2025/0324
Digitalstrategie der Wissenschaftsstadt Darmstadt
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1 | 54 Dezember 2025 Version 1-2 2 | 54 VORWORT DES OBERBÜRGERMEISTERS DER WISSENSCHAFTSSTADT DARMSTADT In Darmstadt und in der Welt stehen wir vor vielfältigen Her- ausforderungen. Hierfür brauchen wir eine leistungs- und handlungsfähige kommunale Verwaltung. Damit wir die Zu- kunft unserer Stadt gestalten können, müssen wir in die Digi- talisierung der Stadtverwaltung investieren. Sie muss eƯizi- enter, transparenter und bürgerfreundlicher werden. Gerade in Zeiten knapper Ressourcen sind wir aufgefordert jeden Euro, jede Stunde und jede Kompetenz bestmöglich einzu- setzen. Das gilt in der Wirtschaft, und das gilt besonders für die Verwaltung. Mit der Digitalstrategie packen wir tiefgreifende Modernisie- rungsthemen an und erneuern die Basis für eine innovative Stadtverwaltung. Wir wollen einen über viele Jahre gewach- senen Modernisierungsstau – etwa bei der Einführung der eAkte – ebenso entschlossen ab- bauen wie wir die Chancen neuer Technologien, etwa generativer KI, nutzen. Bürgerinnen und Bürger erwarten zu Recht, dass die Stadt für sie verlässlich funktioniert und Anträge zü- gig bearbeitet werden. Genau dafür schaƯen wir jetzt die organisatorischen Grundlagen: klare Steuerungsstrukturen, ein professionelles Programmmanagement und abgestimmte Verantwortlichkeiten. Mit der neuen Digitalstrategie stärken wir außerdem die digitale Daseinsvorsorge und be- schreiben, in welchen Handlungsfeldern wir das Potenzial digitaler Technologien nutzen wol- len: Angefangen bei der Weiterentwicklung der digitalen Verkehrssteuerung, über das Leer- standsmanagement bis zum Urbanen Digitalen Zwilling in der kommunalen Wärmeplanung. Darmstadts Stärke liegt seit jeher in dem engen Austausch zwischen Wissenschaft, Wirt- schaft und Verwaltung. Er ermöglicht es uns, innovative Lösungen für die Stadtgesellschaft zu entwickeln und zugleich die Region voranzubringen. Die neue Digitalstrategie verbindet dieses Innovationspotenzial mit einer klaren Mission für die volldigitale Verwaltung bis 2030. Ich danke allen, die an der Erarbeitung dieser Strategie mitgewirkt haben. Lassen Sie uns die kommenden Jahre nutzen, um Darmstadt zu einer noch moderneren, eƯizienteren und bür- gerfreundlicheren Stadt zu machen. [Unterschrift] Hanno Benz Oberbürgermeister der Wissenschaftsstadt Darmstadt 3 | 54 VORWORT DES DIGITALDEZERNENTEN DER WISSENSCHAFTSSTADT DARMSTADT Die Stadtverwaltung Darmstadt steht vor einem erheblichen demographischen Wandel. Rund ein Drittel der Mitarbeiten- den wechselt bis Mitte des nächsten Jahrzehnts in den Ruhe- stand. Gleichzeitig wächst der Wettbewerb um die qualifi- zierten Fachkräfte stetig. Um dauerhaft handlungsfähig zu bleiben, braucht es eine Runderneuerung der digitalen Infrastruktur der Darmstädter Stadtverwaltung. Hierzu gehören technische Upgrades wie die Verlagerung von Software in die Cloud, die Automatisie- rung von Arbeitsschritten sowie eine umfassende und si- chere Datenhaltung in der elektronischen Akte. Gleicherma- ßen braucht es neue Abläufe, Prozesse und Strukturen, die diesen umfangreichen Wandel ermöglichen. Mit der vorliegenden Digitalstrategie setzen wir die Neuausrichtung der städtischen Digital- einheiten konsequent fort und richten den Fokus noch stärker auf die Verwaltungsdigitalisie- rung. Unser Zielbild für 2030 ist eindeutig: Eine volldigital agierende Verwaltung, die Bürgerin- nen und Bürgern verbindliche Bearbeitungszeiten bietet und Anliegen transparent, sicher und zuverlässig abarbeitet. Grundlage hierfür ist eine moderne IT-Architektur, die die Zusam- menarbeit über Ämtergrenzen hinweg deutlich vereinfacht, unnötige Arbeitsschritte erspart und die Fachkompetenz der Beschäftigten wieder stärker in den Mittelpunkt rückt. Darmstadt hat in den vergangenen Jahren wichtige digitale Impulse gesetzt. Viele Projekte waren innovativ und haben bundesweit Aufmerksamkeit erregt. Nun gilt es, gute Ansätze wei- terzuentwickeln und gleichzeitig den Schwerpunkt klar zu verlagern: weniger Show-Case, mehr Use-Case. Die Menschen müssen jeden Tag spüren können, dass ihre Stadtverwaltung schneller, moderner und verlässlicher wird. Diese Digitalstrategie gibt dafür den Rahmen vor. Sie setzt Prioritäten, schaƯt Orientierung und stellt sicher, dass wir die notwendige Modernisierung konsequent und mit klarer Linie umsetzen. Ich freue mich darauf, diesen Weg gemeinsam mit der Verwaltung, der Politik und allen Beteiligten weiterzugehen. Holger Klötzner Digitaldezernent der Wissenschaftsstadt Darmstadt 4 | 54 INHALTSVERZEICHNIS 1 Einleitung ______________________________________________________ 5 1.1 Strategieaufbau und Handlungsfelder ________________________________________ 5 1.2 Erarbeitungsprozess zur Digitalstrategie ______________________________________ 6 1.3 Geplante Strategieüberprüfung ______________________________________________ 7 2 Vision und Mission ______________________________________________ 8 3 Steuerung und Organisation ____________________________________ 10 3.1 Portfolio- und Programmmanagement _______________________________________ 11 3.2 Programmleitung ___________________________________________________________ 11 3.3 Digitales Projektmanagement-OƯice (Digital-PMO) ___________________________ 12 3.4 Sachgebiet „Digitale Transformation und Innovation“ ________________________ 12 3.5 Neuausrichtung des Amtes für IT ____________________________________________ 13 4 Handlungsfelder und Maẞnahmen ______________________________ 14 4.1 Bereich Digitale Verwaltung _________________________________________________ 15 4.1.1 Prozessdigitalisierung & Automatisierung ______________________________________ 15 4.1.2 New Work, innovative Verwaltung & KI _________________________________________ 19 4.1.3 IT-Management, Cloud & Informationssicherheit _______________________________ 23 4.1.4 Maßnahmenübersicht im Bereich Digitale Verwaltung ___________________________ 27 4.2 Bereich Digitale Services & Infrastruktur _____________________________________ 28 4.2.1 Bürger-Services & Open Government __________________________________________ 28 4.2.2 Mobilität & Verkehr __________________________________________________________ 33 4.2.3 Sicherheit, Bevölkerungsschutz & Resilienz ____________________________________ 36 4.2.4 Wirtschaft & Infrastruktur ____________________________________________________ 40 4.2.5 Energie, Umwelt & Klima _____________________________________________________ 43 4.2.6 Maßnahmenübersicht im Bereich Digitale Services & Infrastruktur ________________ 48 4.3 Handlungsfeld Datenplattform & Datenmanagement _________________________ 50 5 | 54 1 EINLEITUNG Mit der vorliegenden neuen Digitalstrategie aktualisiert Darmstadt als Wissenschafts- und Digitalstadt seine Vision und richtet die Ziele, Maßnahmen und Umsetzungsorganisation für die nächsten Jahre neu aus. In ihrer Vision strebt die Stadt Darmstadt weiterhin an, Vorreite- rin und Innovatorin für neue Technologien zu sein. Mit ihren großen Hochschulen, vielen For- schungseinrichtungen, wissensintensiven Unternehmen und jungen Start-ups ist Darmstadt seit jeher ein Ort der Ideen und der Innovation. In den nächsten Jahren soll ein besonderer Fokus auf der Verwaltungsdigitalisierung liegen. Hier gilt es, einen Modernisierungsstau wie z. B. beim flächendeckenden Einsatz der eAkte abzubauen und gleichzeitig die Chancen neuer Technologien wie generativer KI zu nutzen. Diese Schwerpunktsetzung wird durch eine Mission 2030 als Teil der Digitalstrategie unterstrichen (siehe Kapitel 2 „ Vision & Mission“). Die langfristige Vision und die Mission 2030 können nur erreicht werden, wenn auch die Steuerung und die Organisation der Digitalisierung in der Stadtverwaltung verbessert wer- den. Hier setzt das neue Steuerungsmodell für Digitalisierungs- und IT-Projekte an. Das Mo- dell bildet das Herzstück der neuen Digitalstrategie (siehe Kapitel 3 „Steuerung & Organi- sation“). Mit der Einführung eines zentralen Programmmanagements, einer neuen Projekt- managementeinheit für Digitalisierungsvorhaben und durch eine Stärkung der IT-Services im Amt für IT sollen die internen Umsetzungsprozesse besser abgestimmt und beschleunigt werden. Die Digitalisierung ist eine Querschnitts- und Gemeinschaftsaufgabe, und die Auswir- kungen der digitalen Transformation berühren jeden Bereich der Gesellschaft, der Wirtschaft und des Verwaltungshandelns. Bei den Handlungsfeldern der Digitalstrategie wurde eine Auswahl und Begrenzung getroƯen. Die Digitalisierung im Bereich Bildung & Schule sowie im Kulturbereich wurde z. B. nicht in diese Strategie aufgenommen. Eine Vielzahl an Maßnah- men adressieren jedoch zentrale Themen, die auf alle Aufgabenbereiche der Stadtverwal- tung und ihrer Eigenbetriebe einzahlen werden. 1.1 Strategieaufbau und Handlungsfelder Die Strategie unterscheidet zwischen Handlungsfeldern und Maßnahmen, die vorrangig in- tern oder extern wirken. Zu den internen Maßnahmen zählen z. B. das Prozessmanagement, die flächendeckende Einführung der eAkte in der Verwaltung oder das interne IT-Manage- ment. Zu den externen Maßnahmen zählen z. B. die Digitalisierung von Verwaltungsleistun- gen (Stichwort: Onlinezugangsgesetz), der Glasfaserausbau oder Projekte wie der Digitale Zwilling in der kommunalen Wärmeplanung. Die Handlungsfelder mit Innenwirkung sind im Bereich „Digitale Verwaltung“ (siehe Kapitel 4.1) zusammengefasst. Die Handlungsfelder mit externer Wirkung werden im Bereich „Digitale Services & Infrastruktur“ (siehe Kapitel 4.2) gebündelt. Maßnahmen rund um das Thema kommunale Daten werden in einem über- greifenden Handlungsfeld „Datenplattform & Datenmanagement“ zusammengefasst (siehe Kapitel 4.3). 6 | 54 Die Auswahl der Handlungsfelder ist eine bewusste thematische Begrenzung. Einzelne Auf- gabenbereiche (wie z. B. der Bereich Bildung) werden nicht betrachtet, weil hier bereits ei- genständige Konzepte und Strategien (wie z. B. der Medienentwicklungsplan für die Darmstädter Schulen) bestehen. Die Digitalstrategie fokussiert sich ganz bewusst auf die Themenkomplexe Verwaltungsdigitalisierung, digitale Daseinsvorsorge und Resilienz sowie datengetriebene Innovationen. Die Strategiestruktur und die Handlungsfelder im grafischen Überblick: 1.2 Erarbeitungsprozess zur Digitalstrategie Die Erarbeitung der Digitalstrategie startete im Frühjahr 2024 zunächst mit der Durchführung von Interviews mit allen Dezernent*innen und zahlreichen Amtsleitungen in der Stadtverwal- tung, Geschäftsführungen einzelner Stadtwirtschaftsunternehmen sowie mit Vertreter*innen von Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Die durchgeführten Interviews dienten dazu Herausforderungen, Chancen sowie konkrete Themen für die Strategieerarbeitung zu identifizieren. Auf Basis der Interview-Ergebnisse und einer externen Organisationsuntersuchung im Amt für Digitalisierung und IT (jetzt Amt für IT) wurde klar, dass neben der Aufstellung einer digita- len Agenda auch die Organisationsstruktur zur Digitalisierung in der Verwaltung der Wissen- schaftsstadt Darmstadt angepasst werden muss. Die Erarbeitung der Digitalstrategie wurde daher im Herbst 2024 in ein internes Reorganisationsprojekt zur Weiterentwicklung des Am- tes für Digitalisierung und IT und des Amtes für Interne Dienste eingebettet. Nach der Festlegung des neuen Steuerungsmodells für Digitalisierungs- und IT-Projekte (siehe Kapitel 3 „Steuerung und Organisation“) beschloss der Magistrat der Wissenschafts- stadt Darmstadt am 21.05.2025 die weitere inhaltliche Erarbeitung der Digitalstrategie durch Abbildung 1: Strategiestruktur und Handlungsfelder 7 | 54 die Digitalstadt Darmstadt GmbH (Magistratsvorlage Nr. 2025/0145). Auf Basis der überge- ordneten Ausrichtung und Schwerpunkte wurden im Herbst 2025 Workshops zu den fachli- chen Zielen und Maßnahmen in den neun Handlungsfeldern der Strategie durchgeführt. In dieser Phase wurden außerdem die Maßnahmen zur Digitalisierung aus dem Haushaltssi- cherungskonzept in die Strategie integriert. Die Ergebnisse dieser Erarbeitung sind je Hand- lungsfeld im Kapitel 5 dieser Strategie zusammengefasst. Der Strategieprozess im schematischen Gesamtüberblick: 1.3 Geplante Strategieüberprüfung Die vorliegende Digitalstrategie ist eine umfassende Agenda für die digitale Transformation in der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Sie ist ein übergeordnetes Instrument, um die Mission für die nächsten Jahre nach innen und außen zu kommunizieren. Ihr Nutzen liegt darin, dass sie eine klare Orientierung und Prioritäten für die digitale Transformation liefert. Sie integriert auch Teilstrategien, die noch erarbeitet werden müssen (z. B. Daten- und KI-Strategie), und richtet diese auf ein gemeinsames Ziel aus. Spätestens nach zwei Jahren sollte die Digital- strategie überprüft werden, um mit Blick auf die gesteckten Ziele und die Mission nachzu- steuern. Durch die regelmäßige Aktualisierung in einem breit angelegten Strategieprozess wird der Charakter der Digitalisierung als Gemeinschaftsaufgabe gestärkt und der interne Kulturwandel gefördert. Abbildung 2: Erarbeitungsprozess zur Digitalstrategie 8 | 54 2 VISION UND MISSION Die Vision der Wissenschaftsstadt Darmstadt dient als Orientierung und Leitstern für die Di- gitalisierung in der Stadt und in der Verwaltung. Sie gibt die langfristige Richtung, den Sinn und die übergeordneten Ziele der Digitalisierung vor. Die Vision dient als Kompass, wenn technische, organisatorische oder politische Entscheidungen anstehen. Damit weist sie über die Maßnahmen hinaus, die heute in der Strategie beschrieben und beschlossen wurden. Mit der vorliegenden Digitalstrategie wird die Vision aus dem Jahr 2018 neu ausgerichtet: „Die Wissenschaftsstadt Darmstadt ist Vorreiterin und Innovatorin für den Ein- satz digitaler Technologien, um die EƯizienz und EƯektivität des Staates zu er- höhen, sowie den Alltag der Bürgerinnen und Bürger zu verbessern. Wir setzen dabei auf digitale Technologien, die echte Werte und einen direkten Nutzen für Bürgerinnen und Bürger sowie für Wirtschaft und Wissenschaft schaƯen. Dabei stärken wir die Souveränität des Staates, sorgen für eine hohe Datensicherheit und einen nachhaltigen Einsatz von natürlichen Ressourcen. “ Neben der Vision als Leitstern legen wir für die nächsten Jahre den Schwerpunkt auf den Be- reich der Verwaltungsdigitalisierung. Diese Schwerpunktsetzung wird in Form einer Mission 2030 untermauert: „Die Wissenschaftsstadt Darmstadt strebt an, bis 2030 eine moderne, voll- ständig digitalisierte Verwaltung zu schaƯen. Durch den konsequenten Ein- satz notwendiger Technologien und einer benutzerfreundlichen digitalen Infra- struktur wollen wir das Verwaltungshandeln transparenter, eƯizienter und zu- gänglicher gestalten.