SV-2026/0005
Antrag der Fraktionen Bü 90/Grüne, CDU und Volt vom 19. Januar 2026 betr. Konzepterarbeitung für einen Bürgerrat
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SV-2026/0005
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Vorlage-Nr. SV-2026/0005 Antrag der Fraktionen Bü 90/Grüne, CDU und Volt vom 19. Januar 2026 betr. Konzepterarbeitung für einen Bürgerrat Darmstadt, 19.01.2026 Antrag der Fraktionen Bü90/Die Grünen, CDU und Volt betr. Konzepterarbeitung für einen Bürgerrat Die Fraktionen Volt, Bündnis 90/Die Grünen und CDU beauftragen den Magistrat: Ein Konzept zur Durchführung und Evaluierung eines Bürgerrats zu entwickeln oder dessen Entwicklung auszuschreiben und dieses spätestens Ende des zweiten Quartals 2026 der Stadtverordnetenversammlung mit den geplanten Kosten zur Beschlussfassung vorzulegen. Das Konzept eines Bürgerrates soll nach dem ersten Durchlauf evaluiert werden mit dem Ziel, dieses Instrument in der Bürgerbeteiligung der Wissenschaftsstadt Darmstadt fest zu etablieren. Das Konzept soll dabei folgende Rahmenbedingungen berücksichtigen: 1. Verschiedene Kostenvarianten sind zu ermitteln und die Möglichkeit von Fördermitteln ist zu prüfen. 2. Der erste Bürgerrat soll sich inhaltlich mit dem Thema Wachstum, dessen Chancen und Herausforderungen auch in Bezug auf Nachhaltigkeit und Klimawandel sowie kommunalpolitischen Maßnahmen zur Gestaltung auseinandersetzen. 3. Die Beteiligung am Bürgerrat soll durch ein gestaffeltes Losverfahren erfolgen, welches möglichst eine Repräsentation angelehnt an die Zusammensetzung der Darms tädter Bürger*innen, mit Hinblick auf Alter (ab 16 Jahren), Geschlecht, Migrationshintergrund und Stadtteilen ermöglicht. 4. Die Empfehlungen des Bürgerrats in Form eines Abschlussberichts sollen der Stadtverordnetenversammlung zur Kenntnisnahme vorgelegt werden. 5. Die durch eine Mehrheit von zwei Dritteln der im Bürgerrat beteiligten Mitglieder empfohlenen Maßnahmen sollen der Stadtverordnetenversammlung als Beschlussvorlage vorgelegt werden. Folgende Punkte sollen in der Ausarbeitung des Konzepts ausgestaltet werden: 1. Die Evaluation des Formats Bürgerrat, z.B. durch die Technische Universität Darmstadt oder die Hochschule Darmstadt. 2. Vorschläge zur geplanten Anzahl und Frequenz der Sitzungen sowie zum Gesamtzeitraum. 3. Der Einsatz eines neutralen Moderationsteams. 4. Eine Auswahl von geeigneten Expert*innen aus Wissenschaft, Verwaltung und Wirtschaft zur Vermittlung des notwendigen Fachwissens für die Mitglieder des Bürgerrats in diesem Bereich. Auf weitere Bürgerumfragen im Themenfeld Wachstum ist bis zur Beschlussfassung über das Konzept zu verzichten. 2 Begründung In Zeiten raschen Wachstums und ständiger Veränderung in Städten wie Darmstadt ist es entscheidend, die Anliegen und Perspektiven der Bürger*innen bei der Stadtentwicklung stärker einzubeziehen. Ein Bürgerrat bietet hierfür eine sehr wirksame Möglichkeit, da er durch eine repräsentative Gruppe von Bürger*innen fundierte Empfehlungen für die Politik entwickelt. Dieser Ansatz fördert eine inklusive und transparente Entscheidungsfindung und gibt Menschen die Möglichkeit, sich aktiv an der Gestaltung ihrer Stadt zu beteiligen. Vorteile eines Bürgerrats 1. Vielfalt und Repräsentation der Stadtgesellschaft Durch das Losverfahren wird sichergestellt, dass eine diverse Gruppe von Bürger*innen im Bürgerrat vertreten ist, die die Vielfalt der Stadtgesellschaft widerspiegelt – also Menschen unterschiedlichsten Alters, Geschlechts, Herkunft und aus verschiedenen Stadtteilen. Auf diese Weise fließen vielfältige Erfahrungen und Perspektiven in die Diskussionen ein, die ansonsten in herkömmlichen Entscheidungsprozessen unterrepräsentiert bleiben könnten. 