2026/0060
Waldzustandsbericht 2025 für den Stadtwald Darmstadt (WZB 2025)
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2026/0060
5835 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
17.02.2026
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat III an die Stadtverordne tenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Amt: Grünflächenamt
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2026/0060
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.: 555010
Kostenstelle: 067-030-1100 Investitionsnummer:
Kostenträger: 555011 Sachkonto: diverse Sachkonten
Betreff: Waldzustandsbericht 2025 für den Stadtwald Darmstadt (WZB 2025)
Vorlage vom: 16.02.2026
Beschlussvorschlag :
Der Waldzustandsbericht 2025 für den Stadtwald Darmstadt wird zur Kenntnis genommen.
Anlagen: Waldzustandsbericht 2025 (nur digital)
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
- 2 -
Zusätzlich für alle Vorlagen aus dem Bereich des Hochbaus anzugeben:
Klimarelevanz des Vorhabens:
Auswirkungen auf Stadtklima: ja nein
Auswirkungen auf THG -Emissionen: gering1) mittel/groß 2)
Beteiligung Amt f. Klimaschutz & Klimaanpassung: ja nein
Zusätzlich bei Beschlüssen zur Baufreigabe:
Wurden Optimierungspotentiale ausgeschöpft? ja nein
Falls nein, Kompensationsmaßnahmen festgelegt? ja nein
1) bis 10 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente (CO2e) pro Jahr, 2) über 10 Tonnen CO2e pro Jahr.
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 16.02.2026
Hitze- und Trockenperioden infolge des Klimawandels belasten den Stadtwald Darmstadt
weiterhin erheblich. Seit dem Jahr 2020 wird daher jährlich ein Waldzustandsbericht für den
Stadtwald Darmstadt erstellt, um den Zustand der Wälder systematisch zu erfassen und Ver -
änderungen über die Zeit nachvollziehbar zu dokumentieren.
Die Waldzustandserhebung 2025 wurde im Juli und August auf G rundlage eines engmaschi -
gen Stichprobendesigns (250 m × 250 m) durchgeführt, das an die bundes - und landeswei -
ten Erhebungen angelehnt ist und die unterschiedlichen Standortbedingungen im West - und
Ostwald berücksichtigt.
Der Waldzustandsbericht 2025 für den Darmstädter Stadtwald zeigt, dass sich dieser nach
den extremen Trockenjahren 2018 bis 2022 langsam erholt. Die günstigen Witterungsbedin -
gungen der letzten beiden Jahre – mit ausreichend Niederschlag und moderaten Temperatu -
ren – haben zu einer Verbe sserung des Kronenzustands geführt. Die mittlere Kronenverlich -
tung aller Bäume sank um 3,6 Prozentpunkte auf 35,6 %, den niedrigsten Wert seit Beginn
der Erhebungen im Jahr 2020. Besonders Buchen, Eichen und sonstige Laubbäume, wie bei -
spielsweise der Ber gahorn profitierten von der Entlastung, während die Kiefer weiterhin stark
geschädigt bleibt, vor allem im Westwald. Die Erholung ist in erster Linie auf eine geringere
Belastung durch die Fruktifikation in Folge günstigerer Rahmenbedingungen und eine ver -
besserte Wasserverfügbarkeit zurückzuführen, die den Bäumen mehr Ressourcen für ihr ve -
getatives Wachstum bereitstellte.
Trotz dieser positiven Entwicklung bleibt der Schädigungsgrad im Darmstädter Stadtwald
hoch. Der Westwald, geprägt von sandigen, nährs toffarmen Böden und klimatisch ungünsti -
gen Bedingungen, weist nach wie vor hohe Absterberaten und starke Kronenschäden auf.
Hier sind besonders Kiefern und Buchen betroffen, während sich im Ostwald – mit besseren
Boden- und Klimabedingungen – eine stabilere Entwicklung zeigt. Die Mortalitätsrate ist
rückläufig, aber mit 0,8 % immer noch höher als im hessischen Landesdurchschnitt (0,3 %).
Die Waldzustandserhebung liefert uns standardisierte, langfristige Datensätze, die für die
Entwicklung klimaresil ienter Waldbaukonzepte unverzichtbar sind. Nur durch die jährliche
Erfassung von Kronenzustand, Mortalität, Verjüngung und Schadensmustern können räumli -
che und zeitliche Trends identifiziert werden, um zielgerichtete Gegenmaßnahmen einzulei -
ten, bevor Schäden ir reparabel werden.
Das Monitoring dient darüber hinaus auch der Erfolgskontrolle bereits umgesetzter Maß -
nahmen. Beispielsweise zeigt der Bericht, dass die Reduzierung des Wildverbisses erste Er -
folge bringt, die Verjüngungssituation aber weiterhin kritisch bleibt. Gleichzeitig belegen die
Daten, dass Totholzanteile und Wasserhalteflächen positive Effekte auf die Biodiversität (z.
B. Pilze, Insekten, Fledermäuse) und den Wasserhaushalt haben.
Die kooperative Forschung zusammen mit der TU Darmstadt vertieft das Verständnis für
ökosystemare Wechselwirkungen. Hervorzuheben sind die Assel -Studien welche belegen,
dass sich im Westwald trockentolerante Arten (z. B. die Rathke -Assel (Trachelipus rathkii ))
ausbreiten, während im Ostwald eine höhere Diversität herrscht. Solche Erkenntnisse sind
essenziell, um standortangepasste Fördermaßnahmen zu entwickeln und die Resilienz der
Wälder zu stärken.
- 4 -
Der Waldzustandsbericht liefert damit die notwendige Wisse nsbasis, um den Stadtwald
Darmstadt auch für zukünftige Generationen zu erhalten.
Es wird deutlich, dass sich der eingeschlagene Weg mit der Etablierung des Leitbildes Wald
als richtungsweisend erwiesen hat. Dies zeigt der Waldzustandsbericht 2025 deutlic h auf. Er
unterstreicht, dass unser Stadtwald Resilienz zeigt, aber weiterhin unter den Folgen von Kli -
mawandel leidet.
Die Fortführung des Leitbildes Wald sowie des laufenden Monitorings ist daher unverzicht -
bar, eine Abkehr vom bestehenden Prozess würde n die Erfolge der letzten Jahre zunichtema -
chen und den Stadtwald langfristig gefährden.
Dezernat III
Michael Kolmer
Stadtrat
anlage 1
80517 Zeichen
Waldzustandsbericht 2025
für den Stadtwald Darmstadt
Im Auftrag der: Bearbeitung:
Wissenschaftsstadt Darmstadt Stefan Meining
Der Magistrat Büro für Umweltüberwachung
Grünflächenamt www.stefanmeining.de
Inhaltsverzeichnis
1 Methodik ............................................................................................................................................. 3
Durchführung 2025 .......................................................................................................................................... 6
Auswertung ...................................................................................................................................................... 7
Qualitätssicherung ........................................................................................................................................... 8
2 Ergebnisse ........................................................................................................................................... 9
Stadtwald Darmstadt ....................................................................................................................................... 9
Kronenverlichtung .................................................................................................................................... 9
Vergilbung ............................................................................................................................................. 10
Schadstufen ........................................................................................................................................... 12
Stehend tote Bäume und Mortalitätsrate ................................................................................................. 13
Einordnung der Ergebnisse ...................................................................................................................... 14
Fruktifikation ......................................................................................................................................... 14
Buche .................................................................................................................................................... 16
Kiefer .................................................................................................................................................... 17
Eiche ..................................................................................................................................................... 17
Sonstige Laubbäume .............................................................................................................................. 18
Sonstige Nadelbäume ............................................................................................................................. 18
Westwald ....................................................................................................................................................... 19
Ostwald .......................................................................................................................................................... 21
3 Witterung .......................................................................................................................................... 23
Das Jahr 2024 ................................................................................................................................................. 24
Das Jahr 2025 ................................................................................................................................................. 24
Witterungstrend ............................................................................................................................................ 24
4 Bestandes- und Verbisserhebung ....................................................................................................... 26
Bestandeserhebung ....................................................................................................................................... 26
Verbiss ........................................................................................................................................................... 28
5 Wissenschaftliche Begleitforschung im Stadtwald Darmstadt .............................................................. 30
Projekt Waldgesundheit ................................................................................................................................ 30
Regenausschluss-Experiment ........................................................................................................................ 30
Allgemeine faunistische Untersuchungen ..................................................................................................... 31
Ergebnisse: die Assel-Gemeinschaft im Stadtwald ........................................................................................ 31
Ausblick .......................................................................................................................................................... 33
6 Fazit .................................................................................................................................................. 34
7 Glossar .............................................................................................................................................. 36
8 Literatur- und Fotoverzeichnis ............................................................................................................ 37
Anlagen .................................................................................................................................................... 38
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht adtwald Darmstadt – Waldzdricht
3
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2025
1 Methodik
Die Waldzustandserhebung ist ein bundesweit abge-
stimmtes Verfahren zur Beurteilung der Waldge-
sundheit. Grundlage der Erhebung ist die visuelle
Bewertung des Kronenzustandes, der als gut nach-
vollziehbarer Indikator für die Vitalität der Wald-
bäume dient. Durch die jährlich durchgeführten Auf-
nahmen können sowohl der aktuelle Zustand der
Wälder als auch zeitliche und räumliche Entwicklun-
gen dokumentiert werden. Die Ergebnisse bieten
eine wichtige Basis, um Schutz- und Anpassungsstra-
tegien zu entwickeln und deren Wirksamkeit regel-
mäßig zu überprüfen.
In Deutschland wird die Waldzustandserhebung seit
1984 durchgeführt. In Hessen erfolgt sie jährlich auf
einem 8x8-km-Raster, um repräsentative Aussagen
zum Vitalitätszustand der Landeswälder zu ermögli-
chen. In stark belasteten Regionen, wie der Rhein-
Main-Ebene, wird die Netzdichte auf ein 4x4-km-
Raster erhöht. Für den Stadtwald Darmstadt dienen
die hessischen Ergebnisse als Vergleichsgrundlage,
da das Aufnahmeverfahren in enger Abstimmung
mit der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsan-
stalt (NW-FVA) nach identischer Methodik durchge-
führt wird.
Im Stadtwald Darmstadt findet die Waldzustandser-
hebung seit 2020 auf einem deutlich dichteren
250x250-m-Raster statt (Abb. 3). Damit kann den
stark variierenden Standort- und Klimabedingungen
des West- und Ostwaldes Rechnung getragen wer-
den. An jedem Stichprobenpunkt werden nach ei-
nem systematischen Verfahren acht Bäume des
herrschenden Bestands (Kraft´sche Klassen 1 bis 3)
ausgewählt, nummeriert und jährlich wiederkehrend
begutachtet (Abb. 1).
Zentraler Bestandteil der Erhebung ist die detaillier-
te Bewertung des Kronenzustands. Ein wesentlicher
Parameter ist der Nadel- bzw. Blattverlust (NBV), der
den Abweichungsgrad gegenüber einer vollbelaub-
ten, intakten Baumkrone beschreibt (Abb. 2). Ergän-
zend wird die Vergilbung der Blattorgane erfasst.
Beide Merkmale werden in Fünf-Prozent-Stufen
gewertet und anschließend in Schadstufen überführt
(Tab. 1). Darüber hinaus werden im Rahmen einer
Differenzialdiagnose weitere Schadsymptome do-
kumentiert, darunter Insektenbefall, Witterungsein-
flüsse wie Trockenheit oder Spätfrost sowie Anzei-
chen unzureichender Nährstoffversorgung.
Abb. 1: Schematischer Aufbau eines Stichprobenpunkts
der Waldzustandserhebung im Stadtwald Darmstadt.
A: Probekreis der Verbisserhebung mit 2m Radius,
B: Probekreis der Bestandeserhebung mit 10m Radius.
8
2
1
7
6
4
3
A
B
1
8
bis
Probebäume der Waldzustandserhebung
Schematischer Aufbau eines Stichprobenpunktes der Waldzu-
standserhebung
5
0 - 10 % 11 - 25 % 26 - 60 % 61 - 100 %
0 - 10 % 0 0 1 2
11 - 25 % 1 1 2 2
26 - 60 % 2 2 3 3
61 - 99 % 3 3 3 3
100% 4
Schadstufe 0
Schadstufe 1
Schadstufe 2
Schadstufe 3
Schadstufe 4
mittelstark geschädigt
deutlich geschädigtstark geschädigt
abgestorben
Kronen-
verlichtung
Vergilbung
ungeschädigt
schwach geschädigt Warnstufe
Tab. 1: Herleitung der Schadstufen.
