AN/0778/2020
VHS und Sprachraum nicht gegeneinander ausspielen: Integration und Weiterbildung im VHS-Studienhaus am Neumarkt wieder ermöglichen
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
SPD Antrag nach § 3
5800 Zeichen
An Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker SPD-Fraktion im Rat der Stadt Köln Rathaus, Spanischer Bau 50667 Köln fon 0221. 221 259 50 fax 0221. 221 246 57 mail fraktion@koelnspd.de web www.koelnspd.de Eingang beim Amt der Oberbürgermeisterin: 05.06.2020 AN/0778/2020 Antrag gem. § 3 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Rat 18.06.2020 VHS und Sprachraum nicht gegeneinander ausspielen: Integration und Weiterbildung im VHS-Studienhaus am Neumarkt wieder ermöglichen Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, die SPD-Fraktion bittet, folgenden Antrag auf die Tagesordnung des Rates am 18.06.2020 aufzunehmen. 1. Die Verwaltung wird aufgefordert, die Handlungsfähigkeit der VHS bis zum Beginn des Herbstsemesters wieder herzustellen, indem sie dafür sorgt, dass das Studienhaus am Neumarkt mit den eigens für Weiterbildungszwecke dimensionierten und ausgestatteten Seminarräumen wieder für Bildungsangebote genutzt werden können. 2. Die Schließung und Verdrängung des Sprachraums und anderer Bildungsangebote muss angesichts der rückläufigen Infektionszahlen umgehend rückgängig gemacht werden. 3. Die Verwaltung wird aufgefordert, kreative Lösungen für die akut vom Platzmangel b e- troffenen Bildungs- und Beratungseinrichtungen zu entwickeln, damit diese ihren Betrieb trotz der Verordnungen zum Schutz vor dem Corona-Virus wieder aufnehmen können. Begründung: Seit Beginn der Corona -Pandemie hat der Krisenstab der Stadt Köln das Infektions - und Kontaktmanagement des Krisenstabes im Studienhaus der VHS am Neumarkt unterg e- bracht, was aufgrund der räumlichen Nähe zum Gesundheitsamt zunächst eine sinnvolle Maßnahme darstellte. In den Zeiten mit hohen Infektionszahlen wurde durch die zusätzlich auf Honorarbasis eingestellten Mediziner und studentischen Kräfte dort wertvolle Arbeit zur Reduzierung der Ansteckungsrisiken geleistet. Wie zuletzt auf Nachfrage im Ausschuss Schule und Weiterbildung bekannt wurde, stehen der VHS seither 34 Seminarräume nicht mehr zur Verfügung, und etwa 40% des gesamten Kursangebotes der VHS liegt still. Für zahlreiche Kund*innen der VHS – pro Semester rund - 2 - 40.000 – bedeutet dies der totale Ausfall ihrer Kurse von der politischen Bildung bis hin zu den Integrationskursen. Besonders schwerwiegend ist dies für die Menschen mit Migrations- hintergrund und/oder mit Fluchterfahrung, die an Integrations- und Deutschkursen teilneh- men sollten. In 2019 waren dies 17.000 Personen. Aktuell spielt die Sprachförderung keine Rolle mehr in Köln, weil rund 12.000 Menschen mit Migrationshintergrund nicht mehr be- schult werden können. Betroffen ist auch der als offener Lernort für Menschen unterschiedlichster Herkunft sehr wichtige und stark genutzte Sprachraum im Erdgeschoss des Studienhauses, der von der Stadtbibliothek im Einvernehmen mit der VHS als Treffpunkt für den interkulturellen Aus- tausch am 31. Oktober 2015 eingerichtet wurde. Vor dem Hintergrund der steigenden Zahl von Schutzsuchenden, die in den Jahren 2014 und 2015 insbesondere wegen des Krieges in Syrien Zuflucht in Köln fanden, hat die Stadtbibliothek Köln den Sprachraum als Lern- und Begegnungsangebot für Deutschlernende und Ehrenamtliche ausgestattet und bereitgestellt. Durch das Engagement von Ehrenamtlichen in enger Zusammenarbeit mit der Stadtbiblio- thek ist der Sprachraum täglich mehrere Stunden geöffnet. Die Ehrenamtlichen bieten the- menbezogene Beratung oder Hausaufgabenhilfe an. Es gibt Gruppen- und Einzelarbeitsplät- ze, PCs mit Internetzugang, einen Präsenzbestand mit Deutsch-Lernmaterialien und vieles mehr, was gemeinsames und individuelles Lernen fördert. Außerdem wird der Raum sowohl von Gruppen als auch von Einzelpersonen genutzt. Auch außerhalb der regulären Öffnungs- zeiten werden ehrenamtliche Deutschkurse angeboten. Mit dem Sprachraum wurde ein bun- desweit vorbildliches Projekt der Geflüchteten- und Integrationsarbeit geschaffen, das sogar international auf Interesse stieß. Zuletzt wurden nicht nur die Integrationskurs-Angebote, sondern auch der Sprachraum we- gen der Gefahr der Ansteckung mit dem Corona-Virus geschlossen, aber alle Beteiligten rechneten mit einer baldigen Wiederöffnung – wie auch die Wiederaufnahme der Deutsch- und Integrationskurse. Jetzt werden Ehrenamtliche und Stadtbibliothek vor vollendete Tatsa- chen gestellt und müssen Mitte Juni weichen, damit die VHS zumindest einen Minimalbetrieb ihrer Integrations- und Deutschkurse wieder aufnehmen kann. Trotz rückläufiger Infektionszahlen in Köln und auch nach Aufgabe des Corona- Testzentrums im Rautenstrauch-Joest-Museum hält der Krisenstab weiterhin die großzügi- gen Flächen im VHS-Studienhaus für das Infektions- und Kontaktmanagement vor. Anstatt die Seminaräume wieder für die VHS nutzbar zu machen und Büroräume für die Krisen- stabs-Mitarbeitenden zu suchen, wird derzeit nach Information der Verwaltung im ASW nach Büroräumen in Neumarkt-Nähe gesucht, um diese auf Kosten der VHS zu Seminarzwecken umbauen zu lassen. Ebenso wird bislang erfolglos nach einer Ersatzlösung für den Sprach- raum gesucht. Bis zu Beginn des Herbstsemesters nach den Sommerferien ist keine Lösung in Sicht. Um baldmöglichst die sinnvollen und dringend erforderlichen Integrationsmaßnahmen wieder aufnehmen zu können und nicht nur für die Kursteilnehmenden, sondern auch für die rund 900 Dozierenden der VHS – 100 davon arbeitnehmerähnlich beschäftigt - Sicherheit und Klarheit zu schaffen, muss das Raumproblem umgehend gelöst werden und der Sprachraum wieder aktiviert werden. VHS und Sprachraum dürfen nicht zu Leidtragenden der Krisen- stabs-Organisation werden. Mit freundlichen Grüßen gez. Rafael Struwe Fraktionsgeschäftsführer - 3 -
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: endgültig zurückgezogen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AN/0778/2020
- Typ
- SPD Antrag nach § 3
- Datum
- 05.06.2020
- Erstellt
- 05.06.2020 10:38