V/0482/2021
Jahresabschluss 2020 der Stadtwerke Münster GmbH
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Beschlussvorlage
4752 Zeichen
V/0482/2021 V/0482/2021 Öffentliche Beschlussvorlage Betrifft Jahresabschluss 2020 der Stadtwerke Münster GmbH Beratungsfolge 22.06.2021 Ausschuss für Wohnen, Liegenschaften, Finanzen und Wirtschaft Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: Die Vertretung der Stadt Münster in der Gesellschafterversammlung der Stadtwerke Münster GmbH wird ermächtigt, folgende Entscheidungen zu treffen: 1. Der Jahresabschluss der Stadt werke Münster GmbH zum 31.12.2020 in der vorliegenden, vom Abschlussprüfer BKP Dr. Bergmann Kauffmann und Partner GmbH & Co. KG, Dortmund, mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk testierten Fassung, wird von der Stadt Münster als alleinige Gesellschafterin der Stadtwerke Münster GmbH festgestellt. (Anlage 2) 2. Aus dem Jahresüberschuss von 11.280 T€ verbleibt nach Anrechnung der bereits im Dezem- ber 2020 geleisteten Vorabgewinnausschüttung von 6.500 T€ ein Betrag von 4.780 T€, der auf Vorschlag der Geschäftsführung in die Gewinnrücklagen eingestellt wird. 3. Der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2020 wird zur Kenntnis genommen. 4. Aufsichtsrat und Geschäftsführung der Stadtwerke Münster Gmb H wird für das Geschäftsjahr 2020 Entlastung erteilt. II. Finanzielle Auswirkungen: Die Vorabgewinnausschüttung in Höhe von 6.500 T€ erfolgte bereits im Dezember 2020. Amt für Finanzen und Beteiligungen 15.06.2021 Ihr/e Ansprechpartner/in: Frau Rothermundt Telefon: 492-2006 Rothermundt@stadt- muenster.de - 2 - V/0482/2021 Begründung: Die Stadtwerke Münster GmbH ist eine 100 %ige Tochtergesellschaft der Stadt Münster. Gemäß § 12 des Gesellschaftsvertrages obliegt der Gesellschafterversammlung u. a. die Beschlussfassung über die Feststellung des Jahresabschlusses und die Verwendung des Ergebnisses sowie die Entlas- tung der Mitglieder der Geschäftsführung und des Aufsichtsrates. Die Stadtwerke Münster GmbH schließt das Geschäftsjahr 20 20 mit einer Bilanzsumme von 519.919 T€ (VJ: 537.687 T€) bei einem Jahresüberschuss von 11.280 T€ (VJ: 10.334 T€) ab. Ge- genüber dem Wirtschaftsplan wurde der geplante Jahresüberschuss i.H.v. 8.132 T€ um 39,5 % über- troffen. Die Ertrags- und Aufwandslage der Stadtwerke Münster GmbH zeigt im Geschäftsjahr 2020 in fast allen Posten der Gewinn - und Verlustrechnung große Unterschiede im Vergleich zu 2019 , die größtenteils als Auswirkungen aus der Übertragung der Versorgungsnetze zum 01.01.2020 auf die große Netzgesellschaft, die Stadtnetze Münster GmbH (vormals münsterNETZ GmbH) , zu erklären sind. Im Jahresabschluss 2020 der Stadtwerke Münster GmbH (Anlage 2) wird auf die Reduzierung von Erträgen und Aufwendungen und ein damit einhergehendes negatives Betriebsergebnis i.H.v. -11.791 T€ (VJ: +10.484 T€) zugunsten deutlich erhöhte r Finanzerträge - besonders aufgrund des Ergebnisabführungsvertrages mit der Stadtnetze Münster GmbH (25.034 T€; VJ: 8.581 T€) - detail- liert eingegangen. Die Corona-bedingten Erlösrückgänge konnten insbesondere im stark betroffenen Verkehrsbereich durch Mittel des ÖPNV-Rettungsschirms kompensiert werden. Die Vorabgewinnausschüttung an die Stadt Münster in Höhe von 6 .500 T€ erfolgte bereits im De- zember 20 20. Der übrige Jahresüberschuss soll i.H.v. 4.780 T€ in die Gewinnrücklagen eingestellt werden. Die BKP Dr. Bergmann, Kauffmann und Partner GmbH & Co. KG, Dortmund, hat der Stadt- werke Münster GmbH den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt. Die öffentliche Zweckset- zung der Stadtwerke Münster GmbH gemäß Gemeindeordnung NRW wurde in allen Fällen erfüllt. Ausführliche Informationen sind dem Jahresabschluss 20 20 (Anlage 2) und der Aufsichtsratsvorla- ge 07/2021 (Anlage 1) zu entnehmen, die der Aufsichtsrat der Stadtwerke Münster GmbH in seiner Sitzung am 18.06.2021 beraten wird. Über das Ergebnis wird mündlich berichtet. Einschätzung des Beteiligungsmanagements zum Jahresabschluss Nach Prüfung des Jahresabschlusses durch die BKP Dr. Bergmann, Kauffmann und Partner GmbH & Co. KG, Dortmund, haben sich aus Sicht des Beteiligungsmanagements keine Einwendungen gegen oder zusätzliche Hinweise zum Jahresabschluss der Stadtwerke Münster GmbH ergeben. Nach Durchsicht des vorgelegten und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehenen Jah- resabschlussberichtes ers cheint der Jahresabschluss als plausibel und vermittelt ein hinreichend nachvollziehbares Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Stadtwerke Münster GmbH zum Bilanzstichtag 31.12.2020. i.V. gez. Christine Zeller Stadtkämmerin Anlagen: Anlage 1: Vorlage an den Aufsichtsrat Nr. 07/2021 zum Jahresabschluss 2020 Anlage 2: Jahresabschluss und Lagebericht 2020 Anlage A
Anlage A
1956 Zeichen
Anlage A zur V/0482/2021 Kurzüberblick Die Stadtwerke Münster GmbH ist eine 100 %ige Tochtergesellschaft der Stadt Münster. Gemäß § 12 f-g des Gesellschaftsvertrages obliegt der Gesellschafterversammlung u. a. die Be- schlussfassung über - die Feststellung des Jahresabschlusses und die Verwendung des Ergebnisses - die Entlastung der Mitglieder der Geschäftsführung und des Aufsichtsrates. Zur Ermächtigung der Vertretung der Stadt Münster in der Gesellschafterversammlung der Stadtwerke Münster GmbH ist ein Beschluss des Ausschuss für Wohnen, Liegenschaften, Finanzen und Wirtschaft notwendig. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Die Stadtwerke Münster GmbH ist eine 100 %-ige Beteiligung der Stadt Münster. Ihr obliegt gemäß Gesellschaftsvertrag die Versorgung der Bevölkerung – vornehmlich innerhalb der Stadt Münster – mit Energie und Wasser, der öffentliche Personennahverkehr, der Hafenbe- trieb, die Betriebsführung der Straßenbeleuchtung, der Bau und Betrieb von Bädern, die Beteili- gung an Unternehmen der Versorgungs- und Verkehrswirtschaft sowie die Beteiligung an sonsti- gen Unternehmen, insbesondere soweit, als diese geeignet sind, den Gesellschaftszweck zu för- dern, sowie die Telekommunikation und damit im Zusammenhang stehende Dienstleistungen so- wie Geschäfte jeder Art, die der Erreichung des Gesellschaftszwecks mittelbar oder unmittelbar dienen. Finanzierung Produktgruppe: 1501 Anteile an Unternehmen 150101 Stadtwerke Münster GmbH Auswirkungen auf den Ergebnisplan Ja X Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja X Nein Die Vorabgewinnausschüttung in Höhe von 6.500 T€ erfolgte bereits im Dezember 2020. Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist X vollständig pflichtig überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig vollständig freiwillig k.A. Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) k.A:
V_0482_2021_Anlage 1_AR-Vorlage 07_2021 SWMS JA 2020 final
6068 Zeichen
Seite 1 Münster, 31.05.2021 Vorlage an den Aufsichtsrat Nr. 07/2021 Betreff Jahresabschluss 2020 der Stadtwerke Münster GmbH Berichterstatter Herr Sebastian Jurczyk Anlage Prüfungsbericht des Abschlussprüfers mit Bestätigungsvermerk, darin als Anlagen enthalten: Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2020, bestehend aus: - Bilanz - Gewinn- und Verlustrechnung - Anhang sowie - Lagebericht Antrag Der Aufsichtsrat wolle beschließen: Der Gesellschafterversammlung werden folgende Beschlüsse zur Annahme empfohlen: 1. Der Jahresabschluss der Stadtwerke Münster GmbH zum 31.12. 2020 in der vor- liegenden, vom Abschlussprüfer BKP Dr. Bergmann Kauffmann und Partner GmbH & Co. KG, Dortmund , mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk testier- ten Fassung, wird von der Stadt Münster als alleiniger Gesellschafterin der Stadt- werke Münster festgestellt. 2. Aus dem Jahres überschuss von 11.280.000,00 EUR verbleibt nach Anrechnung der bereits im Dezember 2020 geleisteten Vorabgewinnausschüttung von 6.500.000 EUR ein Betrag von 4.780.000,00 EUR, der auf Vorschlag der Ge- schäftsführung in die Gewinnrücklagen eingestellt wird. 3. Der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2020 wird zur Kenntnis genommen. Seite 2 4. Aufsichtsrat und Geschäftsführung der Stadtwerke Münster GmbH werden für das Geschäftsjahr 2020 Entlastung erteilt. Begründung Mit einem Jahresüberschuss von 11,3 Mio. EUR übertrifft das Ergebnis des Geschäfts- jahres 2020 das geplante Ergebnis von 8,1 Mio. EUR. Das operative Ergebnis liegt er- freulicherweise trotz der wirtschaftlichen Effekte durch die Corona-Krise über den Erwar- tungen. Hintergrund dafür sind zum einen der Corona-Rettungsschirm für den ÖPNV, den Bund und Land NRW im Herbst 2020 zur Verfügung gestellt haben, zum anderen aber insbesondere auch bereits f rühzeitig im Mai 2020 ergriffene Gegensteuerungsmaßnah- men des Stadtwerk e-Managements. Dabei wurde ein Budgetvolu men in Höhe von ca. 5 Mio. € durch die Stadtwerke Münster und die Stadtnetze Münster proaktiv eingespart, um sowohl das Ergebnis als auch die Ausschüttung an die Stadt Münster gegen die ab- sehbaren wirtschaftlich en Corona -Belastungen abzusichern. Die Einsparmaßnahmen wurden im Jahresverlauf eng controlled und erfolgreich umgesetzt. Ergänzt um die Er- träge aus der Veräußerung von Grundstücken bildete es die Grundlage für dieses insge- samt gute Jahresergebnis. Im Kerngeschäft konnte vor allem im Energievertrieb durch höhere Lieferungen an Ge- werbekunden innerhalb des eigenen Netzgebiets sowie durch eine Absatzsteigerung bei den Ökostromprodukten Mengenrückgängen in anderen Segmenten entgegengewirkt werden. Im Wasservertrieb wurden die geplanten Mengen und Erlöse leicht übertroffen. Die Stromerzeugung der GuD-Anlage blieb hinter der für das Geschäftsjahr 2020 ange- setzten Planmenge deutlich zurück. Dies ist vor allem auf einen Generatorschaden an der Gasturbine zurückzuführen, die dadurch zeitweise nicht zur Produktion bereitstand. Die Zahl der Fahrgäste reduzierte sich durch die Corona-Pandemie deutlich, so dass sich in 2020 die seit Jahren positive Entwicklung im öffentlichen Personennahverkehr in Münster nicht fortsetzte. Das von der Stadtnetze Münster GmbH (vormals münsterNETZ GmbH) übernommene Ergebnis von 25,0 Mio. EUR lag deutlich über dem Ergebnis des Vorjahres von 8,6 Mio. EUR. Ursächlich hierfür ist insbesondere die Ausgliederung des Teilbetriebs Versor- gungsnetze von der Stadtwerke Münster GmbH auf die Stadtnetze Münster GmbH , die mit wirtschaftlicher Wirkung zum 01.01.2020 vollzogen wurde. Weitere Erläuterungen der Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Ein- zelnen sowie der Geschäftsfelder finden sich in dem beigefügten Lagebericht (Anlage zum Prüfungsbericht). Seite 3 Einhaltung der öffentlichen Zwecksetzung gemäß Gemeindeordnung Zur Einhaltung der öffentlichen Zwecksetzung und zur Zweckerreichung nehmen wir ge- mäß § 108 Abs. 3 der Gemeindeordnung Nordrhein-Westfalen für unsere wichtigsten Ge- schäftsbereiche wie folgt Stellung: In der Strom- und Erdgasversorgung haben wir gemäß § 1 des Energiewirtschaftsgeset- zes eine möglichst sichere, preisgünstige, verbraucherfreundliche, effiziente und umwelt- verträgliche Versorgung der Allgemeinheit anzustreben. Dieses Ziel wurde im Geschäfts- jahr 2020 in allen Punkten erreicht. In der Wasserversorgung haben die Stadtwerke gemäß § 47 a Landeswassergesetz NRW eine dem Gemeinwohl entsprechende öffentliche Wasserversorgung sicherzustel- len. Darüber hinaus haben die Stadtwerke als mit der Wasserversorgung verpflichtetes Unternehmen auf einen haushälterischen Umgang mit dem Wasser hingewirkt. Ebenfalls haben die St adtwerke gemäß § 1 der Trinkwasserver ordnung Wasser geliefert, das die menschliche Gesundheit vor nachteiligen Einflüssen, die sich aus der Verunreinigung von Wasser ergeben können, schützt. Im Verkehrsbereich haben die Stadtwerke Münster im Auftrag der Stadt Münster als Auf- gabenträger des öffentlichen Nahverkehrs jederzeit sichere, effiziente und hochwertige Verkehrsleistungen angeboten. Die Vorgaben der Stadt Münster nach dem aktuellen Nah- verkehrsplan wurden jederzeit erfüllt. Die Stadtwerke Münster haben auch im Geschäftsjahr 2020 entsprechend ihrer Satzung die Kunden und die Bevölkerung beraten mit dem Ziel, den Verbrauch von Energie und Wasser zu reduzieren. Ebenfalls ist die Bereitschaft zum Einsatz regenerativer Energie- träger durch das Unternehmen gefördert worden. Die öffentliche Zwecksetzung der Stadtwerke Münster GmbH gemäß Gemeindeordnung NRW wurde in allen Fällen erfüllt. Der Jahresabschluss 2020 sowie der Lagebericht für das Geschäftsjahr 2020 sind von der BKP Dr. Bergmann Kauffmann und Partner GmbH & Co. KG, Wirtschaftsprüfungsge- sellschaft, Dortmund, geprüft worden. Beanstandungen haben sich nicht ergeben. Der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk wurde erteilt. Stadtwerke Münster GmbH gez. Sebastian Jurczyk gez. Frank Gäfgen
V_0482_2021_Anlage 2_AR-Vorlage SWMS JA 2020
149975 Zeichen
Stadtwerke Münster
Stadtwerke Münster GmbH,
Münster
Jahresabschluss und Lagebericht
zum 31. Dezember 2020
Jahresabschluss und Lagebericht
zum 31. Dezember 2020
Bestätigungsvermerk
Stadtwerke Münster GmbH
Münster
Bilanz der Stadtwerke Münster GmbH
zum 31.12.2020
Aktivseite
A. Anlagevermögen
1. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche
Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie
Lizenzen an solchen Rechten und Werten
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten
einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken
2. Verteilungsanlagen
3. Glasfaseranlagen
4. Sonstige technische Anlagen und Maschinen
5. Fahrzeuge für Personenverkehr
6. Andere Anlagen, Betriebs-und Geschäftsausstattung
7. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen
3. Beteiligungen
4. Ausleihungen an Unternehmen,
mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
5. Sonstige Ausleihungen
B. Umlaufvermögen
1. Vorräte
1. Roh-, Hilfs-und Betriebsstoffe
2. Unfertige Leistungen
3. Fertige Erzeugnisse und Waren
4. Emissionsrechte
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
2. Forderungen gegen den Gesellschafter
3. Forderungen gegen verbundene Unternehmen
4. Forderungen gegen Unternehmen,
mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
5. Sonstige Vermögensgegenstände
III. Kassenbestand,
Guthaben bei Kreditinstituten
C. Rechnungsabgrenzungsposten
Stand Stand
31.12.2020 31.12.2019
EUR TEUR
4.508.791,00 5.241
40.295.986,39 65.386
3.207.489,00 168.496
11.292.333,00 2.885
38.077.860,00 52.033
7.158.377,00 6.903
8.457.071,43 14.277
11.540.244,75 27.634
120.029.361,57 337.614
193.086.400,05 33.839
60.038.172,00 7.273
8.573.786,54 8.103
4.540.256,85 5.031
1.193.447,65 1.491
267.432.063,09 55.737
391.970.215,66 398.592
6.829.608,09 8.782
1.351.720,79 3.653
95.950,05 4.074
1.720.507,89 96
9.997.786,82 16.605
46.555.791,28 51.728
1.781.300,98 7.863
29.571.722,95 2.231
3.219.656,26 2.578
12.414.496,08 14.040
93.542.967,55 78.440
24.004.629,51 43.697
127.545.383,88 138.742
403.843,04 353
519.919.442,58 537.687
Passivseite Stand Stand
31.12.2020 31.12.2019
EUR TEUR
A. Eigenkapital
1. Gezeichnetes Kapital 51.200.000,00 51.200
II. Kapitalrücklage 107 .125.325,40 106.828
III. Gewinnrücklagen
Andere Gewinnrücklagen 75.198.657,02 70.419
IV. Bilanzgewinn/Bilanzverlust 0,00 0
233.523.982,42 228.447
B. Empfangene Ertragszuschüsse 0,00 1.460
C. RückstellunQen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 45.585.900,00 51.642
2. Steuerrückstellungen 10.067.350,95 13.397
3. Sonstige Rückstellungen 35.417.089,20 40.604
91.070.340, 15 105.643
D. Verbindlichkeiten
1. Genussscheinkapital 1.550.000,00 1.613
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 107.162.097,43 102.494
3. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 46.550,00 1.830
4. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 32.886.413,98 44.247
5. Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter 1.275.016,80 613
6. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 34.352.294,26 66
7. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen,
mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1.507.566,44 8.413
8. Sonstige Verbindlichkeiten 14.778.201,97 14.514
Davon aus Steuern 4.227.560,46 €
(i. Vj. 6.333.793,76 €)
Davon im Rahmen der
sozialen Sicherheit 0,00 €
(i. Vj. 0,00€)
193.558.140,88 173.790
E. Rechnungsabgrenzungsposten 1.766.979,13 28.347
519.919.442,58 537.687
Gewinn-und Verlustrechnung der Stadtwerke Münster GmbH
für das Geschäftsjahr 2020 (01.01.-31.12.)
Brutto-Umsatzerlöse
Strom-und Energiesteuern
1. Umsatzerlöse
2. Erhöhung oder Verminderung des Bestands an unfertigen Leistungen
3. Andere aktivierte Eigenleistungen
4. Sonstige betriebliche Erträge
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs-und Betriebsstoffe und
für bezogene Waren
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen
6. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung
und für Unterstützung
Davon für Altersversorgung 6.017.314,39 €
(i. Vj. 6.602.732,03 €)
7. Abschreibungen
auf immaterielle Vermögensgegenstände des
Anlagevermögens und Sachanlagen
8. Sonstige betriebliche Aufwendungen
a) Konzessionsabgaben
b) übrige betriebliche Aufwendungen
9. Erträge aus Beteiligungen
Davon aus verbundenen Unternehmen
(i. Vj.
10. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen
11. Erträge aus anderen Wertpapieren
3.470.000,00 €
2.722.500,00 €)
und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens
12. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
Davon aus verbundenen Unternehmen 1.549.282,56 €
i. V. 64.663,54 €
13. Abschreibungen auf Finanzanlagen
14. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
Davon an verbundene Unternehmen
i.V.
15. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
16. Ergebnis nach Steuern
17. Sonstige Steuern
18.Jahresüberschuss
19. Einstellung in andere Gewinnrücklagen
20. Vorabgewinnausschüttung
21. Bilanzgewinn
2.938,76€
3.764,63 €
-~- 1---- Frank e
2020
EUR
559.245.811,44
-34.504.160, 78
524.741.650,66
-3.814.250,93
436.827,83
16.454.995,06
263.837.339, 14
168.424.857,23
432.262.196,37
43.881.919,58
14.514.051,95
58.395.971,53
17.548.590,43
5.700.655,04
34.944.258,00
40.644.913,04
4.441. 783,57
25.033. 784,53
66.579,91
1.692.764,92
296.730,00
3.959.184,73
3.908.009,08
12.038.540,37
758.540,37
11.280.000,00
4.780.000,00
6.500.000,00
0,00
2019
EUR
612.373.258,55
-35. 721.024,82
576.652.233, 73
-2. 700.220,42
9.295.069,91
27 .902.317,84
261.340.251,25
182.404.845, 77
443.745.097,02
58.938.383,65
18.175.133,96
77.113.517,61
28.064.840,08
17.541.989,49
32. 763. 722,53
50.305.712,02
3.842.004,63
8.580.907,98
138.545,76
168.880,21
296.730,00
4.973.991,24
7.610.207,06
11. 769.644,61
1.435.644,61
10.334.000,00
3.834.000,00
6.500.000,00
0,00
Anhang der Stadtwerke Münster GmbH
für das Geschäftsjahr 2020 (01.01. -31.12.)
Handelsregister B des Amtsgerichts Münster, Handelsregisternummer HRB 343
1. Angaben zur Form der Darstellung von Bilanz und Gewinn-und Verlustrechnung
Der Jahresabschluss wurde unter Beachtung des Handelsgesetzbuches, des
GmbH-Gesetzes sowie des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) aufgestellt.
Die Bilanz und die Gewinn-und Verlustrechnung der Stadtwerke Münster GmbH (Stadt
werke Münster), Münster, wurden nach den für große Kapitalgesellschaften geltenden Vor
schriften gegliedert. Unter Berücksichtigung der aus der Art des Betriebs folgenden Beson
derheiten wurde die Darstellung der Sachanlagen in der Bilanz (§ 265 Abs. 5 HGB) um die
Posten
-Verteilungsanlagen
-Glasfaseranlagen
-Fahrzeuge für Personenverkehr,
die Darstellung der Vorräte um den Posten
-Emissionsrechte,
die Darstellung der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände um den Posten
-Forderungen gegen den Gesellschafter
und die Darstellung der Verbindlichkeiten um den Posten
-Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter
erweitert.
Die Gewinn-und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.
