SV-2019/0064
Antrag der Fraktion Die Linke. vom 17. Oktober 2019 betr. Gute-Arbeit und Tarifbindung beim Wohnpark Kranichstein
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Punkt 45.1: Antrag der Fraktion Die Linke. vom 17. Oktober 2019 betr. Gute-Arbeit und Tarifbindung beim Wohnpark Kranichstein (V-Nr. SV-2019/0064) Die Fraktion Die Linke. legt der Stadtverordnetenversammlung eine geänderte Fassung ihres Antrags vor. Der Antrag hat nunmehr folgenden Wortlaut: Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen: 1. Die Stadt Darmstadt sieht sich in der Verantwortung für gute und gut entlohnte Arbeit in ihrem Einflussbereich. 2. Pflegeberufe müssen finanziell aufgewertet werden . Die Beschäftigten müssen von ihrem Einkommen sorgenfrei leben können und auch im Alter vor Armut geschützt sein. Das schuldet die Gesellschaft denjenigen, die die belastenden und verantwortungsvollen Aufgaben in der Pflege erfüllen. Außerdem wird sich un ter den gegenwärtigen Bedingungen der Mangel an qualifizierten und motivierten Arbeitskräften verschärfen, mit entsprechenden Folgen für die Belastung der Beschäftigten und die Versorgung der Pflegebedürftigen. 3. Die Stadtverordnetenversammlung sieht das Verhalten der Eigentümer der Seniorenwohnanlage und Pflegeeinrichtung hinsichtlich des ausgehandelten Haustarifvertrages kritisch und appelliert an die Geschäftsführung, diesen Tarifvertrag abzuschließen. Die Fraktionen Bü90/Die Grünen und CDU stellen folgenden Änderungsantrag: Der Antragstext wird wie folgt ersetzt durch: Im Wohnpark Kranichstein wird von den Mitarbeiter/innen eine wichtige und anerkennenswerte Arbeit zur Versorgung von alten und pflegebedürftig en Menschen geleistet. Diese Arbeit wird von uns wertgeschätzt und sollte eine faire Entlohnung erfahren. In einer langen und ausführlichen Diskussion haben wir im Sozialausschuss die Situation erörtert. Der Ausschuss hat sich mehrheitlich für einen Appell an die Verhandlungspartner ausgesprochen, eine im Interesse der Bewohner/innen und Mitarbeiter/innen einvernehmliche Einigung zu treffen. Diesen Appell bekräftigen wir in der Stadtverordnetenversammlung mit allem Nachdruck. Die SPD beantragt den Ältesten rat einzuberufen, um über die Vorgehensweise beim Abstimmen zu beraten. Sitzungsunterbrechung: 20:10 Uhr bis 20:22 Die Vorsitzende gibt das Ergebnis der Beratung des Ältestenrates bekannt. Beide Anträge werden gegeneinander abgestimmt. Für den Änderungsantrag der Fraktionen Bü90/Die Grünen und CDU stimmen folgende Fraktionen: Bü90/Die Grünen, CDU, AfD und FDP Für den Antrag der Fraktion Die Linke. stimmen: SPD, UFFBASSE, Die Linke. und UWIGA Stimmenthaltung: Stadtv. Sigmund (fraktionslos) Damit ist dem Antrag in der Fassung des Änderungsantrags der Fraktionen Bü90/Die Grünen und CDU zugestimmt.
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Punkt 8: Antrag der Fraktion Die Linke. vom 17. Oktober 2019 betr. Gute-Arbeit und Tarifbindung beim Wohnpark Kranichstein (SV-Nr. 2019/0064) Nach mehreren Beschlussvorschlägen der Fraktionen SPD und UFFBASSE Modifikation des Resolutionstextes der Fraktion Die Linke. lässt der Vorsitzende über den Antrag von Stadtv. Schleith (CDU-Fraktion) als den weitestgehenden abstimmen, den Resolutionsantrag nicht abzustimmen, sondern den Appell der Diskussion im Ausschuss, eine einvernehmliche Einigung zu treffen, mitzunehmen. Dem Antrag wird zugestimmt. Gegenstimmen: Fraktionen SPD, Die Linke. und UFFBASSE Somit ist die Abstimmung der beiden anderen Anträge erledigt.
