3477/2017
Mindeststandards zur Flüchtlingsunterbringung - Stärkung standortübergreifende Betreuung und Steuerung Ehrenamtler
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Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/56 V/56/562 Vorlagen-Nummer 30.11.2017 3477/2017 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Integrationsrat 04.12.2017 Bezirksvertretung 2 (Rodenkirchen) 04.12.2017 Bezirksvertretung 3 (Lindenthal) 04.12.2017 Bezirksvertretung 4 (Ehrenfeld) 04.12.2017 Bezirksvertretung 9 (Mülheim) 04.12.2017 Bezirksvertretung 1 (Innenstadt) 07.12.2017 Bezirksvertretung 5 (Nippes) 07.12.2017 Bezirksvertretung 8 (Kalk) 07.12.2017 Bezirksvertretung 6 (Chorweiler) 14.12.2017 Bezirksvertretung 7 (Porz) 14.12.2017 Ausschuss Soziales und Senioren 14.12.2017 Mindeststandards zur Flüchtlingsunterbringung - Stärkung standortübergreifende Betreuung und Steuerung Ehrenamtler Mit Ratsbeschluss vom 11.07.2017 zu den „Mindeststandards zur Flüchtlingsunterbringung und über- planmäßige Mittelbereitstellung 2017“ (Vorlage Session 0544/2017/1) wird die Verwaltung zur Stär- kung des Ehrenamtes mit der Umsetzung mehrerer Maßnahmenpakete beauftragt. Dazu gehört u.a. die folgende Einzelmaßnahme: Stärkung der standortübergreifenden Betreuung und Steuerung der Ehrenamtler durch Finan- zierung einer halben Stelle bei freien Trägern, KABE-Mitgliedern, dem Forum für Willkom- menskultur und der ehrenamtlichen muslimischen Flüchtlingshilfe, in Summe 9 x 0,5 = 4,5 Stellen. Hieraus resultieren jährliche Mehraufwendungen in Höhe von 334.800 € Die Begründung des o.g. Ratsbeschlusses vom 11.07.2017 lautet dazu wie folgt: „Die Stelleninhaber/-innen sollen Steuerungs- und Koordinationsaufgaben für alle Unterbrin- gungseinrichtungen übernehmen. Beispielhaft sind folgende Aufgaben aufzuführen: Vermitt- lung bei Konflikten zwischen Ehrenamt und Hauptamt in einzelnen Einrichtungen. Unterstüt- zung der Einrichtungen bei Maßnahmen und Aktivitäten, um Ungleichgewichte ehrenamtlichen Engagements in den Stadtbezirken auszugleichen. Die Verwaltung beabsichtigt vor Beauftra- gung eines Trägers, das detaillierte Aufgabenprofil noch einmal in der Arbeitsgruppe zu disku- 2 tieren und abzustimmen (Welcher Aufgabenzuschnitt im Detail erzielt mit Blick auf das Ehren- amt die größte Wirkung?). Nach dieser Festlegung soll ebenfalls in der Arbeitsgruppe abge- stimmt werden, welcher Träger oder Trägerverbund das beschriebene Aufgabenprofil am bes- ten erfüllen kann und die Aufgabe übernehmen soll.“ Zwischenzeitlich hat die Arbeitsgruppe unter Moderation des Amtes für Wohnungswesen getagt, konnte aber kein einheitliches Meinungsbild zum detaillierten Aufgabenprofil und zur Aufgabenvertei- lung und damit einhergehend zur Verteilung der 4,5 Stellen herstellen. Die Verwaltung nimmt somit die Zuordnung der städtisch finanzierten 4,5 Stellen (9 x 0,5) wie folgt vor: AK muslimische Flüchtlingsarbeit 0,5 Stellen (bezirksübergreifend) Forum für Willkommenskultur 0,5 Stellen (bezirksübergreifend) KABE/Büro für Bürgerengagement (AWO) 0,5 Stellen (für 1 Stadtbezirk) KABE/Kölner Freiwilligenagentur: 0,5 Stellen (für 1 Stadtbezirk) KABE/SKF Börse f. bürgersch.. Engagement 0,5 Stellen (für 1 Stadtbezirk) KABE/ Ceno e.V. 0,5 Stellen (für 1 Stadtbezirk) Diakonie 0,5 Stellen (für 1 Stadtbezirk) Bürgerzentrum Ehrenfeld 0,5 Stellen (für 2 Stadtbezirke) Bürgerzentrum Alte Feuerwache 0,5 Stellen (für 2 Stadtbezirke) Begründung der Zuordnung: Bei der beschriebenen Zuordnung werden die vorhandenen Strukturen und individuellen Stärken von freien Trägern und Trägerorganisationen, die im Ratsbeschluss vom 11.07.2017 genannt sind, be- rücksichtigt. Dabei gelten folgende Prämissen: • Der Träger sollte nicht mit einer Betreuungsträgerschaft für Wohnheime beauftragt sein. • Er ist bereits tätig in der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit. • Er ist ein freier Träger oder KABE-Mitglied oder im Beschluss namentlich