2016/0079
Protokoll 14. Sitzung Gestaltungsbeirat
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P R O T O K O L L
GESTALTUNGSBEIRAT DER STADT DARMSTADT
1
Sitzungstag: 29.01.2016
Beginn: 10.00 Uhr
E n d e : 1 8 . 0 0 U h r
Ort: Darmstadtium, Saal Aurum, Schloßgraben 1
Teilnehmer:
Mitglieder des Prof. Christa Reicher
Gestaltungsbeirats Prof. Rolf Westerheide
Prof. Ulrike Kirchner
D r . J ü r g e n T i e t z
S u s a n n e W a r t z e c k
Magistrat Cornelia Zuschke, Dezernentin
Verwaltung Jochen Krehbieh l, Amtsleiter Stadtplanungsamt
Judith Wilms, Stadtplanungsamt
Andrea Feldbusch, Stadtplanungsamt tw.
B e r n d N e u b e r t , B a u a u f s i c h t s a m t
Tina Klytta, Stadtplanungsamt
Stefanie Michels, Stadtplanungsamt
Politik Ludwig Achenbach tw., Peter Franz tw., CDU
Hildegard Förster-Heldmann, Bündnis 90/ Die Grünen
K a t r i n K o s u b , S P D
G e o r g H a n g , U f f b a s s e
M a r t i n a H ü b s c h e r - P a u l , D i e L i n k e
L e i f B l u m , F D P
Claudia Stricker, Piraten
H a n e l o r e A n t h e s , U w i g a
Projekte
Wohnbebauung Anita Köhler, Darmstadt
Hügelstraße 73-77 Lichthaus GmbH, Darmstadt
Wohnbebauung OFB-Projektentwicklung GmbH, Frankfurt
Robert-Bosch-Str. 16-18 msm meyer sc hmitz-morkramer main gmbH, Frankfurt
Wohnen/Gewerbe MAG Mainzer Aufbaugesellschaft mbH, Mainz
Berliner Allee 7-9 BLFP Frielinghaus Architekten Planungs GmbH, Friedberg
Wohnbebauung Iber Immobilien, Darmstadt
Elisabethenstr. 68/ planquadrat, Darmstadt
Hügelstr. 87
P R O T O K O L L
GESTALTUNGSBEIRAT DER STADT DARMSTADT
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Wohnbebauung GWH Gemeinnützige Wohnungsges. mbH, Darmstadt/
Kranichsteiner Straße/ Frankfurt
Wickopweg Hirschmüllerschmidt Architektur GmbH, Darmstadt
Nicht-öffentlicher Teil (10.00 Uhr – 13.00 Uhr)
Ortsbesichtigung:
Im nicht-öffentlichen Teil erfolgte zunächst die Ortsbesichtigung Wickopweg
(Wohnprojekt GWH), Eilsabethenstraße/ Hügelstraße Kleinsche Höfe, (Wohnprojekt
Iber Immobilien), Berliner Allee (Wohnprojekt MAG) sowie Robert-Bosch-Straße
(Wohnprojekt OFB).
Frau Michels, Frau Wilms und Frau Feldbusch erläutern bei den jeweiligen Projekten
die Situation im Bestand, den Ansatz der jeweiligen Entwürfe sowie die stadträumliche
Einbindung der Standorte.
Anschließend erfolgt die Vorbesprechung der Projekte.
Öffentlicher Teil (13.30 Uhr – ca. 16.15 Uhr) :
Diskussion der Projekte im nicht-öffentlichen Teil (16.30 Uhr – 18.00 Uhr)
Begrüßung durch Cornelia Zuschke, Dezernentin und Prof. Christa Reicher,
Vorsitzende des Gestaltungsbeirates
Es folgt eine kurze Mitteilung über den Stand der Projekte aus der vorangegangenen
Sitzung, vorgestellt durch Cornelia Zuschke, Dezernentin
Lichtwiesenbahn – Planfeststellungsverfahren hat (inzwischen) begonnen; Unterlagen
können im Stadtplanungsamt eingesehen werden
Darmstadt 2030 – öffentliche Veranstaltung als Vorbereitung der Formulierung der
Aufgabenstellung im Februar vorgesehen (inzwischen durchgeführt)
Daran anschließend werden die Projekte der Tagesordnung durch die jeweiligen
Architekten bzw. Bauherren/ Investoren vorgestellt.
