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2016/0288

Elektromobilität und Einsatz von Elektrobussen im ÖPNV-Netz der Wissenschaftsstadt Darmstadt

Magistratsvorlage 24.08.2016

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2016/0288

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Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats - 
geschäftsstelle:  
07.09.2016 
an den Magistrat  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung:  
Dezernat III an die Stadtverordnetenversammlung  
   OBW zur Befassung  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
   zur abschließenden Beschluss - 
       fassung Fachausschuss  
 
 
Amt: Stadtplanungsamt  
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassu ng Magistrat 
Behandlung in  
öffentl. Sitzung  
Ja 
 
Nein 
 
Verteiler: 
I   III 
15  20   56   61   66  
Stvv 
 
 
 
Ja 
 
Nein  
 
Vorlage-Nr. 2016/0288 
 
Magistratsbeschluss -Nr. 
  
 
Internetfähig     
 
Produkt-Nr.: 547 
Kostenstelle:  910-020-1000 Investitionsnummer:        
Kostenträger:  5470-11 Sachkonto: 7 125 011 
 
Betreff: Elektromobilität und Einsatz von Elektrobussen im ÖPNV -Netz der 
Wissenschaftsstadt Darmstadt  
 
Vorlage vom: 24.08.2016  
 
Beschlussvorschlag : 
 
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt bekennt sich zur Elektromobilität und erklärt ihre Absicht, die 
Umstellung der innerstädtischen Buslinien auf Elektrobusbetrieb voranzutreiben.  
 
Die Einzelmaßnahmen werden in separaten Gremienvorlagen zur Beschlussfassung vorgelegt.  
 
 
Anlagen:   
 
Datenschutzrelevante Anla ge:  
 