4
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2025
Abb. 2: Verschiedene Stadien der Kronenverlichtung jeweils von links nach rechts: Buche (oben):0, 30 und 70 % Blattverlust.
Kiefer (Mitte): 15, 40 und 75 % Nadelverlust. Eiche (unten): 5, 25 und 95 % Blattverlust (aus: ARBEITSGEMEINSCHAFT KRONENZU-
STAND, 2007).
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht adtwald Darmstadt – Waldzdricht
5
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2025
Wenn Bäume durch Nutzung, Sturmwurf oder ande-
re Ursachen aus der Stichprobe der Waldzustands-
erhebung ausscheiden, werden sie am selben Punkt
durch benachbarte Bäume ersetzt. Abgestorbene
Bäume verbleiben so lange in der Stichprobe, bis in
der Oberkrone kein Feinreisig mehr vorhanden ist.
Das gesamte Verfahren folgt dem bundesweit gülti-
gen „Leitfaden zur Waldzustandserhebung in
Deutschland“ (WELLBROCK ET AL. 2018).
Das Baumalter hat einen großen Einfluss auf den
Kronenzustand. Jüngere Bäume verfügen meist über
dichtere und vitalere Kronen, während ältere Bäume
häufiger lichte Kronen aufweisen. Langjährige bun-
desweite Auswertungen zeigen, dass die Kronen-
verlichtung bis zu einem Alter von etwa 60 Jahren
deutlich zunimmt und danach nur noch geringfügig
weiter ansteigt. Aus diesem Grund werden die Er-
gebnisse der Waldzustandserhebung standardmäßig
getrennt für die Altersgruppen „bis 60 Jahre“ und
„über 60 Jahre“ dargestellt.
Neben der Erhebung zur Baumvitalität werden an
den Stichprobenpunkten im Rahmen der Waldzu-
standserhebung noch weitere Parameter zur Be-
standessituation und zum Wildverbiss erhoben. Hier-
für werden an den Mittelpunkten konzentrische
Probekreise mit unterschiedlichen Radien angelegt,
in denen die spezifischen Erhebungen durchgeführt
werden (Abb. 1).
Abb. 3: Stichprobenpunkte der Waldzustandserhebung im Stadtwald Darmstadt getrennt nach
Westwald (orange) und Ostwald (blau) (Kartenhintergrund: OpenStreetMap).
6
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2025
Durchführung 2025
Die Waldzustandserhebung 2025 im Stadtwald
Darmstadt wurde im Juli und August von forstlichen
Sachverständigen mit langjähriger Erfahrung in der
Kronenbewertung durchgeführt. Wie im vergange-
nen Jahr konnten insgesamt 296 Stichprobenpunkte
mit 2.368 Bäumen aufgenommen werden. Zwei
Stichprobenpunkte im Westwald mussten wegen
Unbegehbarkeit bzw. akuter Bruchgefahr durch hän-
gende, instabile Bäume ruhend gestellt werden.
Diese Punkte werden in den nächsten Jahren sobald
möglich wieder in die Stichprobe integriert.
Die Buche stellt mit 34 % die am häufigsten vertre-
tene Baumart im Stichprobenraster dar, gefolgt von
der Gruppe der sonstigen Laubbäume mit insgesamt
24 %. Weitere vertretene Baumarten sind Eiche
(18 %), Kiefer (15 %), Spätblühende Traubenkirsche
(7 %) und sonstige Nadelbaumarten (2 %) (Tab. 2).
Die Gruppe der sonstigen Laubbäume (sLb) umfasst
eine Vielzahl von Arten, wobei der Bergahorn und
die Roteiche die höchsten Anteile bilden. Dagegen
setzt sich die Gruppe der sonstigen Nadelbäume
(sNb) aus nur wenigen Baumarten wie Lärchen,
Douglasien und Fichten zusammen.
Im Westwald entfällt von den 1.304 genommenen
Bäumen der größte Anteil auf die Buche. Es folgen
Kiefer, sonstige Laubbäume, Spätblühende Trauben-
kirsche und die Eiche. Im Ostwald hingegen sind
unter den 1.064 erfassten Bäumen vor allem Bu-
chen, sonstige Laubbäume und Eichen vertreten.
Aufgrund der massiven Waldschäden im Westwald
hat sich die Zusammensetzung der Baumarten deut-
lich verändert. So hat der Kiefernanteil in den letzten
Jahren stark abgenommen, während die Buche ihren
Anteil leicht ausbauen konnte und mittlerweile die
häufigste Baumart im Westwald ist. Eine hohe Ver-
breitung hat in den letzten Jahren auch die Spätblü-
hende Traubenkirsche erreicht. Sie kommt 2025
erstmals häufiger als die Eiche an den Stichproben-
Tab. 2: Anzahl untersuchter Stichprobenbäume
Anzahl Prozent Anzahl Prozent Anzahl Prozent
Aufnahmepunkte 296 100% 163 55% 133 45%
alle Bäume 2.368 100% 1.304 55% 1.064 45%
bis 60 Jahre 1.105 47% 621 49% 484 45%
über 60 Jahre 1.263 53% 683 52% 580 55%
Buche 795 34% 363 28% 432 41%
Eiche 417 18% 160 12% 257 24%
Kiefer 358 15% 305 23% 53 5%
Spätblühende
Traubenkirsche 175 7% 175 13% 0 0%
sonstige
Laubbaumarten 565 24% 299 23% 266 25%
sonstige
Nadelbaumarten 58 2% 2 0% 56 5%
Westwald OstwaldGesamt
Abb. 4: Entwicklung der Baumartenanzahl in der Stich-
probe der Waldzustandserhebung von 2020 bis 2025
getrennt nach Westwald (oben) und Ostwald (unten).
0
100
200
300
400
500
2020 2021 2022 2023 2024 2025
Anzahl Bäume
Buche Eiche Kiefer
0
100
200
300
400
500
2020 2021 2022 2023 2024 2025
Anzahl Bäume
Buche Kiefer Eiche Sp. Traubenkirsche
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht adtwald Darmstadt – Waldzdricht
7
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2025
punkten der Waldzustandserhebung im Westwald
vor (Abb. 4, oben). Im Ostwald zeigt sich hingegen
seit 2020 eine weitgehend stabile Baumartenzu-
sammensetzung, die durch die Abfolge Buche, Eiche
und Kiefer gekennzeichnet ist (Abb. 4, unten).
Im gesamten Stadtwald entfallen 47 % der unter-
suchten Bäume auf die Altersstufe „bis 60 Jahre“
und 53 % auf die Altersgruppe „über 60 Jahre“.
Während im Westwald aufgrund hoher Ausfallraten
der vergangenen Jahre der Anteil älterer Bäume
zurückgeht, bleibt die Altersstruktur im Ostwald
weitgehend konstant.
Im Rahmen der Waldzustandserhebung wird der
Stammdurchmesser jedes Probebaumes standardi-
siert in 1,30 m Höhe – dem sogenannten Brusthö-
hendurchmesser (BHD) – erfasst (Abb. 6). Die Aus-
wertung der Durchmesserverteilung zeigt, dass im
Westwald mittlerweile überwiegend dünnere Bäume
mit einem BHD von bis zu 40 cm vorkommen
(Abb. 5). Bäume mit einem stärkeren Durchmesser
sind dort nur noch in geringer Anzahl vertreten. Dies
ist auf Absterbeprozesse älterer Bäume in den letz-
ten Jahren zurückzuführen.
Auch im Ostwald konzentriert sich die Durchmesser-
verteilung auf Bäume mit einem BHD bis 40 cm. Im
Unterschied zum Westwald findet sich im Ostwald
jedoch auch ein vergleichsweise hoher Anteil an
Bäumen mit einem BHD über 40 cm. Neben jüngeren
Bäumen sind hier auch mehr ältere und dickere
Bäume vertreten. Der höchste während der Waldzu-
standserhebung 2025 im Ostwald gemessene BHD
stammt von einer Eiche mit 99,8 cm.
Auswertung
Die Ergebnisse der Waldzustandserhebung werden
sowohl für den gesamten Stadtwald als auch ge-
trennt für die Teilbereiche West- und Ostwald aus-
gewertet. Im Westwald lassen sich aufgrund der
dortigen Baumartenzusammensetzung die Baumar-
ten Kiefer, Buche, Eiche sowie die Gruppe der sons-
tigen Laubbaumarten differenziert betrachten. Zu-
dem kann dieses Jahr erstmalig die Spätblühende
Traubenkirsche separat ausgewertet, da sie mittler-
weile in hoher Anzahl im Westwald vorkommt. Im
Ostwald hingegen können Buche und Eiche sowie
die Gruppen der sonstigen Nadel- und sonstigen
Laubbaumarten gesondert ausgewertet werden. Die
im Ostwald nur selten vorkommende Kiefer wird
hierbei den sonstigen Nadelbaumarten zugeordnet.
Der Vertrauensbereich der mittleren Kronenverlich-
tung ergibt sich aus der Anzahl der einbezogenen
Stichprobenbäume und der Variabilität der Einzel-
messungen, aus denen der Standardfehler berech-
Abb. 5: Anteil der gemessenen Brusthöhendurchmesser
(BHD) aller Bäume der Waldzustandserhebung. Im Vergleich
Westwald zu Ostwald.
Abb. 6: Stichprobenbäume der Waldzustandserhebung
mit Baumnummer und Messkreuz zur Bestimmung des
Brusthöhendurchmessers.
8
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2025
net wird. Das daraus abgeleitete 95%-Konfidenz-
intervall definiert den Bereich, in dem der tatsächli-
che Mittelwert mit einer Wahrscheinlichkeit von
95 % liegt (Tab. 3). Mit zunehmender Breite des In-
tervalls nimmt die Unsicherheit hinsichtlich der Aus-
sagen zum Vitalitätszustand der Waldbäume zu. Für
den gesamten Stadtwald Darmstadt liegt der Ver-
trauensbereich mit ± 1,0 vergleichsweise eng am
Mittelwert. Besonders groß ist das Konfidenzinter-
vall hingegen bei den sonstigen Nadelbaumarten,
was auf die geringe Anzahl an Probebäumen in die-
ser Gruppe zurückzuführen ist.
Qualitätssicherung
Maßnahmen zur Qualitätssicherung (QS/QA) besit-
zen seit Beginn der Waldzustandserhebung einen
zentralen Stellenwert, da sie die Vergleichbarkeit
und Aussagekraft der erhobenen Daten maßgeblich
bestimmen. Auf Bundesebene werden hierzu jährlich
Abstimmungskurse zur standardisierten Bewertung
von Baumkronen durchgeführt. Ergänzend werden
die einzelnen Aufnahmeteams in den Ländern vor
jeder Aufnahmekampagne intensiv geschult, um
eine konsistente Datenerfassung sicherzustellen.
Geeignetes Bildmaterial und der Bezug zum lokalen
Referenzbaum sichern zudem die Qualität der Auf-
nahmen ab. Regelmäßig durchgeführte Foto-
Vergleichstests dienen der zusätzlichen Überprüfung
und Harmonisierung der Bewertungsmaßstäbe und
tragen damit zur Minimierung subjektiver Einflüsse
bei (MEINING ET Al. 2023).
Auch im Stadtwald Darmstadt kommt der Qualitäts-
sicherung eine zentrale Bedeutung zu. Es wird kon-
sequent darauf geachtet, ausschließlich speziell ge-
schultes Fachpersonal einzusetzen, wodurch die
Reproduzierbarkeit und Verlässlichkeit der Kronen-
zustandsbewertung gewährleistet wird. Durch diese
kontinuierlichen Maßnahmen kann langfristig eine
hohe Datenqualität sichergestellt und damit eine
fundierte Beurteilung des Waldzustandes ermöglicht
werden.
