2018/0074
Pflegebedarfsplan für die Wissenschaftsstadt Darmstadt 2018 bis 2025
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45178 Zeichen
Pflege in Darmstadt
Pflegebedarfsplanung 2018 bis 2025
2
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis ................................ ................................ ................................ .............. 2
1 Vorwort ................................ ................................ ................................ ....................... 3
2 Einleitung ................................ ................................ ................................ .................... 4
3 Rechtsgrundlagen ................................ ................................ ................................ ........ 5
4 Bevölkerung ................................ ................................ ................................ ................ 6
5 Pflegebedürftigkeit ................................ ................................ ................................ ...... 8
5.1 Entwicklung der Pflegequote ................................ ................................ .............. 10
5.2 Vollstationäre Pflege ................................ ................................ .......................... 11
5.2.1 Auslastung vollstationärer Pflegeeinrichtungen ................................ ............. 13
5.2.2 Bedarfseinschätzung für vollstationäre Pflege ................................ ............... 14
5.3 Teilstationäre Pflege ................................ ................................ .......................... 15
5.3.1 Bedarfseinschätzung für teilstationäre Pflege ................................ ............... 17
5.4 Ambulante Wohngemeinschaften ................................ ................................ ........ 18
5.5 Ambulante Pflege ................................ ................................ ............................... 18
5.5.1 Bedarfseinschätzung für ambulante Dienste ................................ ................. 18
5.6 Hospiz und Palliativdienste ................................ ................................ ................ 20
6 Quartiersbezogene Konzepte ................................ ................................ ...................... 20
7 Fazit ................................ ................................ ................................ ......................... 22
Literatur ................................ ................................ ................................ .......................... 25
Abbildungsverzeichnis ................................ ................................ ................................ ..... 25
Tabellenverzeichnis ................................ ................................ ................................ ......... 26
Glossar ................................ ................................ ................................ ........................... 26
Herausgeberin | Kontakt ................................ ................................ ............................... 27
3
1 Vorwort
Mit der vorliegenden Pflegebedarfsplanung der Wisse n-
schaftsstadt Darmstadt wird nach dem Bericht zur Sozialpla-
nung der Bedarfe älterer Menschen aus 2016 ein weiterer
wichtiger Baustein im Kontext der kommunalen Daseinsvo r-
sorge zu Angeboten der pflegerischen Versorgung in Darm-
stadt vorgestellt.
Sozialpolitik begegnet den demografischen Herausforderun gen der Zukunft durch
Förderung innovativer Konzepte und Umsetzung alternativer Wohnformen . Solange
wie möglich im vertrauten Umfeld verbleiben zu können ist dabei handlungsleitend.
Neben ambulanten Leistungen und Tagespflegeangeboten, sind daher bei Bedar f
auch zukünftig weiterhin wohnortnahe vollstationäre Einrichtungen unverzichtbar.
Gemeinsam mit der Politik , Verwaltung und lokalen Akteur*innen, wie der Fachko n-
ferenz Altenhilfe, gilt es , transparente Strategien für eine bedarfsorientierte pfleger i-
sche Versorgung im Sozialraum zu entwickeln. Im Rahmen unserer sozialpolitischen
Leitlinien „Partizipation, Prävention, Sozialraumorientierung “ bietet die Pflegebe-
darfsplanung hierzu eine gute Basis.
Ziel der Pflegebedarfsplanung ist es , valide Daten zur pflegerischen Versorgung zu
erheben sowie zu evaluieren und die Ergebnisse in Handlungsempfehlungen zu übe r-
setzen, um auch zukünftig den sozialpolitischen Herausforderungen durch Entwic k-
lung pflegerischer Unterstützungsangebote nachhaltig begegnen zu können.
Ich freue mich gemeinsam mit Ihnen diesen Planungsprozess zu gestalten und b e-
danke mich für die gute Zusammenarbeit!
Barbara Akdeniz
Stadträtin - Sozialdezernentin
4
2 Einleitung
Die kommunale Sozialplanung der Wissenschaftsstadt Darmstadt befasst sich in
verschiedenen Themenbereichen mit der Erhebung, Untersuchung und Auswertung
von Daten im Zusammenhang mit der demografischen Entwicklung. So wurde im
letzten Bericht zur Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen die Notwendigkeit
einer Pflegebedarfsplanung formuliert, um die Angebote und Bedarfe hinsichtlich der
pflegerischen Versorgung im Rahmen der kommunalen Daseinsvorsorge zu untersu-
chen.
Die Pflegebedarfsplanung ist ein integrierter Bestandteil der kommunalen Sozialpol i-
tik. Sie soll dazu beitragen, geeignete Rahmenbedingungen für eine gute Vernetzung
und ein Ineinandergreifen bedarfsgerechter sozialräumlicher Infrastrukturen zu en t-
wickeln. Sie ist ein weiterer Schritt hin zur Entwicklung eines sozialraumorientierten
senior*innenpolitischen Gesamtkonzeptes nach dem Grundsatz „ambulant vor stat i-
onär“.
Neben bestehenden rechtlichen Rahmenbedingungen ist die Pflegebedarfsplanung
wesentlich von der Bevölkerungsentwicklung und dem Anteil älterer Menschen in
Darmstadt abhängig. Mit dem aktuell erschienen en Demografiebericht der Wissen-
schaftsstadt Darmstadt sind hierzu beste Voraussetzungen geschaffen.
Ergänzt durch die Pflegestatistiken des Statistischen Bundesamtes können der Ver-
lauf und die Entwicklung der Pfleg equoten abgebildet werden. Daraus wiederum wird
der Bedarf an vollstationären Pflegeplätzen abgeleitet. Mittels fachlich allgemein
anerkannter Anhaltswerte wird schließlich der Bedarf an Tagespflegeplätzen aufg e-
zeigt.
Weiterhin beschreibt die vorliegende Pflegebedarfsplanung, welche Alternativen zu
einer stationären und ambulanten pflegerischen Versorgung in den eigenen vier
Wänden in Darmstadt quartiersbezogen bestehen . Aktuell finden bereits innovative
Entwicklungen in den Sozialräumen statt.
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt sieht sich dabei in der Verantwortung, Aufbau,
Entwicklung und Erhaltung lokaler Strukturen zu fördern, welche dazu beitragen, alle
Generationen bedarfsge recht mit Dienstleistungen und erforderlichen Angeboten der
Infrastruktur zu versorgen Die Pflegebedarfsplanung soll hierzu notwendige Impulse
setzen und gemeinsam mit den bestehenden Netzwerken die nächsten Schritte zu
entwickeln.
Künftig wird die vorliegende Pflegebedarfsplanung evaluiert und in der Fachkonfe-
renz Altenhilfe abgestimmt. Sie soll regelmäßig fortgeschrieben und bei gravieren-
den Änderungen angepasst werden. Dies wird als ein d ynamischer Prozess betrach-
tet.
5
3 Rechtsgrundlagen
Das Hessische Ausführungsgesetz zur Pflegeversicherung gibt vor, die Bedarfspl a-
nung der kreisfreien Städte und der Landkreise nach Maßgabe des landesweiten
Rahmenplans vorzunehmen (Hess. Ausführungsgesetz zum Pflegeversicherungsg e-
setz 30. April 1997, § 4 Abs. 2). Auch das Pflegestärkungsgesetz III verlangt die E r-
arbeitung einer Pflegestrukturplanung zur Sicherstellung der pflegerischen Infr a-
struktur nach Maßgabe landesrechtlicher Vorschriften.
Die Bereitstellung von Pflegeplätzen ist in § 8 Abs.1 Sozialgesetzbuch XI (SGB XI)
geregelt. Demnach ist die pflegerische Versorgung der Bevölkerung eine gesamtg e-
sellschaftliche Aufgabe. Nach § 8 Abs.2 haben Länder, Kommunen, Pflegeeinric h-
tungen und Pflegekassen unter Beteiligung des Medizinischen Dienstes hierbei eng
zusammen zu wirken.