Folgekosten:    Ja    Nein

- 2 - 
 
Beschluss des Magistrats vom

- 3 - 
 
Begründung zur Magistratsvorlage vom 24.08.2016 
 
Elektromobilität gilt heute als Zukunftstechnologie für die Reduzierung verkehrsbedingter 
Emissionen von Kohlendioxid, weiteren Luftschadstoffen und Lärm. Mit Strom angetriebene 
Fahrzeuge sollen deshalb insbesondere die städtische Feinstaub -, Abgas- und Lärmbelästigung 
zukünftig deutlich senken. Regenerativ gespeiste Elektromobilität kann darüber hinaus 
zentraler Bestandteil eines smarten und ressourcenschonenden urbanen Lebensstils sein. Vor 
diesem Hintergrund ist es erklärtes Ziel der Bundesregierung, Deutschland als Leitmarkt und 
Leitanbieter für Elektromobilität zu etablieren und bis 2020 mit Hilfe verschiedener 
Förderinstrumente eine Million Elektrofahrzeuge im Land rollen zu lassen. 
Darmstadt und die Region Rhein -Main bieten den notwendigen Fachverstand für die 
Etablierung der Mobilität der Zukunft, nicht zuletzt dank des intensiven Austauschs zwischen 
Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung sowie der erfolgreichen Umsetzung und Fortführun g 
von frühen Initiativen auf dem Gebiet der Elektromobilität. Beispielsweise beteiligt sich der 
städtische Energieversorger ENTEGA am Projekt eFlotte des hessischen 
Wirtschaftsministeriums, welches sich an KMU (Kleinstunternehmen, kleine und mittlere 
Unternehmen) in Hessen richtet. Unternehmen können ein von der eFlotte gestelltes 
Elektroauto zwei Wochen lang in die eigene Firmenflotte integrieren und so die Vorteile von 
Elektromobilität unter realen Bedingungen erfahren. ENTEGA und HSE haben es sich zum Zi el 
gesetzt, einen entscheidenden Beitrag zur nachhaltigen Mobilität zu leisten, indem sie schon 
im Jahr 2020 Elektroautos an Kunden verleasen und ihr Ökostrom -Angebot ausbauen (HEAG 
2040 Zukunftsstudie). Gleichzeitig sieht der Darmstädter Koalitionsvertrag  für die 
Legislaturperiode 2016 -2021 die Erstellung eines Ladesäulen -Katasters, die Installation von 
Ladesäulen sowie die Bereitstellung der nötigen technischen Infrastruktur in Kooperation mit 
ENTEGA vor. Elektromobilität in Darmstadt heißt aber nicht nur  E-Autos, dazu gehören auch 
Elektrofahrräder, der ÖPNV, der Einsatz von E -Mobilität in der öffentlichen Dienstleistung, 
Elektromobilität als Bestandteil der Stadtentwicklung sowie neue Formen von 
Mobilitätsmanagement. Schon heute ersetzt die Stadtverwaltun g einige Dienstwagen durch 
Elektrofahrräder und plant im Rahmen des betrieblichen Mobilitätsmanagements ein 
Fuhrparkkonzept umzusetzen, in dem auch Elektromobilität integriert werden soll. Außerdem 
stellt Elektromobilität eine wichtige Komponente im region alen und kommunalen Mobilitäts - 
und Verkehrsmanagement dar. Die aktuell entstehende Lincoln -Siedlung soll zum Beispiel 
Modellquartier für auto - und verkehrsreduziertes Wohnen mit den Schwerpunkten 
Mobilitätsmanagement, Stellplatzorganisation, Car -Sharing u nd Elektromobilität sein. Als 
erster Baustein steht  mit „mein lincoln mobil “ den Kunden der bauverein AG in der Lincoln -
Siedlung mehrere mit Ökostrom betriebene Elektroautos zur Verfügung. Die 
Wissenschaftsstadt Darmstadt ist schließlich Projektpartner bei  dem Verbundprojekt 
„Dienstleistungen fördern elektrische Mobilität“ (DieMoRheinMain), in dem praxisnahe 
Dienstleistungen zur Elektromobilität für Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, die 
öffentliche Hand und Aufgabenträger entwickelt und erprobt werden. 
Der ÖPNV-Sektor nimmt als Mitglied des Umweltverbundes seit jeher eine Vorreiterrolle bei der 
zukunftsorientierten umwelt - und klimafreundlichen Mobilität ein. In Darmstadt kommt dabei 
den Straßenbahnen und Bussen eine besondere Rolle zu, da sie durch den d ichten Takt und 
die zentralen Verknüpfungspunkte Luisenplatz und Hauptbahnhof das Rückgrat der urbanen 
Mobilität bilden. Einerseits erlaubt ihr Fahrplanangebot eine Reduzierung des 
Individualverkehrs und trägt damit zu einer deutlichen Verringerung des Flä chenverbrauchs 
und der Schadstoffbelastung bei, andererseits tragen ÖPNV -Fahrzeuge bzw. Dieselbusse, auch 
wenn in relativ geringem Maße, selbst über die Nutzung fossiler Energieträger und die damit 
verbundenen Schadstoff - und Lärmbelastungen zur Umweltschä digung bei. Das gilt 
insbesondere für städtische Bereiche, die für den sonstigen Verkehr gesperrt sind. Ein