2. Gemeinsam getragene Lösungen Ein Bürgerrat schafft Raum für intensive und gut moderierte Diskussionen, in denen die Teilnehmenden das Thema Stadtwachstum mit all seinen Chancen und Herausforderungen gemeinsam bearbeiten. Dabei geht es nicht nur darum, Meinungen auszutauschen, sondern gemeinsam zu verstehen, welche Maßnahmen für eine nachhaltige und lebenswerte Entwicklung der Stadt notwendig sind. So entstehen Lösungen, die breit getragen und von der Bevölkerung akzeptiert werden. 3. Unabhängigkeit und Neutralität Die Diskussionen und Entscheidungsprozesse im Bürgerrat werden von einem neutralen Moderationsteam begleitet. Dadurch wird sichergestellt, dass alle Teilnehmenden ihre Ansichten offen äußern und auf Augenhöhe miteinander diskutieren können, ohne durch politische oder wirtschaftliche Interessen beeinflusst zu werden. 4. Transparenz und konkrete Empfehlungen Die Empfehlungen des Bürgerrats werden in einem Abschlussbericht festgehalten und dem Stadtparlament zur Kenntnisnahme vorgelegt. Empfehlungen, die von mindestens zwei Dritteln der Mitglieder unterstützt werden, sollen direkt als Beschlussvorlage an die Stadtverordnetenversammlung gehen. So wird der Bürgerrat zu einem aktiven und sichtbaren Bindeglied zwischen Bürgerschaft und politischer Entscheidungsfindung. 5. Evaluierung und Weiterentwicklung Um sicherzustellen, dass der Bürgerrat auch wirklich eine positive Wirkung hat, wird das Format durch externe Expert*innen, z.B. von der TU Darmstadt oder der Hochschule Darmstadt, wissenschaftlich begleitet und evaluiert. So können die Erkenntnisse genutzt werden, um den Bürgerrat stetig zu verbessern und für zukünftige Projekte anzupassen. Funktionsweise des Bürgerrats Ein Bürgerrat funktioniert wie ein Mini-Parlament, für das eine Gruppe von Bürger*innen durch Losverfahren ausgewählt wird und regelmäßig zusammenkommt, um sich mit einem bestimmten Thema zu befassen. Die Sitzungen werden über einen festgelegten Zeitraum hinweg organisiert und beinhalten Input von Expert*innen, moderierte Diskussionen und gemeinsame Erarbeitungen von Vorschlägen und Empfehlungen. Dieses Modell der Bürgerbeteiligung hat sich in zahlreichen Städten bereits bewährt. Indem wir auf eine weitere Bürgerbefragung bis zur endgültigen Entscheidung über das Konzept verzichten, vermeiden wir redundante Umfragen und ermöglichen es, dass der Bürgerrat seine Aufgabe vollständig und fokussiert erfüllt. 3 Mit einem gut strukturierten Konzept können wir den Bürgerrat zu einem wertvollen Werkzeug machen, um die Menschen in Darmstadt näher an die Gestaltung ihrer Stadt heranzuführen und gemeinsam für ein lebenswertes und zukunftsfähiges Stadtwachstum zu sorgen. Weitere Informationen Krenzer, S. & Socher, S. (2024). Kommunale Bürgerräte organisieren. Handbuch für den Weg von der ersten Idee bis zur Verwendung der Empfehlungen. Hrsg.: Mehr Demokratie e. V., IDPF Wuppertal, RIFS Potsdam. Online verfügbar unter: https://www.mehr- demokratie.de/fileadmin/pdf/2024/Leitfaden_Kommunale_Burgerraete_organisieren.pdf Darmstadt, den 19. Januar 2026 Eva Bredow-Cordier und Philipp Löwel Fraktionsvorsitzende Bd. 90/Die GRÜNEN Caroline Groß und Dr. Annette Brunert Fraktionsvorsitzende CDU Ana Lena Herrling und Frederik Jobst Fraktionsvorsitzende Volt
Beratungsverlauf (2)
Details
- Vorlagen-Nr.
- SV-2026/0005
- Typ
- Antrag
- Datum
- 20.01.2026
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00