2983/2022
Projekt "Zukunft Pflege Köln" - Sachstand
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Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/50/503 Vorlagen-Nummer 16.09.2022 2983/2022 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren 22.09.2022 Projekt "Zukunft Pflege Köln" - Sachstand Die Verwaltung wurde mit Ratsbeschluss vom 09.07.2019 u.a. beauftragt: bei der Stadtentwicklung die Belange pflegebedürftiger Menschen bezüglich des Bedarfs an stationä- ren Plätzen zu berücksichtigen, dabei ist zu prüfen, wie städtische Grundstücke für den Bau von stationären Dauerpflegeeinrichtungen gesichert werden können ob und wie bei neuen Flächenentwicklungen Grundstücke auch für den Pflegeheimbau gesi- chert werden können wie die Baugenehmigungsverfahren für Projekte beschleunigt werden können z.B. durch eine priorisierende Maßnahmenliste stationärer Pflegeeinrichtungen. Das Amt für Liegenschaften, Vermessung und Kataster der Stadt Köln wurde gebeten, eine Untersu- chung der Potentialflächen vorzunehmen, die im Ergebnis leider negativ blieb. Gründe hierfür sind, dass Grundstücke ein knappes Gut sind eine erhebliche Bedarfskonkurrenz zum ebenfalls bedeutsamen Feld „Wohnungs-Kita- und Schulbau“ besteht sich der überwiegende Teil der „(Potential-)Flächen für Wohnen“ und damit erst recht der über- wiegende Teil der (Potential-) Flächen für Pflege in Privateigentum befindet und schließlich die weitaus meisten dieser Flächen noch nicht baureif sind, da ihnen das notwendige Planungs- recht fehlt. Bei neuen Flächenentwicklungen, wie z.B. Kreuzfeld, hat die Sozialverwaltung die Bedarfe der Pflege in der hierfür verantwortlichen Projektgruppe angemeldet. Eine Verpflichtung, diese auch zu berück- sichtigen, gibt es allerdings nicht. Bedarfsanalyse zur Aufrechterhaltung der bisherigen Versorgungsdichte bis 2040 Im Zweiten Bericht zur Kommunalen Pflegeplanung der Stadt Köln wurden u.a. die Bedarfe der am- bulanten und stationären Versorgungen auf Grundlage einer umfangreichen Ist-Analyse mit Daten von 2019 für die Jahre 2025 bis 2040 beschrieben. Um den derzeitigen Versorgungsstand auch zukünftig aufrechtzuerhalten, ist in sämtlichen nachfol- gend dargestellten Versorgungsbereichen ein Ausbau der derzeit bestehenden Kapazitäten in der Stadt Köln erforderlich, der je nach Angebotsform jedoch teilweise sehr unterschiedlich ausfällt: 2 Ambulante Wohngemein- schaften Um den Bestand der ambulanten Wohngemeinschaften gemäß einer Fort- schreibung der derzeitigen Versorgungsdichte zu erweitern, werden bis 2030 insgesamt 242 Wohneinheiten (21 mehr als derzeit vorhanden) und bis 2040 noch weitere 38 Plätze benötigt. Zurzeit befinden sich 40 Wohngemeinschaften in konkreter Planung, was den Bedarf bis 2035 decken würde. Servicewohnen Dieses Angebot müsste 2025 insgesamt 4.562, 2030 eine Zahl von 4.627 und 2040 insgesamt 5.347 Wohnungen mit Service umfassen, damit der derzeitige Versorgungsstand aufrechterhalten wird. Gemäß des zweiten Berichts zur Pflegeplanung ist die Versorgung im Seg- ment Servicewohnen im überregionalen Vergleich gut. Es kann davon aus- gegangen werden, dass sich die Versorgungsquote nicht verschlechtern wird, da in dem Bereich gute Renditen erzielt werden können. Tagespflege Die Zahl der Tagespflegeplätze sollte 2025: 359, 2035: 364 und 2040: 421 Plätze umfassen. Bis 2040 wären dies 89 Plätze mehr als 2019. Derzeit befinden sich 111 wei- tere Plätze in konkreter Planung. Wenn diese in Betrieb genommen werden, verbessert sich die Versorgungsdichte. In den letzten Jahren ist eine zuneh- mende Dynamik im Bereich der Tagespflegeeinrichtungen zu verzeichnen. Kurzzeitpflege Der Bestand an Kurzzeitpflegeplätzen (solitär und eingestreut) müsste von derzeit 550 Plätzen bis 2025 auf 595 Plätze, bis 2035 auf 628 Plätze und bis 2040 auf 697 Plätze erhöht werden. Derzeit befinden sich nur 22 solitäre und 4 eingestreute Kurzzeitpflegeplätze in konkreter Planung. Die vorhandenen Kurzzeitpflegeplätze können die Be- darfe nicht decken. Stationäre Pflege Mit einer Versorgungsdichte von 12,3 Plätzen je 100 Ältere ab 80 Jahre müsste die Zahl der Plätze in stationären Pflegeeinrichtungen 2025 auf 7.905, 2035 auf 8.531 und 2040 auf 9.266 erhöht werden. 