2026/0138
Bestandssanierung der Wilhelm-Leuschner-Schule
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2026/0138
12940 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
27.05.2026
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat IV an die Stadtverordnet enversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Schulamt
Amt für Klimaschutz und
Klimaanpassung
Amt:
Immobilienmanagement
der Wissenschaftsstadt
Darmstadt (IDA)
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2026/0138
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.: ---
Kostenstelle: 00071 Investitionsnummer: 00368
Kostenträger: 201 Sachkonto: 0951010
Betreff: Bestandssanierung der Wilhelm -Leuschner-Schule
Vorlage vom: 13.04.2026
Beschlussvorschlag :
1. Der Magistrat nimmt die von der IDA -Betriebskommission am 03.03.2026 beschlossene
Vorlage zu Kenntnis und leitet diese an die Stadtverordnetenversammlung zur
abschließenden Beschlussfassung weiter.
2. Die Stadtverordnetenversammlung stimmt der überarbeitete n Planung der
Gesamtsanierung zu.
Anlagen: Finanzierung / datenschutzrelevante Anlage WLS
Folgekosten WLS
Datenschutzrelevante Anlage:
- 2 -
Folgekosten: Ja Nein
Zusätzlich für alle Vorlagen aus dem Bereich des Hochbaus anzugeben:
Klimarelevanz des Vorhabens:
Auswirkungen auf Stadtklima: ja nein
Auswirkungen auf THG -Emissionen: gering1) mittel/groß 2)
Beteiligung Amt f. Klimaschutz & Klimaanpassung: ja nein
Zusätzlich bei Beschlüssen zur Baufreigabe:
Wurden Optimierungspotentiale ausgeschöpft? ja nein
Falls nein, Kompensationsmaßnahmen festgelegt? ja nein
1) bis 10 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente (CO2e) pro Jahr, 2) über 10 Tonnen CO2e pro Jahr.
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 13.04.2026
Dienstliche Veranlassung und Baubedürfnis:
Beschlüsse
Magistratsbeschluss vom 01.03.2018 Nr. 2018/0063 Top 92
BK-Beschluss vom 09.11.2021 BK -IDA-2021/0027 Top 6
Magistratsbeschluss vom 08.11.2023 Nr. 2023/0363
Interim BK-Beschluss vom 02.10.2025 Top 8
Die Wilhelm-Leuschner-Schule (WLS) wurde in den Jahren 19 55/56 erbaut und steht als
Ensemble unter Denkmalschutz.
2005 wurde die WLS nach den damaligen Anforderungen brandschutztechnisch ertüchtigt.
2011 wurde der Neubau des Naturwissenschaftlichen Fachklassentraktes in Betrieb
genommen.
2015 wurde aus Dringlichkeitsgründen die vorgezogene Sanierung der Turnhalle und der
Schülertoilettenanlagen umgesetzt.
Ende März 2026 wird der Neubau mit Mensa und Mediathek fertig gestellt
Planstand 2023 Mittelstufenschule siehe Beschluss 0363/2023
• Incl. Beschreibung des Bestands und Planungskonzept.
• Herstellung eines 2. Baulichen Rettungsweges
• Barrierefreie Nutzung
• Neuorganisation und Digitalisierung der Unterrichtsräume Planung für
Mittelstufenschule
Die 2023 beschlossene Vorlage 0363 muss nun aufgr und geänderter Planungskonzeption im
Heizungs-Lüftungsbereich, daraus resultierend eine Änderung der Elektroplanung und
weiterer im Planungsprozess vertiefter Betrachtungen aktualisiert werden.
Technische Änderungen gegenüber dem Planstand 2022/23:
• Erneuerung des kompletten Sanitär ‑ und Heizungsleitungsnetzes in den
Bestandsgebäuden D, E und F.