Die Empfehlungen des Beirates folgen im Anhang.
P R O T O K O L L
GESTALTUNGSBEIRAT DER STADT DARMSTADT
3
Als weitere Termine für die nachfolgenden Sitzungen des Gestaltungsbeirats sind
folgende Termine festgelegt worden:
Fr 20.05.2016 ca. 11.00 – 17.00 Uhr
Fr 14.10.2016 ca. 11.00 – 17.00 Uhr
Fr 27.01.2017 ca. 11.00 – 17.00 Uhr
Endgültige Zeiten können der Einladung zur Sitzung entnommen werden bzw. werden
unter
http://www.darmstadt.de/standort/stadtentwicklung-und-
stadtplanung/stadtplanung/gestaltungsbeirat/index.htm
veröffentlicht.
………………………………………………………….
gez. S. Michels
Geschäftsstelle Gestaltungsbeirat Darmstadt
Stadtplanungsamt
Darmstadt, 01.03.2016
………………………………………………………….
gez. Prof. Christa Reicher
Vorsitzende Gestaltungsbeirat
Aachen, 01.03.2016
Anlage:
Empfehlungen des Gestaltungsbeirates
Stadtplanungsamt Darmstadt
Gestaltungsbeirat
Darmstadt
14. Sitzung – 29.01.2016
Gemeinsame Empfehlung
Projekt: Hügelstraße 73 – 77
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 29.01.2016
Stadtplanungsamt Darmstadt
Entwurfsverfasser
Lichthaus GmbH, Loos Architektur, Darmstadt
Bauherr
Anita Köhler, Darmstadt
Beschreibung
Erneute Vorstellung eines Bauvorhabens für Seniorenwohnen auf drei Parzellen der
Hügelstraße 73-77. In Planung sind 58 Wohneinheiten mit ca. 45 m² - ca. 180 m² und
zwei Gewerbeeinheiten im Erdgeschoss mit 150 und 350 m². Entlang der Hügelstraße
wird mit einem durchgängig 5-geschossigen Wohnblock der Blockrand geschlossen.
Im Blockinneren sind drei weitere Baukörper mit geringerer Geschossigkeit geplant.
Eine Tiefgarage unter allen 4 Gebäuden stellt 70 Stellplätze zur Verfügung. Die
Fassade zur Hügelstraße wird durch zahlreiche Vor – und Rücksprünge von ca.1,5m
Tiefe stark gegliedert. Die Fassade springt gegenüber der Gebäudeflucht der Hügel-
straße vor.
Empfehlung
Der Gestaltungsbeirat begrüßt die insgesamt positive Weiterentwicklung des
Projektes.
Der vorgestellte Fassandenentwurf wird als gute Antwort auf die geforderte Gliederung
und Differenzierung der Fassade empfunden. Die starke Gliederung durch Vor- und
Rücksprünge sollte jedoch etwas zurückgenommen werden. Als Richtwert wird - in
Anlehnung an die Regellungen zu untergeordneten Bauteilen in der HBO - das Vor-
springen von max. 1/3 der Fassadenfläche empfohlen.
Der neue zentrale Zugang, abgelöst von der Tiefgaragenzufahrt, wird positiv bewertet.
Die geplanten öffentlichen Einrichtungen sollten sich gleichermaßen zur Straße als
auch zum Innenhof öffnen. Es wird empfohlen, die Werbeflächen in die Genehmigungs-
planung einzubeziehen und mit der Bauaufsicht abzustimmen.
Die Erschließung aller Gebäude wird vom Innenhof aus organisiert. Formuliertes Ziel
ist ein Innenhof, der von alle Bewohner genutzt werden kann und eine hohe Aufent-
haltsqualität hat. Um Hofbildung räumlich auszubilden, wird angeregt, das mittlere
Hofgebäude zu drehen und falls nötig etwas anders zu dimensionieren.