“ Die Handlungsfelder der Strategie und die Auswahl der Maßnahmen unterstreichen diese Neuausrichtung und die Bedeutung der Mission. Es stehen dabei Maßnahmen im Fokus, die bereits erprobt sind und einen hohen nachgewiesenen Nutzen oder einen langfristigen EinspareƯekt bei Kosten und Ressourcen aufweisen. Damit ist die Digitalstrategie eine Antwort auf die angespannte Haushaltslage und die Auswirkungen der Demographie auf die städtische Belegschaft. Kurz- bis mittelfristig müssen jedoch mehr personelle und finanzielle Ressourcen eingesetzt werden, um die Modernisierung und die Digitalisierung der Organisa- tion voranzubringen. Ein wichtiger Erfolgsfaktor zur Erreichung der Mission wird der Austausch und die Koopera- tion mit anderen Städten und Kommunen in Hessen und deutschlandweit sein. Neben der 9 | 54 Vernetzung in der hessischen Smart-Region-Community1 ist auch der regelmäßige Aus- tausch über Verbände essenziell, um von Erfahrungen, Best-Practices und Nachnutzungs- möglichkeiten anderer Städte zu profitieren. Hierzu zählen auch die Teilnahme an Bench- marks und Vergleichsringen der Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanage- ment (KGSt). 1 Siehe: https://www.smarte-region-hessen.de/ 10 | 54 3 STEUERUNG UND ORGANISATION Im Zuge der digitalen Transformation stehen kommunale Verwaltungen deutschlandweit vor tiefgreifenden Herausforderungen. Der gesellschaftliche und technologische Wandel erfor- dert neue Strukturen, Prozesse und Kompetenzen – gleichzeitig wirken gewachsene Verwal- tungsstrukturen häufig hemmend auf schnelle und innovationsorientierte Veränderungen. Auch die Stadtverwaltung der Wissenschaftsstadt Darmstadt sieht sich in diesem Kontext mit organisatorischen Herausforderungen konfrontiert. Um diesen Herausforderungen wirksam zu begegnen, wird in der Wissenschaftsstadt Darm- stadt ein neues Steuerungsmodell für Digitalisierungs- und IT-Projekte etabliert, das die Grundlage für eine strategisch ausgerichtete, ressourcenschonende und transparente Pro- jektsteuerung bildet. Entgegen der bisherigen Vorgehensweise soll die Zuständigkeit „Digitali- sierung“ fortan nicht mehr einer Organisationseinheit zugewiesen sein, sondern innerhalb der Stadtverwaltung als Gemeinschaftsaufgabe verstanden und gelebt werden. Gleichzeitig zielt das Modell darauf ab, Verantwortlichkeiten klar zu regeln, digitale Vorhaben nach strate- gischer Relevanz zu priorisieren und deren Umsetzung systematisch zu begleiten. Es fördert eine strukturierte, bereichsübergreifende Zusammenarbeit, ermöglicht fundierte Entschei- dungsprozesse und schaƯt Transparenz über den Fortschritt und die Wirkung digitaler Pro- jekte. Das Steuerungsmodell ist somit ein zentraler Hebel, um Digitalisierung in der Stadtver- waltung gezielt, nachhaltig und wirkungsorientiert voranzubringen. Die vier Leitgedanken des neuen Steuerungsmodells im Überblick: Im Unterschied zu anderen Projekten der Stadtverwaltung, die häufig fachliche oder infra- strukturelle Themen adressieren, konzentriert sich das neue Steuerungsmodell auf technolo- giegestützte Innovationen. Das Ziel ist es, verwaltungsinterne Prozesse zu modernisieren, di- gitale Dienstleistungen einzuführen bzw. zu verbessern und die digitale Resilienz der Stadt langfristig zu stärken. Diese klare Abgrenzung ermöglicht eine zielgerichtete Ausrichtung, spezialisierte Methodenkompetenz und sichert eine passgenaue Projektsteuerung innerhalb des digitalen Transformationsprozesses. Abbildung 3: Leitgedanken des neuen Steuerungsmodells 11 | 54 Zum 01.10.2025 wurde das neue Steuerungsmodell zur Umsetzung von IT- und Digitalisie- rungsprojekten bereits organisatorisch umgesetzt. Die Bedarfsmeldungen der Ämter, Verwal- tungsstellen und Eigenbetriebe2 werden fortan zunächst zu Projektvorhaben entwickelt. Jene Projektvorhaben werden im gesamtstädtischen Kontext faktenbasiert priorisiert, mit verbind- lich vereinbarten Ressourcen ausgestattet und anschließend systematisch umgesetzt. Konkret setzt sich das neue Steuerungsmodell aus fünf Kernelementen zusammen: 1. Einrichtung eines zentralen Programm- und Portfoliomanagements 2. Einführung einer Programmleitung unter Beteiligung aller Dezernate 3. Gründung eines Digitalen Projektmanagement-OƯice (Digital-PMO) 4. SchaƯung eines neuen Sachgebietes „Digitale Transformation & Innovation“ im Amt für Interne Dienste 5. Neuausrichtung des Amtes für Digitalisierung und IT 3.1 Portfolio- und Programmmanagement Das im Digitalisierungsdezernat ansässige Portfolio- und Programmmanagement bereitet die Bedarfsmeldungen auf und entwickelt sie in enger Abstimmung mit der meldenden Einheit zu Projektvorhaben fort. Im Rahmen dessen werden die betreƯenden Querschnittsämter be- teiligt und die jeweiligen Anforderungen eruiert. Durch die frühzeitige Beteiligung der Querschnittsämter wird sichergestellt, dass Projekte zur Verwaltungsdigitalisierung und zur Einführung unterstützender IT-Verfahren von Anfang an ganzheitlich betrachtet werden und neben der Technik auch organisatorische, prozessuale, fachliche und rechtliche Dimensionen Beachtung finden. In der Folge wird das Projektvorhaben vom Portfolio- und Programmmanagement anhand einheitlicher und objektiver Vergleichskriterien vorbewertet. Hierzu wird auf Basis einer Kos- ten-Nutzen-Relation sowie unter Einbeziehung der projektspezifischen Anforderungen für alle städtischen Projektvorhaben eine Priorisierungsempfehlung erarbeitet. Zur finalen Ent- scheidung bringt das Portfolio- und Programmmanagement die vorbewerteten Projektvorha- ben in die Programmleitung ein. 3.2 Programmleitung Die Programmleitung erhält durch das Portfolio- und Programmmanagement einen Überblick über die gesamtstädtische Projektlandschaft und entscheidet auf Basis dessen, wann und welche Projektvorhaben in welcher Reihenfolge umgesetzt werden. Die zur Umsetzung erfor- derlichen personellen und finanziellen Ressourcen werden zugewiesen. Die Entscheidungen der Programmleitung werden in einem für die Ämter, Verwaltungsstellen und Eigenbetriebe einsehbaren Fahrplan transparent veröƯentlicht und sind bindend. 2 Der Eigenbetrieb für kommunale Aufgaben und Dienstleistungen (EAD) ist hiervon ausgenommen. 12 | 54 Die Programmleitung setzt sich wie folgt zusammen: Digitalisierungsdezernent*in Portfolio- / Programmmanager*in Büroleitung des Oberbürgermeisters Referent*innen der übrigen Fachdezernate Amtsleitung des Amts für IT inkl. stellv. Amtsleitung Amtsleitung des Amts für Interne Dienste Sachgebietsleitung „Digitale Transformation und Innovation“ im Amt für Interne Dienste Geschäftsführung der Digitalstadt Darmstadt GmbH 3.3 Digitales Projektmanagement-OƯice (Digital-PMO) Das Digitale Projektmanagement-OƯice (Digital-PMO) setzt die Beschlüsse der Programmlei- tung um. Hierzu stellt es den Ämtern, Verwaltungsstellen und Eigenbetrieben zur Projektie- rung, Detailplanung, Initiierung und Umsetzung des Projekts eine*n qualifizierten Projekt- und Prozessmanager*in zur Verfügung. Der*die Projekt- und Prozessmanager*in übernimmt die Gesamtprojektleitung und koordiniert die fachlichen sowie technischen Zuarbeiten. Ver- fügen Ämter, Verwaltungsstellen und Eigenbetriebe über die Personalressourcen und Kom- petenzen, um die Gesamtprojektleitung eigenständig zu übernehmen, fungiert das Digital- PMO als unterstützende Einheit, um eine standardisierte Projektumsetzung inkl. regelmäßi- ger Berichterstattung sicherzustellen. Das Digital-PMO setzt sich aus Ressourcen der Stadtverwaltung und Ressourcen der Toch- tergesellschaft Digitalstadt Darmstadt GmbH im bestehenden Dienstleistungsverhältnis zu- sammen. Der Zusammenschluss der Projektmanagementressourcen beider Einheiten kom- biniert die Verwaltungsexpertise mit der Innovations-Expertise und der Agilität der Digital- stadt Darmstadt GmbH und ermöglicht die zeitgleiche Durchführung mehrerer Projekte so- wie die Bewerkstelligung komplexer Projektvorhaben. Zudem soll das Digital-PMO einen Kulturwandel unterstützen und fördern, der auf OƯenheit für Innovation, nachhaltige Nutzung digitaler Technologien und die konsequente Ausrichtung am Nutzen für die städtischen Mitarbeitenden und die Bürgerschaft Darmstadts abzielt. 3.4 Sachgebiet „Digitale Transformation und Innovation“ Die Ressourcen der Stadtverwaltung für das Digital-PMO werden durch das Amt für Interne Dienste bereitgestellt. Hierzu wurde in der Organisationsabteilung des Amtes für Interne Dienste zum 01.10.2025 ein neues Sachgebiet „Digitale Transformation und Innovation“ ge- schaƯen. Die Kernaufgabe des Sachgebiets ist die operative Umsetzung der durch die Pro- grammleitung priorisierten IT- und Digitalisierungsprojekte über alle Projektphasen. Um zu gewährleisten, dass stets die Geschäftsprozesse die Handlungsgrundlage bilden, um- fasst das Aufgabenspektrum des Sachgebiets darüber hinaus die Erhebung, Dokumentation, 13 | 54 Analyse und Optimierung von Verwaltungsprozessen sowie die Umsetzung innovativer Maß- nahmen zur Prozessdigitalisierung und Prozessautomatisierung im Rahmen der Projek- tumsetzung. Hierzu zählen insbesondere die Umsetzung von EfA-Leistungen, der Einsatz von Robotic Process Automation (RPA), die Nutzung von Low-Code- und No-Code-Plattformen sowie der Einsatz KI-gestützter Lösungen. Das Vorgehensmodell des Digital-PMO: Neben diesen operativen Aufgaben wirkt das neue Sachgebiet an stadtweiten Digitalisie- rungsinitiativen mit und unterstützt die Entwicklung strategischer Leitlinien. Ergänzend wer- den in Zusammenarbeit mit dem Portfolio- und Programmmanagement und der Digitalstadt Darmstadt GmbH innovative Trends und neue Technologien kontinuierlich analysiert, um de- ren Potenzial für die Weiterentwicklung der Stadtverwaltung nutzbar zu machen. Mit seinem innovativen, projektbezogenen Fokus ergänzt das Sachgebiet die langfristig-stra- tegische Arbeit der Organisationsabteilung. Die klare Aufgabentrennung schaƯt Transparenz und vermeidet Doppelzuständigkeiten, während die Nähe innerhalb der Abteilung eine enge Verzahnung und qualitativ hochwertige Organisationsentwicklung sicherstellt. 3.5 Neuausrichtung des Amtes für IT Das bisherige Amt für Digitalisierung und IT (Amt 18) wurde mit Wirkung zum 01.10.2025 in das Amt für IT umgewandelt. Es ist fortan zuständig für die Sicherstellung des stabilen, funk- tionsfähigen und sicheren laufenden IT-Betriebs in der Stadtverwaltung. Die bisherige Zu- ständigkeit „Digitalisierung“ wird aus dem Amt 18 herausgelöst, um damit eine klare Tren- nung zwischen operativem IT-Betrieb und der Steuerung von Digitalisierungsprojekten zu schaƯen. Mit der Neuausrichtung des Amtes 18 tritt zudem eine neue Aufbauorganisation in Kraft, die sich konsequent an den Bedarfen zur Sicherstellung eines stabilen, sicheren und leistungsfähigen IT-Betriebs orientiert. Abbildung 4: Vorgehensmodell des Digital-PMO 14 | 54 4 HANDLUNGSFELDER UND MAẞNAHMEN Die Projekte und Maßnahmen werden über folgende Kategorien priorisiert: Sofortmaß- nahmen tragen direkt zur Mission 2030 bei und sind schnell und einfach umsetzbar oder befinden sich bereits in der Um- setzung. Kernprojekte genießen höchste Priorität bei der Umsetzung und tragen maßgeblich zur Erreichung der Mission 2030 und der lang- fristigen Ziele (Einsparung von Kosten & Ressourcen) bei. Sie werden eng durch das Programmmanagement und das Digital-PMO gesteuert und begleitet. Aufbauende Projekte unterstützen die Mission und die Ziele und werden in der Umsetzungsplanung berücksichtigt. Innovations- themen sind vielversprechende Projektideen für den Einsatz neu- ester Innovationen, die heute noch nicht marktreif sind, zukünftig jedoch einen entscheidenden Beitrag zur Errei- chung der Mission & Ziele leisten könnten. 15 | 54 4.1 Bereich Digitale Verwaltung 4.1.1 Prozessdigitalisierung & Automatisierung Ausgangslage & Herausforderungen: In den kommenden zehn Jahren wechseln ca. 30 % der Mitarbeitenden der Stadtverwaltung Darmstadt in den Ruhestand. Während immer weniger Fachkräfte nachrekrutiert werden können, steigt gleichzeitig der Umfang der Aufgaben in der öƯentlichen Daseinsvorsorge. Schlanke und eƯiziente Geschäftsprozesse bilden die Grundlage für eine bürgerorientierte und leistungsstarke Verwaltung. Nur wenn die einzelnen internen Prozesse möglichst opti- mal ineinandergreifen, lassen sich qualitativ und quantitativ gute Arbeitsergebnisse erzielen. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der Veränderungen in der Beleg- schaft ist die Bedeutung eƯizienter interner Prozesse noch einmal zusätzlich gestiegen. Die Optimierung, Standardisierung, Digitalisierung und die stärkere Automatisierung interner Prozesse sind daher dringend geboten. Neue Technologien wie künstliche Intelligenz verändern dabei interne Arbeitsroutinen und erfordern auch neue Kompetenzen seitens der Beschäftigten. Mitarbeitende müssen bei der Ausgestaltung mitgenommen, frühzeitig geschult und begleitet werden (Stichwort: Change- Management). Diese Herausforderung gilt es bei jedem Digitalisierungs- oder Automatisie- rungsvorhaben frühzeitig mitzudenken und angemessen zu adressieren. Ziele & Maßnahmen: Im Jahr 2020 hat die Wissenschaftsstadt Darmstadt begonnen, ein systematisches Ge- schäftsprozessmanagement in der Stadtverwaltung aufzubauen. Im September 2024 wurde das Prozessmanagement verbindlich für alle Verwaltungseinheiten eingeführt. Der mit dem Prozessmanagementkonzept eingeschlagene Weg soll in den nächsten Jahren konsequent weiterverfolgt werden. Die digitale Transformation soll dabei als wesentlicher Treiber genutzt werden, um sukzessive alle Geschäftsprozesse in der Stadtverwaltung zu erfassen und zu modellieren. Neben Digi- talisierungs- und IT-Projekten werden zusätzlich auch organisatorische Veränderungen zum Anlass genommen, um die IST-Prozesse zu erfassen und gemeinsam mit den Beschäftigten zu optimieren. Je umfassender die Geschäftsprozesse in der Stadtverwaltung erfasst sind, desto eher können strategisch und zielgerichtet weitere Digitalisierungs- und Automatisie- rungspotenziale identifiziert werden. Die Einführung der eAkte bildet eine zentrale Grundlage für die digitale Transformation in der Verwaltung. Durch einen neuen Ansatz und zusätzliche Ressourcen aus dem Digitalen Pro- jektmanagement-OƯice (Digital-PMO) soll die Einführung in der Gesamtverwaltung be- schleunigt werden. Mit der Bündelung von Kompetenzen aus den Bereichen Organisation, 16 | 54 Prozessmanagement und IT-Projektmanagement im Digital-PMO und zusätzlichem Personal im IT-Betrieb, werden Schnittstellen verringert und der Support von der Vorbereitung bis zur Einführung verbessert. Maßnahmen im Detail: Projekttyp Titel Kurzbeschreibung Nutzen Sofort- maßnahme eAkte: Rollout der elektronischen Sach- akte Auf Basis eines standardisier- ten Rollout-Konzepts soll die flächendeckende Einführung der elektronischen Sachakte in allen Verwaltungseinheiten erfolgen. Erhöhung der EƯizi- enz und Kostener- sparnis Voraussetzung für mobiles Arbeiten & digitale Workflows Kernprojekt eAkte: Einführung elektronischer Fallak- ten Neben der Sachakte soll auch die flächendeckende Einfüh- rung von elektronischen Fallakten mit Hilfe des Digita- len Projektmanagement- OƯice beschleunigt vorange- trieben werden. Im Rahmen des Roll-outs soll auch der Prozess zur Aussonderung elektronischer Akten (Lö- schung, Archivierung) organi- satorisch und technisch um- gesetzt werden. Erhöhung der EƯizi- enz und Kostener- sparnis Voraussetzung für mobiles Arbeiten & digitale Workflows Langfristige und rechtssichere Ver- waltung digitaler Do- kumente Kernprojekt eAkte: Einrichtung ei- ner zentralen Scan- stelle Als weiteres Kernprojekt im Bereich der eAkte soll die be- reits geplante Einführung einer zentralen Scanstelle inklusive Postkorbfunktion im eAkte- DMS umgesetzt werden. Erhöhung der EƯizi- enz und Kostener- sparnis Erhöhung der Rechtssicherheit bei Scanvorgängen Kernprojekt Ausbau des Prozess- managements Mithilfe der Prozessmanage- mentplattform PICTURE wer- den die Steuerungs-, Leis- tungserstellungs- und Stütz- prozesse in der gesamten Stadtverwaltung erfasst, mo- delliert und nach KVP (Konti- nuierlicher Verbesserungspro- zess) optimiert. Steigerung der EƯek- tivität und EƯizienz des Verwaltungs- handelns Verbesserung des in- ternen Wissensma- nagements Steigerung der Mitar- beiter- und Kunden- zufriedenheit 17 | 54 Aufbauen- des Projekt Einführung der digita- len Signatur Für das digitale Signieren von Dokumenten soll ein zentrales Konzept mit Regeln und Emp- fehlungen erarbeitet und im Anschluss technisch sowie or- ganisatorisch umgesetzt wer- den. Erreichung echter Ende-zu-Ende-Digi- talisierung Erhöhung der Sicher- heit beim digitalen Signieren von Schriftstücken Reduktion von be- stehenden Insellö- sungen Sofortmaß- nahme Civento: Nachnut- zung von Prozessen anderer Kommunen in der hessischen Prozessdigitalisie- rungsplattform Civento Um den Einsatz der Digitali- sierungsplattform Civento ge- zielt auszubauen und die Pro- zessdigitalisierung zu be- schleunigen, sollen erfolgrei- che Anwendungsfälle und be- währte Prozesse aufgegriƯen und gezielt an die spezifischen Anforderungen der Stadtver- waltung angepasst werden. Erzielung von Quick- Wins durch Übertra- gung erprobter Pro- zesse Reduktion interner Entwicklungsauf- wände Höhere Qualität so- wie Verlässlichkeit in der Umsetzung Aufbauen- des Projekt Civento: Etablierung von Civento als zent- rale Digitalisierungs- plattform für interne Prozesse und Online- Verwaltungsleistun- gen Langfristig soll Civento als zentrale Digitalisierungsplatt- form in der Stadtverwaltung etabliert werden. Zu diesem Zweck soll der Einsatz schritt- weise auf interne wie auch ex- terne Verwaltungsprozesse ausgeweitet werden. Aufbau- end auf den bisherigen Erfah- rungen werden weitere An- wendungsfelder identifiziert und umgesetzt, um eine durchgängige, zukunftsorien- tierte Prozessdigitalisierung si- cherzustellen. Steigerung der inter- nen EƯizienz Erhöhung der Benut- zerfreundlichkeit und Qualität externer Bürger-Services Nachhaltige Entlas- tung der Mitarbeiten- den durch durchgän- gig digitale Prozesse Kernprojekt Umsetzung eines RPA-Pilotprojekts In der Stadtverwaltung soll ein Pilotprojekt zur Einführung von Robotic Process Automation (RPA) umgesetzt werden. Da- bei werden zunächst geeig- nete, regelbasierte Routi- neprozesse identifiziert. An- schließend werden diese Entlastung der Mitar- beitenden von Routi- neaufgaben Erhöhte EƯizienz und Genauigkeit bei re- petitiven Prozessen Verbesserte Einhal- tung von internen 18 | 54 automatisiert und hinsichtlich ihres Nutzens für den Verwal- tungsalltag erprobt. Vorgaben durch re- gelbasierte Ausfüh- rung Langfristige Kosten- senkung und Einspa- rung von Ressourcen Aufbauen- des Projekt Einführung einer No- Code-Plattform zur Prozessautomatisie- rung Aufbauend auf dem RPA-Pilot- projekt soll in der gesamten Verwaltung das Know-how und die Infrastruktur für die Umsetzung von Automatisie- rungsansätzen aufgebaut wer- den. Flexiblere und schnellere Umset- zung von Fachanfor- derungen Erhöhung der Inno- vationsfähigkeit der Organisation Entlastung des Amts für IT in einem gesi- cherten Rahmen 19 | 54 4.1.2 New Work, innovative Verwaltung & KI Ausgangssituation & Herausforderungen: Die fortschreitende Digitalisierung, der demografische Wandel und das Auftreten unerwarte- ter Krisen verändern die Arbeitswelt und stellen kommunale Verwaltungen vor neue Heraus- forderungen. Bekannte Prozesse geraten dabei ins Wanken, gewohnte Arbeitsmethoden und Managementinstrumente werden auf den Prüfstand gestellt. Gleichzeitig eröƯnen digitale Kommunikations- und Kollaborationstechnologien neue und flexiblere Formen der Zusam- menarbeit. Aufgrund der demografischen Entwicklung ist auch die Stadtverwaltung von ei- nem zunehmenden Wettbewerb um Fach- und Nachwuchskräfte betroƯen. Die Attraktivität als kommunaler Arbeitgeber hat damit erheblich an Bedeutung gewonnen. Diese drei sehr unterschiedlichen Megatrends haben in den vergangenen Jahren zu neuen Ansätzen in Unternehmen und in der öƯentlichen Verwaltung geführt, die sich unter dem Schlagwort „New Work“ zusammenfassen lassen. Dabei stehen die Flexibilisierung der Ar- beitsorganisation und die Mitarbeiterorientierung im Fokus. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat bereits einige Maßnahmen umgesetzt, um auf die ge- nannten Megatrends zu reagieren. Die IT-Ausstattung wurde modernisiert und neue Regelun- gen für mobiles Arbeiten und Home-OƯice wurden eingeführt. Die Hardware- und Software- Ausstattung in der Stadtverwaltung entspricht flächendeckend jedoch noch nicht den aktu- ellen Anforderungen. Um flexible Bürokonzepte zu ermöglichen, muss die Ausstattung weiter vereinheitlicht werden. Erfolgreiche New-Work-Pilotprojekte wie im Amt für IT haben gezeigt, dass sich mit flexiblen Büroräumen ohne feste Arbeitsplätze in Verbindung mit moderner IT- Ausstattung sowohl die Zufriedenheit der Beschäftigten steigern als auch Kosten für Büroflä- chen reduzieren lassen. Auf diesen Erfahrungen kann und sollte die Stadtverwaltung auf- bauen. Mit dem steigenden Einsatz künstlicher Intelligenz erfasst zurzeit die nächste Stufe digitaler Transformation die Arbeitswelt. Trotz notwendiger Fokussierung auf die Modernisierung wich- tiger Basis-Systeme wie z. B. dem eAkte-Roll-out darf die strategische und praktische Ausei- nandersetzung mit KI-Lösungen nicht vernachlässigt werden. Künstliche Intelligenz wird nicht nur als persönlicher Assistent, sondern auch in vielen Fachanwendungen sukzessive Einzug halten (Embedded KI). Insbesondere generative KI erfordert dabei ein grundsätzliches Neudenken von Digitalisierung, da im Gegensatz zu deterministischer Software nicht davon ausgegangen werden kann, dass KI-Systeme in jeder Situation fair oder fehlerfrei arbeiten (Stichworte: KI-Bias, KI-Halluzination). Der EU AI Act macht es daher Kommunen künftig zur Pflicht, die Risiken bei eingesetzten KI-Systemen zu bewerten und Mitarbeitende im Umgang mit KI zu schulen. 20 | 54 Ziele & Maßnahmen: Die Bürostandorte der Stadtverwaltung sollen in den nächsten Jahren modernisiert und kon- solidiert werden. Die Bereitstellung eines festen Arbeitsplatzes für alle Mitarbeitenden hat sich überholt und ist in einem Großteil der Stadtverwaltung nicht mehr erforderlich. Durch den Umstieg auf flexible Arbeitsplatzkonzepte können Kosten für die Anmietung von Büroflä- chen eingespart werden. Für die Einführung von Desk-Sharing ist daher durch die Organisati- onsabteilung im Amt für Interne Dienste ein Gesamtkonzept zu entwickeln und mit allen er- forderlichen Gremien abzustimmen. Ein Kernprojekt zur Modernisierung der Basis-Software-Ausstattung ist die Ablösung des städtischen Kommunikations- und Kooperationssystems GroupWise. Das System soll durch eine moderne Kommunikations- und Kollaborationsplattform ersetzt werden. Das Projekt wurde bereits im Jahr 2025 begonnen und wird vor dem weiteren Roll-out zunächst in zwei Piloteinheiten umgesetzt. Parallel dazu muss auch die sonstige technische IT-Ausstattung in der Stadtverwaltung auf Basis einheitlicher Standards weiter modernisiert werden. Dazu zählen der Roll-out von XPhone (Voice-over-IP-Telefonie), der Einsatz mobiler Endgeräte (Notebooks und Smartpho- nes), eine einheitliche Ausstattung von Arbeitsplätzen mit Dockingstations und Bildschirmen sowie flächendeckendes WLAN in den Bürostandorten. Statt heterogener IT-Ausstattung soll eine konsequente Vereinheitlichung zukünftig einen eƯizienteren und schnelleren IT-Support gewährleisten. Um das Potenzial von künstlicher Intelligenz in der Stadtverwaltung zu erschließen, wird als Kernprojekt eine städtische KI-Strategie entwickelt. Sie definiert Leitlinien, Regelungen und Zuständigkeiten für die Erprobung und Einführung von KI-Lösungen (KI-Governance). Im Rah- men dieser KI-Strategie werden auch die „Ethischen Leitlinien zur Digitalisierung“ der Wis- senschaftsstadt Darmstadt weiterentwickelt. Ziel ist es, den verantwortlichen Organisations- einheiten und Mitarbeitenden praxistaugliche Umsetzungsinstrumente für den Umgang mit algorithmischen Verzerrungen und zur Qualitätssicherung bei KI-Systemen an die Hand zu geben. Im Vorfeld der Strategieentwicklung werden als Sofortmaßnahme im Rahmen von Schulungen städtische Mitarbeitende über die Chancen von KI informiert und zu KI-spezifi- schen Risiken sensibilisiert. Eine Dienstanweisung zum Einsatz generativer KI regelt zudem konkrete Leitplanken und weist auf Datenschutzthemen bei der Nutzung frei zugänglicher KI- Tools hin. Ein Kernelement des EU AI Act ist die verpflichtende Risikobewertung eingesetzter KI-Systeme. Im Zuge der Modernisierung der IT-Service-Management-Prozesse im Amt für IT ist geplant, den Einsatz von KI-Komponenten (Embedded KI) in Fachanwendungen und von KI-Systemen entsprechend den gesetzlichen Vorgaben zu dokumentieren (KI-Inventarisie- rung). Darüber hinaus sollten der regelmäßige Austausch und Kooperationen mit wissenschaftli- chen Einrichtungen wie der TU Darmstadt, der Hochschule Darmstadt (h_da) und dem Hes- sischen Zentrum für Künstliche Intelligenz (hessian.AI) verstärkt werden. Durch die Zusam- menarbeit mit Forschungsprojekten und Start-ups können innovative Ansätze und neue 21 | 54 Geschäftsideen erprobt werden. Die Verwaltung profitiert gleichzeitig von neuen Impulsen und aktuellem Fachwissen zum verantwortungsvollen Einsatz von KI. Maßnahmen im Detail: Projekttyp Titel Kurzbeschreibung Nutzen Sofortmaß- nahme Ausbau der XPhone- Nutzung (VoIP-Tele- fonie) in der Stadt- verwaltung XPhone Connect verbindet klassische Telefonanlagen mit geräte- und ortsunabhängiger Erreichbarkeit über PC und Smartphone. XPhone ist be- reits in der Stadtverwaltung eingeführt und soll weiter aus- gebaut werden. Einsparung klassi- scher Tischtelefone Umsetzung von Desk-Sharing Bessere Erreichbar- keit unterwegs oder im Home-OƯice Sofortmaß- nahme Vereinfachung der Videokonferenznut- zung in der Stadtver- waltung Bereitstellung eines geeigneten Videokonferenztools für die PC-Arbeitsplätze der Stadtver- waltung mit Nutzungsrechten für alle Mitarbeitenden. Verbesserung der Kollaboration unter den neuen Bedin- gungen mit Desk- Sharing und Home- OƯice Sofortmaß- nahme Einführung einer neuen Kommunikati- ons- und Kollaborati- onsplattform in der Stadtverwaltung Das städtische Kommunikati- ons- und Kooperationssystem GroupWise (E-Mail-Client mit Kalender- und Aufgabenverwal- tung inkl. zugehöriger IT-Infra- struktur) wird durch eine mo- derne Kommunikations- und Kollaborationsplattform er- setzt. Im Zuge des Projekts werden darüber hinaus zent- rale Verzeichnisdienste spwie Rollen- und Berechtigungskon- zepte im Amt für IT moderni- siert. Auf Basis einer externen Machbarkeitsstudie wird das Projekt bis Q1/2026 zunächst in zwei Piloteinheiten umge- setzt. Erhöhung der EƯizi- enz und Produktivität für alle Mitarbeiten- den Entlastung des IT- Betriebs durch hyb- ride Infrastrukturlö- sungen (Cloud/On- Premise) Erhöhung der Sicher- heit, Compliance und EƯizienz im IT- Management durch ein Identity-Access- Management (IAM) Kernprojekt Erarbeitung eines New-Work-Konzepts und Umsetzung wei- terer Pilotstandorte Konzeption eines Flex-OƯice- Modells und Weiterentwicklung der damit zusammenhängen- den Dienstvereinbarungen. Steigerung der Mitar- beiterzufriedenheit durch moderne IT- 22 | 54 Definition der für Desk-Sharing geeigneten Zielgruppen sowie der rechtlichen und techni- schen Rahmenbedingungen Ausstattung und Bü- roflächen Einsparung von Kos- ten durch die Reduk- tion angemieteter Büroflächen Sofortmaß- nahme Dienstanweisung und Awareness- Kampagne zur Nut- zung generativer KI Online-Informationsveranstal- tungen und -material, um Mit- arbeitende der Wissenschafts- stadt Darmstadt an die Nut- zung von KI heranzuführen und zu Risiken sensibilisieren Förderung eines sou- veränen und verant- wortungsvollen Um- gangs mit KI Sensibilisierung für Qualitätsmerkmale Kernprojekt Modernisierung des Asset- und License Management im Amt für IT Inventarisierung und Standar- disierung der aktuell in der Stadtverwaltung eingeführten und betriebenen IT-Anlagen so- wie Modernisierung der Pro- zesse zur BeschaƯung neuer IT-Anlagen. Überprüfung und Modernisierung des aktuellen Lizenzmanagements mit dem Ziel, SynergieeƯekte zu heben und