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2015/0318

Erhebung zur Biodiversität in Darmstadt

Magistratsvorlage 29.10.2015

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2015/0318

3210 Zeichen

Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats - 
geschäftsstelle:  
04.12.2015 
an den Magistrat  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung:  
Dezernat III an die Stadtverordnetenversammlung  
   OBW zur Befassung  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
   zur abschließenden Beschluss - 
       fassung Fachausschuss  
 
 
Amt: Umweltamt 
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magi strat 
Behandlung in  
öffentl. Sitzung  
Ja 
 
Nein 
 
Verteiler:  
 
 
Ja 
 
Nein  
 
Vorlage-Nr. 2015/0318 
 
Magistratsbeschluss -Nr. 
  
 
Internetfähig     
 
Produkt-Nr.: 554010 
Kostenstelle:        Investitionsnummer:        
Kostenträger:        Sachkonto:       
 
Betreff: Erhebung zur Biodiversität in Darmstadt  
 
Vorlage vom: 29.10.2015  
 
Beschlussvorschlag :  
 
Der Magistrat nimmt die Vorlage  zu den Änderungen der Flora in den letzten 25 Jahren  zur 
Kenntnis. 
 
 
 
 
Anlagen: Neue Kartierung  
 
Datenschutzrelevante Anlage:   
 
Folgekosten:    Ja    Nein

- 2 - 
Beschluss des Magistrats vom

- 3 - 
 
Begründung zur Magistratsvorlage vom 29.10.2015 
 
In den Jahren 1986-1991 wurde der Bestand der Flora Darmstadts kartiert. Dazu wurden in 
etwa 80 Meßtischblattsechzehnteln alle gefundenen Arten höherer Pflanzen notiert, sofern sie 
als spontan vorkommend angesehen wurden. 
 
Es kamen knapp 1200 Sippen vor, eine enorm hohe Anzahl, was belegt, dass Darmstadt ein 
Hot-Spot der Biodiversität ist. Von diesen knapp 1200 Arten waren etwa 850 als heimisch 
anzusehen, der Rest sind Neophyten. 
 
25 Jahre später wurde in 50 Quadranten noch einmal das Gleiche durchgeführt. Die erhaltenen 
Ergebnisse wurden mit denen von 1991 verglichen. 
 
Dabei wurde festgestellt, dass etwa 100 heimische Arten deutlich bis sehr deutlich erkennbar 
seltener geworden sind. 20 Arten sind gar nicht mehr gefunden worden. Es fand also in den 
letzten 25 Jahren ein enormer Verlust heimischer Arten statt. Pflanzen wachsen nicht 
willkürlich an irgendeinem Ort sondern bevorzugen spezifische Lebensräume. So konnten auch 
aufgrund dieser Spezifität bestimmte Ursachen für den Verlust der Arten angenommen 
werden: 
 
1. Verlust von Lebensräumen (Flächenverbrauch) 
2. Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung 
3. Düngereintrag wegen Luftverunreinigung. 
Die in Darmstadt erzielten Ergebnisse stimmen gut mit Beobachtungen an anderen Orten in 
Deutschland überein. 
 
Neben dem Verlust heimischer Arten konnten darüber hinaus Zunahmen der Bestände 
invasiver und nicht invasiver Neophyten beobachtet werden – ebenfalls ein allgemeiner Trend. 
Lediglich die Bestände des Riesen-Bärenklau konnten durch aufwendige Maßnahmen sehr 
deutlich reduziert werden. 
 
Die Ergebnisse belegen, dass bei Planungen der Bestand der Tier- und Pflanzenarten im 
Stadtgebiet in besonderer Weise zu beachten ist, will man nicht weitere Verluste an 
Biodiversität beklagen. Die Ergebnisse der Untersuchung sind als Anlage beigefügt. 
 
Als ein weiterer Schritt zur Verbesserung der Situation für bedrohte Arten ist vorgesehen, 
stadteigene Flächen die als Lebensräume geeignet sind, zu erfassen und darzustellen. 
 
Darmstadt, 29.10.2015 
 
Dezernat III 
 
 
 
Cornelia Zuschke 
Stadträtin

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Änderungen in der Flora Darmstadts in den letzten 25 Jahren 
 
Dr. Klaus-Dieter Jung, Umweltamt der Wissenschaftsstadt Darmstadt 
 
1 Einleitung  
 
Über 25 Jahre sind vergangen, seit mit der Kartierung der Flora der Stadt Darmstadt der 
Bestand und die Verbreitung der Pflanzenarten erfasst worden waren (JUNG 1991, 1992). 25 
Jahre – ein nicht großer Zeitraum in der Geschichte  der Pflanzenwelt, aber ein Zeitraum, in 
dem doch große Veränderungen stattgefunden haben. 
  
Die Bevölkerungszahlen im Großraum Rhein-Main wachsen, damit einher geht ein 
bedeutender Flächenverbrauch für Wirtschaft, Wohnen, Freizeit und Verkehr. Extensive 
Landnutzung verliert mehr und mehr an Bedeutung, Grünland wird aufgegeben, Ackerschläge 
werden größer und intensiver bearbeitet. Im Westwald Darmstadts sinkt wegen der Förderung 
von Trink- und Brauchwasser der Grundwasserspiegel, das verändert die Waldwirtschaft und 
–nutzung. Stickstoffimmissionen beeinflussen die Ko nkurrenzfähigkeit der Pflanzenarten 
untereinander. Sich ausbreitende Neophyten aus Australien, Asien, Amerika und Afrika 
verdrängen heimische Arten aus ihren Lebensräumen.  
 
Dem gegenüber stehen behördliche und ehrenamtliche Bemühungen, Lebensräume zu pflegen 
und Arten zu erhalten. Europäische und nationale Gesetzgebung versucht dazu beizutragen. 
Bündnisse zum Erhalt der biologischen Vielfalt – di e Wissenschaftsstadt Darmstadt hat die 
Deklaration hierzu unterschrieben – wollen das Arte nsterben verhindern. Weltweite und 
Europäische Zahlen belegen allerdings, dass das keineswegs auch nur andeutungsweise 
ausreichend gelingt. Und so ist es keine Überraschung, dass auch die vorliegende Arbeit eine 
für Darmstadt keineswegs rosige Situation schildert. 
 
Es ist Ziel dieses Berichtes, durch eine wiederholende Kartierung ausgewählter Bereiche des 
Stadtgebietes Sachstände, die in der Regel sehr wohl bekannt sind, nicht nur qualitativ, 
sondern auch quantitativ darzustellen. Dabei sind aber auch für manche Arten durchaus 
überraschende Feststellungen zu treffen. Dennoch ist klar, dass die für Darmstadt gewonnen 
Erkenntnisse, zumindest was einzelne Arten betrifft, keineswegs für Hessen oder gar 
Deutschland hochgerechnet werden können. Sie sollen exemplarisch die Situation der 
heimischen Pflanzenwelt beschreiben und dazu beitragen, diese besser schützen und gezielter 
fördern zu können. 
 
 
2 Methoden 
 
Bei der Ersterfassung der Flora des Stadtgebietes von Darmstadt wurde das 
Gemarkungsgebiet in Teilflächen aufgeteilt, die ein Vierundsechzigstel eines Messtischblattes 
(Maßstab 1:25000) entsprechen. Zählt man auch die Teilflächen mit, an denen die 
Darmstädter Gemarkung nur teilweise beteiligt ist, sind das 79 Vierundsechzigstel. Diese 
Flächen wurden in der Zeit von Herbst 1985 bis Sommer 1990 jeweils etwa vier mal zu 
verschiedenen Jahreszeiten begangen und dabei die vorgefundenen Pflanzenarten notiert. 
 
Für den Vergleich mit dieser etwa 25 Jahre alten Erhebung wurden im Zeitraum vom Frühjahr 
2010 bis zum Herbst 2014 erneut Begehungen durchgeführt. Nicht alle der vorgenannten

Flächen konnten aus Zeitgründen bearbeitet werden, jedoch bieten die Daten aus 50 
Messtischblattvierundsechzigsteln reichlich Vergleichsmöglichkeiten. Bei der Auswahl der 
Untersuchungsareale wurden sowohl die Sandböden der Oberrheinebene als auch das 
Rotliegende des Messeler Hügellandes als auch die Granitverwitterungsböden des 
Odenwaldes berücksichtigt. Ebenso wurde darauf geachtet, dass der Innen- und Außenbereich 
des Stadtgebietes begangen wurden. Wegen der inzwischen erheblich besseren Ortskenntnis 
erschienen dabei drei Kartierungen pro begangene Fläche jeweils in der Zeit von März bis 
Mai, von Juni bis August und von September bis Oktober ausreichend. Auch in diesem Fall 
wurde meist etwas über die Stadtgrenze Darmstadts hinaus erfasst, wenn Landkreisgemeinden 
am Vierundsechzigstel Teil hatten. Eine Begehung dauerte etwa zwei bis drei Stunden, es 
wurden gezielt möglichst viele Biotoptypen kartiert. 
 
Wenn es notwendig erschien, Arten zu bestimmen, wurde hierzu meist der „Rothmaler“ 
(JÄGER & WERNER 2002 und JÄGER 2011) benutzt. Die in dieser Arbeit verwendete 
Nomenklatur richtet sich jedoch wegen der besseren Vergleichbarkeit nach der 
vorangegangenen Erhebung (JUNG 1992). Von vielen Aufsammlungen existieren Belege im 
Herbar des Naturwissenschaftlichen Vereins Darmstadt (DANV). 
  
 
3 Ergebnisse 
 
Der Vergleich der Kartierungsergebnisse von vor 25 Jahren und heute ergab bei vielen Arten 
einen Rückgang, bei anderen eine Zunahme der Häufigkeit der Vorkommen innerhalb der 
untersuchten Flächen und bei den meisten Arten ein mehr oder weniger unverändert häufiges 
Auftreten. Mehr oder weniger bedeutet dabei, dass Unterschiede , die kleiner als 30 % waren, 
nicht berücksichtigt wurden. Gründe für diese zugegebenermaßen willkürlich getroffene 
Annahme sind darin zu sehen, dass bei beiden Kartierungen nicht exakt die gleichen Wege 
gegangen wurden, dass nach einer längeren Zeit der Beschäftigung auch eine bessere 
Kenntnis der Lokalitäten und der Arten vorhanden waren und dass aufgrund der gewachsenen 
Erfahrung mit Kartierungen aktuell gezielter nach verschiedenen Biotoptypen gesucht wurde 
als während der ersten Kartierung, was insgesamt meist zu einer größeren Artenzahl bei den  
aktuellen Aufnahmen führte. Umso markanter heben sich deswegen die Verluste von Arten 
ab. 
 
 
3.1 Heimische Arten 
 
3.1.1 Heimische Arten, die in den untersuchten Quadranten nicht mehr gefunden 
wurden.  
 
Grundsätzlich gilt, dass alle hier aufgelisteten Arten mit einer Verlustrate von 100% auch 
schon bei der Kartierung von 1992 nur in einem oder zwei Quadranten vorgekommen waren, 
also schon immer als selten im Stadtgebiet von Darmstadt zu gelten hatten. Es handelt sich 
um folgende Spezies: 
 
Actaea spicata, Alopecurus aequalis, Anemone sylvestris, Botrychium lunaria, Chenopodium 
glaucum, Cuscuta europaea, Erucastrum gallicum, Galeopsis segetum, Lithospermum 
officinale; Monese uniflora; Nasturtium officinale; Oreopteris limbosperma; Orthilia 
secunda, Phyteuma spicatum, Polygonum bistorta, Potamogeton lucens, Pyrola chlorantha, 
Trifolium fragiferum.