Der Gestaltungsbeirat weist darauf hin, dass die Qualität der Freiflächen im Block-
inneren einen wesentlichen Einfluss auf die Akzeptanz, Wohnqualität und Vermarkt-
barkeit haben wird. Hier sollte in der weiteren Beabeitung ein qualifizierter Frei-
flächenplan erstellt werden.
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 29.01.2016
Stadtplanungsamt Darmstadt
Zusammenfassung der Rückmeldung
Eine Wiedervorstellung der Projekts ist nicht notwendig. Die Information zu der
weiteren Planung erfolgt über die Bauaufsicht/ Stadtplanung.
Votum
Susanne Wartzeck
Stadtplanungsamt Darmstadt
Gestaltungsbeirat
Darmstadt
14. Sitzung – 29.01.2016
Gemeinsame Empfehlung
Projekt: Wohnenbebauung
Robert-Bosch-Straße 16-18
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 29.01.2016
Stadtplanungsamt Darmstadt
Entwurfsverfasser
Msm meyer schmitz-morkramer main gmbH, Frankfurt
Bauherr
OFB-Projektentwicklung GmbH Frankfurt
Beschreibung
Das betreffende Baufeld liegt östlich des Bahnhofs, im Europaviertel, zwischen Rhein-
straße im Süden und Robert-Bosch-Straße im Norden. Auf der Fläche zwischen der
Wohnbebauung des so genannten Epsilon im Westen und dem Bürokomplex Space 20
im Osten sollen drei Nord-Süd ausgerichtete Gebäuderiegel entstehen. Nachdem
hierfür zunächst gewerbliche Nutzung vorgesehen war, soll für die zwei östlichen
Gebäudeblöcke (Bauteil A +C) jetzt Wohnnutzung entwickelt werden. Das westliche
Bauteil B ist weiterhin für Büronutzung vorgesehen. Damit wird an dieser Stelle die
Entstehung einer Mischung von Wohnen und Arbeiten gefördert.
Für das Gebiet existiert ein gültiger Bebauungsplan. Eine Bauvoranfrage ist bereits
eingereicht.
Als Gebäudehöhe sind B-Plan-konform 25 m, bei 7 Vollgeschossen vorgesehen. Es
werden vorwiegend 1-3 Zimmer Wohnungen, vereinzelt auch 4 Zimmer-Wohnungen
entstehen. Durch die Gebäudeanordnung werden 2 Wohnhöfe gebildet, die sich zum
südlich liegenden Park öffnen. In diesen liegen Feuerwehrzufahrten und Stellplätze.
Generell werden die Stellplätze unter den Gebäuden in Tiefgaragen untergebracht, 30
Stellplätze der beiden Wohnblöcke befinden sich jedoch im Aussenbereich. Die
Erschließung der Gebäude selber erfolgt je von beiden Seiten, sodass die Durch-
wegung der Häuser möglich, ja sogar gewünscht ist.
Die Zonierung der Wohnhöfe erfolgt mit Hilfe der Oberflächengstaltung der Er-
schließungsflächen (Pflaster und Rasenpflaster). Im Wohnhof A/C fassen Hecken
Gartenvorzonen und Terrassen der Erdgeschosswohnungen ein und unterstreichen
damit Aufenthaltsqualität und Wohncharakter des Raumes. Auf den anderen Seiten
der Gebäude, in den anderen Höfen und Erschließungsbereichen fehlen diese
strukturierenden, grünen Elemente.
An der Nahtstelle zum öffentlichen Raum, der Robert-Bosch-Straße ist im Erdgeschoss
des Bauteils A eine gastronomische Nutzung (Café oder Restauarant) vorgesehen, die
hier zur Belebung des Straßenraums beitragen könnte.
Empfehlung
Der Beirat begrüßt zunächst die Änderung der Nutzung zu Gunsten des Wohnens in
diesem Quartier. Der Standort braucht hier Urbanität durch soziale und gebaute
Dichte. Positiv bewertet wird auch die Stellung der Gebäude mit der das Quartier
prägenden Öffnung der entstehenden Wohnhöfe zum südlich liegenden Park. Als
wichtig werden zusätzlich belebende Nutzungen wie ein Café oder Gastronomie im
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 29.01.2016
Stadtplanungsamt Darmstadt
Kopfbau von Teil A, an der Robert-Bosch-Straße gelegen, angesehen, die wesentlich
zur Qualität des Straßenraumes beitragen können.
