2025/0153
Bericht zum Versorgungsgrad in der Kinderbetreuung 2023/24
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anlage 2
4055 Zeichen
- 2 -
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
14.05.2025
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat II an die Stadtverordnet enversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Amt: Dezernat II
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
II 51
Stvv
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2025/0153
Magistratsbeschluss -Nr.
173
Internetfähig
Produkt-Nr.:
Kostenstelle: Investitionsnummer:
Kostenträger: Sachkonto:
Betreff: Bericht zum Versorgungsgrad in der Kinderbetreuung 2023/24
Vorlage vom: 08.05.2025
Beschlussvorschlag :
Der Bericht zum Versorgungsgrad in der Kindertagesbetreuung für das Jahr 2023/24 wird zur
Kenntnis genommen
Anlagen:
Datenschutzrelevante Anlage:
- 3 -
Folgekosten: Ja Nein
Zusätzlich für alle Vorlagen aus dem Bereich des Hochbaus anzugeben:
Klimarelevanz des Vorhabens:
Auswirkungen auf Stadtklima: ja nein
Auswirkungen auf THG -Emissionen: gering1) mittel/groß 2)
Beteiligung Amt f. Klimaschutz & Klimaanpassung: ja nein
Zusätzlich bei Beschlüssen zur Baufreigabe:
Wurden Optimierungspotentiale ausgeschöpft? ja nein
Falls nein, Kompensationsmaßnahmen festgelegt? ja nein
1) bis 10 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente (CO2e) pro Jahr, 2) über 10 Tonnen CO2e pro Jahr.
Beschluss des Magistrats vom 21.05.2025
Der Magistrat nimmt die Vorlage zur Kenntnis.
Begründung zur Magistratsvorlage vom 08.05.2025:
Der vorliegende Bericht 2023/24 zum Versorgungsgrad in der Kindertagesbetreuung in der
Wissenschaftsstadt Darmstadt schreibt die vorangegangen Versorgungsberichte fort und gibt
einen aktualisierten Überblick zur Entwicklung der U3 - und Ü3 -Betreuung bezogen auf das
sozialraumorientierte Platzangebot. Der Bericht liefert die derzeitigen Versor gungsquoten und
stellt das weitere Ausbauvolumen dar.
Die gesamtstädtische Versorgungsquote im U3 -Bereich lag am 31.12.2024 bei 48,6% und ist
somit seit dem letzten Berichtszeitpunkt um 3,1%-Punkte gestiegen. Die Entwicklung resultiert
einerseits aus dem Ausbau der Platzkapazitäten und andererseits aus der rückläufigen Anzahl
der Anspruchsberechtigten aufgrund gesunkener Geburtenzahlen.
Die gesamtstädtische Versorgungsquote für die Altersgruppe der 3 - bis 6 -jährigen Kinder
(Schuleintritt) lag am Stichtag 31.12.2024 bei 108,4%. Dies bedeutet auch hier eine
Verbesserung der Versorgungsquote um 3,1% -Punkte. Dies konnte vor allem durch
Erweiterung der Platzkapazitäten erreicht werden.
Ein weiterer Platzzuwachs sowohl im U3 als auch im Ü3 -Bereich ist durch ber eits
beschlossene, in Umsetzung befindliche, als auch durch projektierte Maßnahmen
gewährleistet.
Der Bericht präsentiert erstmals Daten zu Betreuungsquote n in den Alterssegmenten U3 und
Ü3, die jährlich (Stichtag: 01. März) vom Hessischen Landesamt für S tatistik erhoben werden.
Diese Quote gibt den Anteil der in Kindertageseinrichtungen oder in öffentlich geförderte r
Kindertagespflege betreuten Kinder an der Gesamtzahl der Kinder in den entsprechenden
Altersgruppen wider. In der Wissenschaftsstadt Darmstadt besuchen insgesamt 40,4% aller
Kinder unter 3 Jahren eine Kindertagesstätte /Kindertagespflege , damit liegt die
Wissenschaftsstadt Darmstadt höher als der Bundes - (36,4%) und Hessendurchschnitt
(33,3%). Die Betreuungsquote für d ie 3- bis 6-jährigen Kinder liegt bei 92,5%, was ebenfalls
über dem Bundes- (91,3%) und Hessendurchschnitt (90,1%) liegt.
In einem Exkurs beleuchtet der Bericht die Bedeutung der Ausbildung in der Kinderbetreuung
und hebt hervor, dass diese angesichts des Fachkräftemangels eine essentielle Säule für eine
qualitative Betreuung darstellt.
Darmstadt, 22.05.2025
Dezernat II
Barbara Akdeniz
Bürgermeisterin
2025/0153
3979 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
14.05.2025
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat II an die Stadtverordnet enversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Amt: Dezernat II
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2025/0153
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.:
Kostenstelle: Investitionsnummer:
Kostenträger: Sachkonto:
Betreff: Bericht zum Versorgungsgrad in der Kinderbetreuung 2023/24
Vorlage vom: 08.05.2025
Beschlussvorschlag :
Der Bericht zum Versorgungsgrad in der Kindertagesbetreuung für das Jahr 2023/24 wird zur
Kenntnis genommen
Anlagen:
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
- 2 -
Zusätzlich für alle Vorlagen aus dem Bereich des Hochbaus anzugeben:
Klimarelevanz des Vorhabens:
Auswirkungen auf Stadtklima: ja nein
Auswirkungen auf THG -Emissionen: gering1) mittel/groß 2)
Beteiligung Amt f. Klimaschutz & Klimaanpassung: ja nein
Zusätzlich bei Beschlüssen zur Baufreigabe:
Wurden Optimierungspotentiale ausgeschöpft? ja nein
Falls nein, Kompensationsmaßnahmen festgelegt? ja nein
1) bis 10 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente (CO2e) pro Jahr, 2) über 10 Tonnen CO2e pro Jahr.
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 08.05.2025:
Der vorliegende Bericht 2023/24 zum Versorgungsgrad in der Kindertagesbetreuung in der
Wissenschaftsstadt Darmstadt schreibt die vorangegangen Versorgungsberichte fort und gibt
einen aktualisierten Überblick zur Entwicklung der U3 - und Ü3 -Betreuung bezogen auf das
sozialraumorientierte Platzangebot. Der Bericht li efert die derzeitigen Versorgungsquoten und
stellt das weitere Ausbauvolumen dar.
Die gesamtstädtische Versorgungsquote im U3 -Bereich lag am 31.12.2024 bei 48,6% und ist
somit seit dem letzten Berichtszeitpunkt um 3,1%-Punkte gestiegen. Die Entwicklung resultiert
einerseits aus dem Ausbau der Platzkapazitäten und andererseits aus der rückläufigen Anzahl
der Anspruchsberechtigten aufgrund gesunkener Geburtenzahlen.
Die gesamtstädtische Versorgungsquote für die Altersgruppe der 3 - bis 6 -jährigen Kinder
(Schuleintritt) lag am Stichtag 31.12.2024 bei 108,4%. Dies bedeutet auch hier eine
Verbesserung der Versorgungsquote um 3,1% -Punkte. Dies konnte vor allem durch
Erweiterung der Platzkapazitäten erreicht werden.
Ein weiterer Platzzuwachs sowohl im U3 als auch im Ü3 -Bereich ist durch bereits
beschlossene, in Umsetzung befindliche, als auch durch projektierte Maßnahmen
gewährleistet.
Der Bericht präsentiert erstmals Daten zu Betreuungsquote n in den Alterssegmenten U3 und
Ü3, die jährlich (Stichtag: 01. März) vo m Hessischen Landesamt für Statistik erhoben werden.
Diese Quote gibt den Anteil der in Kindertageseinrichtungen oder in öffentlich geförderte r
Kindertagespflege betreuten Kinder an der Gesamtzahl der Kinder in den entsprechenden
Altersgruppen wider. In de r Wissenschaftsstadt Darmstadt besuchen insgesamt 40,4% aller
Kinder unter 3 Jahren eine Kindertagesstätte /Kindertagespflege , damit liegt die
Wissenschaftsstadt Darmstadt höher als der Bundes - (36,4%) und Hessendurchschnitt
(33,3%). Die Betreuungsquote für die 3- bis 6-jährigen Kinder liegt bei 92,5%, was ebenfalls
über dem Bundes- (91,3%) und Hessendurchschnitt (90,1%) liegt.
In einem Exkurs beleuchtet der Bericht die Bedeutung der Ausbildung in der Kinderbetreuung
und hebt hervor, dass diese angesichts des Fachkräftemangels eine essentielle Säule für eine
qualitative Betreuung darstellt.
Darmstadt, 14.05.2025
Dezernat II
Barbara Akdeniz
Bürgermeisterin
anlage 1
52147 Zeichen
Bericht zum Versorgungsgrad in der
Kindertagesbetreuung
Berichtsjahr 2023/2024
Autorin
Daniela Wißbrok Jugendhilfeplanung
Mitarbeit und Redaktion
Beatrice Lüttcher Büro für Sozialplanung
Katrin Radicke Abteilung Kinderbetreuung
Andrea Potthast Abteilung Kinderbetreuung
Herausgeberin
Wissenschaftsstadt Darmstadt
Sozialdezernat
Büro für Sozialplanung
Luisenplatz 5a
84283 Darmstadt
Telefon: (06151) 13-2531
E-Mail: sozialplanung@darmstadt.de
Internet: www.darmstadt.de
Schutzhinweise:
Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck – auch auszugsweise – ist
nur mit Quellenangabe gestattet.