• Zentrale Luft ‑Wasser‑Wärmepumpe im Außenbereich als Wärmeerzeuger für D, E und
F; Wärmeerzeugung durch Großwärmepumpe, Klimakonvektoren und neues
Verteilungsnetz .
• Die zentrale Luft -Wasser-Wärmepumpe ermöglicht den Einsatz von (R290) als
Kältemittel, da fluorierte Kältemittel (R32) aufgrund der F ‑Gase‑Verordnung 2024
mittelfristig verboten werden. Der Einsatz von R290 bedeutet allerdings erhöhte
Anforderungen an Si cherheits‑ und Explosionsschutzmaßnahmen im Außenbereich.
• Reversible Ausführung der Wärmepumpe zur sommerlichen Bereitstellung von
Kaltwasser für Temperierung/Kühlung.
• Reduzierung der Systeme für Beheizung und Lüftungstechnik von 3 auf 2 verbessert
die Regelungstechnik MSR
• Sanierungsbedarf am Grundleitungsnetz auf dem Schulgelände ist nach aktualisierter
Untersuchung höher als vermutet
- 4 -
Diese Änderungen haben erhebliche Auswirkungen auf Kosten, Termine, Genehmigungs -
anforderungen (insbesondere Brandschutz/Explosionsschutz und Denkmalschutz) und die
erforderlichen Planungsleistungen. Die bereits zu 90 % abgeschlossene Ausführungsplanung
Hochbau muss auf die geänderten technischen Anforderungen angepasst werden.
Die Anpassung des Raumprogramms infolge der Umstellung zur Mittelstufenschule sowie die
zwischenzeitlich veränderten Rahmenbedingungen (Nutzungsentscheidung der Kita,
technische Vorgaben durch F ‑Gase‑Verordnung) machen eine umfassende Überarbeitung der
Planung notwendig.
Aus Gründen der Betriebssicherheit, Genehmigungsfähigkeit, Nachhaltigkeit und
Denkmalpflege sind insbesondere folgende Punkte zwingend:
• Konservatorische Untersuchung und Restaurierungsplanung für das Sgraffito;
fachgerechte Ausführung durch qualifizierte Restauratoren.
• Berücksichtigung denkmalpflegerischer Auflagen in der Innenraumgestaltung und
bei technischen Eingriffen; Einschränkungen bei Leitungsführungen, Oberflächen und
Einbauten möglich.
• Nachweisführung Brandschutz und Explosionsschutz bei Propan ‑Einsatz in der
Großwärmepumpe; Abstimmung des Standortes mit denkmalpflegerischen Belangen
ist erfolgt.
• Anpassung der Elektroplanung im Zuge der Anpassung der HLS -Gewerke, sowie
Einbezug der Photovoltaikspeicherung
Auswirkungen auf Kosten, Termine und Gen ehmigungen
Kosten:
• Die Kostenberechnungsansätze 2023 wurde mit dem Baupreisindex faktorisiert.
• Zusätzliche Aufwendungen sind zu erwarten für: konservatorische Untersuchungen,
Restaurierungsplanung und -ausführung des Sgraffitos, denkmalpflegerische
Anpassungen im Innenraum, erweiterte Planungsleistungen, sowie die bereits
beschriebenen technischen Maßnahmen (Leitungsnetz, Wärmepumpe,
Sicherheitsmaßnahmen).
• Zwischenzeitlich ermittelte Kosten für die Schadstoffsanierung als bepreistes
Leistungsverzeichnis f ühren zur Kosten Anpassung in Kgr 200.
• Die Entsorgung der Schadstoffe erfolgt hier im Pilotprojekt über den EAD
• Mit BK-Beschluss vom Oktober 2025 wurden auch die Kosten für die
Interimsmaßnahmen konkretisiert und in der Gesamtkostenbetrachtung 2026
angepasst.