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Resolutionsantrag an die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Darmstadt Vorlage-Nr. SV-2019/0064 Antrag der Fraktion Die Linke. vom 17. Oktober 2019 betr. Gute-Arbeit und Tarifbindung beim Wohnpark Kranichstein Darmstadt, den 17.10.2019 Gute Arbeit und Tarifbindung beim Wohnpark Kranichstein Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen: 1. Die Stadt Darmstadt sieht sich in der Verantwortung für gute und gut entlohnte Arbeit in ihrem Einflussbereich. 2. Pflegeberufe müssen finanziell aufgewertet werden. Di e Beschäftigten müssen von ihrem Einkommen sorgenfrei leben können und auch im Alter vor Armut geschützt sein. Das schuldet die Gesellschaft denjenigen, die die belastenden und verantwortungsvollen Aufgaben in der Pflege erfüllen. Außerdem wird sich unter den gegenwärtigen Bedingungen der Mangel an qualifizierten und motivierten Arbeitskräften verschärfen, mit entsprechenden Folgen für die Belastung der Beschäftigten und die Versorgung der Pflegebedürftigen. 3. Die Stadtverordnetenversammlung sieht das Verha lten der Eigentümer der Seniorenwohnanlage und Pflegeeinrichtung hinsichtlich des ausgehandelten Haustarifvertrages kritisch und appelliert an die Geschäftsführung, diesen Tarifvertrag abzuschließen. Landgraf-Philipps-Anlage 32 64283 Darmstadt Telefon 06151 / 66 90 310 Telefax 06151 / 66 90 533 info@linksfraktion-darmstadt.de www.linksfraktion-darmstadt.de 2 Begründung: 2018 hat die ENTEGA AG den Wohnpark Kranichstein an den einen Betreiber verkauft, nachdem zunächst von einer weiteren Verpachtung die Rede gewesen war. Zuvor hatten die Beschäftigen an die Stadt bzw. die ENTEGA AG appelliert, bei der Vergabe darauf zu achten, dass der künftige Betreiber bereit ist, soziale Verantwortung zu übernehmen. Insbesondere wünschten die Beschäftigten „eine Übernahme durch einen seriösen Betreiber, der Tarifverträge anwendet und Tariflöhne zahlt.“ In einem Schreiben an die zuständige ver.di-Sekretärin sicherte OB Jochen Partsch zu, dass unter anderem dieser Punkt „als Kriterium im Hinblick auf die Auswahl Berücksichtigung finden“ werde. In der Tat zeigte die Senioren Residenz Wohnpark Kranichstein GmbH zunächst die Bereitschaft, den tariflosen Zustand und die über 20-jährige Durststrecke ohne Lohnerhöhung zu beenden: am 23. Juli 2019 wurde eine Tarifeinigung für ein neues Vergütungssystem rückwirkend zum 01.07.2019 erzielt. Manteltarifverhandlungen zur Regelung der Altersvorsorge, der Zuschläge für Schichtarbeit und weiteren Rahmenbedingungen sollten im zweiten Halbjahr 2020 erfolgen. Doch zwei Monate später zog der Arbeitgeber die Zustimmung zum ausgehandelten Haustarif zurück und legte stattdessen eine hausinterne Regelung ohne Tarifvertrag vor. Diese interne Regelung ist gegenüber dem Tarifvertrag finanziell deutlich ungünstiger (siehe untenstehende Auflistung, Quelle ver.di-Tarifinfo). Außerdem sollen anstelle der in Tarifverträgen üblichen automatischen Stufensteigerungen Leistungsstufen eingeführt werden, die nach Gutdünken der Vorgesetzten zu erreichen sind, oder eben nicht. Beides ist für die Beschäftigten nicht akzeptabel. Deshalb traten sie am 18.10. in Warnstreik, um für den ausgehandelten Vertrag Druck zu machen. Nach Informationen der Gewerkschaft ver.di haben mittlerweile viele Beschäftigte den Wohnpark verlassen und sind zu anderen Trägern abgewandert. Wenn kein Tarifvertrag abgeschlossen wird, werden ihnen absehbar weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter folgen. Bereits jetzt könnten die Besetzungen auf den Wohnbereichen kaum aufrecht erhalten werden, Zeitarbeit und sogar die Mithilfe der Angehörigen seien an der Tagesordnung. Es geht also nicht nur um bessere Löhne und Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten, sondern auch um das Wohl der Bewohnerinnen und Bewohner des Wohnparks. Beides darf der Stadt Darmstadt nicht egal sein.
Beratungsverlauf (3)
Orte (1)
- Landgraf-Philipps-Anlage 32
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Details
- Vorlagen-Nr.
- SV-2019/0064
- Typ
- Antrag
- Datum
- 17.10.2019
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00