V/0493/2005
Jahresabschluss 2004 der Westfälischer Zoologischer Garten Münster GmbH (Zoo GmbH)
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Beschlussvorlage
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DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Finanzen und Beteiligungen Betrifft Jahresabschluss 2004 der Westfälischer Zoologischer Garten Münster GmbH (Zoo GmbH) Beratungsfolge 22.06.2005 Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften Vorberatung 29.06.2005 Hauptausschuss Entscheidung Beschlussvorschlag: Sachentscheidung: 1. Der Jahresabschluss 2004 der Zoo GmbH, bestehend aus der Bilanz, der Gewinn- und Ver- lustrechnung sowie dem Lagebericht der Geschäftsführung (Anlagen 1 – 3) wird zur Kenntnis genommen. 2. Weiter wird davon Kenntnis genommen, dass dem Jahresabschluss der Zoo GmbH für das Geschäftsjahr 2004 durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Dr. Clauß, Dr. Paal und Partner, Münster, unter dem 15.04.2005 der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk erteilt wurde. 3. Der Vertreter der Stadt Münster in der Gesellschafterversammlung der Zoo GmbH wird er- mächtigt, folgende Erklärungen abzugeben: a) Der von den Geschäftsführern vorgelegte Jahresabschluss zum 31.12.2004 wird festge- stellt. b) Der Jahresfehlbetrag 2004 von 3.312.430,82 € wird in Höhe von 2.724.699,57 € durch Ent- nahme aus der Kapitalrücklage gedeckt und in Höhe von 587.731,25 € auf neue Rechnung vorgetragen. c) Der Aufsichtsrat und die Geschäftsführer werden entlastet. d) Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Dr. Clauß, Dr. Paal und Partner, Münster, wird zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2005 bestellt. Kosten/Folgekosten Vorlagen-Nr.: V/0493/2005 Auskunft erteilt: Herr Scholz Ruf: 492 20 43 E-Mail: ScholzT@stadt-muenster.de Datum: 02.06.2005 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - Es entstehen keine Kosten und keine Folgekosten. Begründung: Die Stadt Münster ist mit 45,41 % am Stammkapital der Zoo GmbH beteiligt. Gemäß § 14 Buch- staben e bis h des Gesellschaftsvertrages der Zoo GmbH stellt die Gesellschafterversammlung den Jahresabschluss fest und beschließt über die Inanspruchnahme von Mitteln aus der Kapital- rücklage, die Bestellung des Abschlussprüfers sowie die Entlastung der Geschäftsführung und der Mitglieder des Aufsichtsrates. Kurzanalyse des Jahresabschlusses 2004 der Zoo GmbH Die Umsatz erlöse der Gesellschaft gingen im Vorjahresvergleich um 218 T€ (4,0 %) auf 5.181 T€ zurück. Maßgeblich dafür war in erster Linie ein mit 1,5 % leicht rückläufiges Besucheraufkommen; im Jahr 2004 registrierte der Allwetterzoo 895.200 Besucher. Ferner setzte sich der Trend zum vermehrten Absatz von Jahreskarten – wenn auch gebremst – fort. Die sonstigen betrieblichen Erträge gingen um mehr als die Hälfte auf 424 T€ (2003: 857 T€) zurück. Für diesen Rückgang sind zum einen in 2003 einmalig angefallene Erträge aus der Auflösung von Pensionsrückstellun- gen (290 T€) und zum anderen ein in 2004 um 140 T€ vermindertes Spendenaufkommen ursäch- lich. Ausschlaggebend für den Anstieg der Personalaufwendungen (3.727 T€, plus 133 T€ bzw. 3,7 %) waren ein um eine halbe Stelle höherer Personalbestand, tarifliche Erhöhungen der Löhne und Gehälter um 1,5 % ab dem 01.04.2004, Verbesserungen der Lohngruppeneinteilung sowie haupt- sächlich eine höhere Zuführung zu den