Kosten einzusparen Erhöhung der EƯizi- enz und Steuerbar- keit im IT-Servicema- nagement Möglichkeit zur Risi- kobewertung Einhaltung von Transparenzpflichten Kernprojekt Erarbeitung einer KI- Strategie und -Gover- nance und Umset- zung geeigneter An- wendungsfälle Die KI-Strategie legt Ziele, Re- geln, Prozesse und Verantwort- lichkeiten innerhalb der Stadt- verwaltung fest. Darüber hin- aus werden konkrete Anwen- dungsfelder (wie z. B. Wohn- geld-KI) und Potenziale für den Einsatz von KI identifiziert. Für die Einführung von KI-Syste- men beschreibt die Strategie Standards und Qualitätsan- sprüche (Fairness, Nachhaltig- keit, Datensouveränität etc.) und stellt praktische Checklis- ten zur Verfügung. Erschließung von In- novationspotenzia- len durch KI Aufbau und Förde- rung der stadtinter- nen KI-Expertise Sicherung der Gleichbehandlung und Einhaltung ethi- scher Standards Umsetzung der An- forderungen des EU AI Acts 23 | 54 4.1.3 IT-Management, Cloud & Informationssicherheit Ausgangslage & Herausforderungen: Als Teil des neuen Steuerungsmodells wird das Amt für IT (ehemals Amt für Digitalisierung & IT) neu ausgerichtet. Es fokussiert sich künftig auf den IT-Betrieb und die technische Umset- zung von Digitalisierungs- und IT-Projekten. Gemeinsam mit der neuen Aufbauorganisation im Amt muss auch die Ablauforganisation konsequent optimiert werden, um den gestiege- nen Anforderungen und Erwartungen an einen modernen IT-Service-Provider gerecht zu wer- den. Gleichzeitig besteht bei zahlreichen Basisinfrastrukturen und -diensten ein Modernisierungs- stau, der parallel zur Reorganisation in den nächsten Jahren abzubauen ist. Die gewachsene, heterogene IT-Infrastruktur kann aufgrund fehlender betrieblicher Managementkapazitäten aktuell nicht vollumfänglich genutzt werden. Veraltete Anwendungen, Dokumentationslü- cken über die eingesetzten Systeme sowie dezentrale BeschaƯungsprozesse verstärken die Komplexität und erschweren eine kohärente Steuerung der IT-Landschaft. Bei der Netzinfrastruktur verfügt die Wissenschaftsstadt Darmstadt über ein eigenständiges und hochleistungsfähiges Kommunikationsnetz. Fast alle städtischen Liegenschaften sind an dieses größtenteils bereits mit Glasfaser ausgebaute Kommunikationsnetz angeschlos- sen. Mit diesem hohen Grad an Autonomie verfügt die Stadt Darmstadt über ein Alleinstel- lungsmerkmal im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten. Durch die fortschreitende Digitalisierung in der öƯentlichen Verwaltung hat der umfassende Schutz von Informationen und Daten stetig an Bedeutung gewonnen. Externe Bedrohungen, etwa durch CyberangriƯe und Schäden durch Feuer bzw. Wasser, oder interne Faktoren wie ein lückenhaftes Wissensmanagement können Ursachen dafür sein, warum Informationen nicht mehr zur Verfügung stehen. Die in der Stadtverwaltung eingeführten Regeln, Strukturen und Systeme im Bereich der Informationssicherheit müssen daher kontinuierlich überprüft, aktualisiert und angepasst werden. Ziele & Maßnahmen: Um insgesamt die Aufwände im Betrieb zu reduzieren und eine zukunftsfähige, widerstands- fähige IT-Landschaft zu schaƯen, muss die IT-Architektur konsolidiert und standardisiert wer- den. Überall dort, wo es möglich ist, müssen IT-Services stärker als bisher automatisiert wer- den (wie z. B. in der IT-BeschaƯung). Die nachhaltige Modernisierung der IT-Infrastruktur soll über langfristige Rahmenverträge mit externen Dienstleistern und strategische Partnerschaf- ten gestärkt werden. Gleichzeitig müssen bisher selbst verwaltete Anwendungen, Dienste und Server auf Basis einer Cloud-Strategie stärker in sichere, externe Cloud-Umgebungen verlagert werden. Nur so lassen sich die Leistungsfähigkeit, EƯizienz, Sicherheit und Skalierbarkeit der Infrastruktur 24 | 54 und der Services nachhaltig erhöhen. Hier gilt es Marktentwicklungen auf Bundes- und Lan- desebene wie die Deutsche Verwaltungscloud (DVC) im engen Austausch mit der ekom21 als kommunalem IT-Dienstleister und mit weiteren Partnern zu verfolgen. Im Falle der Deut- schen Verwaltungscloud soll es künftig über ein Cloud-Service-Portal des IT-Planungsrats für Verwaltungen möglich sein standardisiert und rechtssicher Anwendungen, Server-Infrastruk- tur und Plattformen extern als Dienstleistung (Stichworte: Software-/Infrastructure-/Platform- as-a-Service) zu beziehen. Zur Stärkung der digitalen Souveränität soll der Einsatz von Open-Source-Software in der Stadtverwaltung weiter ausgebaut werden. Wenn proprietäre Softwarelösungen zum Einsatz kommen, sollen in kritischen Bereichen Open-Source-Software als Rückfalloption zur Verfü- gung stehen. Der Hintergrund ist, dass durch die Verwendung von Software mit oƯenem Quellcode die Abhängigkeit von einzelnen Herstellern (sog. Vendor-Lock-in) reduziert werden kann. Im Jahr 2023 wurde bereits in der Stadtverwaltung „Open-Source“ als zusätzliches Be- wertungskriterium mit einer Gewichtung von 10 % neben Kriterien wie Funktionalität, Nutzer- freundlichkeit und Kosten im Softwareauswahlverfahren eingeführt. Der Betrieb des internen Kommunikationsnetzes soll als wichtiger Baustein digitaler Souve- ränität langfristig gesichert werden. Durch den gezielten Aufbau weiterer Redundanzen soll die Ausfallsicherheit des Netzes weiter erhöht werden. Hierzu ist eine technische Expertise gefragt, die durch eine angemessene Personalausstattung und -entwicklung abgesichert werden soll. Hierzu wird eine IT-spezifische Personalstrategie entwickelt, um IT-Fachkräfte zu gewinnen und langfristig in der Organisation zu halten. Ein zentraler Dreh- und Angelpunkt wird für das Amt für IT die Einführung eines IT-Manage- ment-Frameworks in Anlehnung an den Industriestandard „ITIL “ sein. Die Etablierung von IT- Service-Management ist eine wesentliche Voraussetzung und Grundlage für den Umset- zungserfolg weiterer Maßnahmen. Das „Denken in Services“ erfordert auch eine Umstellung auf Seiten der städtischen Beschäftigten in den anderen Organisationseinheiten. Daher muss die Einführung neben amtsinternen Fortbildungen und Veranstaltungen auch stadtin- tern kommunikativ begleitet werden. Zum Schutz von Informationen, Daten und der kritischen, kommunalen Infrastruktur wird das Informationssicherheitssystem der Wissenschaftsstadt Darmstadt gemäß den Empfehlun- gen und Vorgaben des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) kontinuier- lich überprüft und weiterentwickelt. 25 | 54 Maßnahmen im Detail: Projekttyp Titel Kurzbeschreibung Nutzen Sofortmaß- nahme Umsetzung des Re- organisationsprojekt und Ausbau der Tä- tigkeitsfelder Strukturierte Weiterentwick- lung der Aufbau- und Ablaufor- ganisation im Amt für IT als Grundlage für die erfolgreiche Umsetzung zahlreicher weite- rer Maßnahmen. Anpassung von Verantwortlichkeiten, Rol- len und Schnittstellen. Erweite- rung der Tätigkeitsfelder für eine zukunftsorientierte IT-Aus- richtung. Verbesserte interne und externe Zusam- menarbeit Erhöhter Handlungs- spielraum für strate- gische IT-Themen Kernprojekt Einführung IT-Ser- vice-Management (ITSM) Aufbau eines ITSM-Frame- works mit definierten Services, Prozessen und Service Level Agreements (SLAs) inkl. Schu- lung der Mitarbeitenden. Transparente Ser- viceprozesse Bessere Planbarkeit und Steuerung der IT-Leistungen Erhöhte Servicequa- lität und EƯizienz Kernprojekt Entwicklung einer Cloud-Strategie Entwicklung einer internen Richtlinie zur Nutzung von Cloud-Diensten, die Definitio- nen, Anforderungen und Ein- satzszenarien verbindlich re- gelt. Die Strategie wird eng mit einer Datenstrategie verzahnt, um eine ganzheitliche Steue- rung von Datenflüssen, Sicher- heit und ZugriƯsrechten zu ge- währleisten. Hierbei müssen auch die Themen Datensouve- ränität und hybride IT-Architek- turen betrachtet werden. Schnellere Einfüh- rung von Cloud- Diensten Frühzeitige Klarheit über Anforderungen Erhöhung der inter- nen Compliance und Rechtssicherheit im Cloud-Einsatz Erhöhung der Flexibi- lität in der IT-Be- triebsführung Kernprojekt Modernisierung und Konsolidierung der bestehenden IT-Ar- chitektur Trotz stärkerer Nutzung siche- rer Cloud-Dienste werden wei- terhin eine Vielzahl an Syste- men und Fachanwendungen lokal auf Servern (On-Premise) betrieben werden. Durch die Verbesserung der Betriebsführung Erhöhung der Aus- fallsicherheit Umsetzung aktueller Software- 26 | 54 langfristige Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern sol- len systematisch Server, Spei- cher und Backup-Systeme auf den aktuellen Stand der Tech- nik gebracht werden. Anforderungen und Sicherheitsstan- dards Aufbauen- des Projekt Einführung eines modernen Asset- Managements Das Amt für IT führt ein IT-As- set-Management für die struk- turierte Erfassung, Verwaltung und Kontrolle aller IT-Ressour- cen von Hardware über Soft- ware bis hin zu Lizenzen ein. Die Umsetzung ist ein Teilbe- reich des IT-Service-Manage- ments (ITSM). Transparenz über den gesamten IT-Be- stand Grundlage, um Kos- ten zu optimieren und Risiken zu mini- mieren Einhaltung von Com- pliance-Vorgaben verbessern Aufbauen- des Projekt Modernisierung des Mobile-Device-Ma- nagements Das Amt für IT modernisiert das vorhandene Mobile-De- vice-Management (MDM) und passt es an die Bedürfnisse der Stadtverwaltung an. Das MDM ermöglicht die zentrale Verwal- tung, Sicherung und Kontrolle mobiler Endgeräte wie Smart- phones und Tablets in der Stadtverwaltung. Erhöhung der Sicher- heit und des Daten- schutzes Besseres und eƯizi- enteres Geräte- und App-Management – unabhängig vom Standort Einhaltung von Com- pliance-Vorgaben verbessern Aufbauen- des Projekt Monitoring der kriti- schen IT-Infrastruk- tur Stärkung des Personals zur Be- treuung kritischer IT-Systeme und Einführung eines kontinu- ierlichen Monitorings von Infra- struktur, Netzwerken und Diensten. Die Umsetzung ist ein Teilbereich des IT-Service- Managements (ITSM). Früherkennung po- tenzieller Risiken Erhöhte Betriebssi- cherheit Stabile Verfügbarkeit zentraler Systeme 27 | 54 4.1.4 Maßnahmenübersicht im Bereich Digitale Verwaltung Die Tabelle stellt die Maßnahmen und Projekte in den drei Handlungsfeldern im Bereich „Digitale Verwaltung“ in der Übersicht dar: Handlungsfeld Sofortmaßnahmen Kernprojekte Aufbauende Projekte Prozessmanagement & Automatisierung Roll-out elektronische Sach- akte Civento: Nachnutzung von Prozessen Ausbau des Prozessmanagements Einführung elektronischer Fallakten Einrichtung einer zentralen Scan- stelle Umsetzung eines RPA-Pilotprojekts Einführung der digitalen Signatur Civento: Weitere Etablierung Einführung einer No-Code-Platt- form zur Prozessautomatisierung New Work, innova- tive Verwaltung & KI Ausbau der XPhone-Nutzung Vereinfachung der Videokon- ferenznutzung Einführung einer neuen Kommunikations- und Kolla- borationsplattform KI-Dienstanweisung und A- wareness-Kampagne New-Work-Konzept und Umsetzung weiterer Pilotstandorte Modernisierung des Asset- und Li- cense Managements Erarbeitung einer KI-Strategie und KI-Governance IT-Management, Cloud & Informa- tions-sicherheit Umsetzung des Reorganisa- tionsprojekts im Amt für IT Einführung IT-Service-Management (ITSM) Entwicklung einer Cloud-Strategie Modernisierung und Konsolidierung der bestehenden IT-Architektur Modernisierung des Mobile Device Managements Monitoring der kritischen IT-Infra- struktur 28 | 54 4.2 Bereich Digitale Services & Infrastruktur 4.2.1 Bürger-Services & Open Government Ausgangslage & Herausforderungen: Bürger*innen, Unternehmen und Gewerbetreibende erwarten von einer modernen Stadtver- waltung, dass Verwaltungsleistungen leicht zugänglich sind sowie möglichst einfach und schnell abgewickelt werden können. Dazu gehören Online-Dienste für Terminvergaben, An- tragsstellungen und deren digitale Nachverfolgung. Außerdem erwarten Nutzende barriere- freie, verständliche Websites und eine hohe Erreichbarkeit über verschiedene Kommunikati- onskanäle. Gleichzeitig bleibt für viele Menschen auch die Möglichkeit möglichst wohnort- nah im Bürgerbüro ihre Verwaltungsangelegenheiten zu erledigen weiterhin sehr wichtig. Trotz großer Fortschritte in Darmstadt in den letzten Jahren, wie z. B. durch die Einführung des Digitalen Rathauses oder durch den Relaunch der städtischen Website, ist die Digitali- sierung sämtlicher Verwaltungsleistungen noch nicht abgeschlossen. In einigen Bereichen zählt die Wissenschaftsstadt zu den Vorreitern, in anderen Bereichen besteht noch Nachhol- bedarf. Bei Baugenehmigungsverfahren beispielsweise gehörte die Stadt zu den ersten Kom- munen in Deutschland, die einen digitalen Bauantrag anbieten konnte. Die Digitalisierung hilft, Kosten für den Druck und Versand zu sparen, den Archivierungsaufwand zu verringern, Abstimmungswege zu verkürzen, die Anzahl von Nachforderungen zu senken und die Geneh- migungszeit zu beschleunigen. Im letzten Bitkom Smart City Index3 belegt die Wissenschaftsstadt Darmstadt im Bereich „ Verwaltung“ den 39. Platz. Darmstadt bewegt sich damit im Vergleich aller deutschen Groß- städte im Mittelfeld. Konkret sind 1.280 Verwaltungsleistungen (Stand: Oktober 2025) in der Wissenschaftsstadt Darmstadt online verfügbar. Auch nach dem Inkrafttreten der Änderun- gen beim Onlinezugangsgesetz (OZG) im Juni 2024 ist die Verwaltung weiterhin verpflichtet, sämtliche Verwaltungsleistungen online anzubieten. Von den 483 über das OZG priorisierten Verwaltungsleistungen sind hingegen erst ein knappes Drittel in Darmstadt umgesetzt. Die Gründe hierfür sind vielfältig und können zum Teil auch nicht als Kommune beeinflusst wer- den. Statt der Quantität online verfügbarer Leistungen stehen jedoch verstärkt auch die Digitali- sierungstiefe und Nutzerfreundlichkeit bei der Umsetzung im Fokus. Durch die Registermo- dernisierung auf Bundes- und Landesebene soll der digitale Reifegrad bei Online-Verwal- tungsleistungen erhöht werden. Mehrfachabfragen von Daten, die bereits in öƯentlichen Re- gistern vorliegen, sollen nach dem „Once-Only-Prinzip“ reduziert werden. 