©2025 Wissenschaftsstadt Darmstadt
Bericht zum Versorgungsgrad in der Kindertagesbetreuung 2 | S e i t e
Inhalt
Abbildungsverzeichnis 3
Vorwort 4
1 Einleitung 5
2 Kinderbetreuung im Stadtgebiet – Versorgungslagen 2024 6
2.1 Betreuungsangebote für unter 3-jährige Kinder 6
2.2 Betreuungsangebote für 3- bis 6-jährige Kinder (bis Schuleintritt) 12
2.3 Hortangebote für Kinder im Grundschulalter 16
3 Betreuungsangebote und deren Inanspruchnahme 17
3.1 Betreuungsquote und Betreuungsdauer für unter 3-jährige Kinder 18
3.2 Betreuungsquote und Betreuungsdauer für 3- bis 6-jährige Kinder 20
4 Ausblick 21
5 Zwischen Herausforderung und Aufbruch: Wie der Fachkräftemangel die
Kinderbetreuung verändert – Chancen nutzen, Ausbildung stärken 22
6 Anhang 24
Bericht zum Versorgungsgrad in der Kindertagesbetreuung 3 | S e i t e
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Anzahl der Geburten 2014 - 2024 (absolut) 6
Abbildung 2: Bevölkerungszahlen 0- bis unter 3-jährige Kinder in Darmstadt (abs.) 7
Abbildung 3: Bevölkerungszahlen der unter 3-Jährigen nach Stadtteilen (abs.) 8
Abbildung 4: Trägerstruktur in der U3-Betreuung in Darmstadt (in %) 9
Abbildung 5: Verortung der Betreuungsplätze U3 nach Einrichtungsarten (in %) 10
Abbildung 6: Versorgungsquote U3 in den Stadtteilen 2020 und 2024 (in %) 11
Abbildung 7: Bevölkerungszahlen Kinder 3 Jahre bis Schuleintritt nach
Stadtgebieten (abs.) 12
Abbildung 8: Trägerstruktur in der Ü3-Betreuung in Darmstadt (in %) 13
Abbildung 9: Verortung der Ü3-Betreuungsplätze nach Einrichtungsart (in %) 14
Abbildung 10: Versorgungsquoten der 3-Jährigen bis Schuleintritt in den Stadtteilen
2022 und 2024 (in %) 15
Abbildung 11: Anzahl an Hortplätzen in Darmstadt 2017-2024 (abs.) 17
Abbildung 12: Betreuungsquoten im U3-Bereich nach Altersgruppen (in %) 19
Abbildung 13: Tägliche Betreuungsdauer im U3-Bereich (in %) 19
Abbildung 14: Betreuungsquote im Ü3-Bereich (in %) 20
Abbildung 15: Tägliche Betreuungsdauer im Ü3-Bereich (in %) 21
Bericht zum Versorgungsgrad in der Kindertagesbetreuung 4 | S e i t e
Vorwort
Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
die Kindertagesbetreuung steht derzeit vor großen Herausforderungen. Der anhaltende Fachkräf-
temangel in der Kinderbetreuung stellt sowohl die Träger als auch die Einrichtungen vor erheb-
liche Herausforderungen. Trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen setzen sich in der Wis-
senschaftsstadt Darmstadt alle Beteiligten mit großem Engagement dafür ein, eine verlässliche
und qualitativ hochwertige Betreuung sicherzustellen.
Im Zentrum unseres Hande lns stehen dabei die Kinder, ihre Familien und die pädagogischen
Fachkräfte. Nur durch das gemeinsame Wirken aller Akteure – von der Politik über die Träger
bis hin zu den Mitarbeitenden vor Ort – kann es gelingen, tragfähige Lösungen zu entwickeln und
die Zukunft der frühkindlichen Bildung aktiv zu gestalten. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt, die
kirchlichen und freien Träger sowie weitere Akteure arbeiten hierbei in einer engen und vertrau-
ensvollen Partnerschaft zusammen.
Der Ausbau der Betreuungskapazitä ten ist in der Wissenschaftsstadt Darmstadt in den vergan-
genen Jahren gut gelungen: durch gezielte Bauprojekte in wachsenden Wohnvierteln, Erweite-
rungen bestehender Einrichtungen und damit der Schaffung neuer Plätze, konnte ein wichtiger
Beitrag zur Versorgungssicherheit geleistet werden. Bei allen Maßnahmen wurde dabei stets die
Qualität der Betreuung in den Vordergrund gestellt – denn gute Rahmenbedingungen und kind-
gerechte Räume sind die Grundlage für gelingende Bildungs- und Entwicklungsprozesse.
Gleichzeitig wird deutlich: bauliche Erweiterungen und der Ausbau von Betreuungskapazitäten
alleine reichen nicht aus , um d ie vielfältigen Herausforderungen zu bewältigen . Eine qualitativ
hochwertige Betreuung erfordert neben geeigneten Räumen vor allem engagiertes, qualifiziertes
Personal und stabile, unterstützende Strukturen.
Der Bericht zum Versorgungsgrad in der Kindertagesbetreuung der Wissenschaftsstadt Darm-
stadt zeigt auf, an welchen Stellen es in den letzten Jahren besonders gelungen ist die Betreu-
ungskapazitäten auszubauen und zeigt weitere Perspektiven auf.
Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre und freue mich auf den Austausch mit Ihnen.
Barbara Akdeniz
Bürgermeisterin
Bericht zum Versorgungsgrad in der Kindertagesbetreuung 5 | S e i t e
1 Einleitung
Bereits seit dem Jahr 2012 wird der „Bericht zum Versorgungsgrad in der Kindertagesbetreu-
ung“ in der Wissenschaftsstadt Darmstadt regelmäßig veröffentlicht. Die Daten der Vorjahre wer-
den fortlaufend aktualisiert und um aktuelle Entwicklungen er weitert, so dass sie umfassende
Einblicke in die stadtweite sowie sozialräumliche Versorgungssituation in der Kinderbetreuung
bieten.
Der vorliegende Versorgungsbericht ist folgendermaßen aufgebaut:
Kapitel 2 behandelt die Betreuungsangebote für Kinder unter 3 Jahren , Kinder im Alter von 3
Jahren bis zum Schuleintritt und die Hortangebote für Grundschulkinder. Dabei wird die Versor-
gungssituation sowohl stadtweit als auch sozialräumlich für die verschiedenen Betreuungsset-
tings analysiert. Als zentraler Indikator wird die Versorgungsquote herangezogen, die das Ver-
hältnis der in Kindertageseinrichtungen und der Kindertagespflege vorgehaltene n Betreuungs-
plätze im Vergleich zur Gesamtzahl der Kinder im jeweils anspruchsberechtigten Alter darstellt.
In der Wissenschaftsstadt Darmstadt wird für den U3-Bereich eine Versorgungsquote von 50%
und für den Ü3-Bereich eine von 105% angestrebt. Diese Quoten basieren auf der gemäß Be-
triebserlaubnis (SGB VIII; § 45) genehmigten Betreuungsplätzen in den jeweiligen Bereichen.
Diese Bezugsgröße wird gewählt, da sie eine relativ stabile Größe darstellt und weniger Schwan-
kungen unterliegt. Dennoch wird der dynamische Charakter der Kinderbetreuung unter den ge-
setzlichen Grundlagen zum Betreiben einer Kinderbetreuungseinrichtung berücksichtigt. Hier
gibt es verschiedene Faktoren, wie etwa Personalmangel (§25a-25d HKJGB), bauliche Maßnah-
men oder Integrationsmaßnahmen, die zu einer Reduzierung der tatsächlichen Betreuungsplätze
führen können. Deshalb müssen die Versorgungsziele aufgrund von gestiegenen Integrat ions-
maßnahmen und dem anhaltenden Fachkräftemangel tendenziell nach oben angepasst werden.
Kapitel 3 präsentiert erstmals Daten zur Betreuungsquote, die jährlich (Stichtag: 1. März) vom
Hessischen Landesamt für Statistik im Rahmen der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik
erhoben werden. Diese Quote gibt den Anteil der in Kindertageseinrichtungen oder in öffentlich
geförderten Kindertagespflege betreuten Kinder an der Gesamtzahl der Kinder in den entspre-
chenden Altersgruppen wieder. Sie stellt einen wichtigen Indikator für das Ausmaß der zum
Stichtag 1. März tatsächlichen Inanspruchnahme von Kindertagesbetreuungsangeboten dar.
Kapitel 4 bietet einen Ausblick auf die zukünftigen Entwicklungen der Kinderbetreuung in der
Wissenschaftsstadt Darmstadt, basierend auf den geplanten Platzerhöhungen in den kommen-
den Jahren.