Pensionsrückstellungen. Im Bereich der sonstigen betrieb- lichen Aufwendungen (3.689 T€) fielen insbesondere Mehrausgaben (plus 496 T€ auf 1.167 T€) für Instandhaltungen und Reparaturen der Zooanlagen – die zu einem erheblichen Teil mittlerweile älter als 30 Jahre sind – an. Der Jahresfehlbetrag erhöhte sich im Vorjahresvergleich um 1.450 T€ (77,9 %) auf 3.312 T€. Ge- messen an den Erwartungen – der Wirtschaftsplan 2004 ging von einem Jahresfehlbetrag in Höhe von 3.902 T€ aus – kann das Geschäftsjahr 2004 der Zoo GmbH dennoch als zufriedenstellend bezeichnet werden. Ausblick auf die zukünftige Entwicklung In ihrem Ausblick auf d as Geschäftsjahr 2005 verweist die Geschäftsführung auf die – zwischen- zeitlich bereits erfolgte – Eröffnung des neuen Kinder- und Pferdeparks und die im zweiten Halb- jahr 2005 anstehende Fertigstellung der Schildkrötenanlage und der BioCity im Eingangsbereich. Trotz der Inbetriebnahme dieser beiden großen Neuanlagen und der damit verbundenen Attraktivi- tätssteigerungen werden, so heißt es weiter, die finanziellen Rahmenbedingungen der Zoo GmbH in 2005 voraussichtlich deutlich enger. Nach Ansicht der Geschäftsführer ist für die Zoo GmbH aus Gründen • der Arbeitssicherheit der Elefantenpfleger, • der tiergärtnerisch unzureichenden Bedingungen für die Bullenhaltung, • der Umsetzung der EU-Richtlinie zur Elefantenhaltung und • der Besucherattraktivität eine Verbesserung der Elefantenhaltung dringlich. - 3 - Der Aufsichtsrat der Zoo GmbH wird in seiner Sitzung am 07.06.2005 den Jahresabschluss 2004 beraten. Über das Ergebnis der Beratung wird mündlich berichtet. I.V. gez. Bickeböller Stadtkämmerin
Anlage
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3. Bilanz zum 31. Dezember 2004 Anlage 1 Seite Aktiva 31.12.2004 31.12.2003 EUR EUR EUR EUR A. Anlagevermögen I. Immaterielle Vermögensgegenstände 1. Wasserrecht 577,90 850,90 2. EDV-Software 68.250,16 68.828,06 58.597,99 59.448,89 I. Sachanlagen 1. Grundstücke mit Geschäfts- und anderen Bauten 11.175.583,00 10.926.853,00 2. Grundstücke mit Wohnbauten 295.868,81 311.269,81 3. Technische Anlagen und Maschine 42.672,00 46.205,00 4. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 472.588,00 315.202,00 5. Tierbestand 25.564,59 25.564,59 6. Geleistete Anzahlungen und _ Anlagen im Bau 2.240.347.20 14.252.623,60 939.403,63 12.564.498,03 B. _Umlaufvermögen I. Vorräte 1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 86.761,20 95.108,91 2. Waren 13.176,02 99.937,22 3.947,76 99.056,67 IH. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 113.259,74 33.790,56 2. Sonstige Vermögensgegenstände 310.604,28 423.864,02 226.373,30 260.163,86 III. Sonstige Wertpapiere 545.727,00 | 545.727,00 IV. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 1. Kassenbestand 24.823,81 37.132,95 2. Guthaben bei Kreditinstituten 3.283.871,76 3.308.695,57 5.459.263.79 5.496.396,74 18.699.675,47 19.025.291,19 Passiva A. Eigenkapital I. Gezeichnetes Kapital IH. Kapitalrücklage Anfangsbestand Einstellung Entnahme zum Ausgleich des Jahres- fehlbetrages aus dem Vorjahr III. Jahresfehlbetrag Sonderposten 1. Zweckgebundene Spenden 2. Investitionszuschüsse Rückstellungen 1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 2. Steuerrückstellungen 3. Sonstige Rückstellungen Verbindlichkeiten fer . Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten - durch Grundpfandrechte gesichert EUR 45.677,27; Vorjahr EUR 48.212,30 2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen . Sonstige Verbindlichkeiten je») EUR 3.186.771,95 1.400.000,00 -1.862.072,38 726.099,55 264.593.36 1.081.518,00 1.485.524,29 646.412,72 45.677,27 308.764,75 208.109,51 - davon aus Steuern EUR 26.644,48; Vorjahr EUR 30.376,57 - davon im Rahmen der sozialen Sicherheit EUR 82.219,96; Vorjahr EUR 86.445,40 Rechnungsabgrenzungsposten 31.12.2004 EUR EUR 14.331.700,00 2.356.163,01 2.600.000,00 2.724.699,57 -1.769.391.06 -3.312.430,82 13.743.968,75 635.427,01 990.692,91 592.972.47 931.365,00 165.927,75 3.213.455,01 _306.033,07 48.212,30 296.528,09 202.590,46 562.551,53 189.007,27 18.699.675,47 Anlage 1 Seite 2 31.12.2003 EUR 14.331.700,00 3.186.771,95 -1.862.072,38 15.656.399,57 1.228.399,48 1.403.325,82 547.330,85 189.835,47 19.025.291,19 2 Anlage 4. Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01. Januar bis 31. Dezember 2004 8Ee’7L0'7T98°I- SY‘879°77 E6EPFGESI- LL‘8SO'TZI 01'70S’096'I- ZL'601'69L°01 70‘109'808°8 TB0EPTIE'E- IHSTEIET'E- 1E°9%97 STISSIOL 80‘SOL’ EI V6ILL'SGE'E- LESITILTE 0SPFI0'ITS’6 I60SI’TS GL Er orTE |S8T HET BEST 10007709 TSTO9’E6S’E 27,247 Togo 1187 69°Hr79°90L Er'1ZO'LS8 ST VET’BEST IS LETTZII 00°006 9 TE TEL 6r'BIS’SGE'S ana E6°96S° € ETSO6 II SE'LIST EISIE FOL VURBTS SIE r0‘650°0r Or WI TLEI |116LE'SEH GTEITHLE STSISITL'E S8‘006°1L8 Er VI HS8T +5‘699 769 TSILS'ETH I1'6LE'SEF 00°006°9 E6 Tre ZI 00°6E0°I81'S Zensqfyazsarger UION9IS SI1SsUOS Jenı7 woA pun USWWOYJUTT WOA LONSIS NOYSNEISYEUISIH uaysıuygma3 1op sıugadıy uSZUnpuUsaynYy oyoıuye pun uosurz SFeNıA Sydıuye pun ussurz sdnsuog uodunpusmyjny Syargaryag adlsuog uogungaMmag.IaL] sne uodunpuamyny usdungro1yasqy odıgewuejdiogne usgungisıyssqy adıggewuejd uogejueyseg pun susdgunsasgejuy sop opue}susdad -sU9Z9WD A AJJOLISYeuLUT ne uogungisiyasqy ' 07’907'L6L ana yelior SLESS’LBT ANA Tund1osIoasıe][y ıny uoAep - Zunzymsısjuf) ıny pun Zung1osIaasıo]]y ıny usdunpusmyjny pun usgegqy 9JeIzoS (q Joyeyon) pun suygT (e puemjnefeuosiog ' use A, 9U930Zaqg ınz pun 9JJoJssgomog pun -sj[jtfg ‘-yoy ıny usdunpusmyny ' SFR. Syaıfgaınagq sdnsuog ' SSSHUOSNZSUOHNSaAUJ pun uapuodg suspungs3y99MmZ Iny us}sodispuog uoA ZunsgJjny op sne adenug ' uossnyosnz sne adenug ' uodundomsg.oL], sne odeniz ' SSgJIaZyesuN] ' ‘91 'S] pl ‘El —ı "II n oo .nan« 2.1. 2.2. Lagebericht Gesellschaftsvertrag, Beteiligungsverhältnisse . Die Westfälischer Zoologischer Garten Münster GmbH wurde am 19.08.1985 in das Handelsregister beim Amtsgericht Münster, Abteilung B, Nr. 2454, eingetragen. Durch Beschluß der Gesellschafterversammlung am 10.12.2002 wurde der Gesellschaftsvertrag insgesamt neu gefaßt. Zur Abrundung der Beteiligungsbeträge wurde das Stammkapital um 9,32 EUR erhöht. Die Eintragung in das Handelsregister erfolgte am 23.01.2003. Am Stammkapital sind beteiligt: Westfälischer Zoologischer Garten e. V. Stadt Münster Bilanzaufbau, Liquidität, Finanzlage Aktivseite 31.12.2004 T-EUR Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 14.321 Aktivwert der Rück- deckungsversicherungen 202 langfristiges Vermögen 14.523 Vorräte 100 kurzfristige Forderungen 222 flüssige Mittel 3.855 18.700 Passivseite 31.12.2004 T-EUR Eigenkapital 13.744 Sonderposten Investitions- zuschüsse 265 Sonderposten Spenden 726 Pensionsrückstellungen 1.081 langfristige Fremdmittel 46 langfristige Mittel 15.862 kurzfristige Rückstellungen 2.132 kurzfristige Schulden 706 j 18.700 Im langfristigen Bereich beträgt die bilanzielle Überdeckung 1.339 T-] Sie hat sich gegenüber dem Vorjahresbilanzstichtag um 3.733 T-EUR verringert. 