Wichtigster Punkt dieses Projektes ist aber die konsequent zu verfolgende Freiraum-
gestaltung. Viele Anfangsfragen nach der Qualität der entstehenden Freiräume – wo ist
bei den Häusern vorne, wo hinten, wo privat, wo öffentlich, wo die Adressbildung
möglich, welche Freiraumqualität haben die Höfe? – konnten durch die Planer-
läuterungen und Gestaltungsvorstellungen für den Hof A/C geklärt und letztendlich
positiv bewertet werden.
Die Differenzierung der Freiräume mit Angeboten von privaten Gartenzonen bis zu
halböffentlichen Hofflächen ist mit Hilfe geeigneter Materialien und Grünausstattung
erkennbar gegliedert. Der Beirat mahnt aber den Anspruch an adäquate Freiraum-
qualitäten auch in den anderen Bereichen jenseits der Blöcke A und C an. Auch hier
sollten nicht nur Stellplätze, sondern auch mehr Grün und differenziertere Freiräume
geschaffen werden.
Votum
Das Votum des Beirats ist einstimmig.
Ulrike Kirchner
Stadtplanungsamt Darmstadt
Gestaltungsbeirat
Darmstadt
14. Sitzung – 29.01.2016
Gemeinsame Empfehlung
Projekt: Wohnen und Gewerbe
Berliner Allee 7-9
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 29.01.2016
Stadtplanungsamt Darmstadt
Entwurfsverfasser
BLFP Frielinghaus Architekten Planungs GmbH, Friedberg
Bauherr
IMAG Mainzer Aufbaugesellschaft mbH, Mainz
Beschreibung
Die Planung sieht eine Wohn- und Gewerbebebauung auf dem Eckgrundstück Berliner
Allee/Haardtring vor.
Entsprechend dem vorgestellten Entwurf soll die ortsprägende Bebauung aus den
1950er Jahren an der Berliner Allee erhalten bleiben. Auf dem anschließenden Bereich
sind fünf neue Baukörper für Wohnnutzung geplant. Ein riegelartiger Baukörper soll
dabei das Grundstück nach Norden zur angrenzenden Gewerbenutzung (Daimler
Benz) abschotten. Zum Haardtring sind vier Baukörper konzipiert, die im schachbrett-
artigen Wechsel von Freiflächen und Bebauung positioniert werden sollen.
Stellungnahme
Der Gestaltungsbeirat begrüßt die differenzierte städtebauliche und architektonische
Herleitung der geplanten Neubebauung. Dies bezieht sich u.a. auf die grundsätzliche
Entscheidung, an diesem Standtort Wohnungsbau zu verwirklichen sowie auf die freie
Baukörperpositionierung, die u.a. das Schallgutachten berücksichtigt.
Ganz besonders begrüßt der Beirat die für die Wissenschaftsstadt Darmstadt beispiel-
hafte Entscheidung von Bauherr und Architekt, die qualitätvolle vorhandene Bebauung
aus den 1950er Jahren zu erhalten. Dieser Zeitschicht kommt für Darmstadt eine be-
sondere, prägende Bedeutung zu. Dem entspricht das Bemühen des Architekten, die
neuen Gebäudekubaturen und Freiraumstrukturen aus der überlieferten Nachkriegs-
architektur der Stadt abzuleiten.
Zustimmung findet zudem der Ansatz, das städtebauliche Konzept für das Grundstück
prospektiv auch für das benachbarte Grundstück anzudenken, das derzeit von einer
großen Hallenarchitektur besetzt wird. Ein derartiger Ansatz ermöglicht künftig eine
ganzheitliche (nachhaltige) städtebauliche Planung, die der Wissenschaftsstadt
Darmstadt langfristig zu gute kommen wird. Dies gilt auch für die Kontaktaufnahme
mit der Bauherrschaft des auf der gegenüberliegenden Seite des Haardtrings liegen-
den Grundstücks im Rahmen der öffentlichen Sitzung des Gestaltungsbeirats am 29.