benannt. • Einrichtungen und Ehrenamt in allen Stadtbezirken sollen profitieren. Der AK Muslimische Flüchtlingsarbeit und das Forum für Willkommenskultur agieren in ihrer jeweili- gen Struktur bezirksübergreifend und werden mit jeweils 0,5 Stellen (=1,0 Stellen) berücksichtigt. Der AK Muslimische Flüchtlingsarbeit besteht aus mehr als 20 unterschiedlichen Muslimischen Verei- nen, Initiativen, Gemeinden etc., die vielfach jeweils örtlich, aber in ihrer Gesamtheit stadtweit aktiv sind. Es gilt, diese Kräfte zu stärken und verstärkt an die bestehenden (örtlichen) Strukturen anzubin- den. Hier ist also eine wichtige Koordinierungsaufgabe zu leisten, um das Ehrenamt bei den Muslimi- schen Akteuren gut einsetzen zu können. Dies stärkt u.a. auch die Gesamtheit der Willkommensinitia- tiven, weil sie die sprachlichen Ressourcen und den interkulturellen Zugang nutzen können. Die Stär- kung der örtlichen Strukturen zieht weitere überörtliche Bedarfe nach sich wie z.B. besondere The- men in den Vernetzungstreffen. Das Forum für Willkommenskultur ist ein Kooperationsprojekt der Kölner Freiwilligen Agentur und des Kölner Flüchtlingsrats. Es vernetzt die Engagierten und unterstützt sie dabei, ihr Engagement für alle Seiten wirkungsvoll zu gestalten. Zudem setzt das Forum eigene Impulse, um die Willkommenskultur für Flüchtlinge weiterzuentwickeln und dadurch ihre Ressourcen und ihre gesellschaftliche Teilhabe zu stärken. Angebote des Forums, z.B. Vermittlung ehrenamtlich tätiger Supervisor/-innen und Sprachmittler/-innen, Hilfe bei der Gründung von Arbeitskreisen, Beratung bei der Suche nach einem Engagement/nach Engagierten, Gestaltung von Veranstaltungen, werden stadtweit bereitgestellt. 3 Profile der Träger mit bezirklicher Orientierung Die o.g. 4 KABE-Organisationen, die beiden Bürgerzentren und die Diakonie werden mit jeweils 0,5 Stellen (=3,5 Stellen) bezirksbezogen berücksichtigt. In der KABE (Kölner Arbeitskreis für Bürgerschaftliches Engagement) sind sechs Vermittlungsagentu- ren zusammen geschlossen. Jede Vermittlungsagentur berät Freiwillige und vermittelt sie in geeigne- te ehrenamtliche Tätigkeiten. Die Einsatzstellen für die ehrenamtlichen Tätigkeiten kennt die KABE- Agentur durch ihren regelmäßigen Kontakt zu Organisationen, Vereinen, Initiativen und Verbänden, die durch die jeweilige KABE-Agentur Beratung und Unterstützung erhalten. Insbesondere 4 Agentu- ren: das Büro für Bürgerengagement, die Kölner Freiwilligenagentur, die SKF Börse für bürgerschaft- liches Engagement und der Ceno e.V. zeichnen sich durch ihre Struktur und ihre Erfahrungen in der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit besonders aus. Das Büro für Bürgerengagement, welches bei der AWO angebunden ist, unterstützt das freiwillige projektbezogene Engagement und die verbandsübergreifende ehrenamtliche Arbeit in Köln und ist für alle Einrichtungen offen. Das Angebot des Büros umfasst z.B. die Information, Beratung und Beglei- tung von Menschen mit und ohne Migrationsbiografie, die sich ehrenamtlich auf Dauer oder auf Zeit engagieren wollen. Auch die Fortbildung für Haupt- und Ehrenamtliche, z. B. zu den Themen „Inter- kulturelle Zusammenarbeit im Ehrenamt und in der Flüchtlingsarbeit“ oder "Fit fürs Ehrenamt" sowie Informationsveranstaltungen in Kooperation mit der VHS Köln stehen auf dem Programm des Büros für Bürgerengagement. Die Kölner Freiwilligenagentur hat sich seit ihrer Gründung im Dezember 1998 zu einem Kompetenz- zentrum in Sachen Ehrenamt entwickelt. Ca. 600 Einrichtungen, Vereine und Initiativen arbeiten mit der Agentur zusammen. So kann die Agentur den Freiwilligen viele verschiedene ehrenamtliche Ein- satzstellen anbieten, u.a. auch im sozialen Bereich. Die Agentur engagiert sich sehr in der Willkommenskultur für Flüchtlinge. Schwerpunktmäßig sind hier u.a. die Themen Ehrenamtliche Mentorinnen und Mentoren für Flüchtlinge, Unterstützung von Flüchtlingskindern durch