Durch die Ausgliederung des Teilbetriebs Versorgungsnetze von der Stadtwerke Münster
auf die Stadtnetze Münster GmbH (Stadtnetze Münster, vormals: münsterNETZ GmbH),
Münster, zum 01.01.2020 ist die Vergleichbarkeit mit den Vorjahresbeträgen im Jahresab
schluss eingeschränkt.
II. Erläuterungen zu Posten von Bilanz und Gewinn-und Verlustrechnung
Die Stadtnetze Münster ist durch einen Beherrschungs-und Ergebnisabführungsvertrag
(Teilbeherrschungsvertrag für den regulierten Bereich) mit der Stadtwerke Münster organ
schaftlich verbunden. Die Strom-, Gas-, Wärme-und Wasserversorgungsnetze waren in
der Vergangenheit an die Stadtnetze verpachtet. Mit Vertrag vom 26. Juni 2020 wurde der
Teilbetrieb Versorgungsnetze von der Stadtwerke Münster auf die Stadtnetze ausgeglie
dert. Die Ausgliederung erfolgte mit wirtschaftlicher Rückwirkung auf den 1. Januar 2020.
Zwischen den Gesellschaften bestehen Dienstleistungsverträge zu Planung, Bau, Betrieb
und Instandhaltung der bei den Stadtwerken Münster angesiedelten Bereiche Breitband
und Straßenbeleuchtung sowie zu verschiedenen, insbesondere kaufmännischen Dienst
leistungen.
Das Ergebnis der Stadtnetze Münster zum 31. Dezember 2020 in Höhe von 25,0 Mio.
EUR (Vorjahr: 8,6 Mio. EUR) wird aufgrund des bestehenden Ergebnisabführungsvertrags
von der Stadtwerke Münster übernommen.
1. Bilanzierungs-und Bewertungsmethoden
Soweit Ansatzwahlrechte ausgeübt wurden, sind diese bei den Angaben zu Posten der
Bilanz erläutert.
Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände und die Sachanlagen
sind zu Anschaffungs-oder Herstellungskosten bewertet worden.
Die Herstellungskosten für selbst erstellte Anlagen enthalten die direkt zurechenbaren
Einzelkosten sowie Lagergemeinkosten. Der durchschnittliche Lagergemeinkostenzu
schlag betrug 26,5 % auf Lagermaterialentnahmen. Fremdkapitalzinsen sind nicht in die
Herstellungskosten eingegangen. Erhaltene Zuschüsse sind von den Anschaffungs-und
Herstellungskosten abgesetzt worden.
Bei den planmäßigen Abschreibungen werden grundsätzlich die betriebsgewöhnlichen
Nutzungsdauern zugrunde gelegt. Zugänge werden seit dem Geschäftsjahr 2011 linear
(zuvor degressiv) abgeschrieben.
Die betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern im Anlagevermögen betragen bei:
1 mmateriellen Vermögensgegenständen
Grundstücksgleichen Rechten und Bauten einschließlich
der Bauten auf fremden Grundstücken
Verteilungsanlagen
Glasfaseranlagen
Technischen Anlagen und Maschinen
Anderen Anlagen, Betriebs-und Geschäftsausstattung
3 - 7 Jahre
7 -50 Jahre
20 -55 Jahre
5 -20 Jahre
5 -22 Jahre
5 -14 Jahre
Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten bis 250 EUR werden unmittelbar als
Aufwand gebucht. Geringwertige Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten zwi
schen 251 EUR und 800 EUR werden im Zugangsjahr in voller Höhe abgeschrieben.
Von den Finanzanlagen wurden die sonstigen Ausleihungen, soweit es sich um unver
zinsliche oder niedrigverzinsliche Darlehen handelt, zum Nennwert bewertet. Die übri
gen Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten abzüglich vorgenommener Wertbe
richtigungen ausgewiesen. Soweit die Gründe für die Wertberichtigungen zum Bilanz
stichtag nicht mehr bestehen, ist entsprechend § 253 Abs. 5 HGB zugeschrieben wor
den.
Zum 28. Dezember 2017 wurde der Bürgerwindpark Löningen GmbH, Löningen, ein
Gesellschafterdarlehen in Höhe von 10.182 TEUR gewährt. Dieses wird unter Auslei
hungen an verbundene Unternehmen ausgewiesen. Der Restwert des Darlehens nach
planmäßiger Tilgung beträgt zum 31. Dezember 2020 5.818 TEUR.
Im Zusammenhang mit der Ausgliederung des Teilbetriebs Versorgungsnetze wurde der
Stadtnetze zum 1. Januar 2020 ein Gesellschafterdarlehen in Höhe von 54.220 TEUR
gewährt. Dieses wird unter Ausleihungen an verbundene Unternehmen ausgewiesen.
Der Darlehensstand beträgt zum 31. Dezember 2020 unverändert 54.220 TEUR.
Die Roh-, Hilfs-und Betriebsstoffe sind unter Berücksichtigung von Abschreibungen
gemäß§ 253 Abs. 4 HGB zu fortgeschriebenen, durchschnittlichen Anschaffungskosten
oder zum niedrigeren Börsen-oder Marktpreis am Abschlussstichtag bewertet.
Die unfertigen Erzeugnisse werden zu Herstellungskosten (Einzelkosten und angemes
sene Teile der Gemeinkosten) bewertet. Die unter den Waren ausgewiesenen Wasser
vorräte werden zu Anschaffungskosten bewertet.
Die den Stadtwerken Münster unentgeltlich zugeteilten Emissionsrechte nach § 9 TEHG
(Treibhausgas-Emissionshandelsgesetz) i. V. m. § 8 TEHG i. V. m. § 7 ZuG 2012 (Zu
teilungsgesetz) sind mit dem Wert von EUR 1 ausgewiesen. Erworbene Emissionsrechte
werden zu Anschaffungskosten bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Wert (Markt
wert) zum Bilanzstichtag ausgewiesen. Die nicht abgerechneten Aufträge an Dritte (un
fertige Leistungen) in Höhe von 1.352 TEUR (im Vorjahr 3.653 TEUR) werden unter den
Vorräten bilanziert.
Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände sowie flüssige Mittel sind zum Nennwert
oder -soweit erforderlich -unter Berücksichtigung des erkennbaren Ausfallrisikos
bewertet. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen und Beteiligungsun
ternehmen von insgesamt 4,1 Mio. EUR (Vorjahr 40,2 Mio. EUR) wurden mit den jewei
ligen Forderungen verrechnet.
Die bis einschließlich 2002 empfangenen Ertragszuschüsse (Baukostenzuschüsse
Netz) wurden auf den Altbestand mit 5 % des Ursprungswerts aufgelöst. Im 20. Jahr
nach Zugang wurde der Abgang unterstellt und der verbliebene Ursprungswert vollstän
dig aufgelöst. Die Zugänge wurden ab dem 1. Januar 2003 direkt gegen die Positionen
des Anlagevermögens verrechnet und wirkten sich entsprechend den dort geltenden
Nutzungsdauern abschreibungsmindernd aus. Der Sonderposten (in Höhe von 1,5 Mio.
EUR) bzw. die geminderten Anschaffungskosten der betreffenden Anlagen wurden zum
01.01.2020 infolge der Ausgliederung an die Stadtnetze übertragen.
Für Anschlüsse an die der Regulierung nach Energiewirtschaftsrecht unterliegenden
Netze der Strom-und Gasversorgung von den Anschlussnehmern an den Netzbetreiber
gezahlte Ertragszuschüsse, wurden vom Netzbetreiber im Rahmen des vor der Ausglie
derung der Versorgungsnetze bestehenden Pachtvertrags an die Stadtwerke Münster
GmbH als Netzeigentümer weitergeleitet. Die Beträge wurden nach den Regelungen des
Energiewirtschaftsrechts ab 2007 als Pachtvorauszahlungen betrachtet und in einen
passiven Rechnungsabgrenzungsposten eingestellt, der über 20 Jahre aufgelöst wurde.
Der passive Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von 25,3 Mio. EUR wurde zum
01.01.2020 im Zuge der Ausgliederung an die Stadtnetze übertragen und dort infolge
der Konfusion von aktivem und passivem Rechnungsabgrenzungsposten aufgelöst.
Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurden nach dem ver
sicherungsmathematischen Verfahren der "projected unit credit method" (Methode der
laufenden Einmaiprämie) ermittelt. Diese Methode geht davon aus, dass in jedem
Dienstjahr ein zusätzlicher Teil des endgültigen Leistungsanspruchs erarbeitet wird, und
bewertet jeden dieser Leistungsbausteine separat, um so die endgültige Verpflichtung
aufzubauen. Als Rechnungszins wurde gemäß § 253 Abs. 2 HGB in Verbindung mit der
Rückstellungsabzinsungsverordnung der für Ende Dezember 2020 veröffentlichte Wert
der Bundesbank in Höhe von 2,30 % einbezogen und somit das Wahlrecht zur Abzin
sung über eine Laufzeit von 15 Jahren genutzt. Als Rechnungsgrundlage dienten die
Richttafeln 2018 G von Dr. K. Heubeck.
Bei der Berechnung der Pensionsrückstellungen wurde eine Rentendynamik von 2,00 %
p. a. in die versicherungsmathematischen Berechnungen einbezogen.
Bei der Rückstellung für Deputatverpflichtungen wurden Kostensteigerungen von 2,50 %
p. a. berücksichtigt sowie Fluktuationen von 2,00 % p. a. bei einem Alter von bis zu
30 Jahren bzw. 1,00 % bei einem Alter von bis zu 40 Jahren.
Der Rückstellung für Altersteilzeit liegt ein Rechnungszins von 1,60 % sowie ein Anwart
schaftstrend von 2,00 % p. a. zu Grunde.
Die Rückstellung zur Abdeckung der aus einer möglichen Unterdeckung der Kommuna
len Versorgungskassen Westfalen-Lippe, Münster, (KVW) resultierenden Verpflichtun
gen wurde auf Basis eines versicherungsmathematischen Gutachtens zum 31. Dezem
ber 2020 (Rechnungszins 2,30 %, Gehaltstrend 1,50 % p. a., Rententrend 1,00 % p. a.)
bewertet. Unter Berücksichtigung der durchschnittlich noch zu leistenden Arbeitszeiten
bis zum Eintritt der Verpflichtung wird die Rückstellung anteilig dotiert. Zum Stichtag
31. Dezember 2020 betrug der Umlagesatz 4,5 % zuzüglich eines Sanierungsgeldes in
Höhe von 3,25 %. Umlagesatz und Sanierungsgeld werden von der Gesellschaft allein
getragen. Die Summe der beitragspflichtigen Löhne und Gehälter für das Jahr 2020
beträgt 46,8 Mio. EUR (Vorjahr: 54, 1 Mio. EUR). Zur Abdeckung der aus einer mögli
chen Unterdeckung der KVW folgenden Verpflichtungen wurde zum 31. Dezember 2020
ein Wert von 74.785 TEUR ermittelt. Aus der stetigen anteiligen Dotierung besteht zum
Stichtag eine Rückstellung von 35.279 TEUR. Die verbleibende Unterdeckung beträgt
39.506 TEUR. Es ist vorgesehen, diese Deckungslücke weiterhin durch ratierliche
Zuführungen in den kommenden Jahren systematisch zu schließen.
Bei den übrigen Rückstellungen sind alle erkennbaren Risiken berücksichtigt und grund
sätzlich mit den Erfüllungsbeträgen passiviert.
Die Verbindlichkeiten sind zum Erfüllungsbetrag ausgewiesen.
Zur Sicherung von Bankdarlehen werden derivative Finanzinstrumente eingesetzt, die
mit den Schuldposten zu handelsrechtlichen Bewertungseinheiten zusammengefasst
werden.
Die Energiebeschaffungs-und Energieabsatzverträge (Strom und Gas) werden in An
wendung des IDW RS ÖFA 3 abweichend vom Grundsatz der Einzelbewertung zu Ver
tragsportfolien zusammengefasst.
Es besteht ein angemessenes energiewirtschaftliches Steuerungssystem, aus dem die
gebildeten Vertragsportfolien nach der Homogenität der Risiken abgeleitet wurden.
Daran orientiert sich der Aufbau der Mengen-, Preis-und Ergebnisplanung der Portfo
lien. Die konkreten Beschaffungs-und Vermarktungsprozesse sowie deren Überwa
chung setzen die Vorgaben des Steuerungssystems um.
Die durch den Abschluss von Verträgen mit Kunden zu liefernden Mengen an Strom
oder Gas werden durch das Portfoliomanagement je Kundenvertrag einzeln (back -to
-back) oder zusammengefasst beschafft. Ebenso werden vom Portfoliomanagement
die für die Energieerzeugung in der Gas-und-Dampfturbinen-Anlage (GuD-Anlage) und
den weiteren Erzeugungseinheiten (Blockheizkraftwerke, BHKW) benötigten Mengen
Gas beschafft sowie der erzeugte Strom vermarktet. Das Portfoliomanagement struktu
riert die Beschaffung und den Absatz der Energiemengen Strom oder Gas jeweils
getrennt in Bücher, das Vertriebsbuch, das Erzeugungsbuch und das Hedgebuch sowie
den darin geführten Portfolien.
Das implementierte Risikomanagementsystem erfasst die aggregierten Positionen im
Hedgebuch auf Basis von vorgegebenen Risikolimiten, die ebenso wie die zur Ange
botskalkulation und zur Bewertung verwendeten Preiskurven täglich durch das Risi
kocontrolling überwacht werden.
Die implementierte Deckungsbeitragsrechnung erfasst jedes gebildete Vertragsportfolio.
Dabei werden interne Geschäfte zwischen den Vertragsportfolien zu marktüblichen
Bedingungen abgeschlossen und in die jeweilige Deckungsbeitragsrechnung einbezo
gen. Zurechenbare Gemeinkosten werden angemessen berücksichtigt.
Die Bewertungszeiträume bestehen aufgrund der rollierenden Durchführung der Siche
rungstransaktionen für einen unbegrenzten Zeitraum. Aktuell sind Zeiträume bis zum
Lieferjahr 2023 betroffen.
Bei einem negativen Deckungsbeitrag eines Vertragsportfolios wird eine Drohverlust
rückstellung gebildet. Zum Bilanzstichtag wurden entsprechend Drohverlustrückstellun
gen von insgesamt 4,6 Mio. EUR gebildet.
Latente Steuern werden für zeitliche, sich in Zukunft voraussichtlich umkehrende Diffe
renzen zwischen den handels-und steuerrechtlichen Bilanzansätzen gebildet (§ 27 4
HGB). Im Rahmen des Organschaftsverhältnisses mit der Stadtnetze Münster (Organ
gesellschaft) werden diese einheitlich bei den Stadtwerken Münster ermittelt. Das Wahl
recht zum Ansatz aktiver latenter Steuern wird nicht ausgeübt.
2. Angaben zu Posten der Bilanz
Die Entwicklung des Anlagevermögens wird in der Anlage gezeigt. Im Zusammenhang
mit der Ausgliederung des Teilbetriebs Versorgungsnetze auf die Stadtnetze wurden
wesentliche Teile des Anlagevermögens auf die Stadtnetze übertragen. Die Ausgliede
rung umfasste insbesondere Sachanlagen in Höhe von 215,8 Mio.€ (davon Verteilungs
anlagen in Höhe von 165, 7 Mio. EUR).
Die auf die Vermögensgegenstände der stromerzeugenden Bestandteile der GuD-An
lage Standort HKW Hafen im Jahr 2013 vorgenommene außerplanmäßige Abschrei
bung nach § 253 Abs. 3 Satz 5 HGB in Höhe von 13,9 Mio. EUR wurde beibehalten.
Die Ausgliederung des Teilbetriebs Versorgungsnetze erfolgte gegen Gewährung von
Gesellschaftsrechten und Gesellschafterdarlehen. Durch die Gewährung von Gesell
schaftsrechten erhöht sich der Bilanzansatz der Beteiligung an den Stadtnetzen in Höhe
von 159,2 Mio. EUR. Weiterhin erhöhen sich die Finanzanlagen durch den Erwerb von
Anteilen an der Stadtteilauto CarSharing Münster GmbH um 802 TEUR.
Auf die Beteiligung an der Westfälische Landeseisenbahn GmbH, Lippstadt, (WLE),
wurde eine außerplanmäßige Abschreibung in Höhe von 297 TEUR nach § 253 Abs. 3
Satz 5 HGB vorgenommen. Der Flughafen Münster/Osnabrück GmbH, Greven, (FMO),
erhielt aufgrund eines von dessen Gesellschaftern in 2014 beschlossenen Finanzie
rungskonzepts im Dezember 2015 ein Darlehen in Höhe von 5.890 TEUR. Das Finan
zierungskonzept wurde von allen Gesellschaftern beschlussgerecht umgesetzt. Das
Darlehen weist vertraglich vereinbarte, marktgerechte Zins-und Tilgungsregelungen auf
und bis zur Corona-Pandemie zeigte sich eine positive Entwicklung des FMO. Die
Corona-bedingten Unterstützungsmaßnahmen in Form von Eigenkapitalzuführungen
zugunsten des FMO sichern die Werthaltigkeit des Darlehens in der aktuellen Lage.
Die Ausleihungen an verbundene Unternehmen erhöhen sich durch das im Zuge der
Ausgliederung an die Stadtnetze GmbH gewährte Gesellschafterdarlehen in Höhe von
54.220 TEUR.
In den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist auch der abgegrenzte
Verbrauch der Kunden der Energie-und Wasserversorgung zwischen Ablese-und
Bilanzstichtag enthalten, der mit den aufgelaufenen Abschlagszahlungen saldiert wurde.
Die Forderungen gegen den Gesellschafter enthalten hauptsächlich (abgegrenzte) Ener
gie-und Wasserlieferungen, die mit Abschlagszahlungen verrechnet wurden.
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen und die Forderungen gegen Unter
nehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betreffen im Wesentlichen (mit
Überzahlungen verrechnete) Energie-und Wasserlieferungen, Kostenerstattungen und
die Gewinnübernahme der Stadtnetze. Auch hier wurden die Forderungen und Verbind
lichkeiten sofern zulässig zum Bilanzausweis zusammengefasst.
Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten als wesentliche Posten Forderungen
aus der Erstattung von Strom-und Energiesteuern in Höhe von 7.051 TEUR und noch
nicht abziehbare Vorsteuer in Höhe von 4.472 TEUR.
Zur Absicherung von Bürgschaften wurden Festgelder in Höhe von 0,96 Mio. EUR ver
pfändet. Diese sind daher entsprechend ihrer Fristigkeit unter den sonstigen Ausleihun
gen (0,83 Mio. EUR) ausgewiesen.
Das gezeichnete Kapital beträgt unverändert 51.200.000 EUR.
Der Kapitalrücklage sind aus Gesellschaftermitteln 297 TEUR zugeführt worden.
Die Gewinn-und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2020 weist einen Jahresüber
schuss von 11,3 Mio. EUR aus. Unter Anrechnung der bereits im Dezember 2020 ge
leisteten Vorabgewinnausschüttung von 6,5 Mio. EUR und der Einstellung in die ande
ren Gewinnrücklagen von 4,8 Mio. EUR ergibt sich ein Bilanzgewinn von 0,0 Mio. EUR.
Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen umfassen im Wesentli
chen die Rückstellung für Pensionsverpflichtungen einschließlich KVW (35,3 Mio. EUR)
und Rückstellungen für Deputatverpflichtungen (7,6 Mio. EUR). Der Unterschiedsbetrag
zwischen dem Ansatz der Rückstellungen nach Maßgabe des durchschnittlichen
Marktzinssatzes der vergangenen zehn Jahre und dem Ansatz der Rückstellungen nach
Maßgabe des durchschnittlichen Marktzinssatzes der vergangenen sieben Jahre beträgt
14,3 Mio. EUR. Es steht genügend frei verfügbares Eigenkapital zur Ausschüttung zur
Verfügung. Im Zusammenhang mit der Ausgliederung des Teilbetriebs Versorgungs
netze auf die Stadtnetze wurden Rückstellungen in zuordenbarer Höhe auf die Stadt
netze übertragen.
Die sonstigen Rückstellungen entfallen im Wesentlichen auf Rückstellungen für Drohver
luste und Altlastenverpflichtungen (10,9 Mio. EUR), die (mit Abschlagszahlungen sal
dierte) Rückstellung für ungewisse Verbindlichkeiten des Verkehrsbetriebs (7,3 Mio.
EUR), ungewisse Verbindlichkeiten (2, 1 Mio. EUR) und die ATZ-Rückstellung
(1,3 Mio. EUR). Zur Absicherung der Ansprüche von Mitarbeitern aufgrund der Verein
barung zur Altersteilzeit wurde eine Bürgschaft abgeschlossen.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Genussrechtsinhabern bestehen in Höhe von
1.550 TEUR (im Vorjahr 1.613 TEUR). Die Genussrechte wurden zur Finanzierung von
Photovoltaikanlagen ausgegeben. Das gezeichnete Kapital wird ab dem Tag der Ein
zahlung in Abhängigkeit der Sonneneinstrahlung verzinst. Es handelt sich um folgende
Projekte:
Weicon in Münster, Inbetriebnahme 2010
Deponie Coerde in Münster, Inbetriebnahme 201 0
Summe
50.000,00 EUR
1.500.000,00 EUR
1.550.000,00 EUR
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten resultieren insbesondere aus dem
zur Finanzierung der Strategie 2020 aufgenommenen Schuldscheindarlehen
(70,0 Mio. EUR). Der Restbuchwert beträgt zum 31.12.2020 60,0 Mio. EUR.
Die Gesellschaft hat im Jahr 2013 ein Darlehen der Hamburger Sparkasse AG,
Hamburg, in Höhe von nominal (5,9 Mio. EUR) aufgenommen. Dieses wurde zum Er
werb der Photovoltaik-Freiflächenanlage in Hassendorf verwendet. Durch Übertragung
der PV-Anlage ist das Darlehen abgesichert. Der Restbuchwert beträgt zum 31.12.2020
3, 1 Mio. EUR.
Im Jahr 2017 wurde ein Darlehen der Sparkasse Münsterland Ost, in Höhe von nominal
6,8 Mio. EUR aufgenommen. Dieses wurde zum Bau von zwei Windkraftanlagen
(Hiltrup-Raringheide und Loevelingloh) verwendet. Durch die Übertragung der Wind
kraftanlagen ist das Darlehen abgesichert. Der Restbuchwert beträgt zum 31.12.2020
5,6 Mio. EUR.
Zur preislichen Absicherung von Dieselbezügen im Bereich ÖPNV wurden Swaps abge
schlossen.
