vom 14.12.2021 öffentlich 3.1.11 Antrag der SPD-Fraktion betreffend "Liberalisierte Drogenpolitik – Chancen für den Neumarkt und weitere Plätze mit besonderem Hand- lungsbedarf nutzen" AN/2617/2021 Abstimmung über die Verweisung in den Gesundheitsausschuss Beschluss: Die Angelegenheit wird zur Beratung und Entscheidung in den Gesundheitsaus- schuss verwiesen. Abstimmungsergebnis: Einstimmig zugestimmt.
SPD Antrag nach § 3 (Version Rat 14.12.2021)
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Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker SPD-Fraktion im Rat der Stadt Köln Rathaus, Spanischer Bau 50667 Köln fon 0221. 221 259 50 fax 0221. 221 246 57 mail fraktion@koelnspd.de web www.koelnspd.de Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 01.12.2021 AN/2617/2021 Antrag gem. § 3 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Rat 14.12.2021 Liberalisierte Drogenpolitik – Chancen für den Neumarkt und weitere Plätze mit besonderem Handlungsbedarf nutzen Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, die SPD -Fraktion bittet Sie, folgenden Antrag in die Tagesordnung des Rates am 14.12.2021 aufzu- nehmen: Der Rat möge beschließen: 1. Das Drogenhilfekonzept der Stadt Köln wird vor dem Hintergrund der anstehenden Liberalisie- rung auf Bundesebene grundlegend unter besonderer Beachtung der nachfolgenden Punkte überarbeitet: - regulierte Cannabis-Abgabe - flächendeckendes Drugchecking - Original-Substitution - weitere Maßnahmen der Schadensminderung - Aufnahme der überarbeiteten Angebote der Suchthilfe und -prävention in die Arbeitsgrund- lage der Task Force der Stadt-AG Wohnungslosenpolitik. 2. Dem Kölner Rat wird im Frühjahr 2022 ein neuer Kölner Suchtbericht vorgelegt. 3. Die Verwaltung wird mit dem neuen Drogenhilfekon zept auf mögliche Ausschreibungen von Förderhilfen und Modellprojekten im Bereich der Drogenhilfe und -politik reagieren und diese auf der Grundlage des Konzepts sodann beantragen. 4. Die bereits 2018 (AN/1321/2018) beschlossene Fachkonferenz zur verantwortungsvollen Regu- lierung von Cannabis auf kommunaler Ebene unter Beteiligung aller relevanten kommunalen Akteur*innen wird für das erste Quartal 2022 geplant und durchgeführt. 5. Im Rahmen des neuen Konzepts weitet die Stadt Angebote zur Original-Substitution aus. Ins- besondere findet dabei eine Gleichbehandlung des rechtsrheinischen Raums mit dem links- rheinischen Stadtgebiet statt. 6. Im „Fachkreis Plätze mit besonderem Handlungsbedarf“ und den korrespondierenden Gremien soll erörtert werden, welche Chancen sich durch die im Bund angekündigte Liberalisierung der Drogenpolitik weiterhin ergeben können und welche Voraussetzungen in Köln geschaffen wer- den müssen, um diese optimal zu nutzen. Dabei soll auch die Umgestaltung der Schwerpunkt- - 2 - setzung der Ordnungspartnersch aft zwischen Polizei und Ordnungsamt in Bezug auf einen sinnvollen Einsatz freiwerdender Ressourcen in den Blick genommen werden. Begründung: Ende November sind mit dem veröffentlichten Koalitionsvertrag der nächsten Bundesregierung auch Pläne zur Reform der Drogenpolitik bekannt geworden. Damit findet nach Jahrzehnten der umstrit- tenen Kriminalisierung, der Prohibition und der stark ressourcenbindenden, vornehmlich ordnungs- politischen Bekämpfung ein politisches Umdenken statt. Cannabis soll zukünftig kontrolliert konsumiert und verkauft werden können. Dadurch soll auch we- niger mit anderen Drogen verunreinigtes Cannabis in Umlauf kommen, was leider häufig dem Ein- stieg in den Konsum gefährlicherer Substanzen dient. Außerdem möchte die Koalition Modelle zum Drugchecking sowie weitergehende und neue Maßnahmen ergreifen, die gesundheitliche und letale Schäden durch unregulierten Drogenkonsum reduzieren. Suchterkrankungen sollen zukünftig als ein Problem der öffentlichen Gesundheit und der betroffenen Menschen wahrgenommen werden. Dar- aus folgt die Notwendigkeit für die Stadt Köln ein neues Drogenhilfekonzept zu erarbeiten. Auf der kommunalen Ebene haben die Fraktionen von SPD, CDU, Bündnis 90/Die Grünen, Linken und FDP bereits im Jahr 2018 für den Fall einer bundesrechtlichen Reform Maßnahmen gefordert, die dem neuen Ansatz entsprechen. Teil davon ist ein wissenschaftliches Forschungsprojekt zur kontrol- lierten Abgabe von Cannabis unter