Mit dem zum 01.01.2017 in Kraft getretenen Pflegestärkungsgesetz III verfolgt der
Gesetzgeber auch die Intention, die Rolle der Kommunen zu stärken (§ 8a Abs. 4
SGB XI). Damit soll neben dem Anspruch auf Beratung unter anderem die (pfleger i-
sche) Versorgung sichergestellt werden . Allerdings fehlen zeitgemäße Ausführung s-
bestimmungen und Berechnungsfaktoren 1. So stützten sich die hessischen Komm u-
nen wie bisher auf die landesrechtlichen Vorschriften . Danach wird ein Bedarfsan-
haltswert von 25 Pflegeplätzen auf 1.000 Einwohner*innen zu Grunde gelegt. Dies
bildet allerdings nicht den aktuellen Bedarf ab . In Abhängigkeit von der Bevölk e-
rungsentwicklung in Darmstadt werden daher fachlich allgemein anerkannte B e-
darfswerte für diese Pflegebedarfsplanung heran gezogen.
Insofern die gesetzlichen Voraussetzungen, einschließlich einer notwendigen La n-
desverordnung für Hessen geschaffen sind, sollen die Kommunen nun Steuerung s-
möglichkeiten im Sinne einer Pflegestrukturplanung haben.
1 Wissenschaftsstadt Darmstadt, 2016 , S. 84
6
4 Bevölkerung
Um den pflegerischen Versorgungsbedarf zu ermitteln, ist insbesondere die Entwic k-
lung der Altersgruppen ab 65 Jahren relevant. Der Anteil der pflegebedürftigen Pe r-
sonen unter 65 Jahren in Darmstadt liegt unter einem Prozent 2. Daher werden im
Folgenden die Altersg ruppen ab 65 Jahren und ihre Entwicklungen abgebildet.
Zunächst wird die Verteilung der relevanten Alterskohorten in den Darmstädter
Stadtteilen und gesamtstädtisch nach Anzahl und prozentualem Anteil der Gesamt -
bevölkerung dargestellt.
65 bis unter 75 Jahre
75 Jahre und älter
Stadtteile
absolut in % absolut in %
Darmstadt-Mitte
1.319
6,6
1.362
6,8
Darmstadt-Nord
2.160
6,7
1.972
6,1
Darmstadt-Ost
1.283
8,7
1.625
11,1
Bessungen
1.260
8,5
1.235
8,3
Darmstadt-West
1.382
7,3
1.577
8,3
Arheilgen
1.655
9,4
1.904
10,8
Eberstadt
2.344
10,0
2.602
11,1
Wixhausen
645
10,4
611
9,8
Kranichstein
1.034
8,7
1.162
9,8
Gesamtstadt
13.082
8,2
14.050
8,8
Tabelle 1 Bevölkerung nach Altersgruppen in den Darmstädter Stadtteilen am 31.12.2016 100% =
159.982 Quelle: Wissenschaftsstadt Darmstadt
Die Tabelle zeigt, dass der prozentuale Bevölkerungsanteil ab 75 Jahren an der
Gesamtbevölkerung in den Stadtteilen Darmstadt-Ost und Eberstadt zum Stichtag
31.12.2016 mit über 11% am höchsten ist. Danach folgen mit jeweils 9,8% die
Stadtteile Wixhausen und Kranichstein. Hier ist zu berücksichtigen, dass in Kranic h-
stein eine Einrichtung für stationäre Pflege mit 120 Plä tzen liegt, während es in
Wixhausen keine stationäre Pflegeeinrichtung gibt.
2 Statistisches Bundesamt , http://www.demografie -portal.de
7
0
2000
4000
6000
8000
10000
12000
14000
2014
2016
Die folgende Abbildung zeigt, dass die Anzahl der Bewohner*innen über 75 Jahren
seit dem 31.12.2014 in fast allen Stadtteilen leicht angestiegen ist. Am deutlichsten
wahrnehmbar ist dies mit einem Anstieg von 347 Personen in Eberstadt. Lediglich in
Darmstadt-Mitte ist die Anzahl minimal gesunken. Die prozentualen Anteile an der
Gesamtbevölkerung haben sich im Vergleichszeitraum nicht signifikant verändert.
4. 1. Bevölkerungsentwicklung 2020 und 2025
Die Entwicklung der Bevölkerung ist von vielen Faktoren abhängig und wird nur b e-
dingt durch Strukturentwicklung, wie beispielsweise durch Ausweisung neuer Baug e-
biete, planbar. Dies gilt umso mehr, je kleinräumiger die Entwicklung betrachtet
werden soll oder nur für bestimmte Personengruppen, wie die Alterskohorten ab 75
Jahren. Daher werden keine längeren Zeiträume untersucht sondern lediglich Trends
für die Jahre 2020 und 2025 gesamtstädtisch dargestellt.
Altersgruppen
2016
2020
2025
0-unter 75 Jahren
145.932
149.774
154.498
75- unter 85 Jahren
10.247
10.311
9.805
85- unter 90 Jahren
2.342
2.383
3.166
90 und älter
1.461
1.389
1.365
Gesamtbevölkerung
159.982
163.866
168.834
Tabelle 2 Bevölkerungsentwicklung nach Altersgruppen, absolute Zahlen , Demografiebericht 2017 ,
S. 63
Abbildung 1 Entwicklung der Altersgruppen über 75 Jahren; eigene Darstellung
8
Das Wanderungsverhalten der Altersgruppe ab 75 Jahren ist für die Bevölkerungsv o-
rausberechnung nur noch wenig bedeutend. Die Entwicklung in dieser Altersgruppe
wird durch das Nachrücken der geburtenstarken Jahrgänge geprägt 3.
Die Anzahl der Bevölkerung i n der Altersgruppe von 75 bis unter 85 Jahren sinkt
zunächst bis 2025, wird aber dann durch das Nachrücken der geburtenstarken Jah r-
gänge rasch wieder ansteigen. In der Altersgruppe von 85 bis unter 90 Jahren steigt
die Anzahl der Bevölkerung bereits in den kommenden Jahren bis 2025 um vorau s-
sichtlich 824 Personen. Der Rückgang in der Altersgruppe 90 Jahre und älter ist auf
die schwächeren Geburtsjahrgänge 1934 bis 1945 zurückzuführen und wird danach
wieder ansteigen (a.a.O.).
Dies hat Auswirkungen auf die Entwicklung des Bedarfs an ambulanten Pflegelei s-
tungen und die teil- und vollstationären Pflegeplätze in Darmstadt.
Abbildung 2, Entwicklung der Altersgruppen über 75 Jahre ; Quelle: eigene Darstellung
5 Pflegebedürftigkeit
In Deutschland waren im Dezember 2015 knapp 2,9 Millionen Menschen pflegeb e-
dürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes (SGB XI); die Mehrheit (64 %) w a-
ren Frauen. 83 % der Pflegebedürftigen waren 65 Jahre und älter; 85 Jahre und älter
waren 37 %4.
3 Demografiebericht 3, Wissenschaftsstadt Darmstadt 2017 , S. 63
4 Pflegestatistik 2015, Pflege im Rahmen der Pflegeversicherung, Deutschlandergebnisse Statistisches Bundesamt
2017, S. 7
9
In Hessen waren zur gleichen Zeit ca. 223.579 Menschen pflegebedürftig im Sinne
des SGB XI; die Mehrheit (64,2 %) waren Frauen. 37,4 % der Pflegebedürftigen w a-
ren 85 Jahre und älter. Die Pflegequote , also das Verhältnis der Pflegebedürftigen zu
der Gesamtbevölkerung, lag bei 3,62 % und damit über der des Bundes (3,4 %) 5.
In Hessen wird die Pflege überwiegend durch Angehörige (53,5 %) erbracht. Bei
21,7 % übernehmen oft in Abstimmung mit Angehörigen oder anderen die ambulan-
ten Pflegedienste die Versorgung. 24, 8 % der Pflegebedürftigen leben in stationären
Pflegeeinrichtungen 6.
Zum 31.12.2015 waren in Darmstadt 3.926 Personen pflegebedürftig und davon
64,9 % Frauen. 28,8 % lebten in stationären Pflegeeinrichtungen. Der größere Teil
(45,2 %) wurde zu Hause durch Angehörige gepflegt7.
Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung der ambulanten und stationären Verso r-
gungsquote von 2003 bis 2015 (a.a.O.).