- 5 -
Dementsprechend ändert sich die Terminplanung:
Gebäudedaten und Termine
1. Termine gemäß Terminplan vom 01/2026
Baubeginn Sanierung und Umbau Bestand III. Quart. 2026
Fertigstellung aller Bauabschnitte Bestandssanierung IV. Quart. 2028
2. Gebäudekenndaten
Bestand:
Bruttogrundfläche EG -3.OG (BGF): 5.345 m²
Bruttorauminhalt (BRI): 19.500 m³
Nutzfläche (NUF): 3.604 m²
Verkehrsfläche (VF): 958 m²
Technikfläche (TF): 157 m²
Energetische und haustechnische Sanierung
Ausführung unter Beachtung der Klimaschutzziele:
Entsprechend dem Stadtverordneten Beschlusses V -Nr. SV-2019/0053 "Höchste Priorität für
den Klimaschutz" wurde für die Energetische Sanierung dieses Projekt es eine
Energieberatung beauftragt. In diesem Zuge wird die C O2-Emmission über Bau und Betrieb
über den Lebenszyklus von 50 Jahren betrachtet. Dabei werden Alternativen in der
Konstruktion, in der Haustechnik und in der Energiebereitstellung überprüft durc h
modellhafte Berechnung. Im letzten Quartal 2025 wurde dies durch die Entscheidung für
eine Großwärmepumpe optimiert .
Diese Lösung ist aufgrund der Marktentwicklung jetzt erst möglich .
Änderung des energetischen Beheizungskonzepts durch Nutzung erneuerb arer Energien:
• Großflächige Photovoltaikanlagen auf den flach geneigten Dachflächen des Bestands
(Bauteil D und F)
• Beheizung und Temperierung über Konvektoren die über eine Großwärmepumpe
bedient werden.
• Dezentrale Belüftung mit Wärmerückgewinnung und hygienische Luftfilterung aller
Unterrichträume.
Bauliche Verbesserung der Gebäudehüllflächen:
• Austausch bzw. energetische Sanierung historischer Fenster im Verwaltungstrakt
Bauteil E
• Dämmung der oberen Geschossebene im Bestand mit Ertüchtigung der
Dachkonstruktion als statische Voraussetzung für die Photovoltaikanlagen
• Wärmedämmung der Nordfassade der Gebäude D/F mit einer Außendämmung
(WDVS, 140 mm). Dämmung der Stirnseiten der Gebäude D/F mit einer
Innendämmung und zusätzlich mit einem Außendämmputz (Aerogel) in bestimmten
Bereichen der Fassade. Im Bereich des großflächigen Sgraffitos muss die
Dämmmaßnahme nochmals mit dem Denkmalschutz nach Untersuchung der
Sanierungsfähigkeit des Sgraffitos abgestimmt werden.
- 6 -
• Energetische Ertüch tigung der historischen Glasbausteine mit einem innenseitigen
Fenster als Festverglasung.
Klimatische Verbesserung
• Durch bodengebundene Fassadenbegrünung der Fluchtsteganlagen wird eine
deutliche Verbesserung der Aufenthaltsqualität im asphaltierten Auße nbereich und
den hinter der vertikalen Begrünung liegenden Räumen erwartet.
Startchancenprogramm
Zwischenzeitlich wurde die Wilhelm -Leuschner-Schule aufgenommen in das Startchancen -
programm, das s allerdings die eigentliche Sanierungsmaßnahme nicht mitfinanzieren kann.
Das Startchancen -Programm Säule 1 in Hessen richtet sich an Schulen mit besonderen
sozialen Herausforderungen und dient der gezielten Verbesserung der Lern - und
Entwicklungsbedingun gen im Bereich Mathe und Deutsch von Schülerinnen und Schülern.
Eine Querfinanzierung anderer Maßnahmen ist dabei ausdrücklich ausgeschlossen.
