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2016/0466

Entschlammung des Brentanosees in Kranichstein

Magistratsvorlage 14.11.2016

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2016/0466

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Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats - 
geschäftsstelle:  
23.11.2016 
an den Magistrat  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung:  
Dezernat III an die Stadtverordnetenversammlung  
   OBW zur Befassung  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
   zur abschließenden Beschluss - 
       fassung Fachausschuss  
 
 
Amt: Straßenverkehrs - 
und Tiefbauamt   OBW bei abschl.  
Beschlussfassung Magistrat  
Behandlung in  
öffentl. Sitzung  
Ja 
 
Nein 
 
Verteiler:  
 
 
Ja 
 
Nein  
 
Vorlage-Nr. 2016/0466 
 
Magistratsbeschluss -Nr. 
  
 
Internetfähig     
 
Produkt-Nr.: 552010 
Kostenstelle:  066-160-1000 Investitionsnummer:        
Kostenträger:  5520-11 Sachkonto: 616 3170 
 
Betreff: Entschlammung des Brentanosees in Kranichstein  
Gesamtkosten 925.000 Euro 
 
Vorlage vom: 14.11.2016  
 
Beschlussvorschlag : 
 
1. Der Entschlammung des Brentanosees nach der Planung des Straßenverkehrs - und 
Tiefbauamtes mit Gesamtkosten in Höhe von 925.000 Euro wird zugestimmt. 
 
2. Die Finanzierung der Entschlammung in Höhe von 425.000 Euro erfolgt aus vorhandenen 
Mitteln der Kostenstelle 066 -160-1000, Sachkonto 616 3170  (230.000 Euro HAR und 
195.000 Euro A nsatz 2016). Bei den Beratungen zum Haushalt 2017 sind weitere 
500.000 Euro auf dem Sachkonto zu etatisieren.  
 
 
Anlagen: Entschlammung Brentanosee

- 2 - 
Datenschutzrelevante Anlage:   
 
Folgekosten:    Ja    Nein 
 
Beschluss des Magistrats vom

- 3 - 
 
Begründung zur Magistratsvorlage vom 14.11.2016 
 
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt und der Wasserverband Schwarzbachgebiet -Ried planen 
die Umgestaltung des Gewässersystems des Ruthsenbachs i n Kranichstein und Arheilgen 
einschließlich der drei Hochwasserrückhaltebecken (Erich -Kästner-See, Brentanosee, 
Seewiese). Neben den Umgestaltungsmaßnahmen für die Durchgängigkeit des Ruthsenbachs 
liegt ein wichtiges Augenmerk auf der zukünftigen Bewirtsch aftung der drei Becken. Die 
Voraussetzung einer nachhaltigen ökologischen Bewirtschaft ung ist die vorherige 
Entschlammung der Becken.  
 
Nachdem als erste Maßnahme der Erich -Kästner-See entschlammt und die ökologische 
Durchgängigkeit um den Erich -Kästner-See bereits hergestellt wurde, ist nun als nächste 
Maßnahme die Entschlammung des Brentanosee erforderlich (siehe Magistratsvorlage Nr. 
2016 / 0429 „Ablassen und Abfischen als vorbereitende Maßnahmen zur Entschlammung 
des Brentanosee“). Ziel ist das Erreiche n eines guten ökologischen Zustand es und einer 
guten Wasserqualität nach den Vorgaben der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Beides 
sind die Voraussetzung für die Wiederherstellung der biologischen Artenvielfalt 
(Biodiversität) und die Vernetzung von Leb ensräumen in den Seen, am Ruthsenbach und den 
umliegenden Naturschutzgebieten (NSG Scheftheimer Wiesen und NSG Silzwiesen).  
 
Der Brentanosee liegt im Darmstädter Stadtteil Kranichstein und ist ein im Dauerstau 
betriebenes Hochwasserrückhaltebecken (HRB). D ie Gewässerfläche beträgt rd. 25.000 m².  
Durch den Sedimenteintrag des Ruthsenbachs bzw. des vorgelagerten Erich -Kästner-Sees 
sowie der drei Regenwassereinleitstellen und dem hohen Eintrag von organischem Material 
durch den Uferbewuchs hat sich im Laufe de r Jahre auf dem Seegrund eine Schlammschicht 
mit unterschiedlicher Mächtigkeit ausgebildet. Die Ergebnisse der Schlammuntersuchung 
zeigen ein Schlammvolumen von 7.800 m³ und einer Schlammmächtigkeit von bis zu 1,0 m. 
Die Wassertiefe reduziert sich dadurch teilweise auf wenige Dezimeter.  
 
Zur Verminderung des Laubeintrags durch den Uferbewuchs ist analog zum EKS eine 
Auslichtung und ein Rückschnitt des Gehölz - und Baumbestandes entlang des Seeufers 
erforderlich. Die Auslichtungsarbeiten erfolgen unter Beach tung des Pflegekonzeptes des 
Grünflächenamtes zum Brentanosee und der naturschutzrechtlichen Belange seitens des 
beauftragten Büros Naturplan.  
Weiterhin sind seitens des Wasserverbandes Schwarzbachgebiet -Ried Gehölzrückschnitte im 
Bereich des Dammes und Du rchlassbauwerks gemäß DIN 19700 vorgesehen. Dies ist 
notwendig zum Schutz des Dammes vor der Beschädigung durch tief wurzelnde Bäume.  
 
Als Entschlammungsverfahren wird, wie beim Großen Woog, ein Nassverfahren mittels 
Kammerfilterpresse angewendet, welches nach vorliegendem Kostenvergleich um ca. 
100.000 Euro günstiger ist als eine Trockenentschlammung  durch Sömmern und Wintern . 
 
Der Seespiegel wird in einem ersten Arbeitsschritt vor Beginn der eigentlichen 
Nassentschlammung komplett abgelassen, dabei wird a bgefischt und das vorhandene 
Durchlassbauwerk und die Uferzonen auf ihren Zustand hin überprüft. Im Anschluss wird der 
Seespiegel wieder auf ein Niveau angehoben, welches die Befahrung mit einem kombinierten 
Saug-/Schwimmbagger erlaubt (ca. 40 – 50 cm über OK Schlamm). Die Entschlammung ist 
ab März 2017 vorgesehen. Der im Spül -/Saugverfahren zu entnehmende Schlamm wird über 
eine auf der Seeoberfläche schwimmende Leitung zu den BE -Flächen gefördert, dort zuerst 
voreingedickt, dann mechanisch durch eine Kammf ilterpresse/Zentrifuge entwässert und 
abgefahren.

- 4 - 
 
Das ausgepresste Seewasser wird in den Brentanosee zurückgeführt.  
 
Die Entsorgung des mit Chloriden (Streusalz) belasteten Schlammes muss über eine Deponie 
erfolgen und kann nicht einer Verwertung auf lan dwirtschaftlichen Flächen zugeführt werden, 
da der Schlamm mindestens der LAGA -Einbauklasse Z 2 bzw. Deponieklasse DK III 
zuzuordnen ist.  
 
Die Baustelleneinrichtungsfläche mit einer Größe von ca. 700 m² befindet sich am 
nordwestlichen Ende des Sees. Die Z ufahrt zur Baustelleneinrichtungsf läche bzw. zum See 
erfolgt über die Jägertorstraße.  
 
Nach Abschluss der Entschlammung ( Sommer 2017) ist eine nochmalige vollständige 
Entleerung des Beckens vorgesehen. Dann können die Sanierungsarbeiten am 
Durchlassbauwerk  durch den Wasserverband und die Arbeiten für ein Sonnendeck am 
südöstlichen Ufer durch das Grünflächenamt durchgeführt werden. Auch können etwaige 
verbliebene Trübstoffe entfernt und der Restschlamm mineralisiert werden.  
Im Anschluss erfolgt die Wiederbef üllung bis zum Dauerstauziel.  
 
Kostenaufstellung  
 
Baustelleneinrichtung    100.000 € 
Baugelände vorbereiten     20.000 € 
Entschlammung    475.000 € 
Wasserhaltung        6.000 € 
Landschaftspflegerische Arbeiten      7.000 € 
Sonstiges, Kleinarbeiten       7.000 € 
Nettobaukosten    615.000 € 
Baunebenkosten    123.000 € 
Zwischensumme    738.000 € 
19 % Mehrwertsteuer    140.220 € 
Unvorhersehbares, zur Aufrundung    46.780 € 
Gesamtkosten    925.000 € 
 
Die Finanzierung der Entschlammung in Höhe von  425.000 Euro erfolgt aus vorhandenen 
Mitteln der Kostenstelle 066 -160-1000, Sachkonto 616 3170  (230.000 Euro HAR und 
195.000 Euro Ansatz 2016).  Bei den Beratungen zum Haushalt 2017 sind weitere 500.000 
Euro auf dem Sachkonto zu etatisieren.  
 
Die Bauzeit für die Entschlammung beträgt ca. 4 Monate. Baubeginn ist im Frühjahr 2017 
vorgesehen, die Wiederbefüllung im  Winter 2017/2018.  
 
Darmstadt, 14.11.2016  
 
Der Dezernent III     Der Dezernent IV  
i.V. 
 
 
 
Jochen Partsch     André Schellenberg  
Oberbürgermeister     Stadtkämmerer

Beratungsverlauf (5)

TOP 52
TOP 9
TOP 53
TOP 603
TOP 9

Orte (1)

  • Jägertorstraße

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Details

Vorlagen-Nr.
2016/0466
Typ
Magistratsvorlage
Datum
14.11.2016
Erstellt
29.09.2026 00:00