medizinischen und sozialen Gesichtspunkten sowie zur Einhaltung des Jugendschutzes in und für Köln. Außerdem sollte zur verantwortungsvollen Regulierung von Can- nabis auf kommunaler Ebene eine Fachkonferenz unter Beteiligung aller relevanten kommunalen Akteure ausgerichtet werden, wenn sich die Vorgaben durch den Gesetzgeber ändern. In der Beantwortung der SPD-Anfrage „Fragen zur temporären Container-Anlaufstelle und gesund- heitspolitischen Maßnahmen am Neumarkt“ bezeichnet die Verwaltung Suchterkrankte unter ande- rem als „unerwünschtes Klientel“, das durch sogenannte Kümmerer angesprochen und zum Verlas- sen der Räumlichkeiten bewegt werden soll. Das zeugt davon, dass Suchterkrankte vor allem als Problem des öffentlichen Raums und nicht als Hilfsbedürftige und -berechtigte wahrgenommen wer- den. Natürlich ist es wichtig, Lösungen für die vielen und auch berechtigten Beschwerden bezüglich der Drogen- und Obdachlosenprobleme auf dem Neumarkt zu finden, aber eine temporäre Contai- ner-Anlaufstelle, die primär als Anlaufstelle für Beschwerden und andere Anliegen dient, ändert nichts an der prekären Versorgungslage Erkrankter und den damit einhergehenden Problemen. Es fehlt an geschützten Konsumplätzen – nicht nur am Neumarkt, sondern auch an anderen Schwer- punkten in Kalk und Mülheim. Nur dezentral und breit aufgestellte Hilfsangebote können dafür sor- gen, dass die Betroffenen mittelfristig durch Unterstützung einen menschenwürdigen Alltag bestrei- ten können und sich so der soziale Sprengstoff, der mit der Suchterkrankung einhergeht, entschärfen kann. Im Bereich der Drogenhilfe und -prävention muss die angekündigte Neukonzeption auf Bundesebene die Kölner Verwaltung auf einen neuen Weg führen: Köln braucht hygienische und sichere Kon- summöglichkeiten, Streetwork, niederschwellige Angebote (Nahrung, Duschen, Aufenthalt), Suchtclearing, Substitution, Drugchecking und sichere Drogenabgabe. Auch die Alkoholprävention muss stärker in den Fokus genommen werden. Dafür ist auch die Arbeit im „Fachkreis Plätze mit be- sonderem Handlungsbedarf“ und in den korrespondierenden Gremien von entscheidender Wichtig- keit. Mit freundlichen Grüßen gez. Mike Homann SPD-Fraktionsgeschäftsführer
SPD Antrag nach § 3
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Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker SPD-Fraktion im Rat der Stadt Köln Rathaus, Spanischer Bau 50667 Köln fon 0221. 221 259 50 fax 0221. 221 246 57 mail fraktion@koelnspd.de web www.koelnspd.de Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 01.12.2021 AN/2617/2021 Antrag gem. § 3 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Rat 14.12.2021 Gesundheitsausschuss 18.01.2022 Liberalisierte Drogenpolitik – Chancen für den Neumarkt und weitere Plätze mit besonderem Handlungsbedarf nutzen Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, die SPD -Fraktion bittet Sie, folgenden Antrag in die Tagesordnung des Rates am 14.12.2021 aufzu- nehmen: Der Rat möge beschließen: 1. Das Drogenhilfekonzept der Stadt Köln wird vor dem Hintergrund der anstehenden Liberalisie- rung auf Bundesebene grundlegend unter besonderer Beachtung der nachfolgenden Punkte überarbeitet: - regulierte Cannabis-Abgabe - flächendeckendes Drugchecking - Original-Substitution - weitere Maßnahmen der Schadensminderung - Aufnahme der überarbeiteten Angebote der Suchthilfe und -prävention in die Arbeitsgrund- lage der Task Force der Stadt-AG Wohnungslosenpolitik. 2. Dem Kölner Rat wird im Frühjahr 2022 ein neuer Kölner Suchtbericht vorgelegt. 3. Die Verwaltung wird mit dem neuen Drogenhilfekonzept auf mögliche Ausschreibungen von Förderhilfen und Modellprojekten im Bereich der Drogenhilfe und -politik reagieren und diese auf der Grundlage des Konzepts sodann beantragen. 4. Die bereits 2018 (AN/1321/2018) beschlossene Fachkonferenz zur verantwortungsvollen Regu- lierung von Cannabis auf kommunaler Ebene unter Beteiligung aller relevanten kommunalen Akteur*innen wird für das erste Quartal 2022 geplant und durchgeführt. 