Januar 2016. Diese Planung war bereits Gegenstand der Beratungen des Gestaltungs-
beirats (siehe Protokolle der Sitzungen vom 19. September 2014 und 8. Mai 2015).
Empfehlung
Der Gestaltungsbeirat empfiehl, zur stärkeren Konturierung und Qualitätssteigerung
des Projekts die in den vier punktförmigen Bauten angelegten gläsernen Mittelachsen
stärker herauszuarbeiten. Dadurch würde die beabsichtigte optische Durchdringung
der Bauten mit den umgebenden Freiräumen gestärkt werden. Eine Ausrichtung der
Hauseingänge zueinander fördert darüberhinaus die Quartiersbildung, ebenso wie eine
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 29.01.2016
Stadtplanungsamt Darmstadt
gemeinschaftlich nutzbare grüne Quartiersmitte. Für die Baukörper bedeutet dies, die
derzeit eher punktförmige Kubatur stärker als eine Addition von Gebäudescheiben zu
begreifen.
Ausgehend von der vorhandenen Planung regt der Gestaltungsbeirat an, grundsätzlich
darüber nachzudenken, an welchen Stellen der Stadt eine höhere (Wohn-) Bebauung
denkbar wäre, bei gleichzeitiger Reduzierung des „Fußabdrucks“ der Gebäude.
Der Gestaltungsbeirat regt daher eine differenzierte Diskussion über die Höhenent-
wicklung der Bebauung in den unterschiedlichen Arealen der Stadt an (Mollerstadt,
innenstadtnahe Areale, Außenbereiche).
Dabei weißt der Beirat nachdrücklich daraufhin, dass städtebauliche Dichte ebenso
wie punktuelle Höhenentwicklungen an sich keineswegs eine Qualität an sich dar-
stellen, sondern stets abhängig von der Gestaltung und dem vorhandenen (histo-
rischen) städtebaulichen Kontext zu betrachten sind. Einer kleinteiligen und differen-
ziert-kritischen Untersuchung zur städtebaulichen Verdichtung (einschließlich
allfälliger Höhendominaten) steht der Gestaltungsbeirat im Zusammenspiel mit einer
städtebaulichen Gesamtplanung (Darmstadt 2030) positiv gegenüber.
Zusammenfassung der Rückmeldung
Eine Wiedervorstellung der Projekts soll erfolgen, wenn die Planung weiter
fortgeschritten ist. Der Gestaltungsbeirat freut sich, die weiterentwickelte Planung
begleiten zu dürfen.
Votum
Jürgen Tietz
Stadtplanungsamt Darmstadt
Gestaltungsbeirat
Darmstadt
14. Sitzung – 29.01.2016
Gemeinsame Empfehlung
Projekt: „Die Kleinschen Höfe“
Elisabethenstr. 68/ Hügelstraße 87
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 29.01.2016
Stadtplanungsamt Darmstadt
Entwurfsverfasser
Planquadrat, Elfers Geskes Krämer Part.G , Darmstadt
Bauherr
Iber Immobilien, Darmstadt
Wilhelm Klein GmbH & Co. KG, Darmstadt
Beschreibung
Das Bauvorhaben „Die Kleinschen Höfe“ beschäftigt sich mit der Neuordnung des
Innenblockbereiches zwischen Elisabethenstraße und Hügelstraße. Das Plangebiet
liegt im Geltungsbereich der Sanierungssatzung Mollerstadt.
Die aktuelle Nutzung aus Gewerbe, Künstlerateliers und studentischem Wohnen soll
durch eine neue Wohnbebauung ersetzt werden. Vorgesehen ist ein Wohnungsmix mit
Stadthäusern und Wohnungen zwischen 1,5 – 5,0 Zimmer-Wohnungen.
