A-R/0044/2012
Neue Chancen für die außerschulische Bildung: Perspektiven für die Volkshochschule und die musikalische Bildung in Münster
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Originalantrag
7972 Zeichen
Antrag an den Rat Nr. A-R/0044/2012
1
Ratsantrag
22.10.2012
SPD-Fraktion
im Rat der Stadt Münster
Münzstr. 15
48143 Münster
Telefon: 0251/ 45 314
Fax: 0251/ 511 750
spdfrak@muenster.de
www.spd-muenster.de
Neue Chancen für die außerschulische Bildung: Perspektiven für die Volkshochschule
und die musikalische Bildung in Münster
Der Rat der Stadt möge beschließen:
Die Verwaltung wird aufgefordert, im Rahmen der Neu konzeption der Arbeit der
Volkshochschule folgende Aspekte zu prüfen und in e inem Gesamtkonzept zur Zukunft der
außerschulischen Bildung den politischen Gremien di e Ergebnisse der Prüfung zur Beratung
vorzulegen:
• Es soll geprüft werden, inwiefern sich durch eine Zusammenführung der
Organisationseinheiten von Westfälischer Schule für Musik und Volkshochschule als
selbstständige Einheit außerhalb des Amtes für Schu le und Weiterbildung sinnvolle
Kooperationsmöglichkeiten und Synergien ergeben kön nen – insbesondere im
Verwaltungsbereich beider Einheiten. Dabei sollen a ndere Städte, in denen
Musikschule und Volkshochschule unter einem Dach ge führt werden, als Vergleich
herangezogen werden.
• Es soll geprüft werden, ob im Rahmen der Suche nac h einem neuen und geeigneten
Standort für die Unterbringung der VHS eine Lösung gefunden werden kann, bei der
ein zentral und innenstadtnah gelegenes Grundstück (wie z.B. an der Herwarthstraße
oder am Hörster Parkplatz oder einem anderen geeign eten Standort) für einen
Neubau genutzt werden kann. Dabei soll insbesondere geprüft werden, ob eine
Zusammenführung von bisher getrennt und z.T. extern in Anmietungen
untergebrachten bildungsbezogenen Einrichtungen wie VHS, Westfälische Schule für
Musik und Schulpsychologie zu Einsparungen im Berei ch des Flächenverbrauchs
führen kann und ob durch einen Verkauf dann nicht m ehr benötigter Immobilien eine
Refinanzierung eines Neubaus erreicht werden kann. Die Verwaltung wird
gleichzeitig gebeten, zur Möglichkeit eventuell not wendig werdender
Zwischenlösungen bis zur Fertigstellung eines Neubaus Stellung zu nehmen.
• Es soll geprüft werden, wie die Arbeit der VHS inh altlich weiterentwickelt und das
Profil der VHS als Träger wichtiger Bildungsarbeit weiter geschärft werden kann.
Dabei soll insbesondere die Möglichkeit geprüft wer den, wie die VHS zu einer Lotsin
im Hinblick auf das vielfältige Angebot beruflicher Qualifizierungsangebote in Münster
entwickelt werden kann und wie die Aufgaben der VHS im Bereich der Qualifizierung
von Erwerbslosen im Auftrag des Jobcenters dauerhaf t gesichert werden können.
Der Ausbau des drittmittelfinanzierten Projektberei ches zu einem Kernarbeitsbereich
der VHS, insbesondere im Hinblick auf Mittel aus de m Sozialfonds der Europäischen
Union und aus Fördermitteln öffentlicher und privat er Einrichtungen, soll dabei in den
nächsten Jahren vor allem für dieses Themenfeld im Mittelpunkt stehen. Der
Projektbereich soll zu einem inhaltlichen und konze ptionellen Motor der VHS
ausgestaltet werden, der nicht nur Synergieeffekte mit anderen Bereichen schafft,
sondern auch inhaltliche Impulse für den neuen Schw erpunkt der VHS ausstrahlt :
Die VHS soll weiterentwickelt werden zu einem Träge r, der vor allem Menschen mit
Bildungsbenachteiligungen hilft, diese abzubauen, i hnen mit eigenen Angeboten hilft,
diese auszugleichen, und sie gleichzeitig als Lotsi n vermittelt in Angebote Dritter.
Dabei soll insbesondere auch dargestellt werden, wi e dies auch dezentral in den
einzelnen Stadtteilen geschehen kann.
• Es soll geprüft werden, inwieweit die Arbeit der V olkshochschule im Bereich der
Qualifizierung von Menschen mit Migrationserfahrung en und im Bereich der
Anerkennung von deren erworbenen Qualifikationen un d den entsprechenden
Zertifikaten ausgebaut werden kann, so dass die VHS zu einer zentralen Anlaufstelle
wird, um erworbene Qualifikationen in solche umzuse tzen, die im Arbeitsmarkt in
Münster erfolgversprechend eingesetzt werden können . Dabei soll auch geprüft
werden, inwiefern die Neuausrichtung der künftigen VHS-Arbeit verknüpft werden
kann mit der Etablierung der Kommunalen Integration szentren (KIZ), und wie hier die
Arbeit koordiniert werden kann.