Kapitel 5 beleuchtet die Bedeutung der Ausbildung in der Kinderbetreuung und hebt hervor,
wie diese angesichts des Fachkräftemangels als essenzielle Säule für eine qualitätsvolle Be-
treuung fungiert.
Bericht zum Versorgungsgrad in der Kindertagesbetreuung 6 | S e i t e
2 Kinderbetreuung im Stadtgebiet – Versorgungslagen 2024
2.1 Betreuungsangebote für unter 3-jährige Kinder
Bevölkerungsentwicklung
Bevölkerungsentwicklung
Im Jahr 2024 wurden in der Wissenschaftsstadt Darmstadt 1.315 Geburten verzeichnet. Damit
sank die Geburtenzahl im Vergleich zum letzten Berichtsjahr 2022 um 146 Kinder. Dieser rück-
läufige Trend , der bereits im vorangegangenen Versorgungsbericht beschrieben wurde, setzt
sich fort. Die Geburtenzahl im Jahr 2024 ist unter dem Niveau von 2014.
Abbildung 1: Anzahl der Geburten 2014 - 2024 (abs.)1
Die Anzahl der unter 3-jährigen Kinder, also die kumulierten Altersjahrgänge 0 bis 2, sank u.a.
infolge der Geburtenentwicklung des Jahres 2024 ebenfalls deutlich um 233 (-5,6%). Betrachtet
man die Geburtenjahrgänge einzeln, sieht man, dass in 2024 erstmals seit Berichterstattung die
Einwohner*innenzahl des Geburtsjahrgangs 2024 zum Stichtag 31.12. höher liegt als die Anzahl
der Geburten in diesem Jahr, d.h. es hat ein Zuzug in diesem Jahrgang stattgefunden.
1 Quelle: Amt für Statistik und Stadtforschung, Stichtag: 31.12.2024
1.517
1.508
1.781
1.700
1.718
1.674
1.667
1.710 1.461
1.419
1.315
1.000
1.100
1.200
1.300
1.400
1.500
1.600
1.700
1.800
1.900
2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024
Kernaussagen:
In 2024 wurden 1.315 Kinder in der Wissenschaftsstadt Darmstadt geboren .
Der Rückgang der Geburtenrate der letzten drei Jahre hält an.
Am 31.12.2024 lebten 4.143 Kinder unter drei Jahren in der Wissenschaftsstadt
Darmstadt.
Der Rückgang in der Alterskohorte beträgt gegenüber 2022 8,6%.
Bericht zum Versorgungsgrad in der Kindertagesbetreuung 7 | S e i t e
Abbildung 2: Bevölkerungszahlen 0- bis unter 3-jährige Kinder in Darmstadt (abs.)2
Am 31.12.2024 waren 4.143 Kinder im Alter von 0 bis unter 3 Jahren in der Wissenschaftsstadt
Darmstadt gemeldet. Der Stadtteil Darmstadt -Nord ist im städtischen Vergleich derjenige mit
der größten Anzahl an Kindern dieser Altersgruppe (2024: 815 ); die wenigsten Kinder dieser
Altersgruppe leben im kleinsten Stadtteil Wixhausen (2024: 163).
Zugleich verläuft die Bevölkerungsentwicklung in den einzelnen Stadtteilen unterschiedlich. Im
Stadtteil Nord ist die Anzahl der Kinder in der Altersgruppe gegenüber 2022 um 110 Kinder
gesunken. In den Stadtteilen Bessungen und West sind im Vergleich zum letzten Berichtsjahr
Zuwächse zu verzeichnen. Der Zuwachs in Bessungen (+31) ist vor allem auf die Entwicklung
der beiden Konversionsflächen (Lincoln -Siedlung und Ludwigshöhviertel) zurückzuführen und
wird sich dementsprechend in den nächsten Jahren fortsetzen.
2 Quelle: Amt für Statistik und Stadtforschung (Bevölkerungsdaten); Jugendhilfeplanung – eigene Berechnung, Stichtag: 31.12.2024
4.291
4.386
4.705
4.773
4.899
4.779
4.723
4.713
4.534
4.376
4.143
3.600 3.800 4.000 4.200 4.400 4.600 4.800 5.000
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
2023
2024
Bericht zum Versorgungsgrad in der Kindertagesbetreuung 8 | S e i t e
Abbildung 3: Bevölkerungszahlen der unter 3-Jährigen nach Stadtteilen (abs.)3
Im U3-Bereich ist eine detaillierte Beobachtung und Analyse der Geburtenentwicklung sowie der
Zuwanderung für das kommunale Handeln von entscheidender Bedeutung, was sich auch im
bundesweiten Trend widerspiegel t. In den vergangenen zweieinhalb Jahren wurde in Deutsch-
land, ebenso wie in der Wissenschaftsstadt Darmstadt , ein deutlicher Geburtenrückgang ver-
zeichnet. Die Ursachen hierfür sind vielschichtig und resultieren vermutlich aus einem Zusam-
menspiel verschiedener Faktoren, darunter die COVID -19-Pandemie, aktuelle n geopolitischen
Entwicklungen sowie die wirtschaftliche Lage . Die zukünftige Entwicklung dieser und weiterer
Einflussfaktoren und deren Auswirkungen auf das Geburtenverhalten sind gegenwärtig nicht ab-
schließend zu beurteilen (vgl. KomDat, Dezember 2024, Heft Nr.3/24).
Platzentwicklung im U3-Bereich
Am 31.12.2024 standen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt insgesamt 2.015 Betreuungs-
plätze für unter 3 -jährige Kinder zur Verfügung. Hiervon wurden 1.660 Plätze in Tageseinrich-
tungen und 355 in der Kindertagespflege bereitgestellt. Die Versorgungsquote ist gegenüber
dem Berichtsjahr 2022 um 3,1% -Punkte gestiegen und liegt somit nun bei 48,6%. Als Grund
hierfür ist der Rückgang der Kinderzahlen zu nennen, bei gleichzeitigem Ausbau der Plätze. Die
Kapazitätssteigerung in den Tageseinrichtungen ergab sich vor a llem aus der Inbetriebnahme
der Kita „Lincoln am Quartiersplatz“ in der Lincoln-Siedlung (+22).
Die Zahl der Betreuungsplätze laut Pflegeerlaubnis in der Kindertagespflege (355) ist gegenüber
dem Jahr 2022 um 78 Plätze gesunken (2022: 433). Der Rückgang der vergangenen Jahre setzt
3 Quelle: Amt für Statistik und Stadtforschung (Bevölkerungsdaten); Jugendhilfeplanung – eigene Berechnung, Stichtag: 31.12.2024
430
483
571
328
815
285
470
598
163
0
200
400
600
800
1.000
1.200
2014 2016 2018 2020 2022 2024
Kernaussagen:
In 2024 standen 2.015 Betreuungsplätze zur Verfügung.
Die gesamtstädtische Versorgungsquote liegt bei 48,6%.
Mehr als die Hälfte der Plätze befinden sich in freier Trägerschaft.
Der Anteil der U3-Plätze in altersgemischten Einrichtungen beträgt 44%.
Bericht zum Versorgungsgrad in der Kindertagesbetreuung 9 | S e i t e
sich weiterhin fort. Dies ist nicht nur in der Wissenschaftsstadt Darmstadt zu beobachten, son-
dern lässt sich auch in der bundesweiten Betrachtung finden. Die Zahl der Kindertagespflege-
personen hat sich bundesweit in einem relati v kurzen Zeitraum verringert. Zwischen 2020 und
2024 ist die Anzahl an Kindertagespflegepersonen um etwa 11% ge sunken. Somit arbeiten ak-
tuell so wenige Personen in der öffentlich geförderten Kindertagespflege wie seit über 10 Jahren
nicht mehr (vgl. www.fachkraeftebarometer.de). Zwar sind Schwankungen im Platzangebot der
Kindertagespflege nicht ungewöhnlich (häufig Tätigkeiten während Elternzeit, etc.), dennoch ha-
ben die gesellschaftspolitischen Entwicklungen der letzten Jahre – wie die COVID-19-Pandemie,
die steigende Inflation und verschiedene Krisen – einen Einfluss auf die Entscheidung zur Auf-
nahme bzw. Aufgabe einer Tätigkeit als Kindertagespflegeperson. Somit erscheint es sinnvoll,
die Rahmenbedingungen der Kindertagespflege eingehender im nächsten Schritt zu analysieren,
da die Kindertagespflege weiterhin eine wesentliche Säule in der U3 -Betreuung innerhalb eines
familiären Settings darstellt.
Angebots- und Trägerstruktur
Mehr als die Hälfte der Betreuungsplätze (59% bzw. 1.175 Plätze) werden in freier Trägerschaft
vorgehalten. Den größten Anteil hierunter machen wiederum die sog. kleinen freien Träger (bspw.
Elterninitiativen, Betreuungsvereine, etc.) aus. Die großen fre ien Träger (AWO, ASB) halten in
Summe (16%) und somit fast ebenso viele Plätze wie die Wissenschaftsstadt Darmstadt (17%).