Summe: 18 Arten 
 
In diese Gruppe wären auch folgende Arten zu zählen, die bei DOSCH und SCRIBA (1888) 
für Darmstadt angegeben, aber wahrscheinlich auch schon vor 25 Jahren 
 nicht mehr heimisch 
waren und nur noch eingeschleppt (e) oder gar angesalbt (a) vorkamen:  
 
Agrostemma githago (a), Blechnum spicant (e), Ranunculus lingua (a).  
 
 
3.1.2 Heimische Arten mit starker Verlusttendenz 
 
In diese Kategorie wurden solche Arten zusammengefasst, deren Rückgang eine 
Größenordnung von mehr als 60 % betrug. In der Klammer nach dem Artnamen ist zunächst 
die Anzahl der Quadranten angegeben, die bei der vorangegangenen Kartierung Vorkommen 
der Art aufwiesen, danach dann fett gedruckt der Verlust in Prozenten.  
 
Allium angulosum  (3, 67 ), Alopecurus geniculatus  (3, 67 ), Amaranthus lividus  (7, 67 ), 
Anchusa arvensis  (29, 80 ), Avena fatua  (10, 60 ), Carex echinata  (3, 67 ), Carex flava  (3, 67 ), 
Carex gracilis  (8, 65 ), Epipactis  atropurpurea  (5, 60 ), Genista germanica  (3, 67 ), 
Gnaphalium sylvaticum  (16, 75 ), Geum  rivale  (3, 67 ), Malva moschata  (3, 67 ), Rhinanthus 
minor  (3, 67 ), Schoenoplectus lacustris  (10, 80 ), Senecio viscosus  (17, 76 ). 
 
Summe: 16 Arten 
 
 
3.1.3 Heimische Arten mit Verlusttendenz 
 
In diese Kategorie wurden Arten zusammengefasst, deren Rückgang zwischen 30 und 59% 
betrug.  
 
Acinos arvensis (11, 45), Alisma plantago-aquatica (13, 40 ), Allium oleraceum (7, 44 ), 
Anagallis arvensis  (24, 39 ), Anemone ranunculoides (8, 50 ), Anthericum ramosum  (4, 50 ), 
Atriplex hastata  (4, 50 ), Calluna vulgaris  (22, 35 ), Carduus  nutans  (11, 35 ), Carex  elongata  
(8, 50 ), Carex flacca  (10, 30 ), Carex riparia  (13, 46 ), Centaurium erythraea  (9, 56 ), 
Chenopodium hybridum  (23, 30 ), Chenopodium polyspermum  (20, 30 ), Consolida regalis  (9, 
33 ), Cyperus fuscus  (4, 50 ), Descurainia sophia  (16, 31 ), Epilobium angustifolium  (41, 37 ), 
Epilobium palustre  (7, 42 ), Erigeron acris  (10. 40 ), Erysimum cheiranthoides  (30, 47 ), 
Euphorbia esula  (3, 33 ), Euphrasia nemorosa  (2, 50 ), Gagea villosa  (7, 57 ), Jasione montana  
(6, 33 ), Juncus  acutiflorus  (24, 37 ), Juncus articulatus  (19, 47 ), Juncus bufonius  (32, 56 ), 
Kickxia elatine  (2, 50 ), Leontodon hispidus  (15, 40 ), Lepidium  campestre  (6, 50 ), Listera 
ovata  (4, 50 ), Melica  nutans  (12, 37 ), Mercurialis annua  (29, 48 ), Mercurialis perennis  (4, 
50 ), Myosotis stricta  (11, 45 ), Nigella arvensis  (3, 33 ), Orobanche alba  (2, 50), Orobanche 
arenaria  (3, 33 ), Parnassia palustris  ((2, 50 ), Polygala amarella  (2, 50 ), Polygala comosa (3, 
33 ), Polygala vulgaris  (7, 57 ), Primula elatior  (8, 38 ), Pulicaria dysenterica  (9, 56 ), 
Ranunculus sceleratus  (3, 33 ), Reseda lutea ( 16, 38 ), Reseda luteola  (5, 40 ), Sanicula 
europaea  (4, 50 ), Scabiosa columbaria  (2, 50 ), Senecio sylvaticus  (26, 35 ), Silene nutans  (10, 
40 ), Sisymbrium altissimum  (19, 42 ), Solidago virgaurea  (22, 54 ), Sonchus  arvensis  (19, 42 ), 
Spergula  arvensis  (22, 36 ), Stachyys recta  (8, 38 ), Succisa pratensis  (9, 44 ), Teucrium 
scorodonia  (21, 43 ), Tussilago farfara  (42, 40 ), Veronica triphyllos  (13, 30 ), Vincetoxicum 
hirundinaria  (8, 38 ). 
 
Summe: 63 Arten

3.1.4 Heimische Arten, die wieder aufgetreten sind 
 
In diese Kategorie werden diejenigen Arten zusammengefasst, die Bei DOSCH und SCRIBA 
(1888) für das Gebiet von Darmstadt genannt werden, aber bei der Kartierung vor 25 Jahren 
in den jetzt untersuchten Quadranten nicht gefunden wurden. Es sind dies: 
 
Arnoseris minima  (1x); Cephalanthera ensifolia  (1x); Dipsacus laciniatus (2x); Geranium 
rotundifolium  (1x). 
 
Dabei ist anzumerken, dass der Bestand von Arnoseris minima  wegen einer 
Nutzungsänderung aktuell bereits wieder verschwunden ist. Alle diese Arten sind nur in 
einem oder zwei Quadranten aufgetreten, also als selten einzustufen. 
 
 
3.1.5 Heimische Arten mit Ausbreitungstendenz 
 
Manche im Gebiet heimische Arten wurden anlässlich der aktuellen Kartierung deutlich 
häufiger gefunden als bei der vorangegangenen. Im Folgenden sind die Spezies nach der 
Reihenfolge ihrer Häufigkeitszunahme sortiert aufgelistet: 
 
Geranium dissectum  (1, 900 ), Onobrychis viciifolia (1, 500 ), Koeleria macrantha  (2, 400 ); 
Sedum album  (2, 250 ), Carex pendula  (3, 233 ), Potentilla supina  (1, 200 ), Veronica praecox  
(1, 200 ), Campanula rapunculoides  (2, 150 ), Carex digitata  (4, 150 ), Carex otrubae  (2, 150 ), 
Veronica verna  (5, 140 ), Malus sylvestris  (3, 133 ), Conium maculatum  (4, 125 ), Rumex 
thyrsiflorus  (14, 114 ), Origanum vulgare  (8, 113 ), Salvia pratensis  (9, 111 ), Chenopodium  
ficifolium  (1, 100 ), Equisetum pratense  (1, 100 ), Genista tinctoria  (3, 100 ), Gypsophila 
muralis (1, 100 ), Hieracium piloselloides  (6, 100 ), Inula salicina  (1, 100 ), Juniperus 
communis  (1, 100 ), Jurinea cyanoides  (2, 100 ), Linum perenne  (3, 100), Ophioglossum 
vulgatum  (1, 100 ), Platanthera chlorantha  (1, 100 ), Sherardia arvensis  (1, 100 ), Tragopogon  
dubius (9, 100 ), Saxifraga  tridactylites (11, 91 ), Dactylis polygama  (13, 76 ), Datura  
stramonium (8, 75 ), Dentaria bulbifera  (8, 75 ), Geranium pratense  (4, 75 ), Veronica 
scutellata  (4, 75 ), Valerianella locusta  (13, 69 ), Carex praecox  (6, 66 ), Scabiosa canescens  
(3, 67 ), Paris quadrifolia  (5, 60 ), Potentilla argentea agg. (27, 62 ), Valerianella locusta  (13, 
69 ), Vinca minor  (18, 67 ), Potentilla reptans  (27, 59 ), Allium vineale  (12, 58 ), Carex spicata  
(22, 55 ), Bromus sterilis  (32, 53 ), Carex umbrosa  (2, 50 ), Centaurea scabiosa  (6, 50 ), 
Dianthus superbus  (2, 50 ), Eryngium campestre  (2, 50 ), Erysimum virgatum  (2, 50 ), Lathyrus 
niger  (2, 50 ), Lonicera periclymenum  (10; 50 ), Scutellaria minor  (4, 50 ), Senecio aquaticus  
(6, 50 ), Stipa joannis  (= pennata 4, 50 ), Vulpia bromoides (2; 50 ), Taraxacum laevigatum 
agg.  (27, 48 ), Rosa rubiginosa  (14, 47 ), Carex sylvatica  (22, 45 ), Centaurea cyanus  (9, 44 ), 
Cerastium semidecandrum  (26, 42 ), Viscum laxum  (12, 42 ), Vulpia myuros  (14, 42 ), Arctium 
nemorosum  (6, 41 ), Setaria pumila  (27, 41 ), Bromus erectus  (10, 40 ), Oxalis corniculata  (10, 
40 ), Potentilla arenaria  (= incana 5,  40 ), Senecio jacobaea  (28, 40 ). 
 
 
Nicht immer ist aber eine Zunahme der Häufigkeit auch mit einer tatsächlichen Ausbreitung 
gleichzusetzen. Dies gilt vor allem dann, wenn eine Art früher nur ein- oder zweimal 
gefunden wurde, heute aber öfter. Hier besteht durchaus die Möglichkeit, dass sie bislang 
übersehen wurde, zumal es sich auch in einigen Fällen um sehr kleine Bestände oder einzeln 
vorkommende Exemplare handelt.

3.2 Nichtheimische Arten 
 
3.2.1 Nichtheimische Arten mit Rückgangstendenz 
 
Manchmal treten Arten neophytisch auf, ihr Bestand ist jedoch nur vorübergehend. Innerhalb 
der untersuchten Quadranten waren dies: 
 
Atriplex heterosperma (3, 100 ); Bidens connata  (1, 100 ), Centaurea cf. pseudophrygia  (1, 
100 ), Sagittaria latifolia  (1, 100 ), Salvia officinalis  (1, 100 ), Sisymbrium irio  (3, 100 ).  
 
Aber auch bereits etabliert erscheinende und häufiger auftretende Neophyten können deutlich 
seltener werden. Dies gilt für die in Sandrasen und Kiesbrachen vorkommenden Corispermum  
leptopterum  (13, 53 ) und Salsola kali  ssp . ruthenica (= S.tragus  6, 50 ).  Amaranthus albus  (11, 
80 ) gehört zu den immer seltener werdenden Ackerwildkräutern, insbesondere der  
Spargelkulturen auf Sandäckern; Armoracia rusticana  (21, 42) ist eine aus Kulturen 
verwilderte Art der Wegraine.; 
 
 
3.2.1 Nichtheimische Arten, die in älteren Erhebungen im Gebiet nicht aufgetreten sind 
 
Abutilon theophrasti (3 x), Allium scorodoprasum  (1 x), Astragalus falcatus  (1 x), Berberis 
julianae (1 x), Chaerophyllum aureum (1 x), Cochlearia danica (1 x), Cyclamen hederifolium 
(1 x), Epilobium brachycarpum (3 x), Eragrostis pilosa (7 x), Euphorbia maculata (2 x), 
Geranium purpureum (3 x), Gypsophila paniculata (1 x), Inula viscosa (2 x), Isatis tinctoria 
(1 x), Lemna turionifera (1 x), Melica ciliata (3x), Melica transsylvanica  (1 x), Ophrys 
apifera  (2 x); Opuntia humifusa (1 x); Phytolacca americana (1 x); Polycarpon tetraphyllum  
(2 x), Puccinellia maritima  (3 x), Reynoutria japonica (1 x), Rubus phoenicolasius  (2 x), 
Salvia glutinosa  (1 x), Scilla non-scripta  (2 x), Ver bascum pulverulentum (3 x), Vicia lutea  (1 
x), Vinca major  (5 x). 
 