3 Im jährlichen Digitalranking deutscher Großstädte durch den Bitkom Verband werden für den Bereich „ Verwaltung“ acht verschiedene Indikatoren (u. a. Verwaltungsleistungen, Online-Terminvergabe, in- terne Prozesse) betrachtet. Im Gesamtranking liegt Darmstadt 2025 auf dem 17. Platz. Siehe: https://www.bitkom.org/ 29 | 54 In den nächsten Jahren ist davon auszugehen, dass sich der Trend zur stärkeren Zentralisie- rung und Standardisierung durch den Bund und die Länder bei der Umsetzung der Digitalisie- rung der Verwaltung weiter fortsetzen wird. Einige Verwaltungsleistungen, die im Rahmen der Auftragsverwaltung aktuell durch die Kommunen für den Bund erbracht werden, könnten in Zukunft über digitale Portale des Bundes zentralisiert werden. Hierzu zählt beispielsweise der EU-Führerschein. Vor dem Hintergrund der skizzierten Entwicklungen und der Einführung des neuen Steue- rungsmodells für Digitalisierungs- und IT-Projekte in der Stadtverwaltung ist eine interne Be- standsaufnahme und Priorisierung bei der Umsetzung der OZG-Leistungen notwendig. Ziele & Maßnahmen: Die Wissenschaftsstadt Darmstadt setzt sich das Ziel, bis zum Jahr 2027 sämtliche kommu- nale Verwaltungsleistungen in ihrem Zuständigkeitsbereich digital anzubieten. Dies wird nur gelingen, wenn die Nachnutzung von bereits in anderen Kommunen digitalisierten Prozessen (Stichwort: EfA-Leistungen4) verbessert und beschleunigt wird. Um die Transparenz zum Stand der Umsetzung zu erhöhen, soll eine öƯentliche Monitoring- Website mit Leistungskennzahlen (KPIs) den laufenden Fortschritt bei der Verwaltungsdigita- lisierung in der Wissenschaftsstadt Darmstadt darstellen. Auf der Monitoring-Website sollen auch Zwischenziele und die aktuellen Quartalsplanungen der Verwaltung veröƯentlicht wer- den. Doppelarbeiten bei der Datenpflege gegenüber dem „Dashboard Digitale Verwaltung“ des Bundes5 sind dabei zu vermeiden. Wie auch auf Bundes- und Landesebene soll bei Digitalisierung der Verwaltungsleistungen im Zuständigkeitsbereich der Stadtverwaltung möglichst eine Ende-zu-Ende-Digitalisierung und ein hoher digitaler Reifegrad angestrebt werden. Dabei sind Abhängigkeiten zur Einfüh- rung der eAkte und anderer zentraler Dienste bei der Planung zu berücksichtigen. Im neuen Steuerungsmodell werden diese Aspekte in der internen Kosten-Nutzen-Bewertung zur Prio- risierung von Digitalisierungs- und IT-Projekten abgebildet. Außerdem muss jederzeit der si- chere und zuverlässige Betrieb über das Amt für IT sichergestellt sein. Darüber hinaus sollen bereits bestehende Services anhand anonymer Nutzerfeedbacks kon- tinuierlich verbessert und weiterentwickelt werden. Ein Baustein zur Erreichung dieses Ziels wird die Einführung des „eGovernment Service- und Analyse-Dashboard“ (eGovSAD) sein. Hiermit kann das Nutzungsverhalten bei der Online-Beantragung von Verwaltungsleistungen intern analysiert und visualisiert werden. 4 Die Abkürzung EfA steht für „Einer für Alle“ und die gemeinsame Nachnutzung von digitalisierten Ver- waltungsleistungen in der interkommunalen oder interföderalen Zusammenarbeit. 5 Siehe Dashboard des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung: https://dash- board.digitale-verwaltung.de 30 | 54 Neben der Verfügbarkeit von digitalen Verwaltungsleistungen und der kontinuierlichen Ser- viceoptimierung bildet die bürgerfreundliche Behördenkommunikation die dritte Säule im Handlungsfeld „Bürger Services & Open Government“ . In den nächsten Jahren wird künstli- che Intelligenz die Suche nach Informationen im Internet und die Interaktion mit Online- Diensten revolutionieren. Die Pflege von maschinenlesbaren Daten in internen und externen Wissensdatenbanken wird dadurch an Bedeutung gewinnen. Die Einführung eines KI-Chat- bots für Bürger*innen soll als aufbauendes Projekt geprüft werden (siehe auch Handlungs- feld „New Work, innovative Verwaltung & KI“). Die Auswirkungen auf interne Prozesse und andere Kommunikationskanäle (wie z. B. die Service-Hotline 115) sind dabei in einem Ge- samtkonzept zu berücksichtigen. Die Erfahrungen anderer Kommunen wie z. B. Frankfurt und Heidelberg sollen genutzt werden, um Erfahrungen als Best Practices zu übernehmen. Neben aller notwendiger Digitalisierung wird auch in Zukunft die Möglichkeit bestehen blei- ben vor Ort im persönlichen Kontakt mit der Stadtverwaltung sich beraten zu lassen, Verwal- tungsleistungen zu beantragen oder neue Ausweisdokumente abzuholen. Maßnahmen im Detail: Projekttyp Titel Kurzbeschreibung Nutzen Kernprojekt Digitalisierung weite- rer Services für Bür- ger*innen, Gewerbe- treibende und Unter- nehmen Das Ziel ist es bei der Verfüg- barkeit von Online-Verwal- tungsleistungen im Zuständig- keitsbereich der Wissen- schaftsstadt Darmstadt bis zum Jahr 2027 eine Quote von 95-100 % zu erreichen. Der ak- tuelle Stand der Umsetzung und Quartalsplanungen sollen auf einer öƯentlichen Monito- ring-Website dargestellt wer- den. Vereinfachung der Beantragung für Bür- ger*innen, Gewerbe- treibende und Unter- nehmen Einsparung von Kos- ten für Druck, Ver- sand und Archivie- rung von Anträgen Kernprojekt Nutzerzentrierte Ser- viceoptimierung Mit dem „eGovernment Ser- vice- und Analyse-Dashboard“ (eGovSAD) können Nutzungs- kennzahlen, Nutzungs-Feed- back und Web-Nutzungsanaly- sen und Self-Service-Reports für alle Online-Services erstellt werden. Verbesserung der Nutzungserfahrung und Zufriedenheit Reduktion von An- tragsabbrüchen durch die Nutzenden Aufbauen- des Projekt Vorprojekt zur Ein- führung eines Chat- bots für Bürger*in- nen Ein Chatbot unterstützt Bür- ger*innen dabei, schnell Ant- worten auf ihre Fragen zu er- halten und sich innerhalb der Entlastung des Ser- vicepersonals und Verbesserung der 31 | 54 städtischen Online-Dienste zu orientieren. Er steht rund um die Uhr zur Verfügung und er- gänzt die bestehenden Kom- munikationskanäle, sodass Serviceanliegen eƯizienter be- arbeitet werden können. In ei- nem Vorprojekt sollen Erfah- rungen anderer Kommunen eingeholt und ein integriertes Gesamtkonzept erstellt wer- den. Erreichbarkeit der Verwaltung Bürger*innen erhal- ten niedrigschwelli- gen, direkten Zugang zu Informationen und Services – unab- hängig von ÖƯ- nungszeiten oder Wartezeiten. Aufbauen- des Projekt Vorprojekt zur Ein- führung einer Doku- mentenabholstation An zentralen Standorten könn- ten Dokumentenabholstatio- nen eingerichtet werden, an denen Bürger*innen ihre amtli- chen Dokumente nach digitaler Benachrichtigung flexibel und sicher auch außerhalb der ÖƯ- nungszeiten abholen können. In einem Vorprojekt soll die Machbarkeit und der Nutzen untersucht werden. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass zahl- reiche Dokumente und Aus- weise mittlerweile auch per Post zugestellt werden können. Erhöhter Service- komfort für Bür- ger*innen durch 24/7-Abholmöglich- keit Entlastung der Doku- mentenausgabe im Bürger- und Ord- nungsamt Aufbauen- des Projekt Einführung von Soft- ware und Arbeits- plätzen für Videobe- ratung Die Videoberatung ermöglicht Bürger*innen den persönlichen Kontakt mit der Verwaltung in digitaler Form. Anliegen kön- nen bequem von zu Hause oder aus dem Büro erledigt werden, ohne einen Termin vor Ort wahrnehmen zu müssen. Verbesserte Erreich- barkeit und Ser- vicequalität Zeitersparnis für Bür- ger*innen und Mitar- beitende Herabsenkung der Hemmschwelle für persönliche Gesprä- che 32 | 54 Aufbauen- des Projekt Einführung des ePay- ment-Managers in der Stadtverwaltung Ein ePayment-Manager ermög- licht die einfache und sichere Abwicklung von Online-Zahlun- gen für städtische Dienstleis- tungen. Er integriert verschie- dene Bezahlmethoden in die digitalen Verwaltungsprozesse und sorgt für eine medien- bruchfreie Zahlungsabwick- lung. Erhöhter Komfort und Transparenz für Bürger*innen Verbesserung der Ef- fizienz interner Ab- läufe Unterstützung einer vollständig digitalen Servicekette inner- halb der Verwaltung 33 | 54 4.2.2 Mobilität & Verkehr Ausgangslage & Herausforderungen: Darmstadt ist ein Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort – und damit für viele Beschäftigte aus dem Umland ein attraktiver Arbeitsort. Täglich pendeln rund 76.500 Menschen6 in die Stadt. Damit dies möglichst schnell und umweltschonend funktioniert, setzen die Stadtver- waltung und die Verkehrsbetriebe auf einen breiten Verkehrsmix und bringen den Ausbau kli- mafreundlicher Verkehrsangebote voran. Durch die Digitalisierung verändert sich die Verkehrsmittelnutzung. Sharing-Angebote (für Pkw, Fahrrad, E-Bikes, E-Scooter etc.) sind bereits im urbanen Raum etabliert und können per App gebucht werden. Innovative Mobilitätstechnologien – etwa zum autonomen Fahren – werden bereits erprobt. Fahrgäste können auf ihren Wegen immer leichter Angebote kombi- nieren (Intermodalität) oder zwischen unterschiedlichen Verkehrsmitteln wählen (Multimo- dalität). Im ÖPNV fallen aufgrund der hohen Zahl an Nutzenden umfangreiche Daten an. Die stärkere Nutzung dieser Daten bietet die Möglichkeit, neue Angebote zu schaƯen bzw. vorhandene Angebote besser zu vermarkten und zum Kunden zu transportieren. Die Nutzung und die Be- herrschbarkeit großer Datenmengen sind ein Schlüssel für einen eƯektiveren ÖPNV und in- telligente Verkehrslösungen und damit ein bedeutender Teil der Verkehrswende. Im Rahmen der Projekte „DAnalytics“ und „Kooperative Leitzentrale“ , gefördert vom Bundes- ministerium für Digitales und Verkehr (BMDV), wurde in den letzten Jahren die Basis für eine proaktive, umweltsensitive Verkehrssteuerung gelegt. Seitdem wurden die aufgebauten Pro- gramme und Strukturen kontinuierlich verstetigt, um ein digitales Verkehrsmanagementsys- tem zu etablieren. Ziele & Maßnahmen: Unter dem Titel „ZukunftMobil – Mobilität im Gleichgewicht“ arbeitet das Mobilitäts- und Tief- bauamt zurzeit an einem integrierten Verkehrsentwicklungsplan für die Wissenschaftsstadt Darmstadt. Dieser Plan soll als strategischer Rahmen für die nachhaltige und zukunftsfähige Mobilitätsentwicklung dienen und Orientierung bei der Bewältigung aktueller und künftiger Herausforderungen geben. Im Rahmen der Erarbeitung werden auch Potenziale zur Digitali- sierung und Automatisierung betrachtet. Der Abschluss der Planung ist für Sommer 2026 ge- plant. Zeitgleich wird unter Federführung der Darmstadt-Dieburger Nahverkehrsorganisation DA- DINA in Zusammenarbeit mit dem Mobilitäts- und Tiefbauamt ein neuer „Gemeinsamer Nah- verkehrsplan für die Wissenschaftsstadt Darmstadt und den Landkreis Darmstadt-Dieburg“ 6 Quelle: www.pendleratlas.de (Datenbasis: Bundesagentur für Arbeit, Oktober 2025) 34 | 54 erarbeitet. Der Plan wird ebenfalls Maßnahmen zur weiteren Digitalisierung im Bereich des öƯentlichen Nahverkehrs enthalten. Bereits heute nutzt das kommunale Verkehrsunterneh- men HEAG mobilo neue digitale Möglichkeiten der Fahrgastzählung (z. B. zur Erkennung von Fahrtmustern und Umsteigebeziehungen) und erarbeitet neue Ansätze zur Fahrgastinforma- tion. Im Bereich des digitalen Verkehrsmanagements ist bis Ende 2025 der Abschluss der letzten Teilprojekte aus dem DAnalytics-Programm vorgesehen. Im Anschluss soll das Programm evaluiert und ein Konzept für die Weiterentwicklung des Systems erarbeitet werden. Für die Zukunft wird angestrebt, die aufgebauten Verkehrsmanagementsysteme stärker als bisher dazu zu nutzen, um den Straßenverkehr in Echtzeit und in Abhängigkeit von Umwelteinflüs- sen (z. B. SchadstoƯbelastungen) zu steuern. Derzeit werden die umfangreichen Daten vor allem zur Planung, Prognose und Programmierung der Lichtsignalanlagen genutzt, aber noch nicht, um auf aktuelle Verkehrslagen zu reagieren. Um das Mobilitätsverhalten der Darmstädter*innen besser zu verstehen, sollen künftig über moderne Sensorik entlang der Hauptverkehrsstraßen Verkehrsmengen erfasst und Verzöge- rungen im Verkehrsablauf detektiert werden. Dadurch sollen die Reisedaten der Verkehrsteil- nehmenden in den Straßen ermittelt werden, um Behinderungen vor allem an Ampelanlagen zu identifizieren und entsprechende Maßnahmen zur Beschleunigung umzusetzen. Maßnahmen im Detail: Projekttyp Titel Kurzbeschreibung Nutzen Aufbauen- des Projekt Weiterentwicklung des digitalen Ver- kehrsmanagements im Mobilitäts- und Tiefbauamt Das Ziel ist die Weiterentwick- lung der aufgebauten Systeme und der Analyseplattform (DA- nalytics) zu einem Digitalen Zwilling der städtischen Infra- struktur sowie einem umfas- senden digitalen Verkehrsma- nagementsystem. Reduktion der loka- len LuftschadstoƯ- belastung Verkehrsverflüssi- gung und -lenkung durch optimierte Pla- nung und Echtzeit- Steuerung Weiterentwicklung der Bevorrechtigung an Lichtsignalanla- gen und der echtzeit- basierten Verkehrs- steuerung für ÖPNV und Einsatzkräfte (Feuerwehr, Notarzt) Verbesserung der verkehrsträgerüber- greifenden Mobili- tätsplanung 35 | 54 Sofortmaß- nahme/ Laufendes Projekt Projekt „mobiSmart“ der HEAG mobilo Im Rahmen des Projekts „mo- biSmart“ werden in Bussen und Straßenbahnen anonyme Daten von Mobilgeräten erfasst und ausgewertet. Ziel ist es, bessere Informationen über Fahrtmuster und Umsteigebe- ziehungen, die Auslastung zu bestimmten Uhrzeiten und die Wartezeiten von Fahrgästen zu erhalten. Analyse des Mobili- tätsverhaltens Verbesserte Planung des Fahrzeugeinsat- zes Möglichkeit zur Opti- mierung der Linien oder der Taktung Mittelfristig: Anzeige der aktuellen Fahr- zeugauslastung in der HEAG mobilo- App Sofortmaß- nahme/ Laufendes Projekt Projekt „Fahrgastin- formation der Zu- kunft“ (FIZ) der HEAG mobilo Im Projekt „Fahrgastinforma- tion der Zukunft“ (FIZ) erprobt die HEAG mobilo neue Wege der Fahrgastinformation und - lenkung an Haltestellen, auf dem Weg zum Bahnsteig oder bei Umleitungen. Fahrgastlenkung, er- leichterte Wegefüh- rung Optimierung von Ori- entierung, Über- sichtlichkeit und Ver- ständlichkeit sowie Erhöhung der Barrie- refreiheit der digita- len und analogen Fahrgastinformatio- nen an den Halte- stellen Aufbauen- des Projekt Digitales Baustellen- management Im Mobilitäts- und Tiefbauamt ist eine öƯentlich einsehbare Baustellenübersicht geplant, die Abstimmungen von Planun- gen vereinfacht, zur Vorabinfor- mation von Anwohnenden dient und deren Daten an Navi- gationsdienstleister weiterge- geben werden können. Planung und Abstim- mung von Baumaß- nahmen Vorabinformation für Anwohnende Information an Navi- gationsdienstleister für Umleitungsstre- cken Aufbauen- des Projekt Intermodale Mobili- täts-App für Darm- stadt Eine lokal angepasste Mobili- täts-App integriert eine Vielzahl an Mobilitätsangeboten und er- leichtert dadurch die flexible Nutzung und Kombination von Verkehrsmitteln. Auf das eigene Ver- halten angepasste Angebote zum Mobi- litätsverhalten Bedarfsgerechte Mo- bilitätsangebote 36 | 54 4.2.3 Sicherheit, Bevölkerungsschutz & Resilienz