Tab. 3: 95%-Konfidenzintervalle für die Kronenverlichtung
der Baumartengruppen nach Regionen im Stadtwald
Darmstadt
Region Baumart Anzahl 95%-Konfidenz-
intervall (+/-)
Gesamt 2368 1.0
Buche 795 1.9
Eiche 417 1.9
Kiefer 358 3.0
s ons t. Laubbäume 740 1.7
s ons t. Nadelbäume 58 6.7
West 1304 1.6
Kiefer 305 3.4
Buche 363 2.5
Sp. Traubenkirs che 175 2.6
Eiche 160 3.6
s ons t. Laubbäume 301 3.2
Ost 1064 1.3
Buche 432 2.2
Eiche 257 2.1
s ons t. Laubbäume 266 2.4
s ons t. Nadelbäume 109 4.1
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht adtwald Darmstadt – Waldzdricht
9
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2025
2 Ergebnisse
Stadtwald Darmstadt
Die günstigen Witterungsbedingungen der letzten
beiden Jahre mit viel Regen und wenig Trockenstress
haben dem Wald gutgetan. Der Kronenzustand der
meisten Bäume hat sich nach dem bisherigen
Höchststand im Jahr 2022 erholt. Insbesondere bei
Buchen und sonstigen Laubbäumen, wie der Spät-
blühenden Traubenkirsche, dem Bergahorn und der
Roteiche, geht die Kronenverlichtung in diesem Jahr
merklich zurück.
Die geringe Belastung durch Witterungsstress hat
dazu geführt, dass deutlich weniger Bäume in die-
sem Jahr abgestorben sind. Gleichzeitig nimmt der
Anteil stehender toter Bäumen im Stadtwald immer
weiter ab, da diese mittlerweile im Rahmen der Ver-
kehrssicherung entfernt wurden oder durch
Sturmwurf umgefallen sind.
Nichtsdestotrotz ist der Schädigungsgrad im Darm-
städter Stadtwald nach wie vor sehr hoch und die
Auswirkungen der extremen Trockenjahre 2018 bis
2022 weiterhin vielerorts sichtbar. Dies trifft beson-
ders auf den Westwald zu, der in den letzten Jahren
eine hohe Absterberate und einen hohen Anteil
stark geschädigter Baumkronen aufweist (Abb. 8).
Kronenverlichtung
Nachdem die mittlere Kronenverlichtung der Bäume
im vergangenen Jahr aufgrund günstiger Witterungs-
bedingungen bereits zurückgegangen ist, zeigt sich in
diesem Jahr eine Erholung des Kronenzustands. Die
mittlere Kronenverlichtung verringert sich um 3,6
Prozentpunkte auf 35,6 Prozent und erreicht damit
den niedrigsten Stand seit Beginn der Waldzu-
standsaufnahmen im Stadtwald Darmstadt im Jahr
2020 (Abb. 7).
Der Rückgang der Kronenverlichtung ist sowohl bei
den jüngeren als auch bei den älteren Bäumen er-
kennbar. Bei den Bäumen „bis 60 Jahre“ geht die
Kronenverlichtung im Mittel um 3,0 Prozentpunkte
auf 25,7 Prozent zurück, bei den älteren Bäumen
sogar um 4,1 Prozentpunkte auf 44,2 Prozent.
Im regionalen Vergleich treten besonders im süd-
westlichen Untersuchungsgebiet, insbesondere im
ausgedehnten Waldkomplex nördlich von Darm-
stadt-Eberstadt, deutliche Konzentrationen erhöhter
Waldschäden auf. Auf den trockenen, wenig wasser-
speichernden Sandstandorten liegt die Kronenver-
lichtung an vielen Stichprobenpunkten im Mittel
über 40 %, an einigen Standorten sogar über 60 %.
Abb. 7: Entwicklung der mittleren Kronenverlichtung aller Bäume sowie der Altersgruppen „bis 60 Jahre“ und „über
60 Jahre“.
10
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2025
Demgegenüber zeigt sich im nördlichen Westwald
sowie in großen Teilen des Ostwalds ein insgesamt
günstigerer Waldzustand. Hier treten Stichproben-
punkte mit erhöhten Kronenschäden meist nur ver-
einzelt auf. An der überwiegenden Mehrzahl der
Punkte wird eine mittlere Kronenverlichtung bis
20 % bzw. bis maximal 40 % festgestellt. Im Ostwald
lassen sich höhere Werte vor allem an Stichproben-
punkten im nördlichen Teil entlang der Dieburger
Landstraße feststellen, während die Waldschäden im
südlichen Waldkomplex (südlich der B26) etwas ge-
ringer ausfallen (Abb. 9).
Die Betrachtung der unterschiedlichen Altersgrup-
pen zeigt signifikante Unterschiede in der räumli-
chen Verteilung der mittleren Kronenverlichtung
(Abb. 10). In der Gruppe der jüngeren Bäume (bis 60
Jahre) dominieren Stichprobenpunkte mit ver-
gleichsweise geringer Kronenverlichtung. Dies bestä-
tigt den besseren Vitalitätszustand dieser Alters-
gruppe. Höhere Kronenschäden treten hier nur ver-
einzelt und räumlich gegrenzt auf. Demgegenüber
weisen die älteren Bäume (über 60 Jahre) einen
deutlich höheren Anteil an Stichprobenpunkten mit
ausgeprägter Kronenverlichtung auf. Unabhängig
von der Altersgruppe zeigt sich jedoch ein konsisten-
tes räumliches Muster: Sowohl für die jüngeren als
auch für die älteren Bäume ist im Westwald ein kla-
rer Schadensschwerpunkt erkennbar.
Vergilbung
Typische Vergilbungssymptome, die üblicherweise
auf einen akuten Nährstoffmangel der Bäume hin-
deuten, spielen in den letzten Jahren für die Beurtei-
lung des Vitalitätszustands im Stadtwald Darmstadt
kaum eine Rolle. Nur vereinzelt wurden Bäume fest-
gestellt, die in diesem Jahr eine Gelbverfärbung der
Nadeln oder Blätter aufwiesen.
Demgegenüber sind in diesem Jahr wiederholt ande-
re Verfärbungen an den Blattorganen zu verzeich-
nen. Dabei handelt es sich überwiegend um bräunli-
che bis rötliche Verfärbungen, die häufig mit pilzli-
chen Erkrankungen in Zusammenhang stehen. Be-
sonders betroffen ist hierbei die Kiefer, an der auch
dieses Jahr wieder das durch einen pilzlichen Erreger
verursachte Diplodia-Triebsterbens festgestellt wur-
de.
Abb. 8: Drohnenaufnahme im Westwald mit vielen stark geschädigten und abgestorbenen Bäumen im Oberstand.
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht adtwald Darmstadt – Waldzdricht
11
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2025
Abb. 9: Mittlere Kronenverlichtung der Stichprobenpunkte alle Altersstufen in Prozent (Kartenhintergrund: OpenStreetMap).
12
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2025
Schadstufen
Die Verteilung der Schadstufen weist im aktuellen
Erhebungsjahr insgesamt eine deutliche Verbesse-
rung über alle Kategorien hinweg auf (Abb. 12). Be-
sonders ausgeprägt ist der Zuwachs bei den unge-
schädigten Bäumen: Ihr Anteil steigt gegenüber dem
Vorjahr deutlich von 13 % auf 17 % an. Auch bei den
schwach geschädigten Bäumen ist eine positive Ent-
wicklung festzustellen, deren Anteil auf 29 % zu-
nimmt. Demgegenüber verringert sich der Anteil der
mittelstark geschädigten Bäume auf 37 % und der
der stark geschädigten Bäume auf 11 %. Und auch
bei den abgestorbenen Bäumen ist erstmals seit drei
Jahren wieder eine leichte Verringerung erkennbar.
Insgesamt zeigt die Entwicklung der Schadstufen seit
2023 eine verbesserte Vitalität des Kronenzustands
auf, wenngleich weiterhin ein relevanter Anteil an
stark geschädigten und abgestorbenen Bäumen im
Stadtwald vorhanden ist (Abb. 11). Als Schadens-
schwerpunkt kristallisiert sich auch hier wiederum
der Westwald mit besonders stark geschädigten
Waldflächen heraus.
Bäume bis 60 Jahre
Bäume über 60 Jahre
Abb. 10: Mittlere Kronenverlichtung je Stichprobenpunkt getrennt nach jüngeren und älteren Bäumen. Je Stichprobenpunkt
mindestens vier Bäume der Altersstufe „bis 60 Jahre“ bzw. „über 60 Jahre“ (Kartenhintergrund: OpenStreetMap).
Abb. 11: Stark geschädigte Buchenkrone, die sich im
unterem Stammbereich wieder regeneriert.
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht adtwald Darmstadt – Waldzdricht
13
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2025
Stehend tote Bäume und Mortalitätsrate
Mit 5,6 % ist der Anteile stehend toter Bäume im
Darmstädter Stadtwald weiterhin hoch (Abb. 14).
Besonders im Westwald ist mit 7,7 % ein hoher An-
teil zu verzeichnen. Hier wird das Waldbild vielerorts
weiterhin durch eine Vielzahl toter Bäume geprägt
(Abb. 13). Im Ostwald ist der Anteil stehend toter
Bäume mit 2,9 % deutlich geringer.
In den letzten Jahren hat sich der Anteil stehend
toter Bäume jedoch zunehmend verringert. Dies ist
einerseits durch natürliche Zerfallsprozesse der to-
ten Bäume zu erklären, die nach einiger Zeit in sich
zusammenbrechen oder durch Sturm umgeworfen
werden. Andererseits werden stehend tote Bäume
entlang von Wegen und Forststraßen im Rahmen der
Verkehrssicherungspflicht entfernt.
Seit 2021 ist zudem eine rückläufige Mortalitätsrate
festzustellen, die im Jahr 2025 noch einmal drastisch
abgesunken ist (Abb. 15). Aufgrund der günstigen
Witterungsbedingungen der letzten Jahre sind in
diesem Jahr so wenige Bäume im Stadtwald abge-
storben, wie seit Beginn der Waldzustandserhebung
im Jahr 2020 nicht mehr. Für den Gesamtwald sinkt
die Mortalitätsrate dieses Jahr auf 0,8 %, wobei sie
sich im Westwald auf 1,0 % und im Ostwald auf
0,5 % verringert.
Abb. 12: Entwicklung der Schadstufenverteilung im Stadtwald Darmstadt.
Abb. 13: Frisch abgestorbene Kiefer an einem Weg im
Westwald.
14
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2025
Einordnung der Ergebnisse
Im Vergleich zur landesweiten Waldzustandserhe-
bung Hessens weisen die Ergebnisse für den Stadt-
wald Darmstadt insgesamt einen höheren Schädi-
gungsgrad auf (Tab. 4). Der hessische Waldzustands-
bericht 2025 gibt für den Landesdurchschnitt eine
mittlere Kronenverlichtung von 27 % an, während im
Stadtwald Darmstadt ein deutlich höherer Wert von
35,6 % ermittelt wurde. Damit liegt das Ausmaß der
Kronenverluste um mehr als acht Prozentpunkte
über dem Landesdurchschnitt. Entsprechend sind im
Stadtwald sowohl der Anteil stärker ausgeprägter
Kronenschäden als auch die Mortalitätsrate erhöht.
Die Kennzahlen der Sonderhebung in der Rhein-
Main-Ebene zeigen hingegen mittlerweile eine weit-
gehende Übereinstimmung mit den Ergebnissen des
Westwaldes. Abweichungen bestehen lediglich bei
der mittleren Kronenverlichtung der älteren Bäume,
die im Westwald im Vergleich zu den Werten der
Rhein-Main-Ebene deutlich höher ausfällt.
Fruktifikation
Eine ausgeprägte Blüten- und Fruchtbildung kann die
Belaubungs- bzw. Benadelungsdichte von Bäumen
maßgeblich beeinflussen, da hierfür erhebliche
Energie- und Nährstoffreserven mobilisiert werden
0
5
10
15
2020 2021 2022 2023 2024 2025
Stehend tote Bäume in %
Gesamt West Ost
Abb. 14: Zeitliche Entwicklung des stehenden Totholzes von
2020 bis 2025 im Vergleich zwischen gesamtem Stadtwald,
Westwald und Ostwald.