3 Dies sind im Vergleich zu 2019 1.957 Plätze mehr (bedeutet ca. 25 Pflegeein- richtungen mehr). Nach der neuen Regelung der Refinanzierung (s. Fazit) ab dem Jahr 2014 gab es lediglich 2 neue Einrichtungen und 3, die sich derzeit im Bauverfahren befinden. Fazit Im Bereich der Kurzzeitpflege kann der Bedarf seit längerem nicht gedeckt werden. In der stati- onären Pflege wird die pflegerische Versorgung wegen fehlender Plätze und Fachkräfte zu- nehmend schwieriger. Ein wesentlicher Grund für die fehlende Bautätigkeit wird in den vom Land gesetzlich festgeleg- ten Rahmenbedingungen zur Refinanzierung gesehen: Die geänderte Refinanzierung für Neubauten (vollstationär und Kurzzeitpflege) des Landes NRW legte die Laufzeit für Abschreibungen auf 50 Jahre neu fest - vorher 25 Jahre. Für Einrich- tungen, für die vor dem 01.07.2008 ein Antrag auf Abstimmung des Raumprogramms gestellt wurde, galt die alte Regelung. Viele Träger*innen haben dies genutzt. Aufgrund der schlechte- ren Refinanzierung ab 2008 kam es in den Folgejahren zum Erliegen der Bautätigkeiten. Aufgrund des rechnerisch sehr hohen zusätzlichen Bedarfs bis 2040, insbesondere bei der sta- tionären Versorgung, besteht für die Stadt dringender Handlungsbedarf, um wirkungsorientierte Lösungen im Kontext des Projektes „Zukunft Pflege Köln“ als gemeinsames städtisches Hand- lungsfeld auf den Weg zu bringen. Planungen zur weiteren Vorgehensweise Das Projekt „Zukunft Pflege Köln“ arbeitet in den drei Themenbereichen Flächen/Immobilien, Perso- nal und Innovationen. Im Rahmen einer dezernatsübergreifenden Arbeitsgruppe aus Mitarbeiter*innen der Ämter für Sozia- les, Arbeit und Senioren, Stadtentwicklung und Statistik, Liegenschaften, Vermessung und Kataster, Wohnungswesen, Stadtplanungsamt und Bauaufsichtsamt werden Lösungsvorschläge für folgende erforderlichen Schritte erarbeitet: verbindliche Verankerung der Bedarfe der Pflege im Kooperativen Baulandmodell verpflichtende Festschreibung und Berücksichtigung der Bedarfe der Pflege bei der Planung und Entwicklung von neuen Baugebieten Konzeptvergabe für den Bau von stationären Pflegeeinrichtungen Weiterentwicklung des Quartiersgedankens und der Pflege in der eigenen Wohnung sowie konsequenter Ausbau ergänzender Unterstützungsangebote im vorstationären pflegerischen Bereich. Die dargestellten vorgesehenen Planungen sind aufgrund mehrerer gleichzeitiger Langzeiterkrankun- gen von Mitarbeitenden im Amt für Soziales, Arbeit und Senioren ins Stocken geraten. Die Rückkehr dieser Mitarbeitenden in den Dienst wird im Oktober 2022 erwartet, so dass der angestoßene Pro- zess fortgeführt werden kann. Parallel zu den Überlegungen im Hinblick auf die erforderlichen Bautätigkeiten prüft die Verwaltung, ob zu dem weiteren Themenfeld „innovative Formen der pflegerischen Versorgung“ die Unterstützung einer Beratungsfirma mit Feldkompetenz zum Thema Pflege in Anspruch genommen werden soll. 4 Hierzu finden derzeit Gespräche statt. Zum Handlungsfeld „Fachkräftesicherung“ wurden die bestehenden Kooperationen mit der Agentur für Arbeit Köln, Jobcenter Köln, Liga der Wohlfahrtsverbände, Sozialbetriebe Köln gGmbH und Klini- ken der Stadt Köln intensiviert. Im Ergebnis wurde in mehreren Workshops ein „Impulspapier“ (Anla- ge) erarbeitet, das als Grundlage für die weitere Arbeit dienen soll. Die Verwaltung wird im Frühjahr 2023 über die erzielten Zwischenergebnisse berichten. Auch in diesem Kontext werden Flächenbedarfe insbes. von Pflegeschulen eine wichtige Rolle spie- len. Gez. Dr. Rau