Ausgangslage & Herausforderungen: Neben bekannten Bedrohungen für die Sicherheit der Darmstädter Bürger*innen durch Ver- kehrsunfälle, Brände und kriminelle Handlungen, sind in den vergangenen Jahren neue Risi- ken in den Fokus gerückt. Die Auswirkungen des Klimawandels, der Schutz von Großveran- staltungen und Bedrohungen für die kritische Infrastruktur haben an Bedeutung gewonnen. Generell sind die durch Natur und vom Menschen verursachten Gefahrenlagen komplexer geworden. Im Bereich des Bevölkerungsschutzes wird auf allen staatlichen Ebenen daher das Ziel ver- folgt, die Resilienz gegenüber Krisen zu stärken. Sie wird als Fähigkeit verstanden, sich den Auswirkungen einer Gefährdung zu widersetzen, diese zu absorbieren, sich an sie anzupas- sen, sie umzuwandeln und sich von ihnen zu erholen. Dem Risiko- und Krisenmanagement im digitalen Zeitalter kommt dabei eine bedeutende Rolle zu. Smartphones, Wearables und andere Smart Home-Technologien bieten dabei neue Möglich- keiten der Krisenkommunikation und -vorsorge. Sie stellen Notrufzentralen jedoch auch vor neue Herausforderungen, wenn z. B. durch die Sturzerkennung in der Smartwatch versehent- lich der Notruf gewählt wird. Umgekehrt entstehen für Behörden und Organisationen mit Si- cherheitsaufgaben auch neue Möglichkeiten durch digitale Technologien wie Digitale Zwil- linge, künstliche Intelligenz, Robotik und Drohnen. Daher ist ein regelmäßiger Austausch mit den zuständigen Stellen auf Landesebene, Fachverbänden und mit der Wissenschaft unab- dingbar, um mit neuen technologischen Entwicklungen Schritt zu halten und Innovationen frühzeitig aufzugreifen. Ziele & Maßnahmen: Im Bereich der Digitalisierung ist für die Feuerwehr Darmstadt von übergeordneter Bedeu- tung, dass die digitale Einsatz- und Leitstellentechnik vor Stromausfällen geschützt und hoch verfügbar ist. Die Feuerwehr verfügt daher über eine eigene IT-Infrastruktur und ist mit ihren einsatzrelevanten Systemen unabhängig vom städtischen Amt für IT. Der digitale Katastro- phenschutzplan der Stadt Darmstadt wird durch die Untere Katastrophenschutzbehörde bei der Feuerwehr Darmstadt verwaltet und dem Krisenstab zur Verfügung gestellt. Die Leitstel- lentechnik wird über das Land Hessen bereitgestellt und über die Darmstädter Feuerwehr administriert, mit lokalen einsatzrelevanten Informationen ausgestattet und überprüft. Die Robustheit und Härtung der eingesetzten Systeme und der Technik hat dabei oberste Priori- tät. Mit dem beschlossenen Neubau der Darmstädter Hauptfeuerwache sind zahlreiche techni- sche Modernisierungsmaßnahmen verbunden, die auch auf die Digitalisierung einzahlen werden. Neben der Nutzung als Feuerwache und Verwaltungsgebäude ist der neue Standort auch das Zentrum für das Krisenmanagement der Stadt. Hier können Krisenstab, 37 | 54 Katastrophenschutzstab und die integrierte Leitstelle für die Notfallversorgung auch bei ei- nem flächendeckenden Stromausfall weiter betrieben werden. Diese aufgeführten Bausteine der Katastrophenschutzleitung sollen an die einheitliche Stabssoftware des Landes Hessen angebunden werden. Um die Koordination z. B. bei Großereignissen zwischen Stadtverwaltung, Stadtpolizei, Feu- erwehr und weiteren städtischen Beteiligten zu verbessern, fehlt es häufig an gemeinsamen, sicheren, mobilen Diensten zur Kommunikation und Zusammenarbeit. Diese Lücke soll drin- gend geschlossen werden. Dabei soll der Einsatz des vom BWI7 entwickelten BundesMes- sengers geprüft werden. Neben den einsatzbezogenen Prozessen und Kommunikationswegen sind auch zahlreiche interne Geschäftsprozesse bei der Stadtpolizei und Feuerwehr noch nicht vollständig digitali- siert. Gerade bei der Stadtpolizei ist die tägliche interne Arbeit noch an einigen Stellen durch Medienbrüche und fehlende Schnittstellen zwischen Fach- und Verwaltungsanwendungen gekennzeichnet. Die vollständige, integrierte Ende-zu-Ende-Digitalisierung ist daher ein wich- tiges Ziel, um die EƯizienz und EƯektivität bei der Aufgabenbewältigung zu erhöhen. Maßnahmen im Detail: Projekttyp Titel Kurzbeschreibung Nutzen Kernprojekt Anbindung der digi- talen Kommunikati- onskanäle der Stadt an die Warnsysteme der Feuerwehr zur Stärkung der priva- ten Krisenprävention Die Bevölkerung soll auf ge- wohnten Informationskanälen über Vorplanungen des Kata- strophenschutzes sowie die Möglichkeiten zur Selbsthilfe informiert werden. Hierfür soll- ten gezielt auch Push-Nach- richten nach einem Jahreskon- zept, z. B. Informationen am Tag des Bevölkerungsschutzes oder bei Sirenenproben, erfol- gen. Stärkung der priva- ten Krisenvorsorge Reduktion nicht- technischer Schnitt- stellen und Abstim- mungen Kernprojekt Nutzung sicherer, mobiler Kommunika- tionsdienste zur Ko- ordination in Krisen- situationen und bei Großereignissen Die digitale Kommunikation und Kollaboration zwischen Stadtverwaltung, KRITIS-Betrei- ber, Stadtpolizei und Feuer- wehr muss verbessert werden. Hier ist die Nutzung sicherer Messengerdienste wie z. B. des BundesMessengers zu prüfen. Reduktion techni- scher und kommuni- kativer Schnittstellen EƯizientere Kommu- nikation zwischen Veranstaltern, Ver- waltung, Feuerwehr und Stadtpolizei 7 BWI ist der IT-Dienstleister der Bundeswehr: www.bwi.de 38 | 54 Aufbauendes Projekt Einführung einer Ersthelfer-App für Darmstädter Bür- ger*innen Ersthelfer-Apps wie KatRetter sind ein smartphonebasierte Alarmierungssysteme, um re- gistrierte Ersthelfende an Not- fallorte zu führen und lebens- rettende Sofortmaßnahmen (z. B. Herz-Lungen-Wiederbele- bung) einzuleiten. Dadurch können die kurze Zeit bis zum EintreƯen des Rettungsdiens- tes überbrückt und die Überle- benschancen von BetroƯenen erhöht werden. Wertvolle Überbrü- ckung bis zum Ein- treƯen von Rettungs- kräften Überlebenschancen von Patient*innen werden erhöht Kernprojekt Digitale Lagerhal- tung bei der Feuer- wehr Die Einsatzmittellager und Ka- tastrophenschutzlager benöti- gen ein Lagerverwaltungssys- tem, welches auch Ablaufda- ten oder PrüƯristen überwacht. So können eine Vielzahl an Ein- satzgeräten bis hin zur Schutz- kleidung der Feuerwehr und Lebensmittel automatisiert überwacht werden. EƯizientere Admi- nistration der Lager- bestände Erhöhung der inter- nen und externen Compliance Kernprojekt Einführung der Stabssoftware des Landes Hessen Das Land Hessen und die Un- teren Katastrophenschutzbe- hörde benötigen eine miteinan- der verzahnte Stabssoftware, die ein gemeinsames Lagebild ermöglicht. Die Software wird über das Leitstellennetz ange- bunden und gehärtet. Gleiches Lagebild in Krisenstab, Katastro- phenschutzstab der Stadt mit Verbindung zum Landeskrisen- stab Gesicherte und ge- richtsfeste Kommu- nikation und Doku- mentation Innovations- thema Kooperationen mit dem TU-Forschungs- zentrum „emergen- CITY“ und dem An- wendungs- und Transferzentrum „Di- gital Resilience Xchange“ (DiReX) Sowohl die Übertragung von Echtzeitinformationen aus der Stadt wie auch das Weiterlei- ten von Warnmeldungen an Bürger*innen erfordert eine resiliente Kommunikationsinf- rastruktur. Wie die urbane Kommunikationsinfrastruktur ausgelegt sein muss, um Bür- ger*innen und Helfende in Evaluation von Kon- zepten und Metho- den zur Krisenkom- munikation in einem realen urbanen Um- feld Erhöhung der Vor- hersagefähigkeit zur Planung von Einsatz- schwerpunkten 39 | 54 verschiedenen Krisenszenarien bestmöglich zu unterstützen soll in Kooperation mit dem Forschungsprojekt „emergen- CITY“ sowie dem Anwendungs- und Transferzentrum „Digital Resilience Xchange“ (DiReX) geklärt werden. Darüber hinaus steht auch die KI-gestützte Vor- hersage von kritischen Zusam- menhängen oder Ereignissen aufgrund von vorliegenden Da- ten, z. B. zum Wetter, einge- henden Notrufen und zur Ver- kehrslage, im Fokus des Aus- tauschs. Unterstützung des Wissenstransfers zwischen Forschung und Praxis Innovations- thema Nutzung von Droh- nen bei Feuerwehr und Rettungsdiens- ten In der Logistik sind Drohnen weltweit bereits im Einsatz. Künftig werden sie auch im Be- reich der Notfallrettung und beim Brandschutz eine wich- tige Rolle spielen. Die Feuer- wehr Darmstadt wird die tech- nische Entwicklung aktiv verfol- gen, um frühzeitig neue Ein- satzmöglichkeiten zu erproben. Erhöhung der Über- lebenschancen durch schnelleren Zugang zu Notfal- lausrüstung Unterstützung von Ersthelfenden durch schnelle Handlungs- anweisungen und di- gitale Anleitungen Schnelle Lokalisie- rung vermisster oder verletzter Personen Verbesserung der Einsatzplanung und Risikoeinschätzung vor Ort (Erkundung) EƯektive Brandbe- kämpfung in schwer zugänglichen Höhen 40 | 54 4.2.4 Wirtschaft & Infrastruktur Ausgangslage & Herausforderungen: Aktuell verfügen 94 Prozent der Darmstädter Haushalte über eine Internetgeschwindigkeit von mindestens 1.000 Megabit pro Sekunde. Der Anteil der Haushalte mit Glasfaseranbin- dung (FTTB/H8) liegt in Darmstadt jedoch erst bei 23 % (Stand: August 2025). Beim schnellen 5G-Mobilfunknetz wurde in Darmstadt hingegen bereits eine hohe Netzabdeckung von mitt- lerweile 97 Prozent erreicht. Flächendeckende hochleistungsfähige, ökologisch nachhaltige und sichere digitale Infra- strukturen sind Voraussetzung dafür, dass die digitale Transformation in Darmstadt gelingt. Die Basis für die digitale Infrastruktur bildet eine sichere, regenerative Stromversorgung. Glasfaser ist das Medium, das konvergente Netze schaƯt, denn Glasfasernetze erlauben die Verzahnung von Festnetz und schnellem 5G-Mobilfunk. Im Rahmen ihrer Gigabitstrategie hat die Bundesregierung daher das Ziel formuliert, dass bis zum Jahr 2030 die Glasfaserinfra- struktur flächendeckend ausgebaut und gefördert werden soll. Bereits im Jahr 2018 hat der Magistrat der Wissenschaftsstadt Darmstadt für das Stadtgebiet Bandbreiten- und Infra- strukturziele beschlossen. Für eine optimale Versorgung ist neben der Internetversorgung über Festnetzanschlüsse und Mobilfunknetze auch das Funknetz LoRaWAN (Long Range Wide Area Network) von großer Bedeutung, um Daten z. B. von Sensoren mit geringem Energieaufwand über größere Distan- zen zu übertragen. LoRaWAN wird u. a. für die Überwachung und Steuerung städtischer Inf- rastruktur, das Energiemanagement oder das Umweltmonitoring eingesetzt. Darmstadt zählte im Bereich LoRaWAN in Deutschland zu den Vorreitern und verfügt heute über eine 100%ige Abdeckung des Stadtgebiets. Im Rahmen der Digitalstrategie 2018 wurde mit dem Darmstadt WiFi auch ein frei zugängli- ches und kostenloses WiFi-Netz aufgebaut. Das Darmstadt WiFi nehmen pro Jahr rund zwei Millionen Nutzende in Anspruch. Im Jahr 2024 gab es knapp eine Million Aufrufe pro Monat. Die Netzabdeckung9 muss nur noch in einzelnen Bereichen angepasst und optimiert werden. 8 Bei Glasfasernetzen, die bis zum Gebäude reichen, wird zwischen FTTB (Fiber to the Building) und FTTH (Fiber to the Home) unterschieden: Bei FTTB-Netzen werden Glasfaserleitungen bis in den Gebäudekeller gelegt. Das Inhousenetz wird dann nicht über Glasfaser, sondern über andere Medien, z. B. Kupferdoppelader, strukturierte Ethernetverkabelung oder auch Funk-/Draht- lostechnologien bereitgestellt. Bei FTTH-Netzen (Fiber to the Home) werden Glasfaserleitungen bis in die Wohnungen bzw. bis in die Betriebsräume verlegt. (Quelle: Breitbandatlas) 9 Die aktuelle Netzabdeckung ist auf der städtischen Datenplattform im Dashboard „Energie & IT“ abrufbar. Siehe: https://datenplattform.darmstadt.de 41 | 54 Ziele & Maßnahmen: Um die Ziele der Breitbandstrategie zu erreichen, räumt die Wissenschaftsstadt Darmstadt weiterhin den Verhandlungen mit potenziellen Netzbetreibern höchste Priorität ein. Das Ziel ist ein möglichst flächendeckender Ausbau innerhalb des Stadtgebietes. Zur Versorgung von circa 640 nicht wirtschaftlich ausbaubaren Rand- und Ungunstlagen hat die Wissenschafts- stadt Darmstadt vorläufige Fördermittelbescheide erhalten. Der Bund und das Land Hessen tragen hierfür anteilig 90 % der Kosten. Die Maßnahmen werden voraussichtlich bis Ende 2027 abgeschlossen sein. Der Betrieb des LoRaWAN soll weiter durch die Stadt sichergestellt werden. Hierzu zählen die Bereitstellung und Wartung von sogenannten LoRaWAN-Gateways zur Sicherung der Flä- chenabdeckung, der Betrieb eines LoRaWAN-Servers zum Sammeln und Weiterverarbeiten der Sensordaten, sowie der Betrieb einer Netzverbindung zwischen Gateways und Servern. Neben einer leistungsfähigen digitalen Infrastruktur sind auch eƯiziente Verwaltungspro- zesse für Unternehmen von großer Bedeutung. Hier besteht trotz einiger Fortschritte noch Nachholbedarf. Über verschiedene Maßnahmen der Digitalstrategie und tiefgreifende Verän- derungen in den nächsten Jahren soll die Verwaltungsdigitalisierung spürbar und messbar vorangebracht werden. Dies gilt u. a. für die Digitalisierung im Rechnungswesen, im Zah- lungsverkehr, bei Genehmigungsprozessen sowie bei Verwaltungsleistungen der Ausländer- behörde (insb. Aufenthalts- und Arbeitsberechtigungen) sowie im Einwohnerwesen. Gerade die kommunale Wirtschaftsförderung ist auf eƯiziente digitale Arbeitsprozesse in ver- schiedenen Organisationseinheiten angewiesen, um Unternehmen bei der Neuansiedlung oder Erweiterung ihrer Standorte gut unterstützen zu können. Digitale Plattformen für das Leerstands- und Ansiedlungsmanagement sollen in den nächsten Jahren verstetigt und aus- gebaut werden. Die Pflege, Analyse und Bereitstellung von Daten auf eigenen und externen Plattformen wird insgesamt im Standort- und Tourismusmarketing weiter an Bedeutung ge- winnen. Durch Kooperationen zwischen der Verwaltung, Unternehmen und Start-Ups soll die Verwal- tungsdigitalisierung unterstützt und gefördert werden. Bestehende Austauschformate (wie z. B. die Runden Tische „Wirtschaft“ und „Wissenschaft“) sollen dazu genutzt werden, um An- satzpunkte für Kooperationen zu identifizieren. Das neu eingerichtete Programm- und Portfo- liomanagement für Digitalisierungs- und IT-Projekte und das neue Sachgebiet „Digitale Transformation und Innovation“ können künftig dabei helfen Kooperationsansätze zu bewer- ten, zu priorisieren und die Ressourcen zur Umsetzung oder Begleitung zentral einzuplanen. 