Die Wilhelm-Leuschner-Schule in Darmstadt ist eine von insgesamt elf Schulen in Darmstadt,
die an diesem Progra mm teilnehmen. Erste Gespräche zwischen der Schule, dem Staatlichen
Schulamt und dem städtischen Schulamt sind für das zweite Schulhalbjahr 2026
vorgesehen, um ein tragfähiges Konzept sowie konkrete Maßnahmen für die Säule 1 zu
identifizieren. Vor dem Hint ergrund der neu errichteten Mensa und der in diesem Jahr
beginnenden Gesamtsanierung der Schule bieten sich insbesondere Maßnahmen in den
Außenanlagen an, da diese einen wichtigen Beitrag zu Bewegung, sozialem Lernen, Erholung
und damit zu einer insgesamt verbesserten.
- 7 -
Lernumgebung leisten können, beispielsweise durch eine Calisthenicsanlage oder ein grünes
Klassenzimmer. Abschließend ist festzuhalten, dass es sich hierbei noch um erste
Überlegungen handelt und die anstehenden Gespräche erst Klarheit über die tatsächliche
Ausgestaltung und Umsetzung der Maßnahmen bringen werden.
Ergänzung zur denkmalgerechten Sanierung
An der stirnseitigen Fassade des Klassentraktes ist ein großflächiges Wandbild von Ernst
Vogel in Putzschnitttechnik (Sgraffito) ausgeführt. Hier wurden bereits Restauratorische
Untersuchungen an unterschiedlichen P unkten genommen.
Aufgrund dieser Befunde ist in Abstimmung mit dem Landesamt bisher noch keine
Entscheidung zur Sanierungsfähigkeit möglich. Das Landesamt für Denkmalpflege wird ab
Frühjahr 202 7 weitere Untersuchungen beauftragen. Dazu wird ein flächendec kendes Gerüst
aufgebaut, das dann auch für die weitere Bearbeitung der Sgraffito Fläche zur Verfügung
steht. Da hier auch die bauphysikalischen Einflüsse vom Innenraum auf die Außenwand zu
beachten sind, ist für diese prägende Situation die Entscheidung im Bauprozess zu treffen.
Die Restaurierung des Sgraffitos ist mit 160.000 € unter dem Punkt Ausstattung Kunstwerke
angesetzt. Die weiteren Voruntersuchungen werden vom Landesamt für Denkmalpflege
durchgeführt.
Über viele weitere Detailpunkte sind Abstimmu ngen erfolgt und in die Planung eingegangen.
Hier wurde die Bearbeitung des Bauphysikers durch das Passivhausinstitut unterstützt, dass
für alle kritischen bauphysikalischen Situationen anhand von Simulationen an Wärmebrücken
konkrete Lösungsvorschläge für die Ausführungsplanung erstellte.
Die durch den Denkmalschutz verursachten Mehrkosten belaufen sich auf ca. 500.000 €, die
in den Kostengruppen 300 Fenster und Bodenbeläge Verwaltung und Foyer und 400
Ertüchtigung bauzeitlicher Leuchten und 600 Kunstwerke siehe Sgraffitto bereits enthalten
sind.
Interim (gemäß Beschluss BK 02.10.2025 )
Die Sanierung der 3 Gebäude soll in einem Bauabschnitt erfolgen , bis auf die
Schadstoffsanierung vorab, diese erfolgt abschnittsweise. Für die Bauzeit ab Sommer 20 26
bleibt Gebäude G, die Turnhalle, der NaWi -trakt und die Mensa mit Mediathek nutzbar. Der
Klassentrakt Gebäude D steht bis zu den Herbstferien 2026 zur Verfügung. Verwaltung und
- 8 -
Klassenstufen 6 -7 sind bereits ab Sommer 2026 im Interimsgebäude auf dem Sch ulhof
verortet.