Dabei ist festzuhalten, dass Allium scorodoprasum, Melica ciliata  und Ophrys apifera  nur im 
strengen Sinne nichtheimische Arten sind, da von ihrem Vorkommen im Gebiet bislang nichts 
bekannt war. In der weiteren Umgebung kommen diese Arten jedoch autochton vor. 
 
 
3.2.2.1 Nichtheimische Arten mit Ausbreitungstendenz 
 
Um diese Kategorie etwas besser zu strukturieren, wurden zwei Klassen gebildet. Dabei 
wurde unterschieden in Arten, die in den untersuchten Quadranten bis zu 100% häufiger 
gefunden wurden und solchen, die mehr als 100% häufiger gefunden wurden. 
 
Anthemis ruthenica  (11, 30 ), Anthemis tinctoria  (6, 33 ), Aquilegia vulgaris  (7, 36 ), Artemisia  
absinthium  (5, 40 ), Artemisia dracunculus  (2, 50 ), Asclepias syriaca  (4, 100 ), Campanula  
persicifolia  (11, 27 ), Cynodon dactylon  (8, 38 ), Impatiens glandulifera  (18, 33 ); Leonurus  
cardiaca ssp . villosus  (8, 62 ); Linum usitatissimum  (2, 100 ), Matteucia struthiopteris  (2, 100 ), 
Narcissus pseudonarcissus  (2, 50 ), Nuphar lutea  (1, 100 ), Nymphaea alba  (5, 60 ), Oenothera  
erythrosepala  (5, 40 ), Onopordon acanthium  (9, 22 ), Ornithogalum boucheanum  (3, 67 ), 
Ornithogalum nutans  (2, 50 ), Ornithogalum umbellatum  (8, 100 ), Panicum miliaceum  (3, 33 ), 
Papaver somniferum  (4, 50 ), Potentilla norvegica  (1, 100 ),  Prunus serotina  (16, 50 ), 
Raphanus sativus  (3, 33 ), Reynoutria  japonica  (14, 21 ), Scilla siberica  (5, 40 ), Solidago 
canadensis  (39, 32 ).

Es ist klar, dass die Arten Aquilegia vulgaris , Campanula persicifolia , Nuphar lutea  und 
Nymphaea alba  im Gebiet auch autochton vorkommen können; hier sind jedoch solche 
Pflanzen gemeint, die sehr wahrscheinlich aus Kulturen verwildert sind oder gepflanzt 
wurden. 
 
 
3.2.2.2 Nichtheimische Arten mit starker Ausbreitungstendenz 
 
Acer negundo  (5, 117 ), Ailanthus altissima  (2, 733 ), Ambrosia artemisifolia  (1, 800 ), Bromus  
carinatus  (3, 200 ), Cardaria draba  (4, 125 ), Claytonia perfoliata  (10, 120 ), Geranium  
lucidum  (1, 300 ), Geranium pyrenaicum  (10, 110 ), Herniaria hirsuta  (1, 300 ), Hieracium  
aurantiacum  (1, 700 ), Iris germanica ( 3, 400 ), Lepidium virginicum  (1, 400 ), Lunaria annua  
(5, 260 ), Mahonia aquifolia  (13, 123 ), Malva sylvestris  (1, 800 ), Muscari armeniacum ( 1, 
900 ), Nicandra physalodes  (1, 200) , Oxalis dillenii (3; 133 ), Panicum capillare ( 1, 200 ), 
Parietaria officinalis (1, 200 ); Physalis alkekengi  (2, 150 ); Phytolacca octandra  (1, 300 ); 
Potentilla recta (2, 200 ), Portulaca oleracea  (10, 120 ), Prunus mahaleb  (14, 114 ), Reynoutria 
sacchalinensis  (4, 250 ), Senecio inaequidens  (1, 2500), Solidago gigantea  (5, 260 ). 
 
 
 
4 Auswertung 
 
 
Das Stadtgebiet von Darmstadt lässt sich im Wesentlichen in drei Naturräume gliedern: durch 
Sandboden geprägte Landschaft im Westen, auf Rotliegendem wachsende feuchte Wälder und 
Wiesen im Osten und Nordosten und frische Wälder des Vorderen Odenwaldes im Südosten. 
Zur naturräumlichen Haupteinheit Odenwald wäre auch die vorwiegend durch Sand- und 
Lößböden charakterisierte Bergstraße mit dem dazu gehörigen Eberstädter Becken zu zählen 
(KLAUSING 1974; KLAUSING & WEISS 1986).    
 
Die Änderung des Artenbestandes hängt stark vom jeweiligen Lebensraum der Arten ab. 
Unbeeinträchtigte Lebensräume werden kaum Veränderungen aufzeigen – von natürlicher 
Sukzession einmal abgesehen. Bestehen dagegen  für bestimmte Lebensräume starke 
Veränderungen, sind in der Regel die Gründe dafür in der Beeinträchtigung dieser 
Lebensräume zu suchen. Es ist Ziel der vorliegenden Arbeit, nicht nur die Unterschiede im 
Vorkommen der Pflanzenarten innerhalb von 25 Jahren darzustellen, sondern auch durch 
differenzierte Betrachtung die möglichen Ursachen zu benennen, vor allem den Verlusten 
entgegen zu wirken. 
 
 
4.1 Heimische Arten 
 
4.1.1 Heimische Arten mit Tendenz zum Rückgang 
 
4.1.1.1 Artenrückgang in trockenen Wäldern auf Flugsand 
 
Während der in den letzten Jahren durchgeführten Wiederholungkartierung konnten hier 
einige Arten gar nicht mehr gefunden werden. Insbesondere die Wintergrün-Arten ( Moneses  
uniflora, RLH: 1 , Orthilia secunda, RLH: 2  und Pyrola chlorantha, RLH: 1). Aber auch die 
Mondraute ( Botrychium lunaria, RLH: 2), das Große Windröschen ( Anemone sylvestris,

RLH: 3), und das Christophskraut ( Actaea spicata ) sind im untersuchten Stadtgebiet 
vollständig verschwunden.  
 
Die meisten dieser in Darmstadt zu 100% verschwundenen Arten sind auch innerhalb Hessens 
vom Aussterben bedroht (RLH: 1), stark gefährdet (RLH: 2) oder gefährdet (RLH: 3). Sie 
waren auch schon vor 25 Jahren als selten einzustufen, da sie nur in einem oder zwei 
Quadranten vorkamen.  
 
Weitere bereits früher seltene Arten sind mittlerweile noch seltener geworden. Es sind dies 
das Bittere Kreuzblümchen ( Polygala amara , RLH: 2), das Schopfige Kreuzblümchen 
(Polygala comosa , RLH: V), die Ästige Graslilie ( Anthericum ramosum , RLH 3) und die 
Braunrote Stendelwurz ( Epipactis atropurpurea , RLH: 3).   
 
Der Kantige Lauch ( Allium angulosum , RLH: 2) ist ebenfalls in zwei von drei Quadranten 
nicht mehr gefunden worden. Diese Art wirft insofern Fragen auf, als ihre eigentlichen 
Wuchsplätze Stromtalwiesen sind. Sie kommt im Stadtgebiet aber auf Flugsand vor. 
 
Aber auch früher häufigere Arten zeigen starken bis deutlichen Rückgang. Hierzu zählen die 
Blaugrüne Segge ( Carex flacca ), die aber auch auf Feuchtwiesen wächst, die Schwalbenwurz 
(Vincetoxicum hirundinaria ), das Nickende Perlgras ( Melica nutans ), das Nickende 
Leimkraut ( Silene nutans ), der Aufrechte Ziest ( Stachys recta ) und der Salbei-Gamander 
(Teucrium scorodonia ). 
 
Die Ursachen für den Artenrückgang in den trockenen Wäldern auf Flugsand sind nicht 
immer einfach festzustellen. Wälder sind Lebensräume, die sich in einem Zeitraum von 25 
Jahren prinzipiell wenig oder kaum verändern. Es ist allerdings zu beobachten, dass sich hier 
im Unterwuchs immer mehr Gehölze breit machen. Hierzu zählt zum einen die Spätblühende 
Traubenkirsche ( Prunus serotina ), die sich, durch die Forstwirtschaft vor etwa 100 Jahren 
eingeführt, mehr und mehr ausbreitet. Weitere Neophyten wie die Robinie ( Robinia 
pseudacacia ), die Mahonie ( Mahonia aquifolia ), der Eschen-Ahorn ( Acer negundo ), 
Cotoneaster - Arten oder der Götterbaum ( Ailanthus altissima ) verstärken diesen Effekt.  
 
Aber nicht nur Neophyten sondern auch heimische Arten werden zum Problem. Vor allem die 
verschiedenen Brombeeren (Rubus spec. ) decken den Waldboden an sehr vielen Orten und 
machen so einen Bestand von krautiger Vegetation unmöglich. Stellenweise kann man das 
auch durch die Waldrebe ( Clematis vitalba ) verursacht beobachten. Schließlich muss auch 
noch das Wald-Reitgras ( Calamagrostis epigejos ) als Verursacher für den Artenrückgang 
genannt werden. Dieses Gras vermehrt sich hauptsächlich vegetativ durch Ausläufer tief im 
Boden und nimmt nicht nur flächig Wuchsorte für andere Arten in Anspruch, sondern 
verhindert bei geringem Regendargebot, dass die Waldbäume genügend Wasser an den 
Wurzeln erhalten. So kommt es zu trockenbedingten Schäden an Großgehölzen. 
 
Als Ursache für das verstärkte Auftreten dieser Arten wird der Eintrag von Luftschadstoffen 
angesehen. Insbesondere Nitrate fördern das Wachstum der stark wüchsigen Pflanzen zu 
Ungunsten von Pflanzenarten, die an magere Standorte angepasst und sonst wenig 
konkurrenzkräftig sind. Solchen Schadstoffen, die großräumig aus Verbrennungsprozessen 
aller Art entstehen, kann naturgemäß lokal oder auch regional wenig entgegengesetzt werden.  
Möglicherweise werden auch für manche Arten wichtige Mykorrhizapilze direkt durch 
Veränderung der Bodenchemie geschädigt, ebenfalls ausgelöst durch Schadstoffimmissionen.