Deutlich geringere Anteile am Betreuungsangebot haben hingegen die evangelische und die ka-
tholische Kirche (6 % bzw. unter 1 %). 18% der Plätze werden in der Kindertagespflege vorge-
halten.
Abbildung 4: Trägerstruktur in der U3-Betreuung in Darmstadt (in %)4
Betreuung im U3-Bereich findet in verschiedenen Settings statt. So bietet die Kindertagespflege
einen kleinen, familiären Rahmen und eine vergleichsweise große Flexibilität, so dass beispiels-
weise Betreuungsumfang und -zeitpunkt sehr individuell zwischen Familie und Tagespflegeper-
son abgestimmt und spezifische Bedürfnisse berücksichtigt werden können.
4 Quelle: Jugendamt, Jugendhilfeplanung – eigene Berechnung, Stichtag: 31.12.2024
Stadt
Darmstadt
17%
Tagespflege
18%
Ev. Kirche
6%
Kath. Kirche
0,60%
kl. freier Träger
34%
gr. freie
Träger
16%
privat-gewerbl.
Träger
9%
Freie Träger
59%
Bericht zum Versorgungsgrad in der Kindertagesbetreuung 10 | S e i t e
Rund 38% der Betreuungsplätze im U3-Bereich sind in Einrichtungen verortet, die ausschließlich
unter 3-Jährige betreuen (hier: „reine U3 -Betreuung“). Die Größe dieser Einrichtungen variiert
zwischen eingruppigen Kleinsteinrichtungen (20 Standorte), zwei- bis dreigruppigen Einrichtun-
gen (9 Standorte) und größeren Standorten mit vier und mehr U3-Gruppen (6 Standorte).
884 Betreuungsplätze werden hingegen in Kindertagestätten vorgehalten, in denen Kinder ver-
schiedenen Alters betreut werden (hier: „Kitas“). Es handelt sich überwiegend um Einrichtungen
mit U3- und Ü3-Gruppen, 44% aller U3-Plätze befinden sich in dieser Einrichtungsform. Wohin-
gegen 6 % in Einrichtungen mit einem umfassenden Betreuungsangebot von U3 -Betreuung bis
Hort verortet sind. 3% der U3-Plätze in Kitas sind darüber hinaus in altersübergreifenden Grup-
pen zu finden.
Dem gesetzlich verankerten Wunsch - und Wahlrecht in der Jugendhilfe (§ 5 SGB VIII) wird mit
der großen Vielfalt von Trägerschaften, Einrichtungs- und Angebotsformen Rechnung getragen.
Abbildung 5: Verortung der U3-Betreuungsplätze nach Einrichtungsart (in %)5
Versorgungssituation in den Stadtteilen
Die sozialräumliche Versorgungslage innerhalb der Wissenschaftsstadt Darmstadt stellt sich am
Stichtag 31.12.2024 recht unterschiedlich dar. Eine verbesserte Versorgungslage zeigt sich im
Vergleich zu 2022 in den Stadtteilen Arheilgen, Kranichstein, Nord, Ost , Mitte und Wixhausen.
Die Stadtteile Arheilgen, Bessungen, Nord liegen über dem a ngestrebten Versorgungsziel von
50%. Die leichte Verschlechterung der Quote im Vergleich zum letzten Berichtsjahr in Bessungen
ist auf einen Anstieg der Kinderzahlen in der anspruchsberechtigten Gruppe zurückzuführen.
Allerdings konnte dort durch einen Neubau in der Lincoln-Siedlung („Lincoln am Quartiersplatz“)
ein Ausbau der Plätze realisiert werden. Außerdem folgen in den nächsten Jahren drei weitere
5 Quelle: Jugendamt. Jugendhilfeplanung – eigene Berechnung; Stichtag: 31.12.2024
reine U3-
Betreuung
38%
Kitas
44%
Tagespflege
18%
Kernaussagen:
Die sozialräumlichen Versorgungsquoten variieren stark, von 37,5% bis zu 60,9%.
Der Stadtteil Arheilgen hat die höchste Versorgungsquote.
Der Stadtteil Eberstadt hat die niedrigste Versorgungsquote.
Bericht zum Versorgungsgrad in der Kindertagesbetreuung 11 | S e i t e
Kindertagesstätten im neuen Gebiet „Ludwigshöhviertel“ , welches ebenfalls zum Stadtteil Bes-
sungen zählt.
Anzumerken ist der Umzug der Kita Regenbogenland vom Stadtteil West zum Planungsraum
Stadtmitte, wodurch die Verschiebung der Versorgungsquoten vorrangig in den beiden Stadttei-
len zu erklären ist. Die Kita Regenbogenland ist aufgrund von Sanierungsmaßnahmen in die Kita
„An der Stadtmauer“ gezogen. Wenn die Sanierungsarbeiten abgeschlossen sind, wird die Kita
Regenbogenland mit einem erweiterten Platzangebot (+11 Plätze) im Stadtteil West neu eröffnet
und somit die Versorgungslage dort wieder verbessern.
Einen weiteren Ausbau der Platzkapazität und somit Verbesserung der Versorgungssituation in
der Stadtmitte wird es durch den Neubau einer Kita auf dem Marienplatz geben. Die Inbetrieb-
nahme wird voraussichtlich im Herbst 2026 erfolgen. Dort sollen 33 Plätze i m U3-Bereich ent-
stehen.
In Wixhausen ist die Verbesserung der Versorgungslage durch den Rückgang der Anzahl der
Kinder in der anspruchsberechtigten Altersgruppe zu erklären.
In Eberstadt ist die Versorgungslage im Vergleich zum letzten Berichtsjahr relativ konstant ge-
blieben. Anzumerken ist hier, dass der Umzug der Kita Pestalozzihaus in die Nußbaumallee zum
Stichtag 31.12.2024 noch nicht eingerechnet ist, da dieser erst Anfang Januar 2025 stattfand.
Die daraus resultierende Erweiterung (+27 Plätze) trägt zu einer leichten Verbesserung der Ver-
sorgungslage in Eberstadt bei, allerdings wird das Versorgungsziel hier noch nicht erreicht.
Abbildung 6: Versorgungsquote U3 in den Stadtteilen 2022 und 2024 (in %)6
Bei der Bewertung der sozialräumlichen Versorgungs- und Ausbaubedarfe im U3-Bereich gilt es
verschiedene Aspekte zu berücksichtigen:
6 Quelle: Amt für Statistik und Stadtforschung (Bevölkerungsdaten); Jugendhilfeplanung – eigene Berechnung; Stichtag: 31.12.2024
60,9
52,0
37,5
45,7
56,9
49,5
38,1
47,0 44,8
48,6
0,0
10,0
20,0
30,0
40,0
50,0
60,0
70,0
2022 2024
Bericht zum Versorgungsgrad in der Kindertagesbetreuung 12 | S e i t e
Es besteht in diesem Betreuungssegment erfahrungsgemäß eine erh öhte Mobilitätsbe-
reitschaft, d.h. die Wohnortnähe eines Betreuungsangebotes ist oftmals ein weniger wich-
tiges Auswahlkriterium als in anderen Alterssegmenten.
Zwischen den verschiedenen Regionen bestehen zum Teil enge sozialräumliche Bezüge
(z.B. Bessungen, West, Stadtmitte). Es können folglich Mitversorgungseffekte zwischen
einzelnen Planungsbezirken unterstellt werden.
Zahlreiche U3-Einrichtungen haben aufgrund ihrer spezifischen pädagogischen Ausrich-
tung (bspw. Natur, Bilingualität, Waldorf, Ernährung, Sport) einen stadtweiten Einzug.
2.2 Betreuungsangebote für 3- bis 6-jährige Kinder (bis Schuleintritt)
Bevölkerungsentwicklung
Am 31.12.2024 waren 5.346 Kinder im Alter von 3 Jahren bis Schuleintritt in der Wissenschafts-
stadt Darmstadt gemeldet.7 Der Stadtteil Nord ist im städtischen Vergleich nach wie vor derje-
nige mit der größten Anzahl an Kindern in dieser Altersgruppe (2024: 963); in Wixhausen sind
hingegen die wenigsten Kinder dieses Alters gemeldet. (2024: 239).
Im Vergleich zum letzten Ber ichtsjahr 2022 ist die Anspruchsgruppe insgesamt um 55 Kinder
bzw. um 1 % leicht gesunken, besonders in den Stadtteilen Nord, Eberstadt und Kranichstein
sind die Zahlen der Kinder in der Altersgruppe gesunken.
Abbildung 7: Bevölkerungszahlen Kinder 3 Jahre bis Schuleintritt nach Stadtteilen (abs.)8
7 Als Bezugsgrundlage wird die Anzahl der Kinder im Alter von 3 Jahren bis 6,5 Jahren zugru nde gelegt. Es handelt sich also um eine
Grundgesamtheit von 3,5 Jahrgängen im Alter von 3 bis 6 Jahren.