Patinnen und Paten sowie das o.g. initiierte Forum für Willkommenskultur zur Unterstützung der Kölner Willkommensinitiativen und als Anlaufstelle für Freiwillige in der Flücht- lingsarbeit zu nennen. Die SKF-Börse für bürgerschaftliches Engagement, angebunden beim SKF (Sozialdienst katholischer Frauen) bespricht mit Bürgern und Bürgerinnen intensiv die Interessen für ein freiwilliges Engagement und sucht dann nach den geeigneten Einsatzstellen vor allem im Bereich der sozialen Arbeit mit Frauen, Kinder, Jugendlichen und Familien. Mit den verschiedenen Einrichtungen und Diensten, den Kolleginnen und Kollegen der Einsatzstellen wurden Standards entwickelt, die für eine gute Zusammenarbeit zwischen hauptamtlichen und freiwil- ligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern notwendig sind. Der Ceno e.V. (Centrum für nachberufliche Orientierung) hat insbesondere Menschen ab 50 Jahren im Blick, die sich in einer neuen Lebensphase oftmals für eine sinnstiftende, ehrenamtliche Tätigkeit interessieren. Neben der individuellen Beratung von Interessierten hat Ceno vielfältige Arbeitsberei- che und Engagementprojekte. So ist Ceno bspw. Experte für Patenprojekte und seit langem Träger eines Ausbildungspatenprojektes für Jugendliche. Der Verein fördert zudem die Integration jugendli- cher Flüchtlinge im Projekt „Paten für jugendliche Flüchtlinge" und ist seit 2015 Landeskoordinie- rungsstelle für AusbildungsPatenProjekte in NRW. Bei allen Projekten ist Ceno die kontinuierliche Begleitung der Engagierten wichtig. Dazu finden in den Projekten Vorbereitungsseminare und Erfah- rungsaustausche im Verlauf statt. Die Diakonie (Diakonisches Werk des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region) unterstützt Menschen in Krisensituationen und in sozial benachteiligten Stadtteilen. Als örtlicher Wohlfahrtsver- band bietet die Diakonie eine große Bandbreite von Hilfen in Köln, im Rheinisch-Bergischen-Kreis und im Rhein-Erft-Kreis an. Mehr als 200 Frauen und Männer engagieren sich ehrenamtlich bei die- sem freien Träger und werden intensiv auf ihre Aufgaben vorbereitet und fortlaufend geschult. Nicht nur bei den Seniorennetzwerken oder in der Wohnungslosenhilfe bietet die Diakonie Einsatzmöglich- keiten für Freiwillige. Auch im Bereich Migration werden Einsätze vermittelt, z.B. bei der Begleitung von Flüchtlingen im Alltag oder zu Ämtern und Ärzten. 4 In den Bürgerzentren Ehrenfeld und Alte Feuerwache (Innenstadt) ist das Flüchtlings-, Quartiersma- nagement aus dem NRW Sonderprogramm „ Hilfen im Städtebau für Kommunen zur Integration von Flüchtlingen“ mit jeweils 1 Stelle bis 31.12.2018 ausgestattet. Beide Bürgerzentren können jeweils einen weiteren (möglichst angrenzenden) Bezirk bei der Betreu- ung und Steuerung der Ehrenamtlichen unterstützen. Dabei kann auf wertvolle Erfahrungen in dem Thema ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit zurückgegriffen werden. Die bisher erfolgreich geleistete (Pro- jekt-)arbeit wird somit nicht gefährdet. Es kann darauf aufgebaut, sie kann fortgesetzt und in einen zweiten Bezirk hinein ausgedehnt werden. Durch die zuvor beschriebene Zuordnung der 9 x 0,5 Stellen (=4,5 Stellen) wird der Intention des Ratsbeschlusses vom 11.07.2017 Rechnung getragen: Alle 9 Stadtbezirke Kölns werden von der Finanzierung der neuen Stellen profitieren. Alle Bezirke sind bei einem freien Träger oder einer Trä- gerorganisation angebunden und erfahren durch die Stellenzusetzung wertvolle Unterstützung bei der Betreuung und Steuerung des Ehrenamtes vor Ort in den einzelnen Stadtbezirken. Das Thema Eh- renamt wird somit bezirksbezogen, praxis- und bedarfsorientiert gestärkt. Gez. Dr. Rau
Beratungsverlauf (11)
Beschluss: Kenntnis genommen
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Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3477/2017
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 30.11.2017
- Erstellt
- 13.11.2017 09:42