Darmstadt, 26.05.2026
Dezernat IV Dezernat V
André Schellenberg Holger Klötzner
Stadtkämmerer Stadtrat
anlage 5
13034 Zeichen
- 2 -
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
27.05.2026
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat IV an die Stadtverordnet enversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Schulamt
Amt für Klimaschutz un d
Klimaanpassung
Amt:
Immobilienmanagement
der Wissenschaftsstadt
Darmstadt (IDA)
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
III 69
IV 65
V 40
Stvv
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2026/0138
Magistratsbeschluss -Nr.
195
Internetfähig
Produkt-Nr.: ---
Kostenstelle: 00071 Investitionsnummer: 00368
Kostenträger: 201 Sachkonto: 0951010
Betreff: Bestandssanierung der Wilhelm -Leuschner-Schule
Vorlage vom: 13.04.2026
Beschlussvorschlag :
1. Der Magistrat nimmt die von der IDA -Betriebskommission am 03.03.2026 beschlossene
Vorlage zu Kenntnis und leitet diese an die Stadtverordnetenversammlung zur
abschließenden Beschlussfassung weiter.
2. Die Stadtverordnetenversammlung stimmt der überarbeitete n Planung der
Gesamtsanierung zu.
Anlagen: Finanzierung / datenschutzrelevante Anlage WLS
Folgekosten WLS
- 3 -
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
Zusätzlich für alle Vorlagen aus dem Bereich des Hochbaus anzugeben:
Klimarelevanz des Vorhabens:
Auswirkungen auf Stadtklima: ja nein
Auswirkungen auf THG -Emissionen: gering1) mittel/groß 2)
Beteiligung Amt f. Klimaschutz & Klimaanpassung: ja nein
Zusätzlich bei Beschlüssen zur Baufreigabe:
Wurden Optimierungspotentiale ausgeschöpft? ja nein
Falls nein, Kompensationsmaßnahmen festgelegt? ja nein
1) bis 10 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente (CO2e) pro Jahr, 2) über 10 Tonnen CO2e pro Jahr.
Beschluss des Magistrats vom 03.06.2026
Der Magistrat nimmt die Vorlage zur Kenntnis.
- 4 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 13.04.2026
Dienstliche Veranlassung und Baubedürfnis:
Beschlüsse
Magistratsbeschluss vom 01.03.2018 Nr. 2018/0063 Top 92
BK-Beschluss vom 09.11.2021 BK -IDA-2021/0027 Top 6
Magistratsbeschluss vom 08.11.2023 Nr. 2023/0363
Interim BK-Beschluss vom 02.10.2025 Top 8
Die Wilhelm-Leuschner-Schule (WLS) wurde in den Jahren 1955/56 erbaut und steht als
Ensemble unter Denkmalschutz.
2005 wurde die WLS nach den damaligen Anforderungen brandschutztechnisch ertüchtigt.
2011 wurde der Neubau des Naturwissenschaftlichen Fachk lassentraktes in Betrieb
genommen.
2015 wurde aus Dringlichkeitsgründen die vorgezogene Sanierung der Turnhalle und der
Schülertoilettenanlagen umgesetzt.
Ende März 2026 wird der Neubau mit Mensa und Mediathek fertig gestellt
Planstand 2023 Mittelstufen schule siehe Beschluss 0363/2023
• Incl. Beschreibung des Bestands und Planungskonzept.
• Herstellung eines 2. Baulichen Rettungsweges
• Barrierefreie Nutzung
• Neuorganisation und Digitalisierung der Unterrichtsräume Planung für
Mittelstufenschule
Die 2023 besch lossene Vorlage 0363 muss nun aufgrund geänderter Planungskonzeption im
Heizungs-Lüftungsbereich, daraus resultierend eine Änderung der Elektroplanung und
weiterer im Planungsprozess vertiefter Betrachtungen aktualisiert werden.
Technische Änderungen ge genüber dem Planstand 2022/23:
• Erneuerung des kompletten Sanitär ‑ und Heizungsleitungsnetzes in den
Bestandsgebäuden D, E und F.