Neben dem Bebauungsvorschlag für den Innenblockbereich stellen die Entwurfs-
verfasser ein weitergehendes Entwicklungskonzept („Ausblick“) für den erweiterten
Bereich vor, das perspektivische Überlegungen zur Höhenentwicklung im Umfeld und
sog. „Kopfbauten“ vorsieht.
Empfehlung
Der Gestaltungsbeirat differenziert in seiner Stellungnahme zwischen der städtebau-
lichen Fragestellung („Ausblick“) und dem Bebauungskonzept des Innenblock-
bereiches.
Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es noch keine konkreten planerischen Vorschläge zur
Bebauung des Marienplatzes, so dass es keinerlei fundierte Grundlage für die perspek-
tivischen Überlegungen, insbesondere auch die Vorschläge zu den erhöhten „Kopf-
bauten“, gibt. Aus diesem Grunde wird keine Stellungnahme zu den perspektivischen
Überlegungen abgegeben.
Der konkrete Entwurfsansatz für die Wohnbebauung im Blockinneren in Form einer
Hoftypologie wird vom Beirat begrüßt. Die Nutzungsänderung von Gewerbe zu Wohnen
erfordert adäquate Bautypologien, sodass sich der bauliche Charakter zwangsläufig
ändern wird. Begrüßt wird der vorgesehene Wohnungsmix aus unterschiedlichen
Größen und Typologien.
Die städtebaulichen Form des Hofes mit ihrer klaren Differenzierung zwischen
öffentlich/gemeinschaftlich und privat wird den Anforderungen der direkten Nachbar-
schaft gerecht. Die vorgestellte Visualisierung des Innenblockbereiches läßt eine
qualitätvolle Gestaltung von Gebäuden und Freiraum erwarten.
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 29.01.2016
Stadtplanungsamt Darmstadt
Der Gestaltungsbeirat empfiehlt, die Konzeption mit dem angrenzenden Neubau-
projekt abzustimmen, da der Hof unmittelbar an die geplante Nachbebauung angrenzt
und eine gegenseitige Bezugnahme der beiden Projekte einen Qualitätsgewinn für den
gesamten Innenblockbereich bedeuten kann.
Darüber hinaus regt der Beirat an, mit Blick auf den Lebenszyklus von Gebäuden über
flexible Nutzungsmöglichkeiten im Sinne einer langfristigen Angebotsplanung an
diesem Standort nachzudenken.
Zusammenfassung der Rückmeldung
Eine Wiedervorstellung der Projekts ist nicht notwendig.
Votum
Christa Reicher
Stadtplanungsamt Darmstadt
Gestaltungsbeirat
Darmstadt
14. Sitzung – 29.01.2016
Gemeinsame Empfehlung
Projekt: Wohnenbebauung
Wickopweg 16-22, Kranichstein
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 29.01.2016
Stadtplanungsamt Darmstadt
Entwurfsverfasser
Hirschmuellerschmidt Architektur GmbH, Darmstadt
Bauherr
GWH, Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft mbH, Frankfurt/ Darmstadt
Beschreibung
Neubau von 2 Wohngebäuden mit Tiefgarage und Errichtung von 54 Außenstellplätzen
Allgemein:
Auf dem Grundstück des Wickopwegs in Darmstadt-Kranichstein sollen 2 Wohnge-
bäude mit 64 Ein- bis Fünfzimmer-Wohnungen errichtet werden. Zudem sind die
Errichtung einer Tiefgarge sowie 54 Stellplätze im Freien geplant. Die Erdgeschosse
werden nach HBO barrierefrei ausgeführt.
Gestaltung:
Westgebäude: Das Grundstück Wickopweg 16-22 wird durch die geplante Bebauung
westlich und östlich des Bestandsgebäudes verdichtet. Der westliche Baukörper stellt
eine kompakte 5-geschossige U-Winkelform dar mit einem 6. Teilgeschoss an der Ecke
Grund-/Kranichsteiner Straße. Das Dach wird als Flachdach ausgeführt.