Kölner Kompass Pflege Impulspapier
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Kölner Kompass Pflege
Impulspapier
der Projektgruppe Fachkräftesicherung
im Projekt
Zukunft der Pflege
Stadt Köln
Amt für Soziales, Arbeit und Senioren
17.02.2022
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Inhalt
1. Ausgangssituation ................................ ................................ ................................ .......... 3
2. Projekthintergrund „Zukunft der Pflege“ ................................ ................................ ....... 3
3. Projektgruppe „Fachkräftesicherung“ ................................ ................................ ........... 4
4. Beteiligte Institutionen und Personen der Projektgruppe „Fachkräftesicherung“ ..... 5
5. Unterteilung in drei Arbeitsgruppen und Leitfragen ................................ ..................... 6
6. Identifizierte und priorisierte Vorschläge zu Handlungs-ansätzen und Maßnahmen . 6
6.1 Verbesserung des Zugangs in den Beruf und Erhöhung der Attraktivität als lokale
trägerübergreifende Aufgabe ................................ ................................ ......................... 6
6.2 Gewinnung und Begleitung von Auszubildende n sowie Reduzierung von
Ausbildungsabbrüchen ................................ ................................ ................................ ... 8
6.3 Anwerbung und Integration internationaler Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
................................ ................................ ................................ ................................ .......... 8
7. Ausblick und weitere Schritte................................ ................................ ......................... 9
3
1. Ausgangssituation
Die Stadt Köln muss eine leistungsfähige und nachhaltige Unterstützungsstruktur für ältere
und pflegebedürftige Menschen sowie deren Angehörige durch die Förderung der Entstehung,
Entwicklung und Qualität von Dienstleistungen, Beratungsangeboten, Pflegeeinrichtungen
und alternativen Wohnformen sicherstellen (§ 1APG NRW).
Die Berechnungen auf Basis der Pflegestatistik ergeben, dass in Köln bis 2040 ein Bedarf von
9266 vollstationären Dauerpflegeplätzen entsteht , der die Einrichtung von rd. 25 neuen
zusätzlichen vollstationären Dauerpflegeeinrichtungen erforderlich macht . Hierzu müssen
geeignete Grundstücke identifiziert werden, Neu - und Umbaumaßnahmen stattfinden sowie
Konzepte zu neuen Wohnformen entwickelt werden. Aktuell können erste
Bestandseinrichtungen der vollstationären Dauerpflege nicht mehr genutzt werden, da den
Einrichtungen das Fachpersonal fehlt. Investoren zeigen bereits jetzt ke in Interesse an
Neubauprojekten, da die Fachkräftesituation dazu führt, dass das für den Betrieb einer neuen
Einrichtung notwendige Pflegepersonal nicht gefunden werden kann. In der ambulanten Pflege
müssen Pflegedienste Anfragen ablehnen, da das notwendige Personal fehlt. Der
Fachkräftemangel ist ebenso ein Problem in der Krankenpflege , das mit Blick auf den
gemeinsamen Ausbildungsgang zu berücksichtigen ist.
Dies macht deutlich, dass die Schaffung einer nachhaltigen Unterstützungsstruktur für ältere
pflegebedürftige und kranke Menschen nur dann gelingen kann, wenn die beiden miteinander
verzahnten Herausforderungen (Räume und Flächen sowie Fachkräfte) zusammengedacht
werden. Eine ressortübergreifende Zusammenarbeit sowohl der Verwaltung al s auch der
Stadtgesellschaft ist dringend erforderlich , um ein aufeinander abgestimmtes
Handlungskonzept zu erarbeiten und umzusetzen.