Zur Zinsabsicherung von variabel verzinslichen Darlehen werden folgende Zinsswaps
eingesetzt. Hierfür wurden Mikro-Bewertungseinheiten gemäß § 254 HGB gebildet.
Nr. Produkt Laufzeit Betrag in TEUR Marktwert in TEUR
1. Zinsswap 22.11.13 -22.11.22 5.000 -250
2. Zinsswap 22.11.13 -22.11.24 3.000 -335
3. Zinsswap 22.10.17 -22.10.27 2.550 -192
4. Zinsswap 30.03.12 -30.12.26 5.300 -216
5. Zinsswap 01.09.17 -30.06.37 6.800 -555
Die Grundgeschäfte (Darlehen) und die Sicherungsgeschäfte (Zinsswaps) weisen
neben der Betragsidentität auch die gleiche Laufzeit auf. Aufgrund der deckungsgleichen
Beziehung konnte auf eine bilanzielle Risikovorsorge für die nach bankinternen
Berechnungsmodellen errechneten negativen Zeitwerte von insgesamt 1.548 TEUR
verzichtet werden. Es wurde die Einfrierungsmethode verwendet.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen entfallen hauptsächlich auf
Strom-Gas-und Wasserbezugsrechnungen in Höhe von 21.960 TEUR und EEG-Umla
gen in Höhe von 4.165 TEUR an Übertragungsnetzbetreiber.
Die Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter betreffen im Wesentlichen
Verbindlichkeiten aus Überzahlungen von Jahresverbrauchsabrechnungen in Höhe von
1.267 TEUR. Forderungen wurden sofern zulässig verrechnet.
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen resultieren im Wesentli
chen aus Netzentgeltabrechnungen in Höhe von 29.552 TEUR und einem kurzfristigen
Darlehen zur konzerninternen Liquiditätssteuerung in Höhe von 3.014 TEUR. Forderun
gen wurden sofern zulässig verrechnet.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis
besteht, betreffen insbesondere IT-Dienstleistungen.
Durch Grundpfandrechte oder ähnliche Rechte gesicherte Verbindlichkeiten bestehen in
Höhe von 15.002 TEUR. Davon entfallen 2.232 TEUR auf eine Grundschuld zur Besi
cherung von Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sowie 12. 770 TEUR auf
Sicherungsübereignungen für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten. Mit einer In
anspruchnahme ist nicht zu rechnen.
Für Verbindlichkeiten bestehen folgende Restlaufzeiten:
31.12.2020 Bilanz bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre > 5 Jahre
TEUR TEUR TEUR TEUR
Genussscheinkapital 1.550 150 750 650
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten 107.162 19.864 57.981 29.317
Erhaltene Anzahlungen 47 47
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 32.886 32.627 166 93
Verbindlichkeiten gegenüber
dem Gesellschafter 1.275 1.275
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen 34.352 34.352
Verbindlichkeiten gegenüber Unter-
nehmen, mit denen ein Beteiligungs-
verhältnis besteht 1.508 1.508
Sonstige Verbindlichkeiten 14.778 14.557 221
Summe 193.558 104.380 58.897 30.281
31.12.2019 Bilanz bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre > 5 Jahre
TEUR TEUR TEUR TEUR
Genussscheinkapital 1.613 63 750 800
Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten 102.494 5.993 49.480 47.021
Erhaltene Anzahlungen 1.830 1.830
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 44.247 43.929 192 125
Verbindlichkeiten gegenüber
dem Gesellschafter 613 613
Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen 67 67
Verbindlichkeiten gegenüber Unter-
nehmen, mit denen ein Beteiligungs-
verhältnis besteht 8.413 8.413
Sonstige Verbindlichkeiten 14.514 14.514
Summe 173. 791 75.422 50.422 47.946
Die sonstigen Verbindlichkeiten entfallen im Wesentlichen auf Steuern (4,2 Mio. EUR;
Vorjahr 6,3 Mio. EUR), Guthaben aus Jahresverbrauchsabrechnungen (5,0 Mio. EUR,
Vorjahr 3,6 Mio. EUR), auf erhaltene und noch nicht abgerechnete Zuschüsse
(3,7 Mio. EUR; Vorjahr 3,2 Mio. EUR), auf Rückzahlungsverpflichtungen aus dem Label
Grüner Strom (0,9 Mio. EUR; Vorjahr 0,6 Mio. EUR) und um Nachrangdarlehen aus einer
Bürgerbeteiligung (0,2 Mio. EUR; Vorjahr 0,0 Mio. EUR).
Von der Ausgliederung des Teilbetriebs Versorgungsnetze waren 3,8 Mio. EUR Verbind
lichkeiten umfasst (insbesondere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen: 2,6
Mio. EUR und sonstige Verbindlichkeiten: 0,7 Mio. EUR).
Der passivische Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet Vorauszahlungen von 1 +1
Versatel für Telekommunikationsmieten in Höhe von 0,9 Mio. EUR., Mietvorauszahlun
gen der Stadt Münster in Höhe von 0,3 Mio. EUR, Vorauszahlungen für das goCARD
Abo in Höhe von 0,4 Mio. EUR und für das Semesterticket in Höhe von 0,2 Mio. EUR..
Es besteht ein nicht bilanzierter Überhang der aktiven Steuerlatenzen, denen insbeson
dere Bewertungsunterschiede bei den Finanzanlagen, bei den Rückstellungen für Pen
sionen und ähnliche Verpflichtungen und den sonstigen Rückstellungen zugrunde lie
gen. Diesen steht lediglich eine passive Steuerlatenz aus den Sonderposten mit Rück
lageanteil und dem Sachanlagevermögen gegenüber. Bewertungsunterschiede der er
tragsteuerlichen Organgesellschaft Stadtnetze Münster werden bei der Ermittlung ein
bezogen. Der betriebsindividuelle Steuersatz beträgt 31,9 %.
Steuerlatenzen SWMS per 31.12.2020 in TEUR
Posten Buchwert-Ertrag-latente
Latenzrechnung differen-steuer-Steuern zen satz
Aktivlatenzen
Sachanlagen (s.u. Passivlatenzen) 0 31,93 0
Finanzanlagen
Beteiligungen an Kapitalgesellschaften 3.001.579 31,93 958.404
Beteiligungen an Personengesellschaften 8.365.144 15,83 1.324.202
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 0 31,93 0
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche 51.412.020 31,93 16.415.858 Verpflichtunqen
Sonstige Rückstellungen 16.882.265 31,93 5.390.507
Verbindlichkeiten und sonstige Verbindlichkeiten 335.800 31,93 107.221
Rechnungsabgrenzungsposten 2.783.638 31,93 888.816
Summe Aktivlatenzen aus Buchwertdifferenzen 82.780.445 15,83/31,93 25.085.008
Verlustvortrag, körperschaftsteuerlich 0 15,83 0
Verlustvortrag, gewerbesteuerlich 0 16,10 0
Summe Aktivlatenzen aus Verlustvortrag 0 15,83/16,10 0
Passivlatenzen
Sachanlagen -8.052.223 31,93 -2.571.075
Sonderposten mit Rücklageanteil -6.707.203 31,93 -2.141.610
- Summe Passivlatenzen aus Buchwertdifferenzen 14.759.426 31,93 -4.712.685
Saldo: 68.021.019 20.372.323
3. Angaben zu Posten der Gewinn-und Verlustrechnung
Die Umsatzerlöse werden vermindert um die darin enthaltene Strom-und Erdgassteuer
ausgewiesen. Sie betragen im Berichtsjahr 524.742 TEUR. Davon entfallen (unter Berück
sichtigung von Installationsleistungen und sonstigen Nebengeschäften der Sparten)
291.170 TEUR auf die Stromversorgung, 91.868 TEUR auf die Gasversorgung,
37.782 TEUR auf die Wasserversorgung, 36.179 TEUR auf die Fernwärmeversorgung,
34.632 TEUR auf den Verkehrsbetrieb und 33.111 TEUR auf die übrigen Aktivitäten.
Die aktivierten Eigenleistungen betragen 0,4 Mio. EUR (Vorjahr: 9,3 Mio. EUR) und
beinhalten insbesondere die Leistungen im Breitbandnetz.
Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten im Wesentlichen Erstattungen aus Schaden
ersatzleistungen (4,4 Mio. EUR). Als periodenfremde Erträge waren Erträge aus der Auflö
sung von Rückstellungen (9,0 Mio. EUR) und Erträge aus dem Abgang von Gegenständen
des Anlagevermögens (1,4 Mio. EUR) unter den sonstigen betrieblichen Erträgen zu be
rücksichtigen.
Die Aufwendungen für Roh-, Hilfs-und Betriebsstoffe und für bezogene Waren sind (wie im
Vorjahr) im Wesentlichen geprägt durch Bezugsaufwendungen für Energie-und
Wasserlieferungen (183.374 TEUR) und EEG-Zahlungen an Übertragungsnetzbetreiber
(71.306 TEUR). Die Aufwendungen für bezogene Leistungen betreffen (wie im Vorjahr)
hauptsächlich die an die Stadtnetze und fremde Netzbetreiber abgeführten Netzentgelte
(139.028 TEUR). Periodenfremde Bezugsaufwendungen für Energie-und
Wasserlieferungen betragen 5.214 TEUR und sind im Betrag von 183.374 TEUR enthalten.
Die Abschreibungen beinhalten außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 1.937
TEUR. Diese betreffen insbesondere die Wertberichtigung einer außer Betrieb gesetzten
Windenenergieanlage (944 TEUR).
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten im Wesentlichen IT-Dienstleistungen
(9,4 Mio. EUR), Konzessionsabgabe (5,7 Mio. EUR), Wartung und Pflege von Software (3, 1
Mio. EUR), Rechts-, Prüfungs-und Beratungskosten (2,8 Mio. EUR), Aufwendungen für
Vertrieb, Sponsoring und Werbung (2,7 Mio. EUR), Porto, Fernsprechgebühren und Frach
ten (2,0 Mio. EUR), Versicherungsbeiträge (1,9 Mio. EUR), Miet-, Pacht-und Leasingauf
wendungen (1,4 Mio. EUR), Ablese-und Abrechnungsverpflichtungen (1, 1 Mio. EUR) und
Gebühren und Abgaben (0,3 Mio. EUR).
Die periodenfremden Aufwendungen betragen 0,2 Mio. EUR. Dabei handelt es um eine
Provision für umwelttechnische Beratung aus 2019.
Der Zinsaufwand besteht großenteils aus Zinsen für Fremddarlehen (2.656 TEUR; Vorjahr:
2.976 TEUR) und wurde des Weiteren durch Aufzinsung von Rückstellungen
gemäß§ 277 Abs. 5 HGB in Höhe von 1.149 TEUR (Vorjahr: 1.478 TEUR) belastet. Letz
tere entfallen im Wesentlichen auf Pensionsrückstellungen (71 TEUR; Vorjahr: 78 TEUR),
Rückstellung Unterdeckung KVW (801 TEUR; Vorjahr: 1.104 TEUR), Rückstellungen für
Deputate (184 TEUR; Vorjahr: 207 TEUR) und Rückstellungen für Altersteilzeit (19 TEUR;
Vorjahr: 19 TEUR).
Die sonstigen Steuern in Höhe von 759 TEUR (Vorjahr 1.436 TEUR) entfallen im Wesent
lichen auf Grundsteuer (410 TEUR; Vorjahr 524 TEUR), Stromsteuer (-101 TEUR; Vorjahr
192 TEUR) und Erdgassteuer (95 TEUR; Vorjahr 526 TEUR). Als periodenfremde Aufwen
dungen entfallen auf Stromsteuer 126 TEUR und auf Erdgassteuer 215 TEUR für das Jahr
2020.
III. Angaben zum Jahresergebnis
Die Gewinn-und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2020 weist einen Jahresüber
schuss von 11,3 Mio. EUR aus. Unter Anrechnung der bereits im Dezember 2020 geleiste
ten Vorabgewinnausschüttung von 6,5 Mio. EUR und der Einstellung in die anderen
Gewinnrücklagen von 4,8 Mio. EUR ergibt sich ein Bilanzgewinn von 0,0 Mio. EUR.
IV. Ergänzende Angaben
1. Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen
Zum 31. Dezember 2020 bestehen drei (Vorjahr fünf) Bürgschaften zugunsten der FMO
Flughafen Münster/Osnabrück GmbH, Greven, mit einer Bürgschaftsvaluta zum Bilanz
stichtag in Höhe von insgesamt 2.665 TEUR (Vorjahr 3.820 TEUR). Der FMO wurde
aufgrund eines von den Gesellschaftern in 2014 beschlossenen Finanzierungskonzepts
durch Erhöhung des Eigenkapitals und durch Gesellschafterdarlehn in seiner Finanzkraft
gestärkt. Von den bürgschaftsgesicherten Darlehen wurden sukzessive einzelne Dar
lehn planmäßig abgelöst bzw. werden noch abgelöst werden. Die Gesellschafterver
sammlung der FMO Flughafen Münster/Osnabrück GmbH hat zum Ausgleich des
Corona-bedingten Schadens Eigenkapitalzuführungen in Höhe von insgesamt
10 Mio. EUR für 2021 beschlossen. Eine Inanspruchnahme aus den Bürgschaften ist bei
Umsetzung der Beschlüsse und Fortsetzung der positiven Entwicklungsprognose, trotz
der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie, nicht zu erwarten.
Weiterhin wird die Finanzkraft des FMO durch ein Anschluss-Finanzierungskonzept ge
stärkt. In Umsetzung der ersten Tranche dieses Finanzierungskonzepts sind ver
pflichtende Beschlüsse zur Gewährung von Gesellschafterdarlehen in 2021 gefasst wor
den. Daraus ergibt sich für die Stadtwerke Münster die Verpflichtung, dem FMO zum
März 2021 ein Darlehen in Höhe von 2.511 TEUR zu marktüblichen Konditionen zu ge
währen.
Des Weiteren bestehen drei Bürgschaften zugunsten der Westfälischen Landes-Eisen
bahn GmbH, Lippstadt, mit einer Bürgschaftsvaluta zum Bilanzstichtag in Höhe von
642 TEUR (Vorjahr: 675 TEUR) für drei Darlehen. Die Westfälische Landes-Eisenbahn
GmbH, Lippstadt, hat 2014 ein Darlehen über 2. 700 TEUR mit einer Laufzeit von 15 Jah
ren, im Jahr 2015 ein Darlehen über 2.000 TEUR mit einer Laufzeit von 20 Jahren und
im Jahr 2018 ein weiteres Darlehen über 1.300 TEUR mit einer Laufzeit von 20 Jahren
aufgenommen. Diese Darlehen werden durch die drei Hauptgesellschafter Kreis Waren
dorf, Kreis Soest und Stadtwerke Münster GmbH verbürgt. Aufgrund eines Ergebnis
übernahmevertrages ist das Risiko einer Inanspruchnahme nahezu auszuschließen.
Die Verpflichtungen aus Bestellungen für Investitionen beliefen sich zum 31. Dezem
ber 2020 auf 14,4 Mio. EUR. Aus Leasing-Verträgen mit einer Laufzeit zwischen einem
und fünf Jahren resultieren jährliche Verpflichtungen von 267 TEUR.
Aus der Beteiligung an der Green Gecco Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG,
Troisdorf, können sich durch die Investitionen in Projekte zur regenerativen Energieer
zeugung finanzielle Verpflichtungen bis zu einer Höchstgrenze von 3,0 Mio. EUR erge
ben. Die Höhe der möglichen finanziellen Verpflichtungen ist von den jeweils erworbe
nen Projekten abhängig.
Zur Absicherung von Lieferverpflichtungen aus bestehenden Verträgen mit Sonderver
trags-und Tarifkunden des Versorgungsbereichs sind in verantwortungsvoller unterneh
merischer Risikovorsorge in die Zukunft gerichtete Verträge über den Bezug von Energie
im Wert von 222, 1 Mio. EUR geschlossen worden.
2. Zusammensetzung der Organe, Aufwendungen für Organe
Die Geschäftsführung besteht aus:
Sebastian Jurczyk
Frank Gäfgen
Die Geschäftsführer übten und üben ihre Tätigkeit hauptberuflich aus.
Der Aufsichtsrat besteht aus folgenden Mitgliedern:
Walter von Göwels
Vorsitzender des Aufsichtsrates
Ratsherr
Selbst. Versicherungsfachmann
Wilhelm Breitenbach
Sachkundiger Bürger
Schulleiter i. R.
bis 09.12.2020
Maria Winkel
Ratsfrau
Erste stellvertretende Vorsitzende
Kauffrau in der Grundstücks-
Michael Kleyboldt
Ratsherr
Studiendirektor
bis 09.12.2020
Astrid Bühl
Ratsfrau
Schulleiterin
ab 09.12.2020
Rüdiger Sagel
Ratsherr
Diplom-Ingenieur
bis 09.12.2020
und Wohnungswirtschaft
Frank Baumann
Ratsherr
Online-Designer
bis 09.12.2020
Katrin Dünzelmann
Sachkundige Bürgerin
Geschäftsführende Gesellschafterin
bis 09.12.2020
Franz Gemmeke
Sachkundiger Bürger
Rentmeister
bis 09.12.2020
Guido Gringel
Arbeitnehmervertreter
Abteilungsleiter Einkauf
Anneliese Szcepanek
Arbeitnehmervertreterin
Kaufmännische Angestellte
Wayne Pike
Arbeitnehmervertreter
Busfahrer
Sylvia Rietenberg
Ratsfrau
Sozialarbeiterin
Robin Denstorff
Stadtbaurat
ab 09.12.2020
Dr. Robin Korte
Ratsherr
Lebensmittelchemiker
ab 09.12.2020
Hermann Terborg
Sachkundiger Bürger
Rechtsanwalt
bis 09.12.2020
Hans Varnhagen
Ratsherr
Dachdeckermeister
bis 09.12.2020
Jörg Berens
Ratsherr
Social Media Manager
ab 09.12.2020
Dominic Röhricht
2. Stellvertretender Vorsitzender
ArbeitnehmervertreterFreigestelltes
Betriebsratsmitglied
Marcus Vorholt
Arbeitnehmervertreter
Freigestelltes Betriebsratsmitglied
lnes Ludorf
Arbeitnehmervertreterin
Kaufmännische Angestellte
Hugo Hölken
Sachkundiger Bürger
Landwirt und Kaufmann
ab 09.12.2020
Carsten Peters
Ratsherr
Geschäftsführer GEW Münsterland
ab 09.12.2020
Ludger Steinmann
Ratsherr
Dipl.-Geograf, Dipl.-Umweltwissen-
schaftler
ab 09.12.2020
Dr. Ulrich Möllenhoff
Ratsherr
Rechtsanwalt/ Fachanwalt für Steuerrecht
ab 09.12.2020
Ulrich Thoden
Ratsherr
Lehrer am Berufskolleg
ab 09.12.2020
Die Gesamtbezüge der Geschäftsführung betrugen für das Berichtsjahr 504 TEUR und
setzten sich wie folgt zusammen: ·
Sebastian Jurczyk Frank Gäfgen
TEUR TEUR
Festvergütung* 251 193
Leistunqsorientierte Verqütunq 17 13
Arbeitgeberfinanzierte
Beiträge zur Altersversorgung 15 15
Gesamt 283 221
*inkl. geldwertem Vorteil
Die Mitglieder des Aufsichtsrates erhalten für die Teilnahme an den Sitzungen ein Sit
zungsgeld. Aufsichtsratsmitglieder, die gleichzeitig Mitglieder des Rates der
Stadt Münster sind, erhalten kein Sitzungsgeld von den Stadtwerken Münster. Die Be
züge für den Aufsichtsrat betrugen insgesamt EUR 2.249, 10. Die Bezüge setzen sich
wie folgt zusammen:
Breitenbach, Wilhelm
Dünzelmann, Katrin
Gemmeke, Franz
Gringel, Guido
Ludorf, 1 nes
Pike, Wayne
Röhricht, Dominic
Szcepanek, Anneliese
Terborg, Hermann
Vorholt, Marcus
249,90 EUR
214,20 EUR
71,40 EUR
249,90 EUR
214,20 EUR
249,90 EUR
249,90 EUR
285,60 EUR
249,90 EUR
214,20 EUR
Arbeitnehmer können nach den in einer Betriebsvereinbarung festgelegten Kriterien Dar
lehen erhalten. Arbeitnehmervertreter haben vor oder während ihrer Tätigkeit als Mitglie
der des Aufsichtsrates aufgrund dieser Betriebsvereinbarung Darlehen erhalten; deren
Wert betrug zum 31. Dezember 2020 EUR 8.058 bei Zinssätzen von 0,5 % bis 2,5 %.
Von den bestehenden Darlehen wurden EUR 2.169 getilgt. Lohn-und Gehaltsvor
schüsse wurden nicht gewährt.
3. Belegschaft
Die durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer im Geschäftsjahr 2020 beträgt 948 nach
1.097 im Vorjahr. Die Belegschaft bestand durchschnittlich aus 7 41 (Vorjahr 892) voll
zeitbeschäftigten und 207 (Vorjahr: 205) teilzeitbeschäftigten Mitarbeitern. Das Sinken
des Personalbestands ergibt sich insbesondere aus der Ausgliederung des Teilbetriebs
Versorgungsnetze auf die Stadtnetze Münster GmbH. Im Rahmen eines Betriebsüber
gangs nach § 613a BGB sind zum 01.09.2020 238 Arbeitnehmer auf die Stadtnetze
Münster übergegangen.
Die Gesellschaft ist Mitglied der KVW. Zweck der Anstalt ist es, den Arbeitnehmern im
Wege privatrechtlicher Versicherung eine zusätzliche Alters-und Hinterbliebenenversor
gung zu gewähren. Die Gesellschaft hat sich bei Begründung der Mitgliedschaft ver
pflichtet, alle Arbeitnehmer zu versichern, die nach dem Tarifvertrag über die Versorgung
der Arbeitnehmer kommunaler Verwaltungen und Betriebe (Vers. TV-G) zu versichern
sind. Der derzeitige Umlagesatz beträgt 4,5 % + 3,25 % Sanierungsgeld und wird von
der Gesellschaft allein getragen.