8 Quelle: Amt für Statistik und Stadtforschung (Bevölkerungsdaten); Jugendhilfeplanung – eigene Berechnung; Stichtag: 31.12.2024
646
586
858
470
963
389
495
700
239
0
200
400
600
800
1.000
1.200
2014 2016 2018 2020 2022 2024
Kernaussagen:
Am 31.12.2024 lebten 5.346 Kinder im Alter von 3 Jahren bis Schuleintritt
in der Wissenschaftsstadt Darmstadt.
Dies ist ein Rückgang um 1% gegenüber dem Berichtsjahr 2022.
Bericht zum Versorgungsgrad in der Kindertagesbetreuung 13 | S e i t e
Platzentwicklung im Ü3-Bereich
Am 31.12.2024 standen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt insgesamt 5.7 96 Betreuungs-
plätze für Kinder von 3 Jahren bis zum Schuleintri tt zur Verfügung. Zum Stichtag wird eine ge-
samtstädtische Versorgungsquote von 108,4% für diese Anspruchsgruppe erreicht. Im Vergleich
zum letzten Berichtsjahr ist die Versorgungsquote um 3,1% Prozentpunkte (2022: 105,3%) ge-
stiegen. Die Angebotssteigerung resultiert unter anderem durch die Neueröffnungen der Kita
„Lincoln am Quartiersplatz“ und der Kita „Moltkestraße“.
Angebots- und Trägerstruktur
Der größte Anteil der Ü3-Betreuungsplätze wird in konfessioneller Trägerschaft geführt. Mit 30%
der Plätze (1.716) nimmt die evangelische Kirche einen fast genauso großen Anteil ein wie die
Wissenschaftsstadt Darmstadt selbst (32%) . In den katholischen Einrichtungen sind dagegen
nur 9% (501 Plätze) zu finden. Weitere 1.696 Plätze bzw. 29% des Gesamtangebots befindet
sich in freier Trägerschaft. Hierunter nehmen die kleinen freien Träger (bspw. Elterninitiativen,
Betreuungsvereine, etc.) den größten Part ein, gefolgt von den großen Trägern (ASB, AWO). Als
sog. privat-gewerbliche Träger werden diejenigen eingestuft, die entweder betrieblich gebundene
Betreuungsplätze vorhalten bzw. aufgrund ihrer Geschäftsform keine öffentliche Förderung von
Seiten der Wissenschaftsstadt Darmstadt in Anspruch nehmen.
Abbildung 8: Trägerstruktur in der Ü3-Betreuung in Darmstadt (in %)9
9 Quelle: Jugendamt, Jugendhilfeplanung – eigene Berechnung; Stichtag: 31.12.2024
Stadt Darmstadt
32%
Ev. Kirche
30%
Kath. Kirche
9%
kl. freier Träger
15%
gr. freie Träger
10%
privat-
gewerbl.
Träger
4%
Freier Träger
29%
Kernaussagen:
Am 31.12.2024 standen 5.796 Betreuungsplätze zur Verfügung.
Die gesamtstädtische Versorgungsquote liegt bei 108,4%.
Die Mehrheit der Plätze (68%) wird in freier Trägerschaft geführt.
63% der Plätze sind in altersgemischten Einrichtungen zu finden.
Bericht zum Versorgungsgrad in der Kindertagesbetreuung 14 | S e i t e
Ü3-Betreuungsplätze in der Wissenschaftsstadt Darmstadt sind vorrangig in altersübergreifend
betreuenden Einrichtungen verortet (63% bzw. 3.615 Plätze), wobei an 35 Standorten und so-
mit am häufigsten die Kombination von U3- und Ü3-Gruppen etabliert ist. Bei 36 Standorten
mit insgesamt 2.141 Plätzen handelt es sich um Einrichtungen, in denen ausschließlich Kinder
ab dem 3. Lebensjahr bis zum Schuleintritt betreut werden. Bei 8 Standorten sind alle drei Al-
tersgruppen, von 0 bis 10 Jahren, in der Einrichtung vertreten.
Abbildung 9: Verortung der Ü3-Betreuungsplätze nach Einrichtungsart (in %)10
Der aktuelle und zukünftige Platzausbau vollzieh t sich mit dem Ziel , Übergänge zwischen den
Segmenten U3 und Ü3 zu erleichtern , nahezu ausschließlich in Einrichtungen mit einem ge-
mischten Betreuungsangebot.
Darüber hinaus werden – wo möglich – auch sog. Bildungscampus mit den Segmenten U3 - und
Ü3-Betreuung und Grundschule entwickelt (bspw. in der Lincoln-Siedlung, in der Stadtmitte, im
Ludwigshöhviertel). Ausgehend von der räumlichen Nähe der Einrichtungen zueinander, gilt es
insbesondere an diesen Standorten ein gemeinsames, kohärentes Bildungsprogramm zu etab-
lieren.
Versorgungssituation in den Stadtteilen
Die sozialräumliche Versorgungslage innerhalb der Wissenschaftsstadt Darmstadt stellt sich am
Stichtag 31.12.2024 unterschiedlich dar. Für vier der neun Stadtteile kann eine sehr gute, über-
durchschnittliche Versorgungslage attestiert werden. In Bessungen i st dies durch die Neueröff-
nung der Kita „Lincoln am Quartiersplatz“ zu erklären. In Nord wird die erhöhte Versorgungs-
quote durch die gesunkenen Kinderzahlen in der Altersgruppe erreicht. Wohingegen in Ost die
gestiegenen Kinderzahlen dementsprechend den gegenteiligen Effekt haben.
10 Quelle: Jugendamt, Jugendhilfeplanung – eigene Berechnung; Stichtag: 31.12.2024
Kita
63%
reine Ü3-Gruppen
37%
Kernaussagen:
Die sozialräumlichen Versorgungslagen variieren von 70,3% bis 140,8%.
Die niedrigste Versorgungsquote weist die Stadtmitte auf.
Die höchste Versorgungsquote findet sich in Bessungen.
Bericht zum Versorgungsgrad in der Kindertagesbetreuung 15 | S e i t e
Nach wie vor liegen unter dem Versorgungsziel von 105% die Stadtteile Eberstadt, Kranichstein,
Stadtmitte, West und Wixhausen. In West wird es durch die Eröffnung der Kita in der Eschollbrü-
cker Straße und durch den Neubau der Kita Regenbogenland zu einer Platzkapazitätserweite-
rung kommen.
In Eberstadt ist die Erhöhung der Platzzahlen (+26 Plätze) des Pestalozzihauses an der Nuß-
baumallee noch nicht eingerechnet. Dennoch besteht in Eberstadt weiterhin Bedarf.
Abbildung 10: Versorgungsquoten der 3-Jährigen bis Schuleintritt in den Stadtteilen 2022 und 2024 (in %)11
Prämisse des weiteren Ausbaus ist es, die Versorgungslagen in allen Stadtteilen bedarfsgerecht
zu gestalten und soweit möglich und not wendig anzugleichen. Das Vorhaben in der Eschollbrü-
ckerstraße trägt beispielsweise zu einer Verbesserung der Versorgungsquote im Stadtteil West
bei, hat aber auch als planungsübergreifender Standort einen Mitversorgungseffekt auf die Stadt-
mitte. In der Stadtmitte ist das Bauvorhaben auf dem Marienplatz besonders zu erwähnen. Hier
werden 66 Ü3 -Plätze entstehen. Zur Verbesserung der Versorgungslage in Wixhausen ist die
Erweiterung der Kita Villa Kunterbunt (+66 Plätze) geplant.
11 Quelle: Amt für Statistik und Stadtforschung (Bevölkerungsdaten); Jugendhilfeplanung – eigene Berechnung; Stichtag: 31.12.2024
122,3
140,8
100,2 103,4
124,2
114,4
70,3
91,9
84,9
108,4
-
20,0
40,0
60,0
80,0
100,0
120,0
140,0
160,0
2022 2024
Bericht zum Versorgungsgrad in der Kindertagesbetreuung 16 | S e i t e
2.3 Hortangebote für Kinder im Grundschulalter
Horte sind Einrichtungen der Kinder - und Jugendhilfe und haben einen Erziehungs -, Bildungs-
und Betreuungsauftrag für schulpflichtige Kinder . Geregelt ist dies i n Hessen durch den § 25
HKJGB (Hessisches Kinder- und Jugendhilfegesetzbuch).
Ab dem Schuljahr 2026/2027 wird es einen bundesweiten Rechtsanspruch auf die Betreuung
von Grundschulkindern geben. Dieser wird stufenweise eingeführt und umfasst zunächst die 1.
Klassen und wird in den darauffolgenden Jahren um jeweils die nächsten Klassenstufe erweitert.
Der Rechtsanspruch soll nach dem Willen des Bundesgesetzgebers sowohl in offenen und ge-
bundenen Ganztagsschulen als auch in Horten erfüllt werden. In der Wissenschaftsstadt Darm-
stadt wurde der politische Wille formuliert, den Ausbau der Betreuungsangebote vorwiegend am
Ort Schule voranzutreiben.