31.12.2003 T-EUR 12.624 168 12.792 99 92 6.042 19.025 31.12.2003 T-EUR 15.656 EUR 7.824.050,00 6.507.650,00 14.331.700.00 31.12.2004 % 77 I u SE Seo | 31.12.2004 % SQ > — mo Sık umoa + | Anlage Seite 31.12.2003 % a a a8 o\ Soon Sl, Jar 31.12.2003 % oo [57 Ne} SO ww Ww par © Ole ıD | EUR zum 31.12.2004. Die Veränderungen im langfristigen Bereich stellen sich im einzelnen wie folgt dar: Mitttelverwendung Investitionen Entnahme aus Sonderposten Investitionszuschüsse, Spenden Erhöhung des Aktivwertes der Rückdeckungsversicherungen Tilgungen Jahresfehlbetrag Miittelherkunft Einstellung in Kapitalrücklage Einstellung in Sonderposten Investitionszuschüsse, Spenden Abschreibungen, planmäßig Abschreibungen, außerplanmäßig Zuführung zu Pensionsrückstellungen Im kurzfristigen Bereich ergeben sich folgende Änderungen: Abnahme der flüssigen Mittel Zunahme der Vorräte Zunahme der kurzfristigen Rückstellungen Veränderung der kurzfristigen Forderungen und Schulden (saldiert) Der Eigenkapitalanteil an der Bilanzsumme ist einschließlich der Sonderposten für Anlage 3 Seite 2 T-EUR 3.070 499 1.400 261 874 499 150 3.184 -3.733 T-EUR Investitionszuschüsse/Spenden nach Verrechnung mit dem Jahresfehlbetrag von 3,31 Mio EUR sowie unter Berücksichtigung der um 1,2 Mio EUR auf 1,4 Mio EUR gesunkenen erfolgsun- wirksamen Einzahlung der Stadt Münster in die Kapitalrücklage um neun Prozentpunkte auf 79 % gesunken. Der Anteil der flüssigen Mittel an der Bilanzsumme ist stichtagsbezogen um 2,19 Mio EUR bzw. 11 % auf 3,85 Mio EUR gesunken. Anlage 3 Seite 3 2.3. Jahresergebnis Das Ergebnis des Geschäftsjahres 2004 liegt mit einem Jahresfehlbetrag von 3,31 Mio EUR deutlich um 1,45 Mio EUR über dem Vorjahresfehlbetrag von 1,86 Mio EUR. Es bleibt aber andererseits um 0,79 Mio EUR unter dem im Wirtschaftsplan 2004 von den Gesellschaftern / Aufsichtsrat mit 4,10 Mio EUR für 2004 genehmigten Jahresfehlbetrag. Bei unveränderten Eintrittspreisen verringerten sich die Umsatzerlöse insgesamt um 218 T EUR bzw. 4%. Ausschlaggebend hierfür war im wesentlichen ein Rückgang der zahlenden Besucher um 11.722 Besucher (1,3 %) auf 868.708 Besucher bei gleichzeitig weiter gestiegenem Jahreskarten- anteil. Hierdurch verringerte sich der Durchschnittserlös je zahlenden Besucher (ohne die in den Eintrittspreisen enthaltenen, an das Delphinarium und das Pferdemuseum abzuführenden Eintritts- preisanteile von 1,22 Mio EUR) um 0,12 EUR (3,1 %) auf 3,81 EUR. Die sonstigen betrieblichen Erträge nahmen insgesamt um 0,43 Mio EUR ab. Dies ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass im Vorjahr infolge des Todes eines ehemaligen Vorstandsmitgliedes 0,29 Mio EUR einnahmeunwirksam aus der Pensionsrückstellung entnommen werden konnten. Darüber hinaus war das Spendenaufkommen vor allem für in situ Artenschutzprojekte, dem gleichlautend hohe Aufwendungen gegenüberstehen und für die im wesentlichen fertiggestellte Schildkrötenanlage im Eingangsbereich um insgesamt 0,14 Mio EUR geringer als im Vorjahr. Die Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, insbesondere die Aufwendungen für den Engerie- und Wasserbezug, liegen mengen- und preisbedingt leicht unter dem Vorjahresniveau (-14 TEUR). Infolge eines jahresdurchschnittlich um eine halbe Stelle höheren Personalstandes, der tariflichen Erhöhungen um linear 1,5 % ab dem 01.04.2004, der Höhergruppierungen sowie der erstmals ganzjährigen Auswirkung der Verbesserung der Lohngruppeneinteilung ab dem 01.06.2003 stieg der Lohn- und Gehaltsaufwand um 44 T EUR bzw. 1,6 %. Mit Zustimmung des Aufsichtsrates wurde nachträglich im Zusammenhang mit der Eingewöhnung von Menschenaffen eine auf ein halbes Jahr befristete Tierpflegerstelle zusätzlich geschaffen. Der Mehraufwand bei den sozialen Abgaben und den Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung von 89 T EUR ist hauptsächlich auf eine um 94 T EUR höhere, ausgabenunwirksame Zuführung zur Pensionsrückstellung infolge der mit Zustimmung des Aufsichtsrates ab dem 01.01.2004 geänderten Versorgungszusage für die Geschäftsführer zurückzuführen. Der Abschreibungsaufwand von insgesamt 1,37 Mio EUR betrifft mit 0,5 Mio EUR außerplan- mäßige Abschreibungen. Diese entfallen auf die Investitionskosten für die im Berichtsjahr fertig- gestellte Neugestaltung der Zoogastronomie. In gleicher Höhe wurden erfolgswirksam Entnahmen aus dem Sonderposten für Investitionszuschüsse der Stadt Münster vorgenommen. Nachdem die Bezirksregierung Münster auf Antrag des Finanzamtes Münster Außenstadt die zur Umsatzsteuerbefreiung gemäß $ 4 Nr. 20a UStG erforderliche Bescheinigung am 05.11.2004 erteilt hat, wurden die auf die entsprechenden Anlagezugänge in den Jahren 1999 - 2004 entfallenden Vor- steuerbeträge von 1,25 Mio EUR vorsichtshalber zu Lasten der Steuerrückstellungen aktiviert und entsprechend der durchschnittlichen Nutzungsdauer in den einzelnen Anlagegruppen abgeschrieben. Der zusätzliche Abschreibungsaufwand betrug im Berichtsjahr 0,2 Mio EUR. Gegen die Ausstellung der Bescheinigung hat die Zoo GmbH am 01.12.2004 Widerspruch eingelegt. 2.4 Anlage 3 Sete U Ohne Berücksichtigung der Pachten für das Delphinarium und das Pferdemuseum (1,22 Mio EUR), die gleichlautend in den Umsatzerlösen enthalten sind, sowie ohne die Einstellung in den Sonder- posten für zweckgebundene Spenden (91 T EUR) und ohne die Aufwendungen für in situ Arten- schutzprojekte in Südostasien (148 T EUR, denen gleichhohe, in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthaltene Spenden bzw. Zuwendungen gegenüberstehen) erhöhten sich die sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 0,59 Mio EUR auf 2,23 Mio EUR. Die Mehraufwendungen beruhen in erster Linie auf um 0,5 Mio EUR höheren Kosten für die Instandhaltung und Reparatur der Zooanlagen, die zu einem erheblichen Teil mittlerweile älter als 30 Jahre sind, sowie der vorsichtshalber vor- genommenen Einstellung der Vorsteuerbelastung aus der möglichen Umsatzsteuerbefreiung im Erfolgsbereich (66 T EUR; i.Vj. 0 T EUR) in die Steuerrückstellung. Zum Ausgleich des Jahresfehlbetrages 2004 in Höhe von 3.312.430,82 EUR schlagen die Geschäftsführer vor, 2.724.699,57 EUR der Kapitalrücklage zu entnehmen und 587.731,25 EUR auf neue Rechnung vorzutragen. Besucherzahlen und Eintrittspreise Im Jahr 2004 kamen die mit 895.200 (i. Vj. mit 908.447) erfaßten Besucher aufgrund folgender Eintrittsausweise: 1. Tageskarten 2004 2003 2004 2003 Einzelkarten Erwachsene 268.015 288.026 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre 127.301 135.813 . 