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V/0407/2005

Modellprojekt "Wohnen für Hilfe"

Vorlage 17.05.2005

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Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 29.06.2005, TOP 23

Beschlussvorlage

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Beschlussvorlage

11890 Zeichen

DER OBERBÜRGERMEISTER 
Amt für Wohnungswesen 
 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Modellprojekt "Wohnen für Hilfe - Wohnungspartnerschaften zwischen älteren und jungen 
Menschen" 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
02.06.2005 Ausländerbeirat Vorberatung 
08.06.2005 Ausschuss für Personal, Recht und Ordnung Vorberatung 
14.06.2005 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung Vorberatung 
16.06.2005 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft Vorberatung 
23.06.2005 Kommission zur Förderung der Integration von Menschen mit Behinderungen
 Vorberatung 
29.06.2005 Hauptausschuss Vorberatung 
29.06.2005 Rat Entscheidung
 
 
Beschlussvorschlag: 
Sachentscheidung: 
 
1. Die bestehenden Angebote und Serviceleistungen zur Verbesserung der Wohn- und Le-
benssituation sowohl älterer Menschen als auch der Studierenden werden um das Angebot 
„Wohnen für Hilfe“ ergänzt. 
 
2. Es wird im Amt für Wohnungswesen ein/e Projektmitarbeiter/in zur Koordinierung einge-
setzt. Für den Zeit vom 01.07.2005 bis 31.05.2008 wird 1,0 Stelle Vergütungsgruppe IVa 
Bundesangestelltentarifvertrag mit dem Vermerk „kw 31.05.2008“ eingerichtet und aus den 
Projektmitteln finanziert. 
 
3. Die Konzeption für das Modellprojekt „Wohnen für Hilfe“ wird zur Kenntnis genommen. 
 
4. Die Verwaltung legt dem Rat im IV. Quartal 2006 einen Zwischenbericht über den Verlauf 
des Projektes und die weiteren Perspektiven vor. 
 
 
 
Kosten/Folgekosten 
 
Es wird zur Kenntnis genommen, dass Kosten in Höhe von bis zu 232.421 € entstehen. Laut Zu-
wendungsbescheid des Versorgungsamtes Düsseldorf vom 04.05.2005 fördert das Ministerium für 
Gesundheit und Soziales, Frauen und Familie des Landes NRW das Modellprojekt mit 185.621 € 
Vorlagen-Nr.: 
V/0407/2005 
Auskunft erteilt: 
Frau  Regenitter 
Ruf: 
492 64 00 
E-Mail: 
RegenitG@stadt-muenster.de  
Datum: 
17.05.2005 
Öffentliche Beschlussvorlage

- 2 - 
(80 % der Gesamtkosten). Der städtische Eigenanteil in Höhe von bis zu 46.800 € (20 % der Ge-
samtkosten) wird aus dem Budget des Amtes für Wohnungswesen ohne Mehrbelastung für den 
Etat finanziert. 
 
Finanzierung/Mittelbereitstellung 
 
Die oben genannte Sachentscheidung ist wie folgt zu finanzieren:  
 
Einnahmen 
 
Haush.- 
stelle 
Bezeichnung Haush.- 
jahr 
Betrag 
€ 
Bemerkung 
2005 35.775 
2006 61.769 
2007 62.150 
6200.171.1000.3 Zuwendung des Landes 
Nordrhein-Westfalen 
2008 25.927 
Außerplanmäßige 
Mittelbereitstellung 
. 
 
Insgesamt: 185.621  
 
Ausgaben 
 
Haush.- Betrag Haush.- 
stelle 
Bezeichnung 
jahr € 
Bemerkung 
2005 35.775 
2006 61.769 
2007 62.150 
6200.590.1000.0 Ausgaben Projekt  
"Wohnen für Hilfe" 
2008 25.927 
Außerplanmäßige 
Mittelbereitstellung 
 
Insgesamt: 185.621  
 
Befristung 
 
Der Zeitraum für die Durchführung des Modellprojektes „Wohnen für Hilfe“ ist befristet bis zum 
31.05.2008. 
 