4. Angaben zu Anteilsbesitz gemäß § 285 Nr. 11 HGB:
Name und Sitz der Gesellschaft
Stadtnetze Münster GmbH, Münster*
Verkehrsservice Gesellschaft Münster mbH,
Münster***
Westfälische Bauindustrie GmbH, Münster
items GmbH, Münster
Westfälische Fernwärmeversorgung GmbH,
Münster****
smart OPTIMO Verwaltungs-GmbH,
Osnabrück****
smart OPTIMO GmbH & Co. KG,
Osnabrück****
Nederlands-Duitse Internet Exchange B.V.,
Enschede, Niederlande****
Höhe des
Anteils
am Kapital
am Eigenkapital
31.12.2020 am 31.12.2020 Ergebnis 2020
% TEUR TEUR
100 101 0
100 50 ./.4
99 28.463 1.936
29 7.814 1.322
50 2.688 396
50 218 13
32 6.799 158
50 1.526 50
Name und Sitz der Gesellschaft Höhe des
Anteils
am Kapital
am
31.12.2020
%
Windkraft
Nordseeheilbad Borkum GmbH, Borkum*/**** 49,9
FMO
Flughafen Münster/ Osnabrück GmbH,
Greven**** 35
Lokalradio Münster
Betriebsgesellschaft mbH & Co. KG,
Münster** 25
Bürgerwindpark Löningen GmbH & Co. KG,
Löningen*** 100
Bürgerwindpark Löningen Verwaltungs-GmbH,
Löningen*** 100
Bädermanagement Münster GmbH, 100
Münster***
Westfälische Landeseisenbahn GmbH, 14, 13
Lippstadt****
Tarifgemeinschaft Münsterland -Ruhr-Lippe GmbH, 3,57
Münster****
Green Gecco Beteiligungsgesellschaft
mbH & Co. KG, Troisdorf****
Stadtteilauto Carsharing Münster GmbH
Münster****
7,75
29
Eigenkapital
am
31.12.2020
TEUR
110
53.605
1.421
33
100
3.714
38
39.946
429
Das Ergebnis der Gesellschaft wird aufgrund eines bestehenden Vertrags übernommen
bzw. ausgeglichen.
Die Angabe des Eigenkapitals und des Jahresergebnisses ist in Anwendung
der Ausnahmeregelung gemäß § 286 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 HGB unterblieben.
vorläufiges Ergebnis (vor Prüfung/ vor Gremienbeschluss).
31. Dezember2019
Ergebnis
2020
TEUR
0
./. 6.966
828
1
./. 29
./.1.404
5
1.552
134
5. Angaben gemäß § 6b Abs. 2 Energiewirtschaftsgesetz (EnWG)
Von der Stadtnetze wurden Leistungen in Höhe von 127.560 TEUR (Netzentgelte
108.211 TEUR, Bau-und Betriebsleistungen 9.981 TEUR, Wasserlieferungen 6.969
TEUR und Mindermengen Strom und Gas 2.399 TEUR) bezogen; an die Stadtnetze
wurden Leistungen in Höhe von 31.974 TEUR (Stromeinspeisung und KWK-Vergütung
dezentraler Anlagen 6.275 TEUR, Mehrmengen Strom und Gas 2.434 TEUR, Netzver
luste 1.936 TEUR, Entgelt für dezentrale Einspeisung 1.605 TEUR, Dienstleistungen im
Rahmen der Servicevereinbarung 12.716 TEUR, Energiebezug der Netze 2.672 TEUR,
Miete Betriebsgrundstücke 3.340 TEUR und Bau-und Betriebsleistungen 996 TEUR)
abgerechnet.
6. Honorar des Abschlussprüfers
Das Honorar des Abschlussprüfers wird im Anhang zum Konzernabschluss der Stadt
werke Münster genannt. Auf eine Angabe wird hier daher nach § 285 Nr. 17 HGB ver
zichtet.
7. Geschäfte mit nahestehenden Personen, die nicht zu marktüblichen Bedingungen
zustande gekommen sind
Im Geschäftsjahr 2020 wurden weiterhin keine Geschäfte mit nahestehenden Personen
abgeschlossen, die nicht zu marktüblichen Bedingungen zustande gekommen sind.
8. Einbeziehung in Konzernabschluss
Der Jahresabschluss der Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der Stadtwerke
Münster GmbH, Münster, einbezogen (kleinster und größter Konsolidierungskreis). Der
Konzernabschluss wird im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht. Der Konzern
abschluss der Gesellschaft wird ferner in den NKF-Gesamtabschluss der Stadt Münster
einbezogen.
9. Nachtragsbericht
Für die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie verweisen wir auf die Ausführungen im
Lagebericht.
Münster, den 18. Mai 2021
-~ T ........... :: . . . . . . . . . . ................. .
Frank Gäfgen
(Geschäftsführer Mobilität)
Stadtwerke Münster GmbH, Münster
Anschaffungs-bzw. Herstellungskosten
vor Abrechnung von Zuschüssen
Stand am Zugänge Abgänge Umbuchungen Stand am
01.01.2020 31.12.2020
€ € € € €
1. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, 45.633.227,79 1.192.339,30 5.019.190,96 2.469.558,06 44.275.934,19
gewerbliche Schutzrechte und ähnliche
Rechte und Werte sowie Lizenzen an
solchen Rechten und Werten
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten 205.837.339,28 9.606,68 51.121.854,77 22.684,20 154.747.775,39
2. Verteilungsanlagen 773.149.568,41 1.708.793,16 765.082.591,52 22.250,69 9.798.020,74
3. Glasfaseranlagen 2.934.199,97 4.218.113,57 4.439.368,21 11.591.681,75
4. Technische Anlagen und Maschinen 224.563.887,90 1.474.217,55 37.167.246,77 463.076,69 189.333.935,37
5. Fahrzeuge für Personenverkehr 34.521.089,38 2.867.400, 79 1.948.044,35 48.664,15 35.489.109,97
6. Betriebs-und Geschäftsausstattung 64.681.331,77 945.115,41 22.811.727,35 162.667,70 42.977.387,53
7. Geleistete Anzahlungen und 27.633.959,56 7.523.357,24 15.988.802,35 7.628.269,70 11.540.244, 75
Anlagen im Bau
Summe II. 1.333.321.376,27 18.746.604,40 894.120.267,11 2.469.558,06 455.478.155,50
Summe 1. und II. 1.378.954.604,06 19.938.943,70 899.139.458,07 499.754.089,69
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 33.839.388,47 159.247.011,58 193.086.400,05
2, Ausleihungen an verbundenen Unternehmen 7.272.715,00 54.220.000,00 1.454.543,00 60.038.172,00
3. Beteiligungen 69.986.200,14 1.101.355,60 334.102,03 70. 753.453, 71
4, Ausleihungen an Unternehmen, mit denen
ein Beteiligungsverhältnis besteht 5.031.095,45 490.838,60 4.540.256,85
5, Wertpapiere des Anla2evermögens
6. Sonstige Ausleihungen 1.491.328,01 30.121,24 328.001,60 1.193.447,65
Summe Finanzanlaee 117.620.727,07 214.598.488,42 2.607.485,23 329.611. 730,26
Gesamt 1.496.575.331,13 234.537.432,12 901.746.943,30 829.365.819,95
Erläuterung der Abkürzungen:
pA planmäßige Abschreibungen
gA geringwertige Anlagegüter/Vollabschreibung gemäß§ 6 Abs. 2 EStG
apA außerplanmäßige Abschreibungen
Entwicklung des Anlagevermögens 2020
erhaltene Zuschüsse
Stand am Zugänge Abgänge Stand am Stand am
01.01.2020 31.12.2020 01.01.2020
€ € € € €
2.900.819,54 1.060.558,90 3.961.378,44 37.491.579,86
427.952,74 756,46 427.196,28 140.023.468,38
64.372.602,20 1.020.344,87 62.619.354, 72 2. 773.592,35 540.280.663,02
48.905,97
2.936.663,64 81.290,00 132.935,89 2.885.017,75 169.594.418,26
11.746.779,55 1.085.313,60 473.181,00 12.358.912,15 15.871.768,83
4.255.234,59 100,00 11.663,33 4.243.671,26 46.149.088,58
83.739.232,72 2.187.048,47 63.237.891,40 22.688.389,79 911.968.313,04
86.640.052,26 3.247.607,37 63.237 .891,40 26.649.768,23 949.459.892,90
61.882.937,17
61.882.937,17
86.640.052,26 3.247.607,37 63.237.891,40 26.649. 768,23 1.011.342.830,07
Abschreibungen/ Wertberichtigungen
pA
gA
pA
pA
pA
pA
apA
pA
pA
gA
apA
apA
pA
gA
Zugänge
€
1.827.019,96
752,50
4.372.830,41
270.894,98
250.442,78
5.695.309,03
943.771,00
1.574.915,34
1.562.803,26
56.407,58
993.443,59
15. 720.817,97
17.548.590,43
296.730,00
296.730,00
17.845.320,43
15.554.215,76
57.160,08
apA 2.233.944,59
Abgänge
(
3.513.587,57
30.371.706,07
536. 734.618,61
27.862.440,67
1.474.863,35
17.491.654,58
993.443,59
614.928.726,87
618.442.314,44
618.442.314,44
Stand am
31.12.2020
€
35.805. 764, 75
114.024.592,72
3.816.939,39
299.348,75
148.371.057,62
15.971.820,82
?0.276.644,84
312.760.404,14
348.566.168,89
62.179.667,17
62.179.667,17
410.745.836,06
Buchwerte
Stand am Stand am
31.12.2020 31.12.2019
€ €
4.508.791,00 5.240.828,39
40.295.986,39 65.385.918,16
3.207.489,00 168.496.303,19
11.292.333,00 2.885.294,00
38.077.860,00 52.032.806,00
7.158.377,00 6.902.541,00
8.457.071,43 14.277 .008,60
11.540.244,75 27.633.959,56
120.029.361,57 337.613.830,51
124.538.152,57 342.854.658,90
193.086.400,05 33.839.388,47
60.038.172,00 7.272.715,00
8.573. 786,54 8.103.262,97
4.540.256,85 5.031.095,45
1.193.447,65 1.491.328,01
267.432.063,09 55.737.789,90
391.970.215,66 398.592.448,80
Lagebericht der Stadtwerke Münster GmbH
für das Geschäftsjahr 2020 (01.01 .-31.12.)
Geschäftsmodell des Unternehmens
Geschäftstätigkeit und Unternehmensstruktur
Die Stadtwerke Münster GmbH, Münster, (Stadtwerke Münster) sind als 100-prozentige
Tochter der Stadt Münster in der Versorgung von Kunden mit Energie und Wasser, im
öffentlichen Personennahverkehr und weiteren kommunalen Dienstleistungen für die Bür
ger und Kunden in Münster und der Region tätig.
Die unternehmerische Tätigkeit der Stadtwerke Münster gliedert sich in die vier Geschäfts
felder Energie-und Wasservertrieb, Versorgungsnetze, Erzeugung und Verkehr. Das Ge
schäftsfeld Versorgungsnetze wird seit 2020 im Wesentlichen durch die Stadtnetze Münster
GmbH verantwortet, die eine 100-prozentige Tochter der Stadtwerke Münster ist und bis
August 2020 als münsterNETZ GmbH firmierte. Weitere Ausführungen zu der Übertragung
des Geschäftsfeld Versorgungsnetze sind unter dem gleichnamigen Abschnitt zu finden.
Aufgrund der durchgeführten Ausgliederung sind die Vorjahreszahlen im Lagebericht zum
Teil nur eingeschränkt vergleichbar.
Der Lagebericht stellt die Geschäftsfelder entsprechend den betrieblichen Strukturen dar.
Die Stadtwerke Münster haben im Geschäftsjahr 2020 energiespezifische Dienstleistungen
für die Tätigkeitsbereiche Elektrizitätsverteilung und Gasverteilung gegenüber dem verbun
denen Netzbetreiber erbracht und stellen insofern einen Tätigkeitsabschluss nach § 6b
Abs. 3 EnWG auf.
Unternehmensstrategie
Im laufe des Jahres 2020 haben die Stadtwerke Münster eine neue, umfassende Strate
gie entwickelt, deren zeitliche Perspektive sich bis zum Jahr 2030 erstreckt. Die neue
Strategie der Stadtwerke Münster beinhaltet drei Kernelemente bzw. Leitgedanken, die für
die langfristige Ausgestaltung des Unternehmens in den nächsten Jahren maßgeblich
sein werden:
1. Wir sorgen für den Herzschlag Münsters
2. Mit uns wird ein Haus zum zuhause und ein Unternehmen erfolgreich
3. Wir gewinnen gemeinsam
Die Konkretisierung dieser Kernelemente wird unten im Prognosebericht dargestellt.
Wirtschaftsbericht
Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen
Das Bruttoinlandsprodukt1 ist 2020 um 5,0 % gesunken. Die Gesamtstromerzeugung in
Deutschland sank in 2020 um 7,6 % auf 564 Milliarden kWh und lag damit unter dem Niveau
des Jahres 2000. Bezogen auf die Nettostromerzeugung2 haben die erneuerbaren Ener
gien einen Anteil von 50,5 % an der gesamten Stromerzeugung in Deutschland. Wind
onshore stellt mit 21,5 % die bedeutendste aller Erzeugungsquellen -konventionell und
erneuerbar -dar.
Das Vertriebs-und Versorgungsgebiet der Stadtwerke Münster ist stark vom Handels-und
Dienstleistungssektor sowie von Privatkunden geprägt. Die konjunkturelle Entwicklung wirkt
sich daher grundsätzlich nur in begrenztem Maße auf die Geschäftsentwicklung aus.
Lediglich der Absatz an unsere Geschäftskunden zeigt eine stärkere Abhängigkeit von der
Konjunkturentwicklung.
Geschäftsverlauf
Im Geschäftsjahr 2020 konnte mit einem Jahresüberschuss von 11,3 Mio. EUR das
gesteckte Ziel des Wirtschaftsplans wieder übertroffen werden. Das operative Ergebnis liegt
leicht über den Erwartungen. Ergänzt um die Erträge aus der Veräußerung von Grundstü
cken bildete es die Grundlage für dieses insgesamt gute Jahresergebnis.
Folgende zentrale finanzielle und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren werden zur Darstel
lung des Geschäftsverlaufs und der Lage der Gesellschaft herangezogen:
finanzielle Ist 2020 Plan 2020 relative Verände-
Indikatoren rung
Jahresüberschuss 11,3 Mio. EUR 8,1 Mio. EUR 39,5%
Umsatzerlöse 524,7 Mio. EUR 506,7 Mio. EUR 3,6%
Investitionen* 16,6 Mio. EUR 26,7 Mio. EUR -37,5%
* Sachanlagevermögen abzgl. Zuschüsse
nichtfinanzielle Ist 2020 Plan 2020 relative Verände-
Indikatoren rung
Stromabsatz 1.269 Mio. kWh 1.215 Mio. kWh 4,4 %
Erdgasabsatz 2.028 Mio. kWh 2.036 Mio. kWh -0,4 %
Wärmeabsatz 569 Mio. kWh 627 Mio. kWh -9,2%
Wasserabsatz 17,4 Mio. m3 16,9 Mio. m3 3,0%
Stromerzeugung
421 Mio. kWh 497 Mio. kWh -15,2 %
Fahrgäste 43,9 Mio. 49,0 Mio. -10,4 %
Die Umsatzerlöse lagen um + 3,6 % über dem Planansatz. Im Strommarkt haben sich die
abgesetzten Mengen insgesamt um 4,2 % gegenüber dem Vorjahr gemindert und lagen
damit um 4,4 % über der geplanten Menge. Die Minderung ergab sich vor allem bei Liefe
rungen an Privat-und Gewerbekunden außerhalb des eigenen Netzgebietes. Die Lieferun-
gen an Privatkunden im eigenen Netz blieben stabil, während bei Lieferungen an Gewer
bekunden im eigenen Netzgebiet Mengenzuwächse verzeichnet werden konnten. Auch bei
den Ökostromprodukten konnte wieder eine um fast 62 % höhere Menge gegenüber dem
Vorjahr abgesetzt werden. Im Gasmarkt hat sich die abgesetzte Menge leicht reduziert. Vor
allem Lieferungen an Gewerbekunden außerhalb des eigenen Netzgebietes kompensieren
die Rückgänge der abgesetzten Mengen im eigenen Netzgebiet. Im Wärmemarkt ergab
sich, bei leicht gesunkener Kundenzahl, eine gegenüber dem Vorjahr um 4, 1 % niedrigere
Absatzmenge, die auch in dem überdurchschnittlich warmen Jahr 2020 witterungsbedingt
nicht die geplante Menge erreichte.
Das trotz schwieriger Rahmenbedingungen gute operative Ergebnis sowie die Erträge aus
dem Verkauf nicht betriebsnotwendiger Grundstücke führten zu einem Jahresüberschuss
von 11,3 Mio. EUR.
In 2020 lagen die Investitionen um 37,5 % unter den geplanten Werten, da sich die Aufsto
ckung des Parkdecks am Hafenplatz auf 2021 verschoben hat, der Ausbau der Breitband
infrastruktur aufgrund der Neuausrichtung der Ausbaustrategie (Kooperation mit der Tele
kom) verzögert hat und die Beschaffung von modernen, umweltschonenden Elektrobussen
aufgrund von Verzögerungen auf Seiten der Lieferanten nicht wie gewünscht realisiert wer
den konnte.
Die abgesetzte Menge Wasser übertraf leicht den Plan.
Die Stromerzeugung der GuD-Anlage blieb hinter der für das Geschäftsjahr 2020 angesetz
ten Planmenge deutlich zurück. Dies ist vor allem auf einen Generatorschaden an der Gas
turbine zurückzuführen, die dadurch zeitweise nicht zur Produktion bereitstand.
Die Zahl der Fahrgäste reduzierte sich durch die Corona-Pandemie deutlich, so dass sich
in 2020 die seit Jahren positive Entwicklung im öffentlichen Personennahverkehr in Münster
nicht fortsetzte.
Aufgrund der soliden operativen Basis und angesichts der positiven außerplanmäßigen
Effekte ist das Ergebnis des Geschäftsjahres 2020 trotz schwieriger Rahmenbedingungen
als gut zu bezeichnen.
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Der Personalbestand sank im Jahresdurchschnitt um 13,6 % auf 948 Mitarbeiter (Vorjahr:
1.097 Mitarbeiter). Davon waren 7 41 (Vorjahr 892) in Vollzeit und 207 (Vorjahr: 205) in
Teilzeit beschäftigt. Das Sinken des Personalbestands ergibt sich insbesondere aus der
Ausgliederung des Teilbetriebs Versorgungsnetze auf die Stadtnetze Münster GmbH. Zum
Jahresende 2020 befanden sich 38 junge Menschen in der Ausbildung zu 10 verschiedenen
Berufen bei den Stadtwerken Münster.
Ertragslage
Die bereinigten Umsatzerlöse nach Abzug der Energiesteuern von 34,5 Mio. EUR sind um
51,9 Mio. EUR (9,0 %) auf 524,7 Mio. EUR gesunken. Diese Entwicklung ergibt sich zum
einen aus der Ausgliederung des Teilbetriebs Versorgungsnetze, zum anderen aber auch
aus Corona-bedingten Umsatzrückgängen, insbesondere im Nahverkehr.
Die aktivierten Eigenleistungen von 0,4 Mio. EUR entfallen vor allem auf die Aktivierung
von Glasfaseranlagen.
Die sonstigen betrieblichen Erträge fielen mit 16,5 Mio. EUR um 11,5 Mio. EUR niedriger
als im Vorjahr aus. Sie enthalten im Wesentlichen periodenfremde Erträge aus der Auflö
sung von Rückstellungen (9,0 Mio. EUR), Erstattungen aus Schadenersatzleistungen
(4,4 Mio. EUR) und Erträge aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens
(1,4 Mio. EUR). Der Wert des Vorjahres war noch wesentlich durch höhere Erträge aus
Belastungsausgleich nach KWKG und die Erstattung von Konzessionsabgaben geprägt.
Die Erstattung von Konzessionsabgaben entfällt, da die Konzessionsabgaben nach der
Ausgliederung der Versorgungsnetze unmittelbar von der Stadtnetze Münster GmbH an die
Stadt Münster gezahlt werden.
Der Materialaufwand sank um 11,5 Mio. EUR (2,6 %) auf 432,3 Mio. EUR. Die Reduzierung
ergab sich vor allem aus der Ausgliederung des Teilbetriebs Versorgungsnetze auf die
Stadtnetze Münster GmbH.
Die Personalaufwendungen sind im Geschäftsjahr 2020 um 18,7 Mio. EUR (24,2%) von
77, 1 Mio. EUR auf 58,4 Mio. EUR gesunken. Die Reduzierung ergibt sich wesentlich aus
der Ausgliederung des Teilbetriebs Versorgungsnetze auf die Stadtnetze Münster GmbH,
bei der die Mitarbeiter des Teilbetriebs auf die Stadtnetze Münster GmbH übergegangen
sind.
Die planmäßigen und außerplanmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögensge
genstände des Anlagevermögens und Sachanlagen lagen mit 17,6 Mio. EUR um
10,5 Mio. EUR unter dem Wert des Vorjahres von 28, 1 Mio. EUR. Dies ergibt sich aus dem
Übergang von Anlagevermögen auf die Stadtnetze Münster GmbH im Rahmen der Aus
gliederung. Die außerplanmäßigen Abschreibungen ergeben sich insbesondere aus der
Wertberichtigung einer außer Betrieb genommenen Windendenergieanlage (0,9 Mio.
EUR).
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betrugen 40,6 Mio. EUR (im Vorjahr
50,3 Mio. EUR). Die darin enthaltene Konzessionsabgabe (Wasser) an die Stadt Münster
in Höhe von 5,7 Mio. EUR wurde voll erwirtschaftet. Die Konzessionsabgabe für Strom und
Gas werden nach der Ausgliederung unmittelbar von der Stadtnetze Münster GmbH an den
Stadt Münster bzw. die Stadt Drensteinfurt gezahlt. Die sonstigen betrieblichen Aufwendun
gen enthalten Aufwendungen für Dienstleistungen, Aufwendungen für Reparaturen sowie
periodenfremde Aufwendungen.
Das Finanzergebnis von 27,0 Mio. EUR wird wesentlich geprägt durch die Ergebnisabfüh
rung der Stadtnetze Münster GmbH und die Erträge weiterer Beteiligungen, die durch Zin
sen für Fremddarlehen und Zinsaufwand aus der Aufzinsung von Rückstellungen nicht auf
gezehrt wurden.
Nach Abzug der Ertrags-und Betriebssteuern von insgesamt 3,9 Mio. EUR ergibt sich ein
Jahresüberschuss von 11,3 Mio. EUR.
Energie-und Wasservertrieb
Das Geschäftsfeld Energie-und Wasservertrieb entwickelte sich im Geschäftsjahr 2020
trotz schwieriger Rahmenbedingungen insgesamt weiterhin zufriedenstellend. Im Strom
markt sank die abgesetzte Menge bei gesunkener Kundenzahl um 4,2 %. Die Erlöse er
höhten sich parallel um 2,3 %. Gegen den Trend der in den übrigen Kundensegmenten
rückläufigen Absatzmengen und z. T. Erlöse, stieg die abgesetzte Menge bei den Ökos
tromprodukten.