395.316 423.839 Gruppenbesucher Erwachsene 9.405 9.368 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre 74.287 64.303 Begleitpersonen bei Gruppen, Freikarten " 13.432 13.356 97.124 87.027 2. Kinderzuschlag 2 Für Kinder bis zum Alter von 3 Jahren, mit 3 % der Ziff. "Erwachsene" ” 8.040 8.641 Übertrag: 500.480 519.507 nicht zahlende Besucher: 26.492; i. Vj. 28.017 2 Schlüsselung entsprechend der Vereinbarung des Verbandes Deutscher Zoodirektoren Anlage 3 Seite 5 2004 2003 Übertrag: 500.480 519.507 3. Jahreskarten Es wird unverändert davon ausgegangen, dass ein Jahreskarten- inhaber jährlich 20mal den Zoo besucht ?, Bei Familienkarten wird die Durchschnittsfamilie mit 4 Personen zugrunde gelegt. Hieraus ergeben sich folgende Zahlen: Zoojahres- 2004 2003 2004 2003 karten Familien 3.159 3.281 80 Bes.= 252.720 262.480 Erwachsene 1.046 1.046 20 Bes. = 20.920 20.920 Kinder 197 174 20 Bes. = 3.940 3.480 277.580 286.830 Mitglieder-Jahreskarten Zooverein Familien 1.338 1.140 80 Bes.= 107.040 91.200 Einzelpersonen 254 242 20 Bes. = 5.080 4.840 112.120 96.040 Jahresfreikarten Familien 41 54 80 Bes. = 3.280 4.320 Einzelpersonen 87 85 20 Bes. = 1.740 1.700 5.020 6.020 895.200 908.447 Die Zooeintrittspreise blieben 2004 unverändert. Nach der geltenden Zooeintrittspreisregelung sind das Delphinarium und das Westfälische Pferdemuseum für die Besucher wie jedes andere Tierhaus im Allwetterzoo ohne zusätzlichen Eintritt ganztägig geöffnet. Zoo inkl. Delfinarium und Pferdemuseum Tageskarten EUR Erwachsene 11,50 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre 5,75 nicht zahlende Besucher: 26.492; i. Vj. 28.017 ® Schlüsselung entsprechend der Vereinbarung des Verbandes Deutscher Zoodirektoren 3 Anlage Seite Zoo inkl. Delfinarium und Pferdemuseum Tageskarten Gruppen EUR Erwachsene 9,90 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre . 4,95 Kindergärten, Schulklassen 4,95 Jahreskarten Familien 120,00 Erwachsene 60,00 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre 30,00 Jahreskarten Mitglieder Zooverein Familien 108,00 Erwachsene 54,00 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre 27,00 2.5 Tierbestand Der Tierbestand veränderte sich gegenüber dem Vorjahr wie folgt: 2004 2003 2004 2003 604 451 Wirbellose in 49 42 Arten 1.541 934 Fische in 103 100 Arten 86 93 Amphibien in 12 14 Arten 504 376 Reptilien in 51 54 Arten 626 709 Vögel in 103 111 Arten 688 702 Säugetiere in 7 65 Arten 4.049 3.265 Tiere in 389 386 Arten 83 Tiere in 43 Arten sind von auswärts in den Allwetterzoo eingestellt. Anlage Seite yo 2.6 Ausblick auf das Geschäftsjahr 2005 Die Eröffnung des neuen Kinder- und Pferdeparks mit Bistrogastronomie auf einer Fläche von rd. 1,1 Hektar im Anschluss an das Pferdemuseum wird voraussichtlich im 2. Quartal 2005 erfolgen. Die Fertigstellung der Schildkrötenanlage und der BioCity mit Informations- und Ausstellungs- bereich sowie Forscherwerkstatt im Eingangsbereich des Allwetterzoo ist für das 2. Halbjahr 2005 geplant. Der Bau und der Betrieb der BioCity, deren Träger die Westfälische Gesellschaft für Artenschutz e.V. ist, wird mit 0,9 Mio EUR von der NRW Stiftung für Umwelt und Entwicklung gefördert. Trotz der geplanten Inbetriebnahme dieser beiden großen Neuanlagen in 2005 und der damit verbundenen Attraktivitätssteigerung für den Allwetterzoo werden die finanziellen Rahmenbedingungen für den Zoo in 2005 voraussichtlich deutlich enger werden. Bei unveränderten