 
Begründung: 
 
1. Konzept des Projektes „Wohnen für Hilfe“
 
 
Die Idee
 
 
Ältere Menschen, die über ausreichend Wohnraum verfügen und Unterstützung im Alltag brau-
chen, bieten jüngeren Menschen, die über wenig Geld verfügen und bezahlbaren Wohnraum su-
chen, eine Unterkunft. Das Besondere dabei ist, dass die Miete, ganz oder teilweise, nicht mit 
Geld, sondern in Form von Hilfsleistungen abgegolten wird. 
Als Faustregel gilt: eine Stunde Hilfe im Monat für einen Quadratmeter Wohnraum, zuzüglich einer 
finanziellen Pauschale für die anteiligen Nebenkosten (Heizung, Wasser, Strom, etc.). 
 
Hintergrund
 
 
Ältere Menschen wollen so lange wie möglich selbständig leben. Viele von ihnen leben allein. Der 
Anteil der älteren Menschen, die in Wohnungen leben, die aufgrund des Auszugs der Kinder sowie 
des Tods des Partners über mehr Zimmer verfügen als sie tatsächlich noch nutzen, wird als relativ

- 3 - 
groß eingeschätzt. Altersbedingte körperliche Einschränkungen oder Behinderungen erschweren 
den Alltag, Isolation und Einsamkeit sowie Ängste vor Kriminalitätsdelikten älterer Menschen 
kommen noch hinzu.  
In Ausbildung befindliche junge Menschen (Studierende, Auszubildende)  sind vorrangig auf 
preiswerten Wohnraum angewiesen. In der Hochschulstadt Münster kommt es regelmäßig zu Be-
ginn der Wintersemester zu Engpässen bei der Versorgung der Studierenden mit Wohnraum. Be-
sonders betroffen sind in dieser Hinsicht junge Menschen ausländischer Herkunft oder mit Migra-
tionshintergrund. Dabei bringen viele junge Menschen, die zu einer Ausbildung aus dem Ausland 
nach Deutschland kommen, eine Erfahrung mit, die zunehmend mehr Jugendlichen in Deutsch-
land fehlt: das Aufwachsen in einer Großfamilie. Aufgrund dieser Sozialisation zeigen sich auslän-
dische junge Menschen oft sehr aufgeschlossen Wohnformen gegenüber, die eine Art "Familien-
anschluss" bieten. Andererseits suchen auch nicht wenig junge Deutsche - vor, neben oder nach 
ihrer eigentlichen Ausbildung - zunehmend nach Erfahrungen im sozialen Bereich (Freiwilliges 
Soziales Jahr; Zivildienst; ehrenamtliches soziales Engagement). 
 
Vorteile des  Zusammenlebens von Alt und Jung
 
 
Ein freiwilliges Zusammenleben zwischen älteren und jungen Menschen kann den älteren Men-
schen das Sicherheitsgefühl zurückgeben, eine bestehende Isolation wird aufgebrochen. Auch 
aktiven älteren Menschen bringen die ganz konkreten Hilfeleistungen durch den Studierenden eine 
Erleichterung im Alltag. 
Als grundlegender Mehrwert für beide Seiten ist der  Verständniszuwachs zwischen zwei Generati-
onen zu sehen, optimalerweise durch die Weitergabe wichtiger Lebenserfahrungen an die jüngere 
Generation und das Aneignen bzw. Vertiefen sozialer Kompetenzen der jungen Generation. 
 
Die jungen Menschen profitieren darüber hinaus ganz konkret durch dieses generationenübergrei-
fende Zusammenleben und den hieran angeschlossenen, vereinbarten Hilfeleistungen dem älteren 
Menschen gegenüber, wenn es z.B. um die Beantragung von Stipendien, die Suche nach Prakti-
kumsplätzen oder später nach Arbeitsstellen geht. Das Engagement im sozialen Bereich wird mitt-
lerweile in vielen Institutionen und Unternehmen anerkannt bzw. ist sogar bei manchen Stiftungen 
die Voraussetzung für eine Stipendiumszusage. 
Junge ausländische Menschen erfahren selber wiederum eine Hilfe in der (angewandten) Sprach-
förderung seitens des älteren Menschen. 
 