Im Gasvertrieb konnte die abgesetzte Menge (ohne GuD-Anlage) gegenüber dem Vorjahr
über alle Kundensegmente um 0,4 % auf 2.028 Mio. kWh (im Vorjahr 2.019 Mio. kWh) er
höht werden. Die rückläufigen Absatzmengen im eigenen Netzgebiet konnten durch die
höheren Absatzmengen an Privat-und Gewerbekunden in fremden Netzen gesteigert wer
den. Über alle Kundensegmente sanken in Summe die Erlöse um 3,4%.
Im Wärmevertrieb sanken bei annähernd konstanter Anzahl an Kunden sowohl die Absatz
menge um 4, 1 % auf 569 Mio. kWh als auch die Erlöse um 4,6 % auf 37,2 Mio.
Die abgesetzte Menge Wasser war im Geschäftsjahr 2020 mit 17,4 Mio. m3 nach
17,2 Mio. m3 in 2019 um 1, 1 % höher. Die Erlöse stiegen um 1,2 % auf 37,4 Mio. EUR.
Versorgungsnetze
Mit Vertrag vom 26. Juni 2020 wurde der Teilbetrieb Versorgungsnetze von der Stadtwerke
Münster auf die Stadtnetze Münster GmbH ausgegliedert. Die Ausgliederung erfolgte mit
wirtschaftlicher Rückwirkung auf den 1. Januar 2020. Im Geschäftsjahr 2020 erfolgen daher
die Investitionen in den Ausbau der Versorgungsnetze, in die Leitungsnetze, Hausan
schlüsse und die zugehörigen Anlagen bei der Stadtnetze Münster GmbH. Schwerpunkt
der Investitionen bei der Stadtwerke Münster GmbH war der Ausbau des Breitbandnetzes,
das nicht von der Ausgliederung umfasst war.
Stromerzeugung
Die erzeugte Menge von 421 Mio. kWh lag um 15,2% unter dem Planwert. Dies ist vor allem
auf einen Generatorschaden an der Gasturbine der GuD-Anlage zurückzuführen, die
dadurch zeitweise nicht zur Produktion bereitstand.
Die Erzeugung aus erneuerbaren Energien, insbesondere der Windenergieanlagen, über
traf dagegen sowohl in der erzeugten Menge (8,2 %) als auch bei den Erlösen (8, 1 %) die
Planwerte.
Verkehr
Der von den Stadtwerken Münster betriebene öffentliche Personennahverkehr wurde deut
lich durch die Corona-Pandemie geprägt. Die kontinuierliche steigende Zahl der Fahrgäste
in Vorjahren setzte sich nicht fort. In 2020 sank die Zahl der Fahrgäste auf 43,9 Millionen.
Die Umsatzerlöse des Verkehrsbetriebs waren im Geschäftsjahr 2020 mit 34,6 Mio. EUR
entsprechend niedriger als im Vorjahr. Der operative Kostendeckungsgrad Verkehr sank
auf 67, 1 %.
Zum Ausgleich von Schäden im öffentlichen Personennahverkehr erhielt die Stadtwerke
Münster GmbH aus dem sog. ÖPNV-Rettungsschirm insgesamt 5,8 Mio. EUR. Davon wur
den 2,2 Mio. EUR für die Rückzahlung wegen Überzahlung zurückgestellt.
Finanz-und Vermögenslage
Kapitalausstattung/Finanzierung
Im Geschäftsjahr 2020 wurde ein Jahresüberschuss von 11,3 Mio. EUR erwirtschaftet. Der
nach Anrechnung der bereits im Dezember 2020 geleisteten Vorabgewinnausschüttung
von 6,5 Mio. EUR verbleibende Betrag von 4,8 Mio. EUR wurde in die Gewinnrücklagen
eingestellt, so dass sich ein Bilanzgewinn von 0 EUR ergibt.
Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen bilden die Verpflichtungen
gegenüber aktiven und ehemaligen Mitarbeitern unter Berücksichtigung der langjährigen
Zinsentwicklung ab und entwickelten sich planmäßig. Insbesondere dem Risiko einer mög
lichen Unterdeckung der Kommunale Versorgungskassen Westfalen-Lippe, Münster, (kvw)
wurde durch eine weitere planmäßige Zuführung entgegengewirkt. Die Reduzierung der
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen resultiert aus der Ausgliede
rung des Teilbetriebs Versorgungsnetze. Die Stadtnetze Münster GmbH hat die Verpflich
tungen für die übergegangenen Mitarbeiter übernommen.
Die Steuerrückstellungen berücksichtigen neben der zu erwartenden Steuerbelastung auf
das Ergebnis des Geschäftsjahres 2020 und in diesem Jahr angefallene Strom-und Ener
giesteuern auch Risiken aus der laufenden Betriebsprüfung für die Jahre 2014 bis 2016.
Die sonstigen Rückstellungen sanken um 5,2 Mio. EUR. Dies resultiert insbesondere aus
Abgängen infolge der Ausgliederung des Teilbetriebsversorgungsnetze sowie aus der Auf
lösung von Rückstellungen nach dem Wegfall von Risiken.
Im Geschäftsjahr 2020 wurden abzüglich erhaltener Zuschüsse insgesamt 16,6 Mio. EUR
ins Sachanlagevermögen investiert.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten haben sich um 4,7 Mio. EUR auf insge
samt 107,2 Mio. EUR erhöht und sind weiterhin wesentlich geprägt durch das 2012 aufge
nommene Schuldscheindarlehen in Höhe von rd. 60 Mio. EUR.
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen waren mit 32,9 Mio. EUR um
11,4 Mio. EUR niedriger als im Vorjahr.
Die Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter sowie gegenüber
verbundenen Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis
besteht, wurden im Bilanzausweis wiederum soweit zulässig zusammengefasst. Die zum
Stichtag in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen sind um 21,9 Mio. EUR auf zusammen
34,6 Mio. EUR gestiegen.
Vermögen
Insbesondere infolge der Ausgliederung des Sachanlagevermögens des Teilbetriebs Versor
gungsnetze auf die Stadtnetze Münster GmbH sank dieses um 217,6 Mio. EUR auf
120,0 Mio. EUR zum 31.12.2020 und hat damit einen Anteil an der Bilanzsumme von 23, 1 %.
Mit dem Verkauf von nicht betriebsnotwendigen Grundstücken und anderen Sachanlagen
wurden Erträge von 1,4 Mio. EUR erzielt.
Im Geschäftsjahr 2020 erhöhten sich die Finanzanlagen wesentlich durch die Ausgliede
rung, die gegen Gewährung von Gesellschaftsrechten und gegen Dotierung eines Gesell
schafterdarlehens erfolgte. Die Anteile an verbundenen Unternehmen stiegen um 159,3
Mio. EUR auf 193, 1 Mio. EUR. Die Ausleihungen an verbundenen Unternehmen erhöhten
sich um 52,8 Mio. EUR auf 60,0 Mio. EUR. Weiterhin erfolgten planmäßige Tilgungen der
Ausleihungen an verbundene Unternehmen und Unternehmen, mit denen ein Beteiligungs
verhältnis besteht. Die Vorräte verringerten sich um 6,6 Mio. EUR auf 10,0 Mio. EUR. Der
Rückgang folgt ganz wesentlich aus dem Verkauf einer Windenergieanlage sowie der Aus
gliederung, bei der das Lagermaterial für die Versorgungsnetze auf die Stadtnetze Münster
GmbH übertragen wurde.
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind um 15, 1 Mio. EUR auf
93,5 Mio. EUR gestiegen, insbesondere durch die höheren Forderungen gegen Unterneh
men mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht.
Die liquiden Mittel wurden um 19,7 Mio. EUR auf 24,0 Mio. EUR zurückgeführt. Die Liqui
dität wird zur Finanzierung saisonaler Schwankungen im Bestandsgeschäft und der Erwei
terungsinvestitionen vorgehalten.
Die Vermögens-und Finanzlage bildet mit einer Eigenkapitalquote von 44,9 % weiterhin eine
gute wirtschaftliche Basis für die weitere Strategie-und Geschäftsentwicklung der Stadt
werke Münster.
Prognose-, Chancen-und Risikobericht
Konjunkturelle Entwicklung
Bereits seit einem Jahr beherrscht das Coronavirus COVI D 19 die gesellschaftliche Diskus
sion und die Entwicklung der lokalen, nationalen und globalen wirtschaftlichen Märkte. In die
ser für die komplexen Forschungs-und Produktionsprozesse im Bereich der Vakzine sehr
kurzen Zeit ist es der Weltgemeinschaft gelungen, wirksame Impfstoffe gegen das Virus zu
entwickeln. Für 2021 besteht die Hoffnung, den verheerenden Auswirkungen der Corona
Pandemie bereits sehr weitgehend entgegenzuwirken und ansatzweise zu einem normalen
Leben und einem normalen Wirtschaften zurückkehren zu können. Dennoch wird 2021 öko
nomisch ein schwieriges Jahr bleiben. Bis eine hinreichende Impfquote ein durchgängiges
Wiederanlaufen aller Wirtschaftszweige erlauben wird - dies insbesondere vor dem Hinter
grund sich verbreitender Virusmutationen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko-, werden aller Vo
raussicht nach noch einige Monate vergehen. Zudem ist davon auszugehen, dass zahlreiche
Unternehmen aus den Bereichen Handel, Gastronomie und Kultur durch mehrere Lockdown
phasen so sehr geschwächt wurden, dass ein signifikant erhöhtes Insolvenzrisiko entstanden
ist.
Für die zweite Jahreshälfte 2021 rechnet die 1KB (Industriekreditbank) allerdings für die deut
sche Gesamtwirtschaft mit einem deutlichen Aufschwung, insbesondere durch die verarbei
tende Industrie. In ihrer gesamtwirtschaftlichen Wachstumsprognose geht die 1KB für das
Jahr 2021 von einer Steigerung des Bruttoinlandproduktes in Höhe von 4,5% aus. Für die
USA lautet die Prognose +5,8%, für China +9,2%. Insgesamt kann also mit einer deutlichen
Erholung der Weltwirtschaft in 2021 gerechnet werden, was für das exportorientierte
Deutschland als besonders positives Signal zu bewerten ist. Hinzu kommt der Regierungs
wechsel in den USA, wo mit Präsident Biden ein Politiker gewählt wurde, der im Gegensatz
zu seinem protektionistisch agierenden Vorgänger Trump wieder auf konstruktive und koope
rative internationale Wirtschaftsbeziehungen insbesondere mit Europa setzt. Auch dies ver
bessert die Perspektiven für die makroökonomische Entwicklung in Deutschland.
Die mikroökonomische Vorschau auf Ebene der Stadtwerke Münster lässt für das Jahr 2021
eine differenzierte Entwicklung zwischen den Geschäftsbereichen Energie und Verkehr er
warten. Während die Corona-Pandemie nach den Erfahrungen aus den Lockdownphasen im
Jahre 2020 auf den Stromabsatz der Geschäftskunden in Münster tendenziell geringeren
Einfluss hat, sind gravierende Einbußen in der Nutzung des ÖPNV und damit signifikante
Umsatzeinbußen für die Verkehrssparte zu erwarten. Im Gegensatz zu 2020 ist bisher kein
Ausgleich durch Bundes-und Landesmittel für die entstehenden Verluste absehbar, wenn
auch aus 2020 noch Mittel aus dem seinerzeitigen ÖPNV-Rettungsschirm zur Verfügung ste
hen. Schwer einzuschätzen ist zurzeit noch die Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen
nach Auslaufen der Lockerung bei der gesetzlichen Antragspflicht. In diesen Fällen wären
alle relevanten Sparten der Stadtwerke von Erlösausfällen betroffen. Hier ist zu hoffen, dass
eine Großzahl der Unternehmen auf Basis der staatlichen finanziellen Unterstützungspro
gramme am Markt verbleiben wird. Dennoch muss insgesamt von einer Zunahme der lnsol
venzen ausgegangen werden.
Energiepolitische Rahmenbedingungen
Legt man den großen strategischen Maßstab an, so bleiben der Anfang 2020 beschlossene
Kohleausstieg bis 2038 und die Abschaltung der letzten Atomkraftwerke im nächsten Jahr
vermutlich die größten „Game Changer" der kommenden Jahre für die Energiebranche. Auch
die „Reform der Reform der Reform" des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) mit Wirkung
ab dem 01.01.2021 bringt an diesem neuralgischen Punkt keineswegs mehr Planungs-und
Investitionssicherheit für die Ausgestaltung der energetischen Gesamtversorgung in
Deutschland. Gerade in den rheinischen Braukohlerevieren werden bereits in den frühen 20er
Jahren nennenswerte Stromerzeugungskapazitäten vom Netz gehen. Zusammen mit dem
Ende der Atomkraftwerke werden also in Westdeutschland erhebliche Kapazitäten -diesmal
wirklich -der bisherigen Erzeugungsinfrastruktur in naher Zukunft entfallen. Zugleich konnte
das Gesetz zur Beschleunigung des Netzausbaus (NABEG) aus 2019 bisher die Erwartun
gen nicht erfüllen, insbesondere zu einem schnelleren Ausbau der erforderlichen Hochleis
tungs-Übertragungsnetze zu kommen, die den Windstrom aus den Offshoreparks in Nord-
und Ostsee oder den windreichen Gebieten Nord-und Nordostdeutschlands in die bevölke
rungs-und industrieintensiven Metropolregionen in der Mitte und im Süden transportieren
müssen.
Die Novellierung des EEG 2021 schafft es wieder nicht, das Paradoxon zwischen Anspruch
und Wirklichkeit der deutschen Energiepolitik endlich aufzulösen. Zwar enthält das neue EEG
nun klare Mengenziele für den Ausbau von Windenergie-und Photovoltaikanlagen -bis 2030
sollen 65% des Strombedarfs in Deutschland aus regenerativen Quellen erzeugt werden.
Leider verbaut das gleiche EEG weiterhin den Weg zu diesem Ziel, indem z.B. die bisher
schon ausbauverhindernden Abstandsregelungen noch weiter präzisiert bzw. im Hinblick auf
Einzellagen bestehender Wohnbebauung gar verschärft wurden. Zugleich bleibt der Aukti
onsmechanismus, der dem Bieter mit dem geringsten Vergütungsanspruch den Zuschlag bei
Flächenakquise und Bau sichert, ein Bremsfaktor auch in wirtschaftlicher Hinsicht, da er einen
Wettbewerb um den geringsten Renditeanspruch initiiert und somit dazu führt, dass Investo
ren vielfach überproportionale ökonomische Risiken akzeptieren müssen, um den Zuschlag
zu erhalten. Das wird auch daran deutlich, dass nahezu jeder Bau von Windkraftanlagen sei
tens verschiedener Interessengruppen beklagt wird und oftmals gerade in den wirtschaftlich
anspruchsvollen Anfangsjahren der Nutzung von häufigen Abschaltungen aufgrund tempo
rärer Auflagen und damit signifikanten Ertragsausfällen geprägt ist.
Dagegen wirken die inkrementellen Verbesserungsansätze der EEG-Novelle geradezu wie
„Kosmetik", wie z.B. die Regelung, dass Betreiber neuer Windkraftanlagen pro tatsächlich
eingespeister Kilowattstunde der betreffenden Kommune 0,2 ct/kWh an Vergütung zwecks
Akzeptanzerhöhung anbieten dürfen oder die Tatsache, dass Windenergieanlagen, die ab
2021 das Ende ihres 20-jährigen Förderzeitraums mit fester Einspeisevergütung erreichen,
nun doch nicht vom Netz genommen werden müssen, sondern bis Ende 2022 weiterbetrie
ben werden dürfen -mit einer in einem neuen Auktionsverfahren ermittelten Einspeisever
gütung.
Mit einem Satz: Der Gesetzgeber packt die Grundproblematik der Energiewende in Deutsch
land, die fast alle Stadtwerke bereit sind, massiv zu unterstützen und voranzutreiben, nicht
bei der Wurzel: absehbarer und fest geplanter Ausstieg aus der konventionellen Stromerzeu
gung vs. mangelnder Übertragungsnetz-Kapazitäten von Nord nach Süd vs. regulierungsbe
dingter „Stau" beim real dringend erforderlichen Ausbau der regenerativen Kapazitäten.
Ein positives Signal des neuen EEG ist sicherlich die Option, Seitenrandstreifen an den Au
tobahnen auf einer Breite von bis zu 200 m zur Errichtung größerer Photovoltaikanlagen nut
zen zu dürfen, sofern ein 15 m breiter Streifen längs zur Fahrbahn zu Naturschutzzwecken
freigehalten wird.
Eine Neuerung, die vielleicht in der breiteren Öffentlichkeit schnell übersehen werden könnte,
enthält das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) im neugefassten Paragrafen 6. Demnach geht
das Recht, als Mieter -typischerweise in einem Mehrfamilienhaus und mit eigenem Strom
zähler -seinen Messstellenbetreiber zu wählen, auf den Vermieter über. Dieser muss dazu
das gesamte Gebäude mit intelligenten Messystemen ausstatten und die Fernablesung des
Stromverbrauchs technisch mit der Ablesung mindestens eines weiteren Mediums (Gas,
Fernwärme oder Heizwärme) bündeln. Dies kann mittelfristig weitreichende Auswirkungen
auf den Markt der Energieablesung haben. Zum einen bereiten sich die traditionellen, auf die
Heizkostenverteilung spezialisierten Ablesedienstleister wie lsta, Techem oder Brunata da
rauf vor, in die Stromverbrauchsablesung für die Wohnungswirtschaft einzutreten, zum an
deren eröffnen sich für die Energieversorger Optionen, z.B. über Schnittstellen in den intelli
genten Messsystemen (Smart Meter Gateways) auch Aufgaben des Submeterings i.S. der
Heizkostenverteilung zu übernehmen -für beide Branchen grundsätzlich eine schlüssige Ge
schäftsfelderweiterung.
Aktuelle Preisentwicklungen
Die Börsennotierungen der Forwardpreise für die Commodities Strom, Gas, Kohle und Öl
unterlagen ebenso wie die C02-Preise erheblichen Schwankungen, die ihre größte
Amplitude in den Wochen um die ersten Corona-Lockdowns im Frühjahr 2020 hatten. So
sanken bis Anfang April 2020 der Strompreis um 24%, der Gaspreis um 26%. Der Ölpreis
stürzte im Maximum um 35% ab, der C02-Preis um 37%. Lediglich der Kohlepreis reagierte
moderater mit einem eher kontinuierlichen Rückgang um 17% bis Anfang Juni 2020. Der
weitere Preisverlauf bis zum Jahresende war heterogen zwischen den einzelnen Medien.
So legte der Strompreis bis Dezember 2020 wieder deutlich zu und erreichte über das Ge
samtjahr eine Steigerung um 10%, während der Gaspreis über das Gesamtjahr um 7%
zurückging. Der C02-Preis legte über zwei starke Aufschwungphasen über das Gesamtjahr
sogar um 35% zu und entfaltete damit insgesamt auch für das Forwardjahr 2021 seine
gewollte Lenkungswirkung auf den Strom-Erzeugungsmix in Deutschland. Der Kohlepreis
stieg über das Gesamtjahr um moderate 10% an, der Ölpreis als „Barometer für die Welt
konjunktur" ging um ebenfalls unspektakuläre 12% zurück. Hier mögen sich die mittelfristig
eher vorsichtigen Erwartungen für die Entwicklung der Weltwirtschaft widerspiegeln, wobei
der Regierungswechsel in den USA mit seinen positiven Signalen hier noch nicht einge
preist war. Die gegenläufige Entwicklung zwischen Strom -und Gaspreis wirkt positiv auf
den Clean-Spark-Spread und unterstützt damit die Wirtschaftlichkeitsperspektive von Gas
kraftwerken und insbesondere umweltfreundlichen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen.
Die mehrjährige Beschaffungsstrategie der Stadtwerke Münster für Strom und Gas bewährt
sich wiederum auch für das Jahr 2021. Trotz des 10%igen Strompreisanstiegs am Groß
handelsmarkt konnte die Strompreisanpassung für die Privatkunden der Stadtwerke Müns
ter auf moderate 1,2% zum 01.01.2021 beschränkt werden. Die Gaspreise konnten seit
2018 für drei Jahre stabil gehalten werden, mussten aber zu Jahresbeginn 2021 aufgrund
der neuen C02-Besteuerung von Erdgas nach dem Brennstoffemissionshandels-Gesetz
(BEHG) um ca. 7,5% angehoben werden. Die Fernwärmepreise sinken zum 01.01.2021
preisformelbedingt deutlich um 11,5%. Zum 01.07.2021 wird der Fernwärmepreis allerdings
wiederum um ca. 14% angehoben werden. Dies resultiert aus einer neugefassten Preisan
passungsklausel, die infolge der in den letzten Jahren deutlich gestiegenen Preise für C02-
Zertifikate nunmehr um einen entsprechenden Preisbestandteil zur Kompensation dieser
nicht beeinflussbaren Kostenkomponente erweitert werden musste. Zudem gab es in den
vergangenen Jahren überproportionale Steigerungen im Tief-und Leitungsbau für Fern
wärme, die durch die bisher in der Preisformel enthaltenen Indizes nicht mehr adäquat ab
gedeckt werden konnten. Nachdem der Wasserpreis seit Januar 2019 stabil gehalten wer
den konnte, ist eine Anpassung zum 01.04.2021 in Höhe von 4,8% zur Weitergabe gestie
gener Kosten erforderlich. Ebenfalls zum Ausgleich gestiegener Kosten, z.B. im Bereich
der Tariflöhne im Fahrbetrieb, ist zum 01.08.2021 eine durchschnittliche Erhöhung der
Fahrpreise im ÖPNV in Höhe von 2,9% vorgesehen.
Entwicklung der Absatzmengen
Für die Absatzmengen der wärmegeführten Sparten Gas und Fernwärmeversorgung ist die
Witterung im Verlauf des ersten Quartals des Jahres bereits von signifikanter Bedeutung.
Die Gradtagszahl als Indikator für den witterungsbedingten Absatzverlauf lag für die Monate
Januar und Februar 2021 erstmals nach mehreren Jahren wieder auf dem Niveau des lang
jährigen Durchschnitts. Insofern befinden sich die Absatzmengen hier auf Planniveau. Das
gilt auch für die Absatzmengen in der Wassersparte. Der coronabedingte Lockdown machte
sich in den ersten beiden Monaten des Jahres 2021 in ähnlichem Umfang auf der Strom
seite bemerkbar wie im Vorjahr. Die Absatzmengen an Geschäftskunden lagen hier ca.
