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A-R/0009/2016

Runder Tisch zur Reduktion von Plastiktüten in Münster

Antrag an den Rat 07.03.2016

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Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 16.03.2016, TOP 35.1

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4583 Zeichen

Antrag an den Rat Nr. A-R/0009/2016  
 
Bündnis 90/Die Grünen/GAL CDU 
Ratsfraktion Münster Ratsfraktion Münster 
 
 
02.03.2016 
Ratsantrag 
 
 
Runder Tisch zur Reduktion von Plastiktüten in Münster 
 
Der Rat möge beschließen:  
1. Die Verwaltung (Umweltamt,  Abfalllwirtschaftsbe triebe Münster (AWM), Münster 
Marketing) organisiert einen Runden Tisch, der die Möglichkeiten erörtert, den 
Gebrauch von Plastiktüten in Münster zu verringern . 
  
2. Zu beteiligen sind die Kaufmannschaft, die Initi ativen „Starke Innenstadt“, „Münster 
plastiktütenfrei“ von Greenpeace, der Handelsverband NRW Westfalen, der 
Münsterland e.V., die DEHOGA, die IHK Nord-Westfalen sowie den Initiatoren des 
Projektes „Unplastic Billerbeck“ und die Marktbeschicker. 
Die Ratsfraktionen sind in die Beratungen mit einzubeziehen. 
 
3. Der Runde Tisch erörtert insbesondere die Möglic hkeiten, den Gebrauch von 
Plastiktüten in der Stadt durch die Erhebung einer freiwilligen Abgabe oder durch 
einen freiwilligen Verzicht in Gewerbe und Einzelhandel zurückzudrängen.  
 
4. Weitere Themen dieses Runden Tisches sollen sein : 
-  Wie kann das Thema „Plastikfreies Münster“ werbewirksam in der Öffentlichkeit 
dargestellt werden? Wie kann das Thema „Plastikmüll/Einwegverpackung“ 
durch Projekte in Kindertagesstätten und Schulen platziert werden?  
- Kann eine umweltfreundliche „Stadttüte“ aus Recyclingmaterial (Vorbild: Projekt 
„Unplastic Billerbeck“) ein adäquates Mittel sein, um den Verzicht auf 
Plastiktüten und eine werbewirksame Kampagne zu verbinden? 
- Maßnahmen, um die ökologischen Probleme durch Pla stikmüll und 
Einwegverpackungen in Münster zu verringern. 
 
5. Vorschläge zu entwickeln, innerhalb der Verwaltu ng konsequent auf den Gebrauch 
von Plastiktüten zu verzichten. Darüber hinaus wird geprüft, inwiefern der Gebrauch 
von Plastik beim Büromaterial in der Stadtverwaltung reduziert werden kann. 
 
6. Handlungsempfehlungen dieses Runden Tisches sind  bis Ende September 2016 den 
Fachausschüssen und dem Rat zu präsentieren. 
Begründung: 
Plastik ist ein Artenkiller.  Nach Angaben des Bund für Umwelt und Naturschutz 
Deutschland (BUND) finden weltweit rund 7,5 Millionen Tonnen Plastikmüll ihren Weg in die 
Meere. Viele Tiere wie Vögel und Fische verenden an gefressenem Plastikmüll. Dieser 
gelangt in unseren Nahrungsmittelkreislauf.

Plastik ist eine sehr lang anhaltende Plage.  Plastiktüten werden im Durchschnitt nur 20 
Minuten genutzt, bis sie sich vollständig zersetzt haben, vergehen je nach Kunststoff 100 bis 
500 Jahre. In Deutschland werden laut Bundesumweltministerium jährlich 71 Plastiktüten pro 
Person verbraucht, das sind 6 Milliarden Plastiktüten pro Jahr. Für die Herstellung dieser 6 
Milliarden Tüten werden schätzungsweise 227 Millionen Erdöl verbraucht. Nur ein geringer 
Teil wird recycelt oder thermisch verwertet, etwa 90 Prozent landen auf Mülldeponien.  
Die Stadt Münster  kann mit einer Reduktionsinitiative gegen Plastiktüten  aufgrund ihrer 
Rolle als Einkaufszentrum des Münsterlandes auf lokaler Ebene ein Signal für NRW und den 
Bund setzen. Zahlreiche Initiativen, u. a. die Initiative Starke Innenstadt, „Sprakel 
plastiktütenfrei“, sowie „Münster plastiktütenfrei“ von Greenpeace Münster setzen erste 
Impulse.  
Das Umweltbundesamt (UBA) hat vorgeschlagen, Plastiktüten etwa in Kaufhäusern und 
Bekleidungsgeschäften nicht mehr gratis abzugeben. 
Der Handelsverband Deutschland (HDE) hat deshalb eine Selbstverpflichtung des Handels 
zur Verringerung von Kunststofftragetaschen entwickelt (s. Anlage). Die Vereinbarung 
befindet sich in der Abstimmung mit dem Bundesumweltministerium, aber bereits jetzt haben 
sowohl Filialunternehmen wie auch KMUs ihre Bereitschaft zur Unterzeichnung signalisiert. 
Besonders attraktiv erscheint die Einführung einer Stadttüte aus Recyclingmaterial bzw. 
Recyclingkunststoff, die als Werbeträger für den Einzelhandel fungieren kann. Auf der 
Stadttüte können beispielsweise auch Veranstaltungstermine veröffentlicht werden (siehe 
dazu Projekt „Unplastic Billerbeck“).  
Ein Imagegewinn für die Stadt Münster ist auch dem Stadtmarketing zuträglich, weshalb 
Münster Marketing die Überlegungen eines Runden Tisches federführend leiten sollte. Um 
eine flächendeckende Akzeptanz für den Verzicht auf Plastiktüten in der Münsteraner 
Bevölkerung zu erreichen, ist eine geeignete Werbeaktion durch die Stadt Münster 
wünschenswert.  
 
 
gez. Otto Reiners                                        gez. Stefan Weber        
und Fraktion                                                und Fraktion

Beratungsverlauf (1)

16.03.2016 Rat
TOP 35.1 Antrag Entscheidung

Beschluss: verwiesen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
A-R/0009/2016
Typ
Antrag an den Rat
Datum
07.03.2016
Erstellt
06.10.2020 14:37