Eine gute Datenbasis und Grundlage hierfür ist der im Februar 2021 veröffentlichte Zweite
Bericht zur Kommunalen Pflegeplanung der Stadt Köln . Das Dezernat für Soziales,
Gesundheit und Wohnen der Stadt Köln beauftragte das Institut für Sozialforschung und
Gesellschaftspolitik GmbH (ISG) mit der Erstellung dieses Berichtes. Insbesondere die dort
ausgearbeitete kleinräumige Betrachtung der Pflegebedarfe stellt eine gute Ergänzung zu den
sonstigen umfangreichen Erkenntnissen zum gesamten Kölner Stadtgebiet dar. Auch das
Thema Fachkräfte in der Pflege nimmt einen zentralen Stellenwert im Bericht ein.
2. Projekthintergrund „Zukunft der Pflege“
Um eine Sicherstellung von bedarfsgerechten Angebotsstrukturen in Köln für ältere und
pflegebedürftige Menschen sowie deren Angehörige zu erreichen, wurde u.a. Ende 2019 das
Projekt Zukunft der Pflege initiiert. Projektauftrag ist die Identifikation von Möglichkeiten und
Wegen, die zu einer Verbesserung der Situation der Pflege in den Bereichen
a) Räume und Flächen
b) Fachkräftesicherung sowie
c) Innovationen führen.
Bis zum 31.12.2024 soll ein abgestimmter Maßnahmenkatalog zur G estaltung und Weiter -
entwicklung der Kölner Versorgungslandschaft vorliegen. Entsprechend des Projektauftrags
erfolgte eine Differenzierung der Projektziele.
Zu a) Die Bedarfe an Plätzen und Angebotsformen sind bekannt und mit den vorhandenen
geeigneten städtischen Grundstücken abgeglichen.
Zu b) Eine gemeinsame Strategie zur Fachkräftegewinnung und -sicherung ist erarbeitet.
Zu c) Ansätze/Modelle im Sinne von Best Practice werden einbezogen.
Um einen vertiefenden inhaltlichen Arbeitsprozess zu beförd ern, bildeten sich entlang der
differenzierten Projektziele die beiden Projektgruppen „Räume und Flächen“ sowie
„Fachkräftesicherung“. Das vorliegende Papier fasst die zentralen Aspekte und gemeinsam
erarbeiteten Ideen und Vorhaben der Projektgruppe Fachkräftesicherung zusammen.
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3. Projektgruppe „Fachkräftesicherung“
Die Projektgruppe „Fachkräftesicherung“ setzt sich aus einer Verantwortungsgemeinschaft
von Verwaltung und relevanten Akteuren bzw. Institutionen der Stadtgesellschaft zusammen.
In eine m gemeinsamen Arbeitsprozess wurden Ideen und Strategien zur Gewinnung,
Qualifizierung und Sicherung von Fachkräften in der Pflege entwickelt.
In der Kick -Off Veranstaltung am 17.02.2021 benannten die Teilnehmende n besondere
Herausforderungen und einigten sich auf Arbeitsschwerpunkte. In drei Arbeitsgruppen wurden
jeweils Handlungsmöglichkeiten themenspezifisch konkretisiert und in einer abschließenden
Plenumssitzung am 25.10.2021 wieder zu einer Gesamtstrategie zusammengeführt.
Nachfolgende Grafik visualisiert diesen Arbeitsprozess:
Abbildung 1 Arbeitsprozess der Projektgruppe „Fachkräftesicherung“
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4. Beteiligte Institutionen und Personen der Projektgruppe
„Fachkräftesicherung“
Projektkoordination:
Dirk Schumacher (Stadt Köln, Amt für Soziales, Arbeit und Senioren)
Erika Briem (Stadt Köln, Amt für Soziales, Arbeit und Senioren)
Susanne Kersjes (Stadt Köln, Amt für Soziales, Arbeit und Senioren)
Arbeitgeber / Pflegeschule:
Dominic Akyel (Sozial-Betriebe Köln gGmbH)
Ines Domernicht (Sozial-Betriebe Köln gGmbH)
Elke Feuster (Alexianer Köln GmbH)
Baris Groos (Caritasverband für die Stadt Köln e.V.)
Anke Kleine (Louise von Marillac-Schule Träger GmbH)
Christian Potthoff (Diakonie Michaelshoven Pflege und Wohnen gGmbH)
Elisabeth Römisch (Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Köln e. V.)
Peter-Paul Schumacher (Deutschordens-Altenzentren Konrad Adenauer gGmbH)
Klaus Wittek (Kliniken der Stadt Köln gGmbH)
Berufsorientierung / Übergangssystem / Beschäftigungsförderung:
Roderich Dörner (IN VIA - Kath. Verband für Mädchen - und Frauensozialarbeit Köln
e.V.)
