A-R/0026/2026
Jede Minute zählt – Ersthelfer App und kommunale Reanimationsstrategie
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A-R-0026-2026
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Ratsantrag Jede Minute zählt – Ersthelfer App und kommunale Reanimationsstrategie Der Rat der Stadt Münster möge beschließen: Die Verwaltung wird dazu aufgefordert, 1. eine Ersthelfer-App zur Alarmierung von Ersthelfern im Falle eines Herz-Kreislauf- Stillstandes einzuführen; 2. in enger Zusammenarbeit mit den relevanten Akteuren eine zentrale „Koordinationsstelle Reanimation“ zu bilden, um alle Aktivitäten in diesem Bereich zu vernetzen; 3. die Aufklärung der Bevölkerung über Herz-Kreislauf-Stillstand durch Beteiligung an nationalen und internationalen Aktionstagen wie „Woche der Wiederbelebung“ und „World Restart a Heart Day“ sowie durch Umsetzung der Vorgaben von Kultusminister-Konferenz (KMK) und Ministerium für Schule und Bildung des Landes NRW (Schulministerium) zum regelmäßigen Training aller Schülerinnen und Schüler voranzutreiben; 4. die Erfassung und Sicherstellung der Nutzbarkeit aller öffentlich zugänglichen Defibrillatoren (AED) sowie die Einführung eines AED-Registers, mit dem Ersthelfende zum nächstgelegenen AED geführt werden können; 5. die Teilnahme der Stadt Münster an der „Resuscitation Academy Deutschland“, um Optimierungspotentiale zu analysieren und sich mit anderen Kommunen zum Thema Herz-Kreislauf-Stillstand zu vernetzen; 6. die Wirksamkeit der Maßnahmen nach 2 Jahren zu evaluieren und den zuständigen Ausschüssen einen Bericht vorzulegen. Begründung: Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Minute. Ohne sofortige Hilfe sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit pro Minute um etwa 10%. Entscheidend ist deshalb, dass Menschen vor Ort schnell handeln, noch bevor der Rettungsdienst eintrifft. Digitale Ersthelfer-Systeme alarmieren qualifizierte Helferinnen und Helfer in unmittelbarer Nähe und können so Leben retten. Viele Städte und Kreise in Nordrhein-Westfalen setzen Antrag an den Rat Nr. A-R/0026/2026 bereits auf solche Systeme oder bereiten ihre Einführung vor. Münster sollte hier nicht die Ausnahme bleiben. Gleichzeitig braucht es eine bessere Vernetzung der bestehenden Aktivitäten: Hilfsorganisationen, Krankenhäuser, Schulen und Verwaltung leisten bereits wichtige Beiträge, bislang jedoch ohne zentrale Koordination. Eine kommunale Reanimationsstrategie kann diese Maßnahmen bündeln, sichtbarer machen und dadurch ihre Wirkung deutlich erhöhen. Auch die Bevölkerung muss stärker eingebunden werden. Wiederbelebung ist eine Fähigkeit, die Leben retten kann und die deshalb möglichst viele Menschen beherrschen sollten. Gerade die Ausbildung und Sensibilisierung junger Menschen an Schulen ist dafür ein wichtiger Schritt. Ebenso wichtig ist die schnelle Verfügbarkeit von Defibrillatoren. Öffentlich zugängliche Defibrillatoren müssen leicht auffindbar und digital erfassbar sein, damit Ersthelfende im Notfall unmittelbar zum nächstgelegenen Gerät geführt werden können. Verwiesen wird auch auf die Handlungsempfehlungen der Gesundheitskonferenz Münster (V/0163/2026) sowie auf die kürzlich vom Bund beschlossene Notfallreform, die am 22.04.2026 vom Bundeskabinett beschlossen wurde und die Ersthelfer-Apps als neuen Standard definiert. Das Land Nordrhein-Westfalen, das Universitätsklinikum Münster (insbes. die die Stabsstelle „Vernetzte Medizin“) sowie weitere relevante Akteure in Münster unterstützen die Einführung einer Ersthelfer-App ausdrücklich und haben bereits technische sowie organisatorische Unterstützung signalisiert. Münster, 18. Mai 2026 gez. Stefan Weber Mathias Kersting Carmen Greefrath Angela Stähler Marcus Bielefeld Olaf Bloch Andreas Bracht Meik Bruns Dr. Dietmar Erber Walter von Göwels Alf Rüdiger Kaßenbrock Stefan Leschniok Babette Lichtenstein van Lengerich Jutta Malik Martin Peitzmeier Dr. Britta Riederer Freifrau von Paar Carolin Schwarz Jolanta Vogelberg Thomas Werth Peter Wolfgarten
Beratungsverlauf (1)
Details
- Aktenzeichen
- A-R/0026/2026
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 22.05.2026
- Erstellt
- 21.05.2026 17:19