V/0474/2008
Antrag der SPD-Fraktion Nr.A-R 0018/2008 an den Rat "Hürden für Betreuungsangebote abbauen - mehr Bildungschancen durch kostenloses Mittagessen für Kinder aus einkommensschwachen Familien"
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Beschlussvorlage
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V/0474/2008 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Schule und Weiterbildung Betrifft Antrag der SPD-Fraktion Nr.A-R 0018/2008 an den Rat "Hürden für Betreuungsangebote abbauen - mehr Bildungschancen durch kostenloses Mittagessen für Kinder aus einkommensschwachen Familien" Beratungsfolge 18.06.2008 Hauptausschuss Entscheidung Beschlussvorschlag: Der Antrag der SPD-Fraktion Nr. A-R 0018/2008 an den Rat „Hürden für Betreuungsangebote ab- bauen – mehr Bildungschancen durch kostenloses Mittagessen für Kinder aus einkommens- schwachen Familien“ (vergl. Anlage) wird zur weiteren Beratung an den Ausschuss für Schule und Weiterbildung verwiesen. Begründung: Mit dem o. g. Antrag werden folgende Ziele verfolgt: - das Mittagessen wird zu einem integralen Bestandteil der Offenen Ganztagsschule - die Kosten für das Mittagessen wird für die Kinder, deren Eltern nach der Entgeltordnung für Förder- und Betreuungsangebote von den Beiträgen für die Offene Ganztagsschule freigestellt sind, komplett übernommen (d. h. einschließlich des Eigenanteils in Höhe von täglich 1 €, den die Eltern aufgrund der häuslichen Einsparung zahlen müssen) - die Verwaltung soll beim Land darauf hinwir ken, dass die Landeszuschüsse im Rahmen des Projektes „Kein Kind ohne Mahlzeit“ auch dann gezahlt werden, wenn der Eigenanteil der Eltern von der Kommune übernommen wird - der Rat seine Bereitschaft erklärt, für den Fall wegfallender Landeszuschüsse die Freistel- lung des Mittagstisches für Kinder aus einkommensschwachen Haushalten umzusetzen und bis zu einer Neuregelung der landes- und bundespolitischen Erlasslage die ausfallen- den Mittel aus dem städtischen Etat zu finanzieren. Vorlagen-Nr.: V/0474/2008 Auskunft erteilt: Herr Mörchen Ruf: 492 40 50 E-Mail: Moerchen@stadt-muenster.de Datum: 26.05.2008 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0474/2008 Aktuelle Situation In der Stadt Münster werden 39 Grundschulen und 3 Förderschulen als Offene Ganztagsschulen geführt. Insgesamt nehmen im laufenden Schuljahr 2024 Schüler/innen an den Angeboten der Offenen Ganztagsschule teil. An allen Offenen Ganztagsschulen wird ein Mittagessen angeboten. Die Kosten eines Mittages- sens betragen täglich rund 2,70 €. Eltern können bei Bedarf einen Antrag auf Bezuschussung zu den Kosten des Mittagessens stellen. Darüber hinaus können sie von der Zahlung des Beitrages für die Offene Ganztagsschule befreit bzw. teilbefreit werden. Grundlage hierfür ist das Ergebnis einer Einkommensüberprüfung, die im Amt für Schule und Weiterbildung vorgenommen wird. Je nach dem Ergebnis der Einkommensüberprüfung werden die Kosten des Mittagessens mit Ausnahme des Eigenanteils in Höhe von 1,00 €, den die Eltern aufgrund der häuslichen Ersparnis selbst zahlen müssen, entweder in voller Höhe oder zum Teil übernommen. Insgesamt erhalten aktuell rd. 1400 Schüler/innen ein Zuschuss /Teilzuschuss zu den Kosten des Mittagessens. Dar- über hinaus zahlen rd. 1000 Eltern aufgrund ihrer Einkommenssituation keinen oder nur einen Teilbeitrag für die Offene Ganztagsschule. Ergänzend zu diesen Zuschüssen hat das Amt für Schule