Abbildung 3, Quelle: Pflegestatistik 2015 , eigene Berechnung
5 Pflegestatistik 2015, Pflege im Rahmen der Pflegeversicherung, Ländervergleich Statistisches Bundesamt 2017 ,
S. 6
6 Barmer GEK 2016, S. 10
7 https://www.regionalstatistik.de , Statistisches Bundesamt [abgerufen 12.03.18]
36,1 33,4 35,1 32,1 30,7 31,2 28,8
63,9 66,6 64,9 67,9 69,3 68,8 71,2
0,0
10,0
20,0
30,0
40,0
50,0
60,0
70,0
80,0
1.1.2003 1.1.2005 1.1.2007 1.1.2009 1.1.2011 1.1.2013 1.1.2015
Wo werden Pflegebedürftige in Darmstadt versorgt (in %)?
In stationären
Einrichtungen
Zuhause
10
5.1 Entwicklung der Pflegequote
Im Zeitraum von 2003 bis 2015 hat sich in Darmstadt die Pflegequote (siehe
Glossar) nur geringfügig verändert. Die Auswirkungen durch das PSG II und III we r-
den erst mit den Folgestatistiken des Bundes beschrieben werden könn en.
Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung der Pflegequote in Darmstadt von 2003 bis
2015.
Abbildung 4, Pflegequoten Wissenschaftsstadt Darmstadt ; Quelle: Statistisches Bundesamt 2017
Die Pflegequote ist in Darmstadt seit 2003 im Wesentlichen gleich geblieben. Die
stationäre Pflegequote ist hingegen rückläufig.
11
5.2 Vollstationäre Pflege
In Darmstadt gibt es 12 vollstationäre Pflegeeinrichtungen inklusive 59 eingestreuter
Kurzzeitpflegeplätze (siehe Glossar) mit insgesamt 1.163 Plätzen, davon eine spe-
zialisierte Pflegeeinrichtung für demenziell Erkrankte mit besonderem Betreuung s-
bedarf (Stand 10/2017). Darüber hinaus gibt es eine solitäre Kurzzeitpflegeeinric h-
tung mit 26 Plätzen. Die Verteilung der Einrichtungen auf die 9 Stadtteile ist in der
folgenden Tabelle und Grafik 4 dargestellt.
Stadtteil
Vollstationäre Pflegeeinric h-
tung
Pflegeplätze
davon einge-
streute Kurz-
zeitpflege
Darmstadt-Mitte
Emilia Seniorenresidenz, L i-
lienpalais
St. Josef
45
93
5
2
Darmstadt-Nord
AWO Johannesviertel
Emilia Seniorenresidenz, Emi l-
straße
132
50
4
5
Darmstadt-Ost
Altenzentrum an der Rosenhöhe
AGAPLESION Elisabethenstift
AGAPLESION Elisabethenstift
Demenz
AGAPLESION Elisabethenstift
Kurzzeitpflege
Alice-Altenheim
48
49
24
26
42
2
4
Bessungen
Agaplesion Heimathaus
Louise-Dittmar-Haus
88
150
3
4
Darmstadt-West
Keine Pflegeeinrichtung
Arheilgen
Seniorenzentrum Fiedlersee
134
15
Eberstadt
Pflege- und Therapiezentrum
Volpp
88
8
Wixhausen
Keine Pflegeeinrichtung
Kranichstein
Wohnpark Kranichstein
120
5
Gesamtstadt
12 vollstationäre Pflegeeinrich-
tungen sowie
1 solitäre Kurzzeitpflege
1.163
26
gesamt 1.189
59
Abbildung 5, vollstationäre Pflegeplätze in den Stadtteilen ; Quelle: eigene Darstellung
12
Die Pflegeeinrichtungen verteilen sich auf sieben Stadtteile. In Da. -West und Wixhau-
sen gibt es keine stationäre Einrichtung. Eine Beso nderheit stellt die solitäre Kur z-
zeitpflege-Einrichtung des Agaplesion Elisabethenstiftes dar.
Abzuwarten bleibt, wie sich das häusliche Pflegepotenzial und die Attraktivität des
ambulanten Versorgungsangebots entwickeln. Auch ausreichend entlastende Ang e-
bote wie Tagespflege (siehe Glossar) und Kurzzeitpflege, idealerweise im Sozial-
raum, können ebenso die Wahl der pflegerischen Versorgung beeinflussen, wie sozi a-
le Faktoren, z. B. das Vorhandensein oder Fehlen von informellen Netzwerken, fam i-
liäre Einbindung oder die wirtschaftliche Situation. Der soziale Status und Bildung s-
stand wirken sich ebenfalls auf die Versorgungswahl aus. Mit dem Pflegestützpunkt
in der Wissenschaftsstadt Darmstadt steht Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen
eine professionelle Anlaufstelle für kompetente Beratung 8 zur Verfügung.
8 Wissenschaftsstadt Darmstadt, Sozialplanung der Bedarfe Älterer, 2016, Kap. 4.4
Abbildung 6, vollstationäre Pflegeeinrichtungen in Da. u. Bevölkerung ab 75
J., (Stand 31.12.2016) Quelle: GeoMedia Smart Client, Stand 10/2017
13
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Barrierefreiheit des Wohnraums und Wohnu m-
felds. Hier sind geeignete Beratungsangebote und Informationen über die Möglic h-
keiten von Wohnraumanpassung erforderlich, idealerweise in einem kommunalen
Beratungsangebot. In Darmstadt bietet d ie Servicestelle Soziales und Beratung Ve r-
mittlung von geeigneten Handwerksbetrieben zur Wohnraumanpassung an und berät
über Fördermöglichkeiten .
Hier ist eine stärkere Sozialraumorientierung mit differenzierten Pflegeleistungen wie
beispielsweise, für psychisch erkrankte Menschen und migrationsspezifische Ang e-
boten in den Blick zu nehmen
5.2.1 Auslastung vollstationärer Pflegeeinrichtungen
Die Auslastung der vollstationären P flegeeinrichtungen in Darmstadt hat sich von
2014 im Mittel von 90,29 Prozent auf 96,87 Prozent9 im Jahr 2017 verändert. Die
Schließung von 2 Pflegeeinrichtungen in diesem Zeitraum wurde in der Folge durch
eine bis dahin kaum ausgelastete Einrichtung kompensiert.
Abbildung 7, Anfragen zu vollstationären Pfleg eplätzen, Quelle: Pflegestützpunkt Darmstadt
Nach den Auswertungen der Beratungsanfragen im Pflegestützpunkt Darmstadt sind
seit dem 1. Quartal 2016 steigende Anfragen nach vollstationären Dauerpflegeplät-
zen zu erkennen. Gründe hierfür sind auch die gesetzlichen Veränderungen im Pfl e-
gestärkungsgesetz II. Im 4. Quartal 2017 war jedoch gegenüber dem gleichen Zei t-
raum des Vorjahrs ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Im Mittelwert für 2016 w a-
ren dies 47 und für 2017 59 Anfragen pro Quartal. Die 12 stationären Pflegeeinrich-
tungen in Darmstadt sind nach deren eigenen Angaben ausgelastet.
9 Wissenschaftsstadt Darmstadt 2018, eigene Erhebung
17
38
46
87
58
49
54
73
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
100
1. Quartal 2. Quartal 3. Quartal 4. Quartal
2016
2017
14
5.2.2 Bedarfseinschätzung für vollstationäre Pflege
Die Datengrundlage zur Berechnung des Bedarfs an vollstationären Dauerpflegeplä t-
zen ergibt sich aus den Bevölkerungszahlen für die Jahre 2016, 2020 und 2025.
(vgl. Tabelle 2).
Die folgende Tabelle zeigt auf Basis der fortgeschriebenen Pflegequote (2,5% in
2015) und der stationären Versorgungsquote (28,8% in 2015) für die kreisfreie
Stadt Darmstadt, den Bedarf bzw. Überhang an vollstationären Pflegeplätzen für die
Jahre 2016, 2020 und 2025.
Jahr
Entwicklung Gesamtbe-
völkerung
Pflegequote 2015,
2,5% fortgeschrie-
ben
Versorgungsquote
stationär 2015,
28,8% fortge-
schrieben
Überhang/ Bedarf
Platzzahl, statio-
när (10/2017
1.189 Plätze)
2016 159.982 4.000 1.152 37
2020 163.866 4.097 1.180 9
2025 168.834 4.221 1.216 -27
Abbildung 8, Bestand und Bedarf vollstationäre Dauerpflegeplätze , eigene Berechnung
Demnach bestand in 2016 ein Überhang von 37 Plätzen. Bereits im Jahr 2020 redu-
ziert sich der Überhang auf 9 Plätze. Insgesamt werden dann 1.180 Plätze benötigt.