Es erhält zwei barrierefreie Zugänge von Seiten des Wickopweges über den Hofbe-
reich. Ein Zugang zu den 7 Wohneinheiten je Geschoss stellt eine Laubenganger-
schließung mit einer Treppe und einem Aufzug dar. Die zweite Erschließung erfolgt
über ein geschlossenes, großzügig verglastes Treppenhaus mit Aufzug, das pro
Geschoss zwei Wohnungen anbindet. Es entstehen Geschosswohnungen. Eine
Wohnung wird als Maissonettewohnung ausgebildet, wobei das obere Geschoss der
Maissonette das 6. Teilgeschoss des Gebäudes darstellt. Nach Süden, Westen und
Norden ordnen sich die in das Gebäude integrierten Loggien mit großzügigen
Verglasungen an. Die EG-Wohnungen erhalten zusätzliche Terrrassenbereiche. Das
Grundstück ist im westlichen Bereich komplett durch eine Tiefgarage unterbaut.
Ostgebäude: Der östlich Baukörper stellt eine kompakte L-Winkelform mit ebenfalls 5
Geschossen dar. Das Dach wird als Flachdach ausgeführt. Die Erschließung erfolgt
über den Wickopweg, mit einem barrierefreien Zugang.
Die Wohneinheiten errreicht man über einen Laubengang mit einer Treppe und einem
Aufzug, jeweils werden 4 Wohneinheiten pro Geschoss angebunden. Zusätzlich erhält
das Gebäude ein geschlossenes Treppenhaus. Die in das Gebäude integrierten
Loggien sind nach Osten und Süden orientiert mit bodentiefen großzügigen Vergla-
sungen. Die 3-Zi. EG-Wohnung erhält neben der Loggia einen kleinen Terrassen-
bereich. Die Fassade besteht bei beiden Gebäuden aus Außenputzflächen und partiell
aus Fassadenplatten. Das Gebäude ist komplett unterkellert und beinhaltet die
Nebenräume. Die nichtbebauten Flächen werden gärtnerisch angelegt bzw. in Teilen
befestigt.
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 29.01.2016
Stadtplanungsamt Darmstadt
Empfehlung
Der Beirat begrüßt, dass die Entwurfsverfasser sich mit dem gestalterisch prägenden
und als Zeitzeuge wirkenden Ortsteil Kranichstein auseinandersetzen. Die Planung von
Ernst May aus den 1960er Jahren definiert sehr heterogene Bereiche und Teilquar-
tiere. Das neue Wohnbauprojekt am Wickopweg soll den bestehenden Gebäuderiegel
integrieren und nach Auffassung der Architekten einen eigenständigen Ausdruck
erhalten.
Die Nachverdichtung wird begrüßt. Der Beirat betont, dass mit der neuen städtbau-
lichen Komposition eine komplexere stadträumliche Situation entsteht, die in Er-
schließung, Gestaltung und Materialität einen eindeutigen und klar erkennbaren
Ausdruck erhalten muss. Die neue Wohnbebauung ist mit einem bis zwei Geschossen
deutlich höher als der Bestandsriegel. Der Beirat empfiehlt die Erhöhung der Eck-
bebauung auf 6 Geschosse um 1 Geschoss zurückzunehmen, so dass eine ruhigere
Gebäudekubatur entsteht..
Die Erschließung von der Hofseite im westlichen Gebäudeteil sollte eindeutigerer
werden, d.h. nur eine Erschließungsform, ggfs. über einen rundlaufenden Laubengang.
Die Qualität der Wohnungen bezüglich Belichtung, Anordnung der Funktionen über-
zeugt noch nicht. Insgesamt wirkt der westliche Hof sehr eng und unruhig, vor allem
mit der stark inszenierten Treppe und dem Aufzugsturm. Der Beirat empfiehlt, eine
einfachere gestalterische Sprache zu suchen.
Noch nicht gelöst erscheint dem Beirat der Einsatz des vorgeschlagenen Farbspiels.
Es wir empfohlen, zurückhaltender, mit eher monochromen Farben in der Fassaden-
gestaltung umzugehen. Das unmittelbare städtebauliche Umfeld ist deutlich ruhiger in
der Verwendung von Farbe.
Der Beirat sieht in dem Bauprojekt die Chance, ein Stück Kranichstein weiterzubauen.