Wie bereits oben beschrieben, verändern aber auch Maßnahmen der Forstwirtschaft das 
Arteninventar des Waldes. Hierzu zählt vor allem der Anbau von nichtheimischen und nicht 
standortgerechten Gehölzen. Neben der Pflanzung von Später Traubenkirsche, die hoffentlich 
mittlerweile der Vergangenheit angehört, wird derzeit diskutiert, weitere fremdländische 
Baumarten wie Robinie oder Douglasie anzubauen. Dabei wird vor allem die Robinie den 
heimischen Arten schaden, da sie in den den Leguminosen eigenen Knöllchen Bakterien 
beheimatet, die wiederum Luftstickstoff binden und die Böden so aufdüngen können. Auch 
der Buchenunterbau in Kiefernwaldneuanlagen beeinträchtigt durch die dadurch entstehende 
dicke Mulldecke die Wuchsmöglichkeiten für die Wintergrüngewächse und Orchideen. 
Wintergrüngewächse kamen im Sandgebiet bevorzugt in Kiefernschonungen vor. Diese 
werden aber wegen eines sonst sicher als positiv anzusehenden Plenterwaldbaus kaum noch 
angelegt.   
 
 
4.1.1.2 Artenrückgang auf Dünen und in Sandmagerrasen 
 
Die meisten Dünen im Stadtgebiet stehen seit längerem als Naturschutzgebiete oder Flora-
Fauna- Habitat- Gebiete unter Schutz. Ihre Einmaligkeit ist seit langem bekannt, besonders 
Arten, die kalkhaltigen Flugsand lieben, machen ihren besonderen Wert aus. Entsprechend 
bestehen Pflegepläne und Maßnahmen zu ihrem Erhalt. Hierzu dienen besonders die 
Beweidung durch Schafe und Esel aber auch Entbuschungen und Entnahme von Neophyten 
wie z.B. Robinien.    
 
Möglicherweise ist es diesen Pflegemaßnahmen zu verdanken, dass – betrachtet man nur den 
betrachteten Zeitraum von 25 Jahren - noch sämtliche Sandpflanzen des Untersuchungs-
gebietes vorhanden sind. 
 
Starker Rückgang ist dagegen für den Steinquendel (Acinos arvensis ) festzustellen. Und auch 
die hessenweit gefährdeten Arten Acker-Schwarzkümmel (Nigella arvensis, RLH: 2)  und  
Thymian- Sommerwurz ( Orobanche alba , RLH: 3) zeigen deutliche Verluste. Gleiches gilt 
für den Acker-Gelbstern ( Gagea villosa , RLH: V), die Berg-Sandrapunzel ( Jasione montana ), 
die Feld-Kresse ( Lepidium campestre ) und das Sand- Vergissmeinnicht ( Myosotis stricta ). 
Besonders schmerzlich ist der Rückgang der Bestände der Sand-Sommerwurz ( O. arenaria , 
RLH: 2), da für diese Art wegen ihres auf Süddeutschland nur auf wenige Stellen 
beschränkten Vorkommens eine besondere Verantwortung besteht (HODVINA, JUNG, 
1999).  
 
Dünen und ebene Sandflächen sind allerdings Lebensräume, die wegen ihres Charakters als 
„Unland“ für viele Menschen leicht disponibel ersch einen. Ihre immens wichtige Bedeutung 
für den Arten- und Naturschutz erschließt sich nicht leicht oder wird nicht leicht akzeptiert. 
Das führt dazu, dass sie vielerorts überplant werden, um dem wachsenden Bedürfnis nach 
Bauland im Rhein-Main-Gebiet zu entsprechen. Immerhin gibt es auch im besiedelten 
Bereich der Stadt Darmstadt noch Trockenrasen- Relikte, die aber in zunehmendem Maße der 
Kultivierung (Scherrasenflächen, Brachen, Bahnanlagen) und Bebauung (z. B. 
Innenverdichtung, Konversion von ehemaligen Militärflächen) zum Opfer fallen. Diese 
Entwicklung ist nicht neu; ihre Geschwindigkeit hat sich aber stark erhöht, was man an den 
bebauten Flächen in den Stadtkarten der letzten 150 Jahre leicht sehen kann. Für die 
Sandlebensräume ist die Ausweisung von Schutzgebieten (Naturschutzgebiete, 
Naturdenkmale, Flora-Fauna-Habitat-Gebiete und Landschaftsschutzgebiete) und deren 
Pflege deswegen von überragender Bedeutung.

Nicht immer gelingt es allerdings alle Sandmagerrasen-Flächen wegen knapper Finanzmittel 
oder auch den Besitzverhältnissen zu pflegen. Das gilt vor allem für kleinere Reliktflächen. 
So kommt als Bedrohung für diesen Lebensraum auch die natürliche Sukzession hin zur 
Verbuschung bis zur Bewaldung hinzu. Dieser Prozess wird noch durch die oben 
beschriebenen Immissionen begünstigt.  
 
Deutlicher werden die Verluste auch, wenn man in Betracht zieht, dass die vorliegende 
Untersuchung keine quantitative, sondern eine qualitative ist. Das bedeutet, dass das 
Vorkommen von nur einer Sandmagerrasen-Fläche innerhalb eines Quadranten vorspiegelt, es 
seien keine Rückgänge vorhanden, während aber wegen der ehemals kleinflächig 
vorkommenden Fragmente viele unbeachtet verloren gegangen sind. Nach eigenen 
Beobachtungen geht die Individuenzahl vieler Arten der Sandmagerrasen zurück, was aber 
derzeit quantitativ nicht belegt werden kann. 
 
   
4.1.1.3 Artenrückgang auf trockenen Brachen und Heiden sowie an Wegrändern 
 
Wie schon aus der Überschrift hervorgeht, ist hier eine Reihe von Lebensräumen 
zusammengefasst, die eigentlich als heterogen angesehen werden müssen. Es sind Übergänge 
zu Magerwiesen und Sandtrockenrasen vorhanden, andererseits aber auch Lebensräume 
gestörter Bereiche wie trockenere bis frischere Wegränder und Böschungen.  Aus 
naturschutzfachlicher Sicht sind die hier zu betrachtenden Arten deutlich weniger bedeutsam 
als die in den vorangegangenen Abschnitten aufgeführten. Entsprechend sind darunter auch 
nur relativ wenige Rote-Liste-Arten zu finden.  
 
In den untersuchten Flächen ist die Französische Hundsrauke ( Erucastrum gallicum  RLH:3) 
vollständig verschwunden. Noch vor 25 Jahren kam sie vereinzelt und selten an sandigen 
Wegen vor.   
 
Deutlich seltener geworden sind die Heidepflanzen Deutscher Ginster ( Genista germanica, 
RLH:3) und Heidekraut ( Calluna vulgaris ).  Und auch weitere magere Sand- oder 
Schotterstandorte bevorzugende Arten wie Gemüse-Lauch ( Allium oleraceum ), Moschus-
Malve ( Malva moschata ), Tauben-Skabiose (Scabiosa  columbaria ), Klebriges Greiskraut 
(Senecio viscosus ), Nickende Distel ( Carduus nutans ), Scharfes Berufkraut ( Erigeron acris, 
RLH:V), Echtes Tausendgüldenkraut ( Centaurium erythraea ) und die Reseda-Arten ( Reseda 
lutea  und R. luteola ) sind immer seltener zu finden. 
 
Aber auch eher stickstoff- und frischeliebende Pflanzen wie Huflattich ( Tussilago farfara ), 
die Esels-Wolfsmilch ( Euphorbia esula ) oder die Spieß-Melde ( Atriplex hastata ) sind im 
Gebiet seltener geworden. Die Europäische Seide (Cuscuta europaea ), ein Schmarotzer auf 
Brennnesseln, kam an einer Wegböschung vor und ist mittlerweile auch verschwunden. 
 
Die Ursachen des Rückgangs in dieser Gruppe sind weniger deutlich und wohl vielfältig. 
Möglicherweise spielt der Einsatz von Herbiziden z. B. an Bahngleisen oder Ackerrändern 
eine Rolle. Lebensräume gehen dadurch verloren, dass Feldraine umgebrochen und in die 
Ackerflächen integriert werden oder Brachen in eine Nutzung genommen werden. 
Heidepflanzen, die überwiegend Borstgras-Rasen im Messeler Hügelland bewohnen, werden 
durch Verbuschung verdrängt. Insgesamt genießen diese Biotope deutlich weniger Beachtung 
als die für Darmstadt, Hessen und sogar die Bundesrepublik herausragenden Dünen- oder 
Feuchtwiesen-Lebensräume. Hier geschieht der Schwund eher schleichend.

4.1.1.4 Artenrückgang in frischen und feuchten Wäldern 
 
Im Osten und Südosten Darmstadts stocken auf lehmig verwitternden Gesteinen des 
Odenwaldes und des Messeler Hügellandes überwiegend Buchen- und Eichen-Hainbuchen-
Wälder. Das Substrat hierfür ist von Natur aus erheblich nährstoffreicher als der Flugsand. 
Wohl deswegen zeigen sich auch deutlich weniger Veränderungserscheinungen, die durch 
Nährtstoffimmisionen verursacht sind.  
 
Im Vergleich zu den Kartierungen vor 25 Jahren konnten lediglich zwei Arten nicht mehr 
gefunden werden. Es handelt sich dabei um zwei Farne, den Rippenfarn ( Blechnum spicant  
RLH:V) und den Bergfarn ( Oreopteris limbosperma ). Beide Farne kamen auch damals nur als 
Einzelpflanzen an Waldwegen vor. Möglicherweise waren sie durch forstwirtschaftliche 
Maßnahmen z.B. aus dem Odenwald eingeschleppt und konnten sich nicht etablieren. Optisch 
wahrnehmbare Veränderungen der Wuchsorte waren nicht festzustellen.  Nebenbei bemerkt: 
dies gilt auch für ein Vorkommen vom Dornigen Schildfarn ( Polystichum aculeatum ), der 
ebenfalls verschwunden ist, aber in einem Quadranten vorkam, der nicht erneut untersucht 
wurde. 
 
Ein drastischer Rückgang musste für das Wald-Ruhrkraut ( Gnaphalium sylvaticum ) 
verzeichnet werden. Dieser früher gar nicht so seltene Korbblütler ist an vielen Stellen 
verschwunden und muss hier als gefährdet gelten.  
 
Ebenfalls seltener geworden sind darüber hinaus das Gelbe Windröschen ( Anemone 
ranunculoides ), das Schmalblättrige Weidenröschen ( Epilobium angustifolium ), der schon 
immer rare Hain-Augentrost ( Euphrasia nemorosa  , RLH: G), das Große Zweiblatt ( Listera 
ovata ), das Nickende Perlgras ( Melica nutans ), das Wald-Bingelkraut ( Mercurialis perennis ), 
der Sanikel ( Sanicula europaea ), und die Gewöhnliche Goldrute ( Solidago virgaurea ). 
 
Das Schmalblättrige Weidenröschen ist wohl seltener geworden, weil es Waldschläge 
bevorzugt und  die Waldbewirtschaftung verändert wurde: es gibt kaum noch ein komplettes 
Abtreiben der Bestände sondern es werden Einzelbäume entnommen. Eine Gefährdung dieser 
häufigen Art ist aber nicht zu erkennen. Manche Arten wie das Wald-Ruhrkraut oder der 
Hain-Augentrost bevorzugen offenen frischen Boden mit guter Belichtung. Wachsen solche 
Stellen zu, verdrängt die Sukzession die konkurrenzschwachen Arten. 
 
Darüber hinaus kann aber über die Ursache des Rückgangs mancher Arten derzeit keine 
Aussage gemacht werden. Besonders die Arten auf frischen, kaum veränderten Wuchsorten 
wie Gelbes Windröschen, Wald-Bingelkraut, Nickendes Perlgras, Gewöhnliche Goldrute und 
Großes Zweiblatt geben da noch Rätsel auf. 
 