Im Jahr 2025 werden es 1.216 Plätze sein.
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt wird hinsichtlich dieser Prognose geeignete Ma ß-
nahmen entwickeln, um der Verantwortung für die kommunale Aufgabe der Dasein s-
fürsorge professionell zu begegnen. Hierzu wird insbesondere die Expertise des be-
stehenden Netzwerkes der Fachkonferenz Altenhilfe angemessen in die Entschei-
dungsfindung einbezogen.
15
5.3 Teilstationäre Pflege
Tagespflege (Glossar) ist ein wichtiges Entlastungsangebot für pflegende Angehörige,
stabilisiert damit die häusliche Pflege und ermöglicht ein längeres Verbleiben im
eigenen Haushalt.
Es gibt 3 Solitärangebote in Darmstadt (Stand 10/2017) für Tagespflege. In der an-
grenzenden Kommune Weiterstadt gibt es ein e weitere Tagespflege für Menschen
mit Demenz.
Stadtteil
Einrichtung Pflegeplätze
Kranichstein
Wohnpark Kranichstein
12
Eberstadt
DRK – Tageszentrum
für Menschen mit Demenz
15
Arheilgen
DRK – Tageszentrum
für Menschen mit Demenz
13
Gesamt 40
Abbildung 9 teilstationäre Pflege , Quelle: Wissenschaftsstadt Darmstadt
Mit dem Inkrafttreten des Pflegestärkungsgesetzes II und III zum 01.01.2017 stehen
den Pflegebedürftigen mehr Leistungen der Pflegekasse für die Inanspruchnahme
der Tagespflege zur Verfügung. Diese Entwicklung hat das Interesse von Diensleis-
ter*innen an der Erweiterung der Angebote von Tagespflege gestärkt, weil sie von
einer steigenden Nachfrage ausgehen. So plant das DRK für den Stadtteil Kranic h-
stein ein weiteres Tagespflegeangebot als pflegerische Komponente eines Servic e-
stützpunktes sowie ein weiteres Tagespflegeangebot in der Innenstadt . Kooperati-
onspartner des Servicestützpunktes in Kranichstein sind Hiergeblieben e.V. und die
GWH Wohnungsgesellschaft mbH Hessen und die Wissenschaftsstadt Darmstadt .
Ein weiterer Ausbau für Tagespflege ist für Eberstadt und Bessungen geplant.
Die aktuellen Angebote richten sich überwiegend an Menschen mit demenziellen
Veränderungen. Nachtpflegeangebote gibt es mangels Nachfrage bisher keine.
16
Lage der Teilstationären Pflegeangebote (Stand 10/2017); Bevölkerung ab 75 Jahren (Stand
31.12.2016) Quelle: GeoMedia Smart Client, Stand 10/2017
17
5.3.1 Bedarfseinschätzung für teilstationäre Pflege
Grundsätzlich sollten Angebote für teilstationäre Pflege möglichst wohnortnah in den
Stadtteilen liegen und damit im Sozialraum bekannt sein. Eine weitere Entlastung
können Nachtpflegeangebote bieten. Bereits im Bericht Sozialplanung der Bedarfe
älterer Menschen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt wird darauf hingewiesen,
teilstationäre Angebote für alle Pflegebereich e vorzuhalten10. Die Wissenschaftsstadt
Darmstadt wird im Rahmen geeigneter Maßnahmen bedarfsorientierte Angebote
gemeinsam mit den Akteur*innen entwickeln.
Der Bedarf an teilstationären Pflegeplätzen wurde auf Basis der Bevölkerungszahlen
für die Jahre 2016, 2020 und 2025 errechnet.
Die Forschungsgesellschaft für Gerontologie empfiehlt dabei die Berechnung des
Bedarfs mit Hilfe eines Indexwertes von 0,5 % bezogen auf die Bevölkerung der über
75-Jährigen. Das Kuratorium Deutsche Altenhilfe geht bei der Bedarfsermittlung da-
von aus, dass 0,25 bis 0,3 Prozent der Menschen über 65 Jahre einen Platz in einer
Tagespflegeeinrichtung benötigen.
Die folgende Tabelle zeigt auf Grundlage dieser Werte die Entwicklung des Bedarfs
an teilstationären Pflegeplätzen für 2020 und 2025.
Jahr
Bedarf nach der
Indexmethode
0,5 % der über 75-
Jährigen
Bedarf 0,25 % Bedarf 0,3 %
ermittelter
Durch-
schnitt
Bedarf Pflegeplätze,
teilstationär (2017:
40 Plätze)
der über 65-
Jährigen
der über 65-
Jährigen
2016 70 68 81 73 -33
2020 70 92 110 91 -51
2025 72 98 118 96 -56
Abbildung 10 Bedarf an teilstationären Pflegeplätzen ; Quelle: eigene Berechnungen
Es ist davon auszugehen, dass der Bedarf an Tagespflegeplätzen in Darmstadt nach
den genannten Berechnungsmethoden bis zum Jahr 202 5 zwischen 68 und 118
Plätzen liegt.
Die Basis für den ermittelten Bedarf bildet der Durchschnitt der vorgenannten B e-
rechnungsmethoden.
10 Sozialplanung für die Bedarfe Älterer, Wissenschaftsstadt Darmstadt, 2016 , S. 61
18
5.4 Ambulante Wohngemeinschaften
Gegenwärtig gibt es in Darmstadt drei ambulante Wohngemeinschaften für Me n-
schen mit Demenz als Alternativen zu stationären Einrichtungen . Bei ca. 10 Perso-
nen pro Wohngemeinschaft entspricht das ca. 30 Personen oder 2,5 % der stationär
versorgten Menschen (1.189 P.).
Wohn- und Lebensgemeinschaft für Menschen mit Demenz
Bachstraße 1
64291 Darmstadt
Villa Mathildenhöhe e.V., Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz
Erbacher Straße 57
Pflegeteam Marienhöhe, Wohngemeinschaft Eberstadt
Büschelstraße 2
64297 Darmstadt
Abbildung 11 Wohngemeinschaften in Darmstadt, Quelle: eigene Darstellung
5.5 Ambulante Pflege
In Darmstadt sind 29 Dienste für ambulante Pflege niedergelassen (Stand 10/2017).
Ein spezielles Angebot bietet Intensivpflege für Kinder und Jugendliche an. Die Pfle-
gedienste decken das gesamte Stadtgebiet ab und werden durch angrenzende
Dienstleister*innen aus dem Landkreis Darmstadt -Dieburg ergänzt.
5.5.1 Bedarfseinschätzung für ambulante Dienste
Die ambulante Versorgung in Darmstadt ist quantitativ ausreichend. Hier ist eine
stärkere Sozialraumorientierung mit differenzierten Pflegeleistungen wie beispiel s-
weise für psychisch erkrankte Menschen und migrationsspezifische Angeboten in
den Blick zu nehmen. E ine bessere Vernetzung mit bestehenden Strukturen in den
Stadtteilen ist dazu notwendig. Hier sind geeignete Konzepte in Kooperation und
Abstimmung mit lokalen Netzwerkstrukturen in Darmstadt wie sie die Fachkonferenz
Altenhilfe bietet, zu entwickeln.
Auf eine detaillierte, quantitative Bedarfsfeststellung wurde in dieser Pflegebedarf s-
planung verzichtet, da insbesondere im ambulanten Pflegebereich die Nachfrage das
Angebot bestimmt. Mehrere wissenschaftliche Untersuchungen 11, die im Auftrag der
Wissenschaftsstadt Darmstadt durchgeführt wurden, kamen zu dem Ergebnis, dass
11 Selbstbestimmt Älterwerden in Darmstadt 2006 , Wissenschaftsstadt Darmstadt; , Alt werden im suburbanen
Wohnquartier 2010, Lebenssituation der Generation 65+ im Stadtteil Darmstadt -Nord 2015, beide Technische
Universität Darmstadt, Institut für Soziologie.