Ingrid Jung (Stadt Köln, Amt für Schulentwicklung, Kommunale Koordinierungsstelle
Übergang Schule – Beruf)
Claudia Kleefisch (Stadt Köln, Amt für Schulentwicklung, Kommunale
Koordinierungsstelle Übergang Schule – Beruf)
Arbeitsmarktförderung:
Nerma Dedic -Ahmetspahic (Bezirksregierung Köln, Zentralstelle
Fachkräfteeinwanderung NRW)
Andreas Fuck (Jobcenter Köln, Koordination Qualifizierung und Weiterbildung)
Sabine Gennermann (Bundesagentur für Arbeit, Agentur für Arbeit Köln, Arbeitgeber-
Service)
Jutta Klaas (Jobcenter Köln)
Johannes Klapper (Bundesagentur für Arbeit, Agentur für Arbeit Köln)
Jennifer Kraus (Bundesagentur für Arbeit, Agentur für Arbeit Köln, Arbeitgeber-Service)
Nicole Plener (Bundesagentur für Arbeit, Zentrale Auslands- und Fachvermittlung)
Interessensvertretung / Expert:innen
Dr. Dietrich Engels (ISG Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik GmbH)
Dr. Ali Kemal Gün (LVR Kliniken)
Prof. Dr. Michael Heister (Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB))
Prof. Dr. Michael Isfort (Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung e.V.)
Lukas Lambertz (Kompetenzzentrum Sozialwirtschaft)
Barbara Hofmann (Regionalagentur Region Köln)
Robin Orlando (ver.di – Bezirk Köln-Bonn-Leverkusen)
Jasna Rezo-Flanze (Industrie- und Handelskammer zu Köln, Aus- und Weiterbildung)
Moderation:
Dr. Sabine Schwarz, Kai Sterzenbach (Lernende Region – Netzwerk Köln e.V.)
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5. Unterteilung in drei Arbeitsgruppen und Leitfragen
Um der Komplexität des Themas Rechnung zu tragen , haben sich die Teilnehmenden der
Projektgruppe „Fachkräftesicherung“ den drei Arbeitsgruppen Fachkräftegewinnung und
Mitarbeiter:innenbindung (1), Ausbildung (2) sowie Internationale Arbeitnehmer:innen in d er
Pflege (3) zugeordnet und einen gemeinsamen weiteren Arbeitsprozess vereinbart und
realisiert. Dabei befassten sich die drei Arbeitsgruppen mit folgenden Leitfragen.
Leitfragen der Arbeitsgruppe 1:
Wie gelingt es, dass sich mehr Menschen für eine pfle gerische Tätigkeit, Aus - oder
Weiterbildung entscheiden und flexible Bildungswege zur Fachkraft möglich werden?
Wie gelingt es, dass sich bereits in der Pflege Beschäftigte wohl fühlen und im Berufsfeld
verbleiben?
Leitfrage der Arbeitsgruppe 2:
Wie gelingt es, dass sich mehr Menschen für eine Ausbildung in der Pflege entscheiden
und Ausbildungsabbrüche reduziert werden?
Leitfrage der Arbeitsgruppe 3:
Wie gelingt es, dass mehr internationale Pflegefachkräfte (aus Drittstaaten) gewonnen
werden können und dauerhaft im deutschen/Kölner Pflegearbeitsmarkt verbeiben?
In jeweils zwei Sitzungen erarbeiteten die Gruppen themenspezifische Herausforderungen,
verwiesen auf bestehende Strukturen, Vorerfahrungen, Möglichkeiten sowie Barrieren und
schlugen konkrete Ideen sowie Maßnahmen vor, die im Rahmen des Projektes angegangen
und realisiert werden können. Die Ergebnisse der jeweiligen Sitzungen wurden
projektbegleitend dokumentiert und in einem partizipativen Prozess durch die Arbeitsgruppen
fortlaufend ergänzt.
Die konkreten Vorschläge zu Handlungsansätzen und Maßnahmen der drei Arbeitsgruppen
wurden in der abschließenden Plenumssitzung zusammengeführt und priorisiert. D ieses
Ergebnis ist nachfolgend in dem hier vorliegenden Strategiepapier dargestellt.
Der gesamte Prozess wurde durch eine externe Moderation begleitet. Die Dokumentationen
der insgesamt 8 Sitzungen der Projektgruppe Fachkräftesicherung stehen zur Verfügung.