42 | 54 Maßnahmen im Detail: Projekttyp Titel Kurzbeschreibung Nutzen Sofortmaß- nahme Glasfaserausbau in städtischen Rand- und Ungunstlagen Versorgung bis Ende 2027 von circa 640 nicht wirtschaftlich ausbaubaren Rand- und Un- gunstlagen über Bundes- und Landesmittel Leistungsfähige In- ternet-Breitbandver- sorgung im gesam- ten Stadtgebiet Kernprojekt Verstetigung der Leerstands- und An- siedlungsmanage- mentplattform LeAn Über den Leerstands- und Ge- suchsmelder von LeAn können leerstehende oder leerfallende Flächen und Immobiliengesu- che von Unternehmen in Darmstadt unkompliziert ge- meldet werden. Damit werden verfügbare Immobilienange- bote mit passenden Nutzungs- konzepten zusammengeführt. Frühzeitige Vermei- dung von Leerstand Förderung der quali- fizierten Nachver- mietung Steigerung der At- traktivität der Innen- stadt Kernprojekt Weiterentwicklung der Strategien, Ka- näle und Plattformen für Standort-Marke- ting und Tourismus- Marketing/Informati- onen Das Management von Daten und von Content über ver- schiedenste Vertriebs- und In- formationskanäle wird immer wichtiger. Eigene Apps und Websites verlieren hingegen tendenziell an Bedeutung. Vor diesem Hintergrund ist auch die Weiterentwicklung der „Darmstadt App“ als touristi- sche App zu prüfen. Optimaler Einsatz begrenzter Ressour- cen durch zeitgemä- ßes Tourismus- und Standort-Marketing Steigerung der Sicht- barkeit Darmstadts als Wirtschafts- und Wissenschafts- standort sowie als touristische Destina- tion Relevante fachliche Strategien in diesem Handlungsfeld: Entwicklungskonzept Innenstadt (2023) Darmstädter Breitbandstrategie (2018) 43 | 54 4.2.5 Energie, Umwelt & Klima Ausgangslage & Herausforderungen: Die Digitalisierung spielt eine Schlüsselrolle bei der Bewältigung der Zwillingskrise aus Klima- wandel und dem Verlust der Biodiversität. Dafür müssen digitale Anwendungen und Infra- strukturen für naturschutzfachliche Bedarfe ausgebaut sowie die digitale Datenerhebung, - auswertung und -vernetzung verbessert werden. Auf diese Weise können z.B. klimaresiliente Infrastrukturen geschaƯen und eine naturschutzgerechte Stadtentwicklung ermöglicht wer- den. Darüber hinaus erleichtern digitale Anwendungen die Zusammenarbeit in der Verwal- tung und mit verschiedenen Akteur*innen im Klima- und Naturschutz. Nicht zuletzt hilft die Bereitstellung digitaler Umweltdaten auch zivilgesellschaftlichen Organisationen und Unter- nehmen dabei, den Schutz des Klimas und der Umwelt bei der Planung ihrer Aktivitäten zu berücksichtigen. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat sich mit dem Beschluss des Antrags „Höchste Priori- tät für Klimaschutz“ und dem Klimaschutzplan 2035 ambitionierte Ziele gesetzt, um als Kommune ihren Beitrag zur Begrenzung des Klimawandels zu leisten. Ein wichtiger Hebel beim kommunalen Klimaschutz ist die Wärmewende im Gebäudebereich. Hierzu wird derzeit eine kommunale Wärmeplanung durch das Amt für Klimaschutz und Klimaanpassung erar- beitet. Längere Hitze- und Trockenperioden sowie Starkregenereignisse erfordern bereits heute verschiedenste Maßnahmen zur Klimaanpassung. Im Jahr 2025 wurde der Klimaan- passungsplan beschlossen, der zum Ziel hat, die bereits heute spürbaren und die noch zu erwartenden Auswirkungen des Klimawandels abzumildern bzw. darauf zu reagieren. Parallel zur Klimakrise stellt der dramatische Verlust der biologischen Vielfalt eine zentrale ökologische Herausforderung dar. Klimakrise und Biodiversitätsverlust sind eng miteinander verknüpft und verstärken sich gegenseitig. Mit der zukünftigen kommunalen Biodiversitäts- strategie verfolgt die Wissenschaftsstadt Darmstadt das Ziel, Lebensräume für heimische Tier- und Pflanzenarten zu erhalten und zu schaƯen. Dabei spielen Maßnahmen wie die na- turnahe Gestaltung von Grünflächen, der Schutz von Biotopen und die Förderung von Arten- vorkommen eine wichtige Rolle. Intakte Ökosysteme und eine vielfältige Natur tragen zudem zur Klimaanpassung bei. Beispiele hierfür sind die kühlende Wirkung von Vegetation oder die bessere Versickerung von Niederschlägen. Ziele & Maßnahmen: In den nächsten Jahren stehen die Umsetzung des Klimaschutz- und des Klimaanpassungs- plans sowie der kommunalen Biodiversitätsstrategie im Fokus. Als Bestandteil des Klima- schutzplans wird die Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung eine hervorgehobene Rolle spielen. Im Rahmen der Erarbeitung der Wärmeplanung entsteht ein digitaler Zwilling zur Abbildung der Wärmeversorgung im Stadtgebiet. Diesen urbanen digitalen Zwilling als le- bendiges Steuerungs-, Planungs- und Kommunikationsinstrument weiterzuentwickeln, wird ein digitales Kernprojekt im Handlungsfeld Energie, Umwelt und Klima sein. 44 | 54 Die bereits umgesetzten Starkregengefahrenkarten in „Darmstadt 3D“ sind ein erstes Bei- spiel für einen Urbanen Digitalen Zwilling (UDZ) auf Basis der neuen Geodateninfrastruktur GDI-DA und des Darmstädter 3D-Stadtmodells. Mit dem Starkregenfrühalarmsystem kann diesem digitalen Zwilling eine weitere Informationsschicht mit Echtzeit-Sensordaten hinzu- gefügt werden. Dieses Frühalarmsystem soll Bürger*innen und Rettungskräften wertvolle Re- aktionszeit verschaƯen, um auf lokale Überschwemmungen im Zuge von Starkregen zu rea- gieren. Das Starkregenfrühalarmsystem ist daher ein wichtiger Baustein für den Katastro- phen- und Bevölkerungsschutz. Übergeordnet ist darüber hinaus im Bereich Klimaschutz ein Online-Monitoring zur Zielerrei- chung der einzelnen Klimaschutzmaßnahmen und zum Controlling der Klimaschutzziele ge- plant. Das Ziel ist es, zunächst die Umsetzungsstände der Maßnahmen und im Weiteren auch deren CO2-Einsparungen intern auswerten und vergleichen zu können sowie für die Öf- fentlichkeit transparent zu machen. Ein wichtiges aufbauendes Digitalprojekt aus dem städ- tischen Klimaschutzplan ist darüber hinaus die Einführung eines Energiemanagementsys- tems für die kommunalen Liegenschaften, welches, ergänzt um Bausteine einer zentralen Gebäudeautomation (GLT), das Monitoring und die Betriebsoptimierung und damit die Erzie- lung von Energieeinsparungen im Gebäudesektor ermöglicht. Mit einem Grünflächen-Informationssystem (GRIS) führt das Grünflächenamt aktuell eine moderne Informations- und Managementplattform ein, um u. a. die stadtinterne Übersicht der Flächenzuständigkeiten zu verbessern, Maßnahmen einfacher abstimmen und planen zu können und den damit verbundenen Dokumentationsaufwand zu reduzieren. Das GRIS ist ein wichtiger Baustein zur Förderung der biologischen Vielfalt auf städtischen Grünflächen. Durch das verbesserte Pflegemanagement können flächenspezifische Pflegepläne entwi- ckelt und aufeinander abgestimmt werden und so z. B. Maßnahmen zur insektenfreundli- chen Mahd verstärkt eingeführt und kontinuierlich umgesetzt werden. Standardisierte interne Prozesse, gut definierte Schnittstellen zwischen allen Beteiligten und vernetzte Datenhaltung bilden bei allen digitalen Prozessen eine wichtige Grundlage. Bei- spielhaft für das damit verbundene EƯizienzpotenzial steht die Bearbeitung von durch Bür- ger*innen gemeldeten Schäden und Störungen u. a. aus dem Mängelmelder. Durch kollabo- rative Werkzeuge und Prozesse können Bearbeitungsabläufe wesentlich optimiert werden. Der Ausbau des Prozessmanagements, die Daten-Governance sowie die Nutzung verwal- tungsweit bereitgestellter Digitalisierungsplattformen sollen daher ämterübergreifend und in enger Zusammenarbeit mit den Eigenbetrieben vorangetrieben werden. Ein konkretes Beispiel für den Ausbau eines digitalen Prozessmanagements ist die geplante Ende-zu-Ende-Digitalisierung der städtischen Förderprogramme. Das Innovationsthema ei- ner Online-Anwendung als One-Stop-Shop für energetische Gebäudesanierungen ist ein weiterer Baustein, der dazu führen soll, durch eƯizientere Prozesse den Bedarf an Personal- ressourcen zu reduzieren und damit die Handlungsfähigkeit der städtischen Verwaltung zu stärken. 45 | 54 Maßnahmen im Detail: Projekttyp Titel Kurzbeschreibung Nutzen Sofortmaß- nahme Einführung eines Grünflächeninforma- tionssystems (GRIS) GRIS ist ein digitales Informati- onssystem zur Verwaltung kommunaler Grünflächen und Schutzgebiete. Die Fachschale Baumkataster unterstützt ins- besondere die rechtlich vorge- schriebene Dokumentation im Rahmen der Verkehrssiche- rungspflicht, indem Baumkon- trollen, Zustandsbewertungen und daraus resultierende Pfle- gemaßnahmen systematisch erfasst und nachverfolgt wer- den. Rechtssichere Nach- weisführung Reduktion von Haf- tungsrisiken Erleichterung der Or- ganisation von Pflege- und Kontroll- maßnahmen Transparenz über den Baumbestand Bessere Ressour- cenplanung und da- mit eƯiziente, nach- haltige Bewirtschaf- tung der kommuna- len Grünflächen Förderung der Bio- diversität Kernprojekt Starkregenfrüha- larmsystem (SRFAS) Ein Starkregenfrühalarmsys- tem dient der frühzeitigen War- nung von Verwaltung, Politik, Einsatz- und Rettungskräften sowie der Bevölkerung. Mittels im Stadtgebiet ausgebrachter neuer Sensorik in Kombination mit bestehenden Systemen (u.a. Urbane Datenplattform und Sensorik) werden bei Starkniederschlägen größeren Ausmaßes Warnsituationen er- kannt und frühzeitig Warnrouti- nen ausgelöst. Frühzeitige Warnung vor Sturzfluten und Überschwemmun- gen bei Starkregener- eignissen Schutz von Infra- struktur, Gebäuden und Personen Kernprojekt Digitalisierung der Abläufe zur Baum- schutzsatzung Digitale Antragsstrecke von der Antragsstellung, über Prüfung, Vereinbarung von Kontrollter- minen, Genehmigung und Er- teilung von Ersatzpflanzungs- auflagen bis hin zur Abrech- nung. Digitale Erfassung von geleisteten Ersatzpflanzungen Verkürzung der Bear- beitungszeiten durch standardisierte Ar- beitsprozesse und Workflows Freisetzung von per- sonellen Ressourcen 46 | 54 und automatisierte Nachverfol- gung. EƯizientere Umset- zung der Satzung und damit höherer Schutz des Baumbe- standes Erleichterte Daten- auswertung Aufbauen- des Projekt Online-Tool zum Mo- nitoring und Control- ling der Klimaschutz- maßnahmen Die Monitoring-Plattform dient zum einen der internen Doku- mentation und Auswertung von Daten zu Treibhausgasemissio- nen und zum anderen der transparenten und nachvoll- ziehbaren Visualisierung der Maßnahmenfortschritte für die ÖƯentlichkeit. Gebündelte und standardisierte Er- fassung verschie- denster Klima- und Treibhausgasdaten Weiterentwicklung der Klimaschutzziele und der -strategie Kernprojekt Ende-zu-Ende-Digi- talisierung von städ- tischen Förderpro- grammen im Klima- schutz- und Klima- anpassungsbereich Umsetzung einer durchgängig digitalen Antragsstrecke bei städtischen Förderprogram- men inklusive des Aufbaus ei- ner Datenbank zu allen laufen- den und abgeschlossenen An- tragsverfahren. Schneller Überblick zu laufenden An- tragsverfahren Reduktion von Dopplungen in der Antragsstellung und Antragsbearbeitung Vermeidung von Feh- lern bei der manuel- len Eingabe von An- trägen Kernprojekt Digitaler Zwilling zur kommunalen Wär- meplanung Umsetzung in Form einer Geo- daten-Anwendung mit zahlrei- chen Daten zur Wärmeversor- gung im Bestand, zu Potenzia- len und zu Szenarien. Transparenz für Bür- ger*innen, insbeson- dere von Immobili- enbesitzer*innen Strategische Pla- nungsgrundlage für die Verwaltung und alle beteiligten Ak- teur*innen sowie der Bürgerschaft Aufbauen- des Projekt Digitalisierung und Zentralisierung des Energiemanage- ments in der Verwal- tung und Um die Treibhausgasneutralität im direkten Einflussbereich bis zum Jahr 2035 herstellen zu können, ist die stetige datenbe- zogene Evaluation ein wichtiger Erfüllung gesetzli- cher Anforderung für die Automation von Nichtwohngebäuden und 47 | 54 Stadtwirtschaft (siehe Maßnahme I - 1.10 des Klima- schutzplans) Bereich, um Maßnahmen stra- tegisch zu vertiefen, zu erwei- tern oder auf den Prüfstand zu stellen. Hierfür soll das Monito- ring und Controlling von klima- schutzbezogenen Maßnahmen im Bereich des Energiemana- gements tiefergehend digitali- siert werden. Betriebsoptimierung zur Energie-/ Kosten- einsparung Echtzeit-Monitoring über Energieverbräu- che der Gebäude Innovati- onsthema Online-Anwendung als One-Stop-Shop für die energetische Gebäudesanierung Interaktive Online-Anwendung, mit der Eigentümer*innen ver- schiedene energetische Sanie- rungsmaßnahmen an ihrem Haus und die Einsparungsef- fekte simulieren können. Nutzen, EƯekte und Kosten energetischer Sanierungsmaßnah- men werden für Ei- gentümer*innen besser vorstellbar Relevante fachliche Strategien in diesem Handlungsfeld: Klimaschutzplan 2035 Klimaanpassungsplan Hitzeaktionsplan Grünflächenstrategie Kommunale Wärmeplanung (in Arbeit) Kommunale Biodiversitätsstrategie (in Arbeit) 48 | 54 4.2.6 Maßnahmenübersicht im Bereich Digitale Services & Infrastruktur Die Tabelle stellt die Maßnahmen und Projekte in den fünf Handlungsfeldern im Bereich „Digitale Services & Infrastruktur“ in der Übersicht dar: Handlungsfeld Sofortmaßnahmen Kernprojekte Aufbauende Projekte Innovationsthemen Bürger-Services & Open Government Digitalisierung weiterer Services Nutzerzentrierte Ser- viceoptimierung KI-gestützter Chatbot für Bürger*innen Abholstation für Doku- mente Videoberatung ePayment-Manager Mobilität & Verkehr Projekt „mobiSmart“ der HEAG mobilo Fahrgastinformation der Zukunft“ (FIZ) der HEAG mobilo Weiterentwicklung des digitalen Verkehrsmana- gements Digitales Baustellenma- nagement Intermodale Mobilitäts- App für Darmstadt Sicherheit, Bevölkerungs- schutz & Resilienz Anbindung Warnsys- teme an städtische Kommunikationskanäle Nutzung sicherer Mess- enger-Dienste Digitale Lagerhaltung bei der Feuerwehr Einführung der Stabs- software des Landes Hessen Ersthelfer-App Kooperationen mit dem TU-Forschungszentrum „emergenCITY“ und dem Anwendungs- und Transferzentrum „Di- ReX“ Nutzung von Drohnen bei Feuerwehr und Ret- tungsdiensten 49 | 54 Wirtschaft & Infrastruktur Glasfaserausbau in städtischen Rand- und Ungunstlagen Verstetigung der Leer- stands- und Ansied- lungsmanagementplatt- form LeAn Weiterentwicklung der Strategien, Kanäle und Plattformen für Stand- ort- und Tourismus-Mar- keting Energie, Umwelt & Klima Einführung eines Grün- flächeninformationssys- tems (GRIS) Starkregenfrüha- larmsystem (SRFAS) Digitalisierung Baum- schutzsatzung Ende-zu-Ende-Digitali- sierung von städtischen Förderprogrammen im Bereich Klimaschutz- und Klimaanpassung Digitaler Zwilling für die kommunale Wärmepla- nung Online-Tool zum Moni- toring und Controlling der Klimaschutzmaß- nahmen Digitalisierung und Zent- ralisierung des Ener- giemanagements in der Verwaltung und Stadt- wirtschaft Online-Anwendung als