0
1
2
3
4
5
6
7
2021 2022 2023 2024 2025
Mortalitätsrate in %
Gesamt West Ost
Abb. 15: Mortalitätsrate der Jahr 2021 bis 2025 im Ver-
gleich (gesamter Stadtwald, Westwald und Ostwald)
Tab. 4: Kennzahlen der Waldzustandserhebung im Vergleich. Mittlerer Nadel-/Blattverlust (NBV), Anteil stärkerer Schäden
und Mortalitätsrate im Stadtwald Darmstadt (Gesamt, West- und Ostwald) gegenüber Hessen (Gesamt und Rhein-Main-
Ebene). Quelle: NW-FVA 2025.
Gesamt Westwald Ostwald Rhein-Main-
Ebene
Hessen
gesamt
mNBV 35,6% 40,2% 29,9% 42% 27%
mNBV bis 60 Jahre 25,7% 29,2% 21,2% 30% 15%
mNBV über 60 Jahre 44,2% 50,2% 37,2% 44% 31%
stärkere Schäden 17% 24% 8% 23% 9%
Mortalitätsrate 0,8% 1,0% 0,5% 1,0% 0,3%
HessenStadtwald Darmstadt
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht adtwald Darmstadt – Waldzdricht
15
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2025
müssen. Diese Ressourcen stehen dem vegetativen
Wachstum in solchen Phasen nur eingeschränkt zur
Verfügung. In Jahren mit besonders intensiver Fruk-
tifikation („Mastjahre“) äußert sich dies häufig in
aufgelockerten Baumkronen, einer reduzierten Aus-
bildung von Nadeln oder Blättern sowie einer gerin-
geren Seitenverzweigung.
Auch das Jahr 2025 war nach 2024 erneut ein star-
kes Fruktifikationsjahr. Nahezu alle Baumarten und
Baumartengruppen wiesen zahlreiche Fruchtstände
in den Baumkronen auf. Besonders stark war die
Fruktifikation erneut bei der Eiche (Abb. 16) sowie
bei den sonstigen Laubbäumen, darunter die Spät-
blühende Traubenkirsche, die Linde und die Hainbu-
che. Bei der Buche wurden dagegen nur einzelne
Bäume mit Bucheckern festgestellt (Abb. 17).
Abb. 17: Anteil der mittelstark und stark fruktifizieren-
den Bäume nach Baumart bzw. Baumartengruppe.
0
20
40
60
80
100
Buche Kiefer Eiche sNb sLb
gering mittel stark
Abb. 16: Fruchtbehang an einer Stieleiche.
16
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2025
Buche
Der Kronenzustand der Buche hat sich in diesem Jahr
deutlich verbessert. Der mittlere Blattverlust der
Buchen verringert sich um 6,5 Prozentpunkte auf
43,1 % und liegt damit unterhalb der Werte der letz-
ten drei Jahre (Abb. 19). Insgesamt gelten derzeit
66 % der Buchen als deutlich geschädigt (Abb. 20),
wobei der Anteil an stark geschädigten Bäumen im
Vergleich zu allen anderen Baumarten weiterhin
sehr hoch ist.
Die Verbesserung des Kronenzustandes der Buchen
in diesem Jahr ist auf mehrere Faktoren zurückzu-
führen. Eine wesentliche Rolle spielt die im Vergleich
zum Vorjahr geringere physiologische Belastung der
Bäume infolge einer schwächeren Fruktifikation.
Dadurch hatten die Bäume bei vergleichsweise güns-
tigen Witterungsbedingungen mehr Energie- und
Nährstoffreserven für das vegetative Wachstum zur
Verfügung. Zudem ist zu beobachten, dass abgestor-
bene Kronenteile aus den Trockenjahren 2018 bis
2022 zunehmend aus den Baumkronen herausbre-
chen und abfallen. Gleichzeitig treiben viele Buchen
verstärkt aus tiefer liegenden, noch vitalen Kronen-
bereichen neu aus und bilden dort teilweise wieder
ein dichtes Blattwerk, was sich positiv auf die Bewer-
tung der Kronenverlichtung auswirkt.
Ein weiterer entlastender Faktor war der geringere
Insektenfraß in diesem Jahr, insbesondere durch den
Buchen-Springrüssler, dessen Befall deutlich niedri-
ger ausfiel. Gleichzeitig wurde jedoch wiederum
vermehrt ein Zusammenklappen der Buchenblätter
beobachtet, welches als Anpassungsreaktion auf
beginnenden Trockenstress zu deuten ist. Durch das
Einklappen der Blätter entlang der Mittelrippe ver-
sucht der Baum die Verdunstungsfläche zu reduzie-
ren und somit den Wasserverlust zu begrenzen (Abb.
18).
Abb. 19: Entwicklung der mittleren Kronenverlichtung
nach Baumarten bzw. Baumartengruppen.
Abb. 20: Anteil deutlich geschädigter Bäume im Stadt-
wald Darmstadt (orange: mittelstark geschädigt, rot:
stark geschädigt, grau: abgestorben).
Abb. 18: Zusammenklappen der Blätter in der Kronen-
peripherie an einer Buche.
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht adtwald Darmstadt – Waldzdricht
17
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2025
Kiefer
Die mittlere Kronenverlichtung der Kiefer hat sich
gegenüber dem Vorjahr um 1,1 Prozentpunkte auf
39,8 % verringert und liegt damit erstmals seit Erhe-
bungsbeginn unter der 40-Prozentmarke (Abb. 19).
Insgesamt sind 58 % der Kiefern deutlich geschädigt,
wobei der Anteil an abgestorbenen Kiefern im Ver-
gleich zu den anderen Baumarten sehr hoch ausfällt
(Abb. 20).
Der hohe Anteil abgestorbener Kiefern ist im We-
sentlichen auf klimatische Faktoren wie sommerliche
Hitze und Dürre zurückzuführen. Infolge der Tro-
ckenjahre von 2018 bis 2022 wurden zahlreiche Kie-
fern auf den vorwiegend sandigen und nährstoffar-
men Standorten der Rheinebene massiv geschädigt
und sind abgestorben. Zwar sind in den letzten bei-
den Jahren einige stehend tote Kiefern durch Kro-
nen- und Stammbruch aus der Stichprobe herausge-
fallen, ihr Anteil bleibt mit aktuell 15 % jedoch wei-
terhin vergleichsweise hoch.
Der Trockenstress der Kiefer wird durch die weitver-
breitete Kiefernmistel verschärft, die als Halbparasit
dem Baum Wasser und darin gelöste Nährstoffe
entzieht (Abb. 21). Die Ergebnisse der Waldzustand-
serhebung 2025 zeigen, dass 40 % aller Kiefern im
Stadtwald von der Mistel befallen sind. Etwas gerin-
ger fällt dieses Jahr der Befall durch das Diplodia-
Triebsterben aus. Dabei handelt es sich um einen
pilzlichen Erreger, der junge Triebe der Kiefer ver-
färbt und zum Absterben bringt.
Eiche
Wie bereits im Vorjahr hat sich der Kronenzustand
der Eiche auch im Jahr 2025 weiter erholt. Die mitt-
lere Kronenverlichtung verringert sich um 1,1 Pro-
zentpunkte auf 31,9 % (Abb. 19). Als deutlich ge-
schädigt wurden 57 % der Eichen eingestuft, wobei
der Anteil an stark geschädigten und abgestorbenen
Eichen vergleichsweise klein ist (Abb. 20).
Die positive Entwicklung der Vitalität der Eiche ist
vor allem auf die gute Wasserversorgung der Wälder
sowie auf den geringen Fraßdruck verschiedener
Schmetterlingsraupen in den vergangenen beiden
Jahren zurückzuführen. Nur bei sieben Prozent aller
Eichen wurde ein signifikant wahrnehmbarer Blatt-
fraß durch die sogenannte Eichenfraßgesellschaft
festgestellt. Somit konnten sich vitale Baumkronen
entwickeln. Zudem war der Befall durch Eichenmehl-
tau deutlich reduziert, was zusätzlich zu einer Ver-
besserung des Gesundheitszustands der Bäume bei-
trug.
Die wiederholt starke Fruktifikation der Eichen be-
deutet zwar eine hohe physiologische Belastung,
allerdings konnten sich die Baumkronen aufgrund
der ansonsten sehr günstigen Rahmenbedingungen
dieses Jahr gut entwickeln. An stärker geschädigten
Eichen war in diesem Sommer zum Teil frischer
Schleimfluss an den Stämmen erkennbar. Dies deu-
tet auf einen Befall durch holzbrütende Insekten,
wie den Eichenprachtkäfer, hin.
Abb. 21: Kiefer mit Mistelbefall.
18
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2025
Sonstige Laubbäume
Die mittlere Kronenverlichtung der sonstigen Laub-
bäume verringert sich dieses Jahr um 1,1 Prozent-
punkte auf 28,0 Prozent und setzt damit die Erho-
lungstendenz der letzten Jahre fort (Abb. 19). Der
Anteil deutlich geschädigter Bäume ist mit 37 % ver-
gleichsweise gering, wenngleich ein hoher Anteil
davon als stark geschädigt eingestuft wird (Abb. 20).
In der großen Gruppe der sonstigen Laubbäume sind
zahlreiche unterschiedliche Baumarten zusammen-
gefasst. Am häufigsten ist hierbei der Bergahorn vor
(Abb. 22, links), gefolgt von der Roteiche. Mit kleine-
ren Anteilen folgen dahinter Hainbuche, Linde,
Schwarzerle und Birke sowie zahlreiche weitere
Baumarten (siehe Anlage 1).
Sonstige Nadelbäume
Der Kronenzustand der sonstigen Nadelbäume ver-
bessert sich in diesem Jahr ebenfalls. Die mittlere
Kronenverlichtung verringert sich um 2,0 Prozent-
punkte auf 30,7 % (Abb. 19). Insgesamt gelten 47 %
der sonstigen Nadelbäume als deutlich geschädigt.
Der Anteil an stehend toten Bäumen ist dabei auffal-
lend hoch (Abb. 20).
Im Gegensatz zu den sonstigen Laubbaumarten ist
die Gruppe der sonstigen Nadelbäume deutlich klei-
ner und setzt sich auch aus deutlich weniger Baum-
arten zusammen. In der Stichprobe der Waldzu-
standserhebung nimmt dabei die Lärche den größ-
ten Anteil ein (Abb. 22, rechts). Dahinter folgen
Douglasie, Fichte, Weymuts- und Schwarzkiefer.
Abb. 22: Gut belaubter Bergahorn (links) und gut belaubte Lärche (rechts).
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht adtwald Darmstadt – Waldzdricht
19
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2025
Westwald
Der Westwald nimmt mit rund 57 % den größten
Flächenanteil am Stadtwald Darmstadt ein und liegt
überwiegend auf geologischen Ablagerungen der
pleistozänen Rheinterrassen. Das Ausgangssubstrat
besteht hauptsächlich aus sandigen Sedimenten, auf
denen sich sehr tiefgründige, nahezu skelettfreie
und schwach podsolige Braunerden entwickelt ha-
ben. Diese Böden sind durch eine hohe Durchlässig-
keit und ein geringes Wasserhaltevermögen gekenn-
zeichnet.
Klimatisch ist der Westwald der hessischen Rhein-
ebene zuzuordnen, die zu den wärmeren und ver-
gleichsweise niederschlagsarmen Regionen Hessens
zählt. Die Waldstandorte sind daher regelmäßig
sommerlicher Trockenheit und hohen Temperaturen
ausgesetzt. Insbesondere auf den sandigen Böden
kann dies zu einem ausgeprägtem Trockenstress für
die Waldbestände führen. In den vergangenen Jah-
ren kam es dadurch zu massiven Waldschäden und
zu einer deutlichen Veränderung der Waldstruktur.
Der Westwald ist in hohem Maße durch anthropo-
gene Infrastruktur zerschnitten. Zahlreiche Verkehrs-
und Versorgungsachsen, darunter Autobahnen,
Bundesstraßen, Eisenbahntrassen sowie ober- und
unterirdische Leitungen, durchziehen das Waldge-
biet und unterteilen es in vergleichsweise kleine,
voneinander isolierte Teilflächen. Diese Fragmentie-
rung beeinträchtigt die räumliche Vernetzung der
Waldbestände und wirkt einem ausgeprägten Wal-
dinnenklima entgegen.
Aufgrund der günstigen Witterungsbedingungen
konnte sich der Zustand der Bäume im Westwald in
diesem Jahr erholen. Die mittlere Kronenverlichtung
verringert sich um 3,7 Prozentpunkte und erreicht
damit mit 40,2 % das bisher niedrigste Schadniveau
seit Beginn der Waldzustandserhebung im Jahr 2020
(Abb. 23).