und Weiterbildung einer Vielzahl von Schulen ein sogenanntes „Sozialbudget“ aus dem städtischen Fonds „Förderfonds Lernen in Münster“ zur Verfügung gestellt. In diesen Fonds fließen die Mittel, die die Stadt Münster aufgrund der Zuweisungen des Landes aus dem Landesfonds „Kein Kind ohne Mahlzeit“ einspart. Aus dem städtischen Fonds werden Zuschüsse für Eltern gezahlt, die mit der Schule zusammenhängende Finanzbedarfe selber nicht oder nur zum Teil zahlen können. Weiteres Verfahren Die Ziele des SPD-Antra ges gehen über die bereits jetzt bereit gestellten Hilfen hinaus. Die daraus resultieren Konsequenzen wird die Verwaltung dem Ausschuss für Schule und Weiterbildung in einer Vorlage darlegen, mit der das gesamte aktuelle Spektrum der Förder- und Ermäßigungstat- bestände zusammenfassend dargestellt wird. In dieser Vorlage werden die Ratsanträge - der SPD-Fraktion Nr. A-R 0006/2006 „Grundschulen mit sozialen Problemlagen unterstüt- zen - Bildungschancen für Kinder verbessern - der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL Nr. A-R 0027/2006 „11-Punkte-Programm für „Münsteraner Brennpunktschulen“ - der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen GAL Nr. A-R 0028/2006 „Förderbedarf statt Schüler- zahl“ - der SPD-Fraktion A-R 0031/2006 „Zielgenaue Förderung sozial benachteiligter Kinder“ so- wie - der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL Nr. A-R 0017/2007 „Schulessen für alle Kinder“ mit einbezogen. - 3 - V/0474/2008 In den vorgenannten Anträgen werden unterschiedlich konkretisierte Hinweise und Vorschläge für eine bedarfsorientierte Ressourcenbereitstellung bzw. zielgerichtete Förderung von Kindern und Jugendlichen im Schulbereich dargestellt. Von den Intensionen her haben die Ratsanträge eine innere Beziehung zueinander, da sie sich mit dem Gesamtkomplex „Bedarfsorientierte Unterstüt- zungs- und Fördermaßnahmen für Schülerinnen und Schüler“ befassen. I.V. gez. Dr. Hanke Stadträtin Anlage Antrag der SPD-Fraktion an den Rat Nr. A-R/0018/2008 „Hürden für Betreuungsangebote abbauen - Mehr Bildungschancen durch kostenloses Mittages- sen für Kinder aus einkommensschwachen Familien“
Anlage 1: a-r-0018-2008 Integration vor Aussonderung
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Antrag an den Rat Nr. A-R/0018/2008 1 Antrag 25.02.2008 SPD-Fraktion im Rat der Stadt Münster Münzstr. 15 48143 Münster Telefon: 0251/ 45 314 Fax: 0251/ 511 750 spdfrak@muenster.de www.spd-muenster.de Hürden für Betreuungsangebote abbauen – Mehr Bildungschancen durch kostenloses Mittagessen für Kinder aus einkommensschwachen Familien Der Rat der Stadt Münster möge beschließen: Ab dem Schuljahr 2008/2009 wird das Mittagessen zu einem integralen Bestandteil jedes Angebots in der Offenen Ganztagsschule. Die K osten für das Mittagessen werden zentral durch das Amt für Schule und Weiterb ildung mit den Eltern abgerechnet. Die Kosten für das Mittagessen werden für solche Kinder komplett aus dem kommunalen Etat gezahlt, deren Eltern nach der Gebührenordnung von Beiträgen für die OGTS-Angebote freigestellt sind. Die Freistellung bezieht sich auf das gesamte Angebot einschließlich des nunmehr integrierten Mittagstisches. Die Verwaltung wird aufgefordert, beim Land darauf hinzuwirken, dass die Landeszuschüsse im Rahmen des Projektes „Kein Kind ohne Mahlzeit“ auch unter den veränderten Rahmenbedingungen gezahlt werden. D er Rat erklärt seine Bereitschaft, für den Fall wegfallender