- 4 - 
moderner und elektromobiler ÖPNV unterstützt deshalb die Ziele des Klimaschutzes durch die 
weitgehende Reduzierung von Emissionen, die hohe Kontaktd ichte als Vermittler 
funktionierender Elektromobilität und die Verlagerungspotentiale aus dem MIV. Schon heute 
wirken die mit Ökostrom betriebenen Straßenbahnen entlastend für die Verkehrsabwicklung in 
der Stadt und dem Umland und unterstützen die Wissensc haftsstadt Darmstadt bei der 
Erreichung ihrer lokalen Klimaschutzziele (s. Luftreinhalteplan 2015). Die Ausweitung 
emissionsfreier Mobilität durch die Umstellung der innerstädtischen Buslinien auf elektrischen 
Betrieb ist der nächste Schritt in Richtung ve rbesserter Luftreinhaltung und somit höherer 
Wohn- und Lebensqualität in Darmstadt. 
Auf dem städtischen Gebiet gibt es täglich über 1.100 Busfahrten, davon 740 vom 
kommunalen Verkehrsunternehmen HEAG mobiBus. Um einen Beitrag zu Umweltschutz und 
Nachhaltigkeit im Sinne der Stadtwirtschaftsstrategie (s. Klimaschutzkonzept, Vorlage -Nr. 
2013/0309) zu leisten, hat der Aufsichtsrat der HEAG mobilo im September 2014 
beschlossen, bis zum Jahr 2025 möglichst alle Buslinien mit Elektroantrieb zu betreiben. 
Dabei können jährlich 1.180 Tonnen Kohlendioxid eingespart und durch die Entkopplung vom 
internationalen Rohstoffmarkt langfristig auch wirtschaftliche Vorteile erzielt werden (VCBD -
Studie). HEAG mobilo hat im November 2015 eine vom Hessischen Ministerium für Wirts chaft, 
Energie, Verkehr und Landesentwicklung geförderte Machbarkeitsstudie initiiert, welche den 
Elektrobuseinsatz in Darmstadt untersucht hat. Die Ergebnisse haben die Umsetzbarkeit eines 
Elektrobusbetriebs auf den innerstädtischen Linien grundsätzlich b estätigt. Geplant ist, nach 
einer ersten Pilotphase mit eine m Standard - und einem Gelenkbus die gewonnenen 
Erkenntnisse auszuwerten und in den weiteren Prozess für die Beratung einer 
flächendeckenden Einführung von elektrisch betriebenen Bussen einfließen zu lassen. 
Die Stadt Darmstadt begrüßt die Innovationsoffensive des kommunalen Verkehrsunternehmens 
HEAG mobilo und bekennt sich zur Elektromobilität. Nachdem sie das Modellprojekt zur 
Erprobung von Hybridbussen auf der Linie L (Magistratsbeschluss 23 zu V orlage-Nr. 
2010/0524) unterstützt hat, strebt sie einen weiteren Schritt in Richtung des Ausbaus eines 
auf elektrischer Energie beruhenden ÖPNV und bekundet hiermit ihre Absicht, den 
flächendeckenden Einsatz von Elektrobussen zu fördern, wie auch in der 
Koalitionsvereinbarung für die Legislaturperiode 2016 -2021 festgehalten ist. Eine verbindliche 
und klare Verankerung der Elektromobilität wird im neuen Nahverkehrsplan der DADINA 
erfolgen. 
Neben den bereits eingeleiteten Maßnahmen wird das Stadtplanungsamt gemeinsam mit dem 
Amt für Wirtschaftsförderung ein Konzept zur Förderung der Elektromobilität erarbeiten. In der 
darin zu erarbeitenden Handlungsstrategie sollen rechtliche, gestalterische und technische  
Rahmenbedingungen definiert und die Beteiligten identifiziert werden. Das Konzept soll nach 
Möglichkeit im Rahmen des nächsten Förderaufrufs der Förderrichtlinie Elektromobilität des 
Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur erarbeitet wer den. Hierzu folgt eine 
gesonderte Magistratsvorlage. 
Darmstadt, den 24.08.2016 
III/61.4 ÖPNV dp -aß 
 
Dezernat III      Dezernat IV 
i.V. 
 
 
 
Jochen Partsch      André Schellenberg  
Oberbürgermeister      Stadtkämmerer

Beratungsverlauf (5)

TOP 15
TOP 21
TOP 11
TOP 423
TOP 11

Orte (1)

  • Luisenplatz

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Details

Vorlagen-Nr.
2016/0288
Typ
Magistratsvorlage
Datum
24.08.2016
Erstellt
29.09.2026 00:00