• Zentrale Luft ‑Wasser‑Wärmepumpe im Außenbereich als Wärmeerzeuger für D, E und
F; Wärmeerzeugung durch Großwärmepumpe, Klimako nvektoren und neues
Verteilungsnetz.
• Die zentrale Luft -Wasser-Wärmepumpe ermöglicht den Einsatz von (R290) als
Kältemittel, da fluorierte Kältemittel (R32) aufgrund der F ‑Gase‑Verordnung 2024
mittelfristig verboten werden. Der Einsatz von R290 bedeutet all erdings erhöhte
Anforderungen an Sicherheits ‑ und Explosionsschutzmaßnahmen im Außenbereich.
• Reversible Ausführung der Wärmepumpe zur sommerlichen Bereitstellung von
Kaltwasser für Temperierung/Kühlung.
• Reduzierung der Systeme für Beheizung und Lüftungstec hnik von 3 auf 2 verbessert
die Regelungstechnik MSR
- 5 -
• Sanierungsbedarf am Grundleitungsnetz auf dem Schulgelände ist nach aktualisierter
Untersuchung höher als vermutet
Diese Änderungen haben erhebliche Auswirkungen auf Kosten, Termine, Genehmigungs-
anforderungen (insbesondere Brandschutz/Explosionsschutz und Denkmalschutz) und die
erforderlichen Planungsleistungen. Die bereits zu 90 % abgeschlossene Ausführungsplanung
Hochbau muss auf die geänderten technischen Anforderungen angepasst we rden.
Die Anpassung des Raumprogramms infolge der Umstellung zur Mittelstufenschule sowie die
zwischenzeitlich veränderten Rahmenbedingungen (Nutzungsentscheidung der Kita,
technische Vorgaben durch F ‑Gase‑Verordnung) machen eine umfassende Überarbeitung der
Planung notwendig.
Aus Gründen der Betriebssicherheit, Genehmigungsfähigkeit, Nachhaltigkeit und
Denkmalpflege sind insbesondere folgende Punkte zwingend:
• Konservatorische Untersuchung und Restaurierungsplanung für das Sgraffito;
fachgerechte Ausfüh rung durch qualifizierte Restauratoren.
• Berücksichtigung denkmalpflegerischer Auflagen in der Innenraumgestaltung und
bei technischen Eingriffen; Einschränkungen bei Leitungsführungen, Oberflächen und
Einbauten möglich.
• Nachweisführung Brandschutz und Expl osionsschutz bei Propan ‑Einsatz in der
Großwärmepumpe; Abstimmung des Standortes mit denkmalpflegerischen Belangen
ist erfolgt.
• Anpassung der Elektroplanung im Zuge der Anpassung der HLS -Gewerke, sowie
Einbezug der Photovoltaikspeicherung
Auswirkungen auf Kosten, Termine und Genehmigungen
Kosten:
• Die Kostenberechnungsansätze 2023 wurde mit dem Baupreisindex faktorisiert.
• Zusätzliche Aufwendungen sind zu e rwarten für: konservatorische Untersuchungen,
Restaurierungsplanung und -ausführung des Sgraffitos, denkmalpflegerische
Anpassungen im Innenraum, erweiterte Planungsleistungen, sowie die bereits
beschriebenen technischen Maßnahmen (Leitungsnetz, Wärmepumpe ,
Sicherheitsmaßnahmen).
• Zwischenzeitlich ermittelte Kosten für die Schadstoffsanierung als bepreistes
Leistungsverzeichnis führen zur Kosten Anpassung in Kgr 200.
• Die Entsorgung der Schadstoffe erfolgt hier im Pilotprojekt über den EAD
• Mit BK-Beschluss vom Oktober 2025 wurden auch die Kosten für die
Interimsmaßnahmen konkretisiert und in der Gesamtkostenbetrachtung 2026
angepasst.