• Es soll geprüft werden, inwieweit die Transparenz in der Bildungsarbeit der VHS auch
auf Seiten der politischen und verwaltungsseitigen Steuerung verbessert werden
kann, indem etwa den einzelnen Fachbereichen feste Budgets zugewiesen werden,
so dass eine Nachjustierung des neuen VHS-Konzepts auch über
Haushaltsentscheidungen möglich wird.
Begründung:
Die derzeitige Situation der Volkshochschule bietet nach dem Ausscheiden der langjährigen
Leiterin und mit der Notwendigkeit einer Neuordnung der Raumsituation die Chance, neue
Entwicklungsperspektiven für eine Einrichtung zu sc haffen, die wie keine andere im letzten
Jahrzehnt unter einer verfehlten Kürzungs- und Streichungspolitik gelitten hat.
Die VHS ist derzeit nicht adäquat untergebracht. Di e derzeitigen Räumlichkeiten sind in
einem schlechten Zustand, darüber hinaus sind sie v on ihrem Zuschnitt her wenig geeignet
für eine angemessene Bildungsarbeit. In den letzten Jahren waren innerhalb der Stadt
Münster stets die Vermieterinteressen der WBI von h öherem Gewicht als die
Mieterinteressen der VHS. Angesichts der Tatsache, dass die Immobilienlasten, die den
Haushalt der VHS belasten, durch die drastische Mie terhöhung von rund 250.000 € noch
einmal angestiegen sind, ist es erforderlich, vor e iner Verlängerung des suboptimalen
Mietverhältnisses bei der WBI ernsthaft Alternative n zu prüfen und dabei insbesondere auch
die Chancen zu einer Reduzierung des Flächenverbrau chs durch Zusammenführung mit
anderen Bildungseinrichtungen zu prüfen. Dabei biet et sich jenseits des von der Verwaltung
im Konsolidierungsprogramm angedachten Modells der Zusammenlegung von VHS und Villa
ten Hompel vor allem eine Fusion oder räumliche Zus ammenlegung mit der Westfälischen
Schule für Musik an – solche Modelle werden seit Ja hren in anderen Städten erfolgreich
praktiziert. Insbesondere im Verwaltungsbereich kön nen sich hier beträchtliche
Synergieeffekte ergeben. Vor diesem Hintergrund sol lte vor einer allzu schnellen
Fortschreibung des Status quo die Chance zu einer g rundlegenden Neuausrichtung der
außerschulischen Bildungsarbeit genutzt werden.
Die Neuordnung der Raumsituation muss einhergehen m it einer stärkeren Profilierung der
VHS als Bildungsträger. Von Bedeutung dabei ist vor allem, dass die VHs zu einer klareren
Zielgruppenorientierung kommt. Es bietet sich dabei an. Die VHS vor allem mit solchen
Bildungs- und Beratungsangeboten zu profilieren, di e sich an Menschen mit
Bildungsdefiziten und problematischen Bildungsbiographien richtet. Die VHS kann dabei eine
Lotsenfunktion wahrnehmen auch zu wichtigen Angebot en Dritter, sollte aber darüber hinaus
bisherigen Tätigkeiten (z.B. Alphabetisierung, Deut sch als Fremdsprache…) zu einem
eigenen Aufgabenschwerpunkt weiterentwickeln. Dabei bietet sich die Chance, die VHS zu
einem Bildungsträger zu entwickeln, der hier zentra le stadtgesellschaftliche Aufgaben
wahrnimmt und eine Mittlerfunktion innerhalb des vi elfältigen Bildungssektors in Münster
ausübt. Dabei soll insbesondere der Bereich der Akq uise von Projektmitteln Dritter deutlich
ausgebaut werden. Perspektivisch kann sich daraus e ine Reduzierung der Abhängigkeit der
VHS von städtischen Zuschüssen und eine bessere Aus nutzung vorhandener Infrastruktur
ergeben.
Holger Wigger Ralf Hubert Kurt Pölling
Dr. Michael Jung Mathias Kersting Friedhelm Schade
Dr. Fritz Baur Marianne Koch Anne Schule Win tzler
Thomas Fastermann Thorsten Kornblum Petra Sey fferth
Philipp Gabriel Gaby Kubig-Steltig Beate Vil hjalmsson
Beanka Ganser Doris Lammert Maria Winkel
Anne Hakenes Robert von Olberg
Beratungsverlauf (1)
Orte (2)
- Münzstraße 15
- Herwarthstraße
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Details
- Vorlagen-Nr.
- A-R/0044/2012
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 30.10.2012
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37