Dies erfordert bei dem neuen Bauprojekt eine deutliche Zurücknahme gestalterischer
Beliebigkeit.
Der Beirat würde es begrüßen, wenn seitens der Stadt Darmstadt für die sehr unter-
schiedlichen und heterogenen Teile Kranichsteins eine Art Gestaltungs-Repertoire für
Teilbereiche entwickelt würde, dass die in Zukunft zu erwartenden Umbau- ,
Ergänzungs-, Nachverdichtungs- und Neubaumaßnahmen in ihrem Umfeld städte-
baulich, bautypologisch definieren würde, umso eine Art Einfügungsrahmen für
Planungen und Bauvorhaben zu setzen, damit das Gesamtensemble Kranichstein
nicht überformt wird.
Zusammenfassung der Rückmeldung
Eine Wiedervorstellung der Projekts wird gewünscht.
Votum
Rolf Westerheide
2016/0079
2889 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
08.03.2016
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat III an die Stadtverordnetenversammlu ng
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Amt: Stadtplanungsamt
OBW bei abschl .
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2016/0079
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.:
Kostenstelle: Investitionsnummer:
Kostenträger: Sachkonto:
Betreff: Protokoll 14. Sitzung Gestaltungsbeirat
Vorlage vom: 01.03.2016
Beschlussvorsch lag:
Das Protokoll der 14. Sitzung des Gestaltungsbeirates wird zur Kenntnis genommen.
Anlagen: Protokoll 14. Sitzung
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
- 2 -
Beschluss des M agistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 01.03.2016
Im Dezember 2011 hat der Magistrat bzw. die Stadtverordnetenversammlung die Einrichtung
eines Gestaltungsbeirates beschlossen (Vorl. -Nr. 2011/ 0491).
Die 14. Sitzung des Gestaltungsbeirats fand am 29.01.2016 statt.
An der Sitzung nahmen die Mitglieder des Beirates, die Baudezernentin, Vertreterinnen und
Vertreter der politischen Parteien, Vertreterinnen und Vertreter der Verwaltung sowie die
Geschäftsstelle teil.
Im öffentlichen Teil ware n interessierte Bürgerinnen und Bürger anwesend, ebenso waren
Interessengruppen und Verbände vertreten.
Zu Beginn der Sitzung begrüßte die Baudezernentin Frau Zuschke sowie die Vorsitzende des
Gestaltungsbeirates Frau Prof. Reicher die Mitglieder des Ge staltungsbeirates sowie die
Gäste im Plenum.
Es folgt eine kurze Rückmeldung von Frau Zuschke zum Stand der Projekte und städtischen
Konzepte aus der vorangegangenen Sitzung. Dies war zum einen die Lichtwiesenbahn und
das Stadtentwicklungskonzept Darmstadt 2030. Die Vorstellung erfolgt ebenfalls durch Frau
Zuschke.
Im Anschluss erfolgte die Vorstellung der Projekte „Wohnbebauung Hügelstraße 73 -77“,
„Wohnbebauung Robert -Bosch-Straße 16-18“, „Wohnen und Gewerbe Berliner Allee 7 -9“,
„Wohnbebauung Elisabethenstraße 68/ Hügelstraße 87 (Kleinsche Höfe)“ und „Wohnen
Wickopweg 16-22“; es folgten Rückfragen und eine Diskussion mit den wieder zahlreich
erschienenen Gästen.
Im darauf folgenden nicht -öffentlichen Sitzungsteil wurden die Projek te diskutiert und
besprochen.
Der Stellungnahmen des Beirates zu den Projekten sind im anliegenden Protokoll ersichtlich.
Das Protokoll wird im Internet veröffentlicht.
Die Dezernentin III
Cornelia Zuschke
Stadträtin
Darmstadt, den 01.03.2016
61.1.0 mi
Nst. 2590
Beratungsverlauf (1)
Orte (8)
- Hügelstraße 73
- Robert-Bosch-Straße 16
- Berliner Allee 7
- Elisabethenstraße 68
- Kranichsteiner Straße
- Schlossgraben 1
- Wickopweg 16
- Haardtring
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2016/0079
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 01.03.2016
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00