Landeszusch üsse im Rahmen dieses Projektes die sozialpolitische Initiative zur Freis tellung des Mittagstisches für die Kinder aus einkommensschwachen Haushalten dennoch u mzusetzen und die ausfallenden Mittel aus dem kommunalen Etat zu trag en bis zu einer Neuregelung der landes- und bundespolitischen Erlasslage. Begründung: Die Erfahrungen mit der Offenen Ganztagsschule in d en letzten Jahren zeigen, dass nicht alle mit dem Projekt ursprünglich verfolgten Ziele bisher erreicht werden konnten. Die Offene Ganztagsschule ist zwar inzwisc hen zu einem Erfolgsmodell geworden, das flächendeckend in Münster angeboten w ird. Jedoch konnte das Ziel, Kinder möglichst unabhängig von ihrer sozialen Herk unft für die Teilnahme an den Betreuungsangeboten zu gewinnen, bisher nicht errei cht werden. Trotz einer sozialen Staffelung der Elternbeiträge nach Einkomm ensgruppen und einer Freistellung für Familien, die Einkommen von unter 12.000 Euro im Jahr beziehen, konnten gerade in diesem Bereich viele Kinder nicht für eine Teilnahme den Angeboten der OGTS gewonnen werden. Die Ursachen si nd möglicherweise auch darin zu suchen, dass die in den meisten Fällen – a us konzeptionell überzeugenden und richtigen Gründen – die OGTS-Teilnahme mit der Mittagessenversorgung 2 gekoppelt ist. Die hierfür anfallenden Kostenbeiträ ge sind trotz ihrer in absoluten Zahlen geringen Höhe und trotz der gewährten Ermäßi gung für viele Eltern eine große finanzielle Hürde. Die langen Listen, die ein zelne Schulen mit diesbezüglichen Außenständen führen, sind ein deutlicher Beleg dafü r, dass selbst solche Kosten für einkommensschwache Haushalte oft bereits ein Proble m darstellen. Für viele Familien sind sie auch ein Grund, die eigenen Kinde r letztlich nicht für ein OGTS- Angebot anzumelden. Die Erfahrung vieler Schulen ze igt, dass solche Kinder oft nicht teilnehmen, sich aber gleichwohl nachmittags im Umfeld der Schule aufhalten und gerne an OGTS-Angeboten partizipieren würden. Angesichts der in der Münsteraner Armutsberichterst attung bereits 2002 aufgezeigten Problematik, dass viele Kinder in Müns ter kein ausreichendes und kein ausgewogenes Mittagessen zu sich nehmen, besteht in diesem Bereich nicht nur bildungs- und sozialpolitisch, sondern auch in gesu ndheitspolitischer Hinsicht Handlungsbedarf. Durch das Mittagessen in der OGTS kann zugleich auch darauf hingewirkt werden, dass Kinder aus einkommensschwac hen Familien ein ausgewogenes und gutes Mittagessen erhalten. So kann durch einen relativ geringen kommunalen Mit teleinsatz erreicht werden, dass soziale Schranken im Bildungssystem abgebaut w erden und der Zugang möglichst aller Kinder zu den OGTS-Angeboten erreic ht wird – unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern. Insofern können durch diese Maßnahme bildungs-, sozial- und gesundheitspolitische Belange gleichermaßen und stadtweit erreicht werden. Dr. Michael Jung Marianne Hopmann Udo Reiter Wolfgang Heuer Ralf Hubert Anne Schulze Wintzl er Anika Bergner Marianne Koch Joachim Tonn Hedwig Chudziak Gaby Kubig-Steltig Beate Vilhjal msson Philipp Gabriel Kurt Pölling Holger Wigger Beanka Ganser Karsten Rahn Karl-Heinz Winter Anne Hakenes
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (1)
- Münzstraße 15
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0474/2008
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 26.05.2008
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37