5. Im Rahmen des neuen Konzepts weitet die Stadt Angebote zur Original -Substitution aus. Ins- besondere findet dabei eine Gleichbehandlung des rechtsrheinischen Raums mit dem links- rheinischen Stadtgebiet statt. - 2 - 6. Im „Fachkreis Plätze mit besonderem Handlungsbedarf“ und den korrespondierenden Gremien soll erörtert werden, welche Chancen sich durch die im Bund angekündigte Liberalisierung der Drogenpolitk weiterhin ergeben können und welche Voraussetzungen in Köln geschaffen wer- den müssen, um diese optimal zu nutzen. Dabei soll auch die Umgestaltung der Schwerpunkt- setzung der Ordnungspartnerschaft zwischen Polizei und Ordnungsamt in Bezug auf einen sinnvollen Einsatz freiwerdender Ressourcen in den Blick genommen werden. Begründung: Ende November sind mit dem veröffentlichten Koalitionsvertrag der nächsten Bundesregierung auch Pläne zur Reform der Drogenpolitik bekannt geworden. Damit findet nach Jahrzehnten der umstrit- tenen Kriminalisierung, der Prohibition und der stark ressourcenbindenden, vornehmlich ordnungs- politischen Bekämpfung ein politisches Umdenken statt. Cannabis soll zukünftig kontrolliert konsumiert und verkauft werden können. Dadurch soll auch we- niger mit anderen Drogen verunreinigtes Cannabis in Umlauf kommen, was leider häufig dem Ein- stieg in den Konsum gefährlicherer Substanzen dient. Außerdem möchte die Koalition Modelle zum Drugchecking sowie weitergehende und neue Maßnahmen ergreifen, die gesundheitliche und letale Schäden durch unregulierten Drogenkonsum reduzieren. Suchterkrankungen sollen zukünftig als ein Problem der öffentlichen Gesundheit und der betroffenen Menschen wahrgenommen werden. Dar- aus folgt die Notwendigkeit für die Stadt Köln ein neues Drogenhilfekonzept zu erarbeiten. Auf der kommunalen Ebene haben die Fraktionen von SPD, CDU, Bündnis 90/Die Grünen, Linken und FDP bereits im Jahr 2018 für den Fall einer bundesrechtlichen Reform Maßnahmen gefordert, die dem neuen Ansatz entsprechen. Teil davon ist ein wissenschaftliches Forschungsprojekt zur kontrol- lierten Abgabe von Cannabis unter medizinischen und sozialen Gesichtspunkten sowie zur Einhaltung des Jugendschutzes in und für Köln. Außerdem sollte zur verantwortungsvollen Regulierung von Can- nabis auf kommunaler Ebene eine Fachkonferenz unter Beteiligung aller relevanten kommunalen Akteure ausgerichtet werden, wenn sich die Vorgaben durch den Gesetzgeber ändern. In der Beantwortung der SPD-Anfrage „Fragen zur temporären Container-Anlaufstelle und gesund- heitspolitischen Maßnahmen am Neumarkt“ bezeichnet die Verwaltung Suchterkrankte unter ande- rem als „unerwünschtes Klientel“, das durch sogenannte Kümmerer angesprochen und zum Verlas- sen der Räumlichkeiten bewegt werden soll. Das zeugt davon, dass Suchterkrankte vor allem als Problem des öffentlichen Raums und nicht als Hilfsbedürftige und -berechtigte wahrgenommen wer- den. Natürlich ist es wichtig, Lösungen für die vielen und auch berechtigten Beschwerden bezüglich der Drogen- und Obdachlosenprobleme auf dem Neumarkt zu finden, aber eine temporäre Contai- ner-Anlaufstelle, die primär als Anlaufstelle für Beschwerden und andere Anliegen dient, ändert nichts an der prekären Versorgungslage Erkrankter und den damit einhergehenden Problemen. Es fehlt an geschützten Konsumplätzen – nicht nur am Neumarkt, sondern auch an anderen Schwer- punkten in Kalk und Mülheim. Nur dezentral und breit aufgestellte Hilfsangebote können dafür sor- gen, dass die Betroffenen mittelfristig durch Unterstützung einen menschenwürdigen Alltag bestrei- ten können und sich so der soziale Sprengstoff, der mit der Suchterkrankung einhergeht, entschärfen kann. Im Bereich der Drogenhilfe und -prävention muss die angekündigte Neukonzeption auf Bundesebene die Kölner Verwaltung auf einen neuen Weg führen: Köln braucht hygienische und sichere Kon- summöglichkeiten, Streetwork, niederschwellige Angebote (Nahrung, Duschen, Aufenthalt), Suchtclearing, Substitution, Drugchecking und sichere Drogenabgabe. Auch die Alkoholprävention muss stärker in den Fokus genommen werden. Dafür ist auch die Arbeit im „Fachkreis Plätze mit be- sonderem Handlungsbedarf“ und in den korrespondierenden Gremien von entscheidender Wichtig- keit. Mit freundlichen Grüßen - 3 - gez. Mike Homann SPD-Fraktionsgeschäftsführer
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: verwiesen in nachfolgende Gremien (ohne Rücklauf)
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AN/2617/2021
- Typ
- SPD Antrag nach § 3
- Datum
- 14.12.2021
- Erstellt
- 02.12.2021 09:47