6. Identifizierte und priorisierte Vorschläge zu
Handlungsansätzen und Maßnahmen
Insgesamt erg eben sich drei große thematische Schwerpunkte, denen jeweils konkrete
Vorschläge zu Handlungsansätzen und Maßnahmen sowie bereits beteiligte Akteure
zugeordnet werden können. Dieser Prozess ist noch nicht abgeschlossen.
6.1 Verbesserung des Zugangs in den Beruf und Erhöhung der
Attraktivität als lokale trägerübergreifende Aufgabe
a) Entwicklung, Bereitstellung und Redaktion eines übergreifenden Portals zur Pflege
in Köln
Das Portal richtet sich an potenzielle Aus - und Weiterb ildungsinteressierte. Es soll
Informationen zum Berufsbild, zu Tätigkeitsfeldern, Ausbildungs wegen und
Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten geben (z.B. Videos von Mitarbeiter:innen
der Pflege erstellt). Es geht um Berufsorientierung mit der Botschaft: Pflege ist
abwechslungsreich, ermöglicht gute Zusammenarbeit im Team und geht jede:n an. Es
soll authentisch, informierend, konkret und Köln- spezifisch sein.
Das Portal informiert über „Aktuelles“ (Messen, Tag der offenen Tür, Speed-Dating…)
und bietet eigene digitale Events an (z.B. Elternsprechtag zu
Ausbildungsmöglichkeiten in der Pflege oder digitale Messe).
Das Portal bietet Informationen über potenzielle Arbeitgeber und Pflegeschulen.
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Das Portal informiert über weitere Köln-spezifische Unterstützungsstrukturen (etwa
Beratungsmöglichkeiten, Mobilität, Wohnen…).
Beteiligte: Stadt Köln (Initiierung & Koordination); Träger, Agentur für Arbeit,
Herausforderung: Rollen und Ressourcenbeisteuerung der Beteiligten sind noch zu
klären. Träger haben wenig Ressource für die Pflege und Entwicklung des Portals, es
braucht einen dauerhaften Kümmerer.
b) Öffentlichkeitswirksame Präsenzaktionen
Durch öffentlichkeitswirksame Präsenz aktionen soll das Image von Pflegeberufen
verbessert werden und die Möglichkeit geschaffen werden, die Pflegeberufe für potentielle
Arbeitnehmer:innen erlebbar zu machen.
Trägerübergreifende Aktion am Tag der Pflege (12.05.) im öffentlichen Raum
o Vorarbeiten, Erfahrungen und bestehende Netzwerke können hier genutzt
werden: Bereits 2012 hatte das Kölner Bündnis “Aktion Altenpflege Köln” einen
Aktionstag für eine realistische Wahrnehmung der Altenpflege organisiert. Das
für 2019 erarbeitete Konzept für einen trägerübergreifenden „Tag der Pflege“ in
Köln konnte aufgrund der Pandemie nicht realisiert werden und sollte wieder
aufgegriffen werden, wenn die Pandemie dies zulässt.
Tag der offenen Tür : Akteure in der Pflege öffnen für einen Tag ihre Pforten und
geben realistische Einblicke in die vielfältigen Arbeits-, Aus- und Weiterbildungsfelder
in der Pflege.
Messe für potenzielle Aus- und Weiterbildungsinteressierte
Beteiligte: Träger/Pflegeschulen, Agentur für Arbeit, Stadt Köln, Kommunale
Koordinierungsstelle Übergang Schule-Beruf
Vorgehen: Reaktivierung der Planungsgruppe, um den Tag der Pflege in einer koordinierten
Aktion öffentlichkeitswirksam zu realisieren.
Herausforderung: Aufgrund der aktuellen Lage kann nicht eingeschätzt werden , inwieweit
Präsenzaktionen durchgeführt werden können. Die beiden Maßnahmen „Tag der offenen Tür“
und „Messe“ werden zunächst nicht prioritär weiterbearbeitet.
c) Wegweiser „Pflege“ – für Beratungsfachkräfte
Ausbildungs- und Berufsberater:innen in ihrer Funktion als „Brückenbauer:innen“ sind über
mögliche We ge in die Pflege und Weiterentwicklungsmöglichkeiten innerhalb der Pflege
informiert und können dieses Wissen bedarfsorientiert in ihren Beratungssituationen nutzen
und weitergeben (Aus - und Weiterbildungsmöglichkeiten, Berufsfelder, Zugangswege,
Fördermöglichkeiten, Ansprechpartner etc.).