10% unterhalb der Planung. Im Bereich der Privatkunden waren bis dato keine Absatzrück
gänge zu verzeichnen; infolge nach wie vor erhöhter Arbeitstätigkeit im „Horne-Office" ist
für die Stromsparte im Privatkundensegment hingegen von einer leichten Zunahme der Ab
satzmengen gegenüber den Planansätzen auszugehen. Eine deutliche Lücke reißt der
Lockdown in den ersten Monaten des Jahres 2021 allerdings gegenüber den vorgesehenen
Fahrgastzahlen im ÖPNV auf. Viele potenzielle Fahrgäste, insbesondere die Nutzer von
Einzelfahrscheinen im Gelegenheitsverkehr, meiden zurzeit wegen des Coronavirus noch
die ÖPNV-Nutzung.
Strategie, Chancen und Risiken
Im laufe des Jahres 2020 haben die Stadtwerke Münster eine neue, umfassende Strategie
entwickelt, deren zeitliche Perspektive sich bis zum Jahr 2030 erstreckt. Der Strategiepro
zess wurde im Topmanagement gestartet, bereits früh wurden aber die Führungskräfte in
den verschiedenen Unternehmensbereichen intensiv mit eingebunden. Nachdem im Som
mer die Strategie formuliert war, erfolgte eine breit angelegte, mehrstufige Informations
phase, so dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtwerke Münster intensiv mit
der Unternehmensstrategie vertraut gemacht wurden. Eine Mitarbeiterbefragung am Ende
des Jahres zeigte, dass die Strategie von der Belegschaft sehr gut aufgenommen und ver
standen worden ist und somit auch die interne Kommunikation erfolgreich war.
Die neue Strategie der Stadtwerke Münster beinhaltet drei Kernelemente bzw. Leitgedan
ken, die für die langfristige Ausgestaltung des Unternehmens in den nächsten Jahren maß
geblich sein werden:
1. Wir sorgen für den Herzschlag Münsters
2. Mit uns wird ein Haus zum zuhause und ein Unternehmen erfolgreich
3. Wir gewinnen gemeinsam
Diese drei Schwerpunkte wurden bewusst in Form emotionaler Botschaften nach außen
und innen formuliert und definieren zugleich den Anspruch, den die Stadtwerke Münster in
den kommenden Jahren an sich selbst stellen.
Wir sorgen für den Herzschlag Münsters
Mit ihren Infrastrukturen, die die gesamte Stadt durchziehen -Versorgungsnetze, Erzeu
gungsanlagen ebenso wie das Liniennetz mit seinen Bussen -prägen die Stadtwerke
Münster gemeinsam mit ihrer Tochter Stadtnetze Münster auf vielfältige Weise die Lebens
adern der Stadt und sorgen damit für den Herzschlag Münsters.
In der kommenden Dekade gilt es nun, diese Infrastrukturen zukunftsorientiert weiterzuent
wickeln. Ein zentraler Treiber für die zukünftige Ausgestaltung dieser Lebensadern wird der
Klimawandel sein. In den letzten Jahren haben uns nicht zuletzt Bewegungen wie „Fridays
for Future" gleichermaßen wie die wachsende wissenschaftliche Erkenntnis gezeigt, dass
ein Weiterwirtschaften „wie bisher" angesichts der anhaltenden weltweiten Klimaerwär
mung nicht mehr möglich sein wird. Ein zweiter Treiber ist die Digitalisierung. Die Gesell
schaft der Zukunft wird mehr denn je eine „Informationsgesellschaft" sein. Dazu bedarf es
einer hochleistungsfähigen, sicheren und verlässlichen Infrastruktur für den Datenaus
tausch. Diese Technologie wird als Standortfaktor für Münster noch viel entscheidender
werden, als es bereits heute der Fall ist.
Vor diesem Hintergrund werden die Stadtwerke Münster eine umfassende Energie-Mobili
täts-und Digitalwende einleiten, die sich auf nahezu die gesamte Infrastruktur des Unter
nehmens erstrecken wird.
Im Rahmen einer innovativen, klimaschutzorientierten Energieversorgung werden die
Stadtwerke Münster in den kommenden 10 Jahren in erheblichem Umfang in regenerative
Erzeugungskapazitäten investieren, sowohl in onshore-Windenergieanlagen als auch in die
Errichtung von Photovoltaik auf Münsters Dächern, wo noch signifikante ungenutzte Poten
ziale nutzbar sind. Bis zum Jahr 2030 wollen die Stadtwerke Münster alle Haushalte in
Münster mit Wind-und Solarstrom aus eigener Erzeugung versorgen und dabei auch ge
zielt Bürgerbeteiligungen ermöglichen, um die Menschen vor Ort am finanziellen Erfolg von
regenerativen Projekten teilhaben zu lassen. Bereits 2024 wird im Strommix für die Haus
haltskunden der Stadtwerke Münster weder Kohle-noch Atomstrom enthalten sein.
Zudem wird in diesem Zeitraum auch der Umbau der Wärmeerzeugung auf „grüne Wärme"
eingeleitet, d.h. ohne Einsatz von konventionellen Brennstoffen in der Fernwärmeerzeu
gung. Ein Konzept mit stärker dezentralen, auf unterschiedlichen klimaschonenden Tech
nologien basierenden Wärmeerzeugungseinheiten wurde dazu bereits erarbeitet. Dabei hat
sich unter anderem der Einsatz von Tiefengeothermie als eine angesichts der geologischen
Ausgangssituation für Münster vielversprechende Option herausgestellt. Dies wird auch
Auswirkungen auf die Struktur und den weiteren Ausbau der Wärmenetze haben. Eine voll
ständige Umstellung auf grüne Wärmeerzeugung wird allerdings nicht bereits bis zum Jahr
2030 möglich sein. Voraussichtlich bedarf es dazu eines sukzessiven Vorgehens unter Ein
satz partieller Übergangslösungen mit weiterhin erdgasbasierter, aber bereits heute sehr
umwelteffizienter Kraft-Wärme-Kopplungstechnologie.
Ein weiterer wichtiger Baustein für den Herzschlag Münsters ist die konsequent weiterge
führte Umstellung der Busflotte auf elektrische Antriebe. Bis zum Jahr 2029 soll die gesamte
Busflotte des ÖPNV der Stadtwerke Münster von Elektromotoren mit einer C02-Emission
von null angetrieben werden. Dies wird durch einen Mix aus Fahrzeugen mit Ladetechno
logie einerseits und Brennstoffzellen andererseits realisiert werden. Ergänzt wird das
ÖPNV-Angebot über unsere Beteiligung am lokalen Carsharinganbieter Stadtteilauto mit
einem kontinuierlich zunehmenden Angebot an Elektrofahrzeugen sowie über ein in den
kommenden Jahren zu entwickelndes Bike-oder E-Bike-Verleihsystem. Auf diese Weise
wird ein systematisch ineinandergreifendes multimodales Mobilitätssystem entstehen, das
eine attraktive Alternative zum innerstädtischen motorisierten Individualverkehr bietet und
eine leichte Zugänglichkeit über eine integrierte IT-basierte Mobilitätsplattform sicherstellt.
Eine mögliche dauerhafte Ergänzung dazu ist das zurzeit in einem dreijährigen Modellver
such getestete Shuttlesystem „Loop", das den ÖPNV-Kunden eine leicht zugängliche Bu
chung via Smartphone ermöglicht. Dabei werden kleine, elektrisch betriebene Shuttle-Fahr
zeuge für bis zu acht Personen eingesetzt, die in den jeweiligen Vierteln des Testgebietes
Münster-Hiltrup im Sinne eines „Corner-to-Corner"-Betriebs die Fahrgäste bis zum Um
stiegspunkt auf die Metrolinie bzw. von dort wieder zurück ins Viertel bringen. Der Shuttle
Verkehr agiert nachfrageflexibel ohne festen Fahrplan und ohne feste Strecke. Die Stre
ckenführung wird je nach Kombination der Kundenorders über einen Logistik-Algorithmus
optimiert. Die erste Testphase in 2020 verlief im Hinblick auf die Nachfrage bereits sehr
vielversprechend.
Neben dieser sehr weitreichenden Zielsetzung hin zu einer konsequent klimaschutzorien
tierten Strategie wollen die Stadtwerke Münster auch den „digitalen Herzschlag" ihrer Stadt
sicherstellen. Bis zum Jahr 2030 sollen 80% der Haushalte in Münster mit Glasfaserverbin
dungen bis ins Haus versorgt sein und damit ihren „Anschluss an die digitale Zukunft" er
halten. Dazu haben wir eine umfassende Kooperation mit der deutschen Telekom verein
bart, bei der die Stadtwerke ihre Expertise für die Verlegung der passiven Infrastruktur, der
Glasfaserleitungen, einbringen werden und die Telekom ihr Know-How für den Netzbetrieb,
das Bandbreitenmanagement und den Whole-Sale-Vertrieb an dritte Dienste-Provider be
reitstellt. Somit verteilt sich das erhebliche Investitionsvolumen für die flächige Erschließung
von Münster mit Glasfaserhausanschlüssen auf mehrere Schultern, und es lassen sich
komplementäre Know-How-Vorteile miteinander kombinieren.
Mit der „Herzschlag-Strategie" möchten die Stadtwerke sowohl Mitverantwortung für eine
innovations-und klimaschutzorientierte Weiterentwicklung der Stadtgesellschaft in Münster
als auch signifikante finanzielle Beiträge in und für die Gestaltung von Münsters Zukunft
leisten. Letzteres stützt sich auf einen stabilen finanziellen Rahmen, welcher der Strategie
unterlegt worden ist. So soll -nach einer Anlaufphase von zwei Jahren -ab 2023 nachhal
tig ein Jahresergebnis von mindestens 10 Mio. € erzielt werden, das gleichermaßen Aus
schüttungspotenziale für den städtischen Haushalt und Thesaurierungen zur Eigenkapital
stärkung ermöglicht. Angesichts des zur Strategiefinanzierung erforderlichen, erheblichen
Fremdkapitalbedarfs der kommenden Jahre und der Absicherung der des resultierenden
Kapitaldienstes wurde eine jährliche Eigenkapitalquote von mindestens 30% fixiert.
Ergänzt wurden diese finanziellen Ziele durch eine weitere monetäre Größe, die eine eher
regional-volkswirtschaftliche Dimension beschreibt, die aber eine wichtige Funktion der
Stadtwerke Münster als lokales Unternehmen widerspiegelt: Die lokale Wertschöpfung der
Stadtwerke Münster soll mindestens 80 Mio.€ p.a. betragen. Dies umfasst neben dem Jah-
resergebnis und der Abdeckung des Verkehrsverlustes insbesondere die vielfältigen Auf
träge an lokale Unternehmen, die vor Ort wiederum Arbeitsplätze und damit lokale Kaufkraft
sichern.
Mit uns wird ein Haus zum zuhause und ein Unternehmen erfolgreich
Nachdem zum Ende des Jahres 2020 die organisatorische Restrukturierung des Vertriebs
bereiches abgeschlossen werden konnte, wird das kommende Jahr im Zeichen der Neu
ausrichtung der Vertriebsprozesse und des Produkt-und Serviceprogramms stehen. Aus
gehend von der strategischen Klammer der Energie-und Mobilitätswende und verbunden
mit der Digitalisierungsoffensive wollen die Stadtwerke Münster mit ihren Produkten und
Dienstleistungen einen spürbaren Beitrag zur Lebensqualität in Münster und für die Müns
teraner Bürgerinnen und Bürger leisten.
Über ein gut strukturiertes Vertriebskanalmanagement möchten wir unsere Kunden noch
besser kennenlernen, um ihnen maßgeschneiderte Angebote machen zu können. Dabei
wird das Thema „Bündelprodukte" stärker in den Fokus rücken als bisher. Dies wird zum
einen eine Intensivierung des gemeinsamen Marktauftritts von Energie und Mobilität um
fassen, zum anderen die Einbeziehung der neuen Option der Breitbandversorgung über
Glasfaseranschlüsse bis ins Haus beinhalten. Auf dieser Basis soll ein -insbesondere aus
Perspektive unserer Kunden -integriertes Produktportfolio aus Energie-, Mobilitäts-und
Glasfaserkomponenten entstehen. Kunden, die Bündelprodukte der Stadtwerke Münster
kaufen, werden Vorteile erhalten. Ziel aus Unternehmenssicht ist es, so die bereits heute
hohe Kundentreue noch weiter zu stärken. Strategisch werden die Stadtwerke Münster da
rauf hinarbeiten, dass bis zum Jahr 2024 jeder Haushalt in Münster mindestens drei Pro
dukte aus unserem Hause bezieht.
Die besondere Attraktivität für das Produktportfolio soll neben einem exzellenten Service
und einfacher Zugänglichkeit über digitale Kanäle insbesondere mit der durchgängigen,
konsequenten Ausrichtung des gesamten Produktprogramms an Klimaschutzzielen er
reicht werden. Bereits seit langem bieten die Stadtwerke Münster ihren Kunden ein über
das „Grüne-Strom-Label (GSL)" zertifiziertes, hochwertiges Ökostromprodukt an. Ergänzt
durch einen sukzessive bis 2029 emissionsfreien Mobilitätsmix aus Elektrobussen, E-Bikes
und -über unsere Beteiligungsgesellschaft „Stadtteilauto Münster" -E-Carsharing-Ange
boten stellen die Stadtwerke Münster damit attraktive und zielgerichtete Bündelprodukte
zur Verfügung, die in der Bürgerschaft der Stadt Münster mit ihrer schon heute großen
Zugewandtheit zur Klimaschutzthematik auf hohe Nachfrage treffen werden. Konkrete An
sätze werden zudem in den nächsten Jahren für eine innovative, grüne Wärmeversorgung
auf den Weg gebracht, um so das Ziel einer vollständig emissionsfreien, zukunftssicheren
Rundum-Versorgung für Münster zu komplettieren. Ein weiteres, umweltfreundliches Con
venience-Potenzial liegt im möglichen Einsatz von flexiblen Shuttle-Services als Ergänzung
des bestehenden Linienverkehrs im Rahmen des LOOP-Projektes. Der dauerhafte Einsatz
wird allerdings von den Ergebnissen der dreijährigen Modellphase und letztlich auch von
den finanziellen Rahmenbedingungen abhängen.
Dabei wird die bereits fest in der Welt unserer Kunden verankerte elektronische Pluscard -
neben der unmittelbar operativen Funktion als ÖPNV-Ticket -weiterhin ein wichtiges Trans
portmedium in der Kundenkommunikation und für den Zugang zur Servicewelt der Stadt
werke Münster sein.
Ein weiterer Aspekt der „grünen und digitalen" Rundumversorgung der Stadtwerke für die
Menschen in Münster ist unser Engagement in der Smart City-Allianz gemeinsam mit der
Stadt Münster. Sowohl der zunehmende Breitbandausbau durch die Stadtwerke und dar
aus resultierende weitere Optionen für eine stadtweite 5G-Versorgung als auch die Nutzung
des bereits errichteten Lorawan-Netzes durch unsere Tochtergesellschaft Stadtnetze
Münster GmbH eröffnen zahlreiche Möglichkeiten für kundenorientierte smarte Anwendun
gen, Produkte und Services. Bereits in der Projektierung befindet sich z.B. die Ausgestal
tung einer Fläche am Albersloher Weg als „Reallabor" für den Test von smarten Services,
wie z.B. das multimodale Mobilitätsmanagement im Mix aus intelligentem Parkraumma
nagement inkl. einer behindertengerechten E-Ladesäule, ÖPNV und E-Rollern einschließ
lich des zugehörigen Datenmanagements zur Optimierung der Services. Zudem sollen im
Reallabor adaptive Beleuchtungskonzepte, WLAN-Hotspots und weitere Anwendungen
des Internet of Things anwendungsorientiert im Hinblick auf einen möglichen zukünftigen
Rollout getestet werden.
Leitgedanke für all diese Aktivitäten ist, dass die Stadtwerke Münster von ihren Kunden und
den Menschen dieser Stadt noch intensiver als bisher als der gute, vertraute und verlässli
che Nachbar wahrgenommen werden, der sie im Grunde immer schon waren. Jetzt kommt
hinzu, dass wir es explizit zu unserer Strategie gemacht haben, für Münster mit unseren
Services und Versorgungsinfrastrukturen eine lebenswerte Zukunft in einer modernen, le
benswerten Stadt, in einem nachhaltig gesunden Klima zu entwickeln und unser gesamtes
unternehmerisches Handeln daran ausrichten.
Wir gewinnen gemeinsam
Eine neue Ausrichtung der Stadtwerke Münster nach außen, wie die spartenübergreifende
Gestaltung von Bündelprodukten, die Erweiterung des Produkt-und Servicespektrums um
Innovationen und exzellente Serviceprozesse, bedarf auch einer Veränderung im Inneren
des Unternehmens. So gilt es, die bisher vorherrschende Perspektive der verschiedenen
Unternehmensbereiche auf spezielle Marktsegmente der Stadtwerke, sei es innerhalb der
Energiesparten oder sei es z.B. zwischen dem Energie-und Verkehrsbereich, stärker auf
eine „One Company-Perspektive" hin zu verändern. Für den Kunden und seinen Zugang
zu den Stadtwerkeprodukten soll und darf es zukünftig keine Rolle mehr spielen, ob er ein
ÖPNV-oder E-Carsharing-Abonnement, ein Energie-oder Digitalprodukt oder eben ein
Bündelprodukt bei den Stadtwerken erwirbt. Die Stadtwerke-Mannschaft wird neben dem
weiterhin wichtigen Expertenblick auf die einzelnen Produkte und Segmente stärker als bis
her auch intern das organisatorische und prozessuale Zusammenspiel aller Unternehmens
bereiche in den Fokus nehmen -unter dem Motto „Wir gewinnen gemeinsam".
Prozessexzellenz nach außen bedarf in hohem Maße auch Prozessexzellenz im Inneren
des Unternehmens. Zur Unterstützung dieser Zielsetzung wurde im Rahmen der Strategie
entwicklung ein umfangreiches neues Personalentwicklungsprogramm erarbeitet. Zentrale
Elemente dieses Programms sind u.a. eine Intensivierung des crossfunktionalen Arbeitens
in fachbereichsübergreifenden Teams, das Vermitteln und Erlernen neuer agiler Arbeits
methoden wie Kanban, Design Thinking u.ä., verbunden mit individuellen Angeboten zur
persönlichen Weiterentwicklung in Richtung agiler Rollen, bspw. zum Serum-Master oder
Product Owner.
Auch das unternehmensweite Anreizsystem wird sich ab 2021 nicht mehr wie bisher auf
individuelle Bereichsziele stützen, sondern sich auf monetäre und qualitative Ziele fokus
sieren, die für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtwerke Münster gleichermaßen
gelten. Dies soll zusätzliche Motivation für den „One Company-Spirit" sein.
Zum Entwicklungsprogramm gehört es zudem, das IT-und Digitalisierungswissen der Be
legschaft flächendeckend zu verbessern. Erst wenn jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter
ein Mindestwissen über die Möglichkeiten und Unterstützungsoptionen moderner IT-Appli
kationen in seinem prozessualen Umfeld hat, wird eine umfassende Digitalisierung von
Massenprozessen mit den entsprechenden Zeit-und Effizienzgewinnen gelingen; denn das
heute immer spezialisiertere Wissen über Prozessabläufe und -zusammenhänge steckt in
den Köpfen der Mitarbeitenden und wird benötigt, um Digitalisierung algorithmisch präzise
umzusetzen.
Um die Digitalkompetenz im Unternehmen und damit die Optionen zur Automatisierung von
Massenprozessen noch besser zu unterstützen, wird ab dem Jahr 2021 das leistungsfähige
Analysetool der Firma Celonis, zunächst für die kaufmännischen Massenprozesse, einge
setzt und zugleich ein kleines Kompetenzcenter für den zielgerichteten Einsatz dieser Soft
ware zur datenbasierten Prozessanalyse aufgebaut, um über entsprechende Dashboards
mit ausgewählten prozessbezogenen KPls eine kontinuierliche Prozessdatenanalyse zu er
möglichen. Ziel ist es, durch eine strukturierte Analyse von Werkflow-Daten Optimierungs
und Automatisierungsmöglichkeiten aufzuzeigen und die Wirksamkeit eingeleiteter Opti
mierungsansätze im Zeitablauf messbar und transparent zu machen.
Alle genannten Ansätze unterstützen schließlich die Entwicklung einer neuen Unterneh
menskultur, die durch die zentralen Features „bereichsübergreifende Zusammenarbeit",
,,Empowerment der Mitarbeitenden", ,,neue Führungskultur im Sinne von Kompass-, Kom
munikations-und Unterstützungsfunktion" und „Gleichgewicht von Kompetenz und Verant
wortung" geprägt sein wird.
Die Umsetzung der Strategie 2030 in all ihren Facetten wird der Belegschaft der Stadtwerke
Münster viel Kraft und einen langen Atem abverlangen. Vor diesem Hintergrund und auch
in Anbetracht des kommenden demographischen Wandels sind umfangreiche Angebote im
betrieblichen Gesundheitsmanagement Bestandteil der Strategie. So werden den Mitarbei
tenden regelmäßige Gesundheits-Check-ups ebenso angeboten wie Trainings zu Rücken
gesundheit, Resilienz und Stressmanagement. Zur Förderung und Erhaltung der körperli
chen Fitness kooperieren die Stadtwerke Münster mit örtlichen Fitnessstudios und bieten
darüber hinaus vielfältige Möglichkeiten zur sportlichen Aktivität in der unternehmenseige
nen Betriebssportgemeinschaft und stellen unbürokratisch ein modernes, ergonomisches
Büroequipment bereit, wie z.B. höhenverstellbare Schreibtische. Diese werden vom Unter
nehmen auch für die Ausstattung von Horne-Offices bezuschusst.
Schließlich bietet eine neue Betriebsvereinbarung -auch außerhalb von Corona-Zeiten -
sehr flexible Möglichkeiten, ortsunabhängig zu arbeiten und zwischen dem Arbeitsplatz vor
Ort im Unternehmen und der Arbeit im Horne-Office zu wählen und so den individuellen
Bedürfnissen der Mitarbeitenden noch besser gerecht zu werden. Unterstützt wird dies
durch IT-gestützte Buchungssysteme für die unternehmensinternen Büroarbeitsplätze.
Eine positive Begleiterscheinung dieser Arbeitsorganisation ist es, dass sich zugleich so
manches Verfügbarkeitsproblem von Büroarbeitsplätzen dadurch lösen lässt.