In der Wissenschaftsstadt Darmstadt gibt es derzeit 1.109 Hortplätze in verschiedenen Einrich-
tungen. Es gibt Plätze in Einrichtungen, die sowohl U3 - als auch Ü3-Betreuung beinhalten oder
reine Horte, die nur Grundschulkinder betreuen. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat mit 649
Hortplätzen mehr als die Hälfte aller Plätze in ihrer Trägerschaft (58,5%).
In den letzten sieben Jahren sieht man einen leichten Rückgang bei den Horten. Insgesamt gin-
gen die Hortplätze um 109 Plätze zurück, dies entspricht knapp 9 %.
Die meisten Hortplätze finden sich im Stadtteil Nord (379), keine Hortplätze hat dagegen der
Stadtteil Mitte zu verzeichnen.
Kernaussagen:
In 2024 standen 1.109 Betreuungsplätze zur Verfügung.
58,5% der Plätze sind in städtischer Trägerschaft.
Bericht zum Versorgungsgrad in der Kindertagesbetreuung 17 | S e i t e
Abbildung 11: Anzahl an Hortplätzen in Darmstadt 2017-2024 (abs.)12
3 Betreuungsangebote und deren Inanspruchnahme
Neben Aussagen zum allgemeinen Platzangebot in der Wissenschaftsstadt Darmstadt können
auch Daten über die Kinder, die Kindertagesstätten besuchen, bereitgestellt werden. Die Betreu-
ungsquote wird jährlich zum Stichtag 01. März durch die Kinder- und Jugendhilfestatistik ermit-
telt. Darüber hinaus stehen weitere Daten zur Beschreibung der Nutzendengruppe über die amt-
liche Kinder- und Jugendhilfestatistik zur Verfügung, wie beispielsweise die Betreuungsdauer. In
diesem Bericht werden die Daten, die zum Zeitpunkt der Drucklegung vorlagen (Stichtag:
01.03.2024), als Grundlage herangezogen.
Wichtig zu wissen: Da das hessische S tatistische Landesamt die Kinderzahlen auf Basis der
Fortschreibung des Zensus ermittel t, ergeben sich leichte Abweichungen zu den Angaben der
Wissenschaftsstadt Darmstadt, bei denen die Bevölkerungsdaten der Abteilung Statistik und
Stadtforschung die Grundlage bilden. So unterscheidet sich auch die Betreuungsquote von der
Versorgungsquote. Die Versorgungsquote gibt darüber hinaus nur das Verhältnis zwischen den
bereitgestellten Plätzen gemäß Betriebserlaubnis und den Kindern in der anspruchsberechtigten
Altersgruppe wieder.
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt misst der frühzeitigen Inanspruchna hme von Betreuungs -
und Bildungsangeboten eine herausragende Bedeutung bei. Ziel ist es, allen Kindern – unabhän-
gig von sozialer Herkunft oder individuellen Lebenslagen – einen chancengerechten Start in ihre
Bildungsbiographie zu ermöglichen. Insbesondere Kinder in Risikolagen sollen gezielt gefördert
werden, um Teilhabegerechtigkeit nachhaltig zu stärken.
Um eine möglichst umfassende Nutzung der bestehenden Angebote sicherzustellen, setzt die
Wissenschaftsstadt Darms tadt auf einen niedrigschwelligen Zugang zu Betreuungs - und Bil-
dungsangeboten. Eine kontinuierliche Analyse des Handlungsbedarfs ist dabei essentiell, um
12 Quelle: Jugendamt, Jugendhilfeplanung – eigene Berechnung
1218 1214 1199 1184 1149 1129 1109 1109
676 679 679 649 649 649 649 649
542 535 520 535 500 480 460 460
0
200
400
600
800
1000
1200
1400
2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024
Hortplätze gesamt davon in städtischer Trägerschaft davon freie Träger
Bericht zum Versorgungsgrad in der Kindertagesbetreuung 18 | S e i t e
passgenaue, bedarfsgerechte und qualitativ hochwertige Strukturen weiterzuentwickeln und Hin-
dernisse bei der Inanspruchnahme frühzeitig abzubauen.
Zahlreiche wissenschaftliche Studien13 belegen eindeutig: ein früher Einstieg in hochwertige Be-
treuungs- und Bildungsangebote wirkt sich positiv auf die gesamte Bildungsbiographie aus.
Frühe Bildung stärkt nicht nur individuelle Entwicklungschancen, sondern bildet auch ein Fun-
dament für lebenslange Lernprozesse, soziale Integration und beruflichen Erfolg.
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt verfolgt daher das strategische Ziel, bestehende Angebote
kontinuierlich auszubauen, die Qualität frühkindlicher Bildung und Betreuung zu sichern und
gezielt Familien zu erreichen, die bisher unterrepräsentiert sind. Damit versteht sich die Stadt
als aktive Gestalterin eines chancengerechten und inklusiven Bildungssystems von Anfang an.
3.1 Betreuungsquote und Betreuungsdauer für unter 3-jährige Kinder
Laut Hessischem Statistischen Landesamt haben zum Stichtag 01.03.2024 insgesamt 40,4%
aller unter 3-Jährigen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt eine Kindertagesstätte besucht. Die
Betreuungsquote steigt damit im Vergleich zum Jahr 2023 an. Der leichte Einbruch in den Jah-
ren 2020 bis 2022 könnte auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie zurückzuführen sein. Die
Wissenschaftsstadt Darmstadt liegt damit über der bundesweiten Betreuungsquote von 36,4%
sowie über dem hessenweiten Durchschnitt von 33,3%.
Erfahrungswerte zeigen, dass sich die Inanspruchnahme von Betreuungsangeboten je nach Jahr-
gangsgruppen unterscheidet: Mit steigendem Alter erhöht sich die Wahrscheinlichkeit der Nut-
zung. Die Betreuung eines unter 1 -jährigen Kindes bleibt nach wie vor die Ausnahme, während
nahezu 50% der 1-bis unter 2-jährigen Kinder und 64,6% der 2- bis unter 3-jährigen Kinder eine
Kindertagesstätte oder die Kindertagespflege besuchen.
13 U.a. Längsschnittstudie „Bildung in Deutschland“, Evaluation des Programms „Frühe Chancen“
Kernaussagen:
Insgesamt 40,4% aller Kinder unter 3 Jahren besuchten 2024 eine Kindertages-
stätte.
66% dieser Kinder sind mehr als 7 Stunden in der Betreuung.
Bericht zum Versorgungsgrad in der Kindertagesbetreuung 19 | S e i t e
Abbildung 12: Betreuungsquoten im U3-Bereich nach Altersgruppen (in %)14
Die Mehrheit der unter 3 -Jährigen sind im Regelfall laut Angaben des Hessischen Statistischen
Landesamtes täglich mehr als 7 Stunden in Betreuung (66%). Dieser Anteil ist in den letzten
drei Jahren gestiegen, d.h. Eltern buchen tendenziell längere Betreuun gsumfänge. Die Kinder-
und Jugendhilfestatistik wird hessenweit erhoben und ist somit nicht deckungsgleich mit den
Modulen, die die Wissenschaftsstadt Darmstadt anbietet.
Abbildung 13: Tägliche Betreuungsdauer im U3-Bereich (in %)15
14 Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt, Statistik der Kinder - und Jugendhilfe
15 Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt, Statistik der Kinder - und Jugendhilfe, Jugendhilfeplanung – eigene Berechnung
3,6 3,0 3,4 3,1 2,6 2,4 3,0 3,2
43,0
49,7
44,3 45,2 44,4 45,2
47,4 49,9
62,0 61,0
66,3 63,4 61,6 63,4 62,0 64,6
0,0
10,0
20,0
30,0
40,0
50,0
60,0
70,0
80,0
2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024
Unter 1-Jährige 1- bis unter 2-Jährige
2- bis unter 3-Jährige Betreuungsquote U3 gesamt
61,3 57,2
67,3 67,4 63,8 65,2 67,0 66,3
38,7 42,8
32,7 32,6 36,2 34,8 33,0 33,7
2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024
mehr als 7 Std. weniger als 7 Std.
Bericht zum Versorgungsgrad in der Kindertagesbetreuung 20 | S e i t e
3.2 Betreuungsquote und Betreuungsdauer für 3- bis 6-jährige Kinder
Die Teilhabe von Kindern (besonders im Vorschulalter) an den Bildungs - und Betreuungsange-
boten der Wissenschaftsstadt Darmstadt stellt in dieser Altersgruppe ein zentrales Anliegen dar.
Ziel ist es, die Bildungschancen insbesondere für Kinder aus sozioökon omisch benachteiligten
Familien zu verbessern und gleichzeitig den Übergang in die Grundschule zu erleichtern.
Abbildung 14 zeigt die Betreuungsquote für die 3 - bis 6-jährigen Kinder. Die Betreuungsquote
in der Wissenschaftsstadt Darmstadt ist in den letzten Jahren leicht gesunken. Wichtig bleibt zu
erwähnen, dass die Bevölkerungszahlen des H essischen Statistischen Landesamtes auf einer
Fortschreibung des Zensus beruht und nicht der faktischen Kinderzahl entspricht. Die Betreu-
ungsquote liegt im Jahr 2024 bei 92,5%.