 
 
4.1.1.5 Artenrückgang im Feuchtgrünland       
 
Extensiv genutztes Feuchtgrünland gehört in der Region zu den artenreichsten Lebensräumen. 
Darüber hinaus kommen vor allem im Messeler Hügellande zahlreiche nach der Hessischen 
Roten Liste gefährdete und vom Aussterben bedrohte Arten vor, es ist also auch aus 
naturschutzfachlicher Sicht sehr bedeutend.

Einige dieser Arten sind mittlerweile verschwunden. Es sind solche, die auch schon im 20. 
Jahrhundert selten waren. Andere, auch häufigere Arten zeigen aktuell starken bis deutlichen 
Rückgang. 
 
Derzeit nicht mehr gefunden wurden der Rote Fuchsschwanz ( Alopecurus aequalis , RLH: V), 
der Wiesen-Knöterich ( Polygonum bistorta, RLH: V) und der Erdbeer-Klee ( Trifolium 
fragiferum , RLH: 3).  
 
Sehr stark zurückgegangen sind der Knick-Fuchsschwanz ( Alopecurus geniculatus , RLH:V), 
die Igel-Segge ( Carex echinata , RLH:3), die Gelb-Segge ( Carex flava , RLH: 3), die Zierliche 
Segge ( Carex gracilis, eine leicht zu übersehende Art), die Bach-Nelkenwurz ( Geum rivale , 
RLH: 3) und der Kleine Klappertopf ( Rhinanthus minor ).   
 
Weiterhin zeigen die Langährige Segge ( Carex elongata , RLH:V), die Graugrüne Segge 
(Carex flacca ), die Ufer-Segge ( Carex riparia ), das Sumpf-Weidenröschen ( Epilobium 
palustre , RLH: 3), die Spitzblütige und die Glieder-Binse (Juncus acutiflorus und  J. 
articulatus ), der Rauhe Löwenzahn ( Leontodon hispidus ), das Sumpf-Herzblatt ( Parnassia 
palustris , RLH: 1), das Gewöhnliche Kreuzblümchen ( Polygala vulgaris ), die Hohe 
Schlüsselblume ( Primula elatior ) und das Große Flohkraut ( Pulicaria dysenterica , RLH:V) 
deutliche Rückgangstendenzen. 
 
Die wichtigste Ursache für den Verlust und das Seltenwerden vieler Arten des 
Feuchtgrünlandes ist im Nutzungswandel zu sehen. Niemand bearbeitet es heute mehr wie in 
früheren Jahrhunderten mit Sense und Pferdewagen; große Maschinen werden zum Mähen 
eingesetzt. Das bedeutet, dass das Grünland zuerst bis zu einem gewissen Grad abgetrocknet 
sein muss, um es befahren zu können. Sehr nasse Bereiche werden aufgegeben und fallen 
brach. Oder die Landwirte drainieren die Wiesen, um sie leichter bewirtschaften zu können; 
das führt aber ebenfalls zum Verlust von feuchteliebenden Wiesenpflanzen.  
 
Die heute meist gehaltenen Hochleistungskühe benötigen eiweißreiches Futter. Das kann man 
aber von den Feuchtwiesen nur im Frühjahr erhalten. Zum Glück für den Artenreichtum der 
Feuchtwiesen gibt es im Ballungsraum Rhein-Main viele Pferdehalter, die gern das für ihre 
Tiere gesunde krautreiche Wiesenheu auch im Sommer gewinnen und verfüttern. Da aber 
Pferde empfindlich auf für sie giftige Greiskräuter (z. B. Senecio aquaticus ) reagieren, wird 
diskutiert, den bedrohten Lebensraum der Wassergreiskraut-Wiesen von dieser Art zu 
„befreien“, um die Nutzung weiterhin sicherzustelle n. Hier werden erneut die Konflikte 
zwischen Erhaltung der Wiesen und einer Nutzungsaufgabe deutlich. 
 
Viele der für den Naturschutz hochwertigen Feuchtwiesen stehen unter Naturschutz als NSG 
und FFH-Gebiete. In diesen Fällen gibt es Pflegepläne, die den frühesten Mahdzeitpunkt 
regeln, damit bestimmte Arten ihre Samenreife erlangen können. Dabei steht die 
landwirtschaftliche Nutzung im Vordergrund. Nur wenige, besonders hochwertige Flächen (z. 
B. innerhalb des NSG „Silzwiesen von Kranichstein“)  erhalten derzeit eine besondere, auf 
ausgewählte Arten abgestimmte Pflegemahd. Diesen Tatsachen und den Bemühungen, auch 
weiterhin die Feuchtwiesen landwirtschaftlich zu nutzen, ist es wohl auch zu verdanken, dass 
nicht noch mehr seltene und gefährdete Arten verschwunden sind.

4.1.1.6 Artenrückgang am und im Wasser 
 
Hier sollen Pflanzen betrachtet werden, deren Hauptverbreitung an Ufern von Teichen und 
Tümpeln und in Teichen ist.  
 
Ganz verschwunden ist in den letzten 25 Jahren der Strand-Ampfer ( Rumex maritimus , RLH:  
V), der an Teich- und Tümpelufern vorkam; aber auch das Glänzende Laichkraut 
(Potamogeton lucens ) sowie die Brunnenkresse ( Nasturtium officinale ) konnten nicht mehr 
nachgewiesen werden. 
 
Sehr stark zurückgegangen sind auch die Bestände der Teichbinse ( Schoenoplectus lacustris ), 
obwohl diese Pflanze auch manchmal zur Reinigung des Wassers gepflanzt wird. Auch der 
Gewöhnliche Froschlöffel ( Alisma plantago-aquatica ), der Gift-Hahnenfuß ( Ranunculus 
sceleratus ) und das Braune Zypergras ( Cyperus fuscus ) sind mittlerweile deutlich seltener zu 
finden als um 1990. 
 
Zwischen 1980 und 2010 wurden sehr viele Tümpel zur Förderung der Amphibien-Bestände 
angelegt. An deren Ufern tauchten immer wieder Braunes Zypergras und auch Strand-Ampfer 
auf. Mittlerweile hat das Bemühen, Amphibien-Lebensräume zu schaffen, etwas 
nachgelassen. Es gibt auch aus naturschutzfachlicher Sicht genügend Tümpel. Die Ufer der 
älteren Wasserlöcher wachsen relativ schnell zu und die konkurrenzschwachen Arten werden 
verdrängt.  
 
Das Glänzende Laichkraut in den Fischteichen an der Fischerhütte ist bei Reinigungsarbeiten 
entfernt worden und konnte danach bislang nicht mehr nachgewiesen werden. Ähnliches gilt 
wahrscheinlich auch für die Brunnenkresse: Die regelmäßigen Reinigungsarbeiten in den 
Bächen zum Erhalt der Durchlässigkeit der Gewässer haben dieser Art wohl sehr geschadet. 
 
Die Ursache für den Rückgang der Bestände von Teichbinse und Froschlöffel sind dagegen 
unbekannt. 
 
   
4.1.1.7 Artenrückgang auf Äckern 
 
Die Ackerwildkrautflora ist in Deutschland und ganz Mitteleuropa gefährdet, nicht nur in 
Darmstadt. Darüber wurde schon berichtet (JUNG 1994, 1999). Der Trend, dass Arten hier 
weiter aussterben oder seltener werden, setzt sich auch in den letzten 25 Jahren ungebrochen 
fort.  
 
Ganz verschwunden ist in dieser Zeit der Saat-Hohlzahn ( Galeopsis segetum , RLH:3). Das 
Gleiche gilt auch für den Einjährigen Ziest ( Stachys annua , RLH:1) und den Acker-Ziest 
(Stachys arvensis , RLH:3), die aber – auch damals schon sehr selten – in Quadranten 
vorkamen, die aktuell nicht untersucht wurden. Auch die noch vor einigen Jahren im 
Stadtgebiet existierenden Arten Kleiner Lämmersalat ( Arnoseris minima , RLH:2) und Kahles 
Ferkelkraut (Hypochaeris glabra, RLH: 1) sind mittlerweile verschollen. Die Kornrade 
(Agrostemma githago , RLH:1) wurde vor 1990 noch gefunden, allerdings auch damals schon 
nicht mehr als Ackerunkraut, sondern wohl nur angesalbt in Brachen.  
 
Weitere Arten sind mittlerweile erheblich seltener geworden. Dies betrifft den Aufsteigenden 
Amarant ( Amaranthus lividus ), den Acker-Krummhals ( Anchusa arvensis ) und den Flughafer 
(Avena fatua ). Diese Arten waren bisher noch häufiger anzutreffen.

Ebenfalls seltener findet man mittlerweile den Acker-Gauchheil ( Anagallis arvensis ), den 
Stechapfelblättrigen Gänsefuß (Chenopodium hybridum ), den Acker-Schöterich ( Erysimum 
cheiranthoides ), das Einjährige Bingelkraut ( Mercurialis annua ), die Hohe Rauke 
(Sisymbrium altissimum ), die Acker-Gänsedistel ( Sonchus arvensis ), den Acker-Spörgel 
(Spergula arvensis ), der Fingert- Ehrenpreis ( Veronica triphyllos ) und die Sophienrauke 
Descurainia sophia ), alles bisher häufigere Arten. In die Kategorie „ seltener geworden“ 
gehören auch der Acker-Rittersporn ( Consolida regalis , RLH:3) und das Echte Tännelkraut 
(Kickxia elatine , RLH:V), die aber auch früher schon nur vereinzelt vorkamen. 
 
Berücksichtigt man die Tatsache, dass die Anzahl der hier heimischen Ackerwildkräuter nicht 
besonders groß ist, ist der Artenrückgang gerade in diesem Lebensraum als besonders hoch 
einzustufen. Die Ursachen hierfür sind leicht zu erkennen: Herbizidbehandlung schließt das 
Vorkommen vieler für den Landwirt unerwünschter Arten aus, Düngung und dichtere Saat 
lässt keinen Lebensraum für Wildkräuter, Ackerflächen werden für Neubaugebiete im 
Ballungsraum versiegelt und umgenutzt, Ackerraine werden umgepflügt. Auch die z.B. auf 
dem Oberfeld in Darmstadt eingeführte ökologische Landwirtschaft ist intensiv und lässt 
(noch?) nicht erkennen, dass sich durch die Änderung der Bewirtschaftung die Anzahl der 
Ackerwildkräuter erhöht. 
 
Versuche, diesem Trend entgegenzuwirken, zeigen wenig Erfolg: von den Landwirtschafts-
behörden eigentlich als Brachen vorgesehene Flächen werden dicht mit Zwischenfrüchten 
eingesät, was Wildkräuter fernhält. Die Förderung von Ackerwildkrautstreifen wird im Gebiet 
von den Landwirten kaum angenommen. 
 
 
4.1.2. Heimische Arten, die aktuell häufiger gefunden wurden 
 
Es ist bekannt, dass manche heimischen Arten seltener werden und sogar aussterben. Weniger 
Beachtung finden allgemein die Spezies, die häufiger werden. Da bei einer Kartierung 
niemals sämtliche Pflanzen notiert werden, soll bei folgender Betrachtung ein 
„Grundrauschen“ bei seltenen Arten, die vor 25 Jahr en nur ein oder zwei Mal gefunden 
wurden, als Veränderung unberücksichtigt bleiben. Solche seltene Arten können leicht 
übersehen worden sein. Bei Arten, die in einer größeren Anzahl von Quadranten vorkamen, 
sind systematische Fehler eher ausgeschlossen. Für diese kann angenommen werden, dass sie 
häufiger geworden sind. 
 