Qualität und Effizienz im Kerngeschäft
Die neue Strategie wird von einem kontinuierlichen Maßnahmenpaket begleitet, das sich
auf die Optimierung der internen Prozessqualität und Prozesseffizienz richtet. So wird die
bereits Ende 2020 begonnene Vorbereitung der SAP S/4 HANA-Einführung in 2021 in Form
eines grundlegenden Reviews der internen kaufmännischen Prozesse mit dem Ziel der
Vereinfachung und Automatisierung weiterverfolgt. Mit dem Aufbau des Kompetenzcenters
für den Einsatz der „Celonis"-Software zur fundierten und kontinuierlichen Analyse von
Massenprozessen wird zukünftig zudem eine faktenbasierte Prozessanalyse und -steue
rung in verschiedensten Unternehmensbereichen ermöglicht; begonnen wird mit dem
Pu rchase-to-Pay-Prozess.
In 2021 wird auch die finanzielle Unternehmenssteuerung und das damit verbundene Re
porting neu ausgerichtet auf eine deckungsbeitrags-und KPl-orientierte Geschäftsbe
reichssteuerung. Dies ermöglicht den Geschäftsbereichsverantwortlichen nach der bisheri
gen, überwiegend margen-und budgetorientierten Steuerung einen ganzheitlicheren Blick
auf ihr Geschäftsfeld über verschiedene Deckungsbeitragsstufen hinweg bis zum Bereichs
EBIT und ermöglicht damit auch eine neue unternehmensweite Steuerungsphilosophie, bei
der neben den Margen auch die Strukturkosten wieder stärker in den Blick genommen wer
den.
Weitere Chancen und Risiken
Die auch in 2021 noch anhaltende Corona-Pandemie birgt nach wie vor Risiken, auch für
die Stadtwerke Münster GmbH. Nach den Erfahrungen aus 2020 liegen diese operativ ins
besondere in einem anhaltenden Rückgang der Fahrgäste im ÖPNV. In den Hochphasen
der Pandemie ist von Fahrgastrückgängen von ca. 50% bis 70% auszugehen. Über die
lange Dauer der Corona-Pandemie zeigt sich, dass nicht nur der Absatz der Einzelfahrkar
ten einbricht, sondern es zunehmend auch zu Kündigungen von Abonnementkunden
kommt, die bis dato noch für eine Umsatzstabilisierung gesorgt haben. Auf der Ange
botsseite ist nur eine geringe Reaktionsflexibilität gegeben, da das öffentliche Leben durch
einen funktionierendes ÖPNV-Angebot aufrechterhalten werden muss und insofern nur ge
ringfügig Reduktionen der Strukturkosten für den Busbetrieb möglich sind. Ein zweiter
ÖPNV-Rettungsschirm zum Ausgleich der entstehenden Umsatzverluste, wie er in 2020
gegeben war, ist zurzeit noch nicht konkret in Sicht, aber möglich. Hinzu kommt das wach
sende Risiko von Unternehmensinsolvenzen, welche in allen Stadtwerkesparten zugleich
zu Erlösausfällen führen können.
Zwar ist mit den inzwischen verfügbaren Impfstoffen ein Ende der Pandemie im Grundsatz
absehbar, bis zur erforderlichen „Herdenimmunität" ist es aber noch ein weiter Weg. Inso
fern kann die Ergebnisbelastung durch Corona auch in 2021 erheblich sein. Sofern diese
im laufe der kommenden Wochen konkreter einschätzbar ist, werden die Stadtwerke
Münster wiederum frühzeitig mit einem proaktiven Kostenmanagement reagieren, um die
möglichen Ergebnisbelastungen so weit wie möglich abzufedern.
Ein Liquiditätsrisiko wird für die Stadtwerke Münster selbst bei einem noch längeren Anhal
ten der Coronakrise auch über den Sommer 2021 hinaus aber nicht eintreten; für entspre
chende Reserven ist vorgesorgt.
Operative Risiken für die Stadtwerke Münster liegen nach wie vor in den politischen und
rechtlichen Rahmenbedingungen für den Ausbau von Windenergie an Land. Das im Jahr
2020 entwickelte strategische Programm des Unternehmens sieht erhebliche Investitionen
in Windenergie in den nächsten 10 Jahren vor. Nach wie vor können die geltenden restrik
tiven Abstandsregelungen zur Bebauung oder aber auch die herausfordernden wirtschaft
lichen Bedingungen im Rahmen des Auktionsmodells ebenso wie immer wieder auftretende
Klageverfahren von NGOs oder auch einzelnen Bürgern die Investitionsgeschwindigkeit
und damit auch den Fortschritt bei der Umsetzung der ehrgeizigen, nichtsdestotrotz für die
Umsetzung der Energiewende aber auch notwendigen Ausbauziele behindern.
Der Margendruck im Energievertrieb bleibt weiterhin hoch und birgt systemimmanent Risi
ken von wettbewerbsbedingten Kundenverlusten. Die Stadtwerke Münster steuern dem mit
einem exzellenten Kundenservice und einem aktiven Portfoliomanagement für den Ener
gieeinkauf an den Großhandelsmärkten für Strom und Gas entgegen.
Ein signifikantes Risiko liegt in der Entwicklung der Netznutzungsentgelte in den regulierten
Netzsparten für Strom und Gas. Die Bundesnetzagentur übt -insbesondere über die Ab
senkung der zulässigen Eigenkapitalverzinsung des bestehenden Netzvermögens -perma
nenten Druck auf das bestehende Netzentgeltniveau aus. Ein entsprechendes Absinken
der Netznutzungsentgelte wurde zwar planerisch bereits für die 4. Regulierungsperiode an
tizipiert; eine darüberhinausgehende Absenkung kann aber nicht ausgeschlossen werden.
Für das erste Halbjahr 2021 steht diesbezüglich eine neue EuGH-Rechtsprechung an, die
die Möglichkeiten des Bundeswirtschaftsministeriums, mildernd auf das methodisch zu kri
tisierende Festlegungsverfahren der Bundesnetzagentur zur Eigenkapitalverzinsung einzu
wirken, noch weiter einschränken könnte.
Tendenziell milde Winter, erhöhte Förderung, aber auch ein zunehmendes LNG-Gasange
bot sorgen dafür, dass die Gasversorgung in Deutschland langfristig gesichert ist. Münster
wird allerdings mit L-Gas versorgt. Die Hauptversorgungsquelle ist das Gasfeld im nieder
ländischen Groningen, das aufgrund tektonischer Probleme seine Förderung deutlich redu
zieren könnte oder ggf. ganz geschlossen werden könnte. In diesem Falle müsste Münster
auf eine H-Gas-Versorgung umgestellt werden. Dies ist planmäßig ohnehin für 2028/2029
vorgesehen, müsste im beschriebenen Falle aber früher umgesetzt werden. Dies wäre mit
nicht unaufwändigen Umstellungsarbeiten an den Heizungsanlagen der Stadtwerke-Kun
den verbunden.
Die Stadtwerke Münster haben es aktiv in ihre Strategie 2030 aufgenommen, den ÖPNV in
Münster vollständig über Ladetechnologie oder auch Wasserstoffbusse zu elektrifizieren
und damit emissionsfrei zu machen. Damit soll ein signifikanter Beitrag zur Verbesserung
der Lebensqualität der Münsteraner Bürgerinnen und Bürger geleistet werden. Bundesweit,
so auch in Münster, werden damit einhergehend in der politischen Diskussion ver
schiedenste Ansätze zur Erhöhung der Attraktivität des ÖPNV auf allen Ebenen, wie eine
massive Erhöhung der Taktfrequenzen des Busverkehrs bei erheblicher Verbilligung der
Ticketpreise bis hin zu einem für die Kunden kostenloser ÖPNV aufgerufen. Die Stadtwerke
Münster möchten den lokalen Klimaschutz durch einen qualitativ hochwertigen, attraktiven
und klimaschonenden ÖPNV strategisch unterstützen. Allerdings sind damit sehr hohe
sprungfixe Kosten durch eine signifikante Angebotsausweitung im Busverkehr verbunden,
bei einem stark verbilligten oder gar kostenlosen Busangebot selbstverständlich auch zu
sätzlich ein gravierender Ausfall operativer Einnahmen, die heute zumindest helfen, die
Kosten des ÖPNV zu 60-70% zu decken und so den ÖPNV-Verlust in einem durch die
Stadtwerke Münster tragfähigen Rahmen halten. Ein politisch gewolltes ÖPNV-Angebot der
Zukunft mit massiver Angebotsausweitung bei gleichzeitiger drastischer Preissenkung, be
darf, damit es für die Stadtwerke nachhaltig tragfähig und finanzierbar bleibt, neben den
Kundeneinnahmen und der bisherigen Verlustabdeckung durch die positiven Ergebnisse
der Energiesparten einer zusätzlichen, dritten, externen Finanzierungssäule in Form von
öffentlichen Mitteln des Bundes, der Länder und/oder der Kommunen. Die Stadtwerke allein
werden dies aus eigener Kraft nicht leisten können und liefen Gefahr, den enormen Finanz
mittelbedarf für weitere zentrale Strategiefelder, wie den Breitbandausbau und den Ausbau
der regenerativen Erzeugung, nicht generieren zu können.
Der Rollout der Smart Meter ist weiterhin im Gange. Aufgrund der mehrjährigen Verzöge
rung beim Start ist nach wie vor mit Engpässen bei den Montagekapazitäten und nachfra
gebedingt erhöhten Montagekosten zu rechnen, welche die Amortisationszeit der installier
ten smarten Zähler verlängern werden. Die Kapazitätsnachfrage könnten sich zukünftig so
gar noch verschärfen, da der Gesetzgeber mit der EEG-Novelle 2021 den Einbau von
Smart Metern nun auch für neue Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien und für
Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen ab bestimmten Größenordnungen fordert. Durch entspre
chende Übergangsvorschriften sind z.T. auch Altanlagen davon betroffen.
Den beschriebenen Risiken haben die Stadtwerke Münster eine proaktive Strategieentwick
lung entgegengestellt, bei der Marktchancen in Form von neuen Produkten und Services
und neuen Geschäftsfeldern, wie dem Glasfaserausbau und dem Ausbau der regenerati
ven Erzeugung, mit marktadäquaten und kundenorientierten Geschäftsmodellen konse
quent verfolgt werden. Die Strategie-Umsetzung orientiert sich konsequent an den Kriterien
Ergebnis, Rentabilität und Liquidität bei gleichzeitiger Sicherstellung einer soliden Eigenka
pitalquote. Dies wird gestützt durch eine nachhaltige Ausgestaltung der unternehmensin
ternen Prozessabläufe mit modernen IT-Systemen und der zunehmenden Nutzung von Po
tenzialen zur Prozessautomatisierung.
Leistungsindikatoren
finanzielle lndikato-Ist 2020 Plan 2021 relative Verän-
ren derung
Jahresüberschuss 11,3 Mio.€ 8,4 Mio.€ -25,7 %
Umsatzerlöse 524,7 Mio.€ 505,7 Mio.€ -3,6 %
Investitionen Stadt-16,6 Mio.€ 31,2 Mio.€ + 86,8 %
werke Münster*
Investitionen Stadt-34,8 Mio.€ 34,2 Mio.€ -1,7 %
netze Münster*
nicht-finanzielle In-Ist 2020 Plan 2021 relative Verän-
dikatoren derung
Stromabsatz 1.269 Mio. kWh 1.277 Mio. kWh + 0,6 %
Erdgasabsatz 2.028 Mio. kWh 2.234 Mio. kWh + 10, 1 %
Wärmeabsatz 569 Mio. kWh 621 Mio. kWh + 9,1 %
Wasserabsatz 17,4 Mio. m3 17,1 Mio. m3 -1,7 %
Stromerzeugung 421 Mio. kWh 478 Mio. kWh + 13,5 %
Fahrgastzahlen 43,9 Mio. 47,6 Mio. + 8,4 %
* Sachanlagevermögen abzgl. Zuschüsse
In der Stromsparte gehen die Stadtwerke Münster für das Jahr 2021 von einer leichten
Absatzmengensteigerung gegenüber dem Vorjahr aus. Zum einen wurden die Coronaaus
wirkungen auf das Geschäftskundensegment für 2021 aufgrund der inzwischen vorhande
nen Impfstoffe als geringer eingeschätzt als für 2020 eingetreten. Andererseits ist im wett
bewerbsumkämpften Geschäftskundensegment grundsätzlich von eher vorsichtigen Akqui
sitionszahlen auszugehen, wenn man, wie die Stadtwerke Münster, noch adäquate Margen
erzielen möchte. Der für 2021 geplante Erdgasabsatz basiert auf einem Witterungsverlauf
entsprechend dem langjährigen Mittelwert und liegt insofern oberhalb des im warmen Jahr
2020 erzielten Absatzniveaus. Das gleiche gilt auch für die in der Fernwärmeversorgung
vorgesehenen Absatzmengen. Beim Wasserabsatz geht die Planung wiederum von einem
langjährigen Durchschnittswert aus; in 2020 führte der sehr warme, regenarme Sommer zu
einem leicht erhöhten Wasserabsatz, insbesondere durch die verstärkte Gartenbewässe
rung. Bei der Stromerzeugung sind die Stadtwerke Münster wiederum von einer durchgän
gigen Verfügbarkeit der Gasturbinen in der GuD-Anlage ausgegangen, nachdem eine Tur
bine im Jahr 2020 im letzten Quartal schadensbedingt ausgefallen war. Inzwischen zeigt
sich, dass die Reparatur sich offenbar noch bis in das erste Quartal 2021 hinzieht, so dass
voraussichtlich die geplante Produktionsmenge nicht vollständig erreicht werden wird.
Nachdem im Jahr 2019 die Fahrgastzahlen des ÖPNV noch bei ca. 49 Mio. Fahrgästen
lagen, zeigen sich die dramatischen Corona-Effekte in der Verkehrssparte in den Ist-Zahlen
2020 mit nur 43,9 Mio. Fahrgästen und einer nur langsam eintretenden Erholung für den
neuen Planungszeitraum 2021, beginnend bei dem deutlich abgesenkten Plateau von Ende
2020.
Angaben gemäß dem Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und
Männern an Führungspositionen
Die vom Aufsichtsrat für das eigene Gremium festgelegte Quote von 16, 7% für die Beset
zung mit Frauen wurde unverändert beibehalten.
Auf Ebene der Stadtwerke Münster selbst erhöhte sich die über die erste und zweite Füh
rungsebene aggregierte Frauenquote von 8,3% Ende 2019 auf 15,2% Ende 2020. Damit
wurde die ursprünglich fixierte Zielquote von 12,5% deutlich übertroffen und fast eine Ver
doppelung zum Vorjahr erreicht. Die Steigerung wurde zum einen dadurch erzielt, dass eine
bis dato männlich besetzte Abteilungsleitungsfunktion fluktuationsbedingt frei und mit einer
Frau besetzt wurde und zudem eine neue Abteilungsleitungsfunktion ebenfalls weiblich be
setzt werden konnte. Zudem hat sich gegenüber dem Vorjahr die Mitarbeitendenanzahl in
der zweiten Führungsebene um zwei Stellen verringert.
Grundsätzlich haben die Stadtwerke Münster folgende Rahmenbedingung für die Erfüllung
zukünftiger Zielquoten festgelegt:
bisher entsprechende mit Männern besetzte Führungspositionen werden frei,
die Verfügbarkeit und Kompetenzen der Bewerberinnen sind männlichen Bewer
bern gegenüber gleichwertig und
es stehen keine geeigneten internen Bewerber für die jeweils zu besetzende Posi
tion zur Verfügung.
Zudem haben sich die Stadtwerke Münster entschieden, sofern sich sowohl Frauen als
auch Männer auf freie Stellen beworben haben, bei gleicher Qualifikation immer mindestens
eine Frau in die Endrunde des Bewerbungsverfahrens einzuladen, um Frauen auf diese
Weise gezielter Optionen für Führungspositionen bieten zu können.
Öffentliche Zwecksetzung nach der Gemeindeordnung NRW
Über die Einhaltung der öffentlichen Zwecksetzung und Zweckerreichung der Stadtwerke
Münster im Geschäftsjahr 2020 gemäß § 108 Abs. 3 Nr. 2 der Gemeindeordnung Nord
rhein-Westfalen wird gleichzeitig mit dem Jahresabschluss und dem Lagebericht an den
Gesellschafter getrennt berichtet. Die öffentliche Zwecksetzung und Zweckerreichung
wurden eingehalten.
Die Stadtwerke Münster GmbH stellt für das Geschäftsjahr 2020 einen Konzernabschluss
sowie einen Konzernlagebericht auf.
Münster, den 18. Mai 2021
Stadtwerke Münster GmbH
Durch Rundungen können sich bei den Zahlen Abweichungen ergeben.
Lagebericht -
Fußnotenverzeichnis
1 Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 020 vom 14.01.2021
2 Fraunhofer ISE, Meldung vom 04.01.2021
3 Agora-Energiewende: https://www.agora-energiewende.de/presse/neuigkeiten-archiv/corona
krise-und-milder-winter-lassen-deutschland-klimaziel-fuer-2020-erreichen/
4 https ://www.iwkoeln.de/presse/pressem itteilu ngen/beitrag/m ichael-groem ling-m ichael-huether
corona-sorgt-fuer-katastrophalen-einbruch. htm 1
Erläuterungen zum Tätigkeitsabschluss nach § 6b Abs. 3 EnWG der Stadtwerke
Münster GmbH, Münster, per 31. Dezember 2020
Die unternehmerische Tätigkeit der Stadtwerke Münster gliedert sich in die vier Ge
schäftsfelder Energie-und Wasservertrieb, Versorgungsnetze, Erzeugung und Verkehr.
Das Geschäftsfeld Versorgungsnetze wird seit 2020 im Wesentlichen durch die Stadt
netze Münster GmbH betrieben, die eine 1 GO-prozentige Tochter der Stadtwerke Münster
ist.
Die Pflicht zur Erstellung von Tätigkeitsabschlüssen für die Stadtwerke Münster ergibt
sich für das Geschäftsjahr 2020 aus der Erbringung von mittelbaren und unmittelbaren
energiespezifischen Dienstleistungen für die Tätigkeitsbereiche Elektrizitätsverteilung
und Gasverteilung gegenüber dem verbundenen Netzbetreiber.
Zu dem nach § 6b Abs. 3 EnWG auf den Stichtag 31. Dezember 2020 aufgestellten
Tätigkeitsabschluss der Stadtwerke Münster GmbH werden die nachfolgenden Erläute
rungen gegeben:
Abgrenzung der Tätigkeiten
In der Rechnungslegung sind jeweils getrennte Konten für die Tätigkeiten
■ Elektrizitätsverteilungsnetz und
■ Gasverteilungsnetz
eingerichtet. Für die anderen Aktivitäten außerhalb von Elektrizitäts-und Gasverteilungs
netz sind ebenfalls getrennte Konten angelegt.
Mit der Erstellung des Jahresabschlusses wurde für jeden dieser abgegrenzten Tätig
keitsbereiche jeweils eine § 6b Abs. 3 EnWG entsprechende Bilanz und Gewinn-und
Verlustrechnung aufgestellt.
Fehlende Vergleichbarkeit mit Vorjahres-Tätigkeitsabschluss
Die Stadtwerke Münster hat die noch im Vorjahr an den verbundenen Netzbetreiber ver
pachteten Versorgungsnetze (Medien Strom, Gas, Wasser und Wärme) zusammen mit
den Wasserwerken mit wirtschaftlicher Wirkung zum 01.01.2020 im Wege der Ausglie
derung an den verbundenen Netzbetreiber übertragen. Sämtliche Vermögensgegen
stände und Schulden des ausgegliederten Teilbetriebs „Versorgungsnetze und Wasser
werke" sind gegen die Gewährung von zusätzlichen Gesellschaftsanteilen am verbunde
nen Netzbetreiber und gegen die Gewährung von Gläubigerrechten aus der Bilanz der
Stadtwerke Münster ausgeschieden.
In der Folge treten im Tätigkeitsabschluss der Stadtwerke Münster die energiespezifi
schen Dienstleistungen für das Elektrizitäts-und Gasverteilungsnetz an die Stelle des an
den Netzbetreiber ausgegliederten Elektrizitäts-und Gasverteilungsnetzes. Die Vorjah
reswerte sind aufgrund dieser Neustrukturierung des Netzgeschäfts mit den Angaben des
Berichtsjahres nicht vergleichbar. Vor diesem Hintergrund wurden den Werten des Be
richtsjahres keine Vorjahreswerte gegenübergestellt.
Buchhaltungssystematik
Die Stadtwerke Münster wickelt ihr Rechnungswesen mit den Modulen des SAP-Systems
ab. Mit den zur Finanzbuchhaltung (SAP-FI) vollständig integrierten Instrumenten der
Kostenrechnung (SAP-CO) und Profit-Center Rechnung (SAP-EC-PCA) wird das Unter
nehmen in managementorientierte Organisationseinheiten (Profit-Center) hierarchisch
aufgeteilt. Diese Profit-Center-Struktur bildet die Grundlage für die Abbildung der Tätig
keitsbereiche nach § 6b Abs. 3 EnWG.
Der Großteil, der in Kostenrechnung und Profit-Center-Rechnung verarbeiteten GuV-re
levanten Vorgänge, wurde in der Finanzbuchhaltung bereits tätigkeitsgenau erfasst.
Vorgänge, die nicht direkt zugeordnet werden konnten, wurden zunächst auf Profit-Cen
ter der kaufmännischen und technischen Querschnittsfunktionen kontiert und in der Folge
nach verschiedenen Schlüsseln auf die Bereiche verrechnet bzw. umgelegt.
Die Bilanzkonten der Finanzbuchhaltung wurden in die Profit-Center-Rechnung über
nommen. Soweit eine unmittelbare Profit-Center-Zuordnung zu den Bilanzkonten dabei
nicht sinnvoll möglich war, wurden die Konten zunächst auf Bilanzverteilungs-Profit-Cen
tern gesammelt und im nächsten Schritt nach Maßgabe definierter Verteilungsschlüssel
auf die Profit-Center verteilt.
Zugrunde gelegter Jahresabschluss
Die Ermittlung der Tätigkeitsabschlüsse nach§ 6b Abs. 3 EnWG erfolgte auf der Grund
lage des handelsrechtlichen Jahresabschlusses der Stadtwerke Münster zum 31 . De
zember 2020.
Die Bilanzierungs-und Bewertungsmethoden der einzelnen Tätigkeiten entsprechen den
Bilanzierungs-und Bewertungsmethoden im handelsrechtlichen Jahresabschluss der
Stadtwerke Münster. Insofern verweisen wir auf den Anhang des Jahresabschlusses der
Stadtwerke Münster.