Der Anteil ungeschädigter Bäume ist im Westwald
dieses Jahr auf 16 % angestiegen. Zugleich erhöht
sich der Anteil schwach geschädigter bzw. mittel-
stark geschädigter Bäume auf 25 bzw. 35 %. Abge-
nommen hat dagegen der Anteil stark geschädigter
und abgestorbener Bäume, wobei ihr Anteil mit 16
bzw. 8 % weiterhin sehr hoch bleibt (Abb. 24).
Trotz deutlicher Verbesserung bleibt die Buche die
Baumart mit dem schlechtesten Kronenzustand im
Westwald. Die mittlere Kronenverlichtung verringert
sich dieses Jahr auf 57,2 % (Abb. 25). Knapp 90 %
aller Buchen im Westwald gelten als deutlich ge-
schädigt, wobei der Anteil stark geschädigter Bäume
auffallend hoch ist (Abb. 26). Die Kronenverlichtung
der Kiefer verringert sich im Westwald leicht auf
20
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2025
40,4 %. Insgesamt sind knapp 60 % der Kiefern deut-
lich geschädigt, wobei der Anteil abgestorbener Kie-
fern nach wie vor sehr hoch ist. Während die mittle-
re Kronenverlichtung der Eiche in diesem Jahr im
Westwald nahezu unverändert bei 37,3 % bleibt,
verringert sich das Verlustprozent bei den sonstigen
Laubbäumen stärker auf 33,1 %. Dabei sind gut zwei
Drittel aller Eichen und weniger als die Hälfte der
sonstigen Laubbäume als deutlich geschädigt einge-
stuft. Die mittlere Kronenverlichtung der Spätblü-
henden Traubenkirsche liegt mit 19,5 % deutlich
unter derjenigen der anderen Baumarten. Dies ist im
Wesentlichen auf das jüngere Baumalter zurückzu-
führen. Entsprechend gering ist auch der Anteil deut-
lich geschädigter Bäume.
Abb. 25: Entwicklung der mittleren Kronenverlichtung der
Hauptbaumarten bzw. Baumartengruppen – Westwald.
Abb. 26: Anteil deutlich geschädigter Bäume – Westwald
(orange: mittelstark geschädigt, rot: stark geschädigt,
grau: abgestorben). TrKir=Spätblühende Traubenkirche,
sLb= sonstiges Laubholz.
Abb. 24: Verteilung der Schadstufen – Westwald (Werte in
der Klammer geben die Veränderung zum Vorjahr an)
Abb. 23: Entwicklung der mittleren Kronenverlichtung
nach Altersgruppen – Westwald.
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht adtwald Darmstadt – Waldzdricht
21
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2025
Ostwald
Der Darmstädter Ostwald erstreckt sich mit einem
Flächenanteil von etwa 43 % über zwei größere,
zusammenhängende Waldkomplexe im nördlichen
Vorland des Odenwalds. Geologisch besteht das
Gebiet überwiegend aus rötlich gefärbten, wassers-
tauenden Sandsteinlagen, die als Rotliegendem be-
zeichnet werden. Die Böden sind meist tief- bis mit-
telgründig, oftmals tonreich und je nach Höhe der
anstehenden Stauschicht teilweise wechselfeucht.
Klimatisch zeichnet sich der Ostwald durch relativ
milde Winter und warme Sommer aus. Sommerliche
Trockenheit kann auf Standorten mit flach anste-
hender Stauschicht zu Wasserdefiziten führen, die
das Wachstum und die Vitalität der Bäume beein-
flussen.
Die Waldbestände sind vor allem von verschiedenen
Laubbaumarten wie Buche und Eiche geprägt, die
zusammen mit anderen Mischbaumarten oftmals
dichte und struktureiche Bestände ausbilden. Nadel-
baumarten treten lediglich vereinzelt auf und spielen
im ökologischen und waldbaulichen Kontext eine
untergeordnete Rolle.
Ähnlich wie im Westwald hat sich der Kronenzustand
der Bäume im Ostwald in diesem Jahr erholt. Die
mittlere Kronenverlichtung verringert sich um
3,6 Prozentpunkte auf 29,9 % (Abb. 27). Der Schädi-
gungsgrad der Bäume im Ostwald ist damit aller-
dings deutlich geringer.
Der Anteil ungeschädigter und schwach geschädigter
Bäume erhöht sich im Ostwald in diesem Jahr auf 18
bzw. 34 %. Somit gehören mehr als die Hälfte aller
Bäume den beiden niedrigsten Schadstufen an. Der
Anteil der mittelstark geschädigten Bäume sinkt auf
40 %. Und auch der Anteil der stark geschädigten
und abgestorbenen Bäume verringert sich in diesem
Jahr auf 5 bzw. 3 % (Abb. 28).
Die Verbesserung des Kronenzustands zeigt sich im
Ostwald in allen Baumarten bzw. Baumartengrup-
pen. Dabei ist bei der Buche der stärkste Rückgang
der mittleren Kronenverlichtung gegenüber dem
Vorjahr auf 31,2 % festzustellen. Daneben verringert
sich das Verlustprozent der Eichen auf 28,5 %, der
sonstigen Laubbäume auf 27,8 % und der sonstigen
Nadelbäume auf 33,5 % (Abb. 29).
Gleichzeitig geht bei allen betrachteten Baumarten
im Ostwald auch der Anteil deutlich geschädigter
Bäume zurück. Am höchsten ist er mit 57 % bei den
sonstigen Nadelbäumen, am geringsten mit 40 % bei
den sonstigen Laubbäumen. Der Anteil stark geschä-
digter Bäume ist derweil bei der Buche am größten
(Abb. 30).
22
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2025
Abb. 29: Entwicklung der mittleren Kronenverlichtung der
Hauptbaumarten bzw. Baumartengruppen – Ostwald.
Abb. 28: Verteilung der Schadstufen – Ostwald (Werte in
der Klammer geben die Veränderung zum Vorjahr an)
Abb. 30: Anteil deutlich geschädigter Bäume – Ostwald
(orange: mittelstark geschädigt, rot: stark geschädigt,
grau: abgestorben). sNb= sonstiges Nadelholz,
sLb=sonstiges Laubholz.
Abb. 27: Entwicklung der mittleren Kronenverlichtung
nach Altersgruppen – Ostwald.
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht adtwald Darmstadt – Waldzdricht
23
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2025
3 Witterung
Für die Region Darmstadt wird die Witterungssitua-
tion anhand der monatlichen Messwerte der Luft-
temperatur und des Niederschlags der Wetterstation
„Darmstadt Rosenhöhe“ analysiert. Dabei werden
die Monatsmittelwerte des Vorjahres bis einschließ-
lich September des aktuellen Jahres mit dem lang-
jährigen Mittelwert verglichen. Der Vergleich erlaubt
eine präzise Einschätzung von Abweichungen ge-
genüber der Klimanormalität und liefert eine Grund-
lage, um trendspezifische Belastungen, wie etwa
überdurchschnittlich warme, trockene oder nieder-
schlagsreiche Monate, für die Waldvitalität zu identi-
fizieren und in ihrer ökologischen Bedeutung zu be-
werten.
Die Witterung stellt einen entscheidenden Einfluss-
faktor für die Vitalität und Stabilität von Waldöko-
systemen dar, da sie unmittelbar die physiologischen
Prozesse der Bäume prägt. Langanhaltende Hitzepe-
rioden und Trockenphasen – wie wir sie zuletzt in
den Jahren 2018 bis 2020 erlebt haben – führen zu
erheblichen Einschränkungen in der Wasserverfüg-
barkeit und zu akuten Schäden an den Bäumen. Ins-
besondere wiederholter Trockenstress kann zu hyd-
raulischen Störungen wie Embolien in den Leitgefä-
ßen führen, wodurch die Wasserversorgung dauer-
haft beeinträchtig wird.
Abb. 31: Temperatur- und Niederschlagsverteilung der Station Darmstadt (Quelle: DWD 202 5) im Vergleich
zum Mittel der Jahre 2004 bis 2025. Temperatur in Grad Celsius, Niederschlag in mm.
0
5
10
15
20
25
0
5
10
15
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Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep
Monatsmitteltemperatur Mittel 2004-2025
20252024
0
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80
120
0
40
80
120
Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep
Niederschlagssumme Mittel 2004-2025
20252024
24
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2025
Umgekehrt können aber auch extreme Nieder-
schlagsereignisse eine Belastung darstellen: Starkre-
gen und Überflutungen fördern Bodenerosion, be-
einträchtigen die Bodenstruktur und können die
Standfestigkeit der Bäume gefährden. Durch den
früheren Vegetationsbeginn infolge der Klimaverän-
derung steigt zudem die Gefahr von Spätfrostschä-
den an den Bäumen, bei dem die jungen, frisch aus-
getriebenen Triebe abfrieren und abfallen.
Das Jahr 2024
Das Kalenderjahr 2024 war durch überdurchschnitt-
lich warme und zugleich ungewöhnlich nieder-
schlagsreiche Witterungsbedingungen geprägt. Der
Winter zeigte sich mild, insbesondere der Februar
wich deutlich vom langjährigen Mittel ab und trug
maßgeblich zu erhöhten Jahresmitteltemperatur bei
(Abb. 31).
Im Frühjahr setzte sich dieser Trend fort: Die Tempe-
raturen lagen häufig über dem langjährigen Mittel,
begleitet von regelmäßigen Niederschlag, der bereits
früh im Jahr zur Auffüllung der Bodenwasservorräte
beitrug. Der Sommer 2024 verlief moderat warm,
mit vergleichsweise wenigen heißen Extremtagen.
Trotz einzelner warmer Phasen blieb das Tempera-
turniveau gedämpft, während fortlaufende Nieder-
schläge längere Trockenperioden verhinderten. Auch
der Herbst verlief überdurchschnittlich warm und
niederschlagsreich.
Insgesamt ergab sich für 2024 eine Kombination aus
milden Temperaturen und reichlichen Niederschlä-
gen, die zu ausgeglichenen Wasserhaushaltsbedin-
gungen führten, die sich auch positiv im Waldzu-
stand bemerkbar machten.
Das Jahr 2025
Das Jahr 2025 war insgesamt von einer stark wech-
selhaften Witterung geprägt, mit sowohl kühlen und
heißen sowie trockenen und nassen Phasen. Der
Winter begann mild und sehr nass. Im Januar 2025
wurden ca. 30 % mehr Niederschlag registriert als
üblich, so dass sich die Bodenwasserspeicher gut für
den Frühjahrsaustrieb auffüllen konnten.
Im Frühjahr stiegen die Temperaturen stetig an,
während die Niederschläge vergleichsweise gering
ausfielen. Sowohl im März als auch im April lag das
Niederschlagsdefizit bei über 50 %. Und auch im Mai
blieben die Niederschläge trotz vermehrten Regens
unterdurchschnittlich. Der Juni war der fünfte zu
trockene Monat in Folge. Dabei lag die Monatsmit-
teltemperatur um 1,8 % über dem Referenzwert.
Infolge der hohen Verdunstungsraten und geringen
Niederschläge traten erste Trockenstresssymptome
an den Bäumen auf, die sich durch Zusammenklap-
pen der Blätter als Transpirationsschutz oder auch
einsetzenden Blattwurf bemerkbar machten. Nach-
dem der Juli wiederum sehr heiß und trocken starte-
te, setzten im Verlauf des Monats stärkere Regenfäl-
le ein, die insgesamt zu einem überdurchschnittlich
nassen und etwas kühleren Monat und so zu einer
Verbesserung der Baumvitalität führten. Dagegen
war es im August wiederum deutlich zu trocken. Mit
16 mm fielen gerade einmal etwa 20 % der üblichen
Regenmenge, was wiederum zu oberflächlicher Aus-
trocknung der Böden führte und die Waldbrandge-
fahr erhöhte. Mit Herbstbeginn kam es zu einem
deutlichen Niederschlagsanstieg. Im September fiel
mehr als das Doppelte der üblichen Regenmenge zu
Boden. Dabei blieben die Temperaturen knapp un-
terhalb des Referenzwertes.
Insgesamt war 2025 geprägt von sehr wechselhaften
Witterungsverhältnissen, die den Wäldern sowohl
Phasen ausreichender Wasserversorgung als auch
kurzfristige Trockenphasen bescherte.