Die Zunahme der Häufigkeit bei manchen heimischen Pflanzenarten lässt sich mit einem 
gewollten Ausbringen erklären. So kommt der Wild-Apfel ( Malus sylvestris ) in der Regel als 
Einzelbaum in Wäldern oder an Waldwegen gepflanzt vor. Andere Arten wie Gewöhnlicher 
Dost (Origanum vulgare ), Wiesen-Salbei ( Salvia pratensis ), Wiesen-Storchschnabel 
(Geranium  pratense ), Färber-Ginster ( Genista tinctoria ) und Skabiosen-Flockenblume 
(Centaurea scabiosa ) finden sich in Rasenansaaten zu Begrünung von Straßenböschungen 
oder Wegrändern.  
 
Manche Wildpflanzen werden auch als Zierpflanzen in Gärten und Parks kultiviert und 
verwildern zunehmend. Das könnte das vermehrte Auffinden der Hänge-Segge ( Carex 
pendula ) und des Kleinen Immergrüns (Vinca minor ) erklären.  
 
Wieder andere Arten kommen häufiger vor, weil ihre Standorte aus Naturschutzgründen in 
besonderer Weise gepflegt werden. So werden das Federgras ( Stipa pennata ), der

Ausdauernde Lein ( Linum perenne ), das Zierliche Schillergras ( Koeleria macrantha ), die 
Sand-Silberscharte ( Jurinea cyanoides ), das Sand-Fingerkraut ( Potentilla  incana ) und wohl 
auch die Wein-Rose ( Rosa  rubiginosa ) durch Pflegemaßnahmen wie Schafbeweidung 
gefördert und verbreitet (zusammenfassend: SÜSS et al. 2011). Hier kann jedoch 
angenommen werden, dass in den meisten Fällen die Ausbreitung durch die Pflege aktiv 
unterstützt wird. Diese Pflanzen, die sich sonst nur schwer verbreiten, werden im Fell oder 
Kot der Weidetiere besser transportiert. Manchmal werden sie auch zum Erhalt der Bestände 
bewusst angepflanzt.   
 
Das erfreulich vermehrte Vorkommen der Kornblume ( Centaurea cyanus ) ist vermutlich 
durch die Anlage von Ackerschonstreifen zu erklären. 
 
Sehr kleine und leicht zu übersehende Pflanzen können auch bei der Kartierung von vor 25 
Jahren unberücksichtigt geblieben und deswegen nur scheinbar häufiger geworden sein. 
Hierfür kommen der Frühlings-Ehrenpreis ( Veronica verna ), der Schild-Ehrenpreis ( Veronica 
scutellata ), der Dreifinger-Steinbrech ( Saxifraga tridactylites ) und das Kleine Helmkraut 
(Scutellaria minor ) in Frage.  
 
Bei wenigen Arten wie der Hain-Klette ( Arctium nemorosum ), der Dichtährigen Segge ( Carex 
spicata ) und dem Wald-Knäuelgras ( Dactylis polygama ) erklärt sich die scheinbare Zunahme 
der Beobachtungen wahrscheinlich durch zunehmende Artenkenntnis des Kartierers. Andere 
wurden häufiger gefunden, weil bei der Folgekartierung mehr Augenmerk auf das Erfassen 
möglichst vieler Biotope gelegt wurde. So erklärt sich das vermehrte Auffinden vom 
Rotfrüchtigen Löwenzahn ( Taraxacum laevigatum  agg.), dem Silber-Fingerkraut ( Potentilla 
argentea  agg.) und dem Fünfmännigen Hornkraut ( Cerastium semidecandrum ), die nicht nur 
auf Flugsand, sondern auch im Messeler Hügelland auf vielen zuletzt stärker beachteten 
grasigen Waldwegen verbreitet sind. 
 
Manche heimische Arten verbreiten sich inzwischen in Sekundär-Lebensräumen. So findet 
man das Florentiner Habichtskraut (Hieracium piloselloides ) vermehrt an Straßenrändern.  
Die Bienen-Ragwurz ( Ophrys apifera ) dagegen war im Darmstädter Raum früher gar nicht 
bekannt. Sie breitet sich wie auch die Bocks-Riemenzunge ( Himantoglossum hircinum ) 
neuerdings aus. Das Helm-Knabenkraut ( Orchis militaris ) und das Purpur-Knabenkraut 
(Orchis purpurea ) sind nur vorübergehend als Einzelpflanzen aufgetaucht. Solche Pflanzen 
können dann im strengen Sinne nicht als „heimisch“ eingestuft werden. Auch die 
Zwiebeltragende Zahnwurz ( Dentaria bulbifera ) ist wie auch die Steinweichsel ( Prunus 
mahaleb ) in alten Florenwerken nicht in der unmittelbaren Umgebung von Darmstadt 
angegeben; beide finden sich aber immer häufiger in Wäldern. Die Steinweichsel wird ebenso 
wie die hier nicht heimische Stechpalme ( Ilex aquifolium ) und die Eibe ( Taxus baccata ) 
vermutlich durch Vögel verbreitet, die Zahnwurz wohl eher durch forstliche Maßnahmen wie 
Pflanzungen von Waldbäumen oder Wegebau.  
 
Der Schierling Gefleckte (Conium maculatum ), der Strauß-Ampfer ( Rumex thyrsiflorus ) und 
der Große Bocksbart ( Tragopogon dubius ) bevorzugen warm-trockene, stickstoffreiche 
Brachen. Hier könnten Immissionen zum vermehrten Vorkommen beitragen. Gleiches könnte 
auch für das Kriechende Fingerkraut ( Potentilla reptans ), den Feldsalat ( Valerianella 
locusta ), den Weinbergs-Lauch ( Allium vineale ), das Jakobs-Greiskraut ( Senecio jacobea ), 
den Mäuseschwanz-Federschwingel ( Vulpia myuros ) und die Fuchsrote Borstenhirse ( Setaria 
pumilo) gelten.

Der Stechapfel ( Datura stramonium ) taucht wie auch das seltene Schwarze Bilsenkraut 
(Hyoscyamus niger ) meist an sandigen Ruderalstellen unerwartet auf und verschwindet 
ebenso schnell wieder. Es ist bekannt, dass diese Arten mit lange ausdauernden und keimfähig 
bleibenden Samen im Boden überleben. 
 
Die Kiefern-Mistel ( Viscum laxum ) gilt als Schwächeparasit und weist mit ihrem vermehrten 
Vorkommen auf den oft schlechten Gesundheitszustand der Wald-Kiefer ( Pinus sylvestris )   
hin, ohne aber selbst nennenswert die Gesundheit der Kiefern anzugreifen. Die Vitalität der 
Kiefern wird vor allem durch Grundwasserabsenkungen und Käferfraß herabgesetzt. 
 
Das vermehrte Vorkommen einer ganzen Reihe von Arten kann dagegen derzeit ohne 
weiteres nicht erklärt werden. Es sind dies: Wald-Segge ( Carex sylvatica ), Finger-Segge 
(Carex digitata ), Frühe Segge ( Carex praecox ), Einbeere ( Paris quadrifolia ), Taube Trespe 
(Bromus sterilis ), Aufrechte Trespe ( Bromus erectus ), Wald-Geißblatt (Lonicera 
periclymenum), Wasser-Greiskraut ( Senecio aquaticus ) und Gehörnter Sauerklee (Oxalis 
corniculata). 
 
  
4.2 Nichtheimische Arten   
 
Die Pflanzenwelt einer Region ist nicht konstant. Ständig verschwinden Arten, andere 
kommen hinzu. Das gilt nicht nur für heimische Arten, sondern insbesondere auch  für 
Einwanderer und Zuzügler. Arten aus benachbarten oder auch weit entfernt liegenden 
Regionen erreichen das Stadtgebiet von Menschen gewollt oder ungewollt eingebracht. Diese 
Pflanzen werden angebaut und verwildern oder treten ungewollt eingeschleppt auf und 
etablieren sich. Manchmal geschieht das nur für kurze Zeit, oft aber auch dauerhaft. Grob 
geschätzt gilt für etwa ein Drittel der Florenelemente Darmstadts  - ca. 1200 wild wachsende 
Arten wurden insgesamt gefunden (JUNG 1992) -, dass sie als Neophyten angesehen werden 
müssen. Manche dieser pflanzlichen Neubürger werden zum Problem, weil sie einheimische 
und auch manchmal gefährdete oder seltene Arten aus ihren Lebensräumen verdrängen. In 
seltenen Fällen stellen sie auch eine Gefahr für Menschen oder Tiere dar. Viele bereichern 
aber auch nur unsere Flora aus der Sicht der Biodiversität. Sie sind nicht invasiv. Ihr 
Ausbreitungsverhalten muss allerdings beobachtet und die Bestände möglicherweise sogar 
durch eine Bekämpfung kontrolliert werden, damit sie nicht z. B. durch Veränderung der 
Umweltbedingungen zu invasiven Spezies werden. 
 
 
4.2.1 Nichtheimische, bislang nicht invasive Arten 
 
Zu dieser Gruppe zählen die meisten der im Ergebnisteil aufgelisteten Arten mit 
Ausbreitungstendenz oder starker Ausbreitungstendenz. Man kann hier vermuten, dass 
zahlreiche Arten aus Anbau aus Gärten und Zierpflanzenbau verwildern (Aquilegia vulgaris, 
Artemisia absinthium  und dracunculus, Matteuccia struthiopteris, Narcissus pseudonarcissus, 
Oenothera erythrosepala, Onopordum acanthium, Ornithogalum boucheanum, O. nutans  und  
O. umbellatum, Panicum capillare, Papaver somniferum, Scilla siberica, Hieracium 
aurantiacum, Iris germanica, Lunaria annua, Muscari armeniacum, Nicandra physalodes, 
Physalis alkekengi  und Phytolacca esculenta ). Die Pfirsichblättrige Glockenblume 
(Campanula persicifolia ) ist zwar auch heimisch,  verwildert aber offensichtlich auch aus und  
in Gärten . Meist entstehen die Vorkommen der Zierpflanzen aus Gartenabfällen, die einfach 
in die Landschaft „entsorgt“ werden. Dies ist beson ders gut in der Umgebung von 
Waldparkplätzen zu beobachten. Der Rettich ( Raphanus sativus ) wird als Gründünger auf

Äckern angebaut. Für manche Arten kommt auch Vogelfutter als Quelle in Betracht ( Linum 
usitatissimum  und  Panicum miliaceum ). 
 
Asclepias syriaca  und Leonurus cardiaca  (ssp. villosus ) werden als Bienenfutterpflanzen 
ausgebracht und vermehren sich in der freien Landschaft. Malva sylvestris wird auf 
Wildäckern, Bromus carinatus  und Anthemis tinctoria werden in Straßenbegleitgrün gesät, 
Nymphaea alba  und Nuphar lutea in Gärten und Parks gepflanzt.   
 