Abschrei bu ngssyste mati k
Die betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauern im Anlagevermögen betragen tätigkeitsüber
greifend bei
Immateriellen Vermögensgegenständen
Grundstücken (Außenanlagen) und Bauten
Verteilungsanlagen
Technischen Anlagen und Maschinen
Anderen Anlagen, Betriebs-und Geschäftsausstattung
3 - 7 Jahre
7 -50 Jahre
20 -55 Jahre
5 -22 Jahre
5 -14 Jahre
Zuweisung der Aktiva und Passiva, der Aufwendungen und Erträge zu den
Tätigkeiten
Den in den Tätigkeits-Bilanzen und Tätigkeits-Gewinn-und Verlustrechnungen ausge
wiesenen Abschlussposten wurden die Werte vorrangig direkt zugeordnet. Soweit ein nur
mittelbarer Tätigkeitsbezug vorlag oder die direkte Zuordnung auf dem Weg der Kontie
rung mit unvertretbar hohem Aufwand verbunden gewesen wäre, wurde die Zuordnung
auf der Grundlage sachlich begründeter Schlüsselgrößen vorgenommen. Angewandt
wurden dabei im Wesentlichen:
• Die Restbuchwerte der unmittelbar zuordenbaren immateriellen Vermögensgegen
stände des Anlagevermögens und der Sachanlagen auf das nur indirekt zuordenbare
Anlagevermögen des Verwaltungsbereichs;
• Die Umsatzerlöse auf die in den Positionen Forderungen aus Lieferungen und Leis
tungen, Forderungen gegen den Gesellschafter, Forderungen gegen verbundene Un
ternehmen, Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis
besteht und sonstige Vermögensgegenstände jeweils enthaltenen Forderungen;
• Die Anzahl der Mitarbeiterstellen auf, die unter den sonstigen Vermögensgegenstän
den bilanzierten, kurzfristigen Forderungen gegen Mitarbeiter und auf die unter den
sonstigen Ausleihungen bilanzierten, langfristigen Mitarbeiterforderungen;
• Die kurzfristigen Verbindlichkeiten auf den Bestand liquider Mittel;
• Die Anzahl der Mitarbeiterstellen auf die Pensionsrückstellungen sowie auf die jeweils
personalabhängigen sonstigen Rückstellungen und sonstigen Verbindlichkeiten; Die
hiernach dem gemeinsamen Verwaltungsbereich zugeordneten personalbezogenen
Rückstellungen wurden in einem zweiten Verteilungszyklus nach Maßgabe der Leis
tungsabgabe des gemeinsamen Verwaltungsbereichs weiterverteilt.
• Die Restbuchwerte des Anlagevermögens auf die nicht direkt zuordenbaren Verbind
lichkeiten gegenüber Kreditinstituten;
• Die Umsatzerlöse auf die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und auf
die sonstigen Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuer;
• Die Restbuchwerte des Anlagevermögens auf die Eigenkapitalpositionen Gezeichne-
tes Kapital, Kapitalrücklage und Gewinnrücklagen;
In Höhe der nach diesen Zuordnungen verbliebenen Differenz wurde ein Kapitalverrech
nungsposten gebildet.
Die nur mittelbar zuordenbaren Aufwendungen und Erträge des Verwaltungsbereichs
wurden nach Maßgabe innerbetrieblicher Leistungsverrechnungen und Umlagen den Tä
tigkeitsbereichen zugewiesen. Die Verrechnung interner Ressourcen erfolgte entspre
chend gemessener Leistungsinanspruchnahme. Sofern eine Messung der Leistungsin
anspruchnahme nicht möglich oder nicht wirtschaftlich vertretbar war, wurde die Inan
spruchnahme interner Ressourcen aufgrund einer prozentualen Verteilung vorgenom
men. Basis der prozentualen Verteilung war eine Erhebung der aufgabenbezogenen Ka
pazitätsbeanspruchung in den betroffenen Unternehmensbereichen.
Das Gliederungsschema der Tätigkeits-Gewinn-und Verlustrechnungen wurde um die
aus der Entkonsolidierung der Tätigkeitsbereiche resultierenden Posten interne Umsatz
erlöse, interne betriebliche Erträge, interne Materialaufwendungen und interne sonstige
betriebliche Aufwendungen erweitert.
Angaben zu Posten der Bilanz und Gewinn-und Verlustrechnung
Von den unter den Angaben zu den Posten von Bilanz und Gewinn-und Verlustrechnung
im Jahresabschluss der Stadtwerke Münster gemachten Erläuterungen sind die Tätigkei
ten des Strom-und Gasverteilungsnetzes nicht unmittelbar betroffen. Soweit eine Zu
schlüsselung anteilig auf diese Bereiche erfolgte, ist der angewandte Verteilungsschlüs
sel unter dem Punkt „Zuweisung der Aktiva und Passiva, der Aufwendungen und Erträge
zu den Tätigkeiten" benannt. Es wird auf den Anhang der Stadtwerke Münster verwiesen.
Eigenkapitaldarstellung im Tätigkeitsabschluss
Die Darstellung der Eigenkapitalpositionen
• Gezeichnetes Kapital
• Kapitalrücklage
• andere Gewinnrücklagen
• Kapitalverrechnung
erfolgt in den Tätigkeitsbilanzen zusammengefasst unter der Position "Zugeordnetes
Eigenkapital". Der Ausweis erfolgt in Einklang mit der Textziffer 48 der IDW-Stellung
nahme zur Rechnungslegung ÖFA 2 (IDW RS ÖFA).
Übersicht der Verbindlichkeiten nach Restlaufzeit bis zu einem Jahr und mehr als einem Jahr per 31.12.2020
Alle Angaben in T€.
Übersicht der Verbindlichkeiten nach Restlaufzeiten (RLZ) Elektrizitäts- Gas- Andere Tätigkeiten
von bis zu einem Jahr(<) und mehr als einem Jahr(>) verteilungsnetz verteilungs netz außerhalb Elektrizitäts-
per 31 .12.2020 - Alle Angaben in TEUR und Gassektor
Bilanz davon mit RLZ davon mit RLZ davon mit RLZ
Bilanzpositionen Gesamt < 1 Jahr > 1 Jahr < 1 Jahr > 1 Jahr < 1 Jahr > 1 Jahr
1. Genussscheinkapital 1.550 - - - - 150 1.400
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 107 .162 129 571 48 213 19.688 86.513
3. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 47 - - - - 47 -
4. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 32 .886 53 0 23 0 32 .551 259
5. Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter 1.275 - - - - 1.275 -
6. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 34.352 - - - - 34 .352 -
7. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen
ein Beteiligungsverhältnis besteht 1.508 161 - 63 - 1.284 -
8. Sonstige Verbindlichkeiten 14.778 24 - 11 - 14.743 -
L Verbindlichkeiten 193 .558 367 571 145 213 104.090 88 .172
Münster, den 18. Mai 2021
Stadtwerke Münster GmbH
F,l:Gä~
Vorsitz er e Geschäftsführung Geschäftsführer Mobilität
Geschäftsführer Energie
Tätigkeitsabschluss
der Stadtwerke Münster GmbH
Bilanz nach Tätigkeiten per 31.12.2020
Aktivseite
A. Anlagevermögen
1. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche
Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie
Lizenzen an solchen Rechten und Werten
II. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten
einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken
2. Verteilungsanlagen
3. Sonstige technische Anlagen und Maschinen
4. Fahrzeuge für Personenverkehr
5. Andere Anlagen, Betriebs-und Geschäftsausstattung
6. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen
3. Beteiligungen
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht
5. Sonstige Ausleihungen
B. Umlaufvermögen
1. Vorräte
1. Roh-, Hilfs-und Betriebsstoffe
2. unfertige Leistungen
3. Fertige Erzeugnisse und Waren
4. Emissionsrechte
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
2. Forderungen gegen den Gesellschafter
3. Forderungen gegen verbundene Unternehmen
4. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht
5. Sonstige Vermögensgegenstände
IV. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten
C. Rechnungsabgrenzungsposten
Münster, 18. Mai 2021
Stadtwerke Münster GmbH
T.~
Frank Gäfgen
Geschäftsführer Mobilität
Elektrizitätsverteilungsnetz
31.12.2020
€
1.197.301,83
1.997.099,53
-
50.526,65
-
653.088,43
581.195,70
3.281.910,31
-
-
-
28.636,87
28.636,87
4.507.849,01
-
101.206,85
-
-
101.206,85
1.165,58
18,03
-
17.462,49
18.646,10
110.152,36
230.005,31
45.083,53
4.782.937,85
andere Tätigkeiten
Gasverteilungsnetz außerhalb Elektrizitäts-Gesamt
und Gasverteilungsnetz
31.12.2020 31.12.2020 31.12.2020
€ € €
447.913,08 2.863.576,09 4.508. 791,00
1.823.717,93 36.475.168,93 40.295.986,39
-14.499.822,00 14.499.822,00
46.140,09 37.981.193,26 38.077.860,00
-7.158.377 ,00 7.158.377,00
302.198,28 7.501.784,72 8.457.071,43
530.738,19 10.428.310,86 11.540.244,75
2. 702. 794,49 114.044.656,77 120.029.361,57
-193.086.400,05 193.086.400,05
-60.038.172,00 60.038.172,00
8.573.786,54 8.573.786,54
-4.540.256,85 4.540.256,85
10.693,89 1.154.116,89 1.193.447,65
10.693,89 267.392.732,33 267.432.063,09
3.161.401,46 384.300.965, 19 391.970.215,66
-6.829.608,09 6.829.608,09
71.160,99 1.179.352,95 1.351.720,79
95.950,05 95.950,05
-1.720.507,89 1.720.507,89
71.160,99 9.825.418,98 9.997.786,82
848,54 46.553.777, 16 46.555.791,28
13,12 1.781.269,83 1.781.300,98
-29.571.722,95 29.571.722,95
-3.219.656,26 3.219.656,26
10.041,48 12.386.992, 11 12.414.496,08
10.903,14 93.513.418,31 93.542.967 ,55
41.134,43 23.853.342,72 24.004.629,51
123.198,56 127.192.180,01 127.545.383,88
16.835,58 341.923,93 403.843,04
3.301.435,60 511.835.069, 13 519.919.442,58
Tätigkeitsabschluss
der Stadtwerke Münster GmbH
Bilanz nach Tätigkeiten per 31.12.2020
Passivseite
A. Zugeordnetes Eigenkapital
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen
und ähnliche Verpfiichtungen
2. Steuerrückstellungen
3. Sonstige Rückstellungen
C. Verbindlichkeiten
1. Genussscheinkapital
2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
3. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen
4. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
5. Verbindlichkeiten gegenüber dem Gesellschafter
6. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
7. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen,
mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
8. Sonstige Verbindlichkeiten
Davon aus Steuern
Davon im Rahmen der sozialen Sicherheit
D. Rechnungsabgrenzungsposten
Münster, 18. Mai 2021
Stadtwerke Münster GmbH
r.w
Geschäftsführer Mobilität
Elektrizitätsverteilungsnetz
31.12.2020
€
1.724.485,59
1.681.490, 11
1.416,29
437.485,31
2.120.391,71
699.810,66
53.603,23
-
-
160,447,54
24.199,12
22.696,70
-
938.060,55
0,00
4.782.937,85
andere Tätigkeiten
Gasverteilungsnetz außerhalb Elektrizitäts-Gesamt
und Gasverteilungsnetz
31.12.2020 31.12.2020 31.12.2020
€ €
2.104.805,73 229.694.691, 10 233.523.982,42
664.186,55 43.240.223,34 45.585,900,00
1.154,08 10.064.780,58 10.067.350,95
172.806,17 34.806.797,72 35.417.089,20
838.146,80 88.111.801,64 91.070.340, 15
-1.550.000,00 1.550.000,00
261.330,96 106.200.955,81 107.162.097,43
46.550,00 46.550,00
23.060,32 32.809.750,43 32.886.413,98
-1.275.016,80 1.275.016,80
-34.352.294,26 34.352.294,26
63.376,58 1.283. 742,32 1.507.566,44
10.715,21 14,743.287.64 14.778.201.97
9.621,45 4.195.242,31 4.227.560,46
--
358.483,07 192.261.597,26 193.558.140,88
0,00 1.766.979,13 1.766.979,13
3.301.435,60 511.835.069,131 519.919.442,58
Tätigkeitsabschluss
der Stadtwerke Münster GmbH
Gewinn-und Verlustrechnung nach Tätigkeiten
für das Geschäftsjahr 2020 (01.01. -31.12.)
1. Umsatzerlöse, extern
abzüglich Energiesleuer
Umsatzerlöse nach Abzug Energiesteuer, extern
2. Umsatzerlöse, intern
3. Erhöhung oder Verminderung des Bestands an unfertigen Leistungen
4. Andere aktivierte Eigenleistungen
5. Sonstige betriebliche Erträge, extern
6. Sonstige betriebliche Erträge, intern
7. Materialaufwand, extern
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs-und Betriebsstoffe
und für bezogene Waren
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen
8. Materialaufwand, intern
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs-und Betriebsstoffe
und für bezogene Waren, intern
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen, intern
9. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung
und für Unterstützung
Davon für Altersversorgung
10. Abschreibungen
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens
und Sachanlagen
b) auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens, soweit diese die in
der Kapitalgesellschaft üblichen Abschreibungen überschreiten
11. Sonstige betriebliche Aufwendungen, extern
a) Konzessionsabgaben
b) Übrige betriebliche Aufwendungen
12. Sonstige betriebliche Aufwendungen, intern
13. Erträge aus Beteiligungen
Davon aus verbundenen Unternehmen
14. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen
15. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des
Finanzanlagevermögens
16. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
Davon aus verbundenen Unternehmen
17. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere
des Umlaufvermögens
18. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
Davon an verbundene Unternehmen
Davon aus Aufzinsung
19. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
20. Ergebnis nach Steuern
21. Sonstige Steuern
22. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag
23. Einstelluna in andere Gewinnrücklaaen
24. Vorabaewinnausschüttuna
25. Bilanzaewinn/Bilanzverlust
Münster, 18. Mai 2021
Stadtwerke Münster GmbH
f~~
Geschäftsführer Mobilität
Elektrizitätsverteilungsnetz
2020
€
6.591.572,32
.
6.591.572,32
.
-
-
.
-
1.583.805, 19
1.583.805, 19
-
-
.
-
-
-
.
.
4.627.330,67
-
-
-
-
.
.
-
-
119.286,40
261.150,06
-
261.150,06
. 191.135,06 -
. 70.015,00 .
0,00
andere Tätigkeiten
Gasverteilungsnetz außerhalb Elektrizitäts-Gesamt
und Gasverteilungsnetz
2020 2020 2020
€ € €
4.777.396,97 547.876.842, 15 559.245.811,44
. -34.504.160,78 . 34.504.160,78
4.777.396,97 513.372.681,37 524.741.650,66
. 2.399.368, 12 2.399.368, 12
. -3.814.250,93 . 3.814.250,93
-436.827,83 436.827,83
-16.454.995,06 16.454.995,06
. 8.487.903,45 8.487.903,45
263.837.339, 14 263.837.339, 14
168.424.857,23 168.424.857,23
432.262.196,37 432.262.196,37
-
609.686,83 205.876,10 2.399.368, 12
609.686,83 205.876,10 2.399.368,12
-43.881.919,58 43.881.919,58
14.514.051,95 14.514.051,95
. 6.017.314,39 6.017.314,39
-58.395.971,53 58.395.971,53
17.548.590,43 17.548.590,43
. -.
. 17.548.590,43 17.548.590,43
. 5.700.655,04 5.700.655,04
. 34.944.258,00 34.944.258,00
. 40.644.913,04 40.644.913,04
3.860.572,78 -8.487.903,45
. 4.441.783,57 4.441.783,57
. 3.470.000,00 3.470.000,00
. 25.033.784,53 25.033.784,53
. 66.579,91 66.579,91
-1.692.764,92 1.692.764,92
64.663,54 64.663,54
296.730,00 296.730,00
-3.959.184,73 3.959.184,73
2.938,76 2.938,76
1.149.099,00 1.149.099,00
97.202,81 3.691.519,87 3.908.009,08
209.934,55 11.567.455,76 12.038.540,37
. 758.540,37 758.540,37
209.934,55 10.808.915,39 11.280.000,00
153.650,55 . 4.435.214,39 -4.780.000,00
56.284,00 6.373.701,00 -6.500.000,00
0,00 0,00 . 0,00
B
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS
An die Stadtwerke Münster GmbH
Vermerk über die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts
Prüfungsurteile
Wir haben den Jahresabschluss der Stadtwerke Münster GmbH -bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2020
und der Gewinn-und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 sowie
dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs-und Bewertungsmethoden -geprüft. Darüber hinaus
haben wir den Lagebericht der Stadtwerke Münster GmbH für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2020 bis zum 31.
Dezember 2020 geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
• entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaf
ten geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ord
nungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-und Fi
nanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2020 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar
2020 bis zum 31. Dezember 2020 und
• vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen
wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen
gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungs
mäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter
Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Ab
schlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Ver
antwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestäti
gungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den
deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflich
ten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prü
fungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss
und zum Lagebericht zu dienen.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss
und den Lagebericht
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapi
talgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass
der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz-und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind
die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen
B
Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlus
ses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen -beabsichtigten oder unbeabsichtigten -falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Ge
sellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sach
verhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber
hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unter
nehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutref
fendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in
Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Ent
wicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnah
men (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit
den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise
für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstel
lung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des La
geberichts
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von we
sentlichen -beabsichtigten oder unbeabsichtigten -falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein
zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresab
schluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vor
schriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestäti
gungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit
§ 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer {IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ord
nungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche
Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn
vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresab
schlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber
hinaus
• identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher -beabsichtigter oder unbeabsichtigter -falscher Darstel
lungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese
Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für un
sere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist
bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beab
sichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhal
ten können.
B
• gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem
und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen
zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil
zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.
• beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmetho
den sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zu
sammenhängenden Angaben.
• ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten
Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlang
ten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenhei
ten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit
aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir ver
pflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht auf
merksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizie
ren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks
erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die
Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.
• beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Anga
ben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass
der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsäch
lichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz-und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.
• beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das
von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens.
• führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Anga
ben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbe
sondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen
Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annah
men. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden
Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse we
sentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung
der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die
wir während unserer Prüfung feststellen.
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Vermerk über die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b
Abs. 3 EnWG
Prüfungsurteile
Wir haben geprüft, ob die Gesellschaft ihre Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter
Konten für das Geschäftsjahr vom 1. Januar .2020 bis zum 31.Januar 2020 eingehalten hat. Darüber hinaus haben wir
die Tätigkeitsabschlüsse für die Tätigkeiten Stromverteilung und Gasverteilung nach § 6b Abs. 3 Satz 1 EnWG -be
stehend jeweils aus der Bilanz zum 31.12.2020 und der Gewinn-und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom
1.Januar 2020 bis zum 31. Dezember 2020 sowie die als Anlage beigefügten Angaben zu den Rechnungslegungsme
thoden für die Aufstellung der Tätigkeitsabschlüsse -geprüft.
• Nach unserer Beurteilung wurden die Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung ge
trennter Konten in allen wesentlichen Belangen eingehalten.
• Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entsprechen die beige
fügten Tätigkeitsabschlüsse in allen wesentlichen Belangen den deutschen Vorschriften des § 6b Abs. 3
Sätze 5 bis 7 EnWG.
B
Grundlage für die Prüfungsurteile
Wir haben unsere Prüfung der Einhaltung der Pflichten zur Führung getrennter Konten und der Tätigkeitsabschlüsse in
Übereinstimmung mit § 6b Abs. 5 EnWG unter Beachtung des Entwurfs einer Neufassung des IDW Prüfungsstan
dards: Prüfung nach § 6b Abs. 5 Energiewirtschaftsgesetz (IDW EPS 610 n. F.) durchgeführt. Unsere Verantwortung
nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der
Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG" weitergehend beschrieben. Wir sind von dem
Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschrif
ten und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir
wenden als Wirtschaftsprüfungsgesellschaft die Anforderungen des IDW Qualitätssicherungsstandards: Anforderungen
an die Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QS 1) an. Wir sind der Auffassung, dass die von uns
erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zur Einhal
tung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG zu dienen.
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für die Einhaltung der Rechnungslegungs
pflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur
Führung getrennter Konten. Die gesetzlichen Vertreter sind auch verantwortlich für die Aufstellung der Tätigkeitsab
schlüsse nach den deutschen Vorschriften des § 6b Abs. 3 Sätze 5 bis 7 EnWG.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachtet
haben, um die Pflichten zur Führung getrennter Konten einzuhalten.
Die Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für die Tätigkeitsabschlüsse entspricht der im Abschnitt "Verantwortung
der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht" hinsichtlich des Jah
resabschlusses beschriebenen Verantwortung mit der Ausnahme, dass der jeweilige Tätigkeitsabschluss kein unter
Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes
Bild der Vermögens , Finanz-und Ertragslage der Tätigkeit zu vermitteln braucht.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten der Gesell
schaft nach § 6b Abs. 3 EnWG.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach
§ 6b Abs. 3 EnWG
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen,
• ob die gesetzlichen Vertreter ihre Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter
Konten in allen wesentlichen Belangen eingehalten haben und
• ob die Tätigkeitsabschlüsse in allen wesentlichen Belangen den deutschen Vorschriften des § 6b Abs. 3
Sätze 5 bis 7 EnWG entsprechen.
Ferner umfasst unsere Zielsetzung, einen Vermerk in den Bestätigungsvermerk aufzunehmen, der unsere Prüfungsur
teile zur Einhaltung der Rechnungslegungspflichten nach § 6b Abs. 3 EnWG beinhaltet.
B
Die Prüfung der Einhaltung der Pflichten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 5 EnWG zur Führung getrennter Konten umfasst
die Beurteilung, ob die Zuordnung der Konten zu den Tätigkeiten nach § 6b Abs. 3 Sätze 1 bis 4 EnWG sachgerecht
und nachvollziehbar erfolgt ist und der Grundsatz der Stetigkeit beachtet wurde.
Unsere Verantwortung für die Prüfung der Tätigkeitsabschlüsse entspricht der im Abschnitt "Verantwortung des Ab
schlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" hinsichtlich des Jahresabschlusses be
schriebenen Verantwortung mit der Ausnahme, dass wir für den jeweiligen Tätigkeitsabschluss keine Beurteilung der
sachgerechten Gesamtdarstellung vornehmen können.
Dortmund, den 19. Mai 2021
Dr. Bergmann, Kauffmann und Partner
GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft
(Black)
Wirtschaftsprüfer
(Börner)
Wirtschaftsprüferin
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (4)
- Hafenplatz
- Albersloher Weg
- Loevelingloh
- Raringheide
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- V/0482/2021
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 08.06.2021
- Erstellt
- 08.06.2021 13:29