Abbildung 14: Betreuungsquote im Ü3-Bereich (in %)16
Die tägliche Betreuungszeit ist im Vergleich zum Jahr 2023 leicht gestiegen. 62,3% der Kinder
über 3 Jahren haben eine Betreuungszeit, die mehr als 7 Stunden am Tag beträgt. Seit dem 01.
August 2018 ist der Besuch des Kindergartens in Hessen vom vollendeten 3. Lebensjahr bis zum
Schuleintritt 6 Stunden täglich gebührenfrei. Dies könnte dazu geführt haben, dass Eltern eher
ein Modul mit täglich 6 Stunden Betreuungszeit gewählt haben.
Hier gilt es zu beachten, dass dies eine hessenweite Erhebung ist und die Module in der Wissen-
schaftsstadt Darmstadt eine andere Staffelung aufweisen.
16 Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt, Statistik der Kinder - und Jugendhilfe,
92,1
91,8
95,5
95,9
95,7 94,7
92,3
92,5
86
88
90
92
94
96
98
100
2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024
Kernaussagen:
Insgesamt 92,5% aller Kinder von 3- bis 6 Jahren besuchten 2024 eine Kindertages-
stätte.
62,3% dieser Kinder sind mehr als 7 Stunden in der Betreuung
Bericht zum Versorgungsgrad in der Kindertagesbetreuung 21 | S e i t e
Abbildung 15: Tägliche Betreuungsdauer im Ü3-Bereich (in %)17
4 Ausblick
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt verzeichnete in den vergangenen zehn Jahren (seit 2014) ein
erhebliches Bevölkerungswachstum, was mit einem deutlichen Anstieg der Kinderzahlen einher-
ging. Seit 2018 hat sich dieser Trend aufgrund rückl äufiger Geburtenzahlen zwar verlangsamt,
dennoch bleibt die Anzahl der Kinder auf einem hohen Niveau. Eine detaillierte Beobachtung der
Geburtenentwicklung ist daher weiterhin erforderlich.
Da die kommunale Zielquote von 50% im U3-Bereich noch nicht erreicht ist, bedarf es weiterer
Ausbauanstrengungen. Trotz sinkender Geburtenzahlen ist davon auszugehen, dass der tatsäch-
liche Betreuungsbedarf weiterhin nicht gedeckt ist und perspektivisch sogar zunehmen wird. Das
steigende Bewusstsein für frühkindliche Bildung sowie die Stellung der Wissenschaftsstadt
Darmstadt als Zuzugsgebiet für hoch qualifizierte Arbeitskräfte führen dazu, dass Eltern frühzei-
tig in den Beruf zurückkehren wollen. Daraus ergibt sich ein weiterhin hoher Be darf an Betreu-
ungsplätzen für unter Dreijährige. Um diesen Bedarf langfristig zu decken, erscheint es notwen-
dig, die Versorgungsquote in der Wissenschaftsstadt Darmstadt perspektivisch über 50% anzu-
heben.
Die Versorgungssituation im Ü3 -Bereich kann derzeit als gut bewertet werden. Allerdings stellt
die ungleiche Verteilung der Betreuungsplätze innerhalb des Stadtgebietes eine Herausforde-
rung dar, die es sukzessive auszugleichen gilt. Eine wohnortnahe Betreuung ist insbesondere für
diese Altersgruppe wichtig, um gelingende Übergänge sicherzustellen. Die kommunale Zielquote
von 105% enthält zwar bereits eine Kapazitätsreserve, um temporäre Platzreduzierungen, bei-
spielsweise aufgrund von Inklusionsmaßnahmen, abzufangen. Dennoch erscheint es auch hier
perspektivisch notwendig, eine höhere Versorgungsquote anzuvisieren.
17 Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt, Statistik der Kinder- und Jugendhilfe, Jugendhilfeplanung – eigene Berechnung
65,3 67,7 66,1 64,2 60,4 60,1 61,4 62,3
34,7 32,3 33,9 35,8 39,6 39,9 38,6 37,7
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
80%
90%
100%
2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024
mehr als 7 Std. weniger als 7 Std.
Bericht zum Versorgungsgrad in der Kindertagesbetreuung 22 | S e i t e
Die kommunale Ausbauplanung basiert auf den verfügbaren statistischen und städtebaulichen
Kennzahlen und bildet die Grundlage für die Schaffung neuer Kinderbetreuungsstandorte sowie
die Weiterentwicklung bestehender Einrichtungen. Es handelt sich um eine Rahmenplanung, die
kontinuierlich fortgeschrieben wird, um den sich wandelnden Bedarfen gerecht zu werden.
Bis Ende 2026 werden aller Voraussicht nach insgesamt 66 U3-Betreuungsplätze und 176 Ü3-
Betreuungsplätze hinzukommen, die an insgesamt drei Standorten entstehen. Es handelt sich
hierbei um die Kita in der Eschollbrücker Straße, die Kita auf dem Marienplatz und die Erweite-
rung der Kita Villa Kunterbunt in Wixhausen.
In der Annahme, das s die Kinderzahlen im U3 -Bereich auf ungefähr gleichem Niveau bleiben,
kann sich die Versorgungsquote in diesem Bereich dadurch in der Tendenz auf 50% erhöhen.
Auch im Ü3-Bereich wird die bereits beschlossene Erweiterung der Platzkapazität zu einer deut-
lichen Verbesserung der Versorgungsquote führen. Diese wird auf rund 116% ansteigen, voraus-
gesetzt die Kinderzahlen in den anspruchsberechtigten Gruppen bleiben relativ konstant. Zuzug
und der weitere Wohnungsbau sind in beiden Fällen noch nicht berücksichtigt.
Ab dem Jahr 2027 folgen sukzessive weitere Einrichtungen. Es handelt sich im Wesentlichen um
die drei Kita-Standorte im Ludwigshöhviertel.
Ungeachtet der fortlaufenden Ausbauplanungen obliegt es der Kommune, dem anhaltenden
Fachkräftemangel als zentrale Herausforderung aktiv zu begegnen insbesondere im Hinblick auf
die bevorstehenden Renteneintritte von Fachkräften. Diese beeinflussen sowohl den quantitati-
ven Ausbau als auch die qualitative Weiterentwicklung der Betreuungsangebote. Trotz steigender
Bedarfe erschweren fehlende pädagogische Fachkräfte die Schaffun g zusätzlicher Betreuungs-
plätze und die Belegung bestehender Plätze.
5 Zwischen Herausforderung und Aufbruch: Wie der Fachkräftemangel die Kin-
derbetreuung verändert – Chancen nutzen, Ausbildung stärken
Die frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung ist eine zentrale Aufgabe der kommunalen
Daseinsvorsorge. Wie viele Kommunen im Bundesgebiet steht auch die Wissenschaftsstadt
Darmstadt vor einer großen Herausforderung: dem anhaltenden Fachkräftemangel in der Kin-
derbetreuung zu begegnen. Dieser Mangel wirkt sich nicht nur auf die Qualität der frühkindlichen
Bildung, Betreuung und Erziehung aus, sondern ha t weitreichende soziale und wirtschaftliche
Folgen, insbesondere dann, wenn Arbeitnehmer*innen ihrem Job nicht vollumfänglich nachkom-
men können, weil die zuverlässige Kinderbetreuung fehlt.
In der Wissenschaftsstadt Darmstadt hat der Anspruch auf einen Bet reuungsplatz in Kinderta-
geseinrichtungen und der Kindertagespflege und damit einhergehend die Vereinbarkeit von Fa-
milie und Beruf einen hohen Stellenwert. Gleichzeitig steht das gesamte System der frühkindli-
chen Bildung angesichts eines sich verschärfenden Fachkraftmangels unter erheblichem Druck.
Gründe hierfür liegen unter anderem in der demographischen Entwicklung, einer steigenden
Nachfrage nach Betreuungsplätzen aufgrund gesetzlicher Rechtsansprüche, veränderter Famili-
enstrukturen sowie gestiegener Qualitätsansprüche an die pädagogische Arbeit.
Aktuelle Prognosen verdeutlichen zudem, dass das altersbedingte Ausscheiden von Fachkräften
in den kommenden Jahren zu einer weiteren Zuspitzung der Personalsituation führen wird.
Unbesetzte Stellen in Kitas und anderen Einrichtungen der frühkindlichen Bildung haben tief-
greifende Konsequenzen – nicht nur für das pädagogische System selbst, sondern vor allem für
Familien und die verbleibenden Fachkräfte. Die Risiken sind vielfältig und betreffen soziale, psy-
chische und ökonomische Aspekte.
Bericht zum Versorgungsgrad in der Kindertagesbetreuung 23 | S e i t e
Konsequenzen für Familien und Fachkräfte:
a) erschwerter Zugang zur Betreuung aufgrund fehlender Betreuungsplätze
b) Einschränkung von Vereinbarkeit von Familie und Beruf
c) psychosoziale Belastungen (Planungsunsicherheit bei Familien/Überlastung und Arbeits-
unzufriedenheit der Fachkräfte)
d) Fehlende individuelle Förderung für Kinder
e) sinkende Arbeitszufriedenheit
f) gesundheitliche Folgen
g) Fachkräfteabwanderung
So herausfordernd der Fachkräftemangel in der Kinderbetreuung ist, so bie tet er auch die
Chance, das System grundlegend weiterzuentwickeln. Der akute Druck zwingt Politik auf allen
Ebenen, Träger und Gesellschaft dazu, bestehende Strukturen zu hinterfragen, Innovationen an-
zustoßen und das Berufsfeld neu zu denken.
