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2014/0196

Bereitstellung zusätzlicher Mittel über 560.000 € zur Wiederherstellung der Fassaden am Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe nach historischem Vorbild als Bestandteil der energetischen Sanierung

Magistratsvorlage 12.05.2014

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2014/0196

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Eigenbetrieb Kulturinstitute Darmstadt, den 30. April 2014
Betriebsleitung Herr Baum, ® 3336

An die
Mitglieder der Betriebskommission
des Eigenbetriebs Kulturinstitute der Wissenschaftsstadt Darmstadt

Mit der Bitte um Beschlussfassung

Beschluss

1. Die Betriebskommission beschließt die Bereitstellung zusätzlicher Mittel für
die Wiederherstellung der Fassaden am Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe
nach historischem Vorbild in Höhe von bis zu 560.000 €

2. Die Maßnahme wird finanziert durch die Aufnahme eines weiteren Kapital-
marktdarlehens

3. Die Mittelbereitstellung erfolgt im Wirtschaftsplan 2015. Die Ermächtigung zur
Kreditaufnahme wird um weitere 560.000 € erhöht

4. Sollten Fördermittel bewilligt werden, reduziert sich entsprechend der Mittel-
bedarf

5. Der Beschluss ist der Stadtverordnetenversammlung zur endgültigen Be-
schlussfassung vorzulegen

Begründung:

Mit Beschluss der Betriebskommission vom 26. September 2013 zur Sanierungsmaßnahme Mat-
hildenhöhe wurde die Wiederherstellung der ursprünglichen Fenster an der Süd-, Nord- und Ost-
seite des Ausstellungsgebäudes sowie des Fassadenputzes nach historischem Vorbild prinzipiell
gewünscht. Vorbereitend sollte deshalb geprüft werden, ob im bestehenden Kostenrahmen zu-
nächst die Freilegung der noch vorhandenen Fensternischen erfolgen kann.

Das mit der Planung beauftragte Architekturbüro Schneider+Schumacher hat hierzu inzwischen
eine überarbeitete Kostenschätzung zur Wiederherstellung der ursprünglichen Fassaden vorge-
legt, welche auch die Verrechnung von Einsparungen enthält. Ergänzt um die erforderlichen Bau-
nebenkosten ergeben sich Mehrausgaben von gerundet 560.000 €.

Aufgrund des erforderlichen zusätzlichen Planungsaufwands wurde in Zusammenarbeit mit dem
Fraunhofer Institut für Bauphysik bei der Deutsche Bundesstiftung Umwelt ein umfänglicher An-
trag auf Fördermittel gestellt. Ein Bewilligungsbescheid liegt bisher noch nicht vor, jedoch wurde
eine Förderung über 250.000 € in Aussicht gestellt.

Das Büro Schneider+Schumacher sieht anstelle einer bisher vorgesehenen Innendämmung nun
eine Außendämmung mit einem Aerogel-Wärmedämmputz vor. Dabei handelt es sich um ein neu
entwickeltes Produkt mit erhöhten Wärmedämmeigenschaften. Dieser rein mineralische Putz
setzt sich aus Aerogelbestandteilen und Kalkmörtel zusammen.

Dieses Produkt eignet sich hervorragend für eine denkmalgerechten Sanierung, da es bereits bei
einer Auftragsstärke von ca. 3 cm ausreichend hohe Dämmwerte erreicht. Durch die Beseitigung
des vorhandenen Putzes wird sich somit an der vorhandenen Gebäudekubatur nur geringfüge
Änderungen einstellen. Im Gegensatz zur bisher vorgesehenen Innendämmung, die nur für die
Ausstellungshallen vorgesehen war, wird die Außendämmung die gesamte Gebäudehülle umfas-
sen. Bauphysikalisch ist eine Außendämmung zu bevorzugen, da die Außentemperaturen aus
dem Mauerwerk ferngehalten werden. Hinzu kommt der Einsatz eines innovativen Produktes, wel-
ches durch entsprechende Mittel gefördert werden kann.

Hinsichtlich der Fenster ist vorgesehen, in die Halle 2 zur Belichtung 6 Fensterelemente nach
historischem Vorbild einzubauen und die weiteren 20 Fensteröffnungen mit gegossenen Beton-
Fertigteilen in Form der historischen Fensterelemente zu versehen.

In der letzten gemeinsamen Sitzung aller am Projekt Beteiligten Büros und städtische Einrich-
tungen vom 7. März 2014 wurde einstimmig beschlossen, trotzt der Mehrausgaben, die vorge-
schlagene Planung der Fassadengestaltung der Betriebskommission zur Umsetzung vorzuschla-
gen.

Die vorgenannte Fassadengestaltung nach historischem Vorbild aus dem Jahr 1908 wurde am
18. März 2014 mit dem Landesamt für Denkmalschutz und der städtischen Denkmalpflege abge-
stimmt. Danach wurde dieser Wiederherstellung sowie dem Einsatz des Aerogel-Wärmeputzes
grundsätzlich zugestimmt.

Den Mehrausgaben stehen folgende Vorteile gegenüber:
- Rückführung der Fassade in einem denkmalgerechten Zustand (Weltkulturerbe)

Im Rahmen der Gesamtsanierungsmaßnahme der Ausstellungshallen Mathildenhöhe besteht die
einmalige Chance den Aufriss dieser Gebäudeteile nach den Umbauten der 7Der Jahre wieder in
den Ursprungszustand von 1908 zurück zu führen. Diese Rückführung entspricht einer Rekon-
struktion nach den historisch belegten Dokumentationen. Die Ausstellungshallen bekommen mit
dieser Maßnahme wieder ihr ursprünglich äußeres Erscheinungsbild. Die entsprechenden bau-
technischen Maßnahmen sind darüber hinaus ein überzeugender Beleg und ein gewichtiges Ar-
gument dafür, dass die Wissenschaftsstadt Darmstadt konsequent ihren Antrag auf Anerkennung
der Mathildenhöhe als Welterbe voran treibt und die entsprechenden kulturhistorische Vorausset-
zungen erfüllt. Im Umkehrschluss wäre die Nichtrealisierung der Rekonstruktion sicherlich eine
Schwächung der Plausibilität des Welterbeantrags.

- Außendämmung statt Innendämmung und vollständige Erneuerung der Außenhaut

Wie bereits ausgeführt ist aus bauphysikalischer Sicht eine Außendämmung einer Innendämmung
vorzuziehen, da der Taupunkt dadurch vom Mauerwerk ferngehalten wird. Gleichzeitig wird im
Rahmen der Außendämmung der gesamte Außenputz erneuert, während die bisherige Planung
lediglich eine Sanierung der schadhaften Putzstellen vorsah. Damit wird auch der Zeitraum bis
zur nächsten Sanierung der Fassade deutlich verlängert.

- Sichtbarmachung der aufwendigen Sanierungsmaßnahme nach außen

Die technische Umsetzung der gesamten energetischen Sanierungsmaßnahmen mit einem finan-
ziellen Aufwand von rd. 9,2 Mio. € werden für die Öffentlichkeit nach Abschluss im Detail kaum
erkennbar sein. Die geplante Wiederherstellung der Außenfassade andererseits ist ein signifikan-
tes äußeres Merkmal der Erneuerung und kulturhistorisch verantwortungsvollen Umbaumaßnah-
men. Hiermit werden am sichtbarsten Bereich der Ausstellungshallen die vorgenommen Verände-
rungen plausibel und auch ästhetisch in ein im Vergleich zu den vergangenen Jahrzehnten gänz-
lich neues Erscheinungsbild gesetzt.

MLLI) ai

Prof. Dr. Ludger Hünnekens Bernhard Baum
1. Betriebsleiter Kaufmännischer Betriebsleiter

2014/0196

2263 Zeichen

Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats- 
geschäftsstelle: 
21.05.2014 
an den Magistrat 
 
  zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
 
Beteiligt vor  
Magistratsbeschlussfassung:  
Dezernat I  an die Stadtverordnetenversammlung 
 
  OBW zur Befassung 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
   zur abschließenden Beschluss- 
       fassung Fachausschuss 
 
Amt:  Eigenbetrieb Kul- 
turinstitute 
Behandlung in  
öffentl. Sitzung 
Ja 
 
Nein 
 
 OBW bei abschl. Be- 
schlussfassung Magistrat 
 
 
 
Ja 
 
Nein  
Internetfähig     
Verteiler: 
 
 
Vorlage-Nr. 2014/0196 
 
Magistratsbeschluss-Nr. 
  
 
Produkt-Nr.:        
Kostenstelle:  39100 Investitionsnummer:  11391-5002 
Kostenträger:        Sachkonto:        
 
Betreff: Bereitstellung zusätzlicher Mittel über 560.000 € zur Wiederherstellung der Fassa- 
den am Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe nach historischem Vorbild als Bestand- 
teil der energetischen Sanierung 
 
Vorlage vom: 12.05.2014 
 
Beschlussvorschlag : 
 
Der Magistrat nimmt den Beschluss der Betriebskommission des Eigenbetriebs Kulturinstitute 
der Wissenschaftsstadt Darmstadt betreffend die Bereitstellung zusätzlicher Mittel in Höhe von 
560.000 € zur Kenntnis und leitet ihn zur endgültigen Beschlussfassung an die Stadtverordneten- 
versammlung weiter. 
 
 
Anlagen: Anlage zur MV Fassadengestaltung 
 
Datenschutzrelevante Anlage:

- 2 - 
Folgekosten:    Ja    Nein 
 
Beschluss des Magistrats vom

- 3 - 
 
Begründung zur Magistratsvorlage vom 12. Mai 2014 
 
 
 
Die Betriebskommission des Eigenbetriebs Kulturinstitute hat in ihrer Sitzung am 9. Mai 
2014 die als Anlage beigefügte Vorlage zur Finanzierung der Wiederherstellung der Fassaden 
nach historischem Vorbild am Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe einstimmig beschlossen. 
 
Die Bereitstellung der Mittel in Höhe von 560.000 €, sowie die darauf zu zahlenden Zins- und 
Tilgungsleistungen erfolgen im Wirtschaftsplan 2015 des Eigenbetriebs Kulturinstitute. 
 
Der Magistrat nimmt diesen Beschluss zur Kenntnis und leitet ihn an die Stadtverordneten- 
versammlung zur endgültigen Beschlussfassung weiter. 
 
 
Darmstadt, 12. Mai 2014 
42/bm 
 
 
 
Dezernat I       Dezernat IV 
 
 
 
 
 
 
 
Jochen Partsch       André Schellenberg 
Oberbürgermeister      Stadtkämmerer

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Details

Vorlagen-Nr.
2014/0196
Typ
Magistratsvorlage
Datum
12.05.2014
Erstellt
29.09.2026 00:00