Andere Arten wie Anthemis ruthenica  (als Ackerunkraut),  Potentilla norvegica  und erecta , 
Cardaria draba  (meist an Straßenrändern), Geranium lucidum und  G. pyrenaicum , Herniaria 
hirsuta , Lepidium virginicum , Oxalis dillenii  und Parietaria officinalis  haben das Stadtgebiet 
auf im Einzelnen nicht bekannten Wegen erreicht und breiten sich aus. Für Claytonia 
perfoliata , die seit 1976 beobachtet wird, kann eine Ausbreitung ausgehend von einem 
Gartenbaubetrieb im Griesheimer Sand angenommen werden. Besonders Wald- und 
Gebüschränder auf Flugsand werden oft dicht besiedelt, die Pflanzen sind aber schon im Juni 
oft vollständig verwelkt. 
 
 
4.2.2 Nichtheimische invasive Arten 
 
In die Gruppe der invasiven Neophyten gehören Arten mit starker Ausbreitungstendenz. Aber 
auch Arten mit aktuell schwächerer Ausbreitungstendenz sind hierhin zu stellen, dabei 
handelt es sich dann um bereits seit langem stark etablierte Spezies, die langsam aber 
kontinuierlich häufiger werden. So ist das Drüsige Springkraut ( Impatiens glandulifera ) vor 
allem an vielen Bachufern zu finden. Eine Bekämpfung dieser einjährigen Pflanze z.B. durch 
Ausreißen wäre zwar technisch einfach, wegen der mittlerweile sehr großen Bestände aber 
sehr aufwendig. Die Spätblühende Traubenkirsche ( Prunus serotina ) wuchert, einst als 
Forstbaum versuchsweise gepflanzt, im Sand- Kiefernwald. Sie wird mittlerweile mit 
offenbar allerdings mäßigem Erfolg vom Forst bekämpft. Kanadische Goldrute ( Solidago 
canadensis ) und Japanischer Staudenknöterich ( Reynoutria japonica ) bewohnen Brachflächen 
und Wegränder. Dies geschieht seit 25 Jahren mit nur relativ geringer Steigerung.  
 
Schwieriger einzuschätzen ist das Verhalten von Cynodon dactylon . Das Hundszahngras stellt 
vor allem und fast ausschließlich auf Flugsanddünen und Sandhalbtrockenrasen ein schwer zu 
bekämpfendes Problem dar, scheint sich aber darüber hinaus unauffällig zu verhalten. 
 
Die Steinweichsel ( Prunus mahaleb ) fühlt sich in den Sandkiefernwäldern wohl; sie wird gern 
als Zierstrauch gepflanzt und durch Vögel verbreitet, die die Früchte fressen und  die Samen 
mit dem Kot ausscheiden. Der heute häufige Strauch wurde in den älteren Florenwerken (z.B. 
DOSCH und SCRIBA 1888) für Hessen nicht als heimisch angegeben.  Er ist vor allem durch 
eine potentielle Verdrängung von krautigen Kiefernwaldarten als Gefährdung anzusehen. 
Eine Bekämpfung erscheint wegen der großen Anzahl der Pflanzen als aussichtslos. 
 
Gleiches gilt für die aus Nordamerika stammende Mahonie (Mahonia aquifolium ),  die in 
zunehmend stärkeren Polykormonen im Kiefernwald zu finden ist. Sie wird wohl ebenfalls 
überwiegend aus Gartenkulturen durch Vögel verbreitet. 
 
Ein häufiger Neophyt, ebenfalls überwiegend in Kiefernwäldern, ist der Eschen-Ahorn (Acer 
negundo ). Der Baum fruchtet bei uns reichlich und seine flugfähigen Samen werden durch 
den Wind weit verbreitet.

Der Götterbaum ( Ailanthus altissima ) dagegen bereitet eher im besiedelten Bereich Probleme. 
Die Samen verbreiten sich ebenfalls durch Wind, erreichen die kleinsten Nischen und 
wachsen aus jeder Ritze zu manchmal stattlichen Bäumen aus. Empfindliche Menschen 
entwickeln beim Berühren in Einzelfällen Allergien. Der Götterbaum kann auch Bauschäden 
hervorrufen.  
 
Eschen-Ahorn und Götterbaum lassen sich prinzipiell leicht durch ein konsequentes 
Ausreißen der Jungpflanzen bekämpfen; es handelt sich allerdings hierbei um eine Sisyphus-
Arbeit, da Jungpflanzen immer wieder nachgeliefert werden. Im Wald ist deswegen auch ein 
konsequentes und aufwendiges Entfernen der Altbäume notwendig.   
 
Reynoutria sacchalinensis  entwickelt an manchen Stellen Massenbestände vor allem durch 
Wurzelausläufer. Ebenso wie der nahe verwandte Japanische Staudenknöterich ( R. japonica ) 
ist der Sachalin-Staudenknöterich an Straßen- und Gebüschrändern ebenso wie manchmal im 
geschlossenen Wald immer wieder anzutreffen. Mit Erdarbeiten bewegte Ausläuferstücke 
sorgen für seine Ausbreitung. Es werden aber auch reife Samen ausgebildet. Stellenweise 
kommt es auch zur Hybridisierung der beiden Spezies. Eine Bekämpfung der 
Staudenknöteriche erscheint effektiv derzeit nur durch Giftanwendung möglich.  
 
Dazu ist zu erwähnen, dass das bei der Kaukasischen Riesenbärenklau in einem intensiv 
besiedelten Verbreitungsgebiet am Darmbach weitgehend gelungen ist. Die aufwendige 
Bekämpfung des heftige Allergien auslösenden Heracleum mantegazzianum  erfolgte 
allerdings über viele Jahre.  Kleinere Vorkommen im Wald werden von den Forstbehörden 
konsequent ausgegraben. Es wird angenommen dass für die Ansiedlung der Kaukasischen 
Riesenbärenklau Imker verantwortlich sind, die diese Art als Bienenfutterpflanzen schätzen. 
Gleiches gilt wohl auch für das Drüsige Süpringkraut ( Impatiens glandulifera ).  
 
Solidago gigantea  verhält sich ähnlich wie die Schwesterart Solidago canadensis . Beide 
besiedeln Wegränder und Brachen und bilden ebenfalls Massenbestände. Wenn eine immer 
wiederkehrende Mahd möglich ist, lassen sich die beiden invasiven Goldruten aber gut 
zurückdrängen. 
 
Aussichtslos erscheint dies dagegen beim sich extrem stark vermehrenden Schmalblättrigen 
Greiskraut ( Senecio inaequidens ). Es tauchte erst vor Jahren um 1990 im Darmstädter Raum 
an Bahnlinien und einer Spedition auf und kommt jetzt an zahlreichen Straßenrändern, auf 
Brachen und sogar im Wald und auf Äckern vor. Die Art blüht lange und entwickelt 
Unmengen von flugfähigen Früchten, die überall keimen können. Auch Streusalzaufbringung 
wie an Autobahnrändern hindert sie nicht an der Bildung von Massenbeständen. 
 
Die Beifußblättrige Ambrosie ( Ambrosia artemisiifolia ) erschien vor wenigen Jahren in 
Massenbeständen auf sandigen Böden in Kranichstein. Nach der Bebauung der Flächen und  
der Anlage von Hausgärten und Grünanlagen wurde diese Allergien auslösende Pflanze 
allerdings stark zurückgedrängt und ist hier nahezu verschwunden. Daneben trat sie vereinzelt 
in Trupps an verschiedenen Flächen im Stadtgebiet auf, wahrscheinlich mit 
Bodenbewegungen verbreitet oder aus Vogelfutter stammend. Eine Gefährdung und 
dauerhafte Einbürgerung scheint aber nur auf Sandbrachen z. B. im Griesheimer Sand 
gegeben. Hier sollte aber wegen des starken Ausbreitungspotentiales  dann eine Bekämpfung 
erfolgen.

4.2.3 Unbeständige Arten  
 
Während der Kartierung in den 80-er Jahren des letzten Jahrhunderts wurden wenige Arten 
gefunden, die zuletzt nicht mehr bestätigt werden konnten. Für das Breitblättrige Pfeilkraut 
(Saggitaria latifolia ) ist anzunehmen, dass es durch Gartenliebhaber angesalbt wurde. Dies 
gilt auch für den Zungen-Hahnenfuß ( Ranunculus lingua ), der früher in der Nähe des 
Aquarienvereines „Hottonia“ am Judenteich vorkam. 
 
Unklar ist allerdings, wie der Verwachsenblättrige Zweizahn ( Bidens connata ) und die Glanz-
Rauke ( Sisymbrium irio ) das Stadtgebiet erreicht haben und warum sie auch wieder 
verschwunden sind. 
 
 
4.2.4. Nichtheimische Arten mit Rückgangstendenz 
 
Das nur vorübergehende Auftreten von neophytischer Arten ist sicher interessant zu 
beobachten, ihr Verlust stellt aber aus Sicht des Naturschutzes kein Problem dar. Anders ist 
das bei Neophyten, die lange in Darmstadt heimisch waren, aber nun allmählich deutlich 
seltener werden. So gehen die Bestände Schmalflügeligen Wanzensamens (Corispermum 
leptopterum ) und des Steppen- Salzkrautes (Salsola tragus = S. kali ssp. ruthernica ) deutlich 
zurück. Beide bewohnen bevorzugt ruderalisierte Sand-Trockenrasen. Ihr örtliches 
Verschwinden belegt so auch das Verschwinden dieser Lebensräume, die gleichzeitig auch als 
Biotope für seltene und bedrohte heimischer Arten dienen. Hier wird erneut der 
Nutzungsdruck auf scheinbares „Unland“ im Ballungsr aum Rhein-Main deutlich. Der Weiße 
Amarant ( Amaranthus albus), sonst eher ein Bewohner von z. B. Bahnschotter, belegt den 
Artenrückgang auf Sandäckern im Westen Darmstadts.     
 
 
4.2.5 Neu aufgetretene nichtheimische Arten  
 
Die Flora einer Region ist nicht statisch, sondern ständigen Veränderungen unterworfen. 
Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass in den letzten 25 Jahren im Stadtgebiet von 
Darmstadt Arten aufgetreten sind, die nach Kenntnis des Autors bislang noch nicht beobachtet 
wurden. Solche Arten tauchen oft nur ein bis zweimal auf. Manchmal verschwinden sie auch 
wieder, ohne sich zu etablieren. Andere Arten dagegen scheinen innerhalb dieser kurzen Zeit 
schon eingebürgert zu sein. Solche Arten müssen beobachtet werden, damit ein invasives 
Verhalten rechtzeitig verhindert werden kann. 
 
Das Efeublättrige Alpenveilchen ( Cyclamen hederifolium ), das neu im Wald beim Kalkofen 
in Arheilgen aufgetreten ist, ist mit großer Wahrscheinlichkeit hier angesalbt worden. 
Wahrscheinlich wird es nicht zu einer Gefahr für andere heimische Arten, obwohl es fest 
etabliert erscheint und sich auch ausbreitet. Ähnliches gilt für den Feigenkaktus ( Opuntia  cf.  
humifusa ), der seit Anfang der 90-er Jahre auf der Böschung der B 449 am Dommerberg  
wächst. Die umliegenden Wälder bieten dieser Art wegen der Beschattung keinen 
Lebensraum. Die hier früher ebenfalls vorkommende Yucca  scheint bereits verschwunden zu 
sein. Der Klebrige Salbei ( Salvia glutinosa ) an einem Wuchsort in der Eberstädter Tanne ist 
wohl auch von einem Gartenliebhaber hier ausgebracht worden. Sein natürliches 
Verbreitungsgebiet in Deutschland ist die Alpenregion. 
 