1. Systemische Aufwertung der frühkindlichen Bildung:
Stärkere Priorisierung von frühkindlicher Bildung als Grundpfeiler des Bildungssystems
Investitionen in Personal, Ausstattung und Räumlichkeiten werden zur Notwendigkeit und
ermöglichen Qualitätssteigerungen.
Gesellschaftliche Neubewertung der Fachkräfterolle – mehr Sichtbarkeit, Anerkennung
und Einfluss.
2. Professionalisierung und neue Karrierepfade:
Strukturelle und inhaltliche Weiterentwicklung des Berufsfeldes
Höhere und fachliche Qualifikation
Fachliche Spezialisierung
Kontinuierliche Weiterbildung
3. Innovationen in der Personalgewinnung:
Quereinstiegsmöglichkeiten mit Nachqualifizierung eröffnen neue Wege in den Beruf –
ohne Qualitätsverlust
Internationale Fachkräfte werden aktiv angeworben, unterstützt und integriert
Öffentlichkeitsarbeit und Kampagnen schaffen mehr Bekanntheit und Motivation für den
Einstieg
Anerkennung von (ausländischen) Ausbildungen und Bildungsabschlüssen
4. Flexibilisierung und neue Konzepte in der Betreuung
5. Stärkung der Fachkräftebindung:
Der Mangel macht deutlich, wie wichtig gute Arbeitsbedingungen sind: verlässliche
Dienstpläne, Teamstabilität, Fortbildungszeit und Gesundheitsprävention
Mitbestimmung und Eigenverantwortung von Fachkräften stärken Identifikation mit dem
Beruf.
Ein wesentlicher Ansatzpunkt liegt im letzten Punkt, der Stärkung der Ausbildung. In der Wis-
senschaftsstadt Darmstadt wird die Fachkräftegewinnung aktiv unterstützt, beispielsweise
durch:
Förderung praxisintegrierter Ausbildungsmodelle (PivA): Diese kombinieren Theorie und
Praxis enger miteinander und ermöglichen eine frühzeitige berufliche Bindung.
Bericht zum Versorgungsgrad in der Kindertagesbetreuung 24 | S e i t e
Angebot von Ausbildungsplätzen in städti schen Einrichtungen: Die Wissenschaftsstadt
engagiert sich als Ausbildungsbetrieb und entwickelt Konzepte zur Verstetigung und Aus-
weitung dieser Angebote.
Kooperationen mit Fachschulen und Hochschulen: Eine enge Zusammenarbeit dient der
Gestaltung passgenauer Ausbildungsgänge und dualer Studienmod elle, um Fachkräfte
für den Arbeitsmarkt frühzeitig zu qualifizieren.
Unterstützungsangebote für Quereinsteiger*innen: Berufsbegleitende Qualifizierungs-
maßnahmen sollen den Berufszugang für Menschen aus verwandten oder anderen Berei-
chen erleichtern und gleichzeitig die pädagogische Qualität sichern.
Maßnahmen zur Fachkräftebindung: Dazu zählen attraktive Arbeitsbedingungen, umfas-
sende Fort - und Weiterbildungsangebote sowie eine wertschätzende Personalentwick-
lung.
Ein weiterer Baustein ist die Auseinanderset zung und Prüfung internationaler Rekrutierungs-
strukturen, um dem demografischen Wandel entgegenzuwirken und das Potenzial international
qualifizierter Fachkräfte und bereits zugewanderter Menschen stärker zu erschließen. Hierbei
wird besonderer Wert auf eine qualitätsgesicherte Anerkennung der Abschlüsse und eine umfas-
sende Begleitung im Anerkennungsverfahren gelegt.
Nur durch eine konsequente Verknüpfung von Ausbau- und Fachkräftestrategien wird es möglich
sein, die angestrebte Qualitätsentwicklung und eine bedarfsgerechte Versorgung im Bereich der
Kindertagesbetreuung in der Wissenschaftsstadt Darmstadt zu gewährleisten.
Fazit
Der Fachkräftemangel ist eine ernsthafte Krise – aber auch ein Antrieb für notwendige Reformen.
Er zwingt das System, sich stärker an den Bedürfnissen der Kinder, Familien und Fachkräften
auszurichten.
Der Fachkräftemangel in der Kinderbetreuung stellt eine zentrale Herausforderung für alle Groß-
städte in Hessen dar. Während die Risiken vielfältig und tiefgreifend sind, liegen zugleich Chan-
cen in der strukturellen Weiterentwicklung des Berufsfeldes. Die Ausbildung ist dabei ein ent-
scheidender Hebel: Sie kann sowohl das Image des Berufs aufwerten als auch quantitativ und
qualitativ zur Fachkräftesicherung beitragen. Eine gemeinsame Anstr engung von Politik, Bil-
dungsinstitutionen und Trägern ist erforderlich, um nachhaltige Lösungen zu schaffen.
Durch eine systematische Stärkung der Ausbildungskapazitäten und eine enge Kooperation zwi-
schen Stadtverwaltung, freien und kommunalen Trägern sowie Fachschulen kann es gelingen,
mittel- und langfristig mehr qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen.
Eine Reform der Ausbildung auf Landesebene mit dem Ziel der Verkürzung der Ausbildungszei-
ten ist dringend notwendig.
Ausblick
Trotz aller Maßnahmen bleibt die Sicherstellung einer bedarfsgerechten und qualitativ hochwer-
tigen Kinderbetreuung eine der größten k ommunalen Herausforderungen. Neben kurzfristigen
Entlastungen durch unterstützende Hilfskräfte liegt der Fokus darauf, nachhaltige Strukturen für
die Ausbildung und Gewinnung von Fachkräften aufzubauen. Frühkindliche Bildung braucht
starke Fachkräfte – sie sind entscheidend für die Zukunft der Kinder in unserer Stadt.
Bericht zum Versorgungsgrad in der Kindertagesbetreuung 25 | S e i t e
6 Anhang
Tabelle 1: U3 - Versorgungslage in den Stadtteilen (31.12.2024)
Betreuung von unter 3-jährigen Kindern in Tageseinrichtungen und Kindertagespflege
Stadtteile 0 - unter
3-Jährige
Plätze
gesamt
Plätze (absolut) Quoten (in %)
davon:
Tages-
einrichtung
davon: Tages-
pflege
Versor-
gungs-
quote (VQ)
Anteil:
Tageseinrichtung
Anteil:
Tagespflege
100 DA-MITTE 470 179 164 15 38,1 91,6 8,4
200 DA-NORD 815 464 400 64 56,9 86,2 13,8
300 DA-OST 285 141 106 35 49,5 75,2 24,8
400 DA-BESSUNGEN 483 251 229 22 52,0 91,2 8,8
500 DA-WEST 598 281 244 37 47,0 86,8 13,2
Darmstadt-Innenstadt 2.651 1.316 1.143 173 49,6 86,9 13,1
600 DA-ARHEILGEN 430 262 197 65 60,9 75,2 24,8
700 DA-EBERSTADT 571 214 144 70 37,5 67,3 32,7
800- DA-WIXHAUSEN 163 73 53 20 44,8 72,6 27,4
900 DA- KRANICHSTEIN 328 150 123 27 45,7 82,0 18,0
Darmstadt-Außenbezirke 1.492 699 517 182 46,8 74,0 26,0
Stadtgebiet insgesamt 4.143 2.015 1.660 355 48,6 82,4 17,6
Bericht zum Versorgungsgrad in der Kindertagesbetreuung 26 | S e i t e
Tabelle 2: Ü3 - Versorgungslage in den Stadtteilen (Stichtag: 31.12.2024)
Betreuung von 3 - 6,5-jährigen Kindern in Tageseinrichtungen
Stadtteile 3 - 6,5-Jährige Plätze (absolut) Versorgungsquote
(VQ)
100 DA-MITTE 495 348 70,3
200 DA-NORD 963 1.196 124,2
300 DA-OST 389 445 114,4
400 DA-BESSUNGEN 586 825 140,8
500 DA-WEST 700 643 91,9
Darmstadt-Innenstadt 3.133 3.457 110,3
600 DA-ARHEILGEN 646 790 122,3
700 DA-EBERSTADT 858 860 100,2
800 DA-WIXHAUSEN 239 203 84,9
900 DA-KRANICHSTEIN 470 486 103,4
Darmstadt-Außenbezirke 2.213 2.339 105,7
Darmstadt gesamt 5.346 5.796 108,4
Beratungsverlauf (2)
Orte (4)
- Nußbaumallee
- Moltkestraße
- Eschollbrücker Straße
- Luisenplatz 5a
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2025/0153
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 08.05.2025
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00