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V/0057/2023

Sammelboxen für Pfandflaschen neben Mülleimern installieren

Vorlagen 19.01.2023

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Nächste Beratung: Betriebsausschuss der Abfallwirtschaftsbetriebe, Sitzung am 20.06.2023, TOP 6

Beschlussvorlage

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Ansehen

Antrag an den Rat Nr. A-R/0046/2022

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Beschlussvorlage

5774 Zeichen

V/0057/2023 
V/0057/2023 
 
 
Öffentliche Beschlussvorlage 
Betrifft 
 
Sammelboxen für Pfandflaschen neben Mülleimern installieren 
Antrag der CDU-Fraktion Nr. A-R/0046/2022 an den Rat 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
   22.02.2023 Betriebsausschuss der Abfallwirtschaftsbetriebe Entscheidung 
 
 
Beschlussvorschlag: 
I. Sachentscheidung: 
 
1. In Münster werden auch zukünftig keine Sammelboxen für Pfandflaschen neben öffentlichen Ab-
fallbehältern angebracht. 
 
2. Dem Antrag an den Rat Nr. A-R/0046/2022 (Anlage zu dieser Vorlage) wird nicht gefolgt. 
 
 
II. Finanzielle Auswirkungen: 
 
keine 
 
 
Begründung: 
 
Mit Antrag vom 19.09.2022 an den Rat hat die CDU-Fraktion beantragt, Pfandflaschen-
Sammelbehälter an Mülleimern an den zentralen Orten der Stadtquartiere und am Aasee zu installie-
ren. Dieser Antrag wurde in der Ratssitzung am 26.10.2022 an den Betriebsausschuss der Abfallwirt-
schaftsbetriebe Münster (awm) verwiesen. 
 
 
Die awm haben den Vorschlag eingehend geprüft. Diese Prüfung hatte das Ergebnis, dass eine zu-
sätzliche Installation von Pfandboxen aus den nachstehend genannten Gründen nicht zielführend ist: 
 
Stadtsauberkeit und Stadtgestaltung 
Wie eigene Erfahrungen (bereits in der Vergangenheit wurden Pfandsystem e in Münster getestet), 
aber auch Erfahrungen aus anderen Städten (z.B. Aachen, Dortmund, Düren, Freiburg, Hannover, 
Hildesheim, Ingolstadt, Köln, München Stuttgart etc.) zeigen, verschlechtern im öffentlichen Bereich 
installierte Pfandsysteme die Stadtsauberkeit massiv. So fanden sich in den Pfandsystemen selten 
Abfallw irtschaftsbetriebe 
Münster 
 
10.02.2023 
 
Ihr/e Ansprechpartner/in:  
Herr Walterbusch 
Telefon: 6052-22 
w alterbusch@aw m.stadt-
muenster.de

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V/0057/2023 
Pfandflaschen, sondern eher Abfall (Coffe e-to-go-Becher, zerknüllte Zeitungen, Fast -Food-
Verpackungen und Abfälle anderer Art), was einer zunehmenden Verschmutzung des Umfeldes nach 
sich zieht. Zudem werden Flüssigkeitsreste ausgekippt, was zu einer aufwendig zu beseitigenden 
Verschmutzung des Umfelds führt. 
Für den Bereich der Innenstadt sind zudem weitreichende stadtgestalterische Bedenken zu erwarten. 
In Abstimmung mit vielen Beteiligten ist im Gestaltungskatalog der Stadt Münster das zugelassene 
Stadtmobiliar eindeutig definiert. Eine Installation von Pfandsystemen würde einem einheitlichen und 
abgestimmten Stadtbild zuwiderlaufen. 
 
 
Vandalismus/Zweckentfremdung 
Da in den Sammelb ehältern nicht nur PET-Flaschen, sondern auch Glasflaschen deponiert werden, 
wird der Unsitte Glasflaschen zu zerstören, aktiv Vorschub geleistet. Zudem beseht jederzeit die Ge-
fahr, dass in den Pfandsystemen abgestellte Glasflaschen in Auseinandersetzungen als Waffe oder 
Wurfgeschoss miss braucht werden. Zu erwarten ist weiterhin Vandalismus an den Pfandsystemen. 
Bereits jetzt gibt es immer wieder Vorfälle von abgetretenen und beschädigten Papierkörben. Pfand-
systeme an den Abfallbehältern dienen als Angriffsziel und erhöhen den Reiz, die Zerstörungswut 
weiter auszuleben. 
Oft wurden die Pfandsysteme auch neben der o.g. Zwecken tfremdung als Müllablage auch dahinge-
hend zweckentfremdet, dass hier z.B. Fahrräder angekettet wurden. 
 
 
Gefährdung für Kinder, Passanten und Tiere 
Flüssigkeitsreste in den Flaschen gefährden Kinder, da sie so leichter Zugang zu alkoholischen Ge-
tränke (z.B . Bierflasche) erhalten. Zudem werden durch leeren Flaschen in den Sommermonaten 
Insekten (z.B. Wespen) angelockt, was eine Gefährdung darstellt. Der bereits o.g. Glasbruch gefähr-
det die Pfoten von Hunden. 
 