Projektziele
 
 
Das Projekt "Wohnen für Hilfe" versucht, diese o ben geschilderten, an sich ganz unterschiedlichen 
Bedürfnisse und Probleme zweier Generationen zu verknüpfen und einer gemeinsamen Lösung 
zuzuführen: indem man nach preiswerten Wohnraum suchenden  jungen Menschen anbietet, 
gegen Hilfeleistungen für einen älteren Menschen bei diesem zu wohnen. 
Weitere Ziele: 
ƒ Das bewusste Zusammentreffen unterschiedlicher Erfahrungshorizonte und Lebensperspekti-
ven kann zu einem Verständigungszuwachs  zwischen zwei Generationen führen, die gerade 
in heutigen Gesellschaften zunehmend weniger Verbindungspunkte haben (Stichworte: "Gene-
rationskonflikt"; "Krieg der Generationen"). Im Gegensatz zu einem normalen, auf finanzieller 
Basis beruhenden Untermietverhältnis soll sich in einer solchen Wohnpartnerschaft etwas von 
dem verwirklichen, was eigentlich Grundlage jeder Bürgergesellschaft ist: gelebte Solidarität, 
Gemeinsinn und gegenseitige Achtung - in diesem Fall zwischen zwei Generationen und ggf. 
sogar zwischen verschiedenen Kulturen. 
ƒ Es könnte eine finanzielle Entlastung im Budget der Sozialleistungen erreicht werden, da der 
Bedarf an Hilfe z.B. durch den Kommunalen Sozialdienst durch die Alltags-Hilfeleistungen so-
wie das "Nicht-Mehr-Allein-Leben" zurückgeht.

- 4 - 
ƒ Die älteren Menschen, insbesondere mit körperlichen Einschränkungen oder Behinderungen, 
erhalten konkrete Hilfestellungen im Alltag  und können dadurch länger in ihrer vertrauten 
Umgebung leben. 
ƒ Junge Menschen erlernen durch das freiwillige Zusammenleben mit Menschen einer ganz an-
deren Generation sehr direkt und konkret soziale Kernkompetenzen. 
ƒ Der Wohnungsmarkt erfährt eine Entlastung im Segment des preiswerten Wohnraums . 
 
Maßnahmen 
 
Die Stadt Münster ist in vielen Bereichen durch verschiedenartige Maßnahmen und Projekte be-
reits engagiert, eine Verbesserung der Wohnraumversorgung und Lebenssituation sowohl älterer 
Menschen als auch der Studierenden herbeizuführen. 
Das Projekt "Wohnen für Hilfe" setzt hieran an, indem es in der Reihe der bereits bestehenden, 
ganz konkreten Beratungs- und Hilfsangeboten des Sozialamtes und des Amtes für Wohnungswe-
sen für ältere Menschen, "Wohnberatung", "Wohnraumanpassung" sowie "Hilfen zum Umzug" als 
ein weiteres Modul etabliert werden soll. Auch die bestehende Zusammenarbeit innerhalb des vom 
Amt für Wohnungswesen geleiteten Runden Tisches zur Studentischen Wohnraumversorgung 
kann für das Projekt hilfreich genutzt werden. Das Modul sieht eine Koordinierungsstelle für die 
Vermittlung, Beratung und Begleitung der Wohnpartnerschaften zwischen älteren und jungen 
Menschen vor. 
In Deutschland haben bereits mehrere Städte ein derartiges Projekt realisiert (München, Freiburg, 
Frankfurt) oder sind derzeit in der Aufbauphase begriffen (Köln). 
 