Witterungstrend
In Abbildung 32 sind die mittlere Temperatur sowie
die Niederschlagssumme der Vegetationszeit (April
bis September) für die Wetterstation „Darmstadt
Rosenhöhe“ dargestellt. Die Auswertung der Zeitrei-
he von 2005 bis 2025 verdeutlicht eine deutliche
Veränderung der Witterungsbedingungen innerhalb
der letzten 20 Jahre. Die Temperaturentwicklung
zeigt einen klarten Aufwärtstrend: Über den be-
trachteten Zeitraum steigt die mittlere Temperatur
der Vegetationszeit im Trend linear um nahezu ein
Grad Celsius an. Besonders ausgeprägt war die
Wärmebelastung im Jahr 2018, das mit über 18 Grad
deutlich zu warm war. Im Jahr 2025 lag die Durch-
schnittliche Temperatur in der Vegetation dagegen
leicht unterhalb dem langjährigem Trend.
Im Gegensatz dazu weist die Niederschlagssumme
innerhalb der Vegetationsperiode einen rückläufigen
Verlauf auf. Seit 2005 haben sich die Niederschläge
im Vergleich zum langjährigen Trend um rund
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht adtwald Darmstadt – Waldzdricht
25
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2025
150 mm reduziert. Die ausgeprägtesten Trockenjah-
re waren 2015 und 2018, die in Kombination mit
hohen Temperaturen eine erhebliche Belastung für
die Waldökosysteme darstellten. Abweichend davon
waren die letzten drei Vegetationszeiten vergleichs-
weise feucht. Im Jahr 2025 lag die Niederschlags-
summe leicht über dem langjährigen Trend.
Die gleichzeitige Zunahme der Temperaturen und
die Abnahme der Niederschläge führen insgesamt zu
einer Verschärfung der Wasserverfügbarkeitssituati-
on im Wald. Höhere Temperaturen verstärken die
Transpirationsraten der Bäume, während geringere
Niederschläge die Bodenvorräte nur unzureichend
auffüllen können. Dies resultiert in einem deutlich
erhöhten Risiko für Trockenstress bei Waldbestän-
den. Prognosen aktueller Klimamodelle (HLNUG
2025) weisen darauf hin, dass sich diese Entwicklun-
gen fortsetzen werden. Es ist mit einer weiteren
Häufung von Hitze- und Trockenperioden während
der Sommermonate zu rechnen, was langfristig er-
hebliche Auswirkungen auf die Vitalität und Stabili-
tät der Wälder haben dürfte.
Abb. 32: Verlauf der mittleren Temperatur und der
Niederschlagssumme der Wetterstation Darmstadt in
der Vegetationszeit (April bis September) in den Jahren
2005 bis 2025. Die gestrichelte Linie stellt jeweils den
linearen Trend dar (Quelle: DWD 2025).
15
16
17
18
19
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
2024
2025
mittlere Temperatur (°C)
100
200
300
400
500
600
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
2024
2025
Niederschlagssumme (mm)
26
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2025
4 Bestandes- und Verbisserhebung
Im Rahmen der Waldzustandserhebung werden an
den einzelnen Stichprobenpunkten neben der Be-
wertung der Baumvitalität auch weiterführende
Informationen zur Bestandesstruktur, zur Baumar-
tenverteilung, zur Naturverjüngung sowie zum Ein-
fluss von Schalenwild erhoben. Ziel ist eine ganzheit-
liche Einschätzung der aktuellen Waldentwicklung.
Die Datenerhebung erfolgt auf definierten, kreisför-
mig angelegten Untersuchungsflächen, die vom Mit-
telpunkt des jeweiligen Stichprobenpunktes ausge-
hen. Die Erhebung der Bestandesstruktur findet in-
nerhalb eines Probekreises mit einem Radius von
zehn Metern statt. Für jede vorkommende Baumart
wird der Flächenanteil des Haupt- und Zwischen-
standes sowie die Verjüngung mit einer Höhe von
mehr als 60 cm erfasst.
Zur Bewertung des Wildverbisses wird ein separater
Probekreis mit einem Radius von zwei Metern aus-
gewiesen (Abb. 33). Innerhalb dieser Fläche werden
alle jungen Gehölze in den Höhenstufen von 8 bis
20 cm und von 21 bis 100 cm untersucht. Dabei wird
differenziert zwischen Verbiss der Terminalknospe
und Verbiss im oberen Drittel mit und ohne Schädi-
gung des Terminaltriebs.
Bestandeserhebung
Die Waldentwicklung im Stadtwald Darmstadt ist seit
mehreren Jahren in starkem Maße durch klimatische
Belastungen geprägt. Wiederkehrende Hitze- und
Dürreperioden haben zu einer gravierenden Ver-
schlechterung des Waldzustandes und zu erhebli-
chen Absterbeprozesse geführt. Insbesondere auf
den sandigen, nährstoffarmen Standorten der hessi-
schen Rheinebene führte dies zu einer deutlichen
Veränderung der Waldstruktur mit vielerorts stark
aufgelichteten Beständen.
Vor diesem Hintergrund kommt der natürlichen
Waldverjüngung eine zentrale Bedeutung für die
zukünftige Entwicklung der Bestände zu. In Abbil-
dung 34 und 35 ist für West- und Ostwald jeweils die
Anzahl der vier häufigsten Baumarten in der Verjün-
Abb. 33: Probekreiserhebung der Verbisssituation mit einem Radius von 2m vom Stichprobenmittelpunkt der Waldz u-
standsaufnahme.
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht adtwald Darmstadt – Waldzdricht
27
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2025
gung dargestellt, getrennt nach dem Vorkommen am
Stichprobenpunkt und nach der absoluten Anzahl.
Die jährliche Bestandeserhebung seit 2021 zeigt für
die meisten Baumarten eine leichte Zunahme der
Verjüngungszahlen. Besonders auffällig ist die starke
Zunahme der Spätblühenden Traubenkirsche an den
Stichprobenpunkten des Westwaldes. Im ersten Jahr
der Erhebung 2021 kamen an 71 % der Stichproben-
punkte Spätblühende Traubenkirschen vor, 2025 hat
sie sich bereits auf 98 % der Aufnahmepunkte im
Westwald ausgebreitet (Abb. 34). Begünstigt durch
klimatischen Stress, Störungen in den Beständen und
erhöhte Lichtverfügbarkeit auf Kalamitätsflächen
kann sie offene Flächen rasch besiedeln. Aufgrund
ihres schnellen Wachstums und ihrer hohen Konkur-
renzkraft bildet sie dichte Bestände, die die natürli-
che Verjüngung heimischer Baumarten erschweren
und die Waldentwicklung nachhaltig beeinflussen.
Dabei ist nicht nur eine rasche Ausbreitung in der
Fläche zu beobachten, sondern ebenfalls eine rasan-
te Erhöhung der Anzahl an Pflanzen. Während im
Jahr 2021 knapp über 100 Spätblühende Traubenkir-
schen mit einer Höhe von bis zu einem Meter an den
Stichprobenpunkten des Westwaldes erfasst wur-
den, hat sich die Anzahl mittlerweile mehr als ver-
doppelt (Abb. 35). Dagegen ist die Spätblühende
Traubenkirsche im Ostwald bisher sehr gering ver-
treten.
In der Buchenverjüngung zeigt sich ein geteiltes Bild.
Während sie im Ostwald mit ansteigender Anzahl an
über 40 % aller Stichprobenpunkte vertreten ist,
bleibt im Westwald die Anzahl eher gering und die
Verbreitung der Buchenverjüngung an den Stichpro-
benpunkten nimmt seit einigen Jahren ab. Ein ähnli-
ches Bild zeigt sich bei der Eiche im Ostwald: Sie hat
in den letzten Jahren eine deutliche Abnahme in der
Fläche und der Anzahl zu verzeichnen. Im Westwald
zählt die Eiche erst gar nicht zu den vier häufigsten
Baumarten in der Verjüngung. Dagegen nimmt die
Abb. 34: Anzahl der Stichprobenpunkte mit einem Vorkommen der jeweils vier häufigsten Baumarten in der Verjüngung
mit einer Höhe von 21 bis 100 cm in den 2m-Probekreis im Vergleich der Jahre 2021 bis 2025. Westwald (links) und Ost-
wald (rechts).
0
20
40
60
80
100
2021 2022 2023 2024 2025
Anzahl an der Stichprobenpunkte
TrKir BAh Li Bu
0
20
40
60
80
100
2021 2022 2023 2024 2025
Anzahl der Stichprobenpunkte
Bu BAh HBu Ei
Abb. 35: Anzahl der jeweils vier häufigsten Baumarten in der Verjüngung mit einer Höhe von 21 bis 100 cm in den 2m -
Probekreisen im Vergleich der Jahre 2021 bis 2025. Westwald (links) und Ostwald (rechts)
0
50
100
150
200
2021 2022 2023 2024 2025
Anzahl an Bäume
TrKir BAh Li Bu
0
50
100
150
200
2021 2022 2023 2024 2025
Anzahl an Bäume
Bu BAh HBu Ei
28
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2025
Verjüngung des Bergahorns sowohl im West- als
auch im Ostwald seit einigen Jahren stetig zu. Auf
niedrigerem Niveau ist dies auch bei der Verjüngung
der Linde im West- und der Hainbuche im Ostwald
der Fall.
Verbiss
Eine erfolgreiche natürliche Waldverjüngung ist eine
zentrale Voraussetzung für die langfristige Stabilisie-
rung und Anpassungsfähigkeit der Wälder an den
Klimawandel. Hohe Verbissintensitäten können die-
sen Prozess jedoch erheblich beeinträchtigen, da sie
das Aufwachsen junger Bäume verzögern, ihre Ar-
tenvielfalt einschränken und die zukünftige Baumar-
tenzusammensetzung maßgeblich beeinflussen. Eine
Begrenzung des Wildverbisses ist daher von großer
Bedeutung, um eine standortgerechte und vielfältige
Waldentwicklung zu ermöglichen.
Die jährliche Verbisserhebung an den Stichproben-
punkten der Waldzustandserhebung zeigt, dass das
Wild einen großen Einfluss auf die Waldverjüngung
im Stadtwald Darmstadt ausübt. Bei 37 % der Jung-
pflanzen mit einer Höhe von 20 bis 100 cm wurde
Verbiss festgestellt (Abb. 36). In der niedrigeren Hö-
henklasse von 8 bis 20 cm sind dies noch 16 %. Da-
mit ist der festgestellte Verbiss in diesem Jahr etwas
geringer als die Jahre zuvor. Der überwiegende Teil
der Schäden ist dabei auf Rehwild zurückzuführen; in
geringeren Umfang tragen auch Feld- und Waldhase
zum Verbissgeschehen bei.
Regional zeigen sich deutliche Unterschiede: In den
struktur- und deckungsreichen Beständen des
Westwaldes mit ausgeprägten Strauch- und Kraut-
schicht ist der Verbis besonders stark ausgeprägt.
Dort weisen 43 % der Jungbäume bis 100 cm Höhe
sowie 17 % der Pflanzen bis 20 cm Verbissschäden
auf. Im Ostwald fällt der Wilddruck insgesamt gerin-
ger aus: 30 % der höheren und 16 % der niedrigeren
Jungbäume sind hier verbissen.
Besonders stark betroffen ist die Hainbuche, die die
höchsten Verbissanteile aller erfassten Baumarten
aufweist. Sowohl bei Jungpflanzen bis 20 cm Höhe
(34 %) als auch bei Individuen bis 100 cm (63 %)
wurde überdurchschnittlich hoher Verbiss festge-
stellt (Abb. 37). Hier zeigt sich das Selektionsvermö-
gen von Rehwild, welches oftmals gezielt bestimmte
Pflanzenarten bevorzugt. Erhöhter Verbiss wurde
zudem bei der Spätblühenden Traubenkirsche, beim
Bergahorn und mit Abstrichen bei der Buche, der
Eiche sowie der Roteiche festgestellt.