Das Wimper- Perlgras ( Melica ciliata ) gehört offenbar in die Saatgutmischungen für die 
Begrünung von Straßenböschungen. Wie lange sich diese für Darmstadt neue Art halten wird,

ist ungewiss. Das Schleierkraut ( Gypsophila paniculata ) im Griesheimer Sand wurde bei der 
Anlage von Versickerungsflächen für Rheinwasser zur Anreicherung von förderfähigem 
Trinkwasser gesät und hält sich seither mit wenigen Exemplaren. 
 
Der Sichel-Tragant ( Astragalus falcatus ) wächst in der an einer Stelle in unmittelbarer Nähe 
der ehemals von den Amerikanern genutzten Cambrai-Fritsch-Kaserne. Auch die kleinen 
Bestände der Flockigen Königskerze ( Verbascum pulverulentum ) haben möglicherweise 
etwas mit dem Militär zu tun. Diese Art ist seit langen vom ehemaligen Standort Babenhausen 
bekannt und tauchte in Darmstadt seit einigen Jahren vor allem in der Nähe amerikanischer 
Einrichtungen auf. 
 
Der Klebrige Alant ( Inula graveolens ), der Gewöhnliche Salzschwaden ( Puccinellia distans ) 
und das Dänische Löffelkraut ( Cochlearia danica ) sind salztolerante Arten, also Halophyten. 
Die Verwendung von Streusalz an Straßenrändern hat diesen Spezies einen neuen 
Lebensraum geschaffen, den sie nun erobert haben. 
 
Die Vorkommen des Großen Immergrüns ( Vinca major ), der Garten-Berberitze ( Berberis 
julianae ), des Himalaya- Knöterichs ( Polygonum polystachyum), des Hasenglöckchens ( Scilla 
cf. non-scripta), der Amerikanischen Kermesbeere ( Phytolacca americana ) und der 
Japanischen Weinbeere ( Rubus phoenicolasius ) lassen sich am ehesten mit dem Ausbringen 
von Gartenabfällen oder der Verbreitung durch Vögel erklären. Alle diese Zierpflanzen 
stellen aber in der freien Landschaft derzeit kein Problem dar.    
 
In deutlicher Ausbreitung begriffen sind das Kurzfrüchtige Weidenröschen ( Epilobium 
brachycarpum ) auf Sandbrachen, die Schönmalve ( Abutilon theophrasti ) in 
Zuckerrübenäckern, das Vielstengelige Liebesgras ( Eragrostis pilosa ssp. multicaulis  = E.  
multicaulis JUNG 2007) und das Nagelkraut ( Polycarpon tetraphyllum ) vor allem in 
Pflasterritzen, die Gefleckte Wolfsmilch ( Euphorbia maculata ) meist im Kies von Friedhöfen 
und der Purpur-Storchschnabel ( Geranium purpureum ) im Schotter von Bahngleisen. Alle 
diese Arten sind einjährig und auf Sonderstandorte spezialisiert. So stellen sie bei aller 
Ausbreitungstendenz nur eine geringe Gefahr für konkurrierende Arten dar. 
 
Die kleinen Bestände des Schlangen-Lauchs ( Allium scorodoprasum ), wiederum nur im 
strengen Sinne nicht heimisch weil in älteren Florenwerken nicht für den Darmstädter Raum 
erwähnt, könnten ebenso wie der Färber- Waid ( Isatis tinctoria ) bei der vorangegangenen 
Untersuchung übersehen worden sein. Dies gilt sicher für das kleine Vorkommen des Gold-
Kälberkropfs ( Chaerophyllum aureum ) am Judenteich, das schon W. LUDWIG (Marburg, 
mdl. Mitteilung) vor Beginn der Untersuchung von vor 25 Jahren bekannt war. 
 
Die Gelbe Wicke ( Vicia lutea ) trat einmal als „Unkraut“ auf einem Brachacker au f. Die 
Herkunft ist unbekannt. 
 
Bekannt ist dagegen, dass sich die im weiteren Sinne heimischen Arten Bienen-Ragwurz 
(Ophrys apifera ) ebenso wie die knapp außerhalb des Untersuchungsgebietes aufgetretene 
Bocks-Riemenzunge ( Himantoglossum hircinum ) derzeit in Deutschland ausbreiten. Dies gilt 
auch für die aus Amerika stammende Wasserlinse Lemna turionifera , die wohl durch 
Wasservögel verbreitet wird.

5. Zusammenfassung: 
 
Die Pflanzenwelt einer so artenreichen Region wie Darmstadt („hot spot“ der Biodiversität) 
ist nicht statisch; sie unterliegt ständiger Veränderung durch Zuwanderung aus anderen 
Regionen oder Verluste. Dies geschieht in geringerem Maße auch ohne Zutun des Menschen. 
Aber bereits in den 1990-er Jahren waren sehr starke Veränderungen gegenüber dem 19. 
Jahrhundert festzustellen, die mit einer natürlichen Entwicklung nicht mehr zu erklären 
waren. Die vorliegende Untersuchung zeigt, dass sich dieser Trend in den letzten 25 Jahren 
verstärkt fortgesetzt hat. Nahezu 100 von etwa 850 als heimisch angesehenen Pflanzenarten 
sind innerhalb diese sehr kurzen Zeitraumes deutlich seltener geworden, 19 davon bereits 
verschollen. Dies geschieht, obwohl insbesondere in den sehr artenreichen Schutzgebieten 
Pflegemaßnahmen zur Erhaltung der Arten durchgeführt werden. Als Ursache hierfür werden 
vor allem Flächenverbrauch (= Verlust von Lebensräumen in einer prosperierenden Stadt), 
Intensivierung der Landwirtschaft, Änderung der forstlichen Nutzung und Veränderung des 
Nährstoffangebotes  verursacht durch Immissionen angesehen.  
 
Doch neben den Verlusten wurden auch Zuwächse registriert. So nahm die Häufigkeit 
insbesondere nitrophiler Arten wie Brombeeren erkennbar zu. Aber vor allem auch 
Neophyten breiten sich vermehrt aus und verdrängen in einigen Fällen auch heimische Arten. 
Sieht man diese Entwicklungen allein aus der Sicht der Artenvielfalt (Biodiversität), hat sich 
im letzten Vierteljahrhundert nicht sehr viel verändert. Betrachtet man die Veränderungen 
jedoch aus der Sicht des Naturschutzes, sind die Verluste dramatisch, die Zugewinne in vielen 
Fällen unerwünscht. 
 
Die Tendenz der Verluste ist sehr besorgniserregend. Durch ein Umdenken in der 
landwirtschaftlichen Nutzung wären möglicherweise Prozesse wieder umkehrbar. Hierzu 
wäre eine Extensivierung notwendig, ein intensiver biologischer Anbau bringt für den 
Artenreichtum kaum Vorteile. Flächen, die als Lebensräume für Arten verloren gegangen 
sind, lassen sich aber nur schwer oder wahrscheinlich gar nicht wiedergewinnen. Und es ist zu 
befürchten, dass der derzeitige Trend zum Flächenverbrauch im Ballungsraum Rhein/Main 
anhalten wird und so die Tendenz zum Artenverlust verstärkt fortgesetzt wird.  
 
 
 
6. Danksagung: 
 
Für die sehr gründliche Bearbeitung des Manuskriptes und zahlreiche kritische Anmerkungen 
danke ich herzlich Herrn Dr. h. c. D. KORNECK (Wachtberg). Ebenso gilt mein Dank Herrn 
Dr. C. STORM (Darmstadt) für Korrekturen zum Text. 
 
Die sehr zeitaufwendigen Untersuchungen, die der vorliegenden Arbeit zugrunde liegen, 
konnte ich überwiegend während der Dienstzeit durchführen. Dafür bedanke ich mich bei der 
Wissenschaftsstadt Darmstadt. 
 
 
 
7. Literatur: 
 
BVNH: Rote Liste der Farn- und Samenpflanzen Hessens. Hess. Ministerium des Inneren und 
für Landwirtschaft, Forsten und Naturschutz, Wiesbaden 1997.

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Gegend, nach dem Systeme vom Stande, der Verbindung und dem Verhältnisse der 
Staubfäden. In:  Der Botaniker, 8-9, 1795.  
 
DOSCH, L. & SCRIBA, J.: Flora der Blüthen- und höheren Sporenpflanzen des 
Grossherzogthums Hessen und der angrenzenden Gebiete, 3. Auflage. Verlag E. Roth, 
Giessen 1888. 
 
HODVINA, S. & JUNG, K.-D.: Zur ehemaligen und aktuellen Verbreitung von Orobanche 
arenaria BORCKHAUSEN 1794 in Hessen. Hess. Flor. Briefe 48 , 2: 17-32, Darmstadt 1999. 
 
JÄGER, E. J. und WERNER, K. (Hrsg.): Rothmaler. Exkursionsflora von Deutschland. 
Gefäßpflanzen: Kritischer Band, 9. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 
2002. 
 
JÄGER, E.J. (Hrsg.): Rothmaler. Exkursionsflora von Deutschland. Gefäßpflanzen: 
Grundband, 20. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag Heidelberg, 2011. 
 
JUNG, K.-D.: Punktkartenflora des Stadtgebietes von Darmstadt. Schriftenreihe des 
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JUNG, K.-D.: Flora des Stadtgebietes von Darmstadt. Sonderband der Berichte des 
Naturwissenschaftlichen Vereins Darmstadt, Darmstadt 1992. 
 
JUNG, K.-D.: Darmstadts Flora einst und jetzt – Erg ebnisse von Beobachtungen in zwei 
Jahrhunderten. Berichte des Naturwissenschaftlichen Vereins Darmstadt, Neue Folge 16 , 29-
49, Darmstadt 1994. 
 
JUNG, K.-D.: Beobachtungen zur Ackerwildkrautflora von Darmstadt und Umgebung. 
Berichte des Naturwissenschaftlichen Vereins Darmstadt, Neue Folge 22 , Darmstadt 1999. 
 
JUNG, K.-D.: Kurze Mitteilungen: Anmerkungen zu Eragrostis  „ pilosa “ in Darmstadt. Hess. 
Flor. Briefe 56, 4: 60-61, Darmstadt 2007.   
 
KLAUSING, O.: Die Naturräume Hessens. Schriften aus der Hessischen Landesanstalt für 
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KLAUSING, O. u. WEISS, A.: Standortkarte der Vegetation in Hessen. Schriftenreihe des 
Hessischen Landesamtes für Umwelt, 33 , Wiesbaden 1986. 
 
SCHNITTSPAHN, G. F.: Flora der Gefäße-Pflanzen des Großherzogthums Hessen und der 
angrenzenden Gebiete. Verlag Johann Philip Diehl, Darmstadt 1865. 
 
SÜSS, K, STORM, C. & SCHWABE, A.: Ried und Sand: Biotopverbund und Restitution 
durch extensive Landbewirtschaftung. Naturschutz und Biologische Vielfalt 110, Bundesamt 
für Naturschutz, Bonn-Bad Godesberg 2011.

Beratungsverlauf (4)

TOP 655
TOP 52 zur Kenntnis
TOP 34
TOP 3

Orte (1)

  • Am Judenteich

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Vorlagen-Nr.
2015/0318
Typ
Magistratsvorlage
Datum
29.10.2015
Erstellt
29.09.2026 00:00