One-Stop-Shop für die energetische Gebäu- desanierung 50 | 54 4.3 Handlungsfeld Datenplattform & Datenmanagement Ausgangslage & Herausforderungen: Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat als erste Smart City Deutschlands bereits frühzeitig erfolgreich verschiedene Projekte vorangetrieben, um das Potenzial von Daten für die Verbes- serung der öƯentlichen Daseinsvorsorge und für digitale Innovationen zu erschließen. Hierzu zählen u. a. das Leuchtturmprojekt Urbane Datenplattform zur Verarbeitung und Visualisie- rung insbesondere von Echtzeit-Sensordaten, der frühzeitige Aufbau eines LoRaWAN-Funk- netzes zur flächendeckenden Ermöglichung von IoT-Anwendungen oder die Einrichtung des Open-Data-Portals, um Bürger*innen, Unternehmen, der Wissenschaft und Zivilgesellschaft oƯene Verwaltungsdaten in hoher Qualität kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Mit der Geodateninfrastruktur in der Wissenschaftsstadt Darmstadt (GDI-DA) wird zudem der Zugang zu den städtischen Geodaten erleichtert. Für diesen Zweck wird derzeit ein neues Geoportal eingerichtet. Hierüber können die oƯenen städtischen Geodaten einschließlich zugehöriger Metadaten mittels standardisierter Geodaten- und Netzdienste interoperabel zu- gänglich und verfügbar gemacht werden. Damit sind sie nutzbringend und nachhaltig für Ver- waltung und ÖƯentlichkeit. Sie können auf diese Weise in unterschiedlichen Anwendungen von Planung über Analyse bis zur Vorstellung städtischer (Bau-) Vorhaben schnell und eƯi- zient eingebunden werden. In Zukunft werden die Anforderungen an die Datenhaltung und -bereitstellung weiter steigen. Die Handhabung städtischer Daten (z. B. statistische Daten oder Geodaten) unterliegt viel- fältigen gesetzlichen Regelungen (u. a. Hessisches Landesstatistikgesetz, Hessisches Da- tenschutz- und Informationsfreiheitsgesetz, EU-Richtlinie INSPIRE, EU-Verordnung über hochwertige Datensätze). Daten aus der Stadtwirtschaft, insbesondere IoT-Daten, schaƯen zudem Synergiepotenziale, die weitgehend noch nicht erschöpft sind. Hier gilt es die organi- satorischen und technischen Voraussetzungen frühzeitig mitzudenken und den interdiszipli- nären Wissensaustausch zu fördern, um Parallelstrukturen zu verhindern. Die Open-Data-Strategie aus dem Jahr 2021, die Einrichtung des Open-Data-Portals10 sowie die SchaƯung der Position einer Open-Data-Beauftragten im Amt für Wirtschaft und Stadt- entwicklung waren wichtige Grundlagen, um das Potential von oƯenen Verwaltungsdaten für die Stadtverwaltung, die Wirtschaft und die Zivilgesellschaft zu erschließen. Das interne EƯi- zienzpotential ist hingegen noch nicht vollständig ausgeschöpft. Die Inventarisierung, Stan- dardisierung, Vernetzung und Sicherheit von Datenbeständen wird künftig immer wichtiger werden (Stichwort: Data Governance). Regelmäßige interne Schulungsangebote für unter- schiedliche Zielgruppen spielen hierbei eine wichtige Rolle (Stichwort: Data Literacy). 10 https://opendata.darmstadt.de/ 51 | 54 Ziele & Maßnahmen: Übergeordnet strebt die Wissenschaftsstadt Darmstadt an, die Vernetzung und Mehrfach- nutzung von Daten wie kommunalstatistischen Daten, Geodaten, städtischen Daten und Daten aus der Stadtwirtschaft zu stärken. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den Fachämtern, Eigenbetrieben und Unternehmen der Stadtwirtschaft soll durch einheitli- che Standards und Regelungen sowie sichere, zeitgemäße technische ZugriƯsmöglichkeiten verbessert werden. Hierdurch können Doppelarbeiten erheblich reduziert und der Informati- onsaustausch intern und extern optimiert werden. Als Antwort auf diese strategische Anforderung werden im Kontext des Aufbaus der Geoda- teninfrastruktur organisatorische, fachliche und technische Maßnahmen zur Anwendung ge- bracht. Damit verbunden sind der Aufbau von neuen Prozessstrukturen sowie die Inkraftset- zung zusätzlicher städtischer Vereinbarungen und Regelungen einschließlich der Geodaten- strategie der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Die Koordinierungsstelle GDI-DA im Vermes- sungsamt ist hier federführend zuständig. Unter der Berücksichtigung der in der Stadtverwal- tung bereits vorhandenen Strukturen ist die SchaƯung, Förderung und Einhaltung eines ein- heitlichen Rollenverständnisses, eine Verständigung über die Art und Weise der Zusammen- arbeit beim Aufbau sowie der späteren Nutzung der GDI-DA essenziell. Darauf aufbauend ist mittelfristig die Weiterentwicklung der bestehenden Datenstrategien in der Wissenschaftsstadt Darmstadt notwendig, um eine übergeordnete Data Governance aufzubauen, das Datenmanagement zu stärken, die Daten-Infrastruktur und die zentralen Anwendungen zur Datenverarbeitung/-bereitstellung aufeinander abzustimmen. Dies muss Hand in Hand gehen mit Investitionen in die interne Datenkompetenz, um das eƯizienzstei- gernde Potential von gemeinsamer Datennutzung und datengetriebenen Innovation konse- quent zu erschließen. Die Urbane Datenplattform11 wurde im Jahr 2025 von einem externen Dienstleister in die Stadtwirtschaft geholt. Dadurch konnten Parallelstrukturen in der Datenverarbeitung besei- tigt und somit wesentliche finanzielle Einsparungen im Betrieb erzielt werden. Daten und Schnittstellen innerhalb der Stadtwirtschaft sind so zudem besser zugänglich. In den nächs- ten Jahren soll die Plattform mit weiteren Anwendungsfällen kontinuierlich weiterentwickelt werden, um zusätzliche Mehrwerte für Bürger*innen, die Verwaltung und die beteiligten Stadtwirtschaftsunternehmen zu generieren. 11 Siehe: https://datenplattform.darmstadt.de/ 52 | 54 Maßnahmen im Detail: Projekttyp Titel Kurzbeschreibung Nutzen Sofortmaß- nahme VeröƯentlichung und Etablierung des 3D- Stadtmodells „Darmstadt 3D“ „Darmstadt 3D“ ist ein virtuel- les 3D-Stadtmodell und basiert auf Bildflug- und Laserscanda- ten sowie Hintergrundkarten. Das Modell ist Teil der neuen Geodaten-Infrastruktur Darm- stadt (GDI-DA) und soll konti- nuierlich aktualisiert und wei- terentwickelt werden. Unterstützung von Planung, Analyse und Präsentation städtischer Vorha- ben Ermöglicht realisti- sche Simulationen, die z.B. auch für die ÖƯentlichkeitsbetei- ligung eingesetzt werden können Sofortmaß- nahme Einführung von 3D- Laserscanning im Vermessungsamt Über moderne 3D-Laserscan- Geräte und Software können mit geringem Aufwand detail- lierte digitale Abbilder von Ge- bäuden und Stadträumen er- stellt werden. Zeiteinsparung bei der Erfassung, Re- duktion von Mehr- fach-Begehungen Verbesserte digitale Planungsgrundlage für Ämter und Eigen- betriebe (u. a. IDA, DSE) Aufbauen- des Projekt Aufbau „Urbaner Di- gitaler Zwilling“ Die bestehende technische Inf- rastruktur (GDI-DA, Darmstadt 3D, Urbane Datenplattform usw.) soll zur Bereitstellung weiterer „urbaner digitaler Zwil- linge“ weiterentwickelt werden. Hierbei sollen mögliche Syner- gien zwischen der Urbanen Da- tenplattform und der Geoda- teninfrastruktur erschlossen werden. Unterstützung kom- plexer Entschei- dungsprozesse durch die Integration verschiedener Daten in Verbindung mit dem Geobasis-Zwil- ling Aufbauen- des Projekt Fortsetzung des Aus- baus der städtischen Geodateninfrastruk- tur Das aufbauende Projekt um- fasst die Umsetzung des Kata- logs an fachlichen, organisato- rischen, technischen und pro- zessualen Maßnahmen, sowie städtische Vereinbarungen und Regelungen. Interne Data Gover- nance zur Standardi- sierung, Qualitätssi- cherung und Klärung von Umsetzungsfra- gen Voranschreitenden Aufbau der GDI-DA 53 | 54 Relevante fachliche Strategien in diesem Handlungsfeld: Open-Data-Strategie der Wissenschaftsstadt Darmstadt Geodatenstrategie der Wissenschaftsstadt Darmstadt NGIS 2.0 - Nationale Geoinformationsstrategie 54 | 54 Impressum Herausgeberin: Digitalstadt Darmstadt GmbH für die Wissenschaftsstadt Darmstadt Im Carree 1 64293 Darmstadt +49 (0)6151 404 3801 info@digitalstadt-darmstadt.de www.digitalstadt-darmstadt.de Ansprechpartner: José David da Torre Suárez Christian Illinger Auftraggeber: Magistrat der Wissenschaftsstadt Darmstadt Dezember 2025 Version: 1-2
2025/0324
6527 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
09.12.2025
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat V an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Dezernat I
Dezernat IV
Amt: Dezernat V
OBW bei abschl. Be-
schlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2025/0324
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.:
Kostenstelle: Investitionsnummer:
Kostenträger: Sachkonto:
Betreff: Digitalstrategie der Wissenschaftsstadt Darmstadt
Vorlage vom: 03.12.2025
Beschlussvorschlag :
1. Die vorläufige Digitalstrategie der Wissenschaftsstadt Darmstadt wird gemäß MV
2025/0145 durch den Magistrat beschlossen und den politischen Gremien zur Kenntnis
vorgelegt.
2. Zur Finalisierung der Digitalstrategie wird gemäß MV 2025/0145 eine externe Beteili-
gungsphase durchgeführt.
3. Durch das Programm - und Portfoliomanagement sollen die Maßnahmen der Digitalstrate-
gie im Zuständigkeitsbereich der Stadtverwaltung zu konkreten Pr ojektvorhaben weiterent-
wickelt und nach deren Kosten -Nutzen-Relation priorisiert werden.
Anlagen: Digitalstrategie_V1 -2
- 2 -
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
Zusätzlich für alle Vorlagen aus dem Bereich des Hochbaus anzugeben:
Klimarelevanz des Vorhabens:
Auswirkungen auf Stadtklima: ja nein
Auswirkungen auf THG -Emissionen: gering1) mittel/groß 2)
Beteiligung Amt f. Klimaschutz & Klimaanpassung: ja nein
Zusätzlich bei Beschlüssen zur Baufreigabe:
Wurden Optimierungspotentiale ausgeschöpft? ja nein
Falls nein, Kompensationsmaßnahmen festgelegt? ja nein
1) bis 10 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente (CO2e) pro Jahr, 2) über 10 Tonnen CO2e pro Jahr.
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 03.12.2025
Mit der vorliegenden Digitalstrategie aktualisiert die Wissenschaftsstadt Darmstadt seine Vi-
sion für die Nutzung digitaler Technologien und stellt eine Mission bis zum Jahr 2030 in den
Mittelpunkt der Digitalisierung: die Schaffung einer effizienten und vo llständig digitalisierten
Stadtverwaltung.
Die neun Handlungsfelder der Strategie und die 44 Einzelmaßnahmen unterstreichen diese
Neuausrichtung und die Bedeutung der Mission. Bei der Erarbeitung der Digitalstrategie
standen Maßnahmen im Fokus, die berei ts erprobt sind und einen hohen nachgewiesenen
Nutzen oder einen langfristigen Einspareffekt bei Kosten und Ressourcen aufweisen. Damit
ist die Digitalstrategie eine Antwort auf die angespannte Haushaltslage und die Auswirkungen
der Demographie auf die stä dtische Belegschaft.
Die Vision der Wissenschaftsstadt Darmstadt und die Mission 2030 können nur erreicht wer-
den, wenn auch die Steuerung und die Organisation der Digitalisierung in der Stadtverwal-
tung verbessert werden. Hier setzt das neue Steuerungsmode ll für Digitalisierungs - und IT-
Projekte an. Das Modell bildet das Herzstück der vorliegenden Digitalstrategie. Mit der Ein-
führung eines zentralen Programmmanagements, einer neuen Projektmanagementeinheit
und durch eine Stärkung der IT -Services im Amt für IT soll die Digitalisierung der Stadtver-
waltung deutlich beschleunigt werden.
Erarbeitungsprozess
Die ersten Schritte zur Erarbeitung einer neuen Digitalstrategie starteten im Frühjahr 2024
mit der Durchführung von Interviews in der Stadtverwaltung, in der Stadtwirtschaft sowie mit
Vertretungen von Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Die durchgeführten Interviews
dienten dazu, Herausforderungen, Chancen sowie konkrete Themen für die Strategieerarbei-
tung zu identifizieren.
Auf Basis der Ergebnisse aus den ca. 33 Interviews und einer externen Organisationsuntersu-
chung im Amt für Digitalisierung und IT (jetzt Amt für IT) wurde klar, dass neben der Neuauf-
stellung der digitalen Agenda auch die Organisationsstruktur zur Digitalis ierung in der Stadt-
verwaltung angepasst werden muss. Die Erarbeitung der Digitalstrategie wurde daher im
Herbst 2024 in ein internes Reorganisationsprojekt zur Weiterentwicklung des Amtes für Di-
gitalisierung und IT und des Amtes für Interne Dienste eingebe ttet.
Nach der Festlegung des neuen Steuerungsmodells für Digitalisierungs - und IT-Projekte im
Frühjahr 2025 beschloss der Magistrat der Wissenschaftsstadt Darmstadt am 21.05.2025
die weitere inhaltliche Erarbeitung der Digitalstrategie durch die Digital stadt Darmstadt
GmbH (Magistratsvorlage -Nr. 2025/0145). Auf Basis der übergeordneten Ausrichtung wur-
den im Anschluss neun Handlungsfelder definiert und diese je nach Wirkung (Innen & Außen)
den Bereichen „Digitale Verwaltung“ und „Digitale Services & Infra struktur“ zugeordnet. Im
Herbst 2025 folgten dann Workshops mit den betroffenen Ämtern, Eigenbetrieben und Stadt-
wirtschaftsunternehmen zu den fachlichen Zielen und Maßnahmen in den Handlungsfeldern.
Abschließend wurden die erarbeiteten 44 Einzelmaßnahmen n och einmal mit den Maßnah-
men aus dem Haushaltssicherungskonzept synchronisiert. Die Ergebnisse der gemeinsamen
Erarbeitung sind in der vorliegenden Strategie zusammengefasst.
. . .
- 4 -
Geplante Strategieüberprüfung
Die hier vorliegende vorläufig e Digitalstrategie ist eine umfassende Agenda für die digitale
Transformation in der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Sie ist ein übergeordnetes Instrument,
um die Mission für die nächsten Jahre nach innen und außen zu kommunizieren. Ihr Nutzen
liegt darin, d ass sie eine klare Orientierung und Prioritäten für die digitale Transformation
liefert. Sie integriert auch Teilstrategien, die noch erarbeitet werden müssen (z. B. eine Da-
ten- und KI-Strategie), und richtet diese auf ein gemeinsames Ziel aus. Spätestens nach zwei
Jahren soll die Digitalstrategie überprüft werden, um mit Blick auf die gesteckten Ziele und
die Mission nachzusteuern. Durch die regelmäßige Aktualisierung in einem breit angelegten
Strategieprozess wird der Charakter der Digitalisierung als Gem einschaftsaufgabe gestärkt
und der interne Kulturwandel gefördert.
Darmstadt, 03.12.2025
Dezernat I Dezernat IV Dezernat V
Hanno Benz André Schellenberg Holger Klötzner
Oberbürgermeister Stadtkämmerer Stadtrat
Beratungsverlauf (3)
Orte (1)
- Im Carree 1
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2025/0324
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 03.12.2025
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00