19
die meisten der befragten Personen, so lange wie möglich zu Hause wohnen bleiben
wollen.
Wegen der bisherigen Erfahrungen wird zum gegenwärtigen Zeitpunkt unterstellt,
dass auch ein eventuell steigender Bedarf in der ambulanten Versorgung durch die
bestehenden 29 Pflegedienste gedeckt werden kann.
Lage der ambulanten Dienste, Quelle: GeoMedia Smart Client, Stand 10/2017
20
5.6 Hospiz und Palliat ivdienste
In der Wissenschaftsstadt Darmstadt gibt es ein gut ausgebautes Netz an ambula n-
ten Hospizdiensten, Palliative Care Teams und einem stationären Hospiz. Dies sind
allesamt Dienste bzw. Einrichtungen, die sich unterschiedlich finanzieren d. h., nicht
oder nur zum Teil über die Pflegeversicherung finanziert werden.
Für die Bedarfsplanung hinsichtlich teil - oder vollstationärer Pflegeplätze nach dem
SGB XI sind sie daher nicht relevant.
Ambulante Hospizdienste Palliative Care Teams
Hospiz
Malteser Hilfsdienst e.V. -
Ambulanter Hospiz - und Pal-
liativberatungsdienst, Elisa-
bethenstr. 34, 64283 Darm-
stadt
Ambulantes Palliativteam am
Zentrum für Palliativmedizin
der AGAPLESION ELISAB E-
THENSTIFT gGmbH , Land-
graf-Georg-Str. 100, 64287
Darmstadt
Elisabethen Hospiz gGmbH,
Stiftstr. 12b, 64287 Dar m-
stadt
Hospizgruppe Darmstadt
e.V., Schwarzer Weg 18c,
64287 Darmstadt
Ambulantes Palliativteam ,
Klinikum Darmstadt GmbH,
Bleichstr. 19-21, 64283
Darmstadt
Evangelischer Hospiz - u.
Palliativverein Darmstadt e.
V., Stiftsstr. 12 a, 64287
Darmstadt
Abbildung 12, Palliativ- und Hospizdienste , eigene Darstellung
6 Quartiersbezogene Konzepte
Immer mehr Menschen interessieren sich für neue Wohnkonzepte im Bereich g e-
meinschaftliches Wohnen. In den fünf bereits umgesetzten Wohnprojekten für g e-
meinschaftliches Wohnen leben in Darmstadt mittlerweile ca. 310 Personen. In Pl a-
nung sind vier Projekte, die ca. 200 weiteren Personen Wohnraum bieten sollen 12.
Neben der Orientierung am Bielefelder Modell im Stadtteil Kranichstein durch den
Verein Hiergeblieben e. V.13, werden nun auch in anderen Stadtteilen zunehmend für
das nahe Wohnumfeld (Quartier) Gemeinscha ftsräume für soziales Miteinander und
nachbarschaftliche Aktivitäten entwickelt. Diese bieten eine wesentliche Vorausse t-
zung für Quartierskonzepte, um möglichst lange selbstbestimmt auch bei eintrete n-
der Pflegebedürftigkeit in der eigenen Häuslichkeit verb leiben zu können. Bei der
12 http://www.wohnprojekte -darmstadt.de/wohnprojekte/ [Stand 7.02.2018]
13 Sozialplanung für die Bedarfe Älterer, Wissenschaftsstadt Darmstadt , 2016, S. 38
21
Bebauungsplanung für die Konversionsflächen in Darmstadt werden Quartiersze n-
tren bereits berücksichtigt.
Barrierearmes Wohnen und Wohnumfeld wird auch bei der Gestaltung der Konvers i-
onsflächen berücksichtigt. Hier wird eine gute D urchmischung der Wohnbevölkerung
angestrebt.
Im Stadtteil Arheilgen engagiert sich der Arbeitskreis Ehrenamt bei einem Neuba u-
projekt auf dem Gelände der alten Feuerwehr. In diesem Arbeitskreis sind Bü r-
ger*innen und Institutionen vernetzt, die sich auch f ür ältere Menschen engagieren.
Er ist eine Beteiligungsplattform mit Schwerpunkt auf den Belangen älterer Me n-
schen als Untergruppe des Stadtteilforums und wird kommunal unterstützt.
In Wixhausen planen die aktiven Senioren in Verbindung mit der Evangelisc hen Kir-
chengemeinde die Umsetzung eines altersgerechten Wohnprojektes.
Im Stadtteil Bessungen wird im Rahmen der Stadtviertelrunde für Ältere, in Kooper a-
tion mit der bauverein AG , daran gearbeitet, bereits vorhandene Räumlichkeiten in
der Wohnanlage für Senior*innen in der Herrmannstraße für das Quartier zu entwi-
ckeln.
Angebote des Betreuten Wohnens im Darmstadt sind in der Sozialplanung der B e-
darfe Älterer beschrieben .
Räumlichkeiten für bürgerschaftliche Nutzung in unterschiedlicher Trägerschaft gibt
es bereits z. B., in den Stadtteilen Wixhausen (Aktive Senioren), Arheilgen (Mucker -
Haus), Kranichstein (Luise -Büchner-Haus), Eberstadt-Süd (Haus der Vielfalt) , Eber-
stadt (Eberschaftshilfe, Nachbarschaftscafé, Geibelsche Schmiede) , Darmstadt-Nord
(Mehrgenerationenhaus; Gemeinschaftshaus im Pallaswiesenviertel; Friedrich Ge p-
pert-Haus), Waldkolonie (Akazienweg) und Bessungen (Schlösschen im Prinz -Emil-
Garten), Städtische Seniorentreffs : am Woog, in Kranichstein und Eberstadt .
22
7 Fazit
Durch den zu erwartenden Bevölkerungsanstieg in den Altersgruppen ab 75 Jahren
wird sich der Bedarf an pflegerischer Versorgung auch bei einer eher konstant ble i-
benden Pflegequote in der Wissenschaftsstadt Darmstadt erhöhen.
Die Gründe für die Wahl der pflegerischen Versorgung sind vielschichtig. Die g e-
samtgesellschaftlichen Entwicklungen hinsichtlich der Möglichkeiten und Motivation
Angehöriger, Pflege in den Familien zu leisten, sind da bei wesentlich. Die Studien
zur Pflegebereitschaft Angehöriger in Deutschland kommen dabei allerdings zu un-
terschiedlichen Ergebnissen. Positiv betrachtet kann in Darmstadt für die Jahre
2003 bis 2015 ein Trend zu mehr „ambulant-vor-stationär“ festgestellt werden (sie-
he Kapitel 5).
Durch das PSG II und III will der Gesetzgeber den ambulanten Bereich stärken.
Gleichzeitig werden auch die Interessen der Menschen in den stationären Einric h-
tungen stärker fokussiert, als dies seither der Fall war.
Um dem vielfältigen individuellen Bedarf mit geeigneten Angeboten zu begegnen,
sind neben ambulanten Strukturen auch künftig stationäre Pflegeeinrichtungen e r-
forderlich. Die konzeptionellen Grundlagen müssen sich stetig weiter entwickeln.
Viele stationäre Einricht ungen haben beispielsweise für Menschen mit Demenz eige-
ne Wohnbereiche.
Die besondere geographische Lage der Gebietskörperschaften Darmstadt und des
Landkreises Darmstadt-Dieburg ist ein Faktor bei der Prognose des Versorgungsb e-
darfes. Neben den verschiedenen Wanderungsbewegungen in den Landkreis bzw.
nach Darmstadt werden hier auch die unterschiedlichen Angebote zu möglichen Ve r-
änderungen des Bedarfs , insbesondere an stationärer Pflege, führen. Hierzu ist eine
differenzierte Auswertung der Eigen - und Fremdversorgung gerade in der vollstati o-
nären Dauerpflege zur Konkretisierung als Folgemaßnahme erforderlich.
Eine gesicherte Prognose zum Bedarf an zusätzlichen Angeboten vollstationärer
Dauerpflege erfordert eine umfassende kontinuierliche Bewertung aller hierfür maß-
geblichen genannten Aspekte, insbesondere der Auswirkungen der Pflegestärkungs-
gesetze. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt wird dies evaluieren und gemeinsam mit
den Kooperationspartner*innen aus dem Netzwerk der Fachkonferenz Altenhilfe ge-
eignete Maßnahmen zur Umsetzung der vollstationären Angebote in Darmstadt en t-
wickeln.