- 6 -
Dementsprechend ändert sich die Terminplanung:
Gebäudedaten und Termine
1. Termine gemäß Terminplan vom 01/2026
Baubeginn Sanierung und Umbau Bestand III. Quart. 2026
Fertigstellung aller Bauabschnitte Bestandssanierung IV. Quart. 2028
2. Gebäudekenndaten
Bestand:
Bruttogrundfläche EG -3.OG (BGF): 5.345 m²
Bruttorauminhalt (BRI): 19.500 m³
Nutzfläche (NUF): 3.604 m²
Verkehrsfläche (VF): 958 m²
Technikfläche (TF): 157 m²
Energetische und haustechnische Sanierung
Ausführung unter Beachtung der Klimaschutzziele:
Entsprechend dem Stadtverordneten Beschlusses V -Nr. SV-2019/0053 "Höchste Priorität für
den Klimaschutz" wurde für die Energetische Sanierung dieses Projektes eine
Energieberatung beauftragt. In diesem Zuge wird die C O2-Emmission über Bau und Betrieb
über den Lebenszyklus von 50 Jahren betrachtet. Dabei werden Alternativen in der
Konstruktion, in der Haustechnik und in der Energiebereitstellung überprüft durch
modellhafte Berechnung. Im letzten Quartal 2025 wurde dies durch die Entscheidung für
eine Großwärmepumpe optimiert .
Diese Lösung ist aufgrund der Marktentwicklung jetzt erst möglich .
Änderung des energetischen Beheizungskonzepts durch Nutzung erneuerbarer Energien:
• Großflächige Photovoltaikanlagen auf den flach geneigten Dachflächen des Bestands
(Bauteil D und F)
• Beheizung und Temperierung über Konvektoren die über eine Großwärmepumpe
bedient werden.
• Dezentrale Belüftung mit Wärmerückgewinnung und hygienische Luftfilterung aller
Unterrichträume.
Bauliche Verbesserung der Gebäudehüllflächen:
• Austausch bzw. energetische Sanierung historischer Fenster im Verwaltungstrakt
Bauteil E
• Dämmung der oberen Geschossebene im Bestand mit Ertüchtigung der
Dachkonstruktion als statische Voraussetzung für die Photovoltaikanlagen
• Wärmedämmung der Nordfassade der Gebäude D/F mit einer Außendämmung
(WDVS, 140 mm). Dämmung der Stirnseiten d er Gebäude D/F mit einer
Innendämmung und zusätzlich mit einem Außendämmputz (Aerogel) in bestimmten
Bereichen der Fassade. Im Bereich des großflächigen Sgraffitos muss die
Dämmmaßnahme nochmals mit dem Denkmalschutz nach Untersuchung der
Sanierungsfähigke it des Sgraffitos abgestimmt werden.
- 7 -
• Energetische Ertüchtigung der historischen Glasbausteine mit einem innenseitigen
Fenster als Festverglasung.
Klimatische Verbesserung
• Durch bodengebundene Fassadenbegrünung der Fluchtsteganlagen wird eine
deutliche Verbesserung der Aufenthaltsqualität im asphaltierten Außenbereich und
den hinter der vertikalen Begrünung liegenden Räumen erwartet.
Startchancenprogramm
Zwischenzeitlich wurde die Wilhelm -Leuschner-Schule aufgenommen in das Startchancen-
programm, das s allerdings die eigentliche Sanierungsmaßnahme nicht mitfinanzieren kann.
Das Startchancen -Programm Säule 1 in Hessen richtet sich an Schulen mit besonderen
sozialen Herausforderungen und dient der gezielten Verbesserung der Ler n- und
Entwicklungsbedingungen im Bereich Mathe und Deutsch von Schülerinnen und Schülern.
Eine Querfinanzierung anderer Maßnahmen ist dabei ausdrücklich ausgeschlossen.