Gut aufbereitete und dauerhaft zugängliche Informationen sind für den Bereich der
Berufs(orientierungs)beratung, der eine hohe Personalfluktuation aufweist, hilfreich und
erforderlich (gilt z.B. auch für die Integrationsfachkräfte im Jobcenter).
Beteiligte: Agentur für Arbeit, Jobcenter, Kompetenzzentrum Sozialwirtschaft, SBK
Vorgehen: Konzeption des Produktes Wegweiser „Pflege“ und Strategieentwicklung für eine
nachhaltige Informationsweitergabe in bestehende Beratungs strukturen (z.B.
Informationsveranstaltungen für Berater:innen bei Agentur für Arbeit und Jobcenter) .
Erarbeitung einer Strategie, wie das Wissen auch dauerhaft zugänglich gemacht werden kann
(z.B. Intranet der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters).
d) (Finanzielle) Entlastung für Auszubildende
Die Bereitstellung günstigeren Wohnraums für Auszubildende in der Pflege, vergünstigte
Bahntickets oder Zuschüsse zu Fahrrädern werden als sinnvolle Strategien und Anreize
eingeschätzt.
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Die Realisierung solcher Möglichkeiten liegt allerdings außerhalb der Zuständigkeiten der
Projektgruppe „Fachkräftesicherung“. Die Stadt Köln bringt diese Anregungen in
entsprechende Gremien ein.
6.2 Gewinnung und Begleitung von Auszubildenden sowie Reduzierung
von Ausbildungsabbrüchen
a) Teilzeitausbildungsmöglichkeit in Köln organisieren
Von einer Ausbildung zur Pflegefachkraft in Teilzeit können sowohl Personen mit
Familienverantwortung profitieren als auch die Pflegeeinrichtungen. Neue Zielgruppen für die
Ausbildung können dem Fachkräftemangel in den Einrichtungen entgegenwirken. Auch wenn
eine Schaffung von Teilzeitmöglichkeiten aus Perspektive einiger Pflegeschulen derzeit
organisatorisch aufwändig und wenig wirtschaftlich erscheint, hat sich die Projektgruppe dafür
entschieden, das Thema aufzugreifen.
Beteiligte: Träger/Pflegeschulen, Bundesinstitut für Beruf sbildung, Regionalagentur Region
Köln
Vorgehen: In einer eigenständig organisierten Arbeitsgruppe werden die Möglichkeiten von
Teilzeitausbildungen in Köln hinsichtlich einer Realisierung ausgearbeitet.
b) Stärkung der fachlichen und persönliche n Unterstützungsstrukturen während der
Ausbildung
Die Zahl der Ausbildungsabbrüche in Pflegeberufen liegt bei über 2 5 %. Die
Bundespflegekammer (BPK) weist zudem darauf hin , dass die Berichte zunehmen, wonach
seit Beginn der Pandemie die Anzahl der Ausz ubildenden, die ihre Ausbildung vor dem
Abschluss beenden, noch höher ist als in den Jahren davor . Um Abbrüche zu reduzieren,
müssen die Unterstützungsmöglichkeiten während der Ausbildung weiter ausgebaut werden.
Folgende Ansätze wurden durch die Projektgruppe „Fachkräftesicherung“ vorgeschlagen:
Stärkere Nutzung und Ausbau bestehender Strukturen (z.B. Asa Flex, VerA)
Sensibilisierung und Schulungen der Praxisanleiter:innen und Ent lastung der
Anleiter:innen durch die Einbindung (trägerübergreifender) externer Mentor:innen
(Erfahrungsaustausch mit bestehenden Angeboten, z.B. www.mfp.bayern.de).
Es braucht „Kümmerer“, die sich auch mit der psych o-sozialen Belastung von
Auszubildenden befassen und die Bindung an den Beruf fördern.
Aufbau einer ausbildungsbegleitenden Sprachförderung
Raum für gezielte Prüfungsvorbereitung schaffen
Verbesserte Verfahren zur Anerkennung erbrachter Ausbildungsleistungen bei
Abbruch
Beteiligte: Träger/Pflegeschulen, Regionalagentur Region Köln
Vorgehen: In einer eigenständig organisierten Arbeitsgruppe werden die Möglichkeiten der
Stärkung der Unterstützungsstrukturen zur Verringerung der Ausbildungsabbrüche in Köln
hinsichtlich einer Realisierung ausgearbeitet.