Eintrittspreisen hat der Aufsichtsrat Ende 2004 mit einer einstimmigen Beschlußempfehlung an die Gesellschafterversammlung den von den Geschäftsführern vorgelegten Wirtschaftsplan 2005 mit zwei Ergänzungen, die die Entscheidung über die Inangriffnahme der Verbesserung der Elefantenhaltung und die Personalkosten mit Stellenplan betreffen, versehen. Für die Zoo GmbH ist die Entscheidung zur Verbesserung der Elefantenhaltung vor allen aus Gründen der Arbeitssicherheit der Elefantenpfleger und der tiergärtnerisch unzureichenden Bedingungen für die Bullenhaltung (Bullenstall) sowie unter den Gesichtspunkten der Umsetzung der EU-Richtlinie zur Elefantenhaltung und der Besucherattraktivität (Elefantenbad) dringlich. Darüber hinaus sicht die seit dem 14.02.2005 vorliegende Ratsvorlage zum Wirtschaftsplan 2005 der Zoo GmbH, über die der Rat der Stadt Münster am 16.03.2005 entscheidet, einen gegenüber den vorangegangenen Planungen bzw. Gesprächen der Geschäftsführung mit der Stadt Münster deutlich geringeren städtischen Zuschuss für den Allwetterzoo in Höhe von 2,6 Mio EUR vor. Bei im übrigen unveränderten Vorraussetzungen, die der Aufstellung des Wirtschaftsplanes 2005 zugrunde gelegen haben sowie ohne Berücksichtigung der finanziellen Folgen aus dem laufenden Umsatzsteuerbefreiungsverfahren ist zu erwarten, dass die ganzjährige Zahlungsbereitschaft der Zoo GmbH in 2005 gegeben sein wird. Allerdings wird voraussichtlich im 4. Quartal 2005 die im Winterhalbjahr erforderliche Mindest- liquiditätsausstattung für die Zoo GmbH sehr deutlich unterschritten. Vor diesem Hintergrund müssen die Gesellschafter der Zoo GmbH zusammen mit der Geschäftsführung in 2005 rechtzeitig zu den Beratungen über den städtischen Haushalt 2006 eine neue, längerfristig tragbare Finanzformel für die Jahre ab 2006 ff. entwickeln, damit die Zoo GmbH die notwendige Planungssicherheit erhält. Die Stadt Münster beabsichtigt in diesem Prozess auch das Amt für Wirtschaftlichkeitsprüfung und Revision einzuschalten und hat am 03.03.2005 die Ratsvorlage zum Wirtschaftsplan 2005 und zu den Rahmenbedingungen für die künftige Finanzformel ab 2006 ff. entsprechend ergänzt. Die Bezirksregierung Münster hat am 05.11.2004 auf Antrag des Finanzamtes Münster Außenstadt die zur Umsatzsteuerbefreiung der Zoo GmbH gemäß $ 4 Nr. 20 a Umsatzsteuergesetz erforderliche Bescheinigung erteilt. Hiergegen hat die Zoo GmbH fristwahrend Widerspruch eingelegt. Für die sich aus einer möglichen Umsatzsteuerbefreiung für die Jahre 1999 - 2004 ergebenden finanziellen Risiken (ohne Berücksichtigung der Auswirkungen des $ 15 a UStG) hat die Zoo GmbH vorsichtshalber buchmäßig eine Steuerrückstellung in Höhe von 1,5 Mio EUR gebildet. j Bei einem negativen Ausgang des Umsatzsteuerbefreiungsverfahrens ergeben sich sowohl für die vergangenen Jahre bis 2004 als auch zukünftig erhebliche, zusätzliche finanzielle Belastungen, die die Zoo GmbH mit ihrer derzeitigen Finanzausstattung nicht tragen kann. Die Aufnahme von Fremdkapital zur Schließung von Finanzlücken ist unverändert kein geeigneter Weg, da die Zoo GmbH nicht in der Lage sein wird, die hierfür anfallenden Zins- und Tilgungsleistungen zusätzlich zu erwirtschaften.
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungDetails
- Vorlagen-Nr.
- V/0493/2005
- Typ
- Vorlage
- Datum
- 02.06.2005
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37