Verfahren
 
 
Es findet eine Vermittlung zwischen älteren M enschen, die Unterstützung im Alltag suchen und 
dafür Wohnraum zur Verfügung stellen können und wollen, und jungen, in einer Ausbildung befind-
lichen Menschen, die ein soziales Interesse am Zusammenleben mit älteren Menschen haben und 
eine Unterkunft suchen (Bsp: 1 h Hilfe/m
2 Wohnfläche pro Monat). 
Folgende Aufgaben umfasst die Koordinierungsste lle, die beim Amt für Wohnungswesen ange-
bunden werden soll: 
 
♦ Sprechstunden ♦ Einwerbung von Sponsoring-Mitteln 
♦ Beratung ♦ Netzwerkarbeit mit dem Studentenwerk 
♦ Vermittlung ♦ Netzwerkarbeit mit den Senioreneinrichtungen 
♦ Betreuung während der Mietzeit ♦ Dokumentation 
♦ Interessententreffen ♦ administrative Arbeiten 
♦ Öffentlichkeitsarbeit  
 
Kooperationspartner des Amtes für Wohnungswesen: 
 
Im Rahmen der Durchführung des Projektes wird die Kooperation und Vernetzung mit verschiede-
nen Partnern angestrebt: 
 
ƒ Projektleitungen der "Wohnen für Hilfe" - Projekte der Städte München, Freiburg, Frankfurt 
sowie Köln 
ƒ Prof. Dr. Anne-Lotte Kreickemeier (Kontaktperson zu Homeshare International) 
ƒ Frau Dr. Renn, Vorsitzende der Landesseniorenvertretung NRW 
ƒ Runder Tisch der Senioren 
ƒ Lokale Seniorenvertretungen und -einrichtungen 
ƒ Geschäftsführung des Studentenwerks 
ƒ Leitung der Zentralen Studienberatung 
ƒ ReferentInnen der ASten von Uni und FH 
ƒ Runder Tisch zur Verbesserung der studentischen Wohnraumversorgung

- 5 - 
ƒ Geschäftsführungen der Wohnungsunternehmen und des Haus- und Grundeigentümervereins 
ƒ Frau Prof. Bock – Rosenthal als Dozentin im Fachbereich „Pflege“ der Fachhochschule Müns-
ter sowie als Ansprechpartnerin des Vereins „Generationengerechtigkeit e.V.“ 
 
2. Finanzierung 
 
Die Verwaltung hat im Dezember 2004 mit dem Ministerium für Gesundheit, Soziales, Frauen und 
Familie des Landes NRW (MGSFF) Kontakt aufgenommen und die Projektidee vorgestellt. In Ab-
stimmung mit dem MGSFF stellte die Verwaltung im Februar diesen Jahres den Antrag auf Ge-
währung einer Zuwendung für das Modellprojekt „Wohnen für Hilfe – Wohnpartnerschaften zwi-
schen älteren und jungen Menschen“, der am 04.05.2005 positiv beschieden wurde. 
Laut Zuwendungsbescheid fördert das Land das Projekt mit einer Laufzeit von drei Jahren. Es 
stellt hierfür 185.621 € zur Verfügung (80 % der Gesamtkosten). Die Verwaltung wird als Eigenmit-
tel den Arbeitsplatz, die technische Ausstattung für die Projektleitung, den Raum für die Beratungs-
tätigkeit, die Post- und Fernmeldegebühren und personelle Ressourcen für die Unterstützung bei 
der Planung und Durchführung des Modellprojektes einbringen (20 % der Gesamtkosten). 
Finanziert werden die Eigenmittel aus dem Budget des Amtes für Wohnungswesen ohne Mehrbe-
lastung für den Etat 
 
 
I.V. 
 
 
Dr. Klein

Beratungsverlauf (7)

02.06.2005 5. Sitzung
TOP 2.2 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
08.06.2005 Ausschuss für Personal, Recht und Ordnung
TOP 5 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
14.06.2005 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung
TOP 9 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
16.06.2005 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft
TOP 5.3 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
23.06.2005 Kommission zur Förderung der Integration von Menschen mit Behinderungen
TOP 7 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
29.06.2005 Hauptausschuss
TOP 26 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben

Zur Sitzung
29.06.2005 Rat
TOP 23 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung

Details

Vorlagen-Nr.
V/0407/2005
Typ
Vorlage
Datum
17.05.2005
Erstellt
06.10.2020 14:37