In allen stationären Pflegeeinrichtungen in Darmstadt sind so genannte eingestreute
Kurzzeitpflegeplätze vorhanden . Daneben gibt es eine Solitäreinrichtung für Kurz-
zeitpflege. Insbesondere nach der Entlassung aus dem Krankenhaus wird diese Ve r-
sorgungsform auch künftig benötigt, um Ressourcen und Fähigkeiten des pflegeb e-
dürftigen Menschen zu stärken. So kann die Rückkehr in die eigene Häuslichkeit e r-
möglicht werden. Auch zur Entlastung von Angehörigen ist Kurzzeitpflege weiterhin
ein wichtiges Angebot. Eine differenzierte Betrachtung zu künftigen Bedarfen ist e r-
forderlich.
23
Die genannten Pflegestärkungsgesetze haben die Angebote der Tagespflege weiter
attraktiv gemacht. Tagespflege kann die häusliche Pflegesituation stärken und somit
stationäre Aufenthalte verhindern. Gleichzeitig dient auch Tagespflege der Unte r-
stützung und Entlastung pflegender Angehöriger. Unter Bezugnahme auf die pro g-
nostizierten Bedarfe sind hier gemeinsam mit den Netzwerkpartner*innen Konzepte
zur Umsetzung zu entwickeln.
Alle Dienstleistungen im Kontext professioneller Pflege sind wesentlich abhängig von
der Qualifikation des Pflegepersonals. Um auch künftig die Qualität der Pflegelei s-
tungen sicher zu stellen ist es erforderlich, dass alle beteiligten Organisationen in
Darmstadt eine entsprechende Entwicklung über ihre Strukturen unterstützen.
Das Regionaldossier des Hessischen Pflegemonitors 14 für die kreisfreie Stadt Dar m-
stadt beschreibt den künftigen Bedarf an Pflegefachpersonal. Wegen der demografi-
schen Entwicklung werden zukünftig mehr Pflegefachkräfte in der ambulanten und
stationären Pflege benötigt. Auf der einen Seite steigt die Zahl älterer, pflegebedür f-
tiger Personen. Darüber hinaus wird ein beträchtlicher Teil der derzeit noch tätigen
Pflegefachkräfte altersbedingt a us dem Erwerbsleben ausscheiden. In Bezug zum
Beschäftigtenstand des Jahres 2015, müsste die Zahl der Beschäftigten bis zum
Jahr 2030 um 73 Prozent, dies bedeutet 339 Pflegefachkrä fte, erweitert werden.
Damit liegt Darmstadt jedoch noch unter dem Hessischen L andesdurchschnitt von
85 Prozent.
Dieser Herausforderung gilt es sich im Verbund der Fachkonferenz Altenhilfe und
ihrer Mitglieder zu stellen und lokale Lösungsansätze zu entwi ckeln.
So unterschiedlich die Bedarfe älterer pflegebedürftiger Menschen und die ihrer
Netzwerke sind, so unterschiedlich müssen auch die Angebote sein. Neben den klas-
sischen ambulanten, teilstationären und vollstationären Pflegeeinrichtungen werden
künftig verstärkt alternative Wohnformen in den Fokus rücken.
Vor dem Hintergrund, dass ältere Menschen ohne Angehörige zum Sterben nicht
mehr ins Heim möchten, aber auch nicht länger in der eigenen Wohnung versorgt
werden können, sind Konzepte der Sterbebegleitung und der Ausbau von Hospizen
und palliativen Angeboten weiter erforderlich, insbesondere die z. B. an eine stati o-
näre Altenpflegeeinrichtung angegliedert sind/ sein können 15.
Die kommunalen Strukturen unterstützen die Entwicklung in gee igneter Form. Die
Wissenschaftsstadt Darmstadt hat sich zum Ziel gesetzt , in Zusammenarbeit mit der
Fachkonferenz Altenhilfe regelmäßig notwendige Angebote zu identifizieren. Neben
qualitativen Betrachtungen zählen hierzu quantitative Untersuchungen.
14 Hessischer Pflegemonitor, http://www.hessischer -
pflegemonitor.de/2017/fileadmin/user_upload/2014/212_Darmstadt.pdf [Abgerufen 12.03.18]
15 http://www.sozialplanung -senioren.de/das-handbuch/gesundheit -und-pflege/55-stationaereteil-stationaere-
pflegeinfrastruktur/index.html [Abgerufen 13.02.2018]
24
Die Pflegebedarfsplanung bietet die notwendige Basis , um den Bürgerinnen und
Bürgern in Darmstadt jetzt und in Zukunft eine gute Pflegeinfrastruktur zu ermögl i-
chen.
Die Fachverwaltung der Wissenschaftsstadt Darmstadt leitet gemeinsam mit den
Netzwerkpartner*innen der Fachkonferenz Handlungsempfehlungen aus den in der
Pflegebedarfsplanung benannten Themenstellungen ab. Insbesondere in den A r-
beitsgruppen stationäre Pflege und ambulante Pflege der Fachkonferenz Altenhilfe
sind schließlich praxisorientierte Konzepte zu entwickeln.
25
Literatur
Barmer GEK (Hg.) (2016): Pflegereport. Berlin
Bertelsmann Stiftung (Hg.) (2015): Sozialplanung für Senioren. URL:
http://www.sozialplanung -senioren.de/das -handbuch/gesundheit -und-pflege/55-
stationaereteil -stationaere-pflegeinfrastruktur/index.html [ Stand: 13.02.2018]
Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen (BIVA) e.V. (Hg.) (2014):
Rechtsprobleme beim Betreuten Wohnen für Senioren, Bonn.
Förderverein Gemeinsames Wohnen Jung und Alt e.V. Darmstadt (Hg.) (2018): Gemeinschaft-
lich Wohnen - Wohnprojekte in Darmstadt. URL: http://www.wohnprojekte -
darmstadt.de/wohnprojekte/ [Stand 07.02.2018]
Rothgang, H. (2000): Pflegebedarfsplanung in Deutschland - Gegenstand, Bilanz und Pe r-
spektiven, in: Zeitschrift für Sozialreform, 46 (11), S. 1003 - 1021
Statistisches Bundesamt (Hg.) (2017): Pflegestatistik 2015, Pflege im Rahmen der Pfleg e-
versicherung, Deutschlandergebnisse. Wiesbaden
Statistisches Bundesamt (Hg.) (2017): Pflegestatistik 2015, Pflege im Rahmen der Pfleg e-
versicherung, Kreisvergleich. Wiesbaden
Statistisches Bundesamt (Hg.) (2017): Pflegestatistik 2015, Pflege im Rahmen der Pfleg e-
versicherung, Ländervergleich . Wiesbaden
Wissenschaftsstadt Darmstadt (Hg.) 2016: Sozialplanung der Bedarfe älterer Menschen .