 
Auswirkungen auf die Pfandsammlerinnen und Pfandsammler 
Die Erfahrungen aus den anderen Kommunen zeigen, dass trotz der Pfandsysteme die Pfandsamm-
lerinnen und Pfandsammler weiterhin in den Abfallgefäßen suchen. Dieses wird durch Pfandsysteme 
nicht verhindert. Im Gegenteil, Erfahrungen anderer Städte haben gezeigt, dass durch die Pfandsys-
teme sich andere Gruppen (die es eigentlich nicht nötig haben) oder auch organisierte Banden die 
Flaschen aneignen und so denen, für die das Pfand gedacht war, entziehen. Wie Befragungen in 
Nürnberg und München ergeben ha ben, stehen die vorgesehenen Zielgruppen der Pfandsysteme 
den Pfandsystemen sogar kritisch gegenüber. 
 
 
Abfallbehälter 
Eine Installation von Pfandsystemen an Abfallbehältern erhöht Aufwand der Leerung. Zudem muss in 
den o.g. Fällen das Umfeld von Abfällen und Glasbruch noch zusätzlich gereinigt werden, was eine 
effiziente Leerung der Abfallbehälter verhindert.  
 
 
Veranlagung/Haftungsrecht 
Die Beschaffung und der Unterhalt der Pfandsysteme kann nicht über die Gebühren gedeckt werden. 
Dementsprechend müssten die Pfandsysteme anderweitig finanziert werden. 
Ferner ist bei der Installation der Pfandsysteme immer auch die Haftungsfrage zu diskutieren. Hier 
handelt es sich im Regelfall um nicht -normierte Systeme. Insbesondere vor dem Hintergrund mögli-
cher Vandalismusschäden (z.B. dadurch entstehende scharfe Kanten) und der damit verbundenen 
anschließenden Unfallgefahr für unbeteiligte Dritte, ist allein schon aus haftungsrechtlichen Gründen 
die Installation von Pfandsystem abzulehnen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Pfandsysteme oft 
in Kopfhöhe von Kindern installiert sind, was im Falle eines Unfalls weitreichende Folgen nach sich 
zieht.

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Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Pfandsysteme nicht den erhofften Nutzen bringen, der 
suggeriert wird. Vielmehr führ en Pfandsysteme im öffentlichen Raum zu weitaus mehr Problemen. 
Daher haben sich diese Systeme in den Kommunen auch nicht durchgesetzt, wie eine Untersuchung 
des Verbandes kommunaler Unternehmen e.V. (VK U) ergeben hat. 
 
 
 
 
I. V. 
 
gez. 
 
Heuer 
Stadtrat 
 
 
Anlage: Antrag an den Rat Nr. A-R/0046/2022

Antrag an den Rat Nr. A-R/0046/2022

1197 Zeichen

Antrag an den Rat Nr. A-R/0046/2022 
 
 
 
 Münster, 19. September 2022 
 
 
RATSANTRAG 
 
Sammelboxen für Pfandflaschen neben Mülleimern 
installieren 
Die Verwaltung wird beauftragt, eine Einrichtung von Pfandflaschen-Sammelbehältern an 
Mülleimern an den zentralen Orten der Stadtquartiere und am Aasee zu realisieren. 
 
Begründung 
„Die Würde des Menschen in unantastbar.“ Trotzdem suchen viele Menschen im Abfall öf-
fentlicher Mülltonnen nach Pfandflaschen. Die Sammler müssen sich dabei zurzeit durch 
dreckigen Müll oder sogar Scherben wühlen.  
 
Durch Sammelboxen kann das Sammeln hygienischer ablaufen und die Verletzungsgefahr 
ist geringer. Eine Beschriftung wie „Pfandspende für Sammler“ scheint sinnvoll, um Spen-
dern und Sammlern den Zweck zu erklären.  
 
Solche Behälter sind bereits in verschiedenen Großstädten und auch an Flughäfen im Ein-
satz. Obdachlosenvereine kümmern sich dort um die Leerung. Das Geld kommt ihrer Arbeit 
zugute.  
 
Verwiesen wird in diesem Zusammenhang ebenfalls auf frühere Anregungen des Jugendra-
tes und der FDP, Pfandregale einzurichten, auf denen Pfandflaschen neben Mülltonnen ab-
gestellt werden können. 
 
 
 
Gez. Stefan Weber und Fraktion

Beratungsverlauf (1)

20.06.2023 Betriebsausschuss der Abfallwirtschaftsbetriebe
TOP 6 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: mehrheitlich beschlossen

Zur Sitzung

Details

Vorlagen-Nr.
V/0057/2023
Typ
Vorlagen
Datum
19.01.2023
Erstellt
19.01.2023 13:57