In der räumlichen Verteilung sind auch dieses Jahr
wieder besonders Teilbereiche im südlichen West-
wald stärker von Verbiss betroffen (Abb. 38), wobei
die Häufung von stärker betroffenen Stichproben-
punkten im Vergleich zu den vergangenen Jahren
nachgelassen hat. Einzelne Plots mit stärkeren Ver-
bissschäden finden sich aber auch in anderen Berei-
chen des West- und des Ostwaldes. Auf insgesamt
11 % aller Stichprobenpunkte ist starker Verbiss der
vorhandenen Naturverjüngung zu finden. An 18 %
der Plots herrscht mittlerer und an 27 % geringer bis
kein Verbiss vor. An 43 % der Punkte wurde dieses
Jahr aufgrund zu geringer Naturverjüngungsdichte
keine Erhebung durchgeführt.
Abb. 36: Anteil der Bäume mit Verbiss im Gesamtwald, Ost-
bzw. Westwald getrennt nach den Höhenstufen 8 bis 20cm
und 21 bis 100 cm.
16 17 16
37
43
30
0
10
20
30
40
50
Gesamt West Ost
Anteil der Bäume in %
8 bis 20cm 21 bis 100cm
Abb. 37: Anteil der Bäume mit Verbiss für die häufigsten
vorkommenden Baumarten getrennt nach den Baumhöhen
8 bis 20 cm und 21 bis 100 cm. Nur Baumarten mit mindes-
tens 50 Jungpflanzen in der Stichprobe.
14 12 10
17
34
9
35
14
20
50
63
2
0
10
20
30
40
50
60
70
80
BAh Ei Bu TrKir HBu REi
Anteil der Bäume in %
8 bis 20cm 21 bis 100cm
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht adtwald Darmstadt – Waldzdricht
29
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2025
27%
18%
11%
43%
Abb. 38: Verbissschäden aller Bäume von 8 bis 100 cm Oberhöhe je Stichprobenpunkt in den Stufen gering, mittel
und stark. Keine Angabe: es waren keine bzw. weniger als vier Jungpflanzen am Stichprobenpunkt vorhanden (Ka r-
tenhintergrund: OpenStreetMap).
30
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2025
5 Wissenschaftliche Begleitforschung im Stadtwald Darmstadt
(von Dr. Katja Wehner, Technische Universität Darmstadt)
Im Jahr 2025 wurden wie bereits in den vorangegan-
gen Jahren von der der TU Darmstadt eine Reihe an
wissenschaftlichen Begleituntersuchungen im
Darmstädter Stadtwald durchgeführt:
Projekt Waldgesundheit
Im Februar 2025 startete das interdisziplinäre For-
schungsprojekt „Waldgesundheit“ an der TU Darm-
stadt für eine ganzheitliche Betrachtung der Waldge-
sundheit mit Aspekten der Fernerkundung (Prof.
Dorota Iwaszczuk), Bodenkunde (physikalische und
chemische Bodenprozesse; Prof. Moritz Bigalke) und
Bodenfauna (Analyse der Zersetzergemeinschaft;
Prof. Michael Heethoff). Forscher*innen aus allen
drei Bereichen erhoben monatlich Daten (z.B. multi-
spektrale Bilderfassung des Kronenzustandes, Be-
wertung des Bodenwasserhaushaltes, Zusammen-
setzung der Hornmilben-Gemeinschaft) und arbeiten
nun daran, die gewonnenen Informationen der sehr
unterschiedlichen Daten in einer Metaanalyse zu-
sammenzuführen. Das interdisziplinäre Projekt inte-
griert damit erstmals quantitative und qualitative
Aspekte der Kronenraumdeckung mit chemischen,
mikroklimatischen und faunistischen Parametern des
Waldbodens um Hinweise darauf ermitteln, wie der
Zustand des Baumbestandes und des Waldbodens
miteinander wechselwirken (Abb. 39).
Regenausschluss-Experiment
Für die Untersuchung, inwieweit sich Trockenheit
auf den Streuabbau auswirkt, wurden im März 2025
auf 24 Untersuchungsflächen im Darmstädter Ost-
wald Regenausschluss-Dächer (3 m x 3 m) aufgestellt
(Abb. 40), die dort bis September 2025 verblieben.
Abb. 39: Messstadion zur bildlichen Darstellung der
Kronenauflichtung auf einer der Untersuchungsflächen.
Der helle Kasten am linken Bildrand beinhaltet die Mes-
selemente für die Bodenchemie (Foto: M. Goebel).
Abb. 40: Hier zu sehen ist ein aufgestelltes Dach (3m x
3m) zur Simulation von erhöhter Trockenheit im
Darmstädter Ostwald. Unter dem Dach befindet sich ein
Datenlogger für die Erfassung der Bodentemperatur und
-feuchtigkeit. Streubeutel mit einer Mischung aus Eiche
und Buche liegen in der Mitte unter dem Dach, direkt
am Rand der Überdachung und einen Meter entfernt
(Foto: K. Wehner).
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht adtwald Darmstadt – Waldzdricht
31
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2025
Im Rahmen einer Masterarbeit untersucht Christoph
Schnell im Abstand von zwei, vier und sechs Mona-
ten, wie sich die Artengemeinschaft der Hornmilben
in defaunierten (=ohne Tier- oder Mikroorganismen)
Streubeuteln unterhalb (trocken) und außerhalb
(prinzipiell feuchter) der Regendächer entwickelt
und wie sich die Streu darin (Mischung aus Eiche und
Buche) zersetzt. Die Auswertung des Experimentes
dauert derzeit noch an.
Allgemeine faunistische Untersuchungen
Die faunistischen Untersuchungen befassten sich
2025 neben der wiederholten Beprobung der Bo-
denmesofauna (Hornmilben, Springschwänze,
Raubmilben) im Mai und September mit der Be-
trachtung der bodenlebenden Spinnen und Ameisen
durch Studierende im Masterstudium Biologie (Mo-
dul Waldökologie, Juni und Juli 2025). Während die
Spinnen-Individuen noch auf ihre Bestimmung war-
ten, sind in der Ameisen-Gemeinschaft bereits Arten
aufgetaucht, die laut Rote Liste-Status als gefährdet
gelten. Dazu gehören Lasius citrinus (Zitronengelbe
Schattenameise), Myrmica schencki (Zahnfühler-
Knotenameise) und Temnothorax parvulus.
Neben der Bestimmung der Tiergruppen wurden als
Standortparameter die Kronendachauflichtung mit-
tels Densiometer sowie die Streudicke erfasst, und
gezielt die Laub-Zusammensetzung der Laubstreu
auf 20cm x 20cm (fünf Replikate pro Plot) ermittelt.
Die Kronenauflichtungsdaten bestätigen dasselbe
Muster wie im Jahr 2024 mit deutlicherer Auflich-
tung im Westen als im Osten.
Weitere Arbeiten untersuchten den Zusammenhang
zwischen Hornmilben-Gemeinschaften und einer
spezifischen Moos-Art bzw. mit Totholz in unter-
schiedlichem Zersetzungsgrad. In beiden Fällen ist
die Auswertung der Proben noch nicht abgeschlos-
sen.
Ergebnisse: die Assel-Gemeinschaft im Stadt-
wald
Im Herbst 2024 wurden im Zuge einer Masterarbeit
von Nadine Stief auf 70 Stadtwald-Flächen Asseln in
der Laubstreu, unter Rinde, im Totholz und im Moos
gesammelt (45 Minuten Suchzeit je Fläche). Die As-
seln wurden auf Artniveau bestimmt, und auch die
Anzahl an Nachkommen in der Bruttasche weiblicher
Individuen wurde erfasst. Mit den drei Assel-Arten
Cylisticus convexus (Urbane Landassel), Oniscus asel-
lus (Mauerassel) und Trachelipus ratzeburgii wurden
zusätzlich Nahrungswahlversuche mit Blattscheiben
(Ø 25 mm) von Rotbuche, Eiche, Schwarzerle, Spät-
Abb. 41: Die beiden Karten zeigen (A) die Dichten und (B) die Diversität der Asseln im West - (orange) und Ostwald
(blau).
32
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2025
blühender Traubenkirsche und Waldkiefer durchge-
führt.
Insgesamt wurden 1.809 Individuen von 12 Assel-
Arten gefunden. Sechs Arten (Trichoniscus pusillus,
Hapliphthalmus danicus, Philoscia affinis, Armadilli-
dium pictum, Ligidium hypnorum, Trachelipus ratze-
burgii) kamen ausschließlich im Ostwald und zwei
Arten (Trachelipus rathkii, Cylisticus convexus) aus-
schließlich im Westwald vor. Oniscus asellus, die
Mauerassel, war in beiden Regionen die häufigste
Art.
Die Assel-Dichten waren in beiden Wald-Regionen
annährend gleich (Abb. 41a) und wurden durch das
Ausmaß der Kronendachöffnung negativ bzw. durch
einen hohen pH-Wert in der oberen Bodenschicht
sowie die Diversität an Baumarten auf der jeweiligen
Fläche positiv beeinflusst. Es zeigte sich, dass die
Tiere im Westwald tendenziell größer waren als im
Ostwald. Da eine größere Oberfläche weniger Was-
serverlust für das Individuum bedeutet, kann dies als
Anpassung an den trockenen Standort betrachtet
werden. In der Bruttasche der Weibchen befand sich
im Westwald ein höherer Anteil an nicht-weiter-
entwickelten Nachkommen, was wahrscheinlich
ebenfalls mit einem höheren Trockenstress im
Westwald während der Entwicklung zusammen-
hängt.
Entgegen den Ergebnissen bei anderen Tiergruppen
wie Hornmilben oder Regenwürmern, zeigten die
Asseln im Westwald eine höhere Diversität als im
Ostwald, und das unabhängig von den untersuchten
Umweltvariablen (Abb. 41b). Der Westwald beher-
bergt an Trockenheit angepasste Arten wie Tracheli-
pus rathkii, die Rathke-Assel, die als anpassungsfähig
und anspruchslos gilt und offene Habitate bevorzugt,
Abb. 42: In diesem Netzwerk gibt die Dicke der Verbindungslinien die Interaktionsstärke zwischen der Assel-Art und
Plots mit einer bestimmten Hauptbaumart wieder. Die angegebenen d‘ Werte beschreiben, wie stark die Spezialisi e-
rung ist, wobei hohe Werte eine höhere Spezialisierung bedeuten.
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht adtwald Darmstadt – Waldzdricht
33
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2025
wie sie im südlichen Teil des Westwaldes zu finden
sind.
Die drei in den Fraßversuchen verwendeten Assel-
Arten zeigten bezüglich ihrer bevorzugten Nah-
rungswahl ein sehr ähnliches Verhalten. Mit großem
Abstand wurde bei allen drei Arten die Erle präfe-
riert, gefolgt von Eiche, Spätblühender Traubenkir-
sche (beide gleich gut befressen), Buche und Kiefer.
Betrachtet man die Verteilung der Assel-Arten auf
Untersuchungsflächen mit unterschiedlichen Haupt-
baumarten (Abb. 42), weist die Kiefer den höchsten
Spezialisierungsgrad auf. Erle und Buche werden
hingegen von vielen Assel-Arten besiedelt. Bei den
Asseln selbst ist Cylisticus convexus die spezialisier-
teste Art, Oniscus asellus ist hingegen generalistisch
verbreitet.
Ausblick
Im Oktober 2025 begann außerhalb der Vegetati-
onsperiode eine erneute Vermessung aller von uns
markierten Bäume der eingerichteten Versuchsplots,
um sowohl das Wachstum als auch das Absterbe-
ausmaß zu dokumentieren. Für 2026 ist neben er-
neuten faunistischen Bodenuntersuchungen auch
die Erfassung der Fledermausaktivität und -diversität
mittels speziell entwickelter Sensorstationen ge-
plant.
34
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2025
6 Fazit
Die Ergebnisse der Waldzustandserhebung zeigen,
dass sich der Stadtwald Darmstadt trotz der erhebli-
chen Belastungen der vergangenen Jahre derzeit in
einer Phase vorsichtiger Stabilisierung befindet. Die
Witterungsbedingungen der letzten beiden Jahre,
die im Vergleich zu den ausgeprägten Dürreperioden
zuvor durch eine bessere Wasserversorgung gekenn-
zeichnet waren, haben dem Wald spürbar gutgetan.
In vielen Beständen ist ein vorhandenes Regenerati-
onsvermögen erkennbar, das sich unter anderem in
verbesserten Kronenzuständen, vermehrten Neu-
austrieb und einer insgesamt verringerten Mortali-
tätsrate widerspiegelt.
