SV-2022/0029
Antrag der Fraktionen Bü 90/Grüne, CDU und Volt vom 9. Mai 2022 betr. Lichtleitlinie und Lichtleitfaden für Private
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Punkt 9: Antrag der Fraktionen Bü 90/Grüne, CDU und Volt vom 9. Mai 2022 betr. Lichtleitlinie und Lichtleitfaden für Private (SV-Nr. 2022/0029) Stadtve. Dr- Blaum stellt für die FDP-Fraktion folgenden Zusatzantrag: Der Darmstädter Magistrat nimmt Kontakt zum „hess. Netzwerk gegen Lichtverschmutzung“ auf, um sich von diesem Fachverband bei der Erstellung der städtischen Lichtleitlinie und des Lichtleitfadens fachlich beraten zu lassen. Stadtv. Ewald (Fraktion Bü 90/Grüne) regt an, den Antrag nach „nimmt“ mit folgenden Worten zu ergänzen: „dazu unter anderem“. Dem Antrag der FDP-Fraktion wird mit der Ergänzung einstimmig zugestimmt. Einstimmig empfiehlt der Ausschuss für Umweltschutz und Nachhaltigkeit der Stadtverordnetenversammlung, dem Antrag der Fraktionen Bü 90/Grüne, CDU und Volt mit dem FDP-Antrag und der Ergänzung zuzustimmen.
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Punkt 37.4: Antrag der Fraktionen Bü 90/Grüne, CDU und Volt vom 9. Mai 2022 betr. Lichtleitlinie und Lichtleitfaden für Private (SV-Nr. 2022/0029) Der Antrag wird bis zur nächsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung zurückgestellt.
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Vorlage-Nr. SV-2022/0029 Antrag der Fraktionen Bü 90/Grüne, CDU und Volt vom 9. Mai 2022 betr. Lichtleitlinie und Lichtleitfaden für Private __________________________________________________________________________ Darmstadt 09.05.2022 A N T R A G Antrag Lichtleitlinie und Lichtleitfaden für Private Die Stadtverordnetenversammlung beauftragt den Magistrat zum Schutz der Tier- und Pflanzenwelt sowie der menschlichen Gesundheit vor den negativen Auswirkungen übermäßiger künstlicher Beleuchtung mit der Erarbeitung einer Lichtleitlinie sowie eines Lichtleitfadens für Private. Dabei sind insbesondere Beleuchtungsstärke und -menge, Lichtlenkung sowie die eingesetzte Lichtfarbe kritisch in den Blick zu nehmen. Es wird angeregt, bei der Erarbeitung im Bedarfsfall auf die Expertise Dritter zurückzugreifen. Begründung: Künstliche Beleuchtung ist aus unserem Leben und insbesondere aus unseren urbanen Räumen nicht wegzudenken. Sie macht uns unabhängig vom Tag-Nacht-Rhythmus und eröffnet uns damit Freiheit; sie vermittelt uns Sicherheit sowohl im Bereich des Straßenverkehrs als auch in den Angsträumen der Städte; wir zeigen mit ihr Wohlstand und verbinden mit ihr Geborgenheit. Dunkelheit hingegen assoziieren wir häufig mit Unsicherheit, Angst, potentieller Gefahr und Gefährdung. Doch eine unkritisch positive Sicht auf das Thema Licht wird den Realitäten nicht gerecht. Seit einigen Jahren treten - auch aufgrund vieler wissenschaftlicher Studien – die lebenswichtigen Aspekte der Dunkelheit stärker in unser Bewußtsein. Zu viel und zu helle künstliche Beleuchtung bedeutet negativen Stress für alle Organismen. Nacht- und dämmerungsaktive Lebewesen wie Insekten, Amphibien, Fische, Fledermäuse, Igel und auch Zugvögel gehen im Schutz der Nacht ihrem Leben nach. Künstliche Lichtquellen irritieren sie, locken sie an und blenden sie. Nachttiere verlieren die Orientierung oder müssen große Umwege in Kauf nehmen, um die künstlichen Lichtquellen zu umgehen. In der Folge verenden sie häufig vor Erschöpfung oder aufgrund von Nahrungsmangel. 2 Tagaktive Lebewesen wie Singvögel, Eichhörnchen und auch der Mensch sind auf das Dunkel der Nacht für ihre Ruhe- und Erholungsphasen angewiesen. Pflanzen regulieren über die Dunkelheit ihr Wachstum, steuern z.B. darüber den Zeitpunkt für das Abwerfen ihrer Blätter, das sie vor Frostschäden schützt. Wir brauchen daher eine Reduzierung der Beleuchtung auf das notwendige Maß, um menschliche Gesundheit sowie Tier- und Pflanzenwelt wirksam zu schützen. Zugleich ist eine Reduktion der künstlichen Beleuchtung ein effektiver Weg zu Energieeinsparung und damit Klimaschutz. Daneben entlasten geringere Energiekosten den kommunalen Haushalt. Die Investitionen in öffentliche und private Beleuchtung sind auf viele Jahre angelegt. Natriumdampflampen werden aktuell in der Regel erst nach 30 Jahren ausgetauscht. Heutige Entscheidungen im Rahmen von Beleuchtungskonzepten haben damit langfristige Auswirkungen. Aus den oben genannten Gründen profitiert die Stadt Darmstadt von der Erstellung einer Lichtleitlinie sowie eines Lichtleitfadens, welche klare Rahmenbedingungen für künstliche Beleuchtung setzen, Entscheidungshilfe bei der Lösung von Zielkonflikten bieten und Verwaltung und Privaten Planungshilfen für den optimalen Einsatz künstlichen Lichts an die Hand geben. Nicht zuletzt werden wir für den Schutz der Nacht mit nächtlichen Orts- und Landschaftsbildern belohnt und der Möglichkeit, in den Sternenhimmel zu blicken. Die weitere Begründung erfolgt mündlich. Malena Todt Andreas Ewald (Fraktionsvorsitzende) Roland Desch (Fraktionsvorsitzender) Nicolas Kämmerer (Fraktionsvorsitzender)
Beratungsverlauf (4)
Details
- Vorlagen-Nr.
- SV-2022/0029
- Typ
- Antrag
- Datum
- 10.05.2022
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00