Die Wilhelm-Leuschner-Schule in Darmstadt ist eine von insgesamt elf Schulen in Darm stadt,
die an diesem Programm teilnehmen. Erste Gespräche zwischen der Schule, dem Staatlichen
Schulamt und dem städtischen Schulamt sind für das zweite Schulhalbjahr 2026
vorgesehen, um ein tragfähiges Konzept sowie konkrete Maßnahmen für die Säule 1 zu
identifizieren. Vor dem Hintergrund der neu errichteten Mensa und der in diesem Jahr
beginnenden Gesamtsanierung der Schule bieten sich insbesondere Maßnahmen in den
Außenanlagen an, da diese einen wichtigen Beitrag zu Bewegung, sozialem Lernen, Erholung
und damit zu einer insgesamt verbesserten .
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Lernumgebung leisten können, beispielsweise durch eine Calisthenicsanlage oder ein grünes
Klassenzimmer. Abschließend ist festzuhalten, dass es sich hierbei noch um erste
Überlegungen handelt und die anstehenden Gespräche erst Klarheit über die tatsächliche
Ausgestaltung und Umsetzung der Maßnahmen bringen werden.
Ergänzung zur denkmalgerechten Sanierung
An der stirnseitigen Fassade des Klassentraktes ist ein großflächiges Wandbild von Ernst
Vogel in Putzschnitttechnik (Sgraffito) ausgeführt. Hier wurden bereits Restauratorische
Untersuchungen an unterschiedlichen P unkten genommen.
Aufgrund dieser Befunde ist in Abstimmung mit dem Landesamt bisher noch keine
Entscheidung zur Sanierungsfähigkeit möglich. Das Landesamt für Denkmalpflege wird ab
Frühjahr 202 7 weitere Untersuchungen beauftragen. Dazu wird ein flächendec kendes Gerüst
aufgebaut, das dann auch für die weitere Bearbeitung der Sgraffito Fläche zur Verfügung
steht. Da hier auch die bauphysikalischen Einflüsse vom Innenraum auf die Außenwand zu
beachten sind, ist für diese prägende Situation die Entscheidung im Bauprozess zu treffen.
Die Restaurierung des Sgraffitos ist mit 160.000 € unter dem Punkt Ausstattung Kunstwerke
angesetzt. Die weiteren Voruntersuchungen werden vom Landesamt für Denkmalpflege
durchgeführt.
Über viele weitere Detailpunkte sind Abstimmu ngen erfolgt und in die Planung eingegangen.
Hier wurde die Bearbeitung des Bauphysikers durch das Passivhausinstitut unterstützt, dass
für alle kritischen bauphysikalischen Situationen anhand von Simulationen an Wärmebrücken
konkrete Lösungsvorschläge für die Ausführungsplanung erstellte.
Die durch den Denkmalschutz verursachten Mehrkosten belaufen sich auf ca. 500.000 €, die
in den Kostengruppen 300 Fenster und Bodenbeläge Verwaltung und Foyer und 400
Ertüchtigung bauzeitlicher Leuchten und 600 Kunstwerke siehe Sgraffitto bereits enthalten
sind.
Interim (gemäß Beschluss BK 02.10.2025 )
Die Sanierung der 3 Gebäude soll in einem Bauabschnitt erfolgen , bis auf die
Schadstoffsanierung vorab, diese erfolgt abschnittsweise. Für die Bauzeit ab Sommer 2026
bleibt Gebäude G, die Turnhalle, der NaWi -trakt und die Mensa mit Mediathek nutzbar. Der
Klassentrakt Gebäude D steht bis zu den Herbstferien 2026 zur Verfügung. Verwaltung und
Klassenstufen 6 -7 sind bereits ab Sommer 2026 i m Interimsgebäude auf dem Schulhof
verortet.
Darmstadt, 26.05.2026
Dezernat IV Dezernat V
André Schellenberg Holger Klötzner
Stadtkämmerer Stadtrat
Beratungsverlauf (5)
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2026/0138
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 13.04.2026
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00