Gleichzeitig nimmt der Anteil stehend abgestorbener
Bäume kontinuierlich ab, da diese mit zunehmender
Zersetzung in sich zusammenbrechen oder infolge
von Sturmereignissen umgeworfen werden. Den-
noch sind die strukturellen Folgen der vorausgegan-
genen Schadjahre im Stadtwald Darmstadt weiterhin
unübersehbar. Die Bestandesstruktur verändert sich
nachhaltig: Es entstehen vermehrt Lichtungen und
aufgelockerte Bestände, die neue Entwicklungsmög-
lichkeiten für die Naturverjüngung eröffnen, zugleich
aber das typische Waldklima beeinträchtigen und zu
einer zusätzlich Austrocknung und Hitzebelastung
führen.
Besonders ausgeprägt sind die Veränderungen im
Westwald. Die dort vorherrschenden sandigen Bö-
den verfügen nur über ein sehr geringes Wasserspei-
chervermögen und sind bereits seit längerem vom
Grundwasseranschluss entkoppelt. Der Westwald ist
daher in hohem Maße auf regelmäßige Niederschlä-
ge angewiesen. Längere Trockenphasen führen hier
rasch zu Trockenstress und haben in den vergange-
nen Jahren vor allem bei Kiefer und Buche zu einer
starken Schädigung und zu hohen Ausfällen geführt.
Vor diesem Hintergrund gewinnen Maßnahmen zum
Wasserrückhalt im Wald zunehmend an Bedeutung.
Die Förderung kleinräumiger Wasserhalte- und Ver-
sickerungsstrukturen kann dazu beitragen, Nieder-
schläge länger im System zu halten und die Wasser-
verfügbarkeit für die Bestände zu verbessern.
Die anhaltenden klimatischen Veränderungen gehen
mit einer deutlichen Verschiebung der Waldstruktur
und der Baumartenzusammensetzung einher. Wäh-
rend Kiefern- und Buchenbestände insbesondere im
Westwald weiterhin stark geschädigt sind und teils
großflächig ausfallen, breitet sich seit wenigen Jah-
ren die Spätblühende Traubenkirsche als konkur-
renzstarker Neophyt zunehmend aus. Ihre starke
Samenproduktion, schnelle Jugendentwicklung und
hohe Anpassungsfähigkeit verschaffen ihr insbeson-
dere auf gestörten und lichten Standorten einen
deutlichen Konkurrenzvorteil. Oftmals bildet sie eine
dichte Strauchschicht und verdrängt so einheimische
Arten (RP GIEßEN, 2016). Aufgrund ihrer Fähigkeit zu
Stockausschlägen und Wurzelbrut ist ihre Verweil-
dauer im Waldbestand dauerhaft und ein Zurück-
drängen gestaltet sich schwierig. Dabei ist eine öko-
logische Integration in natürliche bzw. naturnahe
Waldökosysteme durch ihre starke Invasivität kaum
möglich (PETERSEN, 2015). Daneben breiten sich
auch andere invasive Pflanzenarten wie Götterbaum,
Kermesbeere oder Japanknöterich zunehmend in
den Wäldern aus.
Diese Entwicklung stellt eine waldbauliche Heraus-
forderung dar und erfordert punktuell gezielte Ge-
genmaßnahmen. Die Förderung standortsangepass-
ter und klimastabiler Baumarten, insbesondere der
Eiche, steht hierbei im Fokus, während die weitere
Ausbreitung invasiver Baumarten nach Möglichkeit
begrenzt werden sollte. Ergänzend können Maß-
nahmen wie Hähersaaten dazu beitragen, die natür-
liche Ausbreitung der Eiche zu unterstützen und ihre
Etablierung in geeigneten Bestandeslücken zu för-
dern.
Eine zentrale Voraussetzung für eine erfolgreiche
Waldentwicklung bleibt die Sicherung der Naturver-
jüngung. Die Verbisserhebung im Rahmen der Wald-
zustandserhebung zeigen, dass insbesondere der
hohe Rehwildbestand die Verjüngung zahlreicher
Baumarten erheblich beeinträchtigt, auch wenn in
diesem Jahr ein verringerter Verbiss festgestellt
werden konnte. Eine wirksame Regulierung des
Wildbestandes über angepasste Abschusszahlen
bleibt für eine flächige Waldverjüngung unerlässlich.
Weiserzäune können dabei wertvolle Hinweise auf
das tatsächliche Verjüngungspotential der Standorte
liefern und als Vergleichsflächen dienen. Gleichzeitig
können sie im späteren Verlauf punktuell als Keim-
zellen für den Aufwuchs heimischer Baumarten fun-
gieren.
Insgesamt befindet sich der Stadtwald Darmstadt in
einem tiefgreifenden Umbauprozess. Die jüngsten
positiven Entwicklungen zeigen, dass der Wald über
Anpassungs- und Regenerationsfähigkeiten verfügt.
Um diese langfristig zu fördern, wird gemäß dem
Leitbild der Stadt Darmstadt die Naturnähe und Sta-
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht adtwald Darmstadt – Waldzdricht
35
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2025
bilität der Waldbestände unter anderem durch ein
Nutzungsverzicht erhöht. Der damit verbundene
Anstieg des stehenden und liegenden Totholzanteils
soll insbesondere Pilzen, Insekten sowie höhlen- und
totholzbewohnenden Vogel- und Fledermausarten
zugutekommen. Darüber hinaus trägt der Verbleib
von organischer Substanz im Wald zur Verbesserung
des Nährstoff- und Wasserhaushalts der Böden bei.
Die langfristige Sicherung des Stadtwaldes Darm-
stadt und seiner vielfältigen Ökosystemfunktionen
erfordert eine kontinuierliche und systematische
Beobachtung des Waldzustands. Die im Stadtwald
durchgeführten Erhebungen stellen hierfür eine
belastbare Datengrundlage bereit, mit der Verände-
rungen der Waldentwicklung frühzeitig erkannt,
geeignete Maßnahmen zur Erhöhung der Anpas-
sungsfähigkeit abgeleitet und deren Wirksamkeit
fortlaufend überprüft werden können.
36
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2025
7 Glossar
Abiotisch: ohne Beteiligung von Lebewesen.
Biotisch: mit Beteiligung von Lebewesen.
Brusthöhendurchmesser: Durchmesser eines ste-
henden Baumes in der Brusthöhe von 1,30m.
Deutlich geschädigte Bäume: Nach der Definition
der Waldzustandserhebung gelten alle Bäume mit
einem Nadel-/Blattverlust größer als 25% als deut-
lich geschädigt (Zusammenfassung der Schadstufe 2
bis 4).
Deckungsgrad: Anteil der Bestandesfläche, die durch
Baumkronen überdeckt ist.
Disposition: Anfälligkeit/Empfänglichkeit eines Bau-
mes für bestimmte Krankheiten bzw. Schädlinge.
Fruktifikation: Fruchtbildung einer Pflanze/eines
Baumes.
Invasive Arten: Tier- und Pflanzenarten, die mit ihrer
Ausbreitung Lebensräume, Arten oder Ökosysteme
beeinträchtigen und der ökologischen Vielfalt scha-
den.
Kraft´sche Klasse: Einteilung der Bäume in Baum-
klassen nach ihrer soziologischen Stellung innerhalb
eines Bestandes nach G. Kraft. Kraft´sche Klassen 1
bis 5: vorherrschend, herrschend, gering mitherr-
schend, beherrscht und ganz unterständig.
Konfidenzintervall: statistisch berechneter Vertrau-
ens- oder Erwartungsbereich, innerhalb der die Wer-
te mit einer definierten Wahrscheinlichkeit liegen.
Oft wird der 95%-Vertrauensbereich angegeben.
Mortalität: Absterberate der Bäume, die in einem
Jahr (seit der letzten Erhebung) abgestorben sind.
Nadel-/Blattverlust: eingeschätzter Verlust der Be-
nadelung bzw. der Belaubung. Der Nadel-/Blatt-
verlust wird in 5-Prozentstufen am Einzelbaum ge-
schätzt und zum mittleren Nadel-/Blattverlust
(mNBV) verrechnet.
Resilienz: Widerstandsfähigkeit gegenüber Belas-
tungen.
Schadstufen: Zusammenfassung der Nadel-/Blatt-
verluststufe und der Vergilbungsstufe. Schadstufe
0 = ungeschädigt, 1 = schwach geschädigt, 2 = mit-
telstark geschädigt, 3 = stark geschädigt, 4 = abge-
storben.
Sukzession: zeitliche Abfolge der an einem Standort
aufeinanderfolgenden Pflanzengesellschaften.
Trockenreisig: dünne, abgestorbene, trockene Äste
in der Baumkrone.
Verjüngung: Nachwuchs von Bäumen (natürliche
Verjüngung, Saat oder Pflanzung).
Vitalität: „Lebenskraft“, Gesundheit, gutes Wachs-
tum, Widerstandskraft gegenüber Stressfaktoren.
Weiserzaun: Kontrollzaun, der eine begrenzte Fläche
wilddicht umschließt und so eine Beurteilung des
Wildeinflusses im Vergleich zu einer nicht umzäun-
ten Fläche ermöglicht.
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht adtwald Darmstadt – Waldzdricht
37
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2025
8 Literatur- und Fotoverzeichnis
Literatur:
Arbeitsgemeinschaft Kronenzustand (2007): Waldbäume – Bilderserien zur Einschätzung von Kronenverlichtungen
bei Waldbäumen. BMVEL (Hrsg.), 130 S.
DWD 2025: https://www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/pressemitteilungen_node.html
(Stand: 30.11.2025)
NW-FVA (2025a): Waldzustandsbericht 2025. Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft
und Verbraucherschutz (Hrsg.), 47 S.
NW-FVA (2025b): schriftliche Auskunft der NW-FVA. 10.12.2025.
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www.waldwissen.net/de/waldwirtschaft/waldbau/kurzportrait-spaetbluehende-traubenkirsche (Stand:
10.12.2025).
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schweig: Johann Heinrich von Thünen-Institut, 97 S., Thünen Working. Paper 84, DOI: 10.3220/
WP1513589598000.
Fotos:
Alle Fotos der Kapitel 1 bis 4 sowie das Titelbild stammen von:
Stefan Meining (Büro für Umweltüberwachung)
Für die Fotos des Kapitels 5 sind die Bildautoren einzeln genannt.
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Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2025
Anlagen
Aufgenommene Bäume der Waldzustandserhebung 2025 nach Baumarten und Regionen
(Prozentwerte gerundet).
Baumart
Anzahl Prozent Anzahl Prozent Anzahl Prozent
Buche 795 33,57 363 27,8 432 40,6
Eiche 417 17,61 160 12,3 257 24,2
Kiefer 358 15,12 305 23,4 53 5,0
SpätblühendeTraubenkirsche 175 7,39 175 13,4
Bergahorn 142 6,00 103 7,9 39 3,7
Roteiche 104 4,39 66 5,1 38 3,6
Hainbuche 65 2,74 9 0,7 56 5,3
Linde 62 2,62 45 3,5 17 1,6
Schwarzerle 52 2,20 1 0,1 51 4,8
Birke 42 1,77 5 0,4 37 3,5
Lärche 27 1,14 27 2,5
Spitzahorn 27 1,14 26 2,0 1 0,1
Robinie 18 0,76 18 1,4
Douglasie 15 0,63 15 1,4
Vogel-Kirsche 15 0,63 4 0,3 11 1,0
Fichte 12 0,51 12 1,1
Bergulme 10 0,42 8 0,6 2 0,2
Walnuss 7 0,30 7 0,5
Aspe/Zitterpappel 5 0,21 2 0,2 3 0,3
Esche 5 0,21 5 0,5
Götterbaum 4 0,17 4 0,3
Weymutskiefer 3 0,13 1 0,1 2 0,2
Elsbeere 2 0,08 2 0,2
Pappel 2 0,08 1 0,1 1 0,1
Edelkastanie 1 0,04 1 0,1
Rosskastanie 1 0,04 1 0,1
Schwarzkiefer 1 0,04 1 0,1
Schwarznuss 1 0,04 1 0,1
Summe 2368 100 1304 100 1064 100
Gesamtwald OstwaldWestwald
Beratungsverlauf (2)
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2026/0060
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 16.02.2026
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00