2022/0268
Verleihung des jährlich ausgeschriebenen 'Preis für Gesicht zeigen' durch die Wissenschaftsstadt Darmstadt zur Würdigung des Engagements gegen Rassismus, Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus oder Antiziganismus
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Punkt 4: Verleihung des jährlich ausgeschriebenen "Preis für Gesicht zeigen" durch die Wissenschaftsstadt Darmstadt zur Würdigung des Engagements gegen Rassismus, Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus oder Antiziganismus (V-Nr. 2022/0268) - Kenntnisnahme - Der Ausschuss für Soziales nimmt von der Vorlage Kenntnis.
2022/0268
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Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
05.09.2022
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat I an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Amt: Amt für Vielfalt und
Internationale
Beziehungen
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2022/0268
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.:
Kostenstelle: 531-002-1000 Investitionsnummer:
Kostenträger: Sachkonto:
Betreff: Verleihung des jährlich ausgeschriebenen "Preis für Gesicht zeigen" durch die
Wissenschaftsstadt Darmstadt zur Würdigung des Engagements gegen Rassismus,
Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus oder Antiziganismus
Vorlage vom: 31.08.2022
Beschlussvorschlag :
Der „Preis für Gesicht zeigen“ 2022 wird wie folgt verliehen:
Erster Preis an die Evangelische Matthäusgemeinde Darmstadt mit Pfarrer Andreas Schwöbel .
Preisgeld 1.000 Euro
Zwei zweite Preise an das Bündnis gegen Rechts (BgR) Darmstadt sowie an die Initiative „Catcalls
of Darmstadt“ . Preisgeld jeweils 50 0 Euro
Anlagen:
- 2 -
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 31.08.2022
Nach der Satzung über den „Preis für Gesicht zeigen“ der Wissenschaftsstadt Darmstadt
vom 29.01.2007 wird der Preis an Personen und Gruppen, die ein besonderes Engagement
im Sinne von „Gesicht zeigen“ gegen Rassismus, Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit,
Antisemitismus oder Antiziganismus bewiesen haben, verliehen.
Über die Verleihung des Preises entscheidet der Magistrat auf Vorschlag einer Jury.
Nach der Satzung gehören der Jury an:
- Der Oberbürgermeister der Wissenschaftsstadt Darmstadt als Vorsitzender.
- Die Leitung des Ausschusses für Soziales.
- Die Leitung des Amtes für Vie lfalt und Internationale Beziehungen.
- Fünf weitere Vertreterinnen und Vertreter der Arbeitsgruppe „Weltoffenes Darmstadt!“.
Drei unterschiedliche Vorschläge sind fristgerecht eingegangen. Dabei wurde der Vorschlag
„Catcalls of Darmstadt“ doppelt, von z wei unterschiedlichen Personen und unabhängig
voneinander, gemacht.
Die Jury hat am 24.08.2022 getagt und alle drei Vorsch läge zur Prämierung ausgewählt:
Erster Preis:
Preisgeld 1.000 Euro
Evangelische Matthäusgemeinde Darmstadt mit Pfarrer Andreas Schwöbel
Begründung: Die Gemeinde in der Darmstädter Heimstättensiedlung hat sich seit der
Fluchtzuwanderung 2015 konstant und ausführlich für die Unterstützung von Menschen mit
Fluchterfahrung eingesetzt. Ihre Tätigkeiten beinhalten umfassende Sprachlern - und
Freizeitangebote sowie Hilfe bei der Wohnraumsuche. Die Gemeinde koordiniert die Arbeit
von Ehrenamtlichen und hat eine Sprachlehrerin mit 15 Stunden pro Woche seit 2018
eingestellt. Sie hat darüber hinaus Kirchenasyl für rund 50 Erwachsene und Kinde r gewährt
und leistet politische und öffentlichkeitswirksame Arbeit für die Rechte von Geflüchteten und
ein weltoffenes Darmstadt. Eine Auszeichnung würde allen Engagierten zu Gute kommen und
darüber hinaus insbesondere Pfarrer Andreas Schwöbel würdigen, d er im Frühjahr 2023 den
vorzeitigen Ruhestand antritt.
Zwei zweite Preise:
Preisgeld je 500 Euro
Bündnis gegen Rechts (BgR) Darmstadt
Begründung: Das Bündnis gegen Rechts (BgR) leistet seit über zwei Jahrzehnten wichtige
Vernetzungsarbeit in Darmstadt (sowie der Region) zwischen antifaschistisch orientierten
Organisationen und Einzelpersonen. Es formuliert in vielfältiger Weise und kontinuierlich
öffentlichen Widerspruch gegenüber rechtsradikalen und rechtspopulistischen Aktivitäten.
Sein leidenschaftli ches Engagement in Bezug auf die Erinnerung an den rechtsterroristischen
Anschlag von Hanau am 19. Februar 2020 sowie die kritische Aufklärungsarbeit gegenüber
sogenannten „Querdenken“ -Verschwörungsideologien sind besonders aktuell.
Initiative „Catcalls of Darmstadt“
Begründung: Die Mitglieder der Initiative kreiden Sexismus und sexistische Übergriffe im
Alltag an, im wahrsten Sinne des Wortes, indem sie die Schilderungen von Übergriffen an den
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Orten mit Kreide auf die Straße schreiben, an denen sie stat tgefunden haben. Seit 2020
haben die Aktivistinnen Hunderte solcher „Ankreidungen“ im öffentlichen Straßenbild
Darmstadts vorgenommen. Die Initiative macht auf eine moderne und kreative Art und Weise
das Thema Sexismus und Diskriminierung insbesondere gege n Frauen und Mädchen im
öffentlichen Raum sichtbar. Sie gibt Betroffenen die Möglichkeit, das Erlebte zu benennen
und Solidarität zu erfahren und ermutigt andere, sich gegen patriarchale und sexistische
Strukturen und Verhaltensweisen zu wehren.
Darmstadt, 31.08.2022
531
Dezernat I
Jochen Partsch
Oberbürgermeister
Beratungsverlauf (2)
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2022/0268
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 31.08.2022
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00