Darmstadt
Wissenschaftsstadt Darmstadt (H g.) (2017): Demografiebericht 3, Perspektiven für Dar m-
stadt, Statistische Mitteilungen 1/2017. Darmstadt
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1 Entwicklung der Altersgruppen über 75 Jahren; eigene Darstellung ------------------ 7
Abbildung 2, Entwicklung der Altersgruppen über 75 Jahre; Quelle: eigene Darstellung -------- 8
Abbildung 3, Quelle: Pflegestatistik 2015, eigene Berechnung -------------------------------- ------------ 9
Abbildung 4, Pflegequoten Wissenschaftsstadt Darmstadt; Quelle: Statistisches Bundesamt
2017 -------------------------------- -------------------------------- -------------------------------- --------------------------- 10
Abbildung 5, vollstationäre Pflegeplätze in den Stadtteilen; Quelle: eigene Darstellung ------- 11
Abbildung 6, vollstationäre Pflegeeinrichtungen in Da. u. Bevölkerung ab 75 J., (Stand
31.12.2016) Quelle: GeoMedia Smart Client, Stand 10/2017 -------------------------------- ----------- 12
Abbildung 7, Anfragen zu vollstationären Pflegeplätzen, Quelle: Pflegestützpunkt Darmstadt
-------------------------------- -------------------------------- -------------------------------- -------------------------------- -- 13
Abbildung 8, Bestand und Bedarf vollstationäre Dauerpflegeplätze, eigene Berechnung ----- 14
Abbildung 9 teilstationäre Pflege, Quelle: Wissenschaftsstadt Darmstadt -------------------------- 15
Abbildung 10 Bedarf an teilstationären Pflegeplätzen; Quelle: eigene Berechnungen ---------- 17
26
Abbildung 11 Wohngemeinschaften in Darmstadt, Quelle: eigen e Darstellung -------------------- 18
Abbildung 12, Palliativ - und Hospizdienste, eigene Darstellung -------------------------------- -------- 20
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1 Bevölkerung nach Altersgruppen in den Darmstädter Stadtteilen am 31.12.2016
100% = 159.982 Quelle: Wissenschaftsstadt Darmstadt ................................ ..................... 6
Tabelle 2 Bevölkerungsentwicklung nach Altersgruppen, absolute Zahlen, Demografiebericht
2017, S. 63 ................................ ................................ ................................ ....................... 7
Glossar
Betreutes Wohnen : Betreutes Wohnen ist bis heute keine gesetzlich eindeutig definierte
Wohnform. Es existieren auch keine allgemein gültigen Mindestanforderungen. Hinter dieser
Wohnform verbergen sich daher unterschiedliche Konzepte, was dazu führt, dass der
Markt sehr unübersichtlich ist. Seit 2006 gibt es allerdings die Dienstleistungsnorm DIN
77800. Mittels ihres Inhalts werden die Bereiche Angebot, Informationsgestaltung und Qual i-
tät durch einen von DIN CERTCO über den TÜV Rheinland an erkannten Prüfer überprüft und
besichtigt. Die Zertifizierung ist jedoch nicht verpflichtend für den Betrieb einer Wohnanlage
zum Betreuten Wohnen. Es kann jedoch für die Verbraucher eine Entscheidungshilfe sein.
Hinzu kommt aber auch, dass auch der Begrif f selbst das Produkt irreführend beschreibt:
Nicht das Wohnen wird betreut, sondern die in diesen Einrichtungen lebenden Menschen 16.
Kurzzeitpflegeplätze : Eine vorübergehende Pflege und Betreuung einer pflegebedürftigen
Person in einer vollstationären Einrichtung.
Kurzzeitpflege , eingestreute: Einzelne Kurzzeitpflegeplätze in einer vollstationären Pfleg e-
einrichtung.
Pflegequote: Anzahl der Pflegebedürftig en durch Anzahl der Bevölkerung .
Tagespflege: Einrichtung, in der pflegende Angehörige ihre pflegebedürftigen Familienmi t-
glieder tagsüber betreuen lassen können .
16 Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen (BIVA) e.V. , S. 3, 2014, Bonn.
27
Herausgeberin | Kontakt
Wissenschaftsstadt Darmstadt
Amt für Soziales und Prävention
Altenhilfe
Frankfurter Str. 71
64293 Darmstadt
E-Mail Amt-fuer-Soziales-und-
Praevention@darmstadt.de
Internet www.darmstadt.de
anlage 2
5688 Zeichen
- 2 -
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats-
geschäftsstelle:
15.03.2018
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat V an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss-
fassung Fachausschuss
Amt: Amt für Soziales
und Prävention OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
V 50
Stvv
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2018/0074
Magistratsbeschluss-Nr.
103
Internetfähig
Produkt-Nr.: 315110
Kostenstelle: 050-012-1010 Investitionsnummer:
Kostenträger: 3151-10 Sachkonto: 6179002
Betreff: Pflegebedarfsplan für die Wissenschaftsstadt Darmstadt 2018 bis 2025
Vorlage vom: 07.03.2018
Beschlussvorschlag:
1. Dem Pflegebedarfsplan für die Wissenschaftsstadt Darmstadt für die Jahre 2018 bis
2025 wird zugestimmt.
2. Die Fachverwaltung wird beauftragt, gemeinsam mit den Netzwerkpartner*innen der
Fachkonferenz Altenhilfe Handlungsempfehlungen aus den in der Pflegebedarfsplanung
benannten Themenstellungen abzuleiten.
Anlagen: Pflegebedarfsplan für die Wissenschaftsstadt Darmstadt für die Jahre 2018 bis
2025
Datenschutzrelevante Anlage:
- 3 -
Folgekosten: Ja Nein
Beschluss des Magistrats vom 21.03.2018
Der Vorlage wird zugestimmt.
- 4 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 07.03.2018
Das Hessische Ausführungsgesetz zur Pflegeversicherung gibt vor, die Bedarfsplanung der
kreisfreien Städte und der Landkreise nach Maßgabe des landesweiten Rahmenplans
vorzunehmen (Hess. Ausführungsgesetz zum Pflegeversicherungsgesetz 30. April 1997, § 4
Abs. 2). Auch das Pflegestärkungsgesetz III verlangt die Erarbeitung einer
Pflegestrukturplanung zur Sicherstellung der pflegerischen Infrastruktur nach Maßgabe
landesrechtlicher Vorschriften.
Die Planung schließt ein:
1. Die Bestandsaufnahme der Angebote,
2. die Feststellung, ob quantitativ ausreichend Angebote zur Verfügung stehen und
3. die Klärung der Frage, ob und gegebenenfalls welche Maßnahmen zur Herstellung,
Sicherung oder Weiterentwicklung von Angeboten er forderlich sind.
Die Planung umfasst dabei insbesondere Pflegeformen sowie Angebote für spezielle
Zielgruppen und die Weiterentwicklung der örtlichen Infrastruktur.
Die vorliegende Pflegebedarfsplanung für die Wissenschaftsstadt Darmstadt
für die Jahre 2018 bis 2025 beinhaltet eine Bedarfsplanung für vollstationäre Pflegeplätze
und für den Bereich der Tagespflege, die auf nachvollziehbaren Parametern beruht. Eine
Bedarfsdeckung wird angenommen, wenn der zu erwartenden Nachfrage nach den jeweiligen
Pflege- und Betreuungsleistungen ein mindestens deckungsgleiches Angebot gegenübersteht.
Dabei müssen auch Wahlmöglichkeiten in angemessenem Umfang zur Verfügung stehen. Die
Bedarfsplanung für teil- und vollstationäre Pflegeeinrichtungen in Darmstadt enthält
entsprechende Bedarfsberechnungen.
Nach der vorliegenden Bedarfsberechnung ergibt sich für Darmstadt bis zum
Jahr 2025 eine Bedarfslücke von 27 vollstationären Pflegeplätzen. Die drei
Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz werden dem ambulanten Bereich
zugeordnet.
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt kann durch das Steuerungsinstrument der
Pflegebedarfsplanung für vollstationäre Pflegeeinrichtungen interessierte Investoren deutlich
darauf hinweisen, ob und wann der Bedarf in Darmstadt rechnerisch gedeckt ist. Es ist
jedoch zu bedenken, dass die Auswirkungen der Pflegestärkungsgesetze II und III noch nicht
absehbar sind. Ob sich hierdurch ein höherer oder niedrigerer Bedarf entwickelt, muss weiter
genau evaluiert werden.
Neben der stationären Versorgung ist vo rrangig von Bedeutung, dass Menschen in Darmstadt
auch bei eintretender Pflegebedürftigkeit möglichst in ihrem häuslichen Wohnumfeld
verbleiben können und die nötigen Unterstützungsangebote zur Verfügung stehen. Dazu ist
die Initiierung und Entwicklung vo n bedarfsorientierten ambulanten Versorgungsstrukturen
besonders in den Blick zu nehmen. Diese sollen sozialraumorientiert und partizipativ
gestaltet werden, wie zum Beispiel die Angebote von Hiergeblieben e. V. in Kranichstein und
anderen. Bei der Konzeption und dem Ausbau neuer Wohnflächen, wie beispielsweise den
Konversionsflächen, wird die Wissenschaftsstadt Darmstadt stets diese Ansätze und die
Bedarfe im Rahmen der städtebaulichen Entwicklung einbringen.
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat sich zum Ziel gesetzt, in Zusammenarbeit mit der
Fachkonferenz Altenhilfe, regelmäßig notwendige Angebote zu identifizieren. Neben
qualitativen Betrachtungen zählen hierzu quantitative Untersuchungen.
Die vorliegende Pflegebedarfsplanung ist zu evaluieren und wurde mit dem Vorstand der
Fachkonferenz Altenhilfe abgestimmt. Sie ist regelmäßig fortzuschreiben.
Die Fachverwaltung der Wissenschaftsstadt Darmstadt leitet gemeinsam mit den
Netzwerkpartner*innen der Fachkonf erenz Altenhilfe Handlungsempfehlungen aus den in der
Pflegebedarfsplanung benannten Themenstellungen ab und entwickelt zusammen mit der
Fachkonferenz Altenhilfe praxisorientierte Konzepte. Mit der vorliegenden
Pflegebedarfsplanung der Wissenschaftsstadt D armstadt wird nach dem Bericht zur
Sozialplanung älterer Menschen aus dem Jahr 2016 ein weiterer wichtiger Baustein im
Kontext der kommunalen Daseinsvorsorge vorgestellt. Sie bietet eine verlässliche Basis, um
den Bürgerinnen und Bürgern in Darmstadt eine gute Pflegeinfrastruktur anzubieten.
Darmstadt, 07.03.2018
50/wl
Dezernat V
Barbara Akdeniz
Stadträtin
2018/0074
5662 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
15.03.2018
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat V an die Stadtverordnete nversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Amt: Amt für Soziales
und Prävention OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2018/0074
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.: 315110
Kostenstelle: 050-012-1010 Investitionsnummer:
Kostenträger: 3151-10 Sachkonto: 6179002
Betreff: Pflegebedarfsplan für die Wissenschaftsstadt Darmstadt 2018 bis 2025
Vorlage vom: 07.03.2018
Beschlussvorschlag :
1. Dem Pflegebedarfsplan für die Wissenschaftsstadt Darmstadt für die Jahre 2018 bis
2025 wird zugestimmt.
2. Die Fachverwaltung wird beauftragt, gemeinsam mit den Netzwerkpartner*innen der
Fachkonferenz Altenhilfe Handlungsempfehlungen aus den in der Pflegebedarfs planung
benannten Themenstellungen ab zuleiten.
Anlagen: Pflegebedarfsplan für die Wissenschaftsstadt Darmstadt für die Jahre 2018 bis
2025
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
- 2 -
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 07.03.2018
Das Hessische Ausführungsgesetz zur Pflegeversicherung gibt vor, die Bedarfsplanung der
kreisfreien Städte und der Landkreise nach Maßgabe des landesweiten Rahmenplans
vorzunehmen (Hess. Ausführungsgesetz zum Pflegeversicherungsgesetz 30. April 1997, § 4
Abs. 2). Auch das Pflegestärkungsgesetz III verlangt die Erarbeitung einer
Pflegestrukturplanung zur Sicherstellung der pflegerischen Infra struktur nach Maßgabe
landesrechtlicher Vorschriften.
Die Planung schließt ein:
1. Die Bestandsaufnahme der Angebote,
2. die Feststellung, ob quantitativ ausreichend Angebote zur Verfügung stehen und
3. die Klärung der Frage, ob und gegebenenfalls welche Maßnahmen zur Herstellung,
Sicherung oder Weiterentwicklung von Angeboten erforderlich sind.
Die Planung umfasst dabei insbesondere Pflegeformen sowie Angebote für spezielle
Zielgruppen und die Weiterentwicklung der örtlichen Infrastruktur.
Die vorliegende Pflegeb edarfsplanung für die Wissenschaftsstadt Darmstadt
für die Jahre 2018 bis 2025 beinhaltet eine Bedarfsplanung für vollstationäre Pflegeplätze
und für den Bereich der Tagespflege , die auf nachvollziehbaren Parametern beruht. Eine
Bedarfsdeckung wird angenom men, wenn der zu erwartenden Nachfrage nach den jeweiligen
Pflege- und Betreuungsleistungen ein mindestens deckungsgleiches Angebot gegenübersteht.
Dabei müssen auch Wahlmöglichkeiten in angemessenem Umfang zur Verfügung stehen. Die
Bedarfsplanung für teil - und vollstationäre Pflegeeinrichtungen in Darmstadt enthält
entsprechende Bedarfsberechnungen.
Nach der vorliegenden Bedarfsberechnung ergibt sich für Darmstadt bis zum
Jahr 2025 eine Bedarfslücke von 27 vollstationären Pflegeplätzen. Die drei
Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz werden dem ambulanten Bereich
zugeordnet.
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt kann durch das Steuerungsinstrument der
Pflegebedarfsplanung für vollstationäre Pflegeeinrichtungen interessierte Investoren deutlich
darauf hinweisen, ob und wann der Bedarf in Darmstadt rechnerisch gedeckt ist. Es ist
jedoch zu bedenken, dass die Auswirkungen der Pflegestärkungsgesetze II und III noch ni cht
absehbar sind. Ob sich hier durch ein höherer oder niedrigerer Bedarf entwickelt, muss weiter
genau evaluiert werden.
Neben der stationären Versorgung ist vorrangig von Bedeutung, dass Menschen in Darmstadt
auch bei eintretender Pflegebedürftigkeit möglichst in ihrem häuslichen Wohnumfeld
verbleiben können und die nötigen Unterstützungsange bote zur Verfügung stehen. Dazu ist
die Initiierung und Entwicklung von bedarfsorientierten ambulanten Versorgungsstrukturen
besonders in den Blick zu nehmen. Diese sollen sozialraumorientiert und partizipativ
gestaltet werden, wie zum Beispiel die Angeb ote von Hiergeblieben e. V. in Kranichstein und
anderen. Bei der Konzeption und dem Ausbau neuer Wohnflächen, wie beispielsweise den
Konversionsflächen, wird die Wissenschaftsstadt Darmstadt stets diese Ansätze und die
Bedarfe im Rahmen der städtebaulichen Entwicklung einbringen.
- 4 -
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat sich zum Ziel gesetzt, in Zusammenarbeit mit der
Fachkonferenz Altenhilfe , regelmäßig notwendige Angebote zu identifizieren. Neben
qualitativen Betrachtungen zählen hierzu quantitative Untersuchungen.
Die vorliegende Pflegebedarfsplanung ist zu evaluieren und wurde mit dem Vorstand der
Fachkonferenz Altenhilfe abgestimmt. Sie ist regelmäßig fortzuschreiben .
Die Fachverwaltung der Wissenschaftsstadt Darmstadt leitet gemeinsam mit den
Netzwerkpartner*innen der Fachkonferenz Altenhilfe Handlungsempfehlungen aus den in der
Pflegebedarfsplanung benannten Themenstellungen ab und en twickelt zusammen mit der
Fachkonferenz Altenhilfe praxisorientierte Konzepte. Mit der vorliegenden
Pflegebedarfsplanung der Wissenschaftsstadt Darmstadt wird nach dem Bericht zur
Sozialplanung älterer Menschen aus dem Jahr 2016 ein weiterer wichtiger Baus tein im
Kontext der kommunalen Daseinsvorsorge vorgestellt. Sie bietet eine verlässliche Basis, um
den Bürgerinnen und Bürgern in Darmstadt eine gute Pflegeinfrastruktur anzubieten.
Darmstadt, 07.03.2018
50/wl
Dezernat V
Barbara Akdeniz
Stadträtin
anlage 3
209 Zeichen
Punkt 9: Pflegebedarfsplan für die Wissenschaftsstadt Darmstadt 2018 bis 2025 (V-Nr. 2018/0074) Der Ausschuss empfiehlt der Stadtverordnetenversammlung, der Vorlage zuzustimmen. Stimmenthaltung: AfD
anlage 4
141 Zeichen
Punkt 16: Pflegebedarfsplan für die Wissenschaftsstadt Darmstadt 2018 bis 2025 (V-Nr. 2018/0074) Der Vorlage wird einstimmig zugestimmt.
Beratungsverlauf (4)
Orte (8)
- Bachstraße 1
- Erbacher Straße 57
- Büschelstraße 2
- Stiftstraße 12b
- Bleichstraße 19
- Frankfurter Straße 71
- Schwarzer Weg 18c
- Akazienweg
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2018/0074
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 07.03.2018
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00