6.3 Anwerbung und Integration internationaler Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmer
Die Zahlen erfolgreich angeworbener internationaler Pflegefachkräfte sind nach wie vor zu
gering. Prozesse und Zuständigkeiten sind langwierig und komplex. Dies betrifft die Ansprache
in den Ländern, die Sprachförderung, d ie Einreise, die Anerkennung beruflicher
Qualifikationen, die Erteilung der Arbeits - und Aufenthaltserlaubnis sowie die berufliche und
soziale Integration.
Folgende Ansätze wurden durch die Projektgruppe „Fachkräftesicherung“ vorgeschlagen:
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a) Initiierung eines Modellprojekts, in dem ein „einrichtungsübergreifendes Recruiting“
erprobt wird.
Grundsätzlich akquiriert die Agentur für Arbeit Fachkräfte aus dem Ausland (noch)
nicht für Altenpflege, sondern nur für Krankenhäuser (Ausnahmeprojekt El Salvador,
perspektivisch evtl. Mexiko).
Kliniken Köln und Agentur (ZAV) arbeiten perspektivisch bilateral zusammen (nicht
einrichtungsübergreifend).
Zusammenarbeit der Agentur für Arbeit (ZAV) mit einrichtungsübergreifenden
Verbünden ist grundsätzlich möglich. Voraussetzungen sind:
o ein:e Ansprechpartner:in (Federführung)
o klare Zielgruppe (momentan nur Gesundheits- und Krankenpfleger:innen)
o gemeinsame Grundlagen (z.B. Einigung auf eine Sprachschule)
o mindestens 15 Personen (= eine Sprachschulklasse)
Beteiligte: Stadt Köln, Träger, Agentur für Arbeit
b) Einrichtungsübergreifende Gewinnung und Qualifizierung von Mentor:innen zur
Begleitung internationaler Fachkräfte
Integration in Arbeit und Gesellschaft sind wesentlich zur Mitarbeiterbindung. Externe
und interne Mentor:innen können (einrichtungsübergreifend) unterstützen.
Initiierung eines einrichtungsübergreifenden Mentor:innen -Zertifikatskurses in
Kooperation mit externen Anbietern mit Expertise (z.B. Otto-Benecke-Stiftung)
Beteiligte: IHK, Kliniken Köln, Agentur für Arbeit, Kompetenzzentrum Sozialwirtschaft, Stadt
Köln
c) Verbesserung der Zusammenarbeit mit dem Ausländeramt und anderen relevanten
Stellen der Verwaltung
Einrichtungsübergreifend wird darauf verwiesen, dass Prozesse in der Stadtverwaltung
und dem Ausländeramt schwerfällig sind. Fehlende Arbeitserlaubnisse und
Aufenthaltsbescheinigungen behindern Ausbildungs - / Arbeitsaufnahmen. Es sind
keine Ansprechpartner:innen benannt, E -Mails und Telefonanrufe bleiben
unbeantwortet. Hier wird dringender Handlungsbedarf gesehen.
Beteiligte: Stadt Köln
Vorgehen: Realisierungsmöglichkeiten der Maßnahmen a und b werden in eigenen
Arbeitsgruppen weiterbearbeitet. Die Stadt Köln wirkt an entsprechenden Stellen darauf ein,
dass die Anliegen der Einrichtungen zukünftig schn eller bearbeitet werden können.
7. Ausblick und weitere Schritte
Vereinbart wurde, dass in kleinen Arbeitsgruppen, die in der Plenumssitzung am 25.10.2021
eingerichtet wurden, an den einzelnen Maßnahmen weitergearbeitet wird. Die durch die
Kleingruppen erarbeiteten Ergebnisse sollen in einer weiteren Si tzung der Projektgruppe
Fachkräftesicherung hinsichtlich der jeweiligen Umsetzung koordiniert werden. Die Initiierung
der nächsten Projektschritte erfolgt durch die Stadt Köln.
In der Plenumssitzung wurde darüber hinaus entschieden, die drei Maßnahmen
Initiierung eines Arbeitgebernetzwerks für trägerübergreifenden Personaleinsatz
Trägerübergreifende Befragung von Personen, die in der Pflege arbeiten
Weiterentwicklung digitaler Auswahl -/Testverfahren zum Recruiting & digitale
Möglichkeiten zum Kennenlernen der zukünftigen Arbeitgeber
zunächst zurückzustellen.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: endgültig zurückgezogen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 2983/